Rechaka

Rechaka (Sanskrit: रेचक recaka adj. u. m.) ist ein Nomen Agentis der Sanskrit Verbalwurzel (Dhatu) ric und bedeutet: die Brust entleerend; den Unterleib entleerend, abführend; das Ausatmen beim Üben von Pranayama; Spritze; eine bestimmte Bewegung der Füße; Salpeter; Kamalabaum (Kampillaka); Krotonölbaum (Jayapala); Clerodendrum phlomidis (Tilaka).
Rechaka ist ein Sanskritbegriff, der im Hatha Yoga öfter verwendet wird. Rechaka heißt wörtlich Entleeren und bezieht sich im Yoga besonders auf die Atmung. Rechaka heißt Ausatmen. Im Pranayama gibt es drei Phasen, manchmal auch vier Phasen: Puraka, die Einatmung; Kumbhaka, das Anhalten; Rechaka, die Ausatmung, manchmal gefolgt von nochmals Kumbhaka, Anhalten mit leeren Lungen.
Bilder zu Rechaka (Kamalabaum)
Sukadev über Rechaka
Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Rechaka
Rechaka ist erstmal Entleeren, Rechaka heißt insbesondere, das Entleeren der Lungen und damit das Ausatmen. Pranayama besteht aus drei verschiedenen Teilen: Einatmen – Puraka, Anhalten – Kumbhaka und Ausatmen – Rechaka. Kumbhaka gibt es in zwei Variationen: Es gibt Antar Kumbhaka und Bahir Kumbhaka. Anhalten nach dem Einatmen ist Antar Kumbhaka, Anhalten nach dem Ausatmen ist Bahir Kumbhaka. Bei allen Pranayamas ist insbesondere Rechaka von besonderer Bedeutung, das Ausatmen. Du kannst nur so viel einatmen wie du vorher ausgeatmet hast.
Und Rechaka hat in verschiedenen Kontexten eine besondere Bedeutung. Zum einen, um dich zu zentrieren. Wenn du sehr tief ausatmest und sanft einatmest, fällt es leicht, dich auf den Bauch zu konzentrieren. Indem du dich auf den Bauch konzentrierst, zentrierst du dich. Zum zweiten, wenn du die Ausatmung verlangsamst, dann führt das auch dazu, dass Vata sich beruhigt, dass du also ruhiger wirst, harmonischer wirst. Auch ein Übermaß von Pitta wird beseitigt. Eine einfache Weise, dich zu beruhigen und deine Energie zu harmonisieren, ist langsamer ausatmen.
Angenommen, du fühlst dich unruhig, hast Lampenfieber, dann atmest du gleichmäßig ein und aus, und du sorgst insbesondere dafür, dass es ein langsamer Atem da ist. Und gerade die Ausatmung hilft dir, langsam zu atmen. Angenommen, du hast einen Überschuss an Pitta, du bist frustriert, ärgerlich oder du hast irgendeinen Allergie-Anfall, wie Heuschnupfen usw., dann übe langsames Rechaka. Es gibt auch einen Namen für ein Pranayama, wo Rechaka, die Ausatmung, stark verlangsamt wird, das ist Murcha.
Durch Murcha, durch verlangsamtes Ausatmen, wirst du ruhig. Überhitzte Energie, ein Übermaß von Pitta, wird reduziert, Entzündungsreaktionen können gehemmt werden. Auch bei Autoimmunerkrankungen kann es helfen, jeden Tag besonders tief auszuatmen. Wenn du eine Autoimmunerkrankung hast, würde ich dir sogar raten, verlangsame die Ausatmung bei der Wechselatmung noch mehr als doppelt so langsam wie die Einatmung. Und füge einige Runden Murcha dazu, das heißt, das bewusste Verlangsamen der Ausatmung.
Also, Rechaka ist sehr wichtig. Auch wenn jemand sehr emotional ist, oder wenn er gerade dabei ist, auch in einer anderen Bewusstseinszustand abzudriften, tiefes langsames Ausatmen und sanftes Einatmen bringt den Menschen wieder zurück, zentriert zu sein. Also, Rechaka – Ausatmen. Und mit bewusstem Rechaka, verlangsamtem Rechaka, kannst du auf dein Prana, auf deine Doshas und auf die Bewusstheit Einfluss nehmen.
Siehe auch
- Rechana
- Rechani
- Recha
- Puraka
- Kumbhaka
- Virechana
- Rikta
- Vijrimbhika
- Amrita Siddhi Vers 22.1
- Hatha Yoga Pradipika Sanskrittext und Übersetzung
- Sanskrit Kurs Lektion 51
Literatur
- Wissenschaft des Pranayama, Swami Sivananda, Yoga Vidya Verlag
- Göttliche Erkenntnis, Swami Sivananda, Mangalam Books Verlag
- Swami Sivananda: Kundalini Yoga
- Sukadev Bretz: Die Kundalini Energie erwecken
Weblinks

- Hatha Yoga Pradipika 2.45
- Pranayama, auf der Yoga Vidya Hauptseite
- Kundalini Yoga Portal
- Tantra Portal
- Prana Portal
- Chakra Portal
Seminare
Atem-Praxis
- 26.06.2026 - 28.06.2026 Achtsamer Atem, modernes Pranayama und Meditation
Aufbauend auf einer tantrischen lebensbejahenden Betrachtung, gehst du in Verbindung mit deinem Sein und Lebensquell. Du machst dich grundlegend vertrau…- Ravi Ott
- 28.06.2026 - 10.07.2026 Sadhana Intensiv - Fortgeschrittene Praxis für den erfahrenen Übenden - Live Online
Ein zweiwöchiges Hatha-Yoga-Intensivprogramm für Energie-Erweckung, spirituelle Entwicklung und Entfaltung deiner geistigen Fähigkeiten, aufbauend au…- Sukadev Bretz
Kundalini Yoga
- 26.06.2026 - 10.07.2026 Sadhana Intensiv - Fortgeschrittene Praxis für den erfahrenen Übenden
Ein zweiwöchiges Hatha-Yoga-Intensivprogramm für Energie-Erweckung, spirituelle Entwicklung und Entfaltung deiner geistigen Fähigkeiten, aufbauend au…- Sukadev Bretz
- 28.06.2026 - 09.07.2026 Pranayama Intensiv-Woche - jeden Morgen 05:30-08:00 Uhr
BUhrzeit: 05:30 – 08:00 Uhr oder 05:30 - 06:45 Uhr
Erfahre neue Energie und Lebensfreude durch eine Woche morgendliches Intensiv-Pranayama für Fort…- Sukadev Bretz
TSA LUNG - tibetische Yogaübungen zur Aktivierung des feinstofflichen Körpers
- In diesem Workshop erlernen und praktizieren wir eine Serie von fünf energetisierenden Übungen, die mit Körper, Aufmerksamkeit und Atmung arbeiten. Diese TSA LUNG genannte und ursprünglich aus Tibet stammende Praxis dient zur Aktivierung und Reinigung der Chakras und zur Harmonisierung ...
- Dr phil Oliver Hahn
Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - Online
06.01.2027 - 15.12.2027 - Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI - Online
- Die AMRITA SIDDHI ("Erlangung der Unsterblichkeit") ist ein bisher noch wenig bekannter Ur-Text zum Hatha Yoga, der aus einem tantrisch orientierten buddhistischen Umfeld stammt. Niedergeschrieben wurde er vermutlich im 11. Jahrhundert in Indien von Madhava Chandra. Der Verfasser lehrt in 36 kurzen Kapiteln die praktischen und theoretischen Grundlagen ...
- Dr phil Oliver Hahn