Rudrabhairavi Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Rudrabhairavi Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Rudrabhairavi in ihrer strahlenden und kraftvollen Gestalt zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Das zur jeweiligen Form beschriebene Yantra, Arghya-Gefäß, Wasser, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Licht und Speise.

Umfang und Überlieferung

Das Sitzritual folgt Chaitanyabhairavi; Dhyana, Mantra und Handglieder stehen im eigenen Abschnitt. Die Purascharana umfasst 100.000 Wiederholungen.

Durchführung

  1. Lege die für diese Göttinnenform bezeichnete Vidya fest. Die Lautbildung und die Unterschiede zu benachbarten Formen stehen im eigenen Quellenbeleg.
  2. Bereite das im Abschnitt beschriebene Yantra und den Kultsitz vor. Vollziehe die Morgenhandlungen und genau die angegebenen Nyasas; bei einem ausdrücklichen Rückverweis gilt der beigefügte Bezugsabschnitt.
  3. Vergegenwärtige die beschriebene Gestalt der Göttin. Bringe die Gaben geistig dar, stelle das Arghya auf und vollziehe die äußere Sitzverehrung.
  4. Rufe die gewählte Göttinnenform an, reiche die Verehrungsgaben und führe ihre eigene Avarana-Folge aus. Die Zahlen des anschließenden Purascharana werden erst für eine dafür übernommene Gesamtpraxis verwendet.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0710 · 89
atha rudrabhairavī
jñānārṇave:
śivacandrau madanāntaṃ pāntaṃ vahnisamanvitam |
śaktibhinnaṃ vindunādakalāḍhyaṃ vāgbhavaṃ priye |
sampatpradāyai bhairavyāḥ kāmarājaṃ tadeva hi |
sadāśivasya bījantu mahāsiṃhāsanasya ca |
eṣā vidyā maheśāni varṇituṃ naiva śakyate |
asyārthaḥ:
śivacandrakāntapāntavahniyuktaṃ ekādaśasvaraviśiṣṭaṃ
vindunādakalānvitaṃ vāgbhavaṃ bījam |
śivacandrakāmapṛthvīvahnicaturthasvaraviśiṣṭaṃ
nādavindukalānvitaṃ kāmarājabījaṃ pretabījaṃ śaktikūṭaṃ
tṛtīyam
|| 89 ||

Nun Rudrabhairavī. Im Jñānārṇava: Śiva und Candra, endend mit Madana und mit dem auf pa endenden Zeichen, verbunden mit Feuer, durch Śakti unterschieden und reich an Bindu, Nāda und Kalā, bilden das Vāgbhava, o Liebe. Das Kāmarāja ist eben jenes der Bhairavī Sampatpradā. Dazu kommen das Bīja Sadāśivas und das des großen Löwenthrons. Diese Vidyā, o Maheśānī, lässt sich wahrlich nicht beschreiben. Seine Bedeutung: Das Vāgbhava-Bīja ist mit Śiva, Candra, dem auf ka endenden Zeichen, dem auf pa endenden Zeichen und Feuer verbunden, durch den elften Vokal bestimmt und mit Bindu, Nāda und Kalā versehen. Das Kāmarāja-Bīja ist durch Śiva, Candra, Kāma, Pṛthvī, Feuer und den vierten Vokal bestimmt und mit Nāda, Bindu und Kalā versehen. Das dritte ist das Preta-Bīja, der Śaktikūṭa. [Die Lautumschreibungen des Verses und der Erklärung stimmen in der beschädigten Vorlage nicht überall eindeutig überein.]


P2-0711 · 90
asyāḥ pūjāyantram:
trikoṇañcaiva vṛttañca vṛttāṣṭadalapaṅkajam |
vṛttabhūmaṇḍalañcetyādi
|| 90 ||

Ihr Verehrungs-Yantra: Ein Dreieck, ein Kreis, ein Kreis mit einem achtblättrigen Lotus sowie ein Kreis und die Erdumfassung — und so weiter.


