Bhagavan Manasa Puja – Krishna als geliebten Gast im Herzen bewirten

Aus Yogawiki

Bhagavan Manasa Puja – Krishna als geliebten Gast im Herzen bewirten ist eine innere Krishna-Verehrung für Menschen, die ihre Gottesliebe auch ohne äußeren Altar und aufwendige Gaben ausdrücken möchten. Der flötentragende Herr wird im Herzlotus geschaut, mit Wasser begrüßt, gebadet, geschmückt und zusammen mit seinen Freunden zum Mahl eingeladen. Am Ende werden vier innere Umrundungen, Verneigung, Musik und die Bitte um Ergänzung des Unvollkommenen zu einer persönlichen Hingabe: Auch der Verehrende selbst gehört zu Krishnas Gaben.

Diese Manasa Puja folgt der zehnstrophigen, in der Shankaracharya-Überlieferung bewahrten Fassung des Sringeri Sharada Peetham. Sie ist keine besondere Festliturgie. Der Text legt weder Tageszeit noch Ort oder priesterliche Rolle fest. Für die persönliche Praxis eignet sich ein ungestörter Sitz zuhause; ein Krishnabild kann die Sammlung unterstützen. Die Verehrung bleibt vollständig geistig.

Vorbereitung

Lies die Bedeutungen vor Beginn. Wähle einen bequemen Sitz und lasse die Aufmerksamkeit im Herzraum zur Ruhe kommen. Alle Gegenstände – Thron, Gefäße, Wasser, Blumen, Gewänder, Speisen und Lichter – werden vorgestellt. Für diese innere Puja brauchst du keine äußeren Materialien. Die klassischen Zutaten im Gedicht beschreiben die vorgestellten Gaben.

Durchführung

Sprich die zehn Verse in Ruhe. Stelle die jeweils genannten Handlungen innerlich vor und lasse zwischen den Strophen Zeit für die Bilder. Die angegebenen vier Umrundungen gehören zur inneren Handlung; andere Wiederholungszahlen setzt der Text nicht voraus.

1. Krishna im Herzlotus schauen
Beginne mit Dhyana: Krishna steht mit Flöte, Blumengirlande und Schmuck im Kreis der Gopis.

Vers 1
hṛdambhoje kṛṣṇaḥ sajalajaladaśyāmalatanuḥ
sarojākṣaḥ sragvī makuṭakaṭakādyābharaṇavān |
śaradrākānāthapratimavadanaḥ śrīmuralikāṃ
vahandhyeyo gopīgaṇaparivṛtaḥ kuṅkumacitaḥ || 1 ||

Im Herzlotus ist Krishna zu meditieren: Sein Leib ist dunkel wie eine wasserreiche Wolke, seine Augen gleichen Lotussen. Er trägt Girlande, Krone, Armreifen und weiteren Schmuck; sein Gesicht gleicht dem Herbstvollmond. Er hält die schöne Flöte, ist von Gopis umgeben und mit Kumkum geschmückt.

2. Einladen, Wasser reichen und baden
Vollziehe Avahana, Sitzgabe, Padya und Arghya. Der folgende Vers verbindet Achamana, Panchamrita Snana, Bad mit Flusswasser und erneutes Mundwasser.

Vers 2
payombhodherdvīpānmama hṛdayamāyāhi bhagava-
nmaṇivrātabhrājatkanakavarapīṭhaṃ bhaja hare |
sucihnau te pādau yadukulaja nenejmi sujalai-
rgṛhāṇedaṃ dūrvādalajalavadarghyaṃ muraripo || 2 ||

Herr, komm von der Insel im Milchozean in mein Herz. Hari, nimm den hervorragenden goldenen Sitz ein, der von Edelsteinen leuchtet. Spross des Yadu-Geschlechts, ich wasche deine mit glückverheißenden Zeichen versehenen Füße mit gutem Wasser. Besieger Muras, nimm diese Ehrengabe aus Wasser mit Durvablättern an.

Vers 3
tvamācāmopendra tridaśasaridambho'tiśiśiraṃ
bhajasvemaṃ pañcāmṛtaphalarasāplāvamaghahan |
dyunadyāḥ kālindyā api kanakakumbhasthitamidaṃ
jalaṃ tena snānaṃ kuru kuru kuruṣvācamanakam || 3 ||

Upendra, spüle deinen Mund mit dem sehr kühlen Wasser des himmlischen Flusses. Du Tilger der Verfehlungen, empfange dieses Bad mit den fünf süßen Gaben und Fruchtsäften. Hier ist Wasser der himmlischen Ganga und der Kalindi in goldenen Krügen: Bade damit und empfange erneut Mundwasser.

3. Kleiden, schmücken und erhellen
Biete Vastra, Yajnopavita, Sandelholz und Girlande an. Es folgen Dhupa, Dipa und die Reinigung der Hände mit anschließendem Mundwasser.

