Budhashtami Vrata
Budhashtami Vrata – Budha mit fünf Gaben verehren und familiäre Verbundenheit stärken: Das Budhashtami Vrata verbindet die Verehrung des Planetengottes Budha mit einer einfachen Reisgabe und einer Erzählung über Geschwister, Verlust und Hilfe für die Eltern. Es wird gehalten, wenn ein Mittwoch auf Ashtami, den achten Mondtag, fällt. Die Fassung des Garuda Purana stellt das Wohlergehen der Familie und die Befreiung von belastenden Verstrickungen in den Mittelpunkt: Verehrung, gemeinsames Essen und eine Gabe an andere gehören zusammen.
Anlass, Tradition und Ort
Das Vrata gehört zur puranischen Tradition. Sowohl die helle als auch die dunkle Monatshälfte kommen infrage. Entscheidend ist die Verbindung von Mittwoch und Ashtami nach dem örtlich verwendeten Panchanga. Ein bestimmter Monat oder eine feste Uhrzeit wird für diese Fassung nicht vorgeschrieben.
Der Text nennt einen Platz an einem Gewässer. Wähle ein sauberes, sicher zugängliches Ufer, an dem eine kleine Verehrung erlaubt ist. Eine Wasserschale am Hausaltar kann das Gewässer in einer heutigen häuslichen Anpassung vertreten. Die Gaben bleiben auf dem Altar beziehungsweise auf einer Unterlage und werden anschließend wieder mitgenommen.
Das Gelübde kann von einer Person, von Geschwistern oder gemeinsam in der Familie ausgeführt werden. Ein Priester wird im beschriebenen Ablauf nicht verlangt. Budha ist hier die mit dem Planeten Merkur verbundene Gottheit; gemeint ist nicht Buddha.
Was du vorbereitest
- Ein Bild Budhas oder eine schlichte Zeichnung seiner Gestalt auf einem Lotos; die Quelle beschreibt ihn dunkel beziehungsweise dunkelgrün, mit Bogen und Pfeilen.
- Sandelduft oder duftende Paste, Blüten, Räucherwerk, eine Lampe und gekochten Reis für die fünf Gaben der Panchopachara Puja. Verwende für die Lampe Ghee (bzw. Pflanzenöl).
- Reis, essbare Blattgemüse und Tamarinde. Die Quelle nennt Kalambika; für die häusliche Anpassung kann vertrautes, zum Verzehr bestimmtes Blattgemüse verwendet werden.
- Mangoblätter für eine kleine Schale und Kusha-Gras zum Umlegen. Ein sauberer wiederverwendbarer Teller ist eine praktische Anpassung, wenn die Blattmaterialien fehlen.
- Ein kleines Gefäß für eine Gabe ungekochten Reises und eine Dakshina nach deinen Möglichkeiten. Sprich vorher ab, wer die Lebensmittel und die Gabe erhalten soll.
Das traditionelle Reismaß lautet acht kleine Handvoll, beim Abmessen unter Ausschluss zweier Finger. Dies ist ein rituelles Handmaß, keine feste Grammangabe. Bereite daraus die Mahlzeit des Gelübdes; weitere Mitessende können zusätzliche Portionen erhalten.
Durchführung
1. Das Gelübde aufnehmen
Wasche dich, bereite den Platz vor und stelle die Gaben bereit. Richte deine Aufmerksamkeit auf Budha und auf die Menschen, denen du verbunden bist. Als Sankalpa kannst du in eigenen Worten sagen: „An diesem Mittwoch-Ashtami halte ich das Budhashtami-Gelübde. Mögen meine Gedanken klar, meine Worte hilfreich und meine Beziehungen von Fürsorge getragen sein.“ Diese deutsche Absicht ist eine persönliche Formulierung.
Stelle dir Budha auf dem Lotos vor, mit Bogen und Pfeilen. Betrachte seine Gestalt als Ganzes und verneige dich.
2. Budha mit fünf Gaben empfangen
Die Quelle nennt für die Verehrung folgenden Mantra. Sprich ihn bei jeder der fünf Gaben einmal:
buṃ budhāya svāhā ||
Bedeutung: „Bum – Budha sei diese Gabe geweiht.“ Bija buṃ ist die Keimsilbe Budhas; Svaha widmet die Gabe der Gottheit. Hier begleitet das Wort eine Puja, kein zusätzliches Feueropfer.
- Bringe Gandha, den Duft, dar: Gib einen kleinen Punkt Sandelpaste auf einen Opferteller oder an den dafür geeigneten Bildsockel.
- Lege Pushpa, eine Blüte, vor Budha.
- Zeige Dhupa, das Räucherwerk, vor dem Bild und stelle es sicher ab.