P2-0712 · 91
(citra 30)
asyāḥ pūjā:
prātaḥkṛtyādiprāṇāyāmāntaṃ vidhāya caitanyabhairavīvat
pīṭhanyāsaṃ kuryāt |
yathā:
ādhāraśaktyādi hrīṃ jñānātmane namaḥ ityantaṃ vinyasya,
pūrvādikrameṇa oṃ vāmāyai namaḥ, evaṃ jyeṣṭhāyai raudryai kālyai
kalavikariṇyai balapramathinyai sarvabhūtadamanyai, madhye oṃ
manonmanyai iti pīṭhaśaktīrvinyasya pīṭhamanuṃ nyaset |
atra pīṭhamantrastu:
aghore aiṃ ghore hrīṃ sarvataḥ sarvasarvebhyo ghoraghoratare śrīṃ
namo'stu rudrarūpebhyaḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ |
tathā ca jñānārṇave:
aghore vāgbhavaṃ paścādghore tu bhuvaneśvarī |
sarvataḥ sarvasarvebhyo ghora - ghoratare ramām |
namo'stu rudrarūpebhyo devyā bījatrayaṃ likhet |
triṃśadbhiśca tribhirvarṇairvidyeyaṃ kathitā priye
|| 91 ||

[Abbildung 30.] Ihre Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis einschließlich der Atemregelung ausgeführt hat, vollziehe man den Nyāsa des Kultsitzes wie bei Caitanyabhairavī. So: Nachdem man Ādhāraśakti und die übrigen bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ — Verehrung dem Wesen der Erkenntnis — auf den Körper gelegt hat, lege man im Osten beginnend mit „oṃ vāmāyai namaḥ“ Vāmā und entsprechend Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balapramathinī und Sarvabhūtadamanī auf; in der Mitte mit „oṃ manonmanyai“ Manonmanī. Nachdem man diese Kräfte des Kultsitzes aufgelegt hat, lege man dessen Mantra auf. Der Mantra des Kultsitzes lautet hier: „aghore aiṃ ghore hrīṃ sarvataḥ sarvasarvebhyo ghoraghoratare śrīṃ namo'stu rudrarūpebhyaḥ aiṃ hrīṃ śrīṃ“. Sein verständlicher Wortteil bedeutet: O Nichtschreckliche, o Schreckliche, von überall her, allen sämtlichen, o Schreckliche und noch Schrecklichere: Verehrung sei den Rudra-Gestalten. So auch im Jñānārṇava: Nach „aghore“ steht Vāgbhava, nach „ghore“ Bhuvaneśvarī. Nach „sarvataḥ sarvasarvebhyo ghoraghoratare“ steht Ramā. Nach „namo'stu rudrarūpebhyo“ schreibe man die drei Bījas der Göttin. Diese Vidyā wird mit dreiunddreißig Lauten angegeben, o Liebe.


P2-0713 · 92
tataḥ ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ |
mukhe paṃkticchandase namaḥ |
hṛdi rudrabhairavyai devātāyai namaḥ
|| 92 ||

Danach der Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen: Am Kopf: „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund: „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen: „rudrabhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Rudrabhairavī.


P2-0714 · 93
tataḥ karāṅganyāsau:
prathamaṃ bījamuccārya aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
dvitīyaṃ bījamuccārya tarjanībhyāṃ svāhā |
tṛtīyaṃ bījamuccārya madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
punaḥ prathamaṃ bījamuccārya anāmikābhyāṃ huṃ |
dvitīyaṃ bījamuccārya kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
tṛtīyaṃ bījamuccārya karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu
|| 93 ||

Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern: Nach dem ersten Bīja: „aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — Verehrung den beiden Daumen. Nach dem zweiten: „tarjanībhyāṃ svāhā“ — svāhā den beiden Zeigefingern. Nach dem dritten: „madhyamābhyāṃ vaṣaṭ“ — vaṣaṭ den beiden Mittelfingern. Wieder nach dem ersten: „anāmikābhyāṃ huṃ“ — huṃ den beiden Ringfingern. Nach dem zweiten: „kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den beiden kleinen Fingern. Nach dem dritten: „karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ“ — phaṭ den Handflächen und Handrücken. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen.


