Shukarahasya Upanishad

Aus Yogawiki

Shukarahasya Upanishad (Sanskrit: शुकरहस्योपनिषत्, IAST: Śukarahasyopaniṣat), auch Śuka-Rahasya-Upanishad, behandelt das Geheimnis der großen vedantischen Lehrsätze, der Mahāvākyas. Sie wird traditionell dem Krishna Yajurveda und den allgemeinen Vedānta-Upanishaden zugeordnet. In ihrer Rahmenerzählung bittet Vyāsa Śiva, seinen Sohn Śuka in die Erkenntnis des Brahman einzuweisen. Die Schrift verbindet nichtduale Selbsterkenntnis mit Mantra, Nyāsa, Meditation und Verehrung des Guru. Ihr philosophischer Mittelpunkt ist die Aussage, dass das wahre Selbst nicht von Brahman verschieden ist.

Die Shukarahasya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Shukarahasya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Eröffnungsvers – Verehrung der Mahāvākya-Lehre
prajñānādimahāvākyarahasyādikalevaram |
vikalevarakaivalyaṃ tripādrāmamahaṃ bhaje ||

Ich verehre Rāma, den „Dreiviertelgestaltigen“: Er verkörpert das Geheimnis der großen Lehrsätze, beginnend mit „Bewusstsein ist Brahman“, und ist die körperlose Alleinheit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: prajñāna-ādi – mit „Bewusstsein“ beginnend; mahā – groß; vākya – Lehrsatz; rahasya-ādi – Geheimnis und Weiteres; kalevaram – Körper, Verkörperung; vi-kalevara – körperlos; kaivalyam – Alleinheit, Befreiung; tri-pād – dreifüßig, drei Viertel umfassend; rāmam – Rāma; aham – ich; bhaje – verehre.

Hinweis: Die symbolische Bezeichnung tripād wird im Vers nicht erklärt. „Dreiviertelgestaltig“ ist eine wörtliche Annäherung, keine gesicherte Auslegung. Die beiden langen Komposita sind Anreden beziehungsweise Beschreibungen des Verehrten; die Übersetzung löst sie in einen deutschen Satz auf.

Shanti-Mantra zu Beginn
oṃ saha nāvavatu ||
saha nau bhunaktu ||
saha vīryaṃ karavāvahai ||
tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

Om. Möge er uns beide gemeinsam beschützen. Möge er uns beide gemeinsam nähren. Mögen wir gemeinsam Kraft entfalten. Möge unser beider Studium strahlend sein. Mögen wir einander nicht hassen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; saha – gemeinsam; nau – uns beide; avatu – möge beschützen; saha – gemeinsam; nau – uns beide; bhunaktu – möge nähren, zugutekommen lassen; saha – gemeinsam; vīryam – Kraft; karavāvahai – mögen wir beide entfalten; tejasvi – strahlend, kraftvoll; nau – unser beider; adhītam – das Studierte, Studium; astu – möge sein; – nicht; vidviṣāvahai – mögen wir beide einander hassen.

Hinweis: Es handelt sich um ein zusammenhängendes, unnummeriertes Friedensgebet. Der anschließende Friedensruf steht separat. „Er“ benennt das im Sanskrit unausgesprochene Subjekt; im religiösen Verständnis ist der göttliche Beistand gemeint.

Dreifacher Friedensruf
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; śāntiḥ – Frieden, dreimal ausgesprochen.

Rahmenerzählung: Die Frage an Brahmā
athāto rahasyopaniṣadaṃ vyākhyāsyāmo devarṣayo brahmāṇaṃ sampūjya praṇipatya papracchurbhagavannasmākaṃ rahasyopaniṣadaṃ brūhīti |
so'bravīt |

Nun wollen wir die geheime Upanishad erklären. Die göttlichen Seher verehrten Brahmā, verneigten sich und fragten: „Erhabener, verkünde uns die geheime Upanishad!“ Er sprach:

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; ataḥ – daher, jetzt anschließend; rahasya-upaniṣadam – die geheime Upanishad; vyākhyāsyāmaḥ – wir werden erklären; deva-ṛṣayaḥ – göttliche Seher; brahmāṇam – Brahmā; sampūjya – nachdem sie verehrt hatten; praṇipatya – nachdem sie sich verneigt hatten; papracchuḥ – sie fragten; bhagavan – Erhabener; asmākam – uns, für uns; brūhi – sprich, verkünde; iti – so; saḥ – er; abravīt – sprach.

Einleitung, Vers 1 – Vyāsa vor Śiva
purā vyāso mahātejāḥ sarvavedataponidhiḥ |
praṇipatya śivaṃ sāmbaṃ kṛtāñjaliruvāca ha || 1 ||

Einst verneigte sich der überaus strahlende Vyāsa, eine Schatzkammer aller Veden und der Askese, vor Śiva samt Ambā und sprach mit gefalteten Händen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: purā – einst; vyāsaḥ – Vyāsa; mahā-tejāḥ – von großem Glanz; sarva – alle; veda – Veden; tapas – Askese; nidhiḥ – Schatzkammer; praṇipatya – nachdem er sich verneigt hatte; śivam – vor Śiva; sa-ambam – mit Ambā; kṛta-añjaliḥ – mit gefalteten Händen; uvāca – sprach; ha – erzählende Bekräftigung.

Hinweis: Sāmba bedeutet hier „mit Ambā“. Es wird nicht als Name einer anderen Person verstanden.

Einleitung, Vers 2: Bitte um Einweihung
śrīvedavyāsa uvāca |
devadeva mahāprājña pāśacchedadṛḍhavrata |
śukasya mama putrasya vedasaṃskārakarmaṇi || 2 ||

Der ehrwürdige Vedavyāsa sprach: „Gott der Götter, höchst Weiser, fest entschlossen, die Fesseln zu durchtrennen! Bei der vedischen Einweihung meines Sohnes Śuka …“

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-vedavyāsaḥ – der ehrwürdige Vedavyāsa; uvāca – sprach; deva-deva – Gott der Götter; mahā-prājña – höchst Weiser; pāśa-cheda – Durchtrennung der Fesseln; dṛḍha-vrata – von festem Gelübde; śukasya – Śukas; mama – meines; putrasya – Sohnes; veda-saṃskāra-karmaṇi – bei der Handlung der vedischen Weihe.

Hinweis: Der Satz geht im folgenden Vers weiter. Die Verse bleiben einzeln übersetzt.

Einleitung, Vers 3: Die Stunde der Unterweisung
brahmopadeśakālo'yamidānīṃ samupasthitaḥ |
brahmopadeśaḥ kartavyo bhavatādya jagadguro || 3 ||

„… ist jetzt die Stunde der Unterweisung in Brahman gekommen. Diese Unterweisung soll heute durch dich erfolgen, Lehrer der Welt!“

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahma-upadeśa-kālaḥ – Zeit der Brahman-Unterweisung; ayam – diese; idānīm – jetzt; samupasthitaḥ – eingetreten; brahma-upadeśaḥ – Unterweisung in Brahman; kartavyaḥ – zu vollziehen; bhavatā – durch dich; adya – heute; jagad-guro – Lehrer der Welt.

Einleitung, Vers 4: Die Folge der Erkenntnis
īśvara uvāca |
mayopadiṣṭe kaivalye sākṣādbrahmaṇi śāśvate |
vihāya putro nirvedātprakāśaṃ yāsyati svayam || 4 ||

Īśvara sprach: „Wenn ich die Alleinheit, das unmittelbar gegenwärtige, ewige Brahman lehre, wird dein Sohn aus Loslösung fortgehen und von selbst zum Licht gelangen.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: īśvaraḥ – der Herr; uvāca – sprach; mayā upadiṣṭe – wenn durch mich gelehrt worden ist; kaivalye – die Alleinheit, Befreiung; sākṣāt – unmittelbar; brahmaṇi – Brahman; śāśvate – das ewige; vihāya – zurücklassend; putraḥ – der Sohn; nirvedāt – aus Ernüchterung, Loslösung; prakāśam – zum Licht, zur Offenbarkeit; yāsyati – wird gehen; svayam – von selbst.

Hinweis: Was er zurücklässt, bleibt grammatisch unausgesprochen; im Erzählzusammenhang ist sein bisheriges gebundenes Leben gemeint.

Einleitung, Vers 5: Vyāsas Zustimmung
śrīvedavyāsa uvāca |
yathā tathā vā bhavatu hyupanāyanakarmaṇi |
upadiṣṭe mama sute brahmaṇi tvatprasādataḥ || 5 ||

Der ehrwürdige Vedavyāsa sprach: „Mag es so oder anders kommen! Wenn meinem Sohn bei der Einweihung durch deine Gnade Brahman gelehrt wird …“

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-vedavyāsaḥ uvāca – der ehrwürdige Vedavyāsa sprach; yathā tathā vā – so oder anders; bhavatu – es möge geschehen; hi – gewiss; upanāyana-karmaṇi – bei der Einweihungshandlung; upadiṣṭe – wenn gelehrt worden ist; mama sute – meinem Sohn; brahmaṇi – Brahman; tvat-prasādataḥ – durch deine Gnade.

Hinweis: Die Bitte wird im folgenden Vers vollendet.

Einleitung, Vers 6: Erkenntnis und Befreiung
sarvajño bhavatu kṣipraṃ mama putro maheśvara |
tava prasādasampanno labhenmuktiṃ caturvidhām || 6 ||

„… möge mein Sohn rasch allwissend werden, großer Herr! Mit deiner Gnade beschenkt, möge er die vierfache Befreiung erlangen.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: sarva-jñaḥ – alles wissend; bhavatu – möge werden; kṣipram – rasch; mama putraḥ – mein Sohn; maheśvara – großer Herr; tava – deiner; prasāda-sampannaḥ – mit Gnade beschenkt; labhet – möge erlangen; muktim – Befreiung; catur-vidhām – vierfach.

Hinweis: Der Vers nennt die vier Formen nicht einzeln. Eine spätere systematische Aufzählung ist deshalb kein Bestandteil seiner Übersetzung.

Einleitung, Vers 7: Śiva als Lehrer
tacchṛtvā vyāsavacanaṃ sarvadevarṣisaṃsadi |
upadeṣṭuṃ sthitaḥ śambhuḥ sāmbo divyāsane mudā || 7 ||

Als Śambhu Vyāsas Worte gehört hatte, nahm er freudig mit Ambā auf einem göttlichen Sitz Platz, um in der Versammlung aller Götter und Seher zu lehren.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat – dies; śrutvā – gehört habend; vyāsa-vacanam – Vyāsas Worte; sarva-deva-ṛṣi-saṃsadi – in der Versammlung aller Götter und Seher; upadeṣṭum – um zu unterweisen; sthitaḥ – niedergelassen, verweilend; śambhuḥ – Śambhu, Śiva; sa-ambaḥ – mit Ambā; divya-āsane – auf einem göttlichen Sitz; mudā – mit Freude.

Einleitung, Vers 8: Śuka empfängt Om
kṛtakṛtyaḥ śukastatra samāgatya subhaktimān |
tasmātsa praṇavaṃ labdhvā punarityabravīcchivam || 8 ||

Śuka kam dorthin, zutiefst ergeben und einer, der das zu Tuende erfüllt hatte. Nachdem er von ihm den Praṇava empfangen hatte, sprach er erneut zu Śiva.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṛta-kṛtyaḥ – einer, der das zu Tuende getan hat; śukaḥ – Śuka; tatra – dort; samāgatya – hingekommen; su-bhaktimān – sehr hingebungsvoll; tasmāt – von ihm; saḥ – er; praṇavam – den Praṇava, Om; labdhvā – empfangen habend; punaḥ – erneut; iti – so; abravīt – sprach; śivam – zu Śiva.

Einleitung, Vers 9: Anrufung des mitfühlenden Lehrers
śrīśuka uvāca |
devādideva sarvajña saccidānanda lakṣaṇa |
umāramaṇa bhūteśa prasīda karuṇānidhe || 9 ||

Der ehrwürdige Śuka sprach: „Ur-Gott der Götter, Allwissender, dessen Wesen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit ist; Geliebter Umās, Herr der Wesen, Schatz des Mitgefühls, sei gnädig!“

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-śukaḥ uvāca – der ehrwürdige Śuka sprach; deva-ādi-deva – ursprünglicher Gott der Götter; sarva-jña – Allwissender; sat-cit-ānanda-lakṣaṇa – durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit gekennzeichnet; umā-ramaṇa – Geliebter Umās; bhūta-īśa – Herr der Wesen; prasīda – sei gnädig; karuṇā-nidhe – Schatz des Mitgefühls.

Einleitung, Vers 10: Die großen Lehrsätze
upadiṣṭaṃ parabrahma praṇavāntargataṃ param |
tattvamasyādivākyānāṃ prajñādīnāṃ viśeṣataḥ || 10 ||

„Das höchste Brahman, das im Praṇava enthaltene Höchste, ist gelehrt worden. Von den Sätzen wie ‚Das bist du‘ und insbesondere den mit ‚Bewusstsein‘ beginnenden …“

Wort-für-Wort-Erläuterung: upadiṣṭam – gelehrt; para-brahma – höchstes Brahman; praṇava-antar-gatam – im Om enthalten; param – das Höchste; tat-tvam-asi-ādi-vākyānām – der Sätze beginnend mit „Das bist du“; prajñā-ādīnām – der mit Erkenntnis beziehungsweise Bewusstsein beginnenden; viśeṣataḥ – insbesondere.

Hinweis: Die syntaktische Ergänzung folgt in Vers 11.

Einleitung, Vers 11: Die sechs Begleitglieder
śrotumicchāmi tattvena ṣaḍaṅgāni yathākramam |
vaktavyāni rahasyāni kṛpayādya sadāśiva || 11 ||

„… möchte ich die sechs Glieder in ihrer Reihenfolge und ihrem wahren Wesen hören. Bitte verkünde heute aus Güte diese Geheimnisse, Sadāśiva!“

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrotum – zu hören; icchāmi – ich wünsche; tattvena – wahrheitsgemäß, ihrem Wesen nach; ṣaṭ-aṅgāni – sechs Glieder; yathā-kramam – in der gehörigen Reihenfolge; vaktavyāni – sollen gesagt werden; rahasyāni – die Geheimnisse; kṛpayā – aus Güte; adya – heute; sadāśiva – immer gütiger Śiva.

Hinweis: Die nachfolgende Mantraeinrichtung nennt Seher, Versmaß, Gottheit, Keimsilbe, Kraft und „Riegel“; hinzu kommen Anwendung und Nyāsa.

Einleitung, Vers 12: Die Frage nach dem vedischen Geheimnis
śrīsadāśiva uvāca |
sādhu sādhu mahāprājña śuka jñānanidhe mune |
praṣṭavyaṃ tu tvayā pṛṣṭaṃ rahasyaṃ vedagarbhitam || 12 ||

Der ehrwürdige Sadāśiva sprach: „Gut, gut, höchst weiser Śuka, Weiser und Schatz der Erkenntnis! Du hast nach dem gefragt, wonach zu fragen ist: dem in den Veden verborgenen Geheimnis.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-sadāśivaḥ uvāca – der ehrwürdige Sadāśiva sprach; sādhu sādhu – gut, gut; mahā-prājña – höchst Weiser; śuka – Śuka; jñāna-nidhe – Schatz der Erkenntnis; mune – Weiser; praṣṭavyam – das zu Erfragende; tu – aber, nun; tvayā – durch dich; pṛṣṭam – erfragt; rahasyam – Geheimnis; veda-garbhitam – in den Veden enthalten, verborgen.

