Purusha Sukta Abhisheka für Vishnu
Purusha Sukta Abhisheka für Vishnu ist eine rituelle Waschung einer geeigneten Vishnu-Murti oder eines Shalagrama mit dem vollständigen sechzehnversigen Purusha Sukta des Rigveda.

Umfang und Überlieferung: Vollständiger Rigveda-Hymnus 10.90 mit sechzehn Wassergaben, anschließender Puja und Abschluss.
Anlass und Bedeutung
Der Purusha wird als kosmische Person verehrt, in der Welt, Menschen und göttliche Kräfte zusammengehören. Das langsame Abhisheka verbindet den Wasserguss mit dem ganzen Hymnus. Es ist dadurch ein eigenes Rezitations- und Baderitual und unterscheidet sich vom kurzen täglichen Bad mit einem Namensmantra.
Voraussetzungen und Vorbereitung
Für Menschen mit Abhisheka-Erfahrung und sicherer Sanskritrezitation. Die unakzentierte Schriftfassung vermittelt keine vedische Svara-Unterweisung. Wer vedisch intoniert, verwendet die in seiner Linie erlernten Tonhöhen.
Wasserfeste, zur Waschung geeignete Vishnu-Murti oder traditionell verehrter Shalagrama; sichere Auffangschale, mindestens 16 kleine Portionen reines Wasser, Löffel oder kleiner Gießbecher, weiches sauberes Tuch, frisches Gewand soweit passend, Duft, Blüten, Räucherwerk, Lampe und vegetarische Speise. Etwa 40 bis 60 Minuten. Bemalte oder empfindliche Bilder werden nicht übergossen. Stelle Lampe und Räucherwerk standsicher und mit Abstand zu Stoffen auf; lasse beides nur unter Aufsicht brennen.
Verwandte Anleitungen: Vishnu Gastgaben Puja nach dem Mantramahodadhi.
Durchführung
1. Die Badeordnung vorbereiten
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle die Murti sicher in die Auffangschale. Prüfe, dass sich kein Wasser auf dem Boden sammelt. Teile das Wasser in sechzehn gedachte oder tatsächliche Portionen auf. Ein ununterbrochener großer Wasserstrom ist nicht erforderlich.
2. Vishnu begrüßen
Entzünde die Lampe und grüße Vishnu dreimal mit gefalteten Händen:
Narayana-Mantra
oṃ namo nārāyaṇāya
Om. Verehrung Narayana.
Sprich dann einmal die Anrufung der heiligen Wasser über dem bereitstehenden sauberen Wasser:
Anrufung der heiligen Flüsse
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhukāveri jalesmin sannidhiṃ kuru |
Om. Ganga und Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.
3. Das Purusha Sukta mit sechzehn Wassergaben rezitieren
Lies jeden folgenden Vers vollständig. Gieße unmittelbar danach eine kleine Portion Wasser über die Murti. Beginne erst dann mit dem nächsten Vers. Das ergibt sechzehn Verse und sechzehn Wassergaben; es wird kein zusätzliches Svaha angefügt.
Purusha Sukta, Vers 1
sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt |
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvāty atiṣṭhad daśāṅgulam ||
Der Purusha hat tausend Häupter, tausend Augen und tausend Füße. Er umschloss die Erde von allen Seiten und ragte noch um zehn Fingerbreiten darüber hinaus.
Purusha Sukta, Vers 2
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam |
utāmṛtatvasyeśāno yad annenātirohati ||
Der Purusha allein ist dieses All: was gewesen ist und was künftig sein wird. Er ist auch Herr der Unsterblichkeit, der durch Nahrung über sich hinauswächst.
Purusha Sukta, Vers 3
etāvān asya mahimāto jyāyāṃś ca pūruṣaḥ |
pādo 'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi ||
So groß ist seine Herrlichkeit; doch der Purusha ist noch größer. Alle Wesen sind ein Viertel von ihm; drei Viertel von ihm sind unsterblich im Himmel.
Purusha Sukta, Vers 4
tripād ūrdhva ud ait puruṣaḥ pādo 'syehābhavat punaḥ |
tato viṣvaṅ vy akrāmat sāśanānaśane abhi ||
Mit drei Vierteln stieg der Purusha empor; ein Viertel von ihm wurde hier wieder gegenwärtig. Von dort breitete er sich nach allen Seiten aus über das, was Nahrung nimmt, und das, was keine Nahrung nimmt.