P2-0715 · 94
tato dhyānam:
udyadbhānusahasrābhāṃ candracūḍāṃ trilocanām |
nānālaṅkārasubhagāṃ sarvavairinikṛntanīm
vamadrudhiramuṇḍālīkalitāṃ raktavāsasīm |
triśūlaṃ ḍamaruṃ khaḍgaṃ tathā kheṭakameva ca |
pinākañca śarān devīṃ pāśāṃkuśayugaṃ kramāt |
pustakañcākṣamālāñca śivasiṃhāsanasithitām ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya pūrvavat śaṅkhasthāpanaṃ
kuryāt
|| 94 ||

Dann die Meditation: Sie strahlt wie tausend aufgehende Sonnen, trägt den Mond als Kopfschmuck und hat drei Augen. Sie ist herrlich mit vielfältigem Schmuck geziert und vernichtet alle Feinde. Sie trägt eine Girlande von Köpfen, aus denen Blut strömt, und rote Gewänder. Die Göttin hält der Reihe nach Dreizack, Sanduhrtrommel, Schwert, Schild, den Bogen Pināka, Pfeile, Schlinge und Stachel, Buch und Gebetskette. Sie sitzt auf dem Löwenthron Śivas. Nachdem man so meditiert und sie mit geistigen Gaben verehrt hat, stelle man wie zuvor die Muschel auf.


P2-0716 · 95
tataścaitanyabhairavyuktapīṭhapūjāṃ vidhāya,
etanmantroktapīṭhamantreṇa pīṭhaṃ sampūjya, punardhyātvā
āvāhanādi - pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya,
āvaraṇapūjāmārabheta |
yathā:
agnikoṇe prathamaṃ bījamuccārya hṛdayāya namaḥ |
īśāne dvitīyaṃ bījamuccārya śirase svāhā |
nair-ṛte tṛtīyaṃ bījamuccāryaṃ śikhāyai vaṣaṭ |
vāyau punaḥ prathamaṃ bījamuccārya kavacāya hum |
madhye punardvitīyabījamuccārya netratrayāya vauṣaṭ |
caturdikṣu punastṛtīyaṃ bījamuccārya astrāya phaṭ |
tatastrikoṇe ratnayādikamabhyarcya patramūle anaṅgakusumādikaḥ |
pūjayet |
patreṣu pūrvādi asitāṅgabrāhmyādīn sampūjya bhugṛhe
indrādilokapālān vajrāṃdīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 95 ||

Danach vollziehe man die bei Caitanyabhairavī beschriebene Verehrung des Kultsitzes und verehre den Sitz mit dem für diesen Mantra angegebenen Sitz-Mantra. Man meditiere erneut, vollziehe die Handlungen von der Herbeirufung bis zur Darbringung von fünf Blumenhandvoll und beginne die Verehrung der umgebenden Kreise. So: In der Feuerecke das erste Bīja und „hṛdayāya namaḥ“ — Verehrung dem Herzen. Im Nordosten das zweite und „śirase svāhā“ — svāhā dem Kopf. Im Südwesten das dritte und „śikhāyai vaṣaṭ“ — vaṣaṭ dem Haarschopf. In der Windecke wieder das erste und „kavacāya hum“ — hum dem Schutzpanzer. In der Mitte wieder das zweite und „netratrayāya vauṣaṭ“ — vauṣaṭ den drei Augen. In den vier Richtungen wieder das dritte und „astrāya phaṭ“ — phaṭ der Waffe. Dann verehre man im Dreieck Rati und die übrigen [die Vorlage liest „ratnayādi“], an den Blattwurzeln Anaṅgakusuma und die übrigen. Auf den Blütenblättern verehre man, im Osten beginnend, Asitāṅga, Brāhmī und die übrigen; in der Erdumfassung die Weltenhüter Indra und die übrigen sowie den Donnerkeil und die übrigen Waffen. Danach beende man die Handlung mit Räucherwerk und den weiteren Gaben bis zur Entlassung.


P2-0717 · 96
asya puraścaraṇaṃ lakṣajapaḥ |
tathā ca:
lakṣaṃ sampūjya mantrajño mantraṃ mantravidāṃ varaḥ |
iti vacanāt
|| 96 ||

Die vorbereitende Mantra-Praxis besteht aus 100.000 Wiederholungen. Denn es heißt: Der Mantra-Kundige, der Beste unter den Kennern der Mantras, verehre [die Gottheit] und [wiederhole] den Mantra 100.000-mal. [Die zitierte Zeile nennt kein eindeutiges Verb für die Wiederholung; die Ergänzung folgt dem einleitenden Prosasatz.]