Einleitung, Vers 13: Anspruch der Geheimlehre
rahasyopaniṣannāmnā saṣaḍaṅgamihocyate |
yasya vijñānamātreṇa mokṣaḥ sākṣānna saṃśayaḥ || 13 ||

„Hier wird es unter dem Namen ‚Geheime Upanishad‘ mitsamt den sechs Gliedern dargelegt. Allein durch seine Erkenntnis erfolgt unmittelbare Befreiung; daran besteht kein Zweifel.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: rahasya-upaniṣat-nāmnā – unter dem Namen Geheime Upanishad; sa-ṣaṭ-aṅgam – mit sechs Gliedern; iha – hier; ucyate – wird gesagt; yasya – dessen; vijñāna-mātreṇa – allein durch Erkenntnis; mokṣaḥ – Befreiung; sākṣāt – unmittelbar; na saṃśayaḥ – kein Zweifel.

Hinweis: Dies ist der religiöse Selbstanspruch des Textes, kein unabhängig überprüftes Wirkversprechen.

Einleitung, Vers 14: Vollständige Unterweisung
aṅgahīnāni vākyāni gururnopadiśetpunaḥ |
saṣaḍaṅgānyupadiśenmahāvākyāni kṛtsnaśaḥ || 14 ||

„Der Guru soll die Lehrsätze nicht ohne ihre Glieder unterweisen. Er soll die großen Lehrsätze vielmehr vollständig mit den sechs Gliedern lehren.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: aṅga-hīnāni – ohne Glieder; vākyāni – Sätze; guruḥ – Lehrer; na upadiśet – soll nicht unterweisen; punaḥ – vielmehr, wiederum; sa-ṣaṭ-aṅgāni – mit sechs Gliedern; upadiśet – soll lehren; mahā-vākyāni – große Lehrsätze; kṛtsnaśaḥ – vollständig.

Einleitung, Vers 15: Rang der Upanishad
caturṇāmapi vedānāṃ yathopaniṣadaḥ śiraḥ |
iyaṃ rahasyopaniṣattathopaniṣadāṃ śiraḥ || 15 ||

„Wie die Upanishaden das Haupt der vier Veden sind, so ist diese Geheime Upanishad das Haupt der Upanishaden.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: caturṇām api – aller vier; vedānām – der Veden; yathā – wie; upaniṣadaḥ – die Upanishaden; śiraḥ – Haupt; iyam – diese; rahasya-upaniṣat – Geheime Upanishad; tathā – so; upaniṣadām – der Upanishaden.

Hinweis: Eine traditionelle Rangbehauptung, keine neutrale Rangliste der Schriften.

Einleitung, Vers 16: Erkenntnis und religiöses Verdienst
rahasyopaniṣadbrahma dhyātaṃ yena vipaścitā |
tīrthairmantraiḥ śrutairjapyaistasya kiṃ puṇyahetubhiḥ || 16 ||

„Wozu braucht der Einsichtige, der über das Brahman dieser Geheimen Upanishad meditiert hat, noch Pilgerstätten, Mantras, gehörte Lehren und Rezitationen als Ursachen religiösen Verdienstes?“

Wort-für-Wort-Erläuterung: rahasya-upaniṣad-brahma – Brahman der Geheimen Upanishad; dhyātam – meditiert; yena – durch welchen; vipaścitā – Einsichtigen; tīrthaiḥ – mit Pilgerstätten; mantraiḥ – mit Mantras; śrutaiḥ – mit Gehörtem, überlieferten Lehren; japyaiḥ – mit zu Rezitierendem; tasya – für ihn; kim – wozu; puṇya-hetubhiḥ – mit Ursachen religiösen Verdienstes.

Hinweis: Der Vers stellt Erkenntnis über verdienstorientierte Praxis, nicht notwendig über jedes Ritual als solches.

Einleitung, Vers 17: Betrachtung und Rezitation
vākyārthasya vicāreṇa yadāpnoti śaracchatam |
ekavārajapenaiva ṛṣyādidhyānataśca yat || 17 ||

„Was man durch hundert Jahre Untersuchung des Satzsinns erreicht – das [erreicht man] schon durch einmalige Rezitation und Meditation über den Seher und die übrigen Glieder.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: vākya-arthasya – des Sinns des Satzes; vicāreṇa – durch Untersuchung; yat – was; āpnoti – man erreicht; śarat-śatam – hundert Herbste, hundert Jahre; eka-vāra-japena – durch einmalige Rezitation; eva – allein, schon; ṛṣi-ādi-dhyānataḥ – durch Meditation über den Seher und die übrigen Glieder; ca – und; yat – was.

Hinweis: Der Sanskritsatz ist elliptisch und wiederholt yat, ohne ein ausdrücklich ausgeführtes Korrelat. Die deutsche Ergänzung ist markiert. Die Zeitangabe gehört zur traditionellen Verherrlichung der Praxis.

Mahāvākya-Mantra: Seher, Versmaß und Anwendung
oṃ asya śrīmahāvākyamahāmantrasya haṃsa ṛṣiḥ |
avyaktagāyatrī chandaḥ |
paramahaṃso devatā |
haṃ bījam |
saḥ śaktiḥ |
so'haṃ kīlakam |
mama paramahaṃsaprītyarthe mahāvākyajape viniyogaḥ |

Om. Für diesen erhabenen großen Mantra der Mahāvākyas ist Haṃsa der Seher, Avyakta-Gāyatrī das Versmaß und Paramahaṃsa die Gottheit. Haṃ ist die Keimsilbe, saḥ die Kraft und so’ham der Riegel. Die Anwendung besteht in meiner Rezitation der Mahāvākyas zur Freude des Paramahaṃsa.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; asya – dieses; śrī-mahāvākya-mahāmantrasya – des erhabenen großen Mantras der großen Lehrsätze; haṃsaḥ – Haṃsa, Schwan; ṛṣiḥ – Seher; avyakta-gāyatrī – nicht offenbare Gāyatrī; chandaḥ – Versmaß; paramahaṃsaḥ – höchster Schwan; devatā – Gottheit; haṃ – Keimlaut haṃ; bījam – Keim; saḥ – er, hier Mantralaut; śaktiḥ – Kraft; saḥ aham – er bin ich; kīlakam – Riegel, Befestigung; mama – meine, für mich; paramahaṃsa-prīti-arthe – zur Freude des Paramahaṃsa; mahāvākya-jape – bei der Rezitation der großen Lehrsätze; viniyogaḥ – Anwendung, rituelle Zweckbestimmung.

Hinweis: Die rituellen Kategorien werden übersetzt, nicht als empirisch wirksame Mechanismen erklärt. „Riegel“ ist eine technische Mantrabezeichnung.

Hand-Nyāsa: Daumen
satyaṃ jñānamanantaṃ brahma aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |

Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis und Unendlichkeit.“ Den beiden Daumen: namaḥ, Verehrung!

Wort-für-Wort-Erläuterung: satyam – Wahrheit, Wirklichkeit; jñānam – Erkenntnis; anantam – unendlich; brahma – Brahman; aṅguṣṭhābhyām – den beiden Daumen; namaḥ – Verehrung.

Hinweis: Nyāsa bezeichnet die rituelle Zuordnung von Mantras zu Körperstellen. Die Handgesten selbst werden hier nicht näher beschrieben.

Hand-Nyāsa: Zeigefinger
nityānando brahma tarjanībhyāṃ svāhā |

Brahman ist ewige Glückseligkeit.“ Den beiden Zeigefingern: svāhā!

Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya-ānandaḥ – ewige Glückseligkeit; brahma – Brahman; tarjanībhyām – den beiden Zeigefingern; svāhā – ritueller Darbringungsruf.

Hinweis: Die Ritualrufe bleiben als Laute erhalten; sie sind keine gewöhnlichen deutschen Satzwörter.

Hand-Nyāsa: Mittelfinger
nityānandamayaṃ brahma madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |

Brahman ist ganz von ewiger Glückseligkeit erfüllt.“ Den beiden Mittelfingern: vaṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya-ānanda-mayam – aus ewiger Glückseligkeit bestehend, davon erfüllt; brahma – Brahman; madhyamābhyām – den beiden Mittelfingern; vaṣaṭ – ritueller Opferruf.

Hand-Nyāsa: Ringfinger
yo vai bhūmā anāmikābhyāṃ hum |

„Er, der wahrhaft die Fülle ist.“ Den beiden Ringfingern: hum!

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – welcher, er der; vai – wahrhaft; bhūmā – Fülle, Unbegrenztheit; anāmikābhyām – den beiden Ringfingern; hum – ritueller Mantralaut.

Hand-Nyāsa: kleine Finger
yo vai bhūmādipatiḥ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |

„Er, der wahrhaft der Herr der Fülle ist.“ Den beiden kleinen Fingern: vauṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – welcher, er der; vai – wahrhaft; bhūma-adhipatiḥ – Herr der Fülle; kaniṣṭhikābhyām – den beiden kleinen Fingern; vauṣaṭ – ritueller Opferruf.

Hinweis: Die Vorlage hat hier bhūmādipatiḥ, im entsprechenden Körper-Nyāsa bhūmādhipatiḥ. Die Übersetzung versteht beide als „Herr der Fülle“; die Schreibungen werden im Sanskrit nicht stillschweigend vereinheitlicht.

Hand-Nyāsa: Handflächen und Handrücken
ekamevādvitīyaṃ brahma karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |

Brahman ist das Eine allein, ohne ein Zweites.“ Den Handflächen und Handrücken: phaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: ekam – eines; eva – allein; a-dvitīyam – ohne Zweites; brahma – Brahman; kara-tala – Handfläche; kara-pṛṣṭha – Handrücken; -ābhyām – den beiden beziehungsweise beiden Seiten; phaṭ – ritueller Mantralaut.

Körper-Nyāsa: Herz
satyaṃ jñānamanantaṃ brahma hṛdayāya namaḥ |

Brahman ist Wahrheit, Erkenntnis und Unendlichkeit.“ Dem Herzen: namaḥ, Verehrung!

Wort-für-Wort-Erläuterung: satyam – Wahrheit; jñānam – Erkenntnis; anantam – unendlich; brahma – Brahman; hṛdayāya – dem Herzen; namaḥ – Verehrung.

Körper-Nyāsa: Kopf
nityānando brahma śirase svāhā |

Brahman ist ewige Glückseligkeit.“ Dem Kopf: svāhā!

Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya-ānandaḥ – ewige Glückseligkeit; brahma – Brahman; śirase – dem Kopf; svāhā – Darbringungsruf.

Körper-Nyāsa: Scheitelhaarbüschel
nityānandamayaṃ brahma śikhāyai vaṣaṭ |

Brahman ist ganz von ewiger Glückseligkeit erfüllt.“ Dem Scheitelhaarbüschel: vaṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: nitya-ānanda-mayam – aus ewiger Glückseligkeit bestehend; brahma – Brahman; śikhāyai – der Śikhā, dem Scheitelhaarbüschel; vaṣaṭ – Opferruf.

Körper-Nyāsa: Schutzpanzer
yo vai bhūmā kavacāya hum |

„Er, der wahrhaft die Fülle ist.“ Dem Schutzpanzer: hum!

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – welcher; vai – wahrhaft; bhūmā – Fülle; kavacāya – dem Panzer, Schutz; hum – Mantralaut.

Hinweis: „Schutzpanzer“ ist hier eine rituelle Vorstellung.

Körper-Nyāsa: drei Augen
yo vai bhūmādhipatiḥ netratrayāya vauṣaṭ |

„Er, der wahrhaft der Herr der Fülle ist.“ Den drei Augen: vauṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – welcher; vai – wahrhaft; bhūma-adhipatiḥ – Herr der Fülle; netra-trayāya – der Dreiheit der Augen; vauṣaṭ – Opferruf.

Hinweis: Die drei Augen gehören zur religiösen Symbolik, nicht zur anatomischen Beschreibung.

Körper-Nyāsa: Schutzwaffe
ekamevādvitīyaṃ brahma astrāya phaṭ |

Brahman ist das Eine allein, ohne ein Zweites.“ Der Waffe: phaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: ekam eva – das Eine allein; a-dvitīyam – ohne Zweites; brahma – Brahman; astrāya – der Waffe; phaṭ – Mantralaut.

Hinweis: Die Waffe ist Bestandteil der rituellen Schutzsymbolik.

Rituelle Begrenzung der Himmelsrichtungen
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ |

Mit „Bhūr, Bhuvaḥ, Suvar, Om“ erfolgt die rituelle Bindung der Himmelsrichtungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhūḥ – Erde; bhuvaḥ – Zwischenraum; suvaḥ – Himmelswelt; oṃ – Om; iti – so, mit diesen Worten; diś – Himmelsrichtung; bandhaḥ – Bindung, Begrenzung.

Guru-Meditation, Vers 1 – Der wahre Lehrer
dhyānam |
nityānandaṃ paramasukhadaṃ kevalaṃ jñānamūrtiṃ viśvātītaṃ gaganasadṛśaṃ tattvamasyādilakṣyam ||
ekaṃ nityaṃ vimalamacalaṃ sarvadhīsākṣibhūtaṃ bhāvātītaṃ triguṇarahitaṃ sadguruṃ taṃ namāmi || 1 ||

Meditation: Ich verneige mich vor jenem wahren Guru, der ewige Glückseligkeit ist, höchste Freude schenkt, allein und Verkörperung der Erkenntnis ist; der die Welt übersteigt, dem offenen Raum gleicht und auf den Sätze wie „Das bist du“ hinweisen; der einer, ewig, makellos und unbewegt ist, Zeuge aller Verstandestätigkeit, jenseits aller Zustände und frei von den drei Guṇas.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dhyānam – Meditation; nitya-ānandam – ewige Glückseligkeit; parama-sukha-dam – höchste Freude schenkend; kevalam – allein, ausschließlich; jñāna-mūrtim – Verkörperung der Erkenntnis; viśva-atītam – die Welt überschreitend; gagana-sadṛśam – dem Raum gleich; tat-tvam-asi-ādi-lakṣyam – das durch „Das bist du“ und ähnliche Sätze Bezeichnete; ekam – eines; nityam – ewig; vimalam – makellos; acalam – unbewegt; sarva – alle; dhī – Verstandestätigkeit; sākṣi-bhūtam – als Zeuge bestehend; bhāva-atītam – jenseits der Zustände, des Werdens; tri-guṇa-rahitam – frei von den drei Eigenschaften; sat-gurum – den wahren Guru; tam – jenen; namāmi – ich verneige mich.

Hinweis: Die Vorlage trennt diesen einen nummerierten Vers durch einen Absatz zwischen seinen beiden Hälften. Hier stehen beide Hälften unter einer einzigen Überschrift; es werden keine verschiedenen Verse zusammengezogen.

Mahāvākya 1: Bewusstsein ist Brahman
atha mahāvākyāni catvāri |
yathā |
oṃ prajñānaṃ brahma || 1 ||

Nun die vier großen Lehrsätze, und zwar: Om. Bewusstsein ist Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; mahā-vākyāni – große Lehrsätze; catvāri – vier; yathā – wie folgt; oṃ – Om; prajñānam – Bewusstsein, erkennendes Gewahrsein; brahma – Brahman.

Mahāvākya 2: Ich bin Brahman
oṃ ahaṃ brahmāsmi || 2 ||

Om. Ich bin Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; aham – ich; brahma – Brahman; asmi – bin.

Mahāvākya 3: Das bist du
oṃ tattvamasi || 3 ||

Om. Das bist du.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; tat – das; tvam – du; asi – bist.

