Kathashruti Upanishad

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Die Kathashruti Upanishad (Sanskrit: कठरुद्रोपनिषत्, kaṭharudropaniṣat) gehört zur Gruppe der Sannyasa Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Krishna Yajurveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Zustimmung der Familie und Ablegen der Zeichen; innere Opferdeutung; Keuschheit, Gewaltlosigkeit und Wanderschaft. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Kathashruti Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Kathashruti Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.

Eröffnungsvers der Kathashruti Upanishad parivrajyādharmapūgālaṅkārā yatpadaṃ yayuḥ |
tadahaṃ kaṭhavidyārthaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||

Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; parivrajyādharmapūgālaṅkārā yatpadaṃ yayuḥ tadahaṃ kaṭhavidyārthaṃ rāmacandrapadaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition.“.

Shanti-Mantra der Kathashruti Upanishad oṃ sahanāvavatu saha nau bhunaktu saha vīryaṃ karavāvahai ||
tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); – nicht; möge nicht; śāntiḥ – Frieden; sahanāvavatu saha nau bhunaktu vīryaṃ karavāvahai tejasvināvadhītamastu vidviṣāvahai – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, …“.

Textabschnitt 1 Kathashruti Upanishad hariḥ oṃ ||
devā ha vai bhagavantamabruvannadhīhi bhagavanbrahmavidyām |
sa prajāpatirabravītsaśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ
niṣkṛtya putraṃ dṛṣṭvā tvaṃ brahmā tvaṃ yajñastvaṃ vaṣaṭkāra-
stvamoṅkārastvaṃ svāhā tvaṃ svadhā tvaṃ dhātā tvaṃ vidhātā tvaṃ
pratiṣṭhā'sīti vadet |
atha putro vadatyahaṃ brahmāhaṃ yajño'haṃ
vaṣaṭkāro'hamoṅkāro'haṃ svāhāhaṃ svadhāhaṃ dhātāhaṃ

Die Götter, so heißt es, forderten von den Ehrwürdigen (Brahma): Ehrwürdiger Herr, gib uns das spirituelle Wissen. Er, der Schöpfer (Prajapati), antwortete: Nachdem du das Haar, einschließlich des Büschels, entfernt und den heiligen Faden entfernt hast und den Sohn angeschaut hast (es wird gesagt werden): "Du bist die Schrift, du das Opfer, du das Vasatkara, du die Silbe Om, du bist Svaha, du Svadha, du der Handelnde und du der Schöpfer." "Ich bin die Schrift, ich bin das Opfer, ich bin das Vasatkara, ich bin die Silbe Om, ich bin Svaha, ich bin Svadha, ich bin der Handelnde und ich bin der Schöpfer, ich bin der göttliche Architekt (Tvastir), ich bin die Basis." Dies sind die Worte (zu äußern). Umkreisen im Uhrzeigersinn (sein Dorf) und nicht auf etwas schauend, das er verlassen wird. Nach dem Studium der Veden als zölibatärer Schüler und nach der Erfüllung der in der Schrift vorgeschriebenen Pflichten, nach der Heirat und der Zeugung von Söhnen und der Bereitstellung geeigneter Mittel, nachdem er Opfer gemäß den Fähigkeiten gebracht hat, soll derjenige, der von Ältesten und Verwandten zugelassen wurde, zur Entsagung übergehen. Wenn er den Wald erreicht, wird er zwölf Nächte lang das Agnihotra-Opfer vollbringen, indem er Milch ins Feuer gießt; zwölf Nächte lang wird er von Milch leben; am Ende von zwölf Nächten sollen die Holzgefäße, da sie keinen Nutzen mehr haben, dem Feuer angeboten werden (mit dem Mantra): "Dies ist die Oblation von gekochtem Reis zum Vaishvanarafire, zu Prajapati, (das ist) die Oblation, die in drei Töpfern zu Vishnu und Agni bestimmt ist." Die Tontöpfe werden dem Wasser übergeben werden; die Metalltöpfe werden dem Lehrer gegeben werden, mit dem Mantra: "Mögt ihr mich nicht verlassen, während ihr euch von mir trennt, möge ich euch nicht verlassen, während ich mich von euch scheide." Er wird sich vor den drei Feuern niederwerfen - dem Hausfeuer, dem Südfeuer und dem Feuer, in dem die Opfergaben dargebracht werden. Einige sagen, dass er eine Handvoll Asche von dem Ort verzehren wird, an dem die Feuer entzündenden Stöcke stehen. Nachdem er das Haar einschließlich des Büschels entfernt und es weggeworfen hat, wird er den heiligen Faden im Wasser mit dem Mantra "Bhuh Svaha" verlassen. Darum wird er verhungern oder im Wasser ertrinken oder ins Feuer gehen oder sich auf das Schlachtfeld begeben, oder er wird fortziehen, bis er fällt und stirbt, oder er wird in eine Einsiedelei älterer Asketen gehen, er wird Milch verzehren als Pfanne (des Abends), das soll sein Opfer für den Abend sein, das (die Milch, die er nimmt) am Morgen ist sein Morgen (das Opfer). Die Rasur der Haare, des Bartes usw. und das Schneiden der Nägel im Frühling umfassen sein Agnishtoma-Opfer.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); ha – wahrlich; überlieferte Erzählpartikel; vai – wahrlich; gewiss; sa – er, dieser; brahmāBrahma, der Schöpfergott; svāhā – Svaha; Opferformel; vadet – soll sprechen; atha – nun; sodann; devā bhagavantamabruvannadhīhi bhagavanbrahmavidyām prajāpatirabravītsaśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ niṣkṛtya putraṃ dṛṣṭvā tvaṃ yajñastvaṃ vaṣaṭkāra stvamoṅkārastvaṃ svadhā dhātā vidhātā pratiṣṭhā'sīti putro vadatyahaṃ brahmāhaṃ yajño'haṃ vaṣaṭkāro'hamoṅkāro'haṃ svāhāhaṃ svadhāhaṃ dhātāhaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die Götter, so heißt es, forderten von den Ehrwürdigen (Brahma): Ehrwürdiger Herr, gib uns das spirituelle Wissen. Er, der Schöpfer (Prajapati), antwortete: Nachdem du das Haar, einschließlich des Büschels, entfernt und …“.

Textabschnitt 2 Kathashruti Upanishad vidhātāhaṃ tvaṣṭāhaṃ pratiṣṭhāsmīti |
tānyetānyanuvrajannāśrumāpātayet |
yadaśrumāpātayetprajāṃ vicchindyāt |
pradakṣiṇamāvṛttyaitaccaitaccānavekṣamāṇāḥ pratyāyanti |
sa svargyo bhavati brahmacārī vedamadhītya vedoktācaritabrahmacaryo
dārānāhṛtya putrānutpādya tānanupādibhirvitatyeṣṭvā ca
śaktito yajñaiḥ |
tasya saṃnyāso gurubhiranujñātasya bāndhavaiśca |

Nach der Entsagung wird er die Feuerrituale nicht wieder aufnehmen. Er wird das spirituelle Mantra rezitieren: 'Denn ich bin zum Tod geworden und möchte in das eintreten, was entsteht (das heißt Brahman-Wissen)' usw.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sa – er, dieser; bhavati – wird; ist; ca – und; tasya – dessen; von ihm; vidhātāhaṃ tvaṣṭāhaṃ pratiṣṭhāsmīti tānyetānyanuvrajannāśrumāpātayet yadaśrumāpātayetprajāṃ vicchindyāt pradakṣiṇamāvṛttyaitaccaitaccānavekṣamāṇāḥ pratyāyanti svargyo brahmacārī vedamadhītya vedoktācaritabrahmacaryo dārānāhṛtya putrānutpādya tānanupādibhirvitatyeṣṭvā śaktito yajñaiḥ saṃnyāso gurubhiranujñātasya … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Nach der Entsagung wird er die Feuerrituale nicht wieder aufnehmen. Er wird das spirituelle Mantra rezitieren: 'Denn ich bin zum Tod geworden und möchte in das eintreten, was entsteht (das heißt Brahman-Wissen)' usw.“.

Textabschnitt 3 Kathashruti Upanishad so'raṇyaṃ paretya dvādaśarātraṃ payasāgnihotraṃ juhuyāt |
dvādaśarātraṃ payobhakṣā syāt |
dvādaśarātrasyānte
agnaye vaiśvānarāya prajāpataye ca prājāpatyaṃ caruṃ
vaiṣṇavaṃ trikapālamagniṃ saṃsthitāni pūrvāṇi dārupātrāṇyāgnau
juhuyāt |
mṛṇmayānyapsu juhuyāt |
taijasāni gurave dadyāt |
mā tvaṃ māmapahāya parāgāḥ |
nāhaṃ tvāmapahāya parāgāmiti |

Wenn er 'Wohlfahrt zu allen Wesen' sagt und den Selbst und nichts anderes betrachtet und die Arme hebt, wird er jemand sein, der den (üblichen) Weg verlassen hat; er wird sich ohne (feste) Wohnstatt bewegen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: syāt – ist, möge sein; ca – und; – nicht; möge nicht; so'raṇyaṃ paretya dvādaśarātraṃ payasāgnihotraṃ juhuyāt payobhakṣā dvādaśarātrasyānte agnaye vaiśvānarāya prajāpataye prājāpatyaṃ caruṃ vaiṣṇavaṃ trikapālamagniṃ saṃsthitāni pūrvāṇi dārupātrāṇyāgnau mṛṇmayānyapsu taijasāni gurave dadyāt tvaṃ māmapahāya parāgāḥ nāhaṃ tvāmapahāya parāgāmiti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn er 'Wohlfahrt zu allen Wesen' sagt und den Selbst und nichts anderes betrachtet und die Arme hebt, wird er jemand sein, der den (üblichen) Weg verlassen hat; er wird sich ohne (feste) Wohnstatt bewegen.“.

Textabschnitt 4 Kathashruti Upanishad gārhapatyadakṣiṇāgnyāhavanīyeṣvaraṇideśādbhasmamuṣṭiṃ
pibedityeke |
saśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ
bhūḥsvāhetyapsu juhuyāt |
ata ūrdhvamanaśanamapāṃ praveśa-
magnipraveśaṃ vīrādhvānaṃ mahāprasthānaṃ vṛddhāśramaṃ vā
gacchet |
payasā yaṃ prāśnīyātso'sya sāyaṃhomaḥ |
yatprātaḥ
so'yaṃ prātaḥ |
yaddarśe taddarśanam |
yatpaurṇamāsye tatpaurṇamāsyam |

Er soll von Almosen leben und keine (Geschenke) geben; er soll nicht einmal spärlich (Gewand) tragen außer während der Regenzeit zum Schutz des tierischen Körpers.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ata – deshalb; – oder; yaṃ – yam; prātaḥ – am Morgen; gārhapatyadakṣiṇāgnyāhavanīyeṣvaraṇideśādbhasmamuṣṭiṃ pibedityeke saśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ bhūḥsvāhetyapsu juhuyāt ūrdhvamanaśanamapāṃ praveśa magnipraveśaṃ vīrādhvānaṃ mahāprasthānaṃ vṛddhāśramaṃ gacchet payasā prāśnīyātso'sya sāyaṃhomaḥ yatprātaḥ so'yaṃ yaddarśe taddarśanam yatpaurṇamāsye … – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Er soll von Almosen leben und keine (Geschenke) geben; er soll nicht einmal spärlich (Gewand) tragen außer während der Regenzeit zum Schutz des tierischen Körpers.“.