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0699 · 77
(citra 28)
asyāḥ pūjā:
prātaḥkṛtyādikaṃ vidhāya ādhāraśaktyādi hrīṃ jñānātmane
namaḥ ityantaṃ karma samāpya hṛtpadmasya pūrvādikrameṇa
keśareṣu oṃ vāmāyai namaḥ evaṃ jyeṣṭhāyai radryaṃ ambikāyai
icchāye jñānāyai kriyāyai kubjikāyai citrāyai viṣaghnikāyai
bhūcaryai ānandāyai madhye hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya
namaḥ |
sampatpradābālākauleśīsakalasiddhidāvidyānāṃ etā vā
pīṭhaśaktayaḥ jñānārṇavoktatvāt
|| 77 ||

[Abbildung 28.] Ihre Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen ausgeführt und die Handlungen von der Ādhāraśakti bis „hrīṃ jñānātmane namaḥ“ — Verehrung dem Wesen der Erkenntnis — abgeschlossen hat, verehre man auf den Staubfäden des Herzlotus, im Osten beginnend, mit „oṃ vāmāyai namaḥ“ Vāmā und in gleicher Weise Jyeṣṭhā, Raudrī [in der Vorlage entstellt], Ambikā, Icchā, Jñānā, Kriyā, Kubjikā, Citrā, Viṣaghnikā, Bhūcarī und Ānandā. In der Mitte: „hsauḥ sadāśivamahāpretapadmāsanāya namaḥ“ — Verehrung dem Lotussitz, dessen großer Leichnam Sadāśiva ist. Auch für die Vidyās Sampatpradā, Bālā, Kauleśī und Sakalasiddhidā können diese als Kräfte des Kultsitzes gelten, da sie im Jñānārṇava genannt werden.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0710 · 89
अथ रुद्रभैरवी
ज्ञानार्णवे:
शिवचन्द्रौ मदनान्तं पान्तं वह्निसमन्वितम् ।
शक्तिभिन्नं विन्दुनादकलाढ्यं वाग्भवं प्रिये ।
सम्पत्प्रदायै भैरव्याः कामराजं तदेव हि ।
सदाशिवस्य बीजन्तु महासिंहासनस्य च ।
एषा विद्या महेशानि वर्णितुं नैव शक्यते ।
अस्यार्थः:
शिवचन्द्रकान्तपान्तवह्नियुक्तं एकादशस्वरविशिष्टं
विन्दुनादकलान्वितं वाग्भवं बीजम् ।
शिवचन्द्रकामपृथ्वीवह्निचतुर्थस्वरविशिष्टं
नादविन्दुकलान्वितं कामराजबीजं प्रेतबीजं शक्तिकूटं
तृतीयम्
॥ ८९ ॥

P2-0711 · 90
अस्याः पूजायन्त्रम्:
त्रिकोणञ्चैव वृत्तञ्च वृत्ताष्टदलपङ्कजम् ।
वृत्तभूमण्डलञ्चेत्यादि
॥ ९० ॥

P2-0712 · 91
(चित्र ३०)
अस्याः पूजा:
प्रातःकृत्यादिप्राणायामान्तं विधाय चैतन्यभैरवीवत्
पीठन्यासं कुर्यात् ।
यथा:
आधारशक्त्यादि ह्रीं ज्ञानात्मने नमः इत्यन्तं विन्यस्य,
पूर्वादिक्रमेण ॐ वामायै नमः, एवं ज्येष्ठायै रौद्र्यै काल्यै
कलविकरिण्यै बलप्रमथिन्यै सर्वभूतदमन्यै, मध्ये ॐ
मनोन्मन्यै इति पीठशक्तीर्विन्यस्य पीठमनुं न्यसेत् ।
अत्र पीठमन्त्रस्तु:
अघोरे ऐं घोरे ह्रीं सर्वतः सर्वसर्वेभ्यो घोरघोरतरे श्रीं
नमोऽस्तु रुद्ररूपेभ्यः ऐं ह्रीं श्रीं ।
तथा च ज्ञानार्णवे:
अघोरे वाग्भवं पश्चाद्घोरे तु भुवनेश्वरी ।
सर्वतः सर्वसर्वेभ्यो घोर - घोरतरे रमाम् ।
नमोऽस्तु रुद्ररूपेभ्यो देव्या बीजत्रयं लिखेत् ।
त्रिंशद्भिश्च त्रिभिर्वर्णैर्विद्येयं कथिता प्रिये
॥ ९१ ॥