Mahāvākya 4: Dieses Selbst ist Brahman
oṃ ayamātmā brahma || 4 ||

Om. Dieses Selbst ist Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; ayam – dieses; ātmā – Selbst; brahma – Brahman.

Traditionelle Frucht der Rezitation
tattvamasītyabhedavācakamidaṃ ye japanti te śivassāyujyamuktibhājo bhavanti ||

Diejenigen, die dieses die Nichtverschiedenheit ausdrückende „Das bist du“ rezitieren, erlangen Anteil an der Befreiung durch Vereinigung mit Śiva.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat tvam asi – das bist du; iti – so; a-bheda-vācakam – Nichtverschiedenheit ausdrückend; idam – dieses; ye – diejenigen, die; japanti – rezitieren; te – sie; śiva-sāyujya-mukti – Befreiung durch Vereinigung mit Śiva; bhājaḥ – Anteilhabende; bhavanti – werden.

Hinweis: Eine traditionelle Heilsverheißung des Textes.

Tat-Mantra: Einrichtung und Zweck
tatpadamahāmantrasya |
paramahaṃsaḥ ṛṣiḥ |
avyaktagāyatrī chandaḥ |
paramahaṃso devatā |
haṃ bījam |
saḥ śaktiḥ |
so'haṃ kīlakam |
mama sāyujyamuktyarthe jape viniyogaḥ |

Für den großen Mantra des Wortes „Das“ ist Paramahaṃsa der Seher, Avyakta-Gāyatrī das Versmaß und Paramahaṃsa die Gottheit. Haṃ ist die Keimsilbe, saḥ die Kraft, so’ham der Riegel. Die Anwendung bei der Rezitation dient meiner Befreiung durch Vereinigung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-pada-mahāmantrasya – des großen Mantras zum Wort „Das“; paramahaṃsaḥ – höchster Schwan; ṛṣiḥ – Seher; avyakta-gāyatrī – nicht offenbare Gāyatrī; chandaḥ – Versmaß; devatā – Gottheit; haṃ – Keimlaut; bījam – Keim; saḥ – er, Mantralaut; śaktiḥ – Kraft; so'ham – er bin ich; kīlakam – Riegel; mama – meiner; sāyujya-mukti-arthe – zum Zweck der Befreiung durch Vereinigung; jape – bei der Rezitation; viniyogaḥ – Anwendung.

Tat-Mantra, Nyāsa 1 – Tatpuruṣa und Daumen
tatpuruṣāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |

Tatpuruṣa – den beiden Daumen: Verehrung!

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-puruṣāya – Tatpuruṣa, „jenem Puruṣa“; aṅguṣṭhābhyām – den beiden Daumen; namaḥ – Verehrung.

Hinweis: Die Ziffern dieser Nyāsa-Abschnitte sind redaktionelle Orientierung, keine überlieferten Versnummern.

Tat-Mantra, Nyāsa 2 – Īśāna und Zeigefinger
īśānāya tarjanībhyāṃ svāhā |

Īśāna – den beiden Zeigefingern: svāhā!

Wort-für-Wort-Erläuterung: īśānāya – Īśāna, dem Herrscher; tarjanībhyām – den beiden Zeigefingern; svāhā – ritueller Darbringungsruf.

Tat-Mantra, Nyāsa 3 – Aghora und Mittelfinger
aghorāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |

Aghora – den beiden Mittelfingern: vaṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: aghorāya – Aghora, dem Nichtschrecklichen; madhyamābhyām – den beiden Mittelfingern; vaṣaṭ – ritueller Opferruf.

Hinweis: Nach vaṣaṭ fehlt in der Vorlage ein Satztrenner; zur klaren Abgrenzung der Formel ist ein einfacher Daṇḍa ergänzt.

Tat-Mantra, Nyāsa 4 – Sadyojāta und Ringfinger
sadyojātāya anāmikābhyāṃ hum |

Sadyojāta – den beiden Ringfingern: hum!

Wort-für-Wort-Erläuterung: sadyo-jātāya – Sadyojāta, dem sogleich Geborenen; anāmikābhyām – den beiden Ringfingern; hum – ritueller Mantralaut.

Tat-Mantra, Nyāsa 5 – Vāmadeva und kleine Finger
vāmadevāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |

Vāmadeva – den beiden kleinen Fingern: vauṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: vāmadevāya – Vāmadeva, Name einer Śiva-Gestalt; kaniṣṭhikābhyām – den beiden kleinen Fingern; vauṣaṭ – ritueller Opferruf.

Tat-Mantra, Nyāsa 6 – Die fünf Gestalten gemeinsam
tatpuruṣeśānāghorasadyojātavāmadevebhyo namaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |

Tatpuruṣa, Īśāna, Aghora, Sadyojāta und Vāmadeva: Verehrung! Den Handflächen und Handrücken: phaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: tatpuruṣa – Tatpuruṣa; īśāna – Īśāna; aghora – Aghora; sadyojāta – Sadyojāta; vāmadevebhyaḥ – Vāmadeva und den vorangehend genannten Gestalten, Dativ Plural des Gesamtkompositums; namaḥ – Verehrung; kara-tala – Handfläche; kara-pṛṣṭha – Handrücken; -ābhyām – den beiden beziehungsweise beiden Seiten; phaṭ – ritueller Mantralaut.

Tat-Mantra – Übertragung auf den Körper-Nyāsa
evaṃ hṛdayādinyāsaḥ |

Ebenso erfolgt die rituelle Zuordnung zum Herzen und den weiteren Körperstellen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evam – ebenso, auf diese Weise; hṛdaya – Herz; ādi – und Weiteres; nyāsaḥ – rituelle Zuordnung, Niederlegung.

Hinweis: Die entsprechenden Körperstellen sind im vorhergehenden allgemeinen Nyāsa genannt.

Tat-Mantra – Bindung der Himmelsrichtungen
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ |

Mit „Bhūr, Bhuvaḥ, Suvar, Om“ erfolgt die rituelle Bindung der Himmelsrichtungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhūḥ – Erde; bhuvaḥ – Zwischenraum; suvaḥ – Himmelswelt; oṃ – Om; iti – so, mit diesen Worten; diś – Himmelsrichtung; bandhaḥ – Bindung, Begrenzung.

Tat-Mantra: Meditation über das strahlende Licht
dhyānam |
jñānaṃ jñeyaṃ jñānagamyāditītaṃ śuddhaṃ buddhaṃ muktamapyavyayaṃ ca |
satyaṃ jñānaṃ saccidānandarūpaṃ dhyāyedevaṃ tanmahobhrājamānam ||

Meditation: So meditiere man über jenes strahlende Licht: über Erkenntnis, Erkanntes und das durch Erkenntnis Erreichbare hinausgehend; rein, erwacht, befreit und unvergänglich; Wahrheit, Erkenntnis, von der Gestalt des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dhyānam – Meditation; jñānam – Erkenntnis; jñeyam – das zu Erkennende; jñāna-gamya-ādi-atītam – über das durch Erkenntnis Erreichbare und Weiteres hinausgehend; śuddham – rein; buddham – erwacht; muktam – befreit; api – auch; avyayam – unvergänglich; ca – und; satyam – Wahrheit; jñānam – Erkenntnis; sat-cit-ānanda-rūpam – von der Gestalt des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit; dhyāyet – man meditiere; evam – so; tat – jenes; mahaḥ – Licht, Glanz; bhrājamānam – strahlend.

Hinweis: Die Vorlage hat die sprachlich schwierige Form jñānagamyāditītam; die Übersetzung folgt der naheliegenden Lesung „… atītam“, ohne sie im Sanskrittext zu ersetzen.

Tvam-Mantra: Einrichtung und Zweck
tvaṃpada mahāmantrasya viṣṇurṛṣiḥ |
gāyatrī chandaḥ |
paramātmā devatā |
aiṃ bījam |
klīṃ śaktiḥ |
sauḥ kīlakam |
mama muktyarthe jape viniyogaḥ |

Für den großen Mantra des Wortes „Du“ ist Viṣṇu der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Paramātman die Gottheit. Aiṃ ist die Keimsilbe, klīṃ die Kraft und sauḥ der Riegel. Die Anwendung bei der Rezitation dient meiner Befreiung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tvam-pada-mahāmantrasya – des großen Mantras zum Wort „Du“; viṣṇuḥ – Viṣṇu; ṛṣiḥ – Seher; gāyatrī – Gāyatrī; chandaḥ – Versmaß; parama-ātmā – höchstes Selbst; devatā – Gottheit; aiṃ – Mantralaut; bījam – Keim; klīṃ – Mantralaut; śaktiḥ – Kraft; sauḥ – Mantralaut; kīlakam – Riegel; mama – meiner; mukti-arthe – zum Zweck der Befreiung; jape – bei der Rezitation; viniyogaḥ – Anwendung.

Tvam-Mantra, Nyāsa 1 – Vāsudeva und Daumen
vāsudevāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |

Vāsudeva – den beiden Daumen: Verehrung!

Wort-für-Wort-Erläuterung: vāsudevāya – Vāsudeva, Name Viṣṇus; aṅguṣṭhābhyām – den beiden Daumen; namaḥ – Verehrung.

Hinweis: Die Ziffern dieser Nyāsa-Abschnitte sind redaktionell.

Tvam-Mantra, Nyāsa 2 – Saṅkarṣaṇa und Zeigefinger
saṅkarṣaṇāya tarjanībhyāṃ svāhā |

Saṅkarṣaṇa – den beiden Zeigefingern: svāhā!

Wort-für-Wort-Erläuterung: saṅkarṣaṇāya – Saṅkarṣaṇa, Name einer Viṣṇu-Gestalt; tarjanībhyām – den beiden Zeigefingern; svāhā – ritueller Darbringungsruf.

Tvam-Mantra, Nyāsa 3 – Pradyumna und Mittelfinger
pradyumnāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |

Pradyumna – den beiden Mittelfingern: vaṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: pradyumnāya – Pradyumna, Name einer Viṣṇu-Gestalt; madhyamābhyām – den beiden Mittelfingern; vaṣaṭ – ritueller Opferruf.

Tvam-Mantra, Nyāsa 4 – Aniruddha und Ringfinger
aniruddhāya anāmikābhyāṃ hum |

Aniruddha – den beiden Ringfingern: hum!

Wort-für-Wort-Erläuterung: aniruddhāya – Aniruddha, dem Ungehinderten; anāmikābhyām – den beiden Ringfingern; hum – ritueller Mantralaut.

Tvam-Mantra, Nyāsa 5 – Vāsudeva und kleine Finger
vāsudevāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |

Vāsudeva – den beiden kleinen Fingern: vauṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: vāsudevāya – Vāsudeva; kaniṣṭhikābhyām – den beiden kleinen Fingern; vauṣaṭ – ritueller Opferruf.

Hinweis: Vāsudeva steht in der Vorlage sowohl bei den Daumen als auch bei den kleinen Fingern. Die Wiederholung ist beibehalten.

Tvam-Mantra, Nyāsa 6 – Die vier Gestalten gemeinsam
vāsudevasaṅkarṣaṇapradyumnāniruddhebhyaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |

Vāsudeva, Saṅkarṣaṇa, Pradyumna und Aniruddha – den Handflächen und Handrücken: phaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: vāsudeva – Vāsudeva; saṅkarṣaṇa – Saṅkarṣaṇa; pradyumna – Pradyumna; aniruddhebhyaḥ – Aniruddha und den vorangehend genannten Gestalten, Dativ Plural des Gesamtkompositums; kara-tala – Handfläche; kara-pṛṣṭha – Handrücken; -ābhyām – den beiden beziehungsweise beiden Seiten; phaṭ – ritueller Mantralaut.

Tvam-Mantra – Übertragung auf den Körper-Nyāsa
evaṃ hṛdayādinyāsaḥ |

Ebenso erfolgt die rituelle Zuordnung zum Herzen und den weiteren Körperstellen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evam – ebenso; hṛdaya – Herz; ādi – und Weiteres; nyāsaḥ – rituelle Zuordnung.

Tvam-Mantra – Bindung der Himmelsrichtungen
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ |

Mit „Bhūr, Bhuvaḥ, Suvar, Om“ erfolgt die rituelle Bindung der Himmelsrichtungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhūḥ – Erde; bhuvaḥ – Zwischenraum; suvaḥ – Himmelswelt; oṃ – Om; iti – so; diś – Himmelsrichtung; bandhaḥ – Bindung.

Tvam-Mantra: Meditation über das innere Lebensprinzip
dhyānam ||
jīvatvaṃ sarvabhūtānāṃ sarvatrākhaṇḍavigraham |
cittāhaṅkārayantāraṃ jīvākhyaṃ tvaṃpadaṃ bhaje |

Meditation: Ich verehre das mit „Du“ bezeichnete, Jīva genannte Prinzip: das Lebendigsein aller Wesen, überall von ungeteilter Gestalt, den Lenker von Denken und Ichbewusstsein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dhyānam – Meditation; jīvatvam – Lebendigsein, Lebensprinzip; sarva-bhūtānām – aller Wesen; sarvatra – überall; a-khaṇḍa-vigraham – von ungeteilter Gestalt; citta-ahaṅkāra-yantāram – Lenker von Geist und Ichbewusstsein; jīva-ākhyam – Jīva genannt; tvam-padam – das Wort „Du“ beziehungsweise dessen Inhalt; bhaje – ich verehre.

Asi-Mantra: Einrichtung und Zweck
asipadamahāmantrasya mana ṛṣiḥ |
gāyatrī chandaḥ |
ardhanārīśvaro devatā |
avyaktādirbījam |
nṛsiṃhaḥ śaktiḥ |
paramātmā kīlakam |
jīvabrahmaikyārthe jape viniyogaḥ |

Für den großen Mantra des Wortes „Bist“ ist Manas der Seher, Gāyatrī das Versmaß und Ardhanārīśvara die Gottheit. Avyaktādi ist der Keim, Nṛsiṃha die Kraft und Paramātman der Riegel. Die Anwendung bei der Rezitation dient der Einheit von Jīva und Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: asi-pada-mahāmantrasya – des großen Mantras zum Wort „Bist“; manaḥ – Geist, Manas; ṛṣiḥ – Seher; gāyatrī – Gāyatrī; chandaḥ – Versmaß; ardha-nārī-īśvaraḥ – der Herr, der zur Hälfte Frau ist; devatā – Gottheit; avyakta-ādiḥ – das mit dem Unmanifesten Beginnende; bījam – Keim; nṛsiṃhaḥ – Menschenlöwe, Nṛsiṃha; śaktiḥ – Kraft; parama-ātmā – höchstes Selbst; kīlakam – Riegel; jīva-brahma-aikya-arthe – zum Zweck der Einheit von Jīva und Brahman; jape – bei der Rezitation; viniyogaḥ – Anwendung.

Hinweis: Avyaktādi wird nicht in eine erfundene Keimsilbe aufgelöst. Manas ist die vom Text angegebene Seherbezeichnung.

Asi-Mantra, Nyāsa 1 – Erde und Daumen
pṛthvīdvyaṇukāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |

Der Zweierverbindung der Erde – den beiden Daumen: Verehrung!

Wort-für-Wort-Erläuterung: pṛthvī – Erde; dvi – zwei; aṇuka – kleinste Einheit; dvyaṇuka – aus zwei kleinsten Einheiten bestehende Verbindung; -āya – der, Dativ Singular; aṅguṣṭhābhyām – den beiden Daumen; namaḥ – Verehrung.

