Vaisheshika

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Vaisheshika (Sanskrit: वैशेषिक vaiśeṣika adj., m. u. n.) besonders, spezifisch, eigentümlich; vorzüglich, hervorragend; ein Angehöriger des Vaiśeṣika genannten philosophischen Systems; eines der sechs klassischen Systeme der indischen Philosophie (Shaddarshana)

Vaisheshika ist eine Naturphilosophie ähnlich der Naturphilosophie der griechischen Antike. Hier bestand durch Alexander dem Großen ein Austausch beider Kulturen.

Das Vaiśeṣika, als dessen Begründer Kanada gilt, ist eine naturphilosophische Lehre zur Erfassung der natürlichen (materiellen) Phänomene, ähnlich den Naturwissenschaften der westlichen Traditionen. Es hat sich in den ersten vorchristlichen Jahrhunderten bis etwa 700 n. Chr. herausgebildet.

Die Schriften (vgl. das Vaisheshikasutra des Kanada) befassen sich mit materiellen Phänomenen und betrachten auch die Seele und Energieströme aus diesem Blickwinkel. Im Vordergund stehen logisch-naturwissenschaftliche und materialistische Lehren. Das Universum wird als Zusammenspiel von Atomen (Anu), Kräften, Naturgesetzen und Energien (Shakti) gesehen. Das Vaiśeṣika enthält grundlegende Kategorien des Erkennens, um zu einer geordneten Wahrnehmung des Kosmos zu gelangen. Ziel des Lebens: Vergnügen und Achtsamkeit gegenüber den Rechten und Bedürfnissen der Um- und Mitwelt.

Sukadev über Vaisheshika

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Vaisheshika

Vaisheshika ist eines der sechs Darshanas, der Shat Darshanas, der sechs klassischen indischen Philosophiesysteme, die man auch als Weltanschauungssysteme bezeichnen kann. Vaisheshika, das Sanskrit-Wort, heißt wörtlich "sich auf Unterschiede beziehen". Eben im Unterschied zu Vedanta, Vedanta ist die Philosophie der Einheit, Advaita – "nicht Zweiheit", "Monismus" – "absolute Einheit". Oder auch Yoga, im Yoga geht es auch um Einheit, Yoga heißt ja auch "verbinden", heißt auch "Einheit". Und Vaisheshika heißt erstmal, sich auf Unterschiede beziehen und trennen. Vaisheshika ist auch eine Art Naturphilosophie. Vaisheshika versucht, die materielle Welt zu sehen und die materielle Welt zu verstehen, die Naturgesetze der materiellen Welt herauszufinden und dem Menschen zu empfehlen, wie er innerhalb dieser Welt ein ethisches und glückliches Leben führen kann, wie auch eine Gesellschaft florieren kann, wie Wirtschaft gut funktionieren kann, wie Menschen miteinander gut auskommen.

Also, Vaisheshika, eine diesseits orientierte Philosophie. Vaisheshika, eine der sechs Darshanas, eine der sechs großen klassischen indischen Philosophiesysteme. Es wird auch als orthodoxes Philosophiesystem benannt, weil es sich auf die Autorität der Veden bezieht. Übrigens, die anderen der sechs Philosophiesysteme heißen: Purva Mimamsa, die ursprüngliche Betrachtung. Dann Nyaya, das Logiksystem. Sankhya, das Klassifikationssystem, das alles als Purusha- und Prakriti-Zusammenspiel ansieht. Yoga, im Sinne von Raja Yoga von Patanjali. Und Uttara Mimamsa, Vedanta.

Mehr über Vaisheshika und alle anderen indischen Philosophiesysteme, auf www.yoga-vidya.de. Dort findest du ein Suchfeld, dort kannst du „Darshana“ eingeben und so findest du einen Überblick über alle indischen Philosophiesysteme und du findest dann auch Links, wie du unter anderem mehr über Vaisheshika erfahren kannst.

Einführung

Stille Bewunderung für Kanada Rishi, den Begründer des Vaisheshika-Philosophiesystems. Rishi Kanada ist auch unter den Namen Aulukya und Kasyapa bekannt.

Die Vaiseshika-Philosophie borgt ihren Namen von Vishesha oder Genauigkeit, die eine charakteristische Differenzierung der Dinge ist. Die Aphorismen von Kanada enthalten die Essenz der Vaisheshika-Philosophie. Das grundlegende Thema, das darin behandelt wird, ist Vishesha, eine der sechs Padarthas oder Kategorien, die vom Begründer aufgezählt werden.

Nyaya und Vaisheshika

Vaiseshika und Nyaya stimmen in ihren essenziellen Prinzipien überein, wie die Natur mit den Qualitäten des Selbst und der atomaren Theorie des Universums. Vaisheshika ist ein Anhang von Nyaya. Das Vaisheshika-System hat, als sein Hauptziel, die Analyse von Erfahrung. Es beginnt damit, die Anfragen in Kategorien (Padarthas) einzuordnen, z.B. Aufzählen bestimmter Haupteigenschaften oder Attribute, die über existierende Dinge gesagt werden können. Es formuliert grundlegende Ideen, die auf bekannte Dinge zutreffen, ob durch Sinne oder Schlussfolgerung oder durch Autorität.

Die Sinnsprüche von Kanada

Kanadas Werk umfasst zehn Kapitel. Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der gesamten Gruppe von Padarthas oder Aussagen. Im zweiten Kapitel ermittelt Kanada Substanz. Im dritten Kapitel beschreibt er die Seele und den inneren Sinn. Im vierten Kapitel erörtert er den Körper und seine Bausteine. Im fünften Kapitel erklärt er Karma oder Handlung. Im sechsten Kapitel betrachtet er Dharma oder Tugend im Einklang mit den Schriften. Im siebten Kapitel beschreibt er Eigenschaften und Samavaya (Co-Anhaftung oder Kombination). Im achten Kapitel ermittelt er die Manifestation von Wissen, seine Quelle und so weiter. Im neunten Kapitel beschreibt er das spezielle oder konkrete Verständnis. Und im zehnten Kapitel beschreibt er die Unterschiede der Eigenschaften der Seele. Am Anfang zählt er Padarthas (Substanzen) auf. Dann folgt eine Definition. Dann eine Untersuchung oder Demonstration.

Dieses System befasst sich hauptsächlich mit der Bestimmung der Padarthas und doch eröffnet Kanada das Thema mit einer Nachforschung über Dharma, weil Dharma die Wurzel des Wissens und die Essenz der Padarthas ist. Das erste Sutra lautet:

Yatobhyudayanihsreyasa siddhih sa dharmah
Dharma ist das, was das höchste Gut oder Moksha verherrlicht und erhöht (das Ende des Schmerzes).

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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