Vers 4
taṭidvarṇe vastre bhaja vijayakāntādhiharaṇa
pralambāribhrātarmṛdulamupavītaṃ kura gale |
lalāṭe pāṭīraṃ mṛgamadayutaṃ dhāraya hare
gṛhāṇedaṃ mālyaṃ śatadalatulasyādiracitam || 4 ||

Du, der das Leid von Vijayas Gemahlin nimmt, trage diese beiden blitzfarbenen Gewänder. Bruder des Besiegers Pralambas, lege die weiche heilige Schnur an. Hari, trage Sandelholz mit Moschus auf der Stirn und nimm diese Girlande aus Lotus, Tulasi und weiteren Blüten an.

Vers 5
daśāṅgaṃ dhūpaṃ sadvarada caraṇāgre'rpitamidaṃ
mukhaṃ dīpenenduprabhavirajasaṃ deva kalaye |
imau pāṇī vāṇīpatinuta sakarpūrarajasā
viśodhyāgre dattaṃ salilamidamācāma nṛhare || 5 ||

Guter Segenspender, dieser aus zehn Bestandteilen bereitete Räucherduft liegt vor deinen Füßen. Göttlicher, beim Lampenlicht schaue ich dein makelloses, mondhelles Angesicht. Du vom Gemahl der Saraswati Gepriesener, reinige deine beiden Hände mit Kampferpulver; Narahari, nimm das vor dir gereichte Wasser zum Mundspülen an.

4. Krishna mit seinen Freunden bewirten
Lade Krishna und die Freunde zum Mahl ein. Biete danach Wasser, Tambula, Früchte und kostbare Gaben an; schwenke innerlich die Lichter der Arati.

Vers 6
sadātṛptānnaṃ ṣaḍrasavadakhilavyañjanayutaṃ
suvarṇāmatre goghṛtacaṣakayukte sthitamidam |
yaśodāsūno tatparamadayayāśāna sakhibhiḥ
prasādaṃ vāñchadbhiḥ saha tadanu nīraṃ piba vibho || 6 ||

Immer Zufriedener, diese Speise mit den sechs Geschmäckern und allen Beilagen steht in einem goldenen Gefäß mit einer Schale Kuhghee. Sohn Yashodas, iss sie in großer Güte zusammen mit den Freunden, die dein Prasad ersehnen. Allgegenwärtiger, trinke danach Wasser.

Vers 7
sacūrṇaṃ tāmbūlaṃ mukhaśucikaraṃ bhakṣaya hare
phalaṃ svādu prītyā parimalavadāsvādaya ciram |
saparyāparyāptyai kanakamaṇijātaṃ sthitamidaṃ
pradīpairārārtiṃ jaladhitanayāśliṣṭa racaye || 7 ||

Hari, genieße die mit Pulver bereitete, den Mund erfrischende Betelgabe und koste liebevoll und ausgiebig die duftende süße Frucht. Zur Vollendung des Dienstes liegen hier Gold und Edelsteine. Du von der Tochter des Ozeans Umarmter, ich vollziehe mit Lichtern deine Arati.

5. Blumen, Umrundungen und Hingabe
Lege mit Pushpanjali die Blumen geistig auf Krishnas Haupt. Umrunde ihn innerlich viermal (Pradakshina). Mit Ashtanga Namaskara, Musik und der Bitte um Vollendung schließt du die Gastgaben ab.

Vers 8
vijātīyaiḥ puṣpairatisurabhibhirbilvatulasī-
yutaiścemaṃ puṣpāñjalimajita te mūrdhni nidadhe |
tava prādakṣiṇyakramaṇamaghavidhvaṃsi racitaṃ
caturvāraṃ viṣṇo janipathagateścāntaviduṣā || 8 ||

Unbesiegter, ich lege diese Handvoll verschiedenartiger, stark duftender Blumen mit Bilva und Tulasi auf dein Haupt. Vishnu, ich vollziehe vier Umrundungen, die Verfehlungen lösen, in der Einsicht, dass du das Ende des Weges wiederholter Geburt bist.

Vers 9
namaskāro'ṣṭāṅgaḥ sakaladuritadhvaṃsanapaṭuḥ
kṛtaṃ nṛtyaṃ gītaṃ stutirapi ramākānta ta iyam |
tava prītyai bhūyādahamapi ca dāsastava vibho
kṛtaṃ chidraṃ pūrṇaṃ kuru kuru namaste'stu bhagavan || 9 ||

Die Verneigung mit acht Körperteilen, die alle Verfehlungen tilgt, ist vollzogen; ebenso Tanz, Gesang und dieser Lobpreis für dich, Geliebter Ramas. Möge alles dir Freude machen. Auch ich bin dein Diener, Herr. Vollende, was unvollständig blieb. Verehrung sei dir, erhabener Herr.

6. Krishnas lebendige Gegenwart bewahren
Lass das abschließende Bild des spielenden Krishna stehen. Die Puja mündet in beständige liebevolle Erinnerung.