Hinweis: Dvyaṇuka ist eine traditionelle Elementbezeichnung. Sie wird nicht mit einem heutigen chemischen Molekül gleichgesetzt. Die Ziffern der Nyāsa-Abschnitte sind redaktionell.

Asi-Mantra, Nyāsa 2 – Wasser und Zeigefinger
abdvyaṇukāya tarjanībhyāṃ svāhā |

Der Zweierverbindung des Wassers – den beiden Zeigefingern: svāhā!

Wort-für-Wort-Erläuterung: ap – Wasser; dvyaṇukāya – der Zweierverbindung; tarjanībhyām – den beiden Zeigefingern; svāhā – ritueller Darbringungsruf.

Hinweis: Ap erscheint durch Lautangleichung im verbundenen Wort als ab-.

Asi-Mantra, Nyāsa 3 – Feuer und Mittelfinger
tejodvyaṇukāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |

Der Zweierverbindung des Feuers – den beiden Mittelfingern: vaṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: tejas – Feuer, Glut; dvyaṇukāya – der Zweierverbindung; madhyamābhyām – den beiden Mittelfingern; vaṣaṭ – ritueller Opferruf.

Asi-Mantra, Nyāsa 4 – Luft und Ringfinger
vāyudvyaṇukāya anāmikābhyām hum |

Der Zweierverbindung der Luft – den beiden Ringfingern: hum!

Wort-für-Wort-Erläuterung: vāyu – Luft; dvyaṇukāya – der Zweierverbindung; anāmikābhyām – den beiden Ringfingern; hum – ritueller Mantralaut.

Hinweis: Anāmikābhyaṃ der Vorlage ist zum erwarteten Dativ Dual anāmikābhyām normalisiert.

Asi-Mantra, Nyāsa 5 – Raum und kleine Finger
ākāśadvyaṇukāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |

Der Zweierverbindung des Raumes – den beiden kleinen Fingern: vauṣaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: ākāśa – Raum, Äther; dvyaṇukāya – der Zweierverbindung; kaniṣṭhikābhyām – den beiden kleinen Fingern; vauṣaṭ – ritueller Opferruf.

Hinweis: Auch die ungewöhnliche Zuordnung von dvyaṇuka zum Raum bleibt als Aussage dieses Textes erhalten; sie wird nicht an eine andere Elementlehre angepasst.

Asi-Mantra, Nyāsa 6 – Die fünf Elemente gemeinsam
pṛthivyaptejovāyvākāśadvyaṇukebhyaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |

Den Zweierverbindungen von Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum – den Handflächen und Handrücken: phaṭ!

Wort-für-Wort-Erläuterung: pṛthivī – Erde; ap – Wasser; tejas – Feuer; vāyu – Luft; ākāśa – Raum; dvyaṇukebhyaḥ – den Zweierverbindungen, Dativ Plural; kara-tala – Handfläche; kara-pṛṣṭha – Handrücken; -ābhyām – den beiden beziehungsweise beiden Seiten; phaṭ – ritueller Mantralaut.

Asi-Mantra – Bindung der Himmelsrichtungen
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ |

Mit „Bhūr, Bhuvaḥ, Suvar, Om“ erfolgt die rituelle Bindung der Himmelsrichtungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhūḥ – Erde; bhuvaḥ – Zwischenraum; suvaḥ – Himmelswelt; oṃ – Om; iti – so; diś – Himmelsrichtung; bandhaḥ – Bindung.

Asi-Mantra: Meditation über die Einheit
dhyānam ||
jīvo brahmeti vākyārthaṃ yāvadasti manaḥsthitiḥ |
aikyaṃ tattvaṃ laye kurvandhyāyedasipadaṃ sadā ||

Meditation: Solange der Geist Bestand hat, meditiere man stets über das Wort „Bist“ und den Satzsinn „Jīva ist Brahman“, indem man bei der Auflösung die Einheit zur Wirklichkeit macht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dhyānam – Meditation; jīvaḥ – individuelles Lebensprinzip; brahma – Brahman; iti – so; vākya-artham – den Sinn des Satzes; yāvat – solange; asti – besteht; manaḥ-sthitiḥ – Bestand, Verweilen des Geistes; aikyam – Einheit; tattvam – Wirklichkeit, wahres Wesen; laye – bei der Auflösung; kurvan – verwirklichend, machend; dhyāyet – man meditiere; asi-padam – das Wort „Bist“; sadā – stets.

Hinweis: Der Zusammenhang von „Auflösung“ und „Verwirklichen der Einheit“ ist knapp formuliert. Gemeint ist im Kontext die meditative Aufhebung der Trennung, keine körperliche Selbstauflösung.

Abschluss der Mantra-Unterweisung
evaṃ mahāvākyaṣaḍaṅgānyuktāni ||

So sind die sechs Glieder des Mahāvākya dargelegt worden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evam – so; mahā – groß; vākya – Lehrsatz; ṣaṭ – sechs; aṅgāni – Glieder; uktāni – sind ausgesprochen, dargelegt worden.

Einführung in die Auslegungsverse
atha rahasyopaniṣadvibhāgaśo vākyārthaślokāḥ procyante ||

Nun werden in der Geheimen Upanishad die Verse über den Satzsinn nach einzelnen Abschnitten dargelegt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; rahasya-upaniṣat – Geheime Upanishad; vibhāgaśaḥ – nach Abteilungen, abschnittsweise; vākya-artha-ślokāḥ – Verse über den Sinn der Lehrsätze; procyante – werden dargelegt.

Auslegung, Vers 1: Was Bewusstsein bedeutet
yenekṣate śṛṇotīdaṃ jighrati vyākaroti ca |
svādvasvādu vijānāti tatprajñānamudīritam || 1 ||

Das, wodurch man sieht, dieses hört, riecht und sich sprachlich ausdrückt, wodurch man Schmackhaftes und Nichtschmackhaftes erkennt, wird Bewusstsein genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yena – wodurch; īkṣate – man sieht; śṛṇoti – hört; idam – dieses; jighrati – riecht; vyākaroti – äußert, artikuliert; ca – und; svādu – schmackhaft; a-svādu – nicht schmackhaft; vijānāti – erkennt, unterscheidet; tat – das; prajñānam – Bewusstsein; udīritam – genannt.

Auslegung, Vers 2: Ein Bewusstsein in allen Wesen
caturmukhendradeveṣu manuṣyāśvagavādiṣu |
caitanyamekaṃ brahmātaḥ prajñānaṃ brahma mayyapi || 2 ||

In dem Viergesichtigen, in Indra und den Göttern, in Menschen, Pferden, Rindern und den übrigen Wesen ist das Bewusstsein eines: Brahman. Daher ist auch in mir Bewusstsein Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: catur-mukha – der Viergesichtige, Brahmā; indra-deveṣu – in Indra und den Göttern; manuṣya-aśva-go-ādiṣu – in Menschen, Pferden, Rindern und Weiteren; caitanyam – Bewusstsein; ekam – eines; brahma – Brahman; ataḥ – daher; prajñānam – erkennendes Bewusstsein; brahma – Brahman; mayi – in mir; api – auch.

Auslegung, Vers 3: Das eigentliche Ich
paripūrṇaḥ parātmāsmindehe vidyādhikāriṇi |
buddheḥ sākṣitayā sthitvā sphurannahamitīryate || 3 ||

Das vollkommen erfüllte höchste Selbst verweilt in diesem zur Erkenntnis befähigten Körper als Zeuge des Verstandes. Als das darin Aufleuchtende wird es mit „Ich“ bezeichnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: paripūrṇaḥ – vollkommen erfüllt; para-ātmā – höchstes Selbst; asmin – in diesem; dehe – Körper; vidyā-adhikāriṇi – zur Erkenntnis berechtigten, befähigten; buddheḥ – des Verstandes; sākṣitayā – als Zeuge; sthitvā – verweilend; sphuran – aufleuchtend; aham – ich; iti – so; īryate – wird genannt.

Auslegung, Vers 4: Der Sinn von „Ich bin Brahman“
svataḥ pūrṇaḥ parātmātra brahmaśabdena varṇitaḥ |
asmītyaikyaparāmarśastena brahma bhavāmyaham || 4 ||

Das aus sich selbst vollständige höchste Selbst wird hier durch das Wort Brahman beschrieben. „Bin“ verweist auf die Einheit: In diesem Sinne bin ich Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svataḥ – von sich aus; pūrṇaḥ – vollständig; para-ātmā – höchstes Selbst; atra – hier; brahma-śabdena – durch das Wort Brahman; varṇitaḥ – beschrieben; asmi iti – mit „bin“; aikya-parāmarśaḥ – Bezugnahme auf die Einheit; tena – dadurch, in diesem Sinne; brahma – Brahman; bhavāmi – bin, werde; aham – ich.

Hinweis: Die Erkenntnis schafft nach dieser Auslegung keine neue Identität, sondern erkennt eine bereits bestehende.

Auslegung, Vers 5: Der Sinn von „Das“
ekamevādvitīyaṃ sannāmarūpavivarjitam |
sṛṣṭeḥ purādhunāpyasya tādṛktvaṃ taditīryate || 5 ||

Das Seiende, eines allein, ohne Zweites, frei von Namen und Formen, war vor der Schöpfung so und ist auch jetzt so. Dieses wird „Das“ genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ekam eva – eines allein; a-dvitīyam – ohne ein Zweites; sat – das Seiende; nāma-rūpa-vivarjitam – frei von Namen und Formen; sṛṣṭeḥ purā – vor der Schöpfung; adhunā api – auch jetzt; asya – dessen; tādṛktvam – So-Beschaffensein; tat – das; iti – so; īryate – wird genannt.

Auslegung, Vers 6: Der Sinn von „Du bist“
śroturdehendriyātītaṃ vastvatra tvaṃpaderitam |
ekatā grāhyate'sīti tadaikyamanubhūyatām || 6 ||

Das Wirkliche jenseits von Körper und Sinnen des Hörenden wird hier durch das Wort „Du“ bezeichnet. Durch „Bist“ wird die Einheit erfasst. Diese Einheit möge unmittelbar erfahren werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrotuḥ – des Hörenden; deha-indriya-atītam – über Körper und Sinne hinaus; vastu – Wirkliches, Wirklichkeit; atra – hier; tvam-pada-īritam – durch das Wort „Du“ bezeichnet; ekatā – Einheit; grāhyate – wird erfasst; asi iti – durch „Bist“; tat-aikyam – jene Einheit; anubhūyatām – möge erfahren werden.

Auslegung, Vers 7: Dieses unmittelbar gegenwärtige Selbst
svaprakāśāparokṣatvamayamityuktito matam |
ahaṅkārādidehāntaṃ pratyagātmeti gīyate || 7 ||

Mit dem Ausdruck „Dieses“ ist gemeint, dass es aus sich selbst leuchtet und unmittelbar gegenwärtig ist. Als inneres Selbst wird es [im Verhältnis zu dem Bereich] vom Ichbewusstsein bis zum Körper besungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sva-prakāśa – aus sich selbst leuchtend; a-parokṣatvam – Unmittelbarkeit, Nichtferne; ayam – dieses; iti uktitaḥ – durch diese Aussage; matam – gemeint; ahaṅkāra-ādi-deha-antam – vom Ichbewusstsein an bis zum Körper; pratyak-ātmā – inneres Selbst; iti – als; gīyate – wird besungen, bezeichnet.

Hinweis: Der zweite Halbvers ist syntaktisch verkürzt: Ein Wort für „jenseits“, „Zeuge“ oder „verschieden von“ steht dort nicht ausdrücklich. Die eckige Ergänzung lässt die Beziehung offen. Aus den Versen 3 und 6 ergibt sich jedoch, dass das Selbst nicht einfach mit Körper oder Ichgefühl gleichgesetzt werden soll.

Auslegung, Vers 8: Brahman und die sichtbare Welt
dṛśyamānasya sarvasya jagatastattvamīryate |
brahmaśabdena tadbrahma svaprakāśātmarūpakam || 8 ||

Mit dem Wort Brahman wird das wahre Wesen der gesamten sichtbaren Welt bezeichnet. Dieses Brahman hat die Gestalt des aus sich selbst leuchtenden Selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dṛśyamānasya – des Sichtbaren, wahrgenommen Werdenden; sarvasya – des gesamten; jagataḥ – Weltalls; tattvam – wahres Wesen, Wirklichkeit; īryate – wird bezeichnet; brahma-śabdena – durch das Wort Brahman; tat brahma – dieses Brahman; sva-prakāśa-ātma-rūpakam – von der Gestalt des selbstleuchtenden Selbst.

Auslegung, Vers 9 – Erwachen aus dem Traum von Ich und Mein
anātmadṛṣṭeravivekanidrāmahaṃ mama svapnagatiṃ gato'ham |
svarūpasūrye'bhyudite sphuṭoktergurormahāvākyapadaiḥ prabuddhaḥ || 9 ||

Durch den Blick auf das Nichtselbst war ich in den Schlaf fehlender Unterscheidung und den Traum von „Ich“ und „Mein“ geraten. Als die Sonne meines wahren Wesens aufging, erwachte ich durch die Worte der großen Lehrsätze des klar sprechenden Gurus.

Wort-für-Wort-Erläuterung: an-ātma – Nichtselbst; dṛṣṭeḥ – durch die Sicht, aufgrund der Betrachtung; a-viveka – fehlende Unterscheidung; nidrām – in den Schlaf; aham – ich; mama – mein; svapna-gatim – in den Traumzustand; gataḥ – gelangt; aham – ich; sva-rūpa – eigenes Wesen; sūrye – als die Sonne; abhyudite – aufgegangen war; sphuṭa-ukteḥ – des klar sprechenden; guroḥ – Lehrers; mahā-vākya-padaiḥ – durch die Worte der großen Lehrsätze; prabuddhaḥ – erwacht.

Hinweis: Der Gegensatz betrifft hier die irrtümliche Selbstzuschreibung und das Erwachen zur eigenen Grundlage, nicht den physiologischen Schlaf.

Auslegung, Vers 10 – Wörtliche und hinweisende Bedeutung
vācyaṃ lakṣyamiti dvidhārthasaraṇīvācyasya hi tvaṃpade vācyaṃ bhautikamindriyādirapi yallakṣyaṃ tvamarthaśca saḥ |
vācyaṃ tatpadamīśatākṛtamatirlakṣyaṃ tu saccitsukhānandabrahmatadartha eṣa ca tayoraikyaṃ tvasīdaṃ padam || 10 ||

Der Bedeutungsweg ist zweifach: wörtlich Ausgesagtes und durch Hinweis Gemeintes. Beim Wort „Du“ umfasst die wörtliche Bedeutung das Stoffliche, die Sinne und Weiteres; die hinweisende Bedeutung ist der eigentliche Sinn von „Du“. Beim Wort „Das“ besteht die wörtliche Vorstellung in Herrschaft; die hinweisende Bedeutung ist Brahman als Sein, Bewusstsein, Freude und Glückseligkeit. Dies ist sein eigentlicher Sinn. Das Wort „Bist“ bezeichnet die Einheit beider.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vācyam – wörtlich Ausgesagtes; lakṣyam – durch Hinweis Gemeintes; iti – so; dvidhā – zweifach; artha-saraṇī – Bedeutungsweg; vācyasya – des Ausgesagten; hi – nämlich; tvam-pade – beim Wort „Du“; vācyam – wörtlich Ausgesagtes; bhautikam – das Stoffliche; indriya-ādiḥ – Sinne und Weiteres; api – auch; yat – was; lakṣyam – das Gemeinte; tvam-arthaḥ – Sinn von „Du“; ca – und; saḥ – dieser; vācyam – wörtlich Ausgesagtes; tat-padam – das Wort „Das“; īśatā – Herrschaft, Herrsein; kṛta-matiḥ – eine dadurch bestimmte Vorstellung; lakṣyam – das durch Hinweis Gemeinte; tu – hingegen; sat – Sein; cit – Bewusstsein; sukha – Freude; ānanda – Glückseligkeit; brahma – Brahman; tat-arthaḥ – dessen Sinn; eṣaḥ – dieser; ca – und; tayoḥ – der beiden; aikyam – Einheit; tu – aber, nun; asi – bist; idam – dieses; padam – Wort.