P2-0713 · 92
ततः ऋष्यादिन्यासः:
शिरसि दक्षिणामूर्तये ऋषये नमः ।
मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः ।
हृदि रुद्रभैरव्यै देवातायै नमः
॥ ९२ ॥

P2-0714 · 93
ततः कराङ्गन्यासौ:
प्रथमं बीजमुच्चार्य अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
द्वितीयं बीजमुच्चार्य तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
तृतीयं बीजमुच्चार्य मध्यमाभ्यां वषट् ।
पुनः प्रथमं बीजमुच्चार्य अनामिकाभ्यां हुं ।
द्वितीयं बीजमुच्चार्य कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
तृतीयं बीजमुच्चार्य करतलपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिषु
॥ ९३ ॥

P2-0715 · 94
ततो ध्यानम्:
उद्यद्भानुसहस्राभां चन्द्रचूडां त्रिलोचनाम् ।
नानालङ्कारसुभगां सर्ववैरिनिकृन्तनीम्
वमद्रुधिरमुण्डालीकलितां रक्तवाससीम् ।
त्रिशूलं डमरुं खड्गं तथा खेटकमेव च ।
पिनाकञ्च शरान् देवीं पाशांकुशयुगं क्रमात् ।
पुस्तकञ्चाक्षमालाञ्च शिवसिंहासनसिथिताम् ॥
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य पूर्ववत् शङ्खस्थापनं
कुर्यात्
॥ ९४ ॥

P2-0716 · 95
ततश्चैतन्यभैरव्युक्तपीठपूजां विधाय,
एतन्मन्त्रोक्तपीठमन्त्रेण पीठं सम्पूज्य, पुनर्ध्यात्वा
आवाहनादि - पञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधाय,
आवरणपूजामारभेत ।
यथा:
अग्निकोणे प्रथमं बीजमुच्चार्य हृदयाय नमः ।
ईशाने द्वितीयं बीजमुच्चार्य शिरसे स्वाहा ।
नैर्-ऋते तृतीयं बीजमुच्चार्यं शिखायै वषट् ।
वायौ पुनः प्रथमं बीजमुच्चार्य कवचाय हुम् ।
मध्ये पुनर्द्वितीयबीजमुच्चार्य नेत्रत्रयाय वौषट् ।
चतुर्दिक्षु पुनस्तृतीयं बीजमुच्चार्य अस्त्राय फट् ।
ततस्त्रिकोणे रत्नयादिकमभ्यर्च्य पत्रमूले अनङ्गकुसुमादिकः ।
पूजयेत् ।
पत्रेषु पूर्वादि असिताङ्गब्राह्म्यादीन् सम्पूज्य भुगृहे
इन्द्रादिलोकपालान् वज्रांदींश्च पूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ ९५ ॥

P2-0717 · 96
अस्य पुरश्चरणं लक्षजपः ।
तथा च:
लक्षं सम्पूज्य मन्त्रज्ञो मन्त्रं मन्त्रविदां वरः ।
इति वचनात्
॥ ९६ ॥

P2-0699 · 77
(चित्र २८)
अस्याः पूजा:
प्रातःकृत्यादिकं विधाय आधारशक्त्यादि ह्रीं ज्ञानात्मने
नमः इत्यन्तं कर्म समाप्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिक्रमेण
केशरेषु ॐ वामायै नमः एवं ज्येष्ठायै रद्र्यं अम्बिकायै
इच्छाये ज्ञानायै क्रियायै कुब्जिकायै चित्रायै विषघ्निकायै
भूचर्यै आनन्दायै मध्ये ह्सौः सदाशिवमहाप्रेतपद्मासनाय
नमः ।
सम्पत्प्रदाबालाकौलेशीसकलसिद्धिदाविद्यानां एता वा
पीठशक्तयः ज्ञानार्णवोक्तत्वात्
॥ ७७ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0710–P2-0717; ergänzend P2-0699


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