Vers 10
sadā sevyaḥ kṛṣṇaḥ sajalaghananīlaḥ karatale
dadhāno dadhyannaṃ tadanu navanītaṃ muralikām |
kadācitkāntānāṃ kucakalaśapatrāliracanā-
samāsaktaḥ snigdhaiḥ saha śiśuvihāraṃ viracayan || 10 ||

Krishna sei immer verehrt: dunkelblau wie eine Regenwolke, Joghurt-Reis, frische Butter und die Flöte in den Händen. Bisweilen ist er damit beschäftigt, auf den Brüsten seiner Geliebten blattförmige Muster zu malen, und mit seinen Vertrauten vollführt er die Spiele seiner Kindheit.

Abschluss und Vertiefung

Lass die Bitte um Vollendung nachwirken: Du hast die Gastfreundschaft mit dem gegeben, was innerlich möglich war. Kehre langsam zur Umgebung zurück. Als persönliche Vertiefung kannst du die nächste Mahlzeit oder Begegnung von dem Gedanken tragen lassen, dass Freude geteilt werden will – so wie Krishna im Gedicht mit seinen Freunden isst.

Devanagari-Rezitation

Die Versfolge entspricht der Durchführung; die Ziffern des Quelltextes bleiben erhalten.

हृदम्भोजे कृष्णः सजलजलदश्यामलतनुः
सरोजाक्षः स्रग्वी मकुटकटकाद्याभरणवान् ।
शरद्राकानाथप्रतिमवदनः श्रीमुरलिकां
वहन्ध्येयो गोपीगणपरिवृतः कुङ्कुमचितः ॥ १ ॥

पयोम्भोधेर्द्वीपान्मम हृदयमायाहि भगव-
न्मणिव्रातभ्राजत्कनकवरपीठं भज हरे ।
सुचिह्नौ ते पादौ यदुकुलज नेनेज्मि सुजलै-
र्गृहाणेदं दूर्वादलजलवदर्घ्यं मुररिपो ॥ २ ॥

त्वमाचामोपेन्द्र त्रिदशसरिदम्भोऽतिशिशिरं
भजस्वेमं पञ्चामृतफलरसाप्लावमघहन् ।
द्युनद्याः कालिन्द्या अपि कनककुम्भस्थितमिदं
जलं तेन स्नानं कुरु कुरु कुरुष्वाचमनकम् ॥ ३ ॥

तटिद्वर्णे वस्त्रे भज विजयकान्ताधिहरण
प्रलम्बारिभ्रातर्मृदुलमुपवीतं कुर गले ।
ललाटे पाटीरं मृगमदयुतं धारय हरे
गृहाणेदं माल्यं शतदलतुलस्यादिरचितम् ॥ ४ ॥

दशाङ्गं धूपं सद्वरद चरणाग्रेऽर्पितमिदं
मुखं दीपेनेन्दुप्रभविरजसं देव कलये ।
इमौ पाणी वाणीपतिनुत सकर्पूररजसा
विशोध्याग्रे दत्तं सलिलमिदमाचाम नृहरे ॥ ५ ॥

सदातृप्तान्नं षड्रसवदखिलव्यञ्जनयुतं
सुवर्णामत्रे गोघृतचषकयुक्ते स्थितमिदम् ।
यशोदासूनो तत्परमदययाशान सखिभिः
प्रसादं वाञ्छद्भिः सह तदनु नीरं पिब विभो ॥ ६ ॥

सचूर्णं ताम्बूलं मुखशुचिकरं भक्षय हरे
फलं स्वादु प्रीत्या परिमलवदास्वादय चिरम् ।
सपर्यापर्याप्त्यै कनकमणिजातं स्थितमिदं
प्रदीपैरारार्तिं जलधितनयाश्लिष्ट रचये ॥ ७ ॥

विजातीयैः पुष्पैरतिसुरभिभिर्बिल्वतुलसी-
युतैश्चेमं पुष्पाञ्जलिमजित ते मूर्ध्नि निदधे ।
तव प्रादक्षिण्यक्रमणमघविध्वंसि रचितं
चतुर्वारं विष्णो जनिपथगतेश्चान्तविदुषा ॥ ८ ॥

नमस्कारोऽष्टाङ्गः सकलदुरितध्वंसनपटुः
कृतं नृत्यं गीतं स्तुतिरपि रमाकान्त त इयम् ।
तव प्रीत्यै भूयादहमपि च दासस्तव विभो
कृतं छिद्रं पूर्णं कुरु कुरु नमस्तेऽस्तु भगवन् ॥ ९ ॥

सदा सेव्यः कृष्णः सजलघननीलः करतले
दधानो दध्यन्नं तदनु नवनीतं मुरलिकाम् ।
कदाचित्कान्तानां कुचकलशपत्रालिरचना-
समासक्तः स्निग्धैः सह शिशुविहारं विरचयन् ॥ १० ॥

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