Purusha Sukta, Vers 5
tasmād virāḻ ajāyata virājo adhi pūruṣaḥ |
sa jāto aty aricyata paścād bhūmim atho puraḥ ||
Aus ihm entstand Viraj, und aus Viraj der Purusha. Geboren überragte er die Erde hinten und vorn.
Purusha Sukta, Vers 6
yat puruṣeṇa haviṣā devā yajñam atanvata |
vasanto asyāsīd ājyaṃ grīṣma idhmaḥ śarad dhaviḥ ||
Als die Götter mit dem Purusha als Opfergabe das Opfer ausspannten, war der Frühling seine Butter, der Sommer sein Brennholz und der Herbst seine Opfergabe.
Purusha Sukta, Vers 7
taṃ yajñam barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ |
tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye ||
Sie besprengten auf dem Opfergras den Purusha als Opfer, der am Anfang geboren war. Mit ihm opferten die Götter, die Sadhyas und die Rishis.
Purusha Sukta, Vers 8
tasmād yajñāt sarvahutaḥ sambhṛtam pṛṣadājyam |
paśūn tāṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye ||
Aus jenem Opfer, bei dem alles dargebracht wurde, sammelte sich die mit Sauermilch gemischte Butter. Er schuf daraus die Tiere der Luft, des Waldes und des Dorfes.
Purusha Sukta, Vers 9
tasmād yajñāt sarvahuta ṛcaḥ sāmāni jajñire |
chandāṃsi jajñire tasmād yajus tasmād ajāyata ||
Aus jenem Opfer, bei dem alles dargebracht wurde, entstanden die Rig-Verse und Saman-Gesänge. Daraus entstanden die Versmaße, daraus das Yajus.
Purusha Sukta, Vers 10
tasmād aśvā ajāyanta ye ke cobhayādataḥ |
gāvo ha jajñire tasmāt tasmāj jātā ajāvayaḥ ||
Daraus entstanden die Pferde und alle Tiere mit zwei Reihen von Zähnen. Daraus entstanden die Rinder, daraus Ziegen und Schafe.
Purusha Sukta, Vers 11
yat puruṣaṃ vy adadhuḥ katidhā vy akalpayan |
mukhaṃ kim asya kau bāhū kā ūrū pādā ucyete ||
Als sie den Purusha aufteilten, in wie viele Teile ordneten sie ihn? Was wird sein Mund genannt, was seine beiden Arme, was seine beiden Schenkel und was seine beiden Füße?
Purusha Sukta, Vers 12
brāhmaṇo 'sya mukham āsīd bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ |
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata ||
Der Brahmane war sein Mund; zum Rajanya wurden seine Arme gemacht. Was seine Schenkel waren, wurde zum Vaishya; aus seinen Füßen entstand der Shudra.
Erläuterung: Der Vers stellt die vier historischen sozialen Gruppen im Bild eines gemeinsamen kosmischen Körpers dar.
Purusha Sukta, Vers 13
candramā manaso jātaś cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca prāṇād vāyur ajāyata ||
Der Mond entstand aus seinem Geist, aus seinem Auge entstand die Sonne. Aus seinem Mund entstanden Indra und Agni, aus seinem Lebenshauch entstand Vayu.
Purusha Sukta, Vers 14
nābhyā āsīd antarikṣaṃ śīrṣṇo dyauḥ sam avartata |
padbhyām bhūmir diśaḥ śrotrāt tathā lokāṃ akalpayan ||
Aus seinem Nabel entstand der Zwischenraum, aus seinem Haupt der Himmel; aus seinen Füßen die Erde, aus seinem Gehör die Himmelsrichtungen. So ordneten sie die Welten.
Purusha Sukta, Vers 15
saptāsyāsan paridhayas triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ |
devā yad yajñaṃ tanvānā abadhnan puruṣam paśum ||
Sieben waren seine Umlegehölzer, dreimal sieben wurden die Brennhölzer gemacht. Als die Götter das Opfer ausspannten, banden sie den Purusha als Opfertier.
Purusha Sukta, Vers 16
yajñena yajñam ayajanta devās tāni dharmāṇi prathamāny āsan |
te ha nākam mahimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ ||
Mit dem Opfer opferten die Götter dem Opfer: Dies waren die ersten Ordnungen des Dharma. Diese Mächtigen gelangten zum Himmelsgewölbe, wo die früheren Sadhyas, die Götter, sind.
