Schlafstörungen: Unterschied zwischen den Versionen

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Der [[Ayurveda]] betrachtet [[Schlaf]] als eine der drei Säulen des [[Leben]]s; Schlaf und Ruherhythmen sind so wichtig wie regelmäßige Mahlzeiten. Schlafstörungen als "unruhige" Erkrankung werden gern mit [[vata]]-beruhigenden Ölanwendungen behandelt; je nach Art der Schlafstörungen und Typ können auch innere Ölungen oder Einläufe geeignet sein (auch als [[Panchakarma]]-Kur).
Der [[Ayurveda]] betrachtet [[Schlaf]] als eine der drei Säulen des [[Leben]]s; Schlaf und Ruherhythmen sind so wichtig wie regelmäßige Mahlzeiten. Schlafstörungen als "unruhige" Erkrankung werden gern mit [[vata]]-beruhigenden Ölanwendungen behandelt; je nach Art der Schlafstörungen und Typ können auch innere Ölungen oder Einläufe geeignet sein (auch als [[Panchakarma]]-Kur).


Gern wird auch der Stirnguss ([[Shirodhara]]) oder auch Khadivasti auf der Stirn angewandt. Bei [[Khadivasti]] wird auf die Stirn ein Teigrand aus Kichererbsenmehl aufgebracht, der dann mit warmem Öl gefüllt wird. Das Öl muss dann einige Zeit einwirken.
Gern wird gegen Schlafstörungen auch der Stirnguss ([[Shirodhara]]) oder Khadivasti auf der Stirn eingesetzt. Bei Khadivasti wird auf die Stirn ein Teigrand aus Kichererbsenmehl aufgebracht, der dann mit warmem Öl gefüllt wird. Das Öl muss einige Zeit einwirken.


In [[Bad Meinberg]] kannst du dich von einer indischen Ayurveda-Ärztin in der [https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/die-ayurveda-oase/ Ayurveda-Oase] beraten lassen oder an [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/ayurveda/ Ayurveda-Seminaren und -Ausbildungen] teilnehmen.
In [[Bad Meinberg]] kannst du dich von einer indischen Ayurveda-Ärztin in der [https://www.yoga-vidya.de/ayurveda/die-ayurveda-oase/ Ayurveda-Oase] beraten lassen oder an [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/ayurveda/ Ayurveda-Seminaren und -Ausbildungen] teilnehmen.

Version vom 16. Juni 2014, 15:31 Uhr

Unter Schlafstörungen (zu denen die Dyssomnien, sowohl Einschlaf- wie Durchschlafstörungen, gezählt werden, aber auch seltenere Beschwerdebilder, bei denen Patienten zuviel schlafen) leidet mittlerweile ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland und in anderen westlichen Industrieländern. Schlafstörungen können durch äußere Faktoren wie zu große Helligkeit im Schlafzimmer oder auch nächtlichen Lärm oder einen unruhigen Partner ausgelöst werden, häufig sind sie aber auf emotionalen oder beruflichen Stress zurückzuführen. Auch Übergewicht und daraus folgendes Schnarchen können Schlafstörungen begünstigen - und umgekehrt, denn Schlafstörungen führen wiederum zu Übergewicht, da die nächtliche Fettverbrennung nicht richtig funktionieren kann. Schließlich können Schlafstörungen Begleiterscheinungen anderer Erkrankungen sein (sekundäre Schlafstörungen). Zu diesen Erkrankungen gehören z.B. Depressionen, posttraumatisches Belastungssyndrom, Restless-Legs-Syndrom, Schilddrüsenüberfunktionen u.a.

Yoga, Tiefenentspannung und Meditation helfen nachweislich bei Schlafstörungen

Fühlt sich die an Schlafstörungen leidende Person trotz mehrfachen nächtlichen Aufwachens am Morgen einigermaßen ausgeruht und frisch, so ist nicht von einem krankhaften Zustand auszugehen. Erst wenn die Person sich erschöpft und zerschlagen fühlt, sollte etwas unternommen werden, da Schlafstörungen wiederum andere Erkrankungen auslösen können.

Wissenschaftliche Studien zu Yoga (siehe Wissenschaftliche Studien, Punkte 7.2, 7.3, 7.7, 7.8, 7.9) und Meditation (siehe Wissenschaftliche Studien Meditation, Punkte 3.4, 5 und 6.12) belegen, dass bei Yoga, Tiefenentspannung und Meditation Stresshormone abgebaut werden, die Qualität des Schlafs sich verbessert und die Schlafphasen verlängert werden. Zugleich helfen Yoga und Meditation auch gegen die die Schlafstörungen auslösenden Erkrankungen wie Depression, posttraumatisches Belastungssyndrom, belastende Ängste usw.

