Sakaleshvari Bhairavi Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Sakaleshvari Bhairavi Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Sakaleshvari in ihrer eigenen Anfangsfolge zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Das zur jeweiligen Form beschriebene Yantra, Arghya-Gefäß, Wasser, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Licht und Speise.

Umfang und Überlieferung

Die Quelle ändert den Anfang zu sa-ha und übernimmt Dhyana und Puja von Bhuvaneshvari Bhairavi.

Durchführung

  1. Lege die für diese Göttinnenform bezeichnete Vidya fest. Die Lautbildung und die Unterschiede zu benachbarten Formen stehen im eigenen Quellenbeleg.
  2. Bereite das im Abschnitt beschriebene Yantra und den Kultsitz vor. Vollziehe die Morgenhandlungen und genau die angegebenen Nyasas; bei einem ausdrücklichen Rückverweis gilt der beigefügte Bezugsabschnitt.
  3. Vergegenwärtige die beschriebene Gestalt der Göttin. Bringe die Gaben geistig dar, stelle das Arghya auf und vollziehe die äußere Sitzverehrung.
  4. Rufe die gewählte Göttinnenform an, reiche die Verehrungsgaben und führe ihre eigene Avarana-Folge aus. Die Zahlen des anschließenden Purascharana werden erst für eine dafür übernommene Gesamtpraxis verwendet.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0722 · 1
bhuvaneśyā bhedāntaram
bhuvaneśyāśca bhairavyā bhedāntaramathoyate |
sahādyā saiva deveśi tadā sā sakaleśvarī ||
dhyānapūjādikaṃ sarvametasyā eva pūrvavat |
iyaṃ sahādyā cet sakaleśvarī |
dhyānapūjādikantu pūrvavat
|| 1 ||

Eine andere Form Bhuvaneśīs. Nun wird eine andere Form der Bhairavī Bhuvaneśī erklärt: Beginnt dieselbe mit sa und ha, o Herrin der Götter, dann ist sie Sakaleśvarī. Meditation, Verehrung und alles Weitere erfolgen bei dieser wie zuvor. Wenn sie mit sa und ha beginnt, ist sie Sakaleśvarī; Meditation, Verehrung und alles Weitere geschehen wie zuvor.


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0718 · 97
atha bhuvaneśvarībhairavī
jñānārvave:
hasādyaṃ vāgbhavañcādyaṃ hasakānte sureśvari |
bhūbījaṃ bhuvaneśānī dvitīyaṃ bījamuddhṛtama ||
śivacandrau maheśāni bhuvaneśo ca bhairavī |
tathā ca tripurārṇave:
haṃsāstrayo dantyasakārarūḍhā vasvabdhipaṃktisvarasaṃvibhinnāḥ
|
ādau savindu parato visargī madhyo virañcīndraharāgniyuktaḥ |
asyārthaḥ:
śivacandravāgbhavamiti prathamaṃ bījam |
śivacandrakāmapṛthivīmahāmāyā iti dvitīyaṃ bījam |
śivacandracaturdaśasvaraḥ savisarga iti tṛtīyaṃ bījam |
asyāḥ pūjāyantraṃ caitanya - bhairavīvadbodhyam
|| 97 ||

Nun Bhuvaneśvarībhairavī. Im Jñānārṇava: Das erste ist das mit ha und sa beginnende Vāgbhava. Nach ha, sa und ka, o Herrin der Götter, stehen das Erd-Bīja und Bhuvaneśānī: So ist das zweite Bīja abgeleitet. Śiva und Candra, o Maheśānī, und Bhuvaneśa bilden Bhairavī. So auch im Tripurārṇava: Drei Haṃsas sind mit dem dentalen sa verbunden und durch die Vokale Acht, Vier und Zehn unterschieden. Das erste besitzt Bindu, das letzte Visarga; das mittlere ist mit Virañci, Indra, Hara und Feuer verbunden. Seine Bedeutung: Śiva, Candra und Vāgbhava bilden das erste Bīja. Śiva, Candra, Kāma, Pṛthivī und Mahāmāyā bilden das zweite. Śiva, Candra und der vierzehnte Vokal mit Visarga bilden das dritte. Ihr Verehrungs-Yantra ist wie das der Caitanyabhairavī zu verstehen. [Die verschlüsselten Vokalzahlen des Zitats und die anschließende Erklärung sind in der Vorlage nicht eindeutig deckungsgleich.]


P2-0719 · 98
pūjanantu:
prātaḥkṛtyādiprāṇāyāmāntaṃ vidhāya
caitanyabhairavyuktapīṭhanyāsaṃ kṛtvā, ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
yathā:
śirasi dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ |
mukhe paṃkticchandase namaḥ |
hṛdi bhuvaneśvarībhairavyai devatāyai namaḥ
|| 98 ||

Die Verehrung: Nachdem man die morgendlichen Verrichtungen bis zur Atemregelung ausgeführt und den bei Caitanyabhairavī angegebenen Nyāsa des Kultsitzes vollzogen hat, vollziehe man den Nyāsa des Sehers und der übrigen Zuordnungen. So: Am Kopf „dakṣiṇāmūrtaye ṛṣaye namaḥ“ — Verehrung dem Seher Dakṣiṇāmūrti. Am Mund „paṃkticchandase namaḥ“ — Verehrung dem Versmaß Paṅkti. Am Herzen „bhuvaneśvarībhairavyai devatāyai namaḥ“ — Verehrung der Gottheit Bhuvaneśvarībhairavī.