Yoga-Vidya-Vortrag „Japa – der Weg zu Gott“. Das Video ergänzt die Praxis; sämtliche benötigten Rezitationen stehen in dieser Anleitung.
4. Die Murti trocknen und schmücken
Hebe die Murti vorsichtig an oder lasse das Wasser gut ablaufen. Trockne sie mit dem sauberen Tuch. Stelle sie auf den trockenen Altar zurück. Lege ein frisches Gewand an, soweit Form und Material dies zulassen; sonst genügt eine frische Blüte. Die Handlung wird still ausgeführt.
5. Fünf Gastgaben und stille Betrachtung
Sprich bei jeder der fünf folgenden Gaben die hier ausgeschriebene Formel einmal:
Narayana-Mantra
oṃ namo nārāyaṇāya
Om. Verehrung Narayana.
- Lege etwas Duft auf ein eigenes Schälchen.
- Lege eine Blüte vor die Gottheit.
- Zeige kurz das Räucherwerk und stelle es sicher ab.
- Zeige die Lampe in einem ruhigen Kreis und stelle sie sicher ab.
- Stelle den Speiseteller vor die Gottheit.
Die fünf Gaben sind Gandha, Pushpa, Dhupa, Dipa und Naivedya. Die Wiederholung derselben Formel bei jeder Gabe ist die ausdrücklich einfache Upachara-Form dieser Anleitung.
Betrachte anschließend einige Minuten Vishnu als göttlichen Grund aller Wesen. Die mythologische Opferdarstellung des Hymnus wird hier ausschließlich mit Wasser und vegetarischen Gaben vergegenwärtigt.
6. Die Waschung darbringen
Sprich einmal:
Darbringung des Japa
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade, Gott, möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Falte die Hände, neige den Kopf und bleibe einen Augenblick still. Teile die unberührte Speise als Prasad. Gebrauchte Blüten und Badewasser bleiben davon getrennt. Lösche die Lampe und das Räucherwerk; reinige anschließend Gefäße und Platz. Gib reines, unversetztes Badewasser an geeignete Erde. Bei Zusätzen wird es sachgerecht entsorgt.
Varianten und Grenzen des Umfangs
Vers 12 enthält die historische Viergruppenordnung. Seine Übersetzung bleibt vollständig; daraus wird keine Abwertung heutiger Menschen abgeleitet. Vers 15 spricht vom kosmischen Opfertier; die konkrete Zeremonie besteht aus dem hier beschriebenen Wasserritual.
Vollständige Rezitationstexte in IAST
Alle im Ablauf verwendeten unterschiedlichen Sanskrittexte folgen in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Wiederholungen werden nicht ausgeschrieben; ihre genaue Zahl steht bei den Handlungsschritten. Diese Volltexte umfassen die Rezitationen der Anleitung, nicht das gesamte Quellenwerk.
Narayana-Mantra
oṃ namo nārāyaṇāya
Quelle und Textfassung: Pranatosini Tantra, Shalagrama-Puja, ausgeschrieben im Pādya-Mantra und im anschließenden achtgliedrigen Akshara-Nyasa.
Anrufung der heiligen Flüsse
oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhukāveri jalesmin sannidhiṃ kuru |
Quelle und Textfassung: Brihat Tantrasara, Snana-Abschnitt, lokaler Vers 19; zusammenhängende Formel, Zeilenumbrüche vereinheitlicht.
