Rheuma

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Mit "Rheuma“ wird eine Vielzahl von Beschwerdebilder und Krankheiten mit Schmerzen und Funktionseinschränkungen am Bewegungssystem bezeichnet. Gelenke, Wirbelsäule, Knochen, Muskeln und Sehnen können betroffen sein. Arthritis, Arthrose, Gicht oder Osteoporose sind Krankheitsbilder, die der Begriff Rheuma umfasst.

Der komplette Bewegungsapparat kann von Rheuma betroffen sein, so auch die Wirbelsäule

Der Begriff Rheuma kommt von dem griechischen Wort "rheo" ("ich fließe") und kann im Zusammenhang mit Rheuma als "ziehende Schmerzen" übersetzt werden. [1]

Unterschiedliche Krankheitsbilder

Rheuma ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von entzündlichen Krankheiten, die mit Schmerzen an Gelenken, Muskeln etc. einhergehen.

So gibt es Gelenk- und Wirbelsäulenveränderungen degenerativer Art. Die Arthrose ist ein Beispiel dafür. Arthrose ist eine Gelenkkrankheit, die durch Schäden am Knorpel und an anderen Gelenkstrukturen entsteht. Es kann sich bei Rheuma auch um die Manifestation von Stoffwechselerkrankungen handeln, z.B. Gicht. Bei der Gicht ist die Harnsäurekonzentration erhöht, was zu Kristallbildung in den Geweben und folglich zu Entzündungen führt. In den meisten Fällen spricht man im Volksmund über Rheuma, wenn Rheumatoide Arthritis (RA) gemeint ist. Dies ist eine entzündlich- rheumatische Krankheit. [1]

Ursachen und Behandlung

In folgendem wird untersucht, welche Ursachen Arthritis hat, die meistens im Volksmund als Rheuma bezeichnet wird. Die Ursachen anderer rheumatischer Erkrankungen haben Parallelen.

Arthritis ist eine entzündliche, schubweise verlaufende Gelenkerkrankung. Oft befällt sie Finger- und Fußgelenke und bringt neben starken Schmerzen auch einen Bündel anderer Symptome wie Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit mit sich. Arthritis gilt schulmedizinisch als eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Entzündung und diese wiederum zur Gelenkzerstörung führt. Eine weitere These ist die, dass ein onkologischer Prozess stattfindet. Keine dieser Thesen ist widerspruchsfrei belegt [2]. Deswegen greifen die Schulmediziner oft darauf zurück, dass die Ursachen von Arthritis weitestgehend unbekannt sind und Erbfaktoren eine wichtige Rolle spielen.

Die medikamentöse Behandlung, z.B. mit Schmerzmitteln, hat wenige Erfolge zu verzeichnen. Sie betäuben den Schmerz und bekämpfen nicht die Symptome. Stattdessen haben sie oft unangenehme Nebenwirkungen, z.B. Magen- und Nierenschäden (so Paracetamol und Diclofenac, Medikamente, die oft verabreicht werden). Auch Basistherapeutika (Chemotherapie) werden gelegentlich verabreicht, welche das Immunsystem des Körpers unterdrücken und für zahlreiche, gravierende Nebenwirkungen sorgen.

Eine Fasten - Kur sorgt oft innerhalb weniger Tage für eine signifikante Linderung des Schmerzes. Danach kommen die Schmerzen oft wieder. Schulmediziner gehen davon aus, dass Fasten deswegen keine langfristige Lösung ist. Doch beim Fasten führt man ja auch genau die Stoffe, die dem Körper schaden, nicht zu sich. Deswegen ist eine Ernährungsumstellung der wichtigste Therapieansatz für Arthritis. Hier die wichtigsten Faktoren, die eine Arthritis entstehen lassen oder sie begünstigen [2]:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Bei schätzungsweise 10 Prozent der Betroffenen kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit an der Entstehung der Arthritis mitbeteiligt sein. Deswegen empfiehlt es sich für jeden, vor allem Getreide- und Milcheiweiße zu meiden, was für viele Menschen unverträglich ist.
  • Chronische Übersäuerung: Ungesunde Nahrung hat zur Folge, dass bei ihrer Verstoffwechslung Säuren entstehen. Diese gelangen vom Darm ins Blut. Da das Blut unbedingt einen bestimmten, leicht basischen pH-Wert aufrechterhalten muss, werden die Säuren ins Bindegewebe (Fasziengewebe) abtransportiert und zwischengelagert. Wenn regelmäßig Säuren im Körper antreffen, kann dieser Säureüberschuss nicht abgebaut werden- die Faszien verkleben. Die Zellen können so nicht optimal mit lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt werden und nicht entgiften. Der Stoffwechsel ist verlangsamt, die Ausscheidungsorgane überlastet (Leber, Nieren) und das Immunsystem kann nicht optimal funktionieren. So können Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunerkrankungen und Entzündungen entstehen.
  • Darmgesundheit: Es besteht ein Zusammenhang zwischen Gelenkgesundheit und Darmgesundheit. Wenn die Darmflora gestört ist- zum Beispiel durch ungesunde Ernährung und/oder Medikamente-, kann die Darmschleimhaut in vielen Fällen nicht mehr ihre Aufgabe als Schutzbarriere übernehmen. Schadstoffe gelangen nun ungehindert in das Blut und können Allergien und akute Entzündungen auslösen.
  • Zuckerreiche Ernährungsweise: Zucker sorgt für einen steigenden Insulinspiegel. Der Insulinspiegel wiederum aktiviert einen entzündungsförderlichen Prozess. Deswegen kann Zucker die Entstehung von Arthritis begünstigen und Schübe auch akut verschlimmern.
  • Falsche Fette: Zu hohe Mengen an Ölen mit Omega-6-Fettsäuren (in den meisten herkömmlichen Ölen) und kaum Omega-3-Fettsäuren (Leinsaat, Hanföl) fördern die Entzündungsneigungen des Körpers.
  • Antioxidantien-Mangel: Antioxidantien könnten Gelenke sehr zielgerichtet vor freien Radikalen schützen. Sie unterstützen das Immunsystem und bewahren es davor, sich in Form einer Autoimmunreaktion selbst anzugreifen. Eine Ernährungsweise, die auf Back- und Teigwaren basiert, Milchprodukten etc. basiert, liefert dem Körper nicht die nötige Nährstoffmenge.
  • Stress und andere emotionale Belastungen: Stress kann entzündungsfördernde Botenstoffe auslösen. Auch Störungen im weiblichen Hormonzyklus können Arthritis verursachen.
  • Schilddrüsenprobleme: Schilddrüsenhormone regulieren u.a. die Aktivitäten der Körperzellen. Zu wenig oder zu viel Aktivität in der Schilddrüse führt zum Knorpelabbau und so durch Gelenkschäden. Störungen der Schilddrüse können u.a. durch die Zwangsjodierung von Salz erscheinen.
  • Magnesiummangel: Magnesium wird benötigt, um Calcium in die Knochen einzubauen und somit die Knochendichte zu fördern. Geschieht dies nicht, kann das Knorpelgewebe nicht gestärkt werden, was die Entstehung von Arthritis fördert.
  • Mangelhafte Zahngesundheit: Bakterien aus entzündlichen Zahnherden gelangen über die Blutbahn in andere Organe, so auch in die Gelenke. Dies fördert einen Entzündungsprozess dort. Auch Parodontitis (Zahnfleischentzündung) erhöht das Risiko für Arthritis.