Textabschnitt 5 Kathashruti Upanishad yadvasante keśaśmaśrulomanakhāni vāpayetso'syāgniṣṭomaḥ |
saṃnyasyāgniṃ na punarāvartayenmṛtyurjayamāvahamityadhyātma-
mantrānpaṭhet |

Der Wassertopf, die Pfanne, die Schlinge (um seine Wirkungen zu tragen), der Stab, die Fußbedeckung, die Abdeckung zum Schutz vor der Kälte, das Lendentuch, das Kleidungsstück (um den Körper zu bedecken), der Ring des Kusa-Grases, das Badetuch sowie das Obertuch, der heilige Faden und die Schriften - all dies soll ein Asket aufgeben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; yadvasante keśaśmaśrulomanakhāni vāpayetso'syāgniṣṭomaḥ saṃnyasyāgniṃ punarāvartayenmṛtyurjayamāvahamityadhyātma mantrānpaṭhet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Wassertopf, die Pfanne, die Schlinge (um seine Wirkungen zu tragen), der Stab, die Fußbedeckung, die Abdeckung zum Schutz vor der Kälte, das Lendentuch, das Kleidungsstück (um den Körper zu bedecken), der Ring des …“.

Textabschnitt 6 Kathashruti Upanishad svasti sarvajīvebhya ityuktvātmānamananyaṃ dhyāyan tadūrdhvabāhurvimuktamārgo bhavet |
aniketaścaret |
bhikṣāśī yatkiñcinnādyāt |
lavaikaṃ na dhāvayejjantusaṃrakṣaṇārthaṃ varṣavarjamiti |
tadapi ślokā bhavanti |

Mit gereinigtem Wasser wird er baden und waschen und auch davon trinken; er wird auf dem Sand eines Flusses (Ufers) oder in Tempeln schlafen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svasti – Heil; Wohlergehen; dhyāyan – meditierend; bhavet – soll eintreten; na – nicht; bhavanti – sie werden; sie sind; sarvajīvebhya ityuktvātmānamananyaṃ tadūrdhvabāhurvimuktamārgo aniketaścaret bhikṣāśī yatkiñcinnādyāt lavaikaṃ dhāvayejjantusaṃrakṣaṇārthaṃ varṣavarjamiti tadapi ślokā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mit gereinigtem Wasser wird er baden und waschen und auch davon trinken; er wird auf dem Sand eines Flusses (Ufers) oder in Tempeln schlafen.“.

1. Vers Kathashruti Upanishad kuṇḍikāṃ camasaṃ śikyaṃ triviṣṭamupānahau |
śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ tathā || 1 ||

Wassergefäß, Schale, Trageschlinge, dreiteiligen Stab und Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke sowie Lendenschurz und Überwurf – diese Dinge werden zunächst als asketische Ausstattung genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; kuṇḍikāṃ camasaṃ śikyaṃ triviṣṭamupānahau śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wassergefäß, Schale, Trageschlinge, dreiteiligen Stab und Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke sowie Lendenschurz und Überwurf – diese Dinge werden zunächst als asketische Ausstattung genannt.“.

2. Vers Kathashruti Upanishad pavitraṃ jñānaśāṭīṃ ca uttarāsaṅgameva ca |
yajñopavītaṃ vedāṃśca sarvaṃ tadvarjayedyatiḥ || 2 ||

Doch auch Reinigungsgerät, Erkenntnisgewand, Obergewand, heiliger Faden und selbst die Veden soll der Entsagte schließlich loslassen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; sarvaṃ – alles; pavitraṃ jñānaśāṭīṃ uttarāsaṅgameva yajñopavītaṃ vedāṃśca tadvarjayedyatiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Doch auch Reinigungsgerät, Erkenntnisgewand, Obergewand, heiliger Faden und selbst die Veden soll der Entsagte schließlich loslassen.“.

3. Vers Kathashruti Upanishad snānaṃ pānaṃ tathā śaucamadbhiḥ pūtābhirācaret |
nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu vā svapet || 3 ||

Baden, Trinken und Reinigen soll er mit sauberem Wasser vollziehen. Er möge auf einer Sandbank am Fluss oder in einem Tempel schlafen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; – oder; snānaṃ pānaṃ śaucamadbhiḥ pūtābhirācaret nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu svapet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Baden, Trinken und Reinigen soll er mit sauberem Wasser vollziehen. Er möge auf einer Sandbank am Fluss oder in einem Tempel schlafen.“.

4. Vers Kathashruti Upanishad nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāyet |
stūyamāno na tuṣeta nindito na śapetparān || 4 ||

Er soll den Körper weder durch übermäßiges Wohlleben noch durch übermäßige Härte quälen. Wird er gelobt, soll er sich nicht berauschen; wird er getadelt, soll er andere nicht verfluchen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāyet stūyamāno tuṣeta nindito śapetparān – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Er soll den Körper weder durch übermäßiges Wohlleben noch durch übermäßige Härte quälen. Wird er gelobt, soll er sich nicht berauschen; wird er getadelt, soll er andere nicht verfluchen.“.

5. Vers Kathashruti Upanishad brahmacaryeṇa santiṣṭhedapramādena maskarī |
darśanaṃ sparśanaṃ keliḥ kīrtanaṃ guhyabhāṣaṇam || 5 ||

Der wandernde Asket soll achtsam in Brahmacharya gegründet bleiben. Anschauen, Berühren, Liebesspiel, rühmendes Reden und vertrauliches Gespräch

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmacaryeṇa – durch Brahmacharya; santiṣṭhedapramādena maskarī darśanaṃ sparśanaṃ keliḥ kīrtanaṃ guhyabhāṣaṇam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der wandernde Asket soll achtsam in Brahmacharya gegründet bleiben. Anschauen, Berühren, Liebesspiel, rühmendes Reden und vertrauliches Gespräch“.

6. Vers Kathashruti Upanishad saṅkalpo'dhyavasāyaśca kriyānnirvṛttireva ca |
etanmaithunamaṣṭāṅgaṃ pravadanti manīṣiṇaḥ || 6 ||

sowie Vorstellung, Entschluss, die sexuelle Handlung und ihr Abschluss – dies nennen die Weisen die acht Glieder geschlechtlicher Vereinigung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; saṅkalpo'dhyavasāyaśca kriyānnirvṛttireva etanmaithunamaṣṭāṅgaṃ pravadanti manīṣiṇaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „sowie Vorstellung, Entschluss, die sexuelle Handlung und ihr Abschluss – dies nennen die Weisen die acht Glieder geschlechtlicher Vereinigung.“.

7. Vers Kathashruti Upanishad viparītaṃ brahmacaryamanuṣṭheyaṃ mumukṣubhiḥ |
yajjagadbhāsakaṃ bhānaṃ nityaṃ bhāti svataḥ sphurat || 7 ||

Befreiungssucher sollen das gegenteilige Verhalten, also vollständige Enthaltsamkeit, üben. Das Licht, das die Welt erhellt, leuchtet ewig aus sich selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mumukṣubhiḥ – von den nach Befreiung Strebenden; nityaṃ – immer; beständig; bhāti – es scheint; svataḥ – von selbst; viparītaṃ brahmacaryamanuṣṭheyaṃ yajjagadbhāsakaṃ bhānaṃ sphurat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Befreiungssucher sollen das gegenteilige Verhalten, also vollständige Enthaltsamkeit, üben. Das Licht, das die Welt erhellt, leuchtet ewig aus sich selbst.“.

8. Vers Kathashruti Upanishad sa eva jagataḥ sākṣī sarvātmā vimalākṛtiḥ |
pratiṣṭhā sarvabhūtānāṃ prajñānaghanalakṣaṇaḥ || 8 ||

Eben dieses Licht ist der Zeuge der Welt, das Selbst aller, von makelloser Gestalt, die Grundlage aller Wesen und eine dichte Fülle von Bewusstsein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sa – er, dieser; eva – allein; eben; wahrlich; sākṣī – Zeuge, beobachtendes Bewusstsein; jagataḥ sarvātmā vimalākṛtiḥ pratiṣṭhā sarvabhūtānāṃ prajñānaghanalakṣaṇaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Eben dieses Licht ist der Zeuge der Welt, das Selbst aller, von makelloser Gestalt, die Grundlage aller Wesen und eine dichte Fülle von Bewusstsein.“.

9. Vers Kathashruti Upanishad na karmaṇā na prajayā na cānyenāpi kecit |
brahmavedanamātreṇa brahmāpnotyeva mānavaḥ || 9 ||

Nicht durch Werke, nicht durch Nachkommenschaft und auch nicht durch etwas anderes: Allein durch die Erkenntnis Brahmans erlangt der Mensch Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; karmaṇā prajayā cānyenāpi kecit brahmavedanamātreṇa brahmāpnotyeva mānavaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Nicht durch Werke, nicht durch Nachkommenschaft und auch nicht durch etwas anderes: Allein durch die Erkenntnis Brahmans erlangt der Mensch Brahman.“.

10. Vers Kathashruti Upanishad tadvidyā viṣayaṃ brahma satyajñānasukhādvayam |
saṃsāre ca guhāvācye māyājñānādisaṃjñake || 10 ||

Dieses Brahman ist Gegenstand der höheren Erkenntnis: Wahrheit, Wissen, Glückseligkeit und Nichtdualität. Es liegt in der „Höhle“ verborgen, die im Samsara auch Maya und Unwissenheit genannt wird.

Wort-für-Wort-Erläuterung: viṣayaṃ – thema; brahmaBrahman, das Absolute; ca – und; tadvidyā satyajñānasukhādvayam saṃsāre guhāvācye māyājñānādisaṃjñake – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dieses Brahman ist Gegenstand der höheren Erkenntnis: Wahrheit, Wissen, Glückseligkeit und Nichtdualität. Es liegt in der „Höhle“ verborgen, die im Samsara auch Maya und Unwissenheit genannt wird.“.

11. Vers Kathashruti Upanishad nihitaṃ brahma yo veda parame vyomni saṃjñite |
so'śnute sakalānkāmānkrameṇaiva dvijottamaḥ || 11 ||

Wer das im höchsten Raum verborgene Brahman erkennt, genießt, o bester der Zweimalgeborenen, in rechter Ordnung alle wahren Erfüllungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmaBrahman, das Absolute; veda – Veda; vyomni – am Himmel; nihitaṃ yo parame saṃjñite so'śnute sakalānkāmānkrameṇaiva dvijottamaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer das im höchsten Raum verborgene Brahman erkennt, genießt, o bester der Zweimalgeborenen, in rechter Ordnung alle wahren Erfüllungen.“.

