Interesselosigkeit

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Interesselosigkeit - Wortursprung, Synonyme, Antonyme. Interesselosigkeit ist ein Zustand von mangelndem Interesse. Interesselosigkeit wird auch als Desinteresse, als Gleichgültigkeit, bezeichnet. Das Wort Interesse kommt vom Lateinischen interesse, welches unter anderem mit dazwischen sein, gegenwärtig sein, bedeutet. Interesselosigkeit bedeutet dann, dass man teilnahmslos ist. Es gibt eine zweite Bedeutung des Begriffs Interesselosigkeit, die sich aus dem englischen disinterested herleitet: Hier bedeutet Interesselosigkeit, dass man kein eigenes Interesse an etwas hat, also neutral, unparteiisch urteilen kann. So kann Interesselosigkeit tamasig, also dumpf und träge sein, oder auch sattwig, also uneigennützig, leuchtend.

Lachen ist die beste Medizin, manchmal auch hilfreich bei Interesselosigkeit

Interesselosigkeit als Sprungbrett spirituellen Wachstums

Aus einem Vortrag von Sukadev Bretz

Traurige depressive Frau am Fenster.jpg

Interesselosigkeit kann Weiterentwicklung bedeuten

Interesselosigkeit wird ja meistens als nicht so positiv angesehen. Interesselosigkeit kann heißen, dass du kein Interesse an etwas hast. Natürlich will der Mensch gerne Interesse an etwas haben. Und natürlich ist es schön, interessiert zu sein. Aber es kann auch mal sein, dass du plötzlich das Interesse an allem möglichen verlierst. Was kannst du dann tun, wie könntest du wieder neues Interesse gewinnen?

Zunächst einmal kannst du sagen, Interesselosigkeit kann ein Sprungbrett sein für spirituelles Wachstum. Du kannst vielleicht feststellen: Was mich bisher interessiert hat, interessiert mich nicht mehr so. Und es hat auch Vorteile, wenn mich das was mich bisher interessiert hat, nicht mehr so interessiert. Es ist auch etwas Gutes. Interesselosigkeit ist nicht nur schlecht. Interesselosigkeit ist auch gut.

Warum kann Interesselosigkeit gut sein?

Warum ist Interesselosigkeit auch gut? Im Yoga spricht man von Vairagya, Viveka, Mumukshutva – das sind drei wichtige Eigenschaften eines Aspiranten.

Vairagya

Vairagya ist unter anderem die Überzeugung, dass äußerer Erfolg einen nicht dauerhaft glücklich macht. Wenn du also Vairagya besitzt, dann weißt du, äußerer Erfolg macht mich nicht dauerhaft glücklich. Und das zu wissen ist etwas Gutes.

Mumukshutva

Wie gehst du jetzt damit um, damit du weiter kommst und nicht in eine Depression stürzt? Die nächste Sache ist, du überlegst: Was ist es wert? Gibt es eine höhere Wirklichkeit? Wenn du weniger Interesse hast an der äußeren Welt und an äußerem Erfolg, dann suchst du vielleicht nach einem tieferen Erfolg. Und dann kommt die Sehnsucht nach etwas Höherem, nach etwas Wichtigerem – das nennt sich Mumukshutva.

Viveka

Und die dritte wichtige Eigenschaft ist Viveka. Viveka ist die Unterscheidung: Was hilft mir zu dieser höheren Wirklichkeit hinzukommen? Was hilft mir zu vermeiden, in dieser engen Sache stecken zu bleiben? Daher ist Viveka – Unterscheidung – wichtig.

Zunächst ist Vairagya hilfreich: Interesselosigkeit an Begrenztem. Das kann ein wirklich wichtiges Sprungbrett sein, aber es muss ergänzt sein durch Mumukshutva, das intensive Verlangen nach etwas Höherem. Dann folgt Viveka, die Überlegung: Wie komme ich dort hin?

Interesselosigkeit, Burnout und Depressivität als Zeichen eines Aspiranten

Ich meine ja, dass viele Menschen, die als depressiv oder auch Burnout-gefährdet gelten, eigentlich spirituelle Aspiranten sind. Wenn Psychologen und auch Lebensberater mehr die spirituelle Dimension mit einbeziehen würden, würden sie feststellen: So viele Menschen haben keine psychische Störung, sie sind auch nicht psychisch krank – sie sind spirituelle Aspiranten. Depressivität und Interesselosigkeit kann oft ein Zeichen sein, dass man dabei ist, eine neue Ebene spirituellen Wachstums zu betreten oder dass das spirituelle Erwachen kurz bevorsteht.