Was sind Dyssomnien und Parasomnien?

Abgesehen von den in der Einleitung genannten äußeren Ursachen können Schlafstörungen auch durch Schichtarbeit (stört den Schlaf-Wach-Rhythmus), Nachtarbeit oder Fernreisen und Gewohnheiten wie spätes Kaffee- oder Teetrinken, Fernsehen kurz vor dem Schlafengehen usw. ausgelöst werden.

Gegen Schlafstörungen kann man etwas unternehmen

Die primären Schlafstörungen, die nicht durch andere Erkrankungen wie Depression, Asthma bronchiale, Inkontinenz, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Restless-Legs-Syndrom, Bluthochdruck, Juckreiz etc. und nicht durch äußere Faktoren ausgelöst werden, werden in Dyssomnien und Parasomnien unterteilt.

Bei den Dyssomnien handelt es sich um die eigentlichen Schlafstörungen (Insomnie und Hyposomnie, bei denen der Patient durch Einschlafschwierigkeiten oder gestörten Schlaf zu wenig Ruhe bekommt, und übermäßigen Schlaf (Hypersomnie), bei dem der Patient deutlich mehr schläft als andere Menschen).

Die Parasomnien sind dagegen den Schlaf beeinträchtigende Schlafstörungen wie Schlafwandeln (Somnambulismus), Albträume und nächtliche Angstattacken (Pavor nocturnus). Albträume konzentrieren sich meist auf das letzte Drittel der Nacht, während nächtliche Angstattacken eher im ersten Drittel auftreten. An Albträume kann man sich auch erinnern, während der Grund für eine Angstattacke,durch die man nachts erwacht, nach dem Aufwachen nicht mehr präsent ist.

Symptome

Menschen mit Schlafstörungen sind nicht nur müde und abgeschlagen und haben ein geschwächtes Immunsystem, sie leiden auch unter Konzentrationsstörungen und geringerer Leistungsfähigkeit, was sich negativ auf ihre Arbeit auswirken kann. Sie sind oft gereizt, was zur Verschlechterung sozialer Beziehungen führt. Menschen mit Schlafstörungen werden auch öfter in Verkehrsunfälle verwickelt als andere.

Diagnostik

Der Patient sollte genau zu möglichen Erkrankungen und äußeren Faktoren wie Lärm, Stress oder Angewohnheiten (z.B. zuviel Kaffee), die Schlafstörungen auslösen können, befragt werden. Auch auf Anzeichen für eine Depression oder andere psychische Störungen ist zu achten.

Liegen hier keine Erkrankungen oder äußere Faktoren vor, dann sollte man den Schlafstörungen anhand des Schlafverhaltens des Patienten (durch nächtliche Beobachtung, Schlaflabor) auf den Grund gehen; auch die Befragung der Partner kann Aufschluss geben.

Therapie

Äußere Faktoren

  • Zunächst einmal sollte sichergestellt werden, dass das Schlafzimmer hinreichend abgedunkelt ist - sonst wird man im Sommer bei Sonnenaufgang wach. Unterwegs kann zur Not auch eine Augenbinde helfen.
  • Lärm: Sofern sich der die Schlafstörungen auslösende Lärm nicht abstellen lässt, helfen Ohrstöpsel; bei unruhigem oder schnarchendem Partner auch getrennte Schlafzimmer. Lärmstörungen durch den Partner schüren ansonsten nur Aggressionen, die der Beziehung mehr schaden als getrennte Schlafzimmer.
  • Das Schlafzimmer sollte gut belüftet sein, die Heizung auch im Winter möglichst abgestellt. 18°C gelten als ideal.
  • Fernsehen direkt vor dem Schlafengehen ist nicht gut, da das Gehirn das Gesehene noch verarbeitet; es sollte mindestens eine Stunde Pause dazwischen liegen. Auch anstrengende geistige Arbeiten vor dem Schlafengehen sind ungeeignet, das Gehirn läuft dann noch auf Hochtouren und braucht eine gewisse Zeit zum Abschalten.
  • Schwere Decken werden auch im Schlaf als "drückend" empfunden; auch falsche Matratzen können Schlafstörungen verursachen.
  • Schichtarbeit und Nachtarbeit, die den Biorhythmus durcheinander bringen, sind oft Ursache für Schlafstörungen; heute wird z.T. das verschreibungspflichtige, körpereigene Hormon Melatonin verabreicht, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Die Wirkung des Hormons ist aber umstritten; es werden ihm zwar antioxidative Eigenschaften nachgesagt, aber der wissenschaftliche Beleg steht noch aus und wie immer ist bei der Anwendung und Dosierung von Hormonen Vorsicht geboten.