Purusha Sukta, Vers 1
sahasraśīrṣā puruṣaḥ sahasrākṣaḥ sahasrapāt |
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvāty atiṣṭhad daśāṅgulam ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.1, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 2
puruṣa evedaṃ sarvaṃ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam |
utāmṛtatvasyeśāno yad annenātirohati ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.2, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 3
etāvān asya mahimāto jyāyāṃś ca pūruṣaḥ |
pādo 'sya viśvā bhūtāni tripād asyāmṛtaṃ divi ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.3, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 4
tripād ūrdhva ud ait puruṣaḥ pādo 'syehābhavat punaḥ |
tato viṣvaṅ vy akrāmat sāśanānaśane abhi ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.4, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 5
tasmād virāḻ ajāyata virājo adhi pūruṣaḥ |
sa jāto aty aricyata paścād bhūmim atho puraḥ ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.5, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 6
yat puruṣeṇa haviṣā devā yajñam atanvata |
vasanto asyāsīd ājyaṃ grīṣma idhmaḥ śarad dhaviḥ ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.6, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 7
taṃ yajñam barhiṣi praukṣan puruṣaṃ jātam agrataḥ |
tena devā ayajanta sādhyā ṛṣayaś ca ye ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.7, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 8
tasmād yajñāt sarvahutaḥ sambhṛtam pṛṣadājyam |
paśūn tāṃś cakre vāyavyān āraṇyān grāmyāś ca ye ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.8, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 9
tasmād yajñāt sarvahuta ṛcaḥ sāmāni jajñire |
chandāṃsi jajñire tasmād yajus tasmād ajāyata ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.9, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 10
tasmād aśvā ajāyanta ye ke cobhayādataḥ |
gāvo ha jajñire tasmāt tasmāj jātā ajāvayaḥ ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.10, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 11
yat puruṣaṃ vy adadhuḥ katidhā vy akalpayan |
mukhaṃ kim asya kau bāhū kā ūrū pādā ucyete ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.11, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 12
brāhmaṇo 'sya mukham āsīd bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ |
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ padbhyāṃ śūdro ajāyata ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.12, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 13
candramā manaso jātaś cakṣoḥ sūryo ajāyata |
mukhād indraś cāgniś ca prāṇād vāyur ajāyata ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.13, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 14
nābhyā āsīd antarikṣaṃ śīrṣṇo dyauḥ sam avartata |
padbhyām bhūmir diśaḥ śrotrāt tathā lokāṃ akalpayan ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.14, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 15
saptāsyāsan paridhayas triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ |
devā yad yajñaṃ tanvānā abadhnan puruṣam paśum ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.15, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Purusha Sukta, Vers 16
yajñena yajñam ayajanta devās tāni dharmāṇi prathamāny āsan |
te ha nākam mahimānaḥ sacanta yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ ||
Quelle und Textfassung: Rigveda 10.90.16, GRETIL, Edition Aufrecht; Anusvara-Schreibungen zur einheitlichen IAST-Lesefassung vereinheitlicht, ohne vedische Tonzeichen.
Darbringung des Japa
guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthitiḥ ||
Quelle und Textfassung: Mantramahodadhi 22.152.
Vollständige Rezitationstexte in Devanagari
Narayana-Mantra
ॐ नमो नारायणाय
Anrufung der heiligen Flüsse
ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ।
नर्मदे सिन्धुकावेरि जलेस्मिन् सन्निधिं कुरु ।
Purusha Sukta, Vers 1