12. Vers Kathashruti Upanishad pratyagātmānamajñānamāyāśakteśca sākṣiṇam |
ekaṃ brahmāhamasmīti brahmaiva bhavati svayam || 12 ||

Wer den inneren Atman als Zeugen von Unwissenheit und Mayakraft erkennt und weiß „Ich bin das eine Brahman“, wird selbst Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ekaṃ – eines; brahmaiva – brahma selbst; bhavati – wird; ist; svayam – selbst; pratyagātmānamajñānamāyāśakteśca sākṣiṇam brahmāhamasmīti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer den inneren Atman als Zeugen von Unwissenheit und Mayakraft erkennt und weiß „Ich bin das eine Brahman“, wird selbst Brahman.“.

13. Vers Kathashruti Upanishad brahmabhūtātmanastasmādetasmācchktimiśritāt |
apañcīkṛta ākāśasaṃbhūto rajjusarpavat || 13 ||

Aus diesem Selbst, das Brahman geworden und mit der Kraft verbunden ist, entsteht der noch nicht fünffach gemischte Raum – scheinbar wie die Schlange auf dem Seil.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmabhūtātmanastasmādetasmācchktimiśritāt apañcīkṛta ākāśasaṃbhūto rajjusarpavat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aus diesem Selbst, das Brahman geworden und mit der Kraft verbunden ist, entsteht der noch nicht fünffach gemischte Raum – scheinbar wie die Schlange auf dem Seil.“.

14. Vers Kathashruti Upanishad ākāśādvāyusaṃjñastu sparśo'pañcīkṛtaḥ punaḥ |
vāyoragnistathā cāgnerāpa adbhyo vasundharā || 14 ||

Aus dem Raum entsteht die Luft mit der feinen Eigenschaft des Tastens; aus der Luft das Feuer, aus dem Feuer das Wasser und aus dem Wasser die Erde.

Wort-für-Wort-Erläuterung: punaḥ – wieder, dann; ākāśādvāyusaṃjñastu sparśo'pañcīkṛtaḥ vāyoragnistathā cāgnerāpa adbhyo vasundharā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aus dem Raum entsteht die Luft mit der feinen Eigenschaft des Tastens; aus der Luft das Feuer, aus dem Feuer das Wasser und aus dem Wasser die Erde.“.

15. Vers Kathashruti Upanishad tāni bhūtāni sūkṣmāṇi pañcīkṛtyeśvarastadā |
tebhya eva visṛṣṭaṃ tadbrahmāṇḍādi śivena ha || 15 ||

Nachdem Ishvara diese feinen Elemente fünffach verbunden hatte, ließ Shiva aus ihnen das kosmische Ei und die weiteren Welten hervorgehen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tāni – diese; bhūtāni – geister; eva – allein; eben; wahrlich; ha – wahrlich; überlieferte Erzählpartikel; sūkṣmāṇi pañcīkṛtyeśvarastadā tebhya visṛṣṭaṃ tadbrahmāṇḍādi śivena – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Nachdem Ishvara diese feinen Elemente fünffach verbunden hatte, ließ Shiva aus ihnen das kosmische Ei und die weiteren Welten hervorgehen.“.

16. Vers Kathashruti Upanishad brahmāṇḍasyodare devā dānavā yakṣakinnarāḥ |
manuṣyāḥ paśupakṣyādyāstattatkarmānusārataḥ || 16 ||

Im Inneren des kosmischen Eies entstanden entsprechend ihrem jeweiligen Karma Götter, Dämonen, Yakshas, Kinnaras, Menschen, Tiere, Vögel und andere Wesen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmāṇḍasyodare devā dānavā yakṣakinnarāḥ manuṣyāḥ paśupakṣyādyāstattatkarmānusārataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Im Inneren des kosmischen Eies entstanden entsprechend ihrem jeweiligen Karma Götter, Dämonen, Yakshas, Kinnaras, Menschen, Tiere, Vögel und andere Wesen.“.

17. Vers Kathashruti Upanishad asthisnāyvādirūpo'yaṃ śarīraṃ bhāti dehinām |
yo'yamannamayo hyātmā bhāti sarvaśarīriṇaḥ || 17 ||

Der aus Knochen, Sehnen und anderem bestehende Körper erscheint bei den Verkörperten. Dies ist der aus Nahrung bestehende Atman, der in allen Körperwesen erscheint.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śarīraṃ – Körper; bhāti – es scheint; asthisnāyvādirūpo'yaṃ dehinām yo'yamannamayo hyātmā sarvaśarīriṇaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der aus Knochen, Sehnen und anderem bestehende Körper erscheint bei den Verkörperten. Dies ist der aus Nahrung bestehende Atman, der in allen Körperwesen erscheint.“.

Textabschnitt 7 Kathashruti Upanishad tataḥ prāṇamayo hyātmā vibhinnaścāntaraḥ sthitaḥ |

Dieses (Selbst) der Natur der Nahrung ist durchdrungen von der Natur der Lebensenergie;

Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – dann; sthitaḥ – befindlich, verweilend; prāṇamayo hyātmā vibhinnaścāntaraḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dieses (Selbst) der Natur der Nahrung ist durchdrungen von der Natur der Lebensenergie;“.

18. Vers Kathashruti Upanishad tato vijñāna ātmā tu tato'nyaścāntaraḥ svataḥ || 18 ||

Weiter innen liegt der aus Erkenntnis bestehende Atman; und noch ein anderer, innerer, besteht aus sich selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tato – dann; ātmā – der Atman; das Selbst; tu – aber; hingegen; svataḥ – von selbst; vijñāna tato'nyaścāntaraḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Weiter innen liegt der aus Erkenntnis bestehende Atman; und noch ein anderer, innerer, besteht aus sich selbst.“.

19. Vers Kathashruti Upanishad ānandamaya ātmā tu tato'nyaścāntarasthitaḥ |
yo'yamannamayaḥ so'yaṃ pūrṇaḥ prāṇamayena tu || 19 ||

Noch weiter innen liegt der aus Glückseligkeit bestehende Atman. Der Nahrungskörper wird vom Pranakörper vollständig durchdrungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ātmā – der Atman; das Selbst; tu – aber; hingegen; ānandamaya tato'nyaścāntarasthitaḥ yo'yamannamayaḥ so'yaṃ pūrṇaḥ prāṇamayena – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Noch weiter innen liegt der aus Glückseligkeit bestehende Atman. Der Nahrungskörper wird vom Pranakörper vollständig durchdrungen.“.

20. Vers Kathashruti Upanishad manomayena prāṇo'pi tathā pūrṇaḥ svabhāvataḥ |
tathā manomayo hyātmā pūrṇo jñānamayena tu || 20 ||

Der Pranakörper wird seiner Natur nach vom Geistkörper durchdrungen; der Geistkörper wiederum wird vom Erkenntniskörper erfüllt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; tu – aber; hingegen; manomayena prāṇo'pi pūrṇaḥ svabhāvataḥ manomayo hyātmā pūrṇo jñānamayena – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Pranakörper wird seiner Natur nach vom Geistkörper durchdrungen; der Geistkörper wiederum wird vom Erkenntniskörper erfüllt.“.

21. Vers Kathashruti Upanishad ānandena sadā pūrṇaḥ sadā jñānamayaḥ sukham |
tathānandamayaścāpi brahmaṇo'nyena sākṣiṇā || 21 ||

Der Erkenntniskörper ist stets von Glückseligkeit erfüllt; auch der Glückseligkeitskörper wird von Brahman als dem von ihm verschiedenen Zeugen vollständig durchdrungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sadā – immer; sukham – Freude; Wohl; ānandena pūrṇaḥ jñānamayaḥ tathānandamayaścāpi brahmaṇo'nyena sākṣiṇā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Erkenntniskörper ist stets von Glückseligkeit erfüllt; auch der Glückseligkeitskörper wird von Brahman als dem von ihm verschiedenen Zeugen vollständig durchdrungen.“.

22. Vers Kathashruti Upanishad sarvāntareṇa pūrṇaśca brahma nānyena kenacit |
yadidaṃ brahmapucchākhyaṃ satyajñānadvayātmakam || 22 ||

Brahman ist das Innerste von allem und wird von nichts anderem erfüllt. Es wird als „Schwanz“, also tragende Grundlage, bezeichnet und besteht in Wahrheit und nichtdualer Erkenntnis.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmaBrahman, das Absolute; sarvāntareṇa pūrṇaśca nānyena kenacit yadidaṃ brahmapucchākhyaṃ satyajñānadvayātmakam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Brahman ist das Innerste von allem und wird von nichts anderem erfüllt. Es wird als „Schwanz“, also tragende Grundlage, bezeichnet und besteht in Wahrheit und nichtdualer Erkenntnis.“.

23. Vers Kathashruti Upanishad sārameva rasaṃ labdhvā sākṣāddehī sanātanam |
sukhī bhavati sarvatra anyathā sukhatā kutaḥ || 23 ||

Indem der Verkörperte diese ewige Essenz und diesen unmittelbaren Geschmack erlangt, wird er überall glücklich. Woher sollte sonst Glück kommen?

Wort-für-Wort-Erläuterung: labdhvā – erlangt; sukhī – glücklich, voller Wohlbefinden; bhavati – wird; ist; sarvatra – überall; kutaḥ – woher?, wie sollte?; sārameva rasaṃ sākṣāddehī sanātanam anyathā sukhatā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Indem der Verkörperte diese ewige Essenz und diesen unmittelbaren Geschmack erlangt, wird er überall glücklich. Woher sollte sonst Glück kommen?“.

24. Vers Kathashruti Upanishad asatyasminparānande svātmabhūte'khilātmanām |
ko jīvati naro jantuḥ ko vā nityaṃ viceṣṭate || 24 ||

Wenn diese höchste Glückseligkeit nicht als das eigene Selbst aller Wesen bestünde – welcher Mensch oder welches Lebewesen könnte dann leben und sich beständig regen?

Wort-für-Wort-Erläuterung: – oder; nityaṃ – immer; beständig; asatyasminparānande svātmabhūte'khilātmanām ko jīvati naro jantuḥ viceṣṭate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn diese höchste Glückseligkeit nicht als das eigene Selbst aller Wesen bestünde – welcher Mensch oder welches Lebewesen könnte dann leben und sich beständig regen?“.

25. Vers Kathashruti Upanishad tasmātsarvātmanā citte bhāsamāno hyasau naraḥ |
ānandayati duḥkhāḍhyaṃ jīvātmānaṃ sadā janaḥ || 25 ||

Weil dieser im Geist aller als ihr eigenes Selbst leuchtet, erfreut er stets den vom Leid bedrängten individuellen Atman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: citte – im Geist, im Gemüt; naraḥ – Mensch; sadā – immer; tasmātsarvātmanā bhāsamāno hyasau ānandayati duḥkhāḍhyaṃ jīvātmānaṃ janaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Weil dieser im Geist aller als ihr eigenes Selbst leuchtet, erfreut er stets den vom Leid bedrängten individuellen Atman.“.