P2-0720 · 99
tataḥ karāṅganyāsau |
tathā ca jñānārṇave:
ṣaḍdīrghabhājā madhyena kuryādaṅgakriyāṃ manoḥ |
tena ṣaḍdīrghayuktena madhyabījena karāṅganyāsaḥ |
yathā:
hsklhrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
evaṃ hsklhrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā ityādinā nyaset |
evaṃ hṛdayādiṣu
|| 99 ||

Danach die Nyāsas an Händen und Körpergliedern. So im Jñānārṇava: Mit dem mittleren [Bīja], das an den sechs langen Vokalen teilhat, vollziehe man die Gliederhandlung des Mantras. Daher geschehen die Hand- und Gliedernyāsas mit dem mittleren Bīja, verbunden mit den sechs langen Vokalen. So: „hsklhrāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ“ — hsklhrāṃ, Verehrung den beiden Daumen. Ebenso „hsklhrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā“ — hsklhrīṃ, svāhā den beiden Zeigefingern — und so weiter lege man es auf. Ebenso an Herz und den weiteren Körperstellen. [Die Konsonantenfolge wird unverändert nach der Vorlage wiedergegeben.]


P2-0721 · 100
tato dhyānam:
javākusumasaṅkāśāṃ dāḍimīkusumopamām |
candrarekhāṃ jaṭājūṭāṃ trinetrāṃ raktavāsasīm |
nānalaṅkārasubhagāṃ pīnonnataghanastanīm |
pāśāṃkuśavarābhītīrdhārayantīṃ śivāṃ śraye ||
anyat sarva caitanyabhairavīvat karaṇīyam
|| 100 ||

Dann die Meditation: Ich nehme Zuflucht zu der heilvollen Göttin, die einer Hibiskusblüte und einer Granatapfelblüte gleicht, die Mondsichel und einen aufgetürmten Haarknoten trägt, drei Augen besitzt und rot gekleidet ist. Sie ist herrlich mit vielerlei Schmuck geziert, hat volle, hohe, feste Brüste und zeigt Schlinge, Stachel, die Geste der Gabengewährung und die Geste der Furchtlosigkeit. Alles Weitere ist wie bei Caitanyabhairavī auszuführen.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0722 · 1
भुवनेश्या भेदान्तरम्
भुवनेश्याश्च भैरव्या भेदान्तरमथोयते ।
सहाद्या सैव देवेशि तदा सा सकलेश्वरी ॥
ध्यानपूजादिकं सर्वमेतस्या एव पूर्ववत् ।
इयं सहाद्या चेत् सकलेश्वरी ।
ध्यानपूजादिकन्तु पूर्ववत्
॥ १ ॥

P2-0718 · 97
अथ भुवनेश्वरीभैरवी
ज्ञानार्ववे:
हसाद्यं वाग्भवञ्चाद्यं हसकान्ते सुरेश्वरि ।
भूबीजं भुवनेशानी द्वितीयं बीजमुद्धृतम ॥
शिवचन्द्रौ महेशानि भुवनेशो च भैरवी ।
तथा च त्रिपुरार्णवे:
हंसास्त्रयो दन्त्यसकाररूढा वस्वब्धिपंक्तिस्वरसंविभिन्नाः
।
आदौ सविन्दु परतो विसर्गी मध्यो विरञ्चीन्द्रहराग्नियुक्तः ।
अस्यार्थः:
शिवचन्द्रवाग्भवमिति प्रथमं बीजम् ।
शिवचन्द्रकामपृथिवीमहामाया इति द्वितीयं बीजम् ।
शिवचन्द्रचतुर्दशस्वरः सविसर्ग इति तृतीयं बीजम् ।
अस्याः पूजायन्त्रं चैतन्य - भैरवीवद्बोध्यम्
॥ ९७ ॥

P2-0719 · 98
पूजनन्तु:
प्रातःकृत्यादिप्राणायामान्तं विधाय
चैतन्यभैरव्युक्तपीठन्यासं कृत्वा, ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
यथा:
शिरसि दक्षिणामूर्तये ऋषये नमः ।
मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः ।
हृदि भुवनेश्वरीभैरव्यै देवतायै नमः
॥ ९८ ॥

P2-0720 · 99
ततः कराङ्गन्यासौ ।
तथा च ज्ञानार्णवे:
षड्दीर्घभाजा मध्येन कुर्यादङ्गक्रियां मनोः ।
तेन षड्दीर्घयुक्तेन मध्यबीजेन कराङ्गन्यासः ।
यथा:
ह्स्क्ल्ह्रां अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
एवं ह्स्क्ल्ह्रीं तर्जनीभ्यां स्वाहा इत्यादिना न्यसेत् ।
एवं हृदयादिषु
॥ ९९ ॥

P2-0721 · 100
ततो ध्यानम्:
जवाकुसुमसङ्काशां दाडिमीकुसुमोपमाम् ।
चन्द्ररेखां जटाजूटां त्रिनेत्रां रक्तवाससीम् ।
नानलङ्कारसुभगां पीनोन्नतघनस्तनीम् ।
पाशांकुशवराभीतीर्धारयन्तीं शिवां श्रये ॥
अन्यत् सर्व चैतन्यभैरवीवत् करणीयम्
॥ १०० ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0722; ergänzend P2-0718–P2-0721


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