Bärlapp

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Bärlapp (Lycopodium clavatum, Keulen-Bärlapp, siehe Foto), auch Drudenfuß, Hexenkraut, Gichtmoos, Schlangenmoos, Harnkraut, Krampfkraut genannt, ist eine sehr alte Pflanze, die seit etwa 300 Mio. Jahren nachgewiesen und den Gefäßsporenpflanzen zugeordnet ist. Die recht merkwürdig aussehende, moosähnliche Pflanze kriecht am Waldboden in langen, verästelten Ranken, die Nadeln haben und stachlig aussehen, sich aber weich anfühlen.

Lycopodium clavatum, der Keulen-Bärlapp

Aus den Ranken des Keulen-Bärlapp wachsen im Sommer Kolben mit gelblichem Blütenstaub, der besondere, "explosive" Eigenschaften hat. Die nach Maria Treben (Gesundheit aus der Apotheke Gottes, S. 13) radiumhaltige Pflanze verträgt kein direktes Sonnenlicht und trocknet bei Baumschlag aus. Bärlapp wächst an Nordhängen und in Höhenlagen ab 600 m.

Es gibt verschiedene Arten von Bärlapp, die in gemäßigten und in subarktischen Breiten gedeihen, aber auch in tropischen Gebirgslagen (Afrika).

Der Keulen-Bärlapp ist ein beliebtes Heilkraut (aber leicht giftig), steht unter Naturschutz und kann nur über die Apotheke besorgt werden.

Keulen-Bärlapp war schon bei den Schamanen der Steinzeit und bei den Druiden wegen seiner Effekte beliebt und soll vor bösem Zauber und dem bösen Blick schützen.

Potzblitz und Donnerwetter - Wer's richtig krachen lassen will, der greift zu Bärlapp

Wer es richtig magisch krachen lassen will, dem kann geholfen werden. Man nehme (am besten mit Augen- und Nasenschutz im Labor, wie im Video unten): Eine kleine Menge des gelben Sporenstaubs vom (Keulen-) Bärlapp und werfe ihn ins Feuer - und schon blitzt, zischt und kracht es ordentlich. Den Trick machten sich schon die Steinzeitschamanen und Druiden zunutze, die das Zauberkraut Bärlapp gern einsetzten; bis heute finden auch Feuerschlucker Verwendung dafür. Die Druiden pflückten Bärlapp in Neumondnächten mit der linken Hand (Storl, Hexenmedizin, S. 21).

Hexenszene (um 1700)

Aus Bärlapp wurden auch Amulette gefertigt, die vor üblem Zauber und dem bösen Blick schützen sollten; daher half das Kraut auch gegen Hexenschuss.

Eingesetzt wurde Bärlapp zur Wundheilung, bei Gicht, Rheuma und Krämpfen. Bärlapp gehörte auch zu den "Mutterkräutern" und förderte die Menstruation; er wurde außerdem zur Abtreibung genutzt (Rätsch, Hexenmedizin, S. 149).

Bärlapp (Lycopodium clavatum) als Heilkraut

Kräutertee.JPG

Als Heilkraut wird der Bärlapp auch heute recht vielseitig eingesetzt; Maria Treben (Gesundheit aus der Apotheke Gottes, S. 13-15) verwendet ihn klassisch als Tee bei Gicht und Rheuma, aber auch bei Verstopfung und Hämorrhoiden, bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane (Schmerzen und Verhärtungen der Hoden)und der Blase und Niere, auch zur Ausschwemmung von Nierengries. Auch bei Leberentzündungen, Leberzirrhose und bösartigen Veränderungen der Leber soll er helfen.

Der Tee wird mit nur einem TL Bärlapp zubereitet und darf mit 1/4 l Wasser nur überbrüht (nicht gekocht) werden; getrunken wird nur eine Tasse morgens nüchtern eine halbe Stunde vor dem Frühstück, außer bei Leberzirrhose und bösartigen Veränderungen der Leber, wo 2 Tassen täglich gestattet sind. Die Menge darf nicht überschritten werden, da Bärlapp leicht giftig ist.

Mit Bärlapp gefüllte Säckchen helfen nach Treben gegen Krämpfe in Füßen und Waden und gegen hohen Blutdruck, sofern er auf eine Überfunktion der Niere zurückzuführen ist; in diesem Fall legt man das Kissen auf die betroffene Niere.

Auch bei alten, tiefen und schmerzenden Narben und Verletzungen, die zu Krämpfen führen können, kann man durch ein Kissen mit Bärlapp Abhilfe schaffen.

Das Kissen wird mit getrocknetem Bärlapp gefüllt und über Nacht aufgelegt; es kann ein Jahr lang verwendet werden.

Schließlich unterstützt das Bärlappmehl (die Sporen des Bärlapp) die Heilung langwieriger Wunden; es wird fein verteilt über die Wunden gestreut.

Siehe auch

Literatur

  • Claudia Müller-Ebeling, Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, Hexenmedizin - Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst, schamanische Traditionen in Europa, 9. Aufl., Dezember 2011, At Verlag
  • Thomas Kinkele, Räucherstoffe und Räucherrituale
  • Maria Treben, Gesundheit aus der Apotheke Gottes, Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern, 93. Aufl. 2014., August 2014, Ennsthaler
  • Mannfried Pahlow, Heilpflanzen - selber sammeln und anwenden, GU Kompass, ISBN 3-7742-4244-5
  • Dieter Podlech, Heilpflanzen, Die wichtigen Heilpflanzen Europas kennenlernen und bestimmen. Mit Tips für die Anwendung zu Hause, 2. Aufl., Gräfe & Unzer

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