Stressabbau, Schlafhygiene

  • Yoga, Tiefenentspannung und Meditation sorgen nachhaltig für Stressabbau und sind daher wirksam bei Schlafstörungen - das haben mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt (siehe Einleitung oben). Zugleich werden dabei auch Glückshormone ausgeschüttet, die das Immunsystem stärken. Yoga und Meditation helfen auch bei Depressionen und Ängsten, die oft die Wurzel der Schlafstörungen sind. Auch yogische Atemtechniken (Pranayama) wie die Wechselatmung (Anuloma Viloma), die Bienenatmung (Brahmari) und Chandra Bheda wirken beruhigend und entspannend. Generell sollte darauf geachtet werden, dass man sich die Bauchatmung angewöhnt und bei Stress nicht flach in den Brustkorb atmet.
  • Bewegung an der frischen Luft, ein Spaziergang nach der Arbeit oder vor dem Schlafengehen fördern ebenfalls das Loslassen - Arbeitsprobleme oder Beziehungsprobleme sollte man möglichst nicht mit ins Schlafzimmer nehmen.
  • Nicht jeder Mensch muss krampfhaft versuchen, 8 Stunden zu schafen; das Schlafbedürfnis variiert von Mensch zu Mensch. Durch Notizen kann man herausfinden, nach wieviel Stunden Schlaf man sich erholt fühlt. Auch zuviel Schlaf kann müde und schlapp machen; im Alter nimmt das Schlafbedürfnis ohnehin ab.
  • Wer partout nicht einschlafen kann, sollte die Zeit nutzen, um zu lesen, Musik zu hören oder andere einfache Dinge zu erledigen, anstatt sich im Bett zu ärgern und damit seinen Blutdruck immer mehr in die Höhe zu treiben.
  • Abendliche Rituale, zum Beispiel eine kurze Meditation, eine Tasse Kräuertee und ein paar Seiten Lektüre in einem schönen Buch fördern das Einschlafen. Es ist auch hilfreich gegen Schlafstörungen, sich möglichst immer zur gleichen Zeit zu Bett zu begeben - man wird nach einiger Zeit dann von selbst zu der genannten Uhrzeit müde.
  • Vor dem Schlafengehen sollten keine anregenden Substanzen wie Tee oder Kaffee, kein Alkohol und keine üppigen Mahlzeiten konsumiert werden - auch Alkohol kann Schlafstörungen verursachen, er stört insbesondere die wichtigen Tiefschlafphasen.
  • Übergewicht kann Schlafstörungen (Bluthochdruck, Schnarchen) fördern; hier kann eine Gewichtsreduktion auch zu einer deutlichen Verringerung der Schlafstörungen führen.
  • Menschen mit Schlafstörungen sollten sich nicht zum Grübeln ins Bett legen, sondern nur zum Schlafen; dann kann das Gehirn eine Verbindung zwischen Bett und Schlaf herstellen. Eine Möglichkeit ist, Probleme tagsüber in ein Tagebuch zu schreiben, damit man sich nachts nicht damit beschäftigt, oder mit einem lieben Menschen ein Gespräch zu führen.

Video: Sanfte Yogastunde

Erkrankungen

Nachtmahr (von Johann Heinrich Füssli, 1802)

Schlafstörungen können durch psychologische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Schizophrenie usw. ausgelöst werden, aber auch durch neurologische Erkrankungen wie das Restless-Legs-Sydrom, durch Erkrankungen wie Asthma und Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion, Juckreiz, durch die Nebenwirkungen mancher Medikamente und Medikamentenmissbrauch, durch Eisenmangel, nächtliches Zähneknirschen u.v.a. Hier wird es möglich sein, durch die Behandlung der ursächlichen Erkrankungen auch die Schlafstörungen abzustellen oder zu verringern.