26. Vers Kathashruti Upanishad yadā hyevaiṣa etasminnadṛśyatvādilakṣaṇe |
nirbhedaṃ paramādvaitaṃ vindate ca mahāyatiḥ || 26 ||

Wenn der große Entsagte in jenem Unsichtbaren und durch weitere Verneinungen Gekennzeichneten die unterschiedslose höchste Nichtdualität verwirklicht,

Wort-für-Wort-Erläuterung: yadā – wenn; ca – und; hyevaiṣa etasminnadṛśyatvādilakṣaṇe nirbhedaṃ paramādvaitaṃ vindate mahāyatiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn der große Entsagte in jenem Unsichtbaren und durch weitere Verneinungen Gekennzeichneten die unterschiedslose höchste Nichtdualität verwirklicht,“.

27. Vers Kathashruti Upanishad tadevābhayamatyantakalyāṇaṃ paramāmṛtam |
sadrūpaṃ paramaṃ brahma triparicchedavarjitam || 27 ||

dann erfährt er das vollkommen Furchtlose, höchst Heilsame und höchste Unsterbliche: das höchste Brahman als reines Sein, frei von den drei Begrenzungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: paramaṃ – den höchsten; brahmaBrahman, das Absolute; tadevābhayamatyantakalyāṇaṃ paramāmṛtam sadrūpaṃ triparicchedavarjitam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „dann erfährt er das vollkommen Furchtlose, höchst Heilsame und höchste Unsterbliche: das höchste Brahman als reines Sein, frei von den drei Begrenzungen.“.

28. Vers Kathashruti Upanishad yadā hyevaiṣa etasminnalpamapyantaraṃ naraḥ |
vijānāti tadā tasya bhayaṃ syānnātra saṃśayaḥ || 28 ||

Sobald ein Mensch darin auch nur den geringsten Unterschied wahrnimmt, entsteht für ihn Furcht – daran besteht kein Zweifel.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yadā – wenn; naraḥ – Mensch; vijānāti – weiß; tadā – dann; tasya – dessen; von ihm; bhayaṃ – furcht; saṃśayaḥ – Zweifel; hyevaiṣa etasminnalpamapyantaraṃ syānnātra – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sobald ein Mensch darin auch nur den geringsten Unterschied wahrnimmt, entsteht für ihn Furcht – daran besteht kein Zweifel.“.

29. Vers Kathashruti Upanishad asyaivānandakośena stambāntā viṣṇupūrvakāḥ |
bhavanti sukhino nityaṃ tāratamyakrameṇa tu || 29 ||

Durch die Glückseligkeitshülle dieses Selbst sind alle Wesen, von Vishnu bis zum Pflanzenstängel, entsprechend ihrer jeweiligen Stufe beständig glücklich.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhavanti – sie werden; sie sind; nityaṃ – immer; beständig; tu – aber; hingegen; asyaivānandakośena stambāntā viṣṇupūrvakāḥ sukhino tāratamyakrameṇa – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Durch die Glückseligkeitshülle dieses Selbst sind alle Wesen, von Vishnu bis zum Pflanzenstängel, entsprechend ihrer jeweiligen Stufe beständig glücklich.“.

30. Vers Kathashruti Upanishad tattatpadaviraktasya śrotriyasya prasādinaḥ |
svarūpabhūta ānandaḥ svayaṃ bhāti pare yathā || 30 ||

Im schriftkundigen Menschen, der von den jeweiligen Stellungen losgelöst und innerlich geklärt ist, leuchtet die wesenseigene Glückseligkeit von selbst wie im Höchsten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ānandaḥAnanda, Glückseligkeit; svayaṃ – sich selbst; bhāti – es scheint; pare – jenseits; yathā – wie; tattatpadaviraktasya śrotriyasya prasādinaḥ svarūpabhūta – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Im schriftkundigen Menschen, der von den jeweiligen Stellungen losgelöst und innerlich geklärt ist, leuchtet die wesenseigene Glückseligkeit von selbst wie im Höchsten.“.

31. Vers Kathashruti Upanishad nimittaṃ kiñcidāśritya khalu śabdaḥ pravartate |
yato vāco nivartante nimittānāmabhavataḥ || 31 ||

Ein Wort wird nur wirksam, indem es sich auf irgendeinen Bestimmungsgrund stützt. Wo solche Bestimmungsgründe fehlen, kehrt die Rede um.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pravartate – beginnt, setzt sich in Gang, entfaltet sich; nimittaṃ kiñcidāśritya khalu śabdaḥ yato vāco nivartante nimittānāmabhavataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ein Wort wird nur wirksam, indem es sich auf irgendeinen Bestimmungsgrund stützt. Wo solche Bestimmungsgründe fehlen, kehrt die Rede um.“.

32. Vers Kathashruti Upanishad nirviśeṣe parānande kathaṃ śabdaḥ pravartate |
tasmādetanmanaḥ sūkṣmaṃ vyāvṛtaṃ sarvagocaram || 32 ||

Wie könnte ein Wort in der unterschiedslosen höchsten Glückseligkeit wirksam werden? Darum zieht sich auch dieser feine Geist von allen Gegenstandsbereichen zurück.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kathaṃ – wie; pravartate – beginnt, setzt sich in Gang, entfaltet sich; sūkṣmaṃ – subtil; nirviśeṣe parānande śabdaḥ tasmādetanmanaḥ vyāvṛtaṃ sarvagocaram – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wie könnte ein Wort in der unterschiedslosen höchsten Glückseligkeit wirksam werden? Darum zieht sich auch dieser feine Geist von allen Gegenstandsbereichen zurück.“.

33. Vers Kathashruti Upanishad yasmācchrotratvagakṣyādikhādikarmendriyāṇi ca |
vyāvṛttāni paraṃ prāptuṃ na samarthāni tāni tu || 33 ||

Ebenso ziehen sich Gehör, Haut, Augen, Raumprinzip, Handlungsorgane und die übrigen Kräfte zurück; sie vermögen das Höchste nicht zu erreichen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; paraṃ – höchstes; jenseitiges; na – nicht; tāni – diese; tu – aber; hingegen; yasmācchrotratvagakṣyādikhādikarmendriyāṇi vyāvṛttāni prāptuṃ samarthāni – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ebenso ziehen sich Gehör, Haut, Augen, Raumprinzip, Handlungsorgane und die übrigen Kräfte zurück; sie vermögen das Höchste nicht zu erreichen.“.

34. Vers Kathashruti Upanishad tadbrahmānandamadvandvaṃ nirguṇaṃ satyacidghanam |
viditvā svātmarūpeṇa na bibheti kutaścana || 34 ||

Wer diese nichtduale, eigenschaftslose Glückseligkeit Brahmans, die dichte Fülle von Wahrheit und Bewusstsein, als das eigene Selbst erkannt hat, fürchtet sich vor nichts.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; bibheti – ängste; tadbrahmānandamadvandvaṃ nirguṇaṃ satyacidghanam viditvā svātmarūpeṇa kutaścana – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer diese nichtduale, eigenschaftslose Glückseligkeit Brahmans, die dichte Fülle von Wahrheit und Bewusstsein, als das eigene Selbst erkannt hat, fürchtet sich vor nichts.“.

35. Vers Kathashruti Upanishad evaṃ yastu vijānāti svagurorupadeśataḥ |
sa sādhvāsādhukarmabhyāṃ sadā na tapati prabhuḥ || 35 ||

Wer dies durch die Unterweisung seines eigenen Guru erkennt, wird weder von guten noch von schlechten Handlungen innerlich gequält.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evaṃ – so, auf diese Weise; vijānāti – weiß; sa – er, dieser; sadā – immer; na – nicht; yastu svagurorupadeśataḥ sādhvāsādhukarmabhyāṃ tapati prabhuḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer dies durch die Unterweisung seines eigenen Guru erkennt, wird weder von guten noch von schlechten Handlungen innerlich gequält.“.

36. Vers Kathashruti Upanishad tāpyatāpakarūpeṇa vibhātamakhilaṃ jagat |
pratyagātmatayā bhāti jñānādvedāntavākyajāt || 36 ||

Die ganze Welt, die als Leidender und Leidverursacher erscheint, leuchtet durch die Erkenntnis der Vedanta-Aussagen als der innere Atman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jagat – Welt; Universum; bhāti – es scheint; tāpyatāpakarūpeṇa vibhātamakhilaṃ pratyagātmatayā jñānādvedāntavākyajāt – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die ganze Welt, die als Leidender und Leidverursacher erscheint, leuchtet durch die Erkenntnis der Vedanta-Aussagen als der innere Atman.“.

37. Vers Kathashruti Upanishad śuddhamīśvaracaitanyaṃ jīvacaitanyameva ca |
pramātā ca pramāṇaṃ ca prameyaṃ ca phalaṃ tathā || 37 ||

Reines Ishvara-Bewusstsein, Jiva-Bewusstsein, Erkennender, Erkenntnismittel, Erkenntnisgegenstand und Frucht – zusammen mit ihrer Grundlage werden als siebenfache Unterscheidung gelehrt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; tathā – so; ebenso; śuddhamīśvaracaitanyaṃ jīvacaitanyameva pramātā pramāṇaṃ prameyaṃ phalaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Reines Ishvara-Bewusstsein, Jiva-Bewusstsein, Erkennender, Erkenntnismittel, Erkenntnisgegenstand und Frucht – zusammen mit ihrer Grundlage werden als siebenfache Unterscheidung gelehrt.“.

38. Vers Kathashruti Upanishad iti saptavidhaṃ proktaṃ bhidyate vyavahārataḥ |
māyopādhivinirmuktaṃ śuddhamityabhidhīyate || 38 ||

Diese siebenfache Gliederung besteht im praktischen Umgang. Was von der Begrenzung durch Maya frei ist, wird das Reine genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; proktaṃ – verarbeitung; bhidyate – wird unterschieden, geteilt; vyavahārataḥ – in der praktischen Anwendung; saptavidhaṃ māyopādhivinirmuktaṃ śuddhamityabhidhīyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Diese siebenfache Gliederung besteht im praktischen Umgang. Was von der Begrenzung durch Maya frei ist, wird das Reine genannt.“.

39. Vers Kathashruti Upanishad māyāsaṃbandhataśceśo jīvo'vidyāvaśastathā |
antaḥkaraṇasaṃbandhātpramātetyabhidhīyate || 39 ||

Durch die Verbindung mit Maya heißt es Ishvara, unter der Macht der Unwissenheit Jiva; durch die Verbindung mit dem inneren Organ wird es der Erkennende genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: māyāsaṃbandhataśceśo jīvo'vidyāvaśastathā antaḥkaraṇasaṃbandhātpramātetyabhidhīyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Durch die Verbindung mit Maya heißt es Ishvara, unter der Macht der Unwissenheit Jiva; durch die Verbindung mit dem inneren Organ wird es der Erkennende genannt.“.

