Der Weg ist das Ziel

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Der Weg ist das Ziel. Ein häufig genannter Spruch lautet: Der Weg ist das Ziel.

Der Weg ist das Ziel.

Der Weg ist das Ziel

Es heißt, dass das eine Aussage aus dem Buddhismus ist. Manchmal wird sie jedoch dem Taoismus, zeitweilen wieder anderen Quellen zugeschrieben. Woher das Zitat wirklich stammt, ist nicht ganz eindeutig. Man findet unterschiedliche Ursprünge. Aber stimmt es wirklich, dass der Weg das Ziel ist? Auf der einen Seite entpuppt sich der Spruch natürlich als großer Unsinn. Auf der anderen Seite verbirgt sich aber auch Weisheit dahinter.

Der Weg ist das Ziel als großer Unsinn

Angenommen, du willst zu Yoga Vidya Bad Meinberg, dem Ashram, in dem ich lebe, kommen. Du könntest der Weg ist das Ziel so verstehen, dass du einfach losfährst und dann wirst du irgendwann ankommen – aber nicht da, wo du hinkommen wolltest. Es gibt ein Ziel und da gilt es, den bestmöglichen Weg hinzufinden. Es stimmt nicht, dass der Weg wirklich das Ziel ist. Wege haben es geradezu an sich, dass sie irgendwo ein Ziel haben.

Manche meinen auch, das Leben habe kein Ziel. Das Leben sei zwar ein Weg, aber kein Ziel. So solltest du nicht probieren ein Ziel zu finden, sondern den Weg gut zu gehen. Davon halte ich grundsätzlich nichts. Du solltest sehr wohl wissen, wo du hinkommen willst. Wenn du etwa mit einem Menschen zusammen bist, kannst du überlegen, was eure gemeinsamen Anliegen sind, wozu ihr hier seid. Wenn du weißt, welche gemeinsamen Anliegen und welche unterschiedlichen Anliegen ihr habt, dann könnt ihr Kompromisse schließen. Ihr könnt Win-win-Situationen herstellen. Ihr könnt euch gegenseitig respektieren. Wenn es nur um den Weg ginge, dann versucht jede*r den bestmöglichen Weg zu wählen und ist nicht unbedingt bereit, Kompromisse einzugehen. Sei dir bewusst, worum es dir geht und wo du hinkommen willst. Gleiches gilt auch, wenn du eine Yogalehrerausbildung machst: Dann willst du diese auch irgendwann abschließen, also den Abschluss als Ziel erreichen.

Der Sinn im Leben

Auch das Leben als Ganzes ist nicht einfach nur da. Manche behaupten, der Sinn des Lebens sei das Leben selbst. Davon halte ich genauso wenig. Der Mensch hat eine innewohnende Sehnsucht, ein sinnvolles Leben zu