Bei den Schlafstörungen, die als Parasomnien bezeichnet werden, gilt: Auch Schnarchen sollte (und die schädliche Schlafapnoe muss) behandelt werden (siehe Schnarchen). Bei starken und häufigen Albträumen empfiehlt sich das Führen eines Traumtagebuchs und ggf. der Besuch beim Psychologen. Psychologen haben verschiedene Ansätze zur Behandlung von Schlafstörungen und experimentieren derzeit auch mit dem sogenannten Klarträumen oder luziden Träumen, das auch von Yogis und im Buddhismus praktiziert wird. Hier erlernt man eine Methode, über den Traum die Kontrolle zu gewinnen und ihn zu steuern.

Andere Möglichkeiten sind die Konfrontation mit Albträumen und die Veränderung des Inhalts, die am Tag geübt wird, etc.

Gegen das Schlafwandeln (Somnambulismus) gibt es leider keine bewährte Therapie, auch wenn gelegentlich Psychotherapie und Psychopharmaka diskutiert werden. Schlafwandeln in der Pubertät verschwindet meist nach der Pubertät von selbst.

Hausmittel

Bei Schlafstörungen helfen sehr gut:

  • Baldrianwurzel- und Hopfenzapfentees;
  • zur Beruhigung auch Melissentee, Kamillentee, bei Depressionen Johanniskraut (es kann einige Wochen dauern, bis die Wirkung eintritt; aber Vorsicht mit Sonne, da Johanniskraut Lichtempfindlichkeit auslöst);
  • Kräuterkissen fürs Bett, z.B. mit einer Mischung aus Kamille, Melisse, Lavendel, Minze, Thymian, Anis;
  • ein warmes Bad vor dem Zubettgehen. Beim Einschlafen muss die Körperkerntemperatur sinken, das gelingt besser, wenn sie zuvor durch ein heißes Bad erhöht wurde, siehe Video oben (nicht anwenden bei Krampfadern);
  • Wassertreten nach Kneipp mit kaltem Wasser, das die Durchblutung fördert;
  • Elektrogeräte aus dem Schlafzimmer verbannen, damit kein Elektrosmog entsteht;
  • Datteln (regen die Melatoninbildung an, aber Vorsicht bei Übergewicht).
Kräutertee.jpg

Weitere, von Swami Sivananda gegen Schlafstörungen empfohlene Hausmittel unter Krankheit, Abschnitt Schlaflosigkeit.

Ayurveda

Der Ayurveda betrachtet Schlaf als eine der drei Säulen des Lebens; Schlaf und Ruherhythmen sind so wichtig wie regelmäßige Mahlzeiten. Schlafstörungen als "unruhige" Erkrankung werden gern mit vata-beruhigenden Ölanwendungen behandelt; je nach Art der Schlafstörungen und Typ können auch innere Ölungen oder Einläufe geeignet sein (auch als Panchakarma-Kur).

Gern wird gegen Schlafstörungen auch der Stirnguss (Shirodhara) oder Khadivasti auf der Stirn eingesetzt. Bei Khadivasti wird auf die Stirn ein Teigrand aus Kichererbsenmehl aufgebracht, der dann mit warmem Öl gefüllt wird. Das Öl muss einige Zeit einwirken.

In Bad Meinberg kannst du dich von einer indischen Ayurveda-Ärztin in der Ayurveda-Oase beraten lassen oder an Ayurveda-Seminaren und -Ausbildungen teilnehmen.

Ayurveda-Oase Bad Meinberg

Allopathie und neue Ansätze

Auch Schulmediziner raten heute nur in besonderen Fällen zum Gebrauch von Schlafmitteln. Der Grund dafür ist, dass klassische Schlafmittel die Tiefschlafphasen beeinträchtigen; der Patient schläft zwar, doch die Tiefschlafphasen sind kürzer. Der Körper kann sich nicht ausreichend erholen, manche Prozesse können nicht verarbeitet werden. Dadurch verkürzen Schlafmittel die Lebenserwartung des Patienten.

Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass neue Methoden Erfolg haben können. Dazu gehören der Infraschall, niedere Frequenzen, die bestimmte Gehirnwellen nachahmen und zur Beruhigung führen, und die Lichttherapie (siehe Video ganz oben). Wer am Tag genug Licht bekommt, dessen Schlaf-Wach-Rhythmus ist klar geregelt. Diese Theorie wurde in Kliniken schon mit Erfolg in die Praxis umgesetzt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Seminare

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