Hinweis: Der schwerfällige Sanskritsatz ist in mehrere deutsche Sätze aufgelöst, bleibt aber als ein einzelner nummerierter Vers vollständig beieinander. Die bezweckte innere Bedeutung von „Du“ wird in den Versen 3, 6 und 12 erläutert.

Auslegung, Vers 11 – Derselbe Devadatta
tvamiti taditi kārye kāraṇe satyupādhau dvitayamitarathaikaṃ saccidānandarūpam |
ubhayavacanahetu deśakālau ca hitvā jagati bhavati soyaṃ devadatto yathaikaḥ || 11 ||

„Du“ und „Das“ sind zwei, solange die begrenzenden Bedingungen von Wirkung und Ursache bestehen. Ohne diese sind sie eines, von der Gestalt des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit. Lässt man Ort und Zeit beiseite, die die beiden Bezeichnungen veranlassen, ist es wie bei dem einen Devadatta in der Welt: „Jener ist dieser.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: tvam – du; iti – so; tat – das; iti – so; kārye – bei der Wirkung; kāraṇe – bei der Ursache; sati – wenn besteht; upādhau – die begrenzende Bedingung; dvitayam – Zweierlei; itarathā – andernfalls; ekam – eines; sat-cit-ānanda-rūpam – von der Gestalt des Seins, Bewusstseins und der Glückseligkeit; ubhaya – beide; vacana – Bezeichnung, Aussage; hetū – Ursachen; deśa-kālau – Ort und Zeit; ca – und; hitvā – beiseitelassend; jagati – in der Welt; bhavati – ist; saḥ – jener; ayam – dieser; devadattaḥ – Devadatta; yathā – wie; ekaḥ – einer.

Hinweis: Die Wiedererkennung desselben Menschen zu anderer Zeit und an anderem Ort dient als Gleichnis: Unterschiedliche Begleitumstände schließen die Identität nicht aus. Die Vorlage schreibt hetu statt der grammatisch erwarteten Dualform hetū; die Worterklärung gibt den gemeinten Dual wieder.

Auslegung, Vers 12: Jīva und Īśvara
kāryopādhirayaṃ jīvaḥ kāraṇopādhirīśvaraḥ |
kāryakāraṇatāṃ hitvā pūrṇabodho'vaśiṣyate || 12 ||

Dieser Jīva hat die Wirkung als begrenzende Bedingung, Īśvara die Ursache. Lässt man Wirkungsein und Ursachesein beiseite, bleibt vollständiges Erkennen übrig.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kārya-upādhiḥ – mit Wirkung als begrenzender Bedingung; ayam – dieser; jīvaḥ – individuelles Lebensprinzip; kāraṇa-upādhiḥ – mit Ursache als begrenzender Bedingung; īśvaraḥ – der Herr; kārya-kāraṇatām – Wirkungsein und Ursachesein; hitvā – beiseitelassend; pūrṇa-bodhaḥ – vollständiges Erkennen; avaśiṣyate – bleibt übrig.

Auslegung, Vers 13: Hören, Nachdenken, Versenkung
śravaṇaṃ tu guroḥ pūrvaṃ mananaṃ tadanantaram |
nididhyāsanamityetatpūrṇabodhasya kāraṇam || 13 ||

Zuerst kommt das Hören beim Guru, danach das Nachdenken und dann die vertiefte meditative Betrachtung. Dies ist die Ursache vollständiger Erkenntnis.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śravaṇam – Hören; tu – nun; guroḥ – vom Lehrer; pūrvam – zuerst; mananam – Nachdenken; tat-anantaram – danach; nididhyāsanam – vertiefte meditative Betrachtung; iti – so; etat – dies; pūrṇa-bodhasya – vollständiger Erkenntnis; kāraṇam – Ursache, Mittel.

Auslegung, Vers 14: Erkenntnis des Brahman
anyavidyāparijñānamavaśyaṃ naśvaraṃ bhavet |
brahmavidyāparijñānaṃ brahmaprāptikaraṃ sthitam || 14 ||

Die umfassende Kenntnis anderer Wissensgebiete muss vergänglich sein. Die umfassende Erkenntnis des Brahman dagegen steht als das fest, was zum Erlangen Brahmans führt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: anya-vidyā-parijñānam – umfassende Kenntnis anderer Wissensgebiete; avaśyam – notwendigerweise; naśvaram – vergänglich; bhavet – ist, dürfte sein; brahma-vidyā-parijñānam – vollständige Erkenntnis des Brahman-Wissens; brahma-prāpti-karam – Erlangen Brahmans bewirkend; sthitam – feststehend, bestehend.

Hinweis: Die religiöse Vorrangstellung der Selbsterkenntnis bedeutet nicht, dass der Text naturwissenschaftliches oder praktisches Wissen sachlich widerlegt.

Auslegung, Vers 15: Lehrsätze mit ihren Gliedern
mahāvākyānyupadiśetsaṣaḍaṅgāni deśikaḥ |
kevalaṃ na hi vākyāni brahmaṇo vacanaṃ yathā || 15 ||

Der Lehrer soll die großen Lehrsätze mit den sechs Gliedern unterweisen, nicht lediglich die Sätze allein, wie es dem Wort Brahmās entspricht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mahā-vākyāni – große Lehrsätze; upadiśet – soll unterweisen; sa-ṣaṭ-aṅgāni – mit den sechs Gliedern; deśikaḥ – Lehrer; kevalam – allein, lediglich; na hi – gewiss nicht; vākyāni – Sätze; brahmaṇaḥ – Brahmās beziehungsweise Brahmans; vacanam – Wort, Aussage; yathā – gemäß, wie.

Hinweis: Brahmaṇaḥ kann grammatisch auf Brahmā oder Brahman bezogen werden. Hier wird wegen der Rahmenerzählung Brahmā gewählt. Die fehlerhafte Schlussinterpunktion der Vorlage ist zu einer regulären Versnummer berichtigt.

Schluss, Vers 16 – Śivas abschließende Worte
īśvara uvāca |
evamuktvā muniśreṣṭha rahasyopaniṣacchuka |
mayā pitrānunītena vyāsena brahmavādinā || 16 ||

Īśvara sprach: „Śuka, Bester der Weisen! Nachdem ich so die Geheime Upanishad dargelegt habe, auf die Bitte deines Vaters Vyāsa, des Brahman-Künders, hin …“

Wort-für-Wort-Erläuterung: īśvaraḥ – der Herr; uvāca – sprach; evam – so; uktvā – nachdem gesprochen wurde; muni-śreṣṭha – Bester der Weisen; rahasya-upaniṣat – Geheime Upanishad; śuka – Śuka; mayā – durch mich; pitrā – durch den Vater; anunītena – gebeten, bewogen; vyāsena – durch Vyāsa; brahma-vādinā – durch den Brahman-Künder.

Hinweis: Der Sanskritsatz ist verkürzt und wird durch Vers 17 fortgeführt. Die Übersetzung ergänzt kein abschließendes Ergebnis aus einem anderen Vers.

Schluss, Vers 17: Befreit im Leben
tato brahmopadiṣṭaṃ vai saccidānandalakṣaṇam |
jīvanmuktaḥ sadā dhyāyannityastvaṃ vihariṣyasi || 17 ||

„… ist nun Brahman gelehrt worden, dessen Kennzeichen Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit sind. Stets darüber meditierend, wirst du als im Leben Befreiter, als der Ewige, umherwandeln.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – darauf, daher; brahma upadiṣṭam – Brahman ist gelehrt; vai – gewiss; sat-cit-ānanda-lakṣaṇam – durch Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit gekennzeichnet; jīvan-muktaḥ – schon lebend befreit; sadā – stets; dhyāyan – meditierend; nityaḥ – ewig; tvam – du; vihariṣyasi – wirst umherwandeln, frei leben.

Schluss, Vers 18: Der Laut und der höchste Herr
yo vedādau svaraḥ prokto vedānte ca pratiṣṭhitaḥ |
tasya prakṛtilīnasya yaḥ paraḥ sa maheśvaraḥ || 18 ||

Der Laut, der am Anfang des Veda verkündet und an seinem Ende gegründet ist: Derjenige, der über diesen in die Urnatur eingegangenen Laut hinaus ist, ist Maheśvara.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – welcher; veda-ādau – am Anfang des Veda; svaraḥ – Laut, Ton; proktaḥ – verkündet; veda-ante – am Ende des Veda; ca – und; pratiṣṭhitaḥ – gegründet; tasya – über diesen, dessen; prakṛti-līnasya – in die Urnatur eingegangen; yaḥ – welcher; paraḥ – jenseits, höher; saḥ – dieser; maheśvaraḥ – der große Herr.

Hinweis: Der Laut ist im Zusammenhang der Praṇava Om. Prakṛtilīna wird wörtlich wiedergegeben; der Vers erläutert keinen physikalischen Entstehungsvorgang.

Schluss, Vers 19: Śukas Loslösung
upadiṣṭaḥ śiveneti jagattanmayatāṃ gataḥ |
utthāya praṇipatyeśaṃ tyaktāśeṣaparigrahaḥ || 19 ||

So von Śiva unterwiesen, gelangte er dazu, die Welt als ganz von jenem erfüllt zu erfahren. Er erhob sich, verneigte sich vor dem Herrn und gab allen Besitz auf …

Wort-für-Wort-Erläuterung: upadiṣṭaḥ – unterwiesen; śivena – durch Śiva; iti – so; jagat-tan-mayatām – den Zustand, dass die Welt ganz jenes ist; gataḥ – gelangt; utthāya – sich erhoben habend; praṇipatya – sich verneigt habend; īśam – vor dem Herrn; tyakta – aufgegeben habend; aśeṣa – restlos; parigrahaḥ – Besitz, Aneignung.

Hinweis: Die Vorlage liest tyaktāśeṣarigrahaḥ. Die sinntragende, hier ausdrücklich ausgewiesene Konjektur lautet tyaktāśeṣaparigrahaḥ. Der Satz läuft im nächsten Vers weiter.

Schluss, Vers 20: Fortgang im Meer Brahmans
parabrahmapayorāśau plavanniva yayau tadā |
pravrajantaṃ tamālokya kṛṣṇadvaipāyano muniḥ || 20 ||

… und ging dann fort, als schwämme er im Meer des höchsten Brahman. Als der Weise Kṛṣṇadvaipāyana ihn als Entsagenden fortziehen sah …

Wort-für-Wort-Erläuterung: para-brahma-payo-rāśau – im Meer des höchsten Brahman; plavan – schwimmend; iva – gleichsam; yayau – ging; tadā – damals, dann; pravrajantam – als Entsagenden fortziehend; tam – ihn; ālokya – gesehen habend; kṛṣṇa-dvaipāyanaḥ – Kṛṣṇadvaipāyana, Vyāsa; muniḥ – der Weise.

Hinweis: Der Satz über Vyāsa wird im folgenden Vers fortgeführt.

Schluss, Vers 21: Die Antwort der ganzen Welt
anuvrajannājuhāva putraviśleṣakātaraḥ |
pratinedustadā sarve jagatsthāvarajaṅgamāḥ || 21 ||

… folgte er ihm und rief ihn an, bekümmert über die Trennung von seinem Sohn. Da antworteten alle unbeweglichen und beweglichen Wesen der Welt als Widerhall.

Wort-für-Wort-Erläuterung: anuvrajan – nachfolgend; ājuhāva – rief an; putra-viśleṣa-kātaraḥ – über die Trennung vom Sohn bekümmert; pratineduḥ – antworteten tönend, hallten wider; tadā – da; sarve – alle; jagat-sthāvara-jaṅgamāḥ – die unbeweglichen und beweglichen Wesen der Welt.

Hinweis: Das universale Echo ist ein Bild der Erzählung für die nicht mehr auf einen einzelnen Körper begrenzte Gegenwart Śukas.

Schluss, Vers 22: Vyāsas höchste Freude
tacchṛtvā sakalākāraṃ vyāsaḥ satyavatīsutaḥ |
putreṇa sahitaḥ prītyā parānandamupeyivān || 22 ||

Als Vyāsa, der Sohn Satyavatīs, diese alle Gestalten umfassende Antwort hörte, gelangte er in liebevoller Freude, mit seinem Sohn vereint, zur höchsten Glückseligkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat – dies; śrutvā – gehört habend; sakala-ākāram – alle Gestalten umfassend; vyāsaḥ – Vyāsa; satyavatī-sutaḥ – Sohn Satyavatīs; putreṇa – mit dem Sohn; sahitaḥ – vereint; prītyā – in Liebe, Freude; para-ānandam – höchste Glückseligkeit; upeyivān – erlangt habend.

Hinweis: „Vereint“ wird hier nicht als Behauptung einer körperlichen Rückkehr Śukas ausgelegt.

Schlussverheißung
yo rahasyopaniṣadamadhīte gurvanugrahāt |
sarvapāpavinirmuktaḥ sākṣātkaivalyamaśnute sākṣātkaivalyamaśnuta ityupaniṣat ||

Wer durch die Gnade des Gurus die Geheime Upanishad studiert, wird von allen Verfehlungen frei und erlangt unmittelbar die Alleinheit; er erlangt unmittelbar die Alleinheit. So lautet die Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – wer; rahasya-upaniṣadam – die Geheime Upanishad; adhīte – studiert, rezitiert; guru – Lehrer; anugrahāt – durch die Gnade; sarva – alle; pāpa – Verfehlungen; vinirmuktaḥ – völlig befreit; sākṣāt – unmittelbar; kaivalyam – Alleinheit, Befreiung; aśnute – erlangt; sākṣāt – unmittelbar; kaivalyam – Alleinheit, Befreiung; aśnute – erlangt; iti – so; upaniṣat – Upanishad.

Hinweis: Die Wiederholung gehört zum Text und wird auch in der Worterklärung wiedergegeben. Die Befreiungsverheißung ist eine traditionelle religiöse Aussage.

Shanti-Mantra am Schluss
oṃ saha nāvavatu ||
saha nau bhunaktu ||
saha vīryaṃ karavāvahai ||
tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

Om. Möge er uns beide gemeinsam beschützen. Möge er uns beide gemeinsam nähren. Mögen wir gemeinsam Kraft entfalten. Möge unser beider Studium strahlend sein. Mögen wir einander nicht hassen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; saha – gemeinsam; nau – uns beide; avatu – möge beschützen; saha – gemeinsam; nau – uns beide; bhunaktu – möge nähren; saha – gemeinsam; vīryam – Kraft; karavāvahai – mögen wir beide entfalten; tejasvi – strahlend; nau – unser beider; adhītam – Studium; astu – möge sein; – nicht; vidviṣāvahai – mögen wir beide einander hassen.

Hinweis: Die Vorlage hat am Schluss tejasvinādhītam. Nach dem identischen Gebet am Anfang ist tejasvināvadhītam hergestellt. Das Gebet wird vollständig übersetzt; seine Übersetzung wird nicht auf mehrere unpassende Sanskritblöcke verteilt.