Tipps für eine Rheuma – Therapie

Stressreduktion durch Yoga - so vielleicht nicht

Hier knapp zusammengefasst, welche Maßnahmen bei einer Arthritiserkrankung und speziell bei einem akuten Schub ergreifen kann [2]:

  • Ernährungsumstellung (basisch, naturbelassen, vitalstoffreich, vegan - vegetarisch)- weg von Milchprodukten, Fleisch- und Wurstwaren, Zucker, herkömmlichen Teig- und Backwaren etc.
  • Genussgifte (Nikotin, Alkohol, Kaffee…) meiden und Medikamente, soweit möglich, absetzen
  • Körper entsäuern, Darm reinigen, Leber und Nieren stärken
  • Einige Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Magnesium) können helfen
  • Ärztliche Überprüfung von Risikofaktoren, wie Schilddrüsengesundheit , Hormonstatus, Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Swami Sivananda über Rheuma

Auszug aus dem Buch "Practice of Nature Cure" (1951) von Swami Sivananda, S.229-230. Divine Life Society

Rheuma bezeichnet Zustände, die mit Schmerzen in den Gelenken und Gliedern in Verbindung stehen. Das die Gelenke betreffende Rheuma ist als Arthritis bekannt. Das die Muskeln betreffende Rheuma ist als Myalgie oder Muskelrheuma bekannt.

Es gibt akutes Rheuma, eine Form mit hohem Fieber und chronisches Rheuma, das fast immer da ist, mehr oder weniger. Gonorrhoe kann auch zu Gelenkrheuma führen. Hexenschuss, Ischias, Arthrose und Gicht sind Formen von Rheuma. Kälte, falsche Ernährung und schlechter Lebensstil sind die Ursachen. Bei rheumatischem Fieber sind eines oder mehrere Gelenke steif oder schmerzen. Normalerweise sind größere Gelenke wie Knie, Handgelenk, Fußgelenk oder Schulter betroffen. Der Patient liegt hilflos im Bett. Die betroffenen Stellen sind rot, geschwollen, heiß und sehr weich. Die häufigste und gefährlichste Komplikation ist eine Herzerkrankung.

Der Patient sollte mit warmen Decken gut zugedeckt werden. Er sollte ein Flanellhemd tragen und jegliche Bewegung vermeiden. Ein kurzes Fasten von 3 bis 4 Tagen ist gut. Nimm Milch[3], Glukose und Obstsaft zu dir. Verzichte auf Fleisch, Zucker, Frittiertes, Eingelegtes, Soßen, starke Gewürze, Kartoffeln, Kürbis und alle Beerensorten.

Nimm Gemüsebrühe, Obst und Milch[3] zu dir. Trinke viel. Trink Gerstenwasser. Mache einen Warmwasser-Einlauf. Vermeide Nässe und Kälte. Lass dich massieren, vor allem die Gelenke.

Bade die betroffenen Gelenke, zweimal täglich, in heißem Wasser. Mache Umschläge. Nimm ein türkisches Bad oder ein gewöhnliches heißes Bad. Massiere die betroffenen Stellen mit Zitronensaft und Sesamöl (in gleicher Menge).

Wickle die Stellen in warme Baumwolle. Schütze vor allem das Herz. Wenn sich der Allgemeinzustand bessert, kannst du beginnen, sanfte Übungen zu machen, um die Steifheit zu beseitigen. Der Patient sollte mindestens vier Wochen im Bett bleiben. Wenn das Herz betroffen ist, dann sollte er drei Monate im Bett bleiben.

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Was ist Rheuma?
  2. 2,0 2,1 2,2 Zentrum der gesundheit: Arthritis
  3. 3,0 3,1 A.d.R.: Aufgrund der Massenproduktion von Milch und der Ergebnisse der China Study kann Milch heute nicht mehr wirklich empfohlen werden

Siehe auch

Weblinks

Literatur

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