Das waren ein paar Gedanken zum Thema "Interesselosigkeit als Sprungbrett spirituellen Wachstums".

Umgang mit Interesselosigkeit Anderer

Vielleicht hast du irgend ein Projekt, das du umsetzen willst und du beklagst dich darüber, das andere so interesselos sind. Was kannst du tun? Du kannst jetzt anderen nicht sagen: du musst Interesse zeigen. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Das eine ist, du müsstest selbst mal sagen warum das was zu tun ist, wichtig ist. Im Grunde genommen kann man immer sagen, Menschen müssen wissen, was wird gemacht und wozu wird es gemacht. Und meistens dann auch: und was habe ich davon. Wenn du also über ein Projekt sprichst, denke nicht nur an dich selbst und sprich nicht nur über das Projekt im Allgemeinen, sondern Menschen wollen wissen, wie passt das ins große Ganze und was hat jeder einzelne damit zu tun. Was muss jeder einzelne tun, wie betrifft es jeden einzelnen und was hat jeder einzelne davon und was ist das gemeinsame Anliegen.

Es liegt also an dir Projekte so zu beschreiben, das es das Interesse der anderen gewinnt. Eine weitere Möglichkeit ist auch jeden mit ein zu beziehen. Wenn jeder einen Vorschlag einbringen kann und du dabei schaust, das die Vorschläge auch berücksichtigt werden und alle wissen, dass sie an einem Strang ziehen, dann haben Menschen auch mehr Interesse. Aber es sollte keine wilde Diskussion sein über die Ziele, obgleich auch eine solche Diskussion mal hilfreich sein kann. Es ist aber erst mal gut, sich bewusst zu machen: Das ist das Ziel und das ist das Anliegen, so betrifft es jeden einzelnen. Und dann fragt man, was denkt jeder einzene, wie man das Projekt gut voran bringen kann. Wenn jeder eine Idee eingebracht hat und jeder beteiligt ist, dann ist auch das Interesse da.

Interesselosigkeit in Beziehung zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen

Interesselosigkeit gehört zur Gruppe der Persönlichkeitsmerkmale, Schattenseiten, Laster und Tugenden. Um dieses Charaktermerkmal besser zu verstehen, wollen wir es in Beziehung setzen mit anderen:

Synonyme Interesselosigkeit - ähnliche Eigenschaften

Synonyme Interesselosigkeit sind zum Beispiel Abgestumpftheit, Apathie, Lethargie, Teilnahmslosigkeit, Desinteresse, .

Man kann die Synonyme in zwei Gruppen einteilen, solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation:

Synonyme mit negativer Konnotation

Synonyme, die gemeinhin als negativ gedeutet werden, sind zum Beispiel

Antonyme Interesselosigkeit - Gegenteile

Antonyme sind Gegenteile. Antonyme, also Gegenteile, von Interesselosigkeit sind zum Beispiel Interesse, Anteilnahme, Herzlichkeit, Stalking . Man kann auch die Antonyme, die Gegenteile, einteilen in solche mit positiver Konnotation und solche mit negativer Konnotation.

Antonyme mit positiver Konnotation

Antonyme, also Gegenteile, zu einem Laster, einer Schattenseite, einer negativen Persönlichkeitseigenschaft, werden gemeinhin als Gegenpol interpretiert. Diese kann man kultivieren, um das Laster, die Schattenseite zu überwinden. Hier also einige Gegenpole zu Interesselosigkeit, die eine positive Konnotation haben:

Antonyme mit negativer Konnotation

Nicht immer ist das Gegenteil einer Schattenseite, eines Lasters, gleich positiv. Hier einige Beispiele von Antonymen zu Interesselosigkeit, die aber auch nicht als so vorteilhaft angesehen werden:

Eigenschaften im Alphabet davor oder danach

Hier einige Eigenschaften, die im Alphabet vor oder nach Interesselosigkeit stehen:

Eigenschaftsgruppe

Interesselosigkeit kann gezählt werden zu folgenden beiden Eigenschaftsgruppen:

Verwandte Wörter

Verwandte Wörter zu Interesselosigkeit sind zum Beispiel das Adjektiv interesselos, das Verb interessieren, sowie das Substantiv Interessenloser.

Wer Interesselosigkeit hat, der ist interesselos beziehungsweise ein Interessenloser.

Siehe auch

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