Dreifacher Friedensruf am Schluss
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; śāntiḥ – Frieden; śāntiḥ – Frieden; śāntiḥ – Frieden.

Kolophon
||
iti śukarahasyopaniṣatsamāptā ||

Damit ist die Śukarahasya-Upanishad abgeschlossen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; śuka – Śuka; rahasya – Geheimnis, Geheimlehre; upaniṣat – Upanishad; samāptā – abgeschlossen.

Hinweis: Eine Zuordnung zu einem Veda steht in diesem Kolophon nicht; sie darf daher nicht als Teil seiner Übersetzung erscheinen.

Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name und Gestalt der Überlieferung

Śuka-rahasya bedeutet „Śukas Geheimnis“ beziehungsweise „Geheimlehre für Śuka“. Die Lehrrede wird innerhalb einer weiteren Erzählung überliefert: Göttliche Seher fragen Brahmā, der von der Unterweisung Śukas berichtet. Ein vorgeschalteter Verehrungsvers ruft Rāma an; die eigentliche Lehrgestalt ist Śiva. Im rituellen Mittelteil erscheinen außerdem Viṣṇu-Gestalten und Ardhanārīśvara. Schon der Text selbst erlaubt es daher nicht, seine religiöse Sprache auf nur einen Gottesnamen zu reduzieren.

Zur Datierung

Die hier verwendete Textausgabe bietet keine belastbare Grundlage für ein genaues Entstehungsjahr oder eine präzise Jahrhundertangabe. Die Rahmenerzählung mit Vyāsa und Śuka ist eine traditionelle Autorisierung der Lehre, kein historischer Datierungsnachweis. Die systematische Gegenüberstellung von wörtlicher und hinweisender Bedeutung, die Auslegung der vier Mahāvākyas und die ausgeführten Mantra-Zuordnungen zeigen einen bereits stark ausgestalteten vedantischen und rituellen Zusammenhang. Daraus allein lässt sich jedoch keine gesicherte Chronologie einzelner Textschichten gewinnen. Entsprechend wird hier auf scheinpräzise Datierungen verzichtet.

Aufbau: Einweihung, Mantra und Erkenntnis

Die Einleitung entfaltet eine Spannung zwischen Vaterliebe und Befreiung. Śiva warnt, dass die Erkenntnis Śuka zur Loslösung führen werde; Vyāsa hält dennoch an seiner Bitte fest. Śuka empfängt zunächst Om und fragt dann nach den Begleitgliedern der Lehrsätze. Die Schrift versteht Unterweisung somit nicht als bloßes Aussprechen einer Formel: Seher, Versmaß, Gottheit, Keim, Kraft und Riegel werden genannt; Zweckbestimmung, Körperzuordnungen und Meditation schließen sich an.

Im Mittelteil werden die vier Mahāvākyas ausgesprochen. Danach behandelt die Schrift die drei Wörter tat, tvam und asi gesondert. Jedem ist eine eigene Mantraeinrichtung und Meditation zugeordnet. Tat wird mit Śiva-Namen verbunden, tvam mit Viṣṇu-Namen, asi unter anderem mit Ardhanārīśvara und den Elementen. Dies verknüpft den sprachlichen Satzbau mit einem rituellen Betrachtungsweg. Die historischen Kategorien werden im Artikel erläutert, ohne daraus eine naturwissenschaftliche Erklärung des Körpers abzuleiten.

Die späteren Auslegungsverse entwickeln die philosophische Bedeutung. Es folgen die abschließende Belehrung Śivas, Śukas Fortgang und das Echo der ganzen Welt. Vyāsa findet schließlich höchste Freude in einer Einheit, die nicht mehr allein als körperliche Nähe zwischen Vater und Sohn dargestellt ist.

Die Mahāvākyas und das erkennende Selbst

„Bewusstsein ist Brahman“ beginnt bei dem, wodurch Sehen, Hören und Unterscheiden überhaupt möglich sind. Der Text unterscheidet dieses Bewusstsein nicht nach den verschiedenen Körpern, in denen es erscheint. „Ich bin Brahman“ bezieht sich entsprechend nicht auf persönliche Überlegenheit, sondern auf das höchste Selbst als Zeugen des Verstandes. „Das bist du“ wird über die Bedeutung seiner einzelnen Wörter erschlossen. „Dieses Selbst ist Brahman“ unterstreicht die unmittelbare Gegenwart des Selbst.

Die Unterscheidung von vācya und lakṣya ist dafür entscheidend: Eine gewöhnliche Bezeichnung kann Eigenschaften mitführen, die nicht ihr letztlich gemeinter Gehalt sind. Bei „Du“ sind Körper und Sinne nicht mit dem innersten Selbst gleichzusetzen. Bei „Das“ steht zunächst die Vorstellung des Herrn und der Weltursache im Vordergrund. Werden die jeweiligen begrenzenden Bedingungen, die Upādhis, beiseitegelassen, bleibt nach der Lehre der Schrift vollständiges Bewusstsein. Das Beispiel „Jener ist dieser Devadatta“ veranschaulicht, wie wechselnde Begleitumstände mit derselben Identität vereinbar sind.

Praxis und eine innere Spannung des Textes

Die Schrift würdigt die Erkenntnis so hoch, dass sie nach weiteren verdienstbringenden Handlungen fragt: Was braucht der bereits Einsichtige noch? Zugleich fordert sie ausdrücklich vollständige rituelle Unterweisung und preist die Rezitation. Beide Aussagen gehören zur überlieferten Gestalt. Der Artikel glättet sie nicht zu einer rein intellektuellen oder rein rituellen Lehre. Ein Schlüssel liegt im Ziel der jeweiligen Praxis: Verdienst für das begrenzte Ich ist nicht dasselbe wie die Erkenntnis seiner letzten Grundlage.

Besonders klar ist die Folge Śravaṇa, Manana und Nididhyāsana: hören, nachdenken, sich meditativ vertiefen. Diese drei Schritte erlauben es, das Mantra nicht nur zu wiederholen, sondern seinen Sinn zu prüfen und im eigenen Verständnis reifen zu lassen. Das Bild des Erwachens aus dem Traum von „Ich“ und „Mein“ zeigt die Richtung dieses Wandels.

Bedeutung heute

Für heutige Leser bietet die Upanishad einen Anlass, zwischen Selbstbewusstsein als persönlicher Geschichte und Bewusstsein als Voraussetzung jeder Erfahrung zu unterscheiden. Ihre nichtduale Aussage ist weder ein Beweis persönlicher Allmacht noch eine Aufforderung, Verantwortung oder praktische Kenntnisse aufzugeben. Der Hinweis auf den einen Bewusstseinsgrund in allen Wesen kann vielmehr eine kontemplative Grundlage für respektvollen Umgang bilden; diese ethische Anwendung ist eine heutige Folgerung, nicht ein zusätzlich in den Sanskrittext eingefügtes Gebot.

Die Ritualabschnitte eignen sich zunächst zum historischen und religiösen Studium. Wer sie innerhalb einer lebendigen Tradition praktizieren möchte, benötigt deren konkrete Unterweisung; die vorliegende Textübersetzung ersetzt keine Einweihung. Die im Text ausgesprochenen Heilsverheißungen sind keine Garantie dafür, dass eine bestimmte Rezitationszahl einen vorhersagbaren Zustand erzeugt. Für den philosophischen Zugang ist besonders wichtig, die Aussage „Ich bin Brahman“ zusammen mit der Unterscheidung von Selbst, Körper und Ichgefühl zu lesen.

Shukarahasya Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

प्रज्ञानादिमहावाक्यरहस्यादिकलेवरम् ।
विकलेवरकैवल्यं त्रिपाद्राममहं भजे ॥

ॐ सह नाववतु ॥ सह नौ भुनक्तु ॥ सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनावधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

अथातो रहस्योपनिषदं व्याख्यास्यामो देवर्षयो
ब्रह्माणं सम्पूज्य प्रणिपत्य पप्रच्छुर्भगवन्नस्माकं
रहस्योपनिषदं ब्रूहीति । सोऽब्रवीत् ।
पुरा व्यासो महातेजाः सर्ववेदतपोनिधिः ।
प्रणिपत्य शिवं साम्बं कृताञ्जलिरुवाच ह ॥ १॥

श्रीवेदव्यास उवाच ।
देवदेव महाप्राज्ञ पाशच्छेददृढव्रत ।
शुकस्य मम पुत्रस्य वेदसंस्कारकर्मणि ॥ २॥

ब्रह्मोपदेशकालोऽयमिदानीं समुपस्थितः ।
ब्रह्मोपदेशः कर्तव्यो भवताद्य जगद्गुरो ॥ ३॥

ईश्वर उवाच ।
मयोपदिष्टे कैवल्ये साक्षाद्ब्रह्मणि शाश्वते ।
विहाय पुत्रो निर्वेदात्प्रकाशं यास्यति स्वयम् ॥ ४॥

श्रीवेदव्यास उवाच ।
यथा तथा वा भवतु ह्युपनायनकर्मणि ।
उपदिष्टे मम सुते ब्रह्मणि त्वत्प्रसादतः ॥ ५॥

सर्वज्ञो भवतु क्षिप्रं मम पुत्रो महेश्वर ।
तव प्रसादसम्पन्नो लभेन्मुक्तिं चतुर्विधाम् ॥ ६॥

तच्छृत्वा व्यासवचनं सर्वदेवर्षिसंसदि ।
उपदेष्टुं स्थितः शम्भुः साम्बो दिव्यासने मुदा ॥ ७॥

कृतकृत्यः शुकस्तत्र समागत्य सुभक्तिमान् ।
तस्मात्स प्रणवं लब्ध्वा पुनरित्यब्रवीच्छिवम् ॥ ८॥

श्रीशुक उवाच ।
देवादिदेव सर्वज्ञ सच्चिदानन्द लक्षण ।
उमारमण भूतेश प्रसीद करुणानिधे ॥ ९॥

उपदिष्टं परब्रह्म प्रणवान्तर्गतं परम् ।
तत्त्वमस्यादिवाक्यानां प्रज्ञादीनां विशेषतः ॥ १०॥

श्रोतुमिच्छामि तत्त्वेन षडङ्गानि यथाक्रमम् ।
वक्तव्यानि रहस्यानि कृपयाद्य सदाशिव ॥ ११॥

श्रीसदाशिव उवाच ।
साधु साधु महाप्राज्ञ शुक ज्ञाननिधे मुने ।
प्रष्टव्यं तु त्वया पृष्टं रहस्यं वेदगर्भितम् ॥ १२॥

रहस्योपनिषन्नाम्ना सषडङ्गमिहोच्यते ।
यस्य विज्ञानमात्रेण मोक्षः साक्षान्न संशयः ॥ १३॥

अङ्गहीनानि वाक्यानि गुरुर्नोपदिशेत्पुनः ।
सषडङ्गान्युपदिशेन्महावाक्यानि कृत्स्नशः ॥ १४॥

चतुर्णामपि वेदानां यथोपनिषदः शिरः ।
इयं रहस्योपनिषत्तथोपनिषदां शिरः ॥ १५॥

रहस्योपनिषद्ब्रह्म ध्यातं येन विपश्चिता ।
तीर्थैर्मन्त्रैः श्रुतैर्जप्यैस्तस्य किं पुण्यहेतुभिः ॥ १६॥

वाक्यार्थस्य विचारेण यदाप्नोति शरच्छतम् ।
एकवारजपेनैव ऋष्यादिध्यानतश्च यत् ॥ १७॥

ॐ अस्य श्रीमहावाक्यमहामन्त्रस्य हंस ऋषिः ।
अव्यक्तगायत्री छन्दः । परमहंसो देवता ।
हं बीजम् । सः शक्तिः । सोऽहं कीलकम् ।
मम परमहंसप्रीत्यर्थे महावाक्यजपे विनियोगः ।
सत्यं ज्ञानमनन्तं ब्रह्म अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
नित्यानन्दो ब्रह्म तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
नित्यानन्दमयं ब्रह्म मध्यमाभ्यां वषट् ।
यो वै भूमा अनामिकाभ्यां हुम् ।
यो वै भूमादिपतिः कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् ।
एकमेवाद्वितीयं ब्रह्म करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् ॥

सत्यं ज्ञानमनन्तं ब्रह्म हृदयाय नमः ।
नित्यानन्दो ब्रह्म शिरसे स्वाहा ।
नित्यानन्दमयं ब्रह्म शिखायै वषट् ।
यो वै भूमा कवचाय हुम् ।
यो वै भूमाधिपतिः नेत्रत्रयाय वौषट् ।
एकमेवाद्वितीयं ब्रह्म अस्त्राय फट् ।
भूर्भुवःसुवरोमिति दिग्बन्धः ।
ध्यानम् ।
नित्यानन्दं परमसुखदं केवलं ज्ञानमूर्तिं
विश्वातीतं गगनसदृशं तत्त्वमस्यादिलक्ष्यम् ॥

एकं नित्यं विमलमचलं सर्वधीसाक्षिभूतं
भावातीतं त्रिगुणरहितं सद्गुरुं तं नमामि ॥ १॥

अथ महावाक्यानि चत्वारि । यथा ।
ॐ प्रज्ञानं ब्रह्म ॥ १॥

ॐ अहं ब्रह्मास्मि ॥ २॥

ॐ तत्त्वमसि ॥ ३॥

ॐ अयमात्मा ब्रह्म ॥ ४॥

तत्त्वमसीत्यभेदवाचकमिदं ये जपन्ति
ते शिवस्सायुज्यमुक्तिभाजो भवन्ति ॥

तत्पदमहामन्त्रस्य । परमहंसः ऋषिः ।
अव्यक्तगायत्री छन्दः । परमहंसो देवता ।
हं बीजम् । सः शक्तिः । सोऽहं कीलकम् ।
मम सायुज्यमुक्त्यर्थे जपे विनियोगः ।
तत्पुरुषाय अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
ईशानाय तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
अघोराय मध्यमाभ्यां वषट्
सद्योजाताय अनामिकाभ्यां हुम् ।
वामदेवाय कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् ।
तत्पुरुषेशानाघोरसद्योजातवामदेवेभ्यो
नमः करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिन्यासः ।
भूर्भुवःसुवरोमिति दिग्बन्धः ॥

ध्यानम् ।
ज्ञानं ज्ञेयं ज्ञानगम्यादितीतं
शुद्धं बुद्धं मुक्तमप्यव्ययं च ।
सत्यं ज्ञानं सच्चिदानन्दरूपं
ध्यायेदेवं तन्महोभ्राजमानम् ॥

त्वंपद महामन्त्रस्य विष्णुरृषिः ।
गायत्री छन्दः । परमात्मा देवता ।
ऐं बीजम् । क्लीं शक्तिः । सौः कीलकम् ।
मम मुक्त्यर्थे जपे विनियोगः ।
वासुदेवाय अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
सङ्कर्षणाय तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
प्रद्युम्नाय मध्यमाभ्यां वषट् ।
अनिरुद्धाय अनामिकाभ्यां हुम् ।
वासुदेवाय कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् ।
वासुदेवसङ्कर्षणप्रद्युम्नानिरुद्धेभ्यः
करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिन्यासः ।
भूर्भुवःसुवरोमिति दिग्बन्धः ॥