40. Vers Kathashruti Upanishad tathā tadvṛttisaṃbandhātpramāṇamiti kathyate |
ajñātamapi caitanyaṃ prameyamiti kathyate || 40 ||

Durch die Verbindung mit dessen Bewusstseinsbewegung wird es Erkenntnismittel genannt; das noch nicht erkannte Bewusstsein heißt Erkenntnisgegenstand.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; kathyate – wird bezeichnet; tadvṛttisaṃbandhātpramāṇamiti ajñātamapi caitanyaṃ prameyamiti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Durch die Verbindung mit dessen Bewusstseinsbewegung wird es Erkenntnismittel genannt; das noch nicht erkannte Bewusstsein heißt Erkenntnisgegenstand.“.

41. Vers Kathashruti Upanishad tathā jñātaṃ ca caitanyaṃ phalamityabhidhīyate |
sarvopādhivinirmuktaṃ svātmānaṃ bhāvayetsudhīḥ || 41 ||

Dasselbe Bewusstsein wird, wenn es erkannt ist, Frucht genannt. Der Einsichtige soll über den eigenen Atman meditieren, frei von allen begrenzenden Beifügungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – so; ebenso; jñātaṃ – bekannt; ca – und; caitanyaṃ phalamityabhidhīyate sarvopādhivinirmuktaṃ svātmānaṃ bhāvayetsudhīḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dasselbe Bewusstsein wird, wenn es erkannt ist, Frucht genannt. Der Einsichtige soll über den eigenen Atman meditieren, frei von allen begrenzenden Beifügungen.“.

42. Vers Kathashruti Upanishad evaṃ yo veda tattvena brahmabhūyāya kalpate |
sarvavedāntasiddhāntasāraṃ vacmi yathārthataḥ || 42 ||

Wer dies der Wirklichkeit gemäß erkennt, ist dafür bereit, selbst Brahman zu werden. Damit ist die Essenz der Lehrentscheidungen des gesamten Vedanta wahrheitsgemäß ausgesprochen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evaṃ – so, auf diese Weise; veda – Veda; yo tattvena brahmabhūyāya kalpate sarvavedāntasiddhāntasāraṃ vacmi yathārthataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer dies der Wirklichkeit gemäß erkennt, ist dafür bereit, selbst Brahman zu werden. Damit ist die Essenz der Lehrentscheidungen des gesamten Vedanta wahrheitsgemäß ausgesprochen.“.

Textabschnitt 8 Kathashruti Upanishad svayaṃ mṛtvā svayaṃ bhūtvā svayamevāvaśiṣyate ||
ityupaniṣat ||

Jetzt spreche ich von der wahren Essenz der Lehre aller Vedanta: sich selbst sterben, sich selbst werden, einer bleibt doch sich selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svayaṃ – sich selbst; bhūtvā – geworden; mṛtvā svayamevāvaśiṣyate ityupaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Jetzt spreche ich von der wahren Essenz der Lehre aller Vedanta: sich selbst sterben, sich selbst werden, einer bleibt doch sich selbst.“.

Textabschnitt 9 Kathashruti Upanishad oṃ sahanāvavatu saha nau bhunaktu saha vīryaṃ karavāvahai ||

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); sahanāvavatu saha nau bhunaktu vīryaṃ karavāvahai – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, …“.

Shanti-Mantra der Kathashruti Upanishad tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – nicht; möge nicht; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); śāntiḥ – Frieden; hariḥ – Hari; tejasvināvadhītamastu vidviṣāvahai tatsat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, …“.

Schlussformel der Kathashruti Upanishad iti kaṭharudropaniṣatsamāptā ||

Hier endet die Katharudropanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; kaṭharudropaniṣatsamāptā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Katharudropanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.“.

Kathashruti Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition. Als Sannyasa Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Krishna Yajurveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Sie gehört zu den älteren Sannyasa-Upanishaden. Die Forschung setzt ihre Grundgestalt meist in die letzten Jahrhunderte v. Chr. oder die ersten Jahrhunderte n. Chr.; spätere Überarbeitung einzelner Passagen bleibt möglich. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet Zustimmung der Familie und Ablegen der Zeichen; innere Opferdeutung; Keuschheit, Gewaltlosigkeit und Wanderschaft. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Kathashruti Upanishad besonders neben Avadhuta Upanishad, Parabrahma Upanishad, Kundika Upanishad, Yajnavalkya Upanishad, Shatyayaniya Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Sannyasa Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Kathashruti Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Zustimmung der Familie und Ablegen der Zeichen; innere Opferdeutung; Keuschheit, Gewaltlosigkeit und Wanderschaft – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Kathashruti Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Kathashruti Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Kathashruti Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

परिव्रज्याधर्मपूगालङ्कारा यत्पदं ययुः ।
तदहं कठविद्यार्थं रामचन्द्रपदं भजे ॥

ॐ सहनाववतु सह नौ भुनक्तु सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनावधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

हरिः ॐ ॥ देवा ह वै भगवन्तमब्रुवन्नधीहि भगवन्ब्रह्मविद्याम् ।
स प्रजापतिरब्रवीत्सशिखान्केशान्निष्कृत्य विसृज्य यज्ञोपवीतं
निष्कृत्य पुत्रं दृष्ट्वा त्वं ब्रह्मा त्वं यज्ञस्त्वं वषट्कार-
स्त्वमोङ्कारस्त्वं स्वाहा त्वं स्वधा त्वं धाता त्वं विधाता त्वं
प्रतिष्ठाऽसीति वदेत् । अथ पुत्रो वदत्यहं ब्रह्माहं यज्ञोऽहं
वषट्कारोऽहमोङ्कारोऽहं स्वाहाहं स्वधाहं धाताहं
विधाताहं त्वष्टाहं प्रतिष्ठास्मीति ।
तान्येतान्यनुव्रजन्नाश्रुमापातयेत् ।
यदश्रुमापातयेत्प्रजां विच्छिन्द्यात् ।
प्रदक्षिणमावृत्त्यैतच्चैतच्चानवेक्षमाणाः प्रत्यायन्ति ।
स स्वर्ग्यो भवति ब्रह्मचारी वेदमधीत्य वेदोक्ताचरितब्रह्मचर्यो
दारानाहृत्य पुत्रानुत्पाद्य ताननुपादिभिर्वितत्येष्ट्वा च
शक्तितो यज्ञैः । तस्य संन्यासो गुरुभिरनुज्ञातस्य बान्धवैश्च ।
सोऽरण्यं परेत्य द्वादशरात्रं पयसाग्निहोत्रं जुहुयात् ।
द्वादशरात्रं पयोभक्षा स्यात् । द्वादशरात्रस्यान्ते
अग्नये वैश्वानराय प्रजापतये च प्राजापत्यं चरुं
वैष्णवं त्रिकपालमग्निं संस्थितानि पूर्वाणि दारुपात्राण्याग्नौ
जुहुयात् । मृण्मयान्यप्सु जुहुयात् । तैजसानि गुरवे दद्यात् ।
मा त्वं मामपहाय परागाः । नाहं त्वामपहाय परागामिति ।
गार्हपत्यदक्षिणाग्न्याहवनीयेष्वरणिदेशाद्भस्ममुष्टिं
पिबेदित्येके । सशिखान्केशान्निष्कृत्य विसृज्य यज्ञोपवीतं
भूःस्वाहेत्यप्सु जुहुयात् । अत ऊर्ध्वमनशनमपां प्रवेश-
मग्निप्रवेशं वीराध्वानं महाप्रस्थानं वृद्धाश्रमं वा
गच्छेत् । पयसा यं प्राश्नीयात्सोऽस्य सायंहोमः । यत्प्रातः
सोऽयं प्रातः । यद्दर्शे तद्दर्शनम् । यत्पौर्णमास्ये तत्पौर्णमास्यम् ।
यद्वसन्ते केशश्मश्रुलोमनखानि वापयेत्सोऽस्याग्निष्टोमः ।
संन्यस्याग्निं न पुनरावर्तयेन्मृत्युर्जयमावहमित्यध्यात्म-
मन्त्रान्पठेत् । स्वस्ति सर्वजीवेभ्य इत्युक्त्वात्मानमनन्यं ध्यायन् तदूर्ध्वबाहुर्विमुक्तमार्गो भवेत् ।
अनिकेतश्चरेत् । भिक्षाशी यत्किञ्चिन्नाद्यात् । लवैकं न धावयेज्जन्तुसंरक्षणार्थं वर्षवर्जमिति । तदपि श्लोका भवन्ति ।
कुण्डिकां चमसं शिक्यं त्रिविष्टमुपानहौ ।
शीतोपघातिनीं कन्थां कौपीनाच्छादनं तथा ॥ १॥

पवित्रं ज्ञानशाटीं च उत्तरासङ्गमेव च ।
यज्ञोपवीतं वेदांश्च सर्वं तद्वर्जयेद्यतिः ॥ २॥

स्नानं पानं तथा शौचमद्भिः पूताभिराचरेत् ।
नदीपुलिनशायी स्याद्देवागारेषु वा स्वपेत् ॥ ३॥

नात्यर्थं सुखदुःखाभ्यां शरीरमुपतायेत् ।
स्तूयमानो न तुषेत निन्दितो न शपेत्परान् ॥ ४॥

ब्रह्मचर्येण सन्तिष्ठेदप्रमादेन मस्करी ।
दर्शनं स्पर्शनं केलिः कीर्तनं गुह्यभाषणम् ॥ ५॥

सङ्कल्पोऽध्यवसायश्च क्रियान्निर्वृत्तिरेव च ।
एतन्मैथुनमष्टाङ्गं प्रवदन्ति मनीषिणः ॥ ६॥

विपरीतं ब्रह्मचर्यमनुष्ठेयं मुमुक्षुभिः ।
यज्जगद्भासकं भानं नित्यं भाति स्वतः स्फुरत् ॥ ७॥

स एव जगतः साक्षी सर्वात्मा विमलाकृतिः ।
प्रतिष्ठा सर्वभूतानां प्रज्ञानघनलक्षणः ॥ ८॥

न कर्मणा न प्रजया न चान्येनापि केचित् ।
ब्रह्मवेदनमात्रेण ब्रह्माप्नोत्येव मानवः ॥ ९॥

तद्विद्या विषयं ब्रह्म सत्यज्ञानसुखाद्वयम् ।
संसारे च गुहावाच्ये मायाज्ञानादिसंज्ञके ॥ १०॥

निहितं ब्रह्म यो वेद परमे व्योम्नि संज्ञिते ।
सोऽश्नुते सकलान्कामान्क्रमेणैव द्विजोत्तमः ॥ ११॥

प्रत्यगात्मानमज्ञानमायाशक्तेश्च साक्षिणम् ।
एकं ब्रह्माहमस्मीति ब्रह्मैव भवति स्वयम् ॥ १२॥

ब्रह्मभूतात्मनस्तस्मादेतस्माच्छ्क्तिमिश्रितात् ।
अपञ्चीकृत आकाशसंभूतो रज्जुसर्पवत् ॥ १३॥

आकाशाद्वायुसंज्ञस्तु स्पर्शोऽपञ्चीकृतः पुनः ।
वायोरग्निस्तथा चाग्नेराप अद्भ्यो वसुन्धरा ॥ १४॥