सहस्रशीर्षा पुरुषः सहस्राक्षः सहस्रपात् ।
स भूमिं विश्वतो वृत्वात्य् अतिष्ठद् दशाङ्गुलम् ॥
Purusha Sukta, Vers 2
पुरुष एवेदं सर्वं यद् भूतं यच् च भव्यम् ।
उतामृतत्वस्येशानो यद् अन्नेनातिरोहति ॥
Purusha Sukta, Vers 3
एतावान् अस्य महिमातो ज्यायांश् च पूरुषः ।
पादो ऽस्य विश्वा भूतानि त्रिपाद् अस्यामृतं दिवि ॥
Purusha Sukta, Vers 4
त्रिपाद् ऊर्ध्व उद् ऐत् पुरुषः पादो ऽस्येहाभवत् पुनः ।
ततो विष्वङ् व्य् अक्रामत् साशनानशने अभि ॥
Purusha Sukta, Vers 5
तस्माद् विराळ् अजायत विराजो अधि पूरुषः ।
स जातो अत्य् अरिच्यत पश्चाद् भूमिम् अथो पुरः ॥
Purusha Sukta, Vers 6
यत् पुरुषेण हविषा देवा यज्ञम् अतन्वत ।
वसन्तो अस्यासीद् आज्यं ग्रीष्म इध्मः शरद् धविः ॥
Purusha Sukta, Vers 7
तं यज्ञम् बर्हिषि प्रौक्षन् पुरुषं जातम् अग्रतः ।
तेन देवा अयजन्त साध्या ऋषयश् च ये ॥
Purusha Sukta, Vers 8
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुतः सम्भृतम् पृषदाज्यम् ।
पशून् तांश् चक्रे वायव्यान् आरण्यान् ग्राम्याश् च ये ॥
Purusha Sukta, Vers 9
तस्माद् यज्ञात् सर्वहुत ऋचः सामानि जज्ञिरे ।
छन्दांसि जज्ञिरे तस्माद् यजुस् तस्माद् अजायत ॥
Purusha Sukta, Vers 10
तस्माद् अश्वा अजायन्त ये के चोभयादतः ।
गावो ह जज्ञिरे तस्मात् तस्माज् जाता अजावयः ॥
Purusha Sukta, Vers 11
यत् पुरुषं व्य् अदधुः कतिधा व्य् अकल्पयन् ।
मुखं किम् अस्य कौ बाहू का ऊरू पादा उच्येते ॥
Purusha Sukta, Vers 12
ब्राह्मणो ऽस्य मुखम् आसीद् बाहू राजन्यः कृतः ।
ऊरू तद् अस्य यद् वैश्यः पद्भ्यां शूद्रो अजायत ॥
Purusha Sukta, Vers 13
चन्द्रमा मनसो जातश् चक्षोः सूर्यो अजायत ।
मुखाद् इन्द्रश् चाग्निश् च प्राणाद् वायुर् अजायत ॥
Purusha Sukta, Vers 14
नाभ्या आसीद् अन्तरिक्षं शीर्ष्णो द्यौः सम् अवर्तत ।
पद्भ्याम् भूमिर् दिशः श्रोत्रात् तथा लोकां अकल्पयन् ॥
Purusha Sukta, Vers 15
सप्तास्यासन् परिधयस् त्रिः सप्त समिधः कृताः ।
देवा यद् यज्ञं तन्वाना अबध्नन् पुरुषम् पशुम् ॥
Purusha Sukta, Vers 16
यज्ञेन यज्ञम् अयजन्त देवास् तानि धर्माणि प्रथमान्य् आसन् ।
ते ह नाकम् महिमानः सचन्त यत्र पूर्वे साध्याः सन्ति देवाः ॥
Darbringung des Japa
गुह्यातिगुह्यगोप्ता त्वं गृहाणास्मत्कृतं जपम् ।
सिद्धिर् भवतु मे देव त्वत्प्रसादात् त्वयि स्थितिः ॥
Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte
Narayana-Mantra
Om. Verehrung Narayana.
Anrufung der heiligen Flüsse
Om. Ganga und Yamuna, Godavari, Sarasvati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Macht euch in diesem Wasser gegenwärtig.
Purusha Sukta, Vers 1
Der Purusha hat tausend Häupter, tausend Augen und tausend Füße. Er umschloss die Erde von allen Seiten und ragte noch um zehn Fingerbreiten darüber hinaus.
Purusha Sukta, Vers 2
Der Purusha allein ist dieses All: was gewesen ist und was künftig sein wird. Er ist auch Herr der Unsterblichkeit, der durch Nahrung über sich hinauswächst.
Purusha Sukta, Vers 3
So groß ist seine Herrlichkeit; doch der Purusha ist noch größer. Alle Wesen sind ein Viertel von ihm; drei Viertel von ihm sind unsterblich im Himmel.
Purusha Sukta, Vers 4
Mit drei Vierteln stieg der Purusha empor; ein Viertel von ihm wurde hier wieder gegenwärtig. Von dort breitete er sich nach allen Seiten aus über das, was Nahrung nimmt, und das, was keine Nahrung nimmt.
Purusha Sukta, Vers 5
Aus ihm entstand Viraj, und aus Viraj der Purusha. Geboren überragte er die Erde hinten und vorn.
Purusha Sukta, Vers 6
Als die Götter mit dem Purusha als Opfergabe das Opfer ausspannten, war der Frühling seine Butter, der Sommer sein Brennholz und der Herbst seine Opfergabe.
Purusha Sukta, Vers 7
Sie besprengten auf dem Opfergras den Purusha als Opfer, der am Anfang geboren war. Mit ihm opferten die Götter, die Sadhyas und die Rishis.
Purusha Sukta, Vers 8
Aus jenem Opfer, bei dem alles dargebracht wurde, sammelte sich die mit Sauermilch gemischte Butter. Er schuf daraus die Tiere der Luft, des Waldes und des Dorfes.
Purusha Sukta, Vers 9
Aus jenem Opfer, bei dem alles dargebracht wurde, entstanden die Rig-Verse und Saman-Gesänge. Daraus entstanden die Versmaße, daraus das Yajus.
Purusha Sukta, Vers 10
Daraus entstanden die Pferde und alle Tiere mit zwei Reihen von Zähnen. Daraus entstanden die Rinder, daraus Ziegen und Schafe.