ध्यानम् ॥

जीवत्वं सर्वभूतानां सर्वत्राखण्डविग्रहम् ।
चित्ताहङ्कारयन्तारं जीवाख्यं त्वंपदं भजे ।
असिपदमहामन्त्रस्य मन ऋषिः ।
गायत्री छन्दः । अर्धनारीश्वरो देवता ।
अव्यक्तादिर्बीजम् । नृसिंहः शक्तिः ।
परमात्मा कीलकम् । जीवब्रह्मैक्यार्थे जपे विनियोगः ।
पृथ्वीद्व्यणुकाय अङ्गुष्ठाभ्यां नमः ।
अब्द्व्यणुकाय तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
तेजोद्व्यणुकाय मध्यमाभ्यां वषट् ।
वायुद्व्यणुकाय अनामिकाभ्यं हुम् ।
आकाशद्व्यणुकाय कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् ।
पृथिव्यप्तेजोवाय्वाकाशद्व्यणुकेभ्यः
करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् ।
भूर्भुवःसुवरोमिति दिग्बन्धः ॥

ध्यानम् ॥

जीवो ब्रह्मेति वाक्यार्थं यावदस्ति मनःस्थितिः ।
ऐक्यं तत्त्वं लये कुर्वन्ध्यायेदसिपदं सदा ॥

एवं महावाक्यषडङ्गान्युक्तानि ॥

अथ रहस्योपनिषद्विभागशो वाक्यार्थश्लोकाः प्रोच्यन्ते ॥

येनेक्षते शृणोतीदं जिघ्रति व्याकरोति च ।
स्वाद्वस्वादु विजानाति तत्प्रज्ञानमुदीरितम् ॥ १॥

चतुर्मुखेन्द्रदेवेषु मनुष्याश्वगवादिषु ।
चैतन्यमेकं ब्रह्मातः प्रज्ञानं ब्रह्म मय्यपि ॥ २॥

परिपूर्णः परात्मास्मिन्देहे विद्याधिकारिणि ।
बुद्धेः साक्षितया स्थित्वा स्फुरन्नहमितीर्यते ॥ ३॥

स्वतः पूर्णः परात्मात्र ब्रह्मशब्देन वर्णितः ।
अस्मीत्यैक्यपरामर्शस्तेन ब्रह्म भवाम्यहम् ॥ ४॥

एकमेवाद्वितीयं सन्नामरूपविवर्जितम् ।
सृष्टेः पुराधुनाप्यस्य तादृक्त्वं तदितीर्यते ॥ ५॥

श्रोतुर्देहेन्द्रियातीतं वस्त्वत्र त्वंपदेरितम् ।
एकता ग्राह्यतेऽसीति तदैक्यमनुभूयताम् ॥ ६॥

स्वप्रकाशापरोक्षत्वमयमित्युक्तितो मतम् ।
अहङ्कारादिदेहान्तं प्रत्यगात्मेति गीयते ॥ ७॥

दृश्यमानस्य सर्वस्य जगतस्तत्त्वमीर्यते ।
ब्रह्मशब्देन तद्ब्रह्म स्वप्रकाशात्मरूपकम् ॥ ८॥

अनात्मदृष्टेरविवेकनिद्रा-
महं मम स्वप्नगतिं गतोऽहम् ।
स्वरूपसूर्येऽभ्युदिते स्फुटोक्ते-
र्गुरोर्महावाक्यपदैः प्रबुद्धः ॥ ९॥

वाच्यं लक्ष्यमिति द्विधार्थसरणीवाच्यस्य हि त्वंपदे
वाच्यं भौतिकमिन्द्रियादिरपि यल्लक्ष्यं त्वमर्थश्च सः ।
वाच्यं तत्पदमीशताकृतमतिर्लक्ष्यं तु सच्चित्सुखा-
नन्दब्रह्मतदर्थ एष च तयोरैक्यं त्वसीदं पदम् ॥ १०॥

त्वमिति तदिति कार्ये कारणे सत्युपाधौ
द्वितयमितरथैकं सच्चिदानन्दरूपम् ।
उभयवचनहेतु देशकालौ च हित्वा
जगति भवति सोयं देवदत्तो यथैकः ॥ ११॥

कार्योपाधिरयं जीवः कारणोपाधिरीश्वरः ।
कार्यकारणतां हित्वा पूर्णबोधोऽवशिष्यते ॥ १२॥

श्रवणं तु गुरोः पूर्वं मननं तदनन्तरम् ।
निदिध्यासनमित्येतत्पूर्णबोधस्य कारणम् ॥ १३॥

अन्यविद्यापरिज्ञानमवश्यं नश्वरं भवेत् ।
ब्रह्मविद्यापरिज्ञानं ब्रह्मप्राप्तिकरं स्थितम् ॥ १४॥

महावाक्यान्युपदिशेत्सषडङ्गानि देशिकः ।
केवलं न हि वाक्यानि ब्रह्मणो वचनं यथा ,, १५॥

ईश्वर उवाच ।
एवमुक्त्वा मुनिश्रेष्ठ रहस्योपनिषच्छुक ।
मया पित्रानुनीतेन व्यासेन ब्रह्मवादिना ॥ १६॥

ततो ब्रह्मोपदिष्टं वै सच्चिदानन्दलक्षणम् ।
जीवन्मुक्तः सदा ध्यायन्नित्यस्त्वं विहरिष्यसि ॥ १७॥

यो वेदादौ स्वरः प्रोक्तो वेदान्ते च प्रतिष्ठितः ।
तस्य प्रकृतिलीनस्य यः परः स महेश्वरः ॥ १८॥

उपदिष्टः शिवेनेति जगत्तन्मयतां गतः ।
उत्थाय प्रणिपत्येशं त्यक्ताशेषरिग्रहः ॥ १९॥

परब्रह्मपयोराशौ प्लवन्निव ययौ तदा ।
प्रव्रजन्तं तमालोक्य कृष्णद्वैपायनो मुनिः ॥ २०॥

अनुव्रजन्नाजुहाव पुत्रविश्लेषकातरः ।
प्रतिनेदुस्तदा सर्वे जगत्स्थावरजङ्गमाः ॥ २१॥

तच्छृत्वा सकलाकारं व्यासः सत्यवतीसुतः ।
पुत्रेण सहितः प्रीत्या परानन्दमुपेयिवान् ॥ २२॥

यो रहस्योपनिषदमधीते गुर्वनुग्रहात् ।
सर्वपापविनिर्मुक्तः साक्षात्कैवल्यमश्नुते
साक्षात्कैवल्यमश्नुत इत्युपनिषत् ॥

ॐ सह नाववतु ॥ सह नौ भुनक्तु ॥ सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनाधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

॥ इति शुकरहस्योपनिषत्समाप्ता ॥

Shukarahasya Upanishad – vollständiger Text in IAST

prajñānādimahāvākyarahasyādikalevaram |
vikalevarakaivalyaṃ tripādrāmamahaṃ bhaje ||

oṃ saha nāvavatu || saha nau bhunaktu || saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

athāto rahasyopaniṣadaṃ vyākhyāsyāmo devarṣayo
brahmāṇaṃ sampūjya praṇipatya papracchurbhagavannasmākaṃ
rahasyopaniṣadaṃ brūhīti | so'bravīt |
purā vyāso mahātejāḥ sarvavedataponidhiḥ |
praṇipatya śivaṃ sāmbaṃ kṛtāñjaliruvāca ha || 1 ||

śrīvedavyāsa uvāca |
devadeva mahāprājña pāśacchedadṛḍhavrata |
śukasya mama putrasya vedasaṃskārakarmaṇi || 2 ||

brahmopadeśakālo'yamidānīṃ samupasthitaḥ |
brahmopadeśaḥ kartavyo bhavatādya jagadguro || 3 ||

īśvara uvāca |
mayopadiṣṭe kaivalye sākṣādbrahmaṇi śāśvate |
vihāya putro nirvedātprakāśaṃ yāsyati svayam || 4 ||

śrīvedavyāsa uvāca |
yathā tathā vā bhavatu hyupanāyanakarmaṇi |
upadiṣṭe mama sute brahmaṇi tvatprasādataḥ || 5 ||

sarvajño bhavatu kṣipraṃ mama putro maheśvara |
tava prasādasampanno labhenmuktiṃ caturvidhām || 6 ||

tacchṛtvā vyāsavacanaṃ sarvadevarṣisaṃsadi |
upadeṣṭuṃ sthitaḥ śambhuḥ sāmbo divyāsane mudā || 7 ||

kṛtakṛtyaḥ śukastatra samāgatya subhaktimān |
tasmātsa praṇavaṃ labdhvā punarityabravīcchivam || 8 ||

śrīśuka uvāca |
devādideva sarvajña saccidānanda lakṣaṇa |
umāramaṇa bhūteśa prasīda karuṇānidhe || 9 ||

upadiṣṭaṃ parabrahma praṇavāntargataṃ param |
tattvamasyādivākyānāṃ prajñādīnāṃ viśeṣataḥ || 10 ||

śrotumicchāmi tattvena ṣaḍaṅgāni yathākramam |
vaktavyāni rahasyāni kṛpayādya sadāśiva || 11 ||

śrīsadāśiva uvāca |
sādhu sādhu mahāprājña śuka jñānanidhe mune |
praṣṭavyaṃ tu tvayā pṛṣṭaṃ rahasyaṃ vedagarbhitam || 12 ||

rahasyopaniṣannāmnā saṣaḍaṅgamihocyate |
yasya vijñānamātreṇa mokṣaḥ sākṣānna saṃśayaḥ || 13 ||

aṅgahīnāni vākyāni gururnopadiśetpunaḥ |
saṣaḍaṅgānyupadiśenmahāvākyāni kṛtsnaśaḥ || 14 ||

caturṇāmapi vedānāṃ yathopaniṣadaḥ śiraḥ |
iyaṃ rahasyopaniṣattathopaniṣadāṃ śiraḥ || 15 ||

rahasyopaniṣadbrahma dhyātaṃ yena vipaścitā |
tīrthairmantraiḥ śrutairjapyaistasya kiṃ puṇyahetubhiḥ || 16 ||

vākyārthasya vicāreṇa yadāpnoti śaracchatam |
ekavārajapenaiva ṛṣyādidhyānataśca yat || 17 ||

oṃ asya śrīmahāvākyamahāmantrasya haṃsa ṛṣiḥ |
avyaktagāyatrī chandaḥ | paramahaṃso devatā |
haṃ bījam | saḥ śaktiḥ | so'haṃ kīlakam |
mama paramahaṃsaprītyarthe mahāvākyajape viniyogaḥ |
satyaṃ jñānamanantaṃ brahma aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
nityānando brahma tarjanībhyāṃ svāhā |
nityānandamayaṃ brahma madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
yo vai bhūmā anāmikābhyāṃ hum |
yo vai bhūmādipatiḥ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
ekamevādvitīyaṃ brahma karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ ||

satyaṃ jñānamanantaṃ brahma hṛdayāya namaḥ |
nityānando brahma śirase svāhā |
nityānandamayaṃ brahma śikhāyai vaṣaṭ |
yo vai bhūmā kavacāya hum |
yo vai bhūmādhipatiḥ netratrayāya vauṣaṭ |
ekamevādvitīyaṃ brahma astrāya phaṭ |
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ |
dhyānam |
nityānandaṃ paramasukhadaṃ kevalaṃ jñānamūrtiṃ
viśvātītaṃ gaganasadṛśaṃ tattvamasyādilakṣyam ||

ekaṃ nityaṃ vimalamacalaṃ sarvadhīsākṣibhūtaṃ
bhāvātītaṃ triguṇarahitaṃ sadguruṃ taṃ namāmi || 1 ||

atha mahāvākyāni catvāri | yathā |
oṃ prajñānaṃ brahma || 1 ||

oṃ ahaṃ brahmāsmi || 2 ||

oṃ tattvamasi || 3 ||

oṃ ayamātmā brahma || 4 ||

tattvamasītyabhedavācakamidaṃ ye japanti
te śivassāyujyamuktibhājo bhavanti ||

tatpadamahāmantrasya | paramahaṃsaḥ ṛṣiḥ |
avyaktagāyatrī chandaḥ | paramahaṃso devatā |
haṃ bījam | saḥ śaktiḥ | so'haṃ kīlakam |
mama sāyujyamuktyarthe jape viniyogaḥ |
tatpuruṣāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
īśānāya tarjanībhyāṃ svāhā |
aghorāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
sadyojātāya anāmikābhyāṃ hum |
vāmadevāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
tatpuruṣeśānāghorasadyojātavāmadevebhyo
namaḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādinyāsaḥ |
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ ||

dhyānam |
jñānaṃ jñeyaṃ jñānagamyāditītaṃ
śuddhaṃ buddhaṃ muktamapyavyayaṃ ca |
satyaṃ jñānaṃ saccidānandarūpaṃ
dhyāyedevaṃ tanmahobhrājamānam ||

tvaṃpada mahāmantrasya viṣṇurṛṣiḥ |
gāyatrī chandaḥ | paramātmā devatā |
aiṃ bījam | klīṃ śaktiḥ | sauḥ kīlakam |
mama muktyarthe jape viniyogaḥ |
vāsudevāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
saṅkarṣaṇāya tarjanībhyāṃ svāhā |
pradyumnāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
aniruddhāya anāmikābhyāṃ hum |
vāsudevāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
vāsudevasaṅkarṣaṇapradyumnāniruddhebhyaḥ
karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādinyāsaḥ |
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ ||

dhyānam ||

jīvatvaṃ sarvabhūtānāṃ sarvatrākhaṇḍavigraham |
cittāhaṅkārayantāraṃ jīvākhyaṃ tvaṃpadaṃ bhaje |
asipadamahāmantrasya mana ṛṣiḥ |
gāyatrī chandaḥ | ardhanārīśvaro devatā |
avyaktādirbījam | nṛsiṃhaḥ śaktiḥ |
paramātmā kīlakam | jīvabrahmaikyārthe jape viniyogaḥ |
pṛthvīdvyaṇukāya aṅguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
abdvyaṇukāya tarjanībhyāṃ svāhā |
tejodvyaṇukāya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
vāyudvyaṇukāya anāmikābhyaṃ hum |
ākāśadvyaṇukāya kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ |
pṛthivyaptejovāyvākāśadvyaṇukebhyaḥ
karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
bhūrbhuvaḥsuvaromiti digbandhaḥ ||

dhyānam ||

jīvo brahmeti vākyārthaṃ yāvadasti manaḥsthitiḥ |
aikyaṃ tattvaṃ laye kurvandhyāyedasipadaṃ sadā ||

evaṃ mahāvākyaṣaḍaṅgānyuktāni ||

atha rahasyopaniṣadvibhāgaśo vākyārthaślokāḥ procyante ||

yenekṣate śṛṇotīdaṃ jighrati vyākaroti ca |
svādvasvādu vijānāti tatprajñānamudīritam || 1 ||

caturmukhendradeveṣu manuṣyāśvagavādiṣu |
caitanyamekaṃ brahmātaḥ prajñānaṃ brahma mayyapi || 2 ||

paripūrṇaḥ parātmāsmindehe vidyādhikāriṇi |
buddheḥ sākṣitayā sthitvā sphurannahamitīryate || 3 ||

svataḥ pūrṇaḥ parātmātra brahmaśabdena varṇitaḥ |
asmītyaikyaparāmarśastena brahma bhavāmyaham || 4 ||

ekamevādvitīyaṃ sannāmarūpavivarjitam |
sṛṣṭeḥ purādhunāpyasya tādṛktvaṃ taditīryate || 5 ||