तानि भूतानि सूक्ष्माणि पञ्चीकृत्येश्वरस्तदा ।
तेभ्य एव विसृष्टं तद्ब्रह्माण्डादि शिवेन ह ॥ १५॥

ब्रह्माण्डस्योदरे देवा दानवा यक्षकिन्नराः ।
मनुष्याः पशुपक्ष्याद्यास्तत्तत्कर्मानुसारतः ॥ १६॥

अस्थिस्नाय्वादिरूपोऽयं शरीरं भाति देहिनाम् ।
योऽयमन्नमयो ह्यात्मा भाति सर्वशरीरिणः ॥ १७॥

ततः प्राणमयो ह्यात्मा विभिन्नश्चान्तरः स्थितः ।

ततो विज्ञान आत्मा तु ततोऽन्यश्चान्तरः स्वतः ॥ १८॥

आनन्दमय आत्मा तु ततोऽन्यश्चान्तरस्थितः ।
योऽयमन्नमयः सोऽयं पूर्णः प्राणमयेन तु ॥ १९॥

मनोमयेन प्राणोऽपि तथा पूर्णः स्वभावतः ।
तथा मनोमयो ह्यात्मा पूर्णो ज्ञानमयेन तु ॥ २०॥

आनन्देन सदा पूर्णः सदा ज्ञानमयः सुखम् ।
तथानन्दमयश्चापि ब्रह्मणोऽन्येन साक्षिणा ॥ २१॥

सर्वान्तरेण पूर्णश्च ब्रह्म नान्येन केनचित् ।
यदिदं ब्रह्मपुच्छाख्यं सत्यज्ञानद्वयात्मकम् ॥ २२॥

सारमेव रसं लब्ध्वा साक्षाद्देही सनातनम् ।
सुखी भवति सर्वत्र अन्यथा सुखता कुतः ॥ २३॥

असत्यस्मिन्परानन्दे स्वात्मभूतेऽखिलात्मनाम् ।
को जीवति नरो जन्तुः को वा नित्यं विचेष्टते ॥ २४॥

तस्मात्सर्वात्मना चित्ते भासमानो ह्यसौ नरः ।
आनन्दयति दुःखाढ्यं जीवात्मानं सदा जनः ॥ २५॥

यदा ह्येवैष एतस्मिन्नदृश्यत्वादिलक्षणे ।
निर्भेदं परमाद्वैतं विन्दते च महायतिः ॥ २६॥

तदेवाभयमत्यन्तकल्याणं परमामृतम् ।
सद्रूपं परमं ब्रह्म त्रिपरिच्छेदवर्जितम् ॥ २७॥

यदा ह्येवैष एतस्मिन्नल्पमप्यन्तरं नरः ।
विजानाति तदा तस्य भयं स्यान्नात्र संशयः ॥ २८॥

अस्यैवानन्दकोशेन स्तम्बान्ता विष्णुपूर्वकाः ।
भवन्ति सुखिनो नित्यं तारतम्यक्रमेण तु ॥ २९॥

तत्तत्पदविरक्तस्य श्रोत्रियस्य प्रसादिनः ।
स्वरूपभूत आनन्दः स्वयं भाति परे यथा ॥ ३०॥

निमित्तं किञ्चिदाश्रित्य खलु शब्दः प्रवर्तते ।
यतो वाचो निवर्तन्ते निमित्तानामभवतः ॥ ३१॥

निर्विशेषे परानन्दे कथं शब्दः प्रवर्तते ।
तस्मादेतन्मनः सूक्ष्मं व्यावृतं सर्वगोचरम् ॥ ३२॥

यस्माच्छ्रोत्रत्वगक्ष्यादिखादिकर्मेन्द्रियाणि च ।
व्यावृत्तानि परं प्राप्तुं न समर्थानि तानि तु ॥ ३३॥

तद्ब्रह्मानन्दमद्वन्द्वं निर्गुणं सत्यचिद्घनम् ।
विदित्वा स्वात्मरूपेण न बिभेति कुतश्चन ॥ ३४॥

एवं यस्तु विजानाति स्वगुरोरुपदेशतः ।
स साध्वासाधुकर्मभ्यां सदा न तपति प्रभुः ॥ ३५॥

ताप्यतापकरूपेण विभातमखिलं जगत् ।
प्रत्यगात्मतया भाति ज्ञानाद्वेदान्तवाक्यजात् ॥ ३६॥

शुद्धमीश्वरचैतन्यं जीवचैतन्यमेव च ।
प्रमाता च प्रमाणं च प्रमेयं च फलं तथा ॥ ३७॥

इति सप्तविधं प्रोक्तं भिद्यते व्यवहारतः ।
मायोपाधिविनिर्मुक्तं शुद्धमित्यभिधीयते ॥ ३८॥

मायासंबन्धतश्चेशो जीवोऽविद्यावशस्तथा ।
अन्तःकरणसंबन्धात्प्रमातेत्यभिधीयते ॥ ३९॥

तथा तद्वृत्तिसंबन्धात्प्रमाणमिति कथ्यते ।
अज्ञातमपि चैतन्यं प्रमेयमिति कथ्यते ॥ ४०॥

तथा ज्ञातं च चैतन्यं फलमित्यभिधीयते ।
सर्वोपाधिविनिर्मुक्तं स्वात्मानं भावयेत्सुधीः ॥ ४१॥

एवं यो वेद तत्त्वेन ब्रह्मभूयाय कल्पते ।
सर्ववेदान्तसिद्धान्तसारं वच्मि यथार्थतः ॥ ४२॥

स्वयं मृत्वा स्वयं भूत्वा स्वयमेवावशिष्यते ॥ इत्युपनिषत् ॥

ॐ सहनाववतु सह नौ भुनक्तु सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनावधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥ हरिः ॐ तत्सत् ॥

इति कठरुद्रोपनिषत्समाप्ता ॥

Kathashruti Upanishad – vollständiger Text in IAST

parivrajyādharmapūgālaṅkārā yatpadaṃ yayuḥ |
tadahaṃ kaṭhavidyārthaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||

oṃ sahanāvavatu saha nau bhunaktu saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

hariḥ oṃ || devā ha vai bhagavantamabruvannadhīhi bhagavanbrahmavidyām |
sa prajāpatirabravītsaśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ
niṣkṛtya putraṃ dṛṣṭvā tvaṃ brahmā tvaṃ yajñastvaṃ vaṣaṭkāra-
stvamoṅkārastvaṃ svāhā tvaṃ svadhā tvaṃ dhātā tvaṃ vidhātā tvaṃ
pratiṣṭhā'sīti vadet | atha putro vadatyahaṃ brahmāhaṃ yajño'haṃ
vaṣaṭkāro'hamoṅkāro'haṃ svāhāhaṃ svadhāhaṃ dhātāhaṃ
vidhātāhaṃ tvaṣṭāhaṃ pratiṣṭhāsmīti |
tānyetānyanuvrajannāśrumāpātayet |
yadaśrumāpātayetprajāṃ vicchindyāt |
pradakṣiṇamāvṛttyaitaccaitaccānavekṣamāṇāḥ pratyāyanti |
sa svargyo bhavati brahmacārī vedamadhītya vedoktācaritabrahmacaryo
dārānāhṛtya putrānutpādya tānanupādibhirvitatyeṣṭvā ca
śaktito yajñaiḥ | tasya saṃnyāso gurubhiranujñātasya bāndhavaiśca |
so'raṇyaṃ paretya dvādaśarātraṃ payasāgnihotraṃ juhuyāt |
dvādaśarātraṃ payobhakṣā syāt | dvādaśarātrasyānte
agnaye vaiśvānarāya prajāpataye ca prājāpatyaṃ caruṃ
vaiṣṇavaṃ trikapālamagniṃ saṃsthitāni pūrvāṇi dārupātrāṇyāgnau
juhuyāt | mṛṇmayānyapsu juhuyāt | taijasāni gurave dadyāt |
mā tvaṃ māmapahāya parāgāḥ | nāhaṃ tvāmapahāya parāgāmiti |
gārhapatyadakṣiṇāgnyāhavanīyeṣvaraṇideśādbhasmamuṣṭiṃ
pibedityeke | saśikhānkeśānniṣkṛtya visṛjya yajñopavītaṃ
bhūḥsvāhetyapsu juhuyāt | ata ūrdhvamanaśanamapāṃ praveśa-
magnipraveśaṃ vīrādhvānaṃ mahāprasthānaṃ vṛddhāśramaṃ vā
gacchet | payasā yaṃ prāśnīyātso'sya sāyaṃhomaḥ | yatprātaḥ
so'yaṃ prātaḥ | yaddarśe taddarśanam | yatpaurṇamāsye tatpaurṇamāsyam |
yadvasante keśaśmaśrulomanakhāni vāpayetso'syāgniṣṭomaḥ |
saṃnyasyāgniṃ na punarāvartayenmṛtyurjayamāvahamityadhyātma-
mantrānpaṭhet | svasti sarvajīvebhya ityuktvātmānamananyaṃ dhyāyan tadūrdhvabāhurvimuktamārgo bhavet |
aniketaścaret | bhikṣāśī yatkiñcinnādyāt | lavaikaṃ na dhāvayejjantusaṃrakṣaṇārthaṃ varṣavarjamiti | tadapi ślokā bhavanti |
kuṇḍikāṃ camasaṃ śikyaṃ triviṣṭamupānahau |
śītopaghātinīṃ kanthāṃ kaupīnācchādanaṃ tathā || 1 ||

pavitraṃ jñānaśāṭīṃ ca uttarāsaṅgameva ca |
yajñopavītaṃ vedāṃśca sarvaṃ tadvarjayedyatiḥ || 2 ||

snānaṃ pānaṃ tathā śaucamadbhiḥ pūtābhirācaret |
nadīpulinaśāyī syāddevāgāreṣu vā svapet || 3 ||

nātyarthaṃ sukhaduḥkhābhyāṃ śarīramupatāyet |
stūyamāno na tuṣeta nindito na śapetparān || 4 ||

brahmacaryeṇa santiṣṭhedapramādena maskarī |
darśanaṃ sparśanaṃ keliḥ kīrtanaṃ guhyabhāṣaṇam || 5 ||

saṅkalpo'dhyavasāyaśca kriyānnirvṛttireva ca |
etanmaithunamaṣṭāṅgaṃ pravadanti manīṣiṇaḥ || 6 ||

viparītaṃ brahmacaryamanuṣṭheyaṃ mumukṣubhiḥ |
yajjagadbhāsakaṃ bhānaṃ nityaṃ bhāti svataḥ sphurat || 7 ||

sa eva jagataḥ sākṣī sarvātmā vimalākṛtiḥ |
pratiṣṭhā sarvabhūtānāṃ prajñānaghanalakṣaṇaḥ || 8 ||

na karmaṇā na prajayā na cānyenāpi kecit |
brahmavedanamātreṇa brahmāpnotyeva mānavaḥ || 9 ||

tadvidyā viṣayaṃ brahma satyajñānasukhādvayam |
saṃsāre ca guhāvācye māyājñānādisaṃjñake || 10 ||

nihitaṃ brahma yo veda parame vyomni saṃjñite |
so'śnute sakalānkāmānkrameṇaiva dvijottamaḥ || 11 ||

pratyagātmānamajñānamāyāśakteśca sākṣiṇam |
ekaṃ brahmāhamasmīti brahmaiva bhavati svayam || 12 ||

brahmabhūtātmanastasmādetasmācchktimiśritāt |
apañcīkṛta ākāśasaṃbhūto rajjusarpavat || 13 ||