Purusha Sukta, Vers 11
Als sie den Purusha aufteilten, in wie viele Teile ordneten sie ihn? Was wird sein Mund genannt, was seine beiden Arme, was seine beiden Schenkel und was seine beiden Füße?
Purusha Sukta, Vers 12
Der Brahmane war sein Mund; zum Rajanya wurden seine Arme gemacht. Was seine Schenkel waren, wurde zum Vaishya; aus seinen Füßen entstand der Shudra.
Erläuterung: Der Vers stellt die vier historischen sozialen Gruppen im Bild eines gemeinsamen kosmischen Körpers dar.
Purusha Sukta, Vers 13
Der Mond entstand aus seinem Geist, aus seinem Auge entstand die Sonne. Aus seinem Mund entstanden Indra und Agni, aus seinem Lebenshauch entstand Vayu.
Purusha Sukta, Vers 14
Aus seinem Nabel entstand der Zwischenraum, aus seinem Haupt der Himmel; aus seinen Füßen die Erde, aus seinem Gehör die Himmelsrichtungen. So ordneten sie die Welten.
Purusha Sukta, Vers 15
Sieben waren seine Umlegehölzer, dreimal sieben wurden die Brennhölzer gemacht. Als die Götter das Opfer ausspannten, banden sie den Purusha als Opfertier.
Purusha Sukta, Vers 16
Mit dem Opfer opferten die Götter dem Opfer: Dies waren die ersten Ordnungen des Dharma. Diese Mächtigen gelangten zum Himmelsgewölbe, wo die früheren Sadhyas, die Götter, sind.
Darbringung des Japa
Du bist der Hüter des Geheimsten. Nimm unsere Rezitation an. Durch deine Gnade, Gott, möge mir Vollendung zuteilwerden: das Ruhen in dir.
Quellen und redaktionelle Hinweise
Pranatosini Tantra, Muktabodha M00071, Druckausgabe Jivananda Vidyasagara Bhattacharya, Calcutta 1898; Pranatosini Tantra Sanskrit IAST. Abschnitt Shalagrama-Puja, Textanker „ityādinā puruṣasūktamantraiḥ … śālagrāmaṃ snāpayitvā“; dort sind unterschiedliche Versaufteilungen beim Bad genannt. Vollständiger Hymnus: Rigveda 10.90, GRETIL, Edition Aufrecht. Hier werden ausdrücklich die sechzehn Rigveda-Verse verwendet, nicht eine längere Yajurveda-Fassung. Ein Vers pro Wassergabe ist die klare praktische Aufteilung dieser Anleitung.
Die Sanskritgrundlagen stammen aus der Muktabodha Digital Library beziehungsweise aus GRETIL, wie bei den einzelnen Texten angegeben. Die IAST-Zitate wurden aus elektronischen Texten übernommen; es wurde keine OCR-Rekonstruktion vorgenommen. Ausdrückliche Wortanweisungen werden als solche ausgeschrieben und gekennzeichnet. Devanagari wurde aus der verwendeten IAST-Fassung erzeugt und durch Rückübertragung kontrolliert; es ist kein unabhängiger Textzeuge. Zeitansätze, kleine Materialmengen und als solche bezeichnete Hausformen sind redaktionelle Konkretisierungen. Die Artikel unterscheiden religiöse Segenswünsche von Tatsachenbehauptungen.
Siehe auch
- Vishnu Gastgaben Puja nach dem Mantramahodadhi
- Shri Sukta Archana mit fünfzehn Blütengaben
- Punarpuja mit acht Kalashas nach unterbrochener Verehrung
- Puja
- Homa
- Mantra
- Japa
- Bhakti
- Sankalpa
- Prasad
- Samskara
- Mahanirvana Tantra
- Brihat Tantrasara
Weitere Rituale: Tantra Rituale und Puja.
Seminare
Hinduistische Rituale
- 20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti
Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…- Vani Devi Beldzik
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
Bhakti Yoga
- 10.11.2026 - 10.11.2026 Mantra-Konzert
Aleah Gandarvika & Friends
18:45-19:45 Uhr- Aleah Gandarvika
- 15.11.2026 - 20.11.2026 HerzKraft - Mantrasingen, Harmoniumspiel und Trommeln lernen
Wir begehen den uralten Pfad des Bhakti-Yoga, den Yoga der Hingabe, und singen gemeinschaftlich herzstärkende Mantren aus eigener Komposition sowie and…- Shankara Stefan Maune, Sven Helbig