śroturdehendriyātītaṃ vastvatra tvaṃpaderitam |
ekatā grāhyate'sīti tadaikyamanubhūyatām || 6 ||

svaprakāśāparokṣatvamayamityuktito matam |
ahaṅkārādidehāntaṃ pratyagātmeti gīyate || 7 ||

dṛśyamānasya sarvasya jagatastattvamīryate |
brahmaśabdena tadbrahma svaprakāśātmarūpakam || 8 ||

anātmadṛṣṭeravivekanidrā-
mahaṃ mama svapnagatiṃ gato'ham |
svarūpasūrye'bhyudite sphuṭokte-
rgurormahāvākyapadaiḥ prabuddhaḥ || 9 ||

vācyaṃ lakṣyamiti dvidhārthasaraṇīvācyasya hi tvaṃpade
vācyaṃ bhautikamindriyādirapi yallakṣyaṃ tvamarthaśca saḥ |
vācyaṃ tatpadamīśatākṛtamatirlakṣyaṃ tu saccitsukhā-
nandabrahmatadartha eṣa ca tayoraikyaṃ tvasīdaṃ padam || 10 ||

tvamiti taditi kārye kāraṇe satyupādhau
dvitayamitarathaikaṃ saccidānandarūpam |
ubhayavacanahetu deśakālau ca hitvā
jagati bhavati soyaṃ devadatto yathaikaḥ || 11 ||

kāryopādhirayaṃ jīvaḥ kāraṇopādhirīśvaraḥ |
kāryakāraṇatāṃ hitvā pūrṇabodho'vaśiṣyate || 12 ||

śravaṇaṃ tu guroḥ pūrvaṃ mananaṃ tadanantaram |
nididhyāsanamityetatpūrṇabodhasya kāraṇam || 13 ||

anyavidyāparijñānamavaśyaṃ naśvaraṃ bhavet |
brahmavidyāparijñānaṃ brahmaprāptikaraṃ sthitam || 14 ||

mahāvākyānyupadiśetsaṣaḍaṅgāni deśikaḥ |
kevalaṃ na hi vākyāni brahmaṇo vacanaṃ yathā ,, 15||

īśvara uvāca |
evamuktvā muniśreṣṭha rahasyopaniṣacchuka |
mayā pitrānunītena vyāsena brahmavādinā || 16 ||

tato brahmopadiṣṭaṃ vai saccidānandalakṣaṇam |
jīvanmuktaḥ sadā dhyāyannityastvaṃ vihariṣyasi || 17 ||

yo vedādau svaraḥ prokto vedānte ca pratiṣṭhitaḥ |
tasya prakṛtilīnasya yaḥ paraḥ sa maheśvaraḥ || 18 ||

upadiṣṭaḥ śiveneti jagattanmayatāṃ gataḥ |
utthāya praṇipatyeśaṃ tyaktāśeṣarigrahaḥ || 19 ||

parabrahmapayorāśau plavanniva yayau tadā |
pravrajantaṃ tamālokya kṛṣṇadvaipāyano muniḥ || 20 ||

anuvrajannājuhāva putraviśleṣakātaraḥ |
pratinedustadā sarve jagatsthāvarajaṅgamāḥ || 21 ||

tacchṛtvā sakalākāraṃ vyāsaḥ satyavatīsutaḥ |
putreṇa sahitaḥ prītyā parānandamupeyivān || 22 ||

yo rahasyopaniṣadamadhīte gurvanugrahāt |
sarvapāpavinirmuktaḥ sākṣātkaivalyamaśnute
sākṣātkaivalyamaśnuta ityupaniṣat ||

oṃ saha nāvavatu || saha nau bhunaktu || saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvinādhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

|| iti śukarahasyopaniṣatsamāptā ||

Shukarahasya Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

1–19. Jetzt erklären wir den Rahasya Upanishad: die göttlichen Weisen, die Brahma anbeteten, fragten: Herr, sag uns den Rahasya Upanishad. Er sagte: 'In der Vergangenheit fragten der Schatz aller Veden und die Buße Shiva: O Herr großer Weisheit, der fest gelobt hat, die Knechtschaft (des Lebens) zu brechen. Die Zeit ist gekommen, meinem Sohn Suka die Initiation in das Sakrament von Veda zu geben'.. Shiva sagte: "Wenn der einzige Brahman von mir gegeben wird, wird dein Sohn von selbst gehen, nachdem er sich losgelöst hat." Vyasa sagte: „Wie dem auch sei, im Upanayana, wenn Brahman vermittelt wird, möge mein Sohn sehr schnell allwissend werden und die vier Arten von Moksha erhalten. Shiva, der dies hörte, saß in einem göttlichen Sitz, um Unterweisung zu geben. Suka, der Glückliche, kam mit Hingabe dorthin und bekam den Pranava, sprach wieder zu Shiva. Suka-Hilfe: "Zuerst unter den Göttern, allwissend, sei erfreut. Das höchste Brahman, das Om innewohnt, wurde vermittelt; der besondere Sinn "Dass Du bist" usw., mit den sechs Gliedern, möchte ich hören". Shiva sagte: Weil sagte: O Schatz des Wissens, du hast um das wünschenswerte, das Geheimnis der vedischen Texte gebeten, genannt Rahasyopanishad mit den sechs Teilen, wissend, welcher direkt freigegeben werden soll. Für den Weisen, der über Brahman meditiert, sind heilige Orte, vedische Riten und Mantras nutzlos. Man gewinnt hundert Jahre des Lebens, meditiert den Sinn der wichtigsten Texte. Das gleiche wird gewonnen, wenn man dies einmal ausspricht.

20. Om, für dieses Mantra ist Hamsa das Rishi, unmanifestiertes Gayatri ist der Meter, Gottheit ist Paramahamsa, Hamsa ist der Samen, Sama-Veda ist die Kraft. 'Ich bin Das' ist die Nadel. Seine Anwendung ist im Kontext des Aussprechens des Haupttextes, um die Gnade des Paramahamsa zu sichern. 'Wahrheit, Wissen, Unendlichkeit ist Brahman. Verbeuge dich vor den Daumen, 'Ewige Freude ist Brahman' - Svaha zu den Zeigefingern. 'Brahman ist ewige Freude, meistens' - Vasat bis zu den Mittelfingern. 'Das, was die Fülle ist' - Hum zu den Ringfingern. 'Der Herr der Fülle' - Vasat zu den kleinen Fingern. 'Eins und Nicht-Dual ist Brahman. Phat' innerhalb und außerhalb der Palmen. 'Wahrheit, Wissen, Unendlichkeit ist Brahman' - Phat innerhalb und außerhalb der Palme. 'Wahrheit, Wissen, Unendlichkeit ist Brahman - beuge dich vor dem Herzen'. "Ewige Glückseligkeit ist Brahman" - Svaha zum Kopf - Vasat zum Haargeflecht. "Das, was Fülle ist" - Hum zur Rüstung - Vausat zu den drei Augen. "Ein und nicht-dual Brahman" - Phat zur Schutzwaffe. Die Erde, alte Region, Himmel, Om, das ist die Verbindung des Raumes..

21–22. Meditation: Ich verneige mich vor dem edlen Lehrer, jenseits des Werdens und der drei Gunas, eins, ewig, heilig, Zeuge von krankem Wissen, Geber von Glückseligkeit, jenseits der Welt, himmelähnlich und Zweck wichtiger Texte. (1) Bewusstsein ist Brahman. (2) Ich bin Brahman. (3) Dass du bist und. (4) Dieses Selbst ist Brahman. Diejenigen, die die Aussage der Identität rezitieren, werden in Sayujya (Identität) befreit.

23–24. Von der großen Beschwörung 'Tat' ist der Seher Hamsa, unmanifestierter Gayatri ist der Meter. Paramahamsa die Gottheit; Hamsa der Samen; Sama-Veda, Macht; So'ham ist die Nadel; Anwendung ist die Meditation für meine Befreiung. Verbeugen Sie sich vor den Daumen, vor diesem Aspiranten Svaha zu Isana, den Zeigefingern, Vasat zu Aghora die Mittelfinger, zu Sadyojata, den Ringfingern, summen; zu Vamadeva, den kleinen Fingern Vausat; zu diesem Geist, Isana, Aghora usw. Phat.. Meditation: Meditiere über dieses leuchtende Licht als Wissen und seine Objekte und was jenseits von beiden ist, makellos, wach, frei und unvergänglich.

25–26. Vom Gesang von 'Tvam' ist Vishnu der Seher, Gayatri ist der Meter, das höchste Selbst die Gottheit, 'Ziel' der Same, 'Klim' die Kraft, 'sauh' die Nadel, Anwendung ist die Wiederholung für meine Befreiung. Verbeugen Sie sich vor Vasudeva, zu den Daumen: Svaha zu Samkarsana, die Zeigefinger; Vasat zu Pradyumna, die Mittelfinger; Hum zu Aniruddha, die Ringfinger; Vausat zu Vasudeva, dem kleinen Finger; Phat zu Vasudeva und anderen. Meditation: Ich verehre das Wort "Du", den Jiva-Zustand, in allen Lebewesen, überall, unparteiische Form, Kontrolleur des Geistes und Egoismus.

27. Für 'Asi' ist der Seher Manah, Meter Gayatri, Gottheit Ardhanarishvara, Samen ist Avyaktadi, Macht ist Nrisimha, Stift ist höchstes Selbst. Anwendung ist Wiederholung zur Identifizierung von Jiva und Brahman. Ich verbeuge mich vor den Daumen, der Dyade der Erde; Svaha bis zum Zeigefinger, der Dyade des Wassers. Vasat bis zu den Mittelfingern, der Dyade des Feuers; Hum bis zu den Ringfingern, der Dyade der Luft; Vausat für die kleinen Finger, die Dyade des Äthers; Phat für die Vorder- und Rückseite der Hand, die Dyade der Erde usw. So auch die Weihe des Herzens. Bhuh, Bhuvah, Svah, Om.

28–29. Meditation: "Meditiere immer über Asi, du bist. Ziel bei der Verschmelzung von Jiva in diesem, solange der Geist wohnt auf dem Zweck" So wurden die sechs Glieder der wichtigsten Texte.

30–38. Nun, nach der Klassifizierung der mystischen Lehren sind die Verse auf den Inhalt.. Prajnana ist das, wodurch man hier alle Gegenstände sieht, hört, riecht und klar macht, angenehm und unangenehm, wodurch man weiß. Im viergesichtigen Brahman, Indra und Devas, Menschen, Pferde, Kühe, etc. ist Geist ein Brahman - so ist auch in mir Prajnana Brahman. In diesem Körper bleibt das Sein Zeuge des Intellekts und wird I genannt. Das Sein, das in sich selbst voll ist, wird als Brahman beschrieben, mit Asmi bezeichnet. Ich bin Brahman. Das Wesen, eins ohne eine Sekunde, ohne Name und Form vor der Schöpfung und sogar jetzt wird Das genannt. Das Wesen, das Du hier jenseits der Sinne, verstanden als Eins, genannt wirst. Lass diese Einheit erfahren werden. Das innere Selbst, vom Ego bis zum Körper, wird dies (ayam) genannt, weil es selbstleuchtend ist und sich innig verwirklicht. Die Wahrheit des Universums wird von allem, was durch das Wort Brahman gesehen wird, ausgedrückt.

39. Ich war im Zustand des Traums von T und "Meine" wegen der Abwesenheit der Vision des Geistes. Aber ich wurde erweckt, als die Sonne meiner eigenen Natur durch die Haupttexte aufging, die klar durch die Wahrnehmung gesprochen wurden.

40–42. Sinne haben zwei Wege: ausgedrückt und impliziert. In 'Tattvam Asi' ist die ausgedrückte Bedeutung die Sinne usw., die elementar sind, und das implizierte ist 'Er' in 'du' (Tvam), in dem Wort Tat ist der ausgedrückte Sinn Herrschaft usw., das implizierte ist das höchste Wesen, das Sat, Chit und Ananda ist. 'Asi' identifiziert diese beiden. Tvam und Tad bedeuten Wirkung und Ursache jeweils, wenn dies der Zusatz ist; ansonsten sind beide die gleichen Sat, Chit und Ananda - die Trennung von Raum und Zeit, die Identität ist, wie in der Welt, in dem Ausdruck "Dies ist, dass Devadatta". Der Jiva hat die Wirkung-Adjunkt, Isa hat Ursache-Adjunkt - wenn beide entfernt werden, bleibt nur das volle Wissen.

43–45. Der Guru sollte die Worte der Upanishad mit den Gliedern unterweisen, nicht nur die Worte - dies sind Brahmas Worte.

46–53. Ishvara sagte: "O Suka, so von mir angewiesen, wie von Vyasa angefordert, werden Sie Jivanmukta werden." Die Svara, die am Anfang von Veda geäußert wird, ist Parameshvara. Suka, der so von Shiva unterrichtet wurde, wurde eins mit dem Universum; Rose, verbeugte sich vor Shiva und gab alle Besitztümer auf, ging weg, als ob sie im Ozean des höchsten Geistes schwimmen würde. Vyasa, sah ihn gehen als Einsiedler, ging nach ihm rufen, von der Trennung betroffen. die ganze Welt hallte ihn. Derjenige, der dies durch die Gnade des Guru lernt, wird von aller Sünde befreit werden und Moksha genießen.

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden. Hier endet die Sukarahasyopanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Shukarahasya Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Shukarahasya Upanishad richtet den Blick auf die vier Mahavakyas und ihre kontemplative Erschließung. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Studiere Begriffe, aber bleibe nicht bei Begriffen stehen.
Führe ein kleines Studienheft zu Atman, Brahman, Maya und Moksha. Prüfe danach in der Meditation, worauf die Begriffe in deiner Erfahrung verweisen.

3. Übe Sakshi Bhava im Alltag.
Beobachte Gedanken, Gefühle und Rollen als wechselnde Inhalte des Bewusstseins. Das schafft Abstand, ohne Verantwortung zu vermeiden.

4. Verbinde Erkenntnis mit Ethik.
Wahrhaftigkeit, Ahimsa, Maß und Mitgefühl sind keine Nebensache. Sie machen den Geist klar genug für tiefere Einsicht.

5. Lies vergleichend und mit offenem Urteil.
Vergleiche die Aussagen mit älteren Upanishaden, der Bhagavad Gita und lebendiger Lehrerfahrung. Unterscheide poetische Symbolik, historische Weltbilder und unmittelbar prüfbare Praxis.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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Termine: 16x mittwochs: 06.01., 27.01., 17.02., 10.03., 31.03., 21.04., 12.05., 02.06., 23.06., 14.07., 08.09., 29.09., 20.10., 10.11., 01.12., 15.12.20…
Dr phil Oliver Hahn
09.04.2027 - 11.04.2027 Sanskrit Intensivwochenende

Du bist fasziniert vom Klang des Sanskrit und der tiefgehenden Wirkung der Wörter dieser uralten Sprache? Hast bereits Übersetzungen von Mantras oder …
Dr phil Oliver Hahn

Meditation

02.10.2026 - 04.10.2026 Meditation Intensiv Schweigend

Mit Meditation, Yoga und Mantra-Singen tauchst du in deine innere Welt. Ein Intensivseminar mit täglichen langen Meditationssitzungen, zwei Yoga-Stunde…
Dana Oerding
02.10.2026 - 04.10.2026 Meditation Intensiv Schweigend

Mit Meditation, Yoga und Mantra-Singen tauchst du in deine innere Welt. Ein Intensivseminar mit täglichen langen Meditationssitzungen, zwei Yoga-Stunde…
Karuna M Wapke