ākāśādvāyusaṃjñastu sparśo'pañcīkṛtaḥ punaḥ |
vāyoragnistathā cāgnerāpa adbhyo vasundharā || 14 ||

tāni bhūtāni sūkṣmāṇi pañcīkṛtyeśvarastadā |
tebhya eva visṛṣṭaṃ tadbrahmāṇḍādi śivena ha || 15 ||

brahmāṇḍasyodare devā dānavā yakṣakinnarāḥ |
manuṣyāḥ paśupakṣyādyāstattatkarmānusārataḥ || 16 ||

asthisnāyvādirūpo'yaṃ śarīraṃ bhāti dehinām |
yo'yamannamayo hyātmā bhāti sarvaśarīriṇaḥ || 17 ||

tataḥ prāṇamayo hyātmā vibhinnaścāntaraḥ sthitaḥ |

tato vijñāna ātmā tu tato'nyaścāntaraḥ svataḥ || 18 ||

ānandamaya ātmā tu tato'nyaścāntarasthitaḥ |
yo'yamannamayaḥ so'yaṃ pūrṇaḥ prāṇamayena tu || 19 ||

manomayena prāṇo'pi tathā pūrṇaḥ svabhāvataḥ |
tathā manomayo hyātmā pūrṇo jñānamayena tu || 20 ||

ānandena sadā pūrṇaḥ sadā jñānamayaḥ sukham |
tathānandamayaścāpi brahmaṇo'nyena sākṣiṇā || 21 ||

sarvāntareṇa pūrṇaśca brahma nānyena kenacit |
yadidaṃ brahmapucchākhyaṃ satyajñānadvayātmakam || 22 ||

sārameva rasaṃ labdhvā sākṣāddehī sanātanam |
sukhī bhavati sarvatra anyathā sukhatā kutaḥ || 23 ||

asatyasminparānande svātmabhūte'khilātmanām |
ko jīvati naro jantuḥ ko vā nityaṃ viceṣṭate || 24 ||

tasmātsarvātmanā citte bhāsamāno hyasau naraḥ |
ānandayati duḥkhāḍhyaṃ jīvātmānaṃ sadā janaḥ || 25 ||

yadā hyevaiṣa etasminnadṛśyatvādilakṣaṇe |
nirbhedaṃ paramādvaitaṃ vindate ca mahāyatiḥ || 26 ||

tadevābhayamatyantakalyāṇaṃ paramāmṛtam |
sadrūpaṃ paramaṃ brahma triparicchedavarjitam || 27 ||

yadā hyevaiṣa etasminnalpamapyantaraṃ naraḥ |
vijānāti tadā tasya bhayaṃ syānnātra saṃśayaḥ || 28 ||

asyaivānandakośena stambāntā viṣṇupūrvakāḥ |
bhavanti sukhino nityaṃ tāratamyakrameṇa tu || 29 ||

tattatpadaviraktasya śrotriyasya prasādinaḥ |
svarūpabhūta ānandaḥ svayaṃ bhāti pare yathā || 30 ||

nimittaṃ kiñcidāśritya khalu śabdaḥ pravartate |
yato vāco nivartante nimittānāmabhavataḥ || 31 ||

nirviśeṣe parānande kathaṃ śabdaḥ pravartate |
tasmādetanmanaḥ sūkṣmaṃ vyāvṛtaṃ sarvagocaram || 32 ||

yasmācchrotratvagakṣyādikhādikarmendriyāṇi ca |
vyāvṛttāni paraṃ prāptuṃ na samarthāni tāni tu || 33 ||

tadbrahmānandamadvandvaṃ nirguṇaṃ satyacidghanam |
viditvā svātmarūpeṇa na bibheti kutaścana || 34 ||

evaṃ yastu vijānāti svagurorupadeśataḥ |
sa sādhvāsādhukarmabhyāṃ sadā na tapati prabhuḥ || 35 ||

tāpyatāpakarūpeṇa vibhātamakhilaṃ jagat |
pratyagātmatayā bhāti jñānādvedāntavākyajāt || 36 ||

śuddhamīśvaracaitanyaṃ jīvacaitanyameva ca |
pramātā ca pramāṇaṃ ca prameyaṃ ca phalaṃ tathā || 37 ||

iti saptavidhaṃ proktaṃ bhidyate vyavahārataḥ |
māyopādhivinirmuktaṃ śuddhamityabhidhīyate || 38 ||

māyāsaṃbandhataśceśo jīvo'vidyāvaśastathā |
antaḥkaraṇasaṃbandhātpramātetyabhidhīyate || 39 ||

tathā tadvṛttisaṃbandhātpramāṇamiti kathyate |
ajñātamapi caitanyaṃ prameyamiti kathyate || 40 ||

tathā jñātaṃ ca caitanyaṃ phalamityabhidhīyate |
sarvopādhivinirmuktaṃ svātmānaṃ bhāvayetsudhīḥ || 41 ||

evaṃ yo veda tattvena brahmabhūyāya kalpate |
sarvavedāntasiddhāntasāraṃ vacmi yathārthataḥ || 42 ||

svayaṃ mṛtvā svayaṃ bhūtvā svayamevāvaśiṣyate || ityupaniṣat ||

oṃ sahanāvavatu saha nau bhunaktu saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ || hariḥ oṃ tatsat ||

iti kaṭharudropaniṣatsamāptā ||

Kathashruti Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers der Kathashruti Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition.

Shanti-Mantra der Kathashruti Upanishad
Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Textabschnitt 1 Kathashruti Upanishad
Die Götter, so heißt es, forderten von den Ehrwürdigen (Brahma): Ehrwürdiger Herr, gib uns das spirituelle Wissen. Er, der Schöpfer (Prajapati), antwortete: Nachdem du das Haar, einschließlich des Büschels, entfernt und den heiligen Faden entfernt hast und den Sohn angeschaut hast (es wird gesagt werden): "Du bist die Schrift, du das Opfer, du das Vasatkara, du die Silbe Om, du bist Svaha, du Svadha, du der Handelnde und du der Schöpfer." "Ich bin die Schrift, ich bin das Opfer, ich bin das Vasatkara, ich bin die Silbe Om, ich bin Svaha, ich bin Svadha, ich bin der Handelnde und ich bin der Schöpfer, ich bin der göttliche Architekt (Tvastir), ich bin die Basis." Dies sind die Worte (zu äußern). Umkreisen im Uhrzeigersinn (sein Dorf) und nicht auf etwas schauend, das er verlassen wird. Nach dem Studium der Veden als zölibatärer Schüler und nach der Erfüllung der in der Schrift vorgeschriebenen Pflichten, nach der Heirat und der Zeugung von Söhnen und der Bereitstellung geeigneter Mittel, nachdem er Opfer gemäß den Fähigkeiten gebracht hat, soll derjenige, der von Ältesten und Verwandten zugelassen wurde, zur Entsagung übergehen. Wenn er den Wald erreicht, wird er zwölf Nächte lang das Agnihotra-Opfer vollbringen, indem er Milch ins Feuer gießt; zwölf Nächte lang wird er von Milch leben; am Ende von zwölf Nächten sollen die Holzgefäße, da sie keinen Nutzen mehr haben, dem Feuer angeboten werden (mit dem Mantra): "Dies ist die Oblation von gekochtem Reis zum Vaishvanarafire, zu Prajapati, (das ist) die Oblation, die in drei Töpfern zu Vishnu und Agni bestimmt ist." Die Tontöpfe werden dem Wasser übergeben werden; die Metalltöpfe werden dem Lehrer gegeben werden, mit dem Mantra: "Mögt ihr mich nicht verlassen, während ihr euch von mir trennt, möge ich euch nicht verlassen, während ich mich von euch scheide." Er wird sich vor den drei Feuern niederwerfen - dem Hausfeuer, dem Südfeuer und dem Feuer, in dem die Opfergaben dargebracht werden. Einige sagen, dass er eine Handvoll Asche von dem Ort verzehren wird, an dem die Feuer entzündenden Stöcke stehen. Nachdem er das Haar einschließlich des Büschels entfernt und es weggeworfen hat, wird er den heiligen Faden im Wasser mit dem Mantra "Bhuh Svaha" verlassen. Darum wird er verhungern oder im Wasser ertrinken oder ins Feuer gehen oder sich auf das Schlachtfeld begeben, oder er wird fortziehen, bis er fällt und stirbt, oder er wird in eine Einsiedelei älterer Asketen gehen, er wird Milch verzehren als Pfanne (des Abends), das soll sein Opfer für den Abend sein, das (die Milch, die er nimmt) am Morgen ist sein Morgen (das Opfer). Die Rasur der Haare, des Bartes usw. und das Schneiden der Nägel im Frühling umfassen sein Agnishtoma-Opfer.

Textabschnitt 2 Kathashruti Upanishad
Nach der Entsagung wird er die Feuerrituale nicht wieder aufnehmen. Er wird das spirituelle Mantra rezitieren: 'Denn ich bin zum Tod geworden und möchte in das eintreten, was entsteht (das heißt Brahman-Wissen)' usw.

Textabschnitt 3 Kathashruti Upanishad
Wenn er 'Wohlfahrt zu allen Wesen' sagt und den Selbst und nichts anderes betrachtet und die Arme hebt, wird er jemand sein, der den (üblichen) Weg verlassen hat; er wird sich ohne (feste) Wohnstatt bewegen.

Textabschnitt 4 Kathashruti Upanishad
Er soll von Almosen leben und keine (Geschenke) geben; er soll nicht einmal spärlich (Gewand) tragen außer während der Regenzeit zum Schutz des tierischen Körpers.

Textabschnitt 5 Kathashruti Upanishad
Der Wassertopf, die Pfanne, die Schlinge (um seine Wirkungen zu tragen), der Stab, die Fußbedeckung, die Abdeckung zum Schutz vor der Kälte, das Lendentuch, das Kleidungsstück (um den Körper zu bedecken), der Ring des Kusa-Grases, das Badetuch sowie das Obertuch, der heilige Faden und die Schriften - all dies soll ein Asket aufgeben.

Textabschnitt 6 Kathashruti Upanishad
Mit gereinigtem Wasser wird er baden und waschen und auch davon trinken; er wird auf dem Sand eines Flusses (Ufers) oder in Tempeln schlafen.

1. Vers Kathashruti Upanishad
Wassergefäß, Schale, Trageschlinge, dreiteiligen Stab und Sandalen, eine gegen Kälte schützende Decke sowie Lendenschurz und Überwurf – diese Dinge werden zunächst als asketische Ausstattung genannt.