- Zeige Dipa, die brennende Lampe, und stelle sie auf ihre feuerfeste Unterlage zurück.
- Bringe Naivedya dar: Stelle eine Portion der zubereiteten Reisspeise vor Budha. Halte einen Augenblick inne und widme die Speise seiner Gegenwart.
3. Die Geschichte des Gelübdes hören
Lies die folgende Vrata Katha langsam vor oder bitte eine andere Person, sie vorzulesen. Sie gibt die Erzählung des Garuda Purana in deutscher Nacherzählung wieder.
In Pataliputra lebte der Brahmane Vira mit seiner Frau Rambha, dem Sohn Kaushika und der Tochter Vijaya. Zur Familie gehörte ein Stier. Eines Tages nahm Kaushika das Tier zur Ganga mit. Während er sich bei den Hirten aufhielt, stahlen Diebe den Stier. Verzweifelt suchte Kaushika nach ihm. Seine Schwester, die zum Wasserholen gekommen war, schloss sich ihm an.
Hungrig und durstig gelangten die Geschwister zu einem See. Dort sahen sie himmlische Frauen, die eine Verehrung ausführten. Kaushika bat sie um Essen. Die Frauen luden die Geschwister ein, sich zunächst an ihrem Gelübde zu beteiligen. Beide verehrten Budha und erhielten danach zwei Blattschalen mit Speise. Als die Frauen fortgegangen waren, fanden die Geschwister den Stier wieder und kehrten am Abend erleichtert nach Hause zurück.
Später dachte der Vater über einen Ehemann für seine herangewachsene Tochter nach. Sein Gedanke fiel auf Yama. Kaushika hielt das Gelübde mit dem Wunsch nach einer königlichen Aufgabe und wurde König von Ayodhya. Vijaya wurde mit Yama vermählt.
Yama bat Vijaya, während seiner Abwesenheit eine bestimmte Tür nicht zu öffnen. Sie öffnete sie dennoch und erblickte ihre Mutter in schmerzhafter Gebundenheit. Erschüttert suchte sie Hilfe. Durch Kaushika erfuhr sie erneut vom befreienden Gelübde. Sie hielt es in Anteilnahme an ihrer Mutter. Die Erzählung endet damit, dass die Mutter von ihrem Leiden frei wird und in den Himmel gelangt.
Die Geschichte verbindet den Wunsch nach eigenem Wohlergehen mit Mitgefühl für die Familie. Die verheißene Befreiung gehört zur religiösen Aussage des Purana; für die eigene Praxis kann daraus der Vorsatz wachsen, sich auch um die Not anderer zu kümmern.
4. Reis und Unterstützung weitergeben
Fülle das vorbereitete Gefäß mit ungekochtem Reis und übergib es zusammen mit der Dakshina. Das Purana nennt dafür eine Karkari, ein kleines Gefäß. Die Gabe soll nach den eigenen Möglichkeiten erfolgen. Wähle einen Empfänger, der sie sinnvoll verwenden kann, beispielsweise eine Person, die die Verehrung begleitet hat, oder einen vorher abgesprochenen Haushalt.
5. Die rituelle Mahlzeit einnehmen
Gib die gekochte Reisspeise mit Blattgemüse und Tamarinde in die vorbereitete Mangoblattschale, die von Kusha umgeben ist, beziehungsweise auf den gewählten Teller. Empfange die Speise als Prasada. Iss ruhig und mit Dankbarkeit; bei gemeinsamer Durchführung teile sie mit den anderen.
Diese Fassung beschreibt eine geregelte Mahlzeit. Sie schreibt weder einen Verzicht auf Trinkwasser noch eine zusätzliche lange Fastenfolge vor. Ein mehrjähriger Gelübdezyklus ist für diese einzelne Budhashtami-Feier ebenfalls nicht genannt.
6. Die Feier beenden
Verneige dich vor Budha. Nimm einen konkreten Gedanken aus der Geschichte mit: etwa eine Person anzurufen, eine Hilfe zu leisten oder einen familiären Streit versöhnlich anzusprechen. Lösche die Lampe nach der Verehrung und räume den Platz auf. Genießbare Gaben werden verwendet, Pflanzenreste kompostiert und Gefäße gereinigt.
Mantra in Devanagari
बुं बुधाय स्वाहा ॥
Quellen und weiterführende Artikel
- Garuda Purana, Acharakanda, Kapitel 132, Verse 3–21: Budhashtami-Gelübde, fünffache Verehrung, Mantra, Reisgabe und Erzählung. Sanskrittext.
- Agni Purana, Kapitel 184, Verse 9–21, überliefert eine verwandte Fassung mit abweichenden Einzelheiten der Erzählung. Der vorliegende Ablauf folgt dem Garuda Purana.
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