Rückführung in frühere Leben

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Rückführung in frühere Leben Ist Rückführung in frühere Leben sinnvoll?

Rückführung in frühere Leben - erläutert vom Yoga Standpunkt aus

Rückführung in frühere Leben

Karma

Im Yoga gehen wir davon aus, dass der Mensch nicht nur einmal in diese Welt kommt sondern, dass er vielmal auf diese Welt kommt. In jedem Leben hast du ein bestimmtes Karma und bestimmte Aufgaben zu erledigen. Es gilt bestimmte Fertigkeiten in dir zu entwickeln. Du erntest die Früchte aus deinen früheren Handlungen und bekommst Aufgaben vom Kosmos, an denen du wachsen kannst.

Rückführung in frühere Leben unter Hypnose

Rückführung in frühere Leben unter Anwendung von Hypnose kann manchmal sinnvoll sein und manchmal nicht. Wenn du dich in diesem Leben zurechtfindest und du feststellst, dass du deine Probleme in diesem Leben angehen kannst, dann ist eine Rückführung in frühere Leben nicht notwendig. Und auch nicht sinnvoll, sie kann dich vielleicht sogar durcheinander bringen.

Gefahren einer Rückführung

  • Angenommen du triffst in diesem Leben einen Menschen und kommst gut mit ihm zurecht. Nun wirst du in frühere Leben zurückgeführt und stellst fest, vor zwei Inkarnationen habt ihr euch furchtbar gestritten – vielleicht hat der eine den anderen betrogen oder gar umgebracht. Vielleicht habt ihr in einem eurer letzten Leben das Problem schon gelöst. Wenn du drei Leben zurückgehst, dann wird das Ganze wiederbelebt und das ist nicht notwendig.
  • Wenn du in deinem früheren Leben zum Beispiel ein erfolgreicher Musiker warst, aber in diesem Leben das nicht mehr deine Aufgabe ist, dann kannst du evtentuell durch die Rückführung in ein früheres Leben plötzlich doch wieder zur Musik inspiriert werden, was nicht dein Thema wäre.

Wann eine Rückführung sinnvoll ist

Im Normalfall ist es klüger keine Rückführung in frühere Leben zu machen. Wenn du aber in diesem Leben irgendwo merkst, da sind bestimmte Persönlichkeitsstrukturen, Phobien und Schwierigkeiten, die keine Erklärung in diesem Leben haben, dann kann eine Rückführung in frühere Leben therapeutisch sinnvoll sein. Manchmal ist eine Rückführungserfahrung hilfreich, um ein gewisses Vertrauen zu erlangen. Sowie das Vertrauen, dass es Reinkarnation tatsächlich gibt.

Mehr zum Thema Wiedergeburt und Reinkarnation auf unserer Internetseite Yoga Vidya Reinkarnation und Wiedergeburt.

Video Rückführung in frühere Leben

Videovortrag zum Thema Rückführung in frühere Leben :

Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu Yoga und Meditation.

Rückführung in frühere Leben Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Rückführung in frühere Leben :

Ist es überhaupt wünschenswert, in frühere Leben zu gehen?

Luft Himmel Wolken.jpg

- Abschnitt aus Karma und Reinkarnation von Sukadev Bretz -

Mein Meister Swami Vishnu-devananda hat, ähnlich wie die meisten mir bekannten Yoga-Meister, diese Frage verneint. Es gibt gute Gründe, weshalb bei der Geburt ein Gedächtnisschwund einsetzt. So können wir vorurteilsfreier mit den Menschen um uns herum umgehen. Wenn man in einer Rückführung erfährt, dass der jetzige Chef im letzten Leben der fremdgehende Ehemann, im vorletzten Leben der prügelnde Vater und im vorvorletzten Leben die Geliebte war, wird man diesem Chef künftig ganz anders begegnen und vielleicht nicht die Lektionen lernen, die für dieses Leben vorgesehen sind. Oder wenn man erfährt, dass die Tochter im früheren Leben die ältere Schwester gewesen ist, wird man sie vielleicht nicht mehr mit einer kindgemäßen Liebe, Offenheit und Neugier behandeln. So kann das vermeintliche oder echte Wissen über Begegnungen in früheren Leben den Umgang mit Menschen stark beeinflussen, das Leben verkomplizieren und zu neuen Vorurteilen führen. Außerdem kann die starke Beschäftigung mit der Vergangenheit und mit der Aufarbeitung des Vergangenen einem die Zeit und die geistige Energie für das gegenwärtige Erleben und Erfahren rauben. Das ist ja schon jetzt das Problem bei manchen Psychotherapierichtungen. Manche Menschen verbringen viele Jahre oder gar Jahrzehnte ihres Lebens, sich mit Problemen aus den ersten Kindheitsjahren zu beschäftigen und vergessen darüber ihr eigentliches Leben, nämlich die Gegenwart. Ähnlich kann ein übermäßiges Beschäftigen mit früheren Leben das Erleben der Gegenwart vergessen lassen.

Ein weiteres Argument dagegen, in frühere Leben zurückzugehen ist: Viele Menschen gehen in frühere Leben, um zur vermeintlichen „Ursache“ ihrer jetzigen Probleme zu kommen. Nehmen wir an, jemand hat in diesem Leben Probleme mit seinem Vater. Nehmen wir auch an, er erfährt in einer Rückführung, dass er in einem früheren Leben von seinem Vater geprügelt wurde. Da läge die Interpretation nahe, dass seine Vaterprobleme in diesem Leben die Ursache darin haben, dass sein Vater ihn im vorigen Leben geprügelt hatte. Vielleicht ist die Sache ganz anders: Vielleicht hat der Mensch seit mehreren Leben die Aufgabe, an seiner Vaterbeziehung zu arbeiten und er wird solange Probleme mit seinem Vater haben, bis er diese Lektion gelernt hat. Da hat das Problem keine Ursache in einem Fehlverhalten irgendeines Vaters, sondern es liegt einfach eine Lernaufgabe vor, an der niemand schuld ist.

Ist das, woran man sich erinnert, überhaupt ein früheres Leben oder ein Fantasieprodukt des Geistes? Der menschliche Geist ist sehr kreativ. Jede Nacht träumt der Durchschnittsmensch mehrere Male. Oft baut er sich im Traum ein eigenes Leben auf. Viele Menschen haben Tagträume, wer sie in Zukunft sein wollen. Die Gedächtnisforschung hat gezeigt, dass Erinnerung durch einen Fragenden stark beeinflusst werden kann. Viele Geständnisse sind durch manipulative Befragungen entstanden. Manche Menschen glauben schließlich selbst daran, eine Tat begangen zu haben, an der sie unschuldig sind und erinnern sich sogar an Teile davon. Wenn man also in einem Entspannungszustand Bilder hat, müssen sie nicht aus früheren Leben stammen. Es können, ähnlich wie in griechischen Tragödien, in Märchen und Mythen, fantasievolle Verkörperungen von Anteilen in der Psyche sein.

Diese kreative Fähigkeit des menschlichen Geistes wird in Therapierichtungen wie „Psychodrama“ und Techniken wie „innere Familienkonferenz“ genutzt.

Wenn man etwas sicherer sein will, ob das „Erinnerte“ tatsächlich ein Indiz für ein Vorleben ist, müssen die Erinnerungen konkret genug sein, dass sie nachprüfbar sind. Wer zum Beispiel in Hypnose in einer Sprache oder einem Dialekt spricht, den er vorher nie gehört hatte oder wer sich an Namen, Jahreszahlen und Ereignisse erinnern kann, die nachprüfbar sind, kann diesen Erinnerungen einen höheren Stellenwert zuweisen, als wenn er nur sehr diffuse Bilder hat oder sich erinnert, ein ganz bekannter Mensch zu sein. Mir selbst haben z.B. etwa ein halbes Dutzend Menschen versichert, sie hätten sich in einer Rückführung als Wolfgang Amadeus Mozart gesehen.

Wer also Rückführungen macht, könnte seinen Therapeuten darum bitten, ihm in der Trance konkrete Namen, Orten und Jahreszahlen zu entlocken. Anhand der Aufzeichnungen in Standesämtern und Kirchenregistern kann man diese Angaben anschließend prüfen.

Verantwortungsvolle Reinkarnationstherapeuten sind sich sehr bewusst, dass erinnerte Bilder oft nicht aus früheren Leben stammen. Sie sagen, dass man aber trotzdem damit arbeiten kann. Sie sagen, innere Bilder geben immer wertvolle Informationen, mit denen man arbeiten kann. Wenn jemand unterbewusst meint, ein bestimmtes früheres Leben gehabt zu haben, sagt das viel über den Menschen aus. Und wenn er seine gegenwärtigen Probleme auf bestimmte Weise in einem früheren Leben repräsentiert sieht, gibt dies Hinweise, wie der Mensch diese Probleme angehen kann.

Ich selbst habe einmal an einer kollektiven Rückführung im Rahmen des „Reinkarnations-Symposiums“ 1986 teilgenommen, welches Swami Vishnu-devananda organisieren ließ. An diesem Kongress nahmen Ian Stevenson, Raymond Moody und die bekanntesten amerikanischen Reinkarnationstherapeuten teil. Eine Referentin hat dabei einen Workshop mit Gruppenrückführung angeleitet. Sie ließ uns auf den Rücken legen und führte uns in eine Entspannung. Dann leitete sie uns zu verschiedenen Visualisierungsübungen an. Schließlich sollten wir uns vorstellen, auf eine Wolke zu gehen und mit der Wolke in die Vergangenheit zu reisen. Von dort sollten wir dann immer wieder herunter schauen, bis wir Bilder aus einem früheren Leben bekämen. Ich habe gesehen, wie ich irgendwo in den Eukalyptuswäldern Australiens war und von Koalabären umgeben war. Dann kamen plötzlich Piraten, die die Koalabären jagen wollten. Ich habe versucht, die Koalabären zu beschützen und bin dabei erschossen worden. Mir kam es nicht vor wie die Erinnerung an ein früheres Leben. Als Kind hatte ich von Koalabären gelesen und auch Abenteuergeschichten über Piraten. Das muss ich in der Trance-Entspannung miteinander verknüpft haben. Aus Meditationen habe ich sehr viel klarere Erinnerungen an andere Leben und meine, eine solche australische Inkarnation für unwahrscheinlich halten zu können. Nach dem Workshop habe ich daher mit der Reinkarnationstherapeutin gesprochen und habe sie gefragt: „Meinen Sie, dass das wirklich ein früheres Leben war?“ Sie sagte, dass sie das nicht wüsste. Und sie meinte, es sei für den therapeutischen Zweck überflüssig, ob es tatsächlich ein früheres Leben wäre oder nicht. Mit dem Material könne man in jedem Fall arbeiten. Sie würde zum Beispiel aus dem von mir Gesehenen schließen, dass ich eine Tendenz hätte, mich für andere aufzuopfern, andere beschützen wolle und bereit sei, dafür auch zu sterben. Wenn eine solche Neigung für mich ein Problem wäre, könne man damit arbeiten. Wenn das kein Problem sei, könne ich mich für meinen Altruismus glücklich schätzen.

Meine persönliche Meinung zur Frage der Rückführung ist wie folgt: Normalerweise ist eine Rückführung nicht hilfreich. Wenn jemand sich weitgehender psychischer Gesundheit erfreut, sollte man nicht aus Neugier versuchen, in frühere Leben zu gehen. Wenn man aber gute Gründe hat, psychotherapeutische Hilfe zu suchen und die anerkannteren Verfahren wenig erfolgreich waren, kann man vielleicht über Rückführungen dazu kommen, sein jetziges Leben besser und glücklicher zu leben. Ansonsten kommen Erinnerungen an frühere Leben in der Meditation von selbst, wenn der Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Siehe auch

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