2. Vers Kathashruti Upanishad
Doch auch Reinigungsgerät, Erkenntnisgewand, Obergewand, heiliger Faden und selbst die Veden soll der Entsagte schließlich loslassen.

3. Vers Kathashruti Upanishad
Baden, Trinken und Reinigen soll er mit sauberem Wasser vollziehen. Er möge auf einer Sandbank am Fluss oder in einem Tempel schlafen.

4. Vers Kathashruti Upanishad
Er soll den Körper weder durch übermäßiges Wohlleben noch durch übermäßige Härte quälen. Wird er gelobt, soll er sich nicht berauschen; wird er getadelt, soll er andere nicht verfluchen.

5. Vers Kathashruti Upanishad
Der wandernde Asket soll achtsam in Brahmacharya gegründet bleiben. Anschauen, Berühren, Liebesspiel, rühmendes Reden und vertrauliches Gespräch

6. Vers Kathashruti Upanishad
sowie Vorstellung, Entschluss, die sexuelle Handlung und ihr Abschluss – dies nennen die Weisen die acht Glieder geschlechtlicher Vereinigung.

7. Vers Kathashruti Upanishad
Befreiungssucher sollen das gegenteilige Verhalten, also vollständige Enthaltsamkeit, üben. Das Licht, das die Welt erhellt, leuchtet ewig aus sich selbst.

8. Vers Kathashruti Upanishad
Eben dieses Licht ist der Zeuge der Welt, das Selbst aller, von makelloser Gestalt, die Grundlage aller Wesen und eine dichte Fülle von Bewusstsein.

9. Vers Kathashruti Upanishad
Nicht durch Werke, nicht durch Nachkommenschaft und auch nicht durch etwas anderes: Allein durch die Erkenntnis Brahmans erlangt der Mensch Brahman.

10. Vers Kathashruti Upanishad
Dieses Brahman ist Gegenstand der höheren Erkenntnis: Wahrheit, Wissen, Glückseligkeit und Nichtdualität. Es liegt in der „Höhle“ verborgen, die im Samsara auch Maya und Unwissenheit genannt wird.

11. Vers Kathashruti Upanishad
Wer das im höchsten Raum verborgene Brahman erkennt, genießt, o bester der Zweimalgeborenen, in rechter Ordnung alle wahren Erfüllungen.

12. Vers Kathashruti Upanishad
Wer den inneren Atman als Zeugen von Unwissenheit und Mayakraft erkennt und weiß „Ich bin das eine Brahman“, wird selbst Brahman.

13. Vers Kathashruti Upanishad
Aus diesem Selbst, das Brahman geworden und mit der Kraft verbunden ist, entsteht der noch nicht fünffach gemischte Raum – scheinbar wie die Schlange auf dem Seil.

14. Vers Kathashruti Upanishad
Aus dem Raum entsteht die Luft mit der feinen Eigenschaft des Tastens; aus der Luft das Feuer, aus dem Feuer das Wasser und aus dem Wasser die Erde.

15. Vers Kathashruti Upanishad
Nachdem Ishvara diese feinen Elemente fünffach verbunden hatte, ließ Shiva aus ihnen das kosmische Ei und die weiteren Welten hervorgehen.

16. Vers Kathashruti Upanishad
Im Inneren des kosmischen Eies entstanden entsprechend ihrem jeweiligen Karma Götter, Dämonen, Yakshas, Kinnaras, Menschen, Tiere, Vögel und andere Wesen.

17. Vers Kathashruti Upanishad
Der aus Knochen, Sehnen und anderem bestehende Körper erscheint bei den Verkörperten. Dies ist der aus Nahrung bestehende Atman, der in allen Körperwesen erscheint.

Textabschnitt 7 Kathashruti Upanishad
Dieses (Selbst) der Natur der Nahrung ist durchdrungen von der Natur der Lebensenergie;

18. Vers Kathashruti Upanishad
Weiter innen liegt der aus Erkenntnis bestehende Atman; und noch ein anderer, innerer, besteht aus sich selbst.

19. Vers Kathashruti Upanishad
Noch weiter innen liegt der aus Glückseligkeit bestehende Atman. Der Nahrungskörper wird vom Pranakörper vollständig durchdrungen.

20. Vers Kathashruti Upanishad
Der Pranakörper wird seiner Natur nach vom Geistkörper durchdrungen; der Geistkörper wiederum wird vom Erkenntniskörper erfüllt.

21. Vers Kathashruti Upanishad
Der Erkenntniskörper ist stets von Glückseligkeit erfüllt; auch der Glückseligkeitskörper wird von Brahman als dem von ihm verschiedenen Zeugen vollständig durchdrungen.

22. Vers Kathashruti Upanishad
Brahman ist das Innerste von allem und wird von nichts anderem erfüllt. Es wird als „Schwanz“, also tragende Grundlage, bezeichnet und besteht in Wahrheit und nichtdualer Erkenntnis.

23. Vers Kathashruti Upanishad
Indem der Verkörperte diese ewige Essenz und diesen unmittelbaren Geschmack erlangt, wird er überall glücklich. Woher sollte sonst Glück kommen?

24. Vers Kathashruti Upanishad
Wenn diese höchste Glückseligkeit nicht als das eigene Selbst aller Wesen bestünde – welcher Mensch oder welches Lebewesen könnte dann leben und sich beständig regen?

25. Vers Kathashruti Upanishad
Weil dieser im Geist aller als ihr eigenes Selbst leuchtet, erfreut er stets den vom Leid bedrängten individuellen Atman.

26. Vers Kathashruti Upanishad
Wenn der große Entsagte in jenem Unsichtbaren und durch weitere Verneinungen Gekennzeichneten die unterschiedslose höchste Nichtdualität verwirklicht,

27. Vers Kathashruti Upanishad
dann erfährt er das vollkommen Furchtlose, höchst Heilsame und höchste Unsterbliche: das höchste Brahman als reines Sein, frei von den drei Begrenzungen.

28. Vers Kathashruti Upanishad
Sobald ein Mensch darin auch nur den geringsten Unterschied wahrnimmt, entsteht für ihn Furcht – daran besteht kein Zweifel.

29. Vers Kathashruti Upanishad
Durch die Glückseligkeitshülle dieses Selbst sind alle Wesen, von Vishnu bis zum Pflanzenstängel, entsprechend ihrer jeweiligen Stufe beständig glücklich.

30. Vers Kathashruti Upanishad
Im schriftkundigen Menschen, der von den jeweiligen Stellungen losgelöst und innerlich geklärt ist, leuchtet die wesenseigene Glückseligkeit von selbst wie im Höchsten.

31. Vers Kathashruti Upanishad
Ein Wort wird nur wirksam, indem es sich auf irgendeinen Bestimmungsgrund stützt. Wo solche Bestimmungsgründe fehlen, kehrt die Rede um.

32. Vers Kathashruti Upanishad
Wie könnte ein Wort in der unterschiedslosen höchsten Glückseligkeit wirksam werden? Darum zieht sich auch dieser feine Geist von allen Gegenstandsbereichen zurück.

33. Vers Kathashruti Upanishad
Ebenso ziehen sich Gehör, Haut, Augen, Raumprinzip, Handlungsorgane und die übrigen Kräfte zurück; sie vermögen das Höchste nicht zu erreichen.

34. Vers Kathashruti Upanishad
Wer diese nichtduale, eigenschaftslose Glückseligkeit Brahmans, die dichte Fülle von Wahrheit und Bewusstsein, als das eigene Selbst erkannt hat, fürchtet sich vor nichts.

35. Vers Kathashruti Upanishad
Wer dies durch die Unterweisung seines eigenen Guru erkennt, wird weder von guten noch von schlechten Handlungen innerlich gequält.

36. Vers Kathashruti Upanishad
Die ganze Welt, die als Leidender und Leidverursacher erscheint, leuchtet durch die Erkenntnis der Vedanta-Aussagen als der innere Atman.

37. Vers Kathashruti Upanishad
Reines Ishvara-Bewusstsein, Jiva-Bewusstsein, Erkennender, Erkenntnismittel, Erkenntnisgegenstand und Frucht – zusammen mit ihrer Grundlage werden als siebenfache Unterscheidung gelehrt.

38. Vers Kathashruti Upanishad
Diese siebenfache Gliederung besteht im praktischen Umgang. Was von der Begrenzung durch Maya frei ist, wird das Reine genannt.

39. Vers Kathashruti Upanishad
Durch die Verbindung mit Maya heißt es Ishvara, unter der Macht der Unwissenheit Jiva; durch die Verbindung mit dem inneren Organ wird es der Erkennende genannt.

40. Vers Kathashruti Upanishad
Durch die Verbindung mit dessen Bewusstseinsbewegung wird es Erkenntnismittel genannt; das noch nicht erkannte Bewusstsein heißt Erkenntnisgegenstand.

41. Vers Kathashruti Upanishad
Dasselbe Bewusstsein wird, wenn es erkannt ist, Frucht genannt. Der Einsichtige soll über den eigenen Atman meditieren, frei von allen begrenzenden Beifügungen.

42. Vers Kathashruti Upanishad
Wer dies der Wirklichkeit gemäß erkennt, ist dafür bereit, selbst Brahman zu werden. Damit ist die Essenz der Lehrentscheidungen des gesamten Vedanta wahrheitsgemäß ausgesprochen.

Textabschnitt 8 Kathashruti Upanishad
Jetzt spreche ich von der wahren Essenz der Lehre aller Vedanta: sich selbst sterben, sich selbst werden, einer bleibt doch sich selbst.

Textabschnitt 9 Kathashruti Upanishad
Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Shanti-Mantra der Kathashruti Upanishad
Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Schlussformel der Kathashruti Upanishad
Hier endet die Katharudropanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Kathashruti Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Kathashruti Upanishad richtet den Blick auf Ritus und Ethos der Entsagung in der Kaṭha-Tradition. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Übe innere Entsagung vor äußerer Radikalität.
Vereinfache Besitz, Erwartungen und Selbstdarstellung. Äußere Formen des Sannyasa gehören in einen verantworteten traditionellen Zusammenhang; ihr innerer Kern – Nichtanhaftung, Wahrhaftigkeit und Dienst – ist für jeden Aspiranten zugänglich.

3. Verbinde Viveka mit Mitgefühl.
Unterscheide das Vergängliche vom Unvergänglichen, ohne Menschen oder weltliche Aufgaben abzuwerten. Reife Entsagung macht freundlich, klar und zuverlässig.

4. Pflege eine feste Meditationszeit.
Setze dich täglich zur Meditation, beobachte den Geist und ruhe als Zeuge. Beständigkeit ist wichtiger als demonstrative Strenge.

5. Suche qualifizierte Begleitung.
Weitreichende Gelübde, soziale Rückzüge und asketische Lebensformen sollten nicht aus einer momentanen Krise heraus übernommen werden. Besprich sie mit einem erfahrenen Lehrer und prüfe ihre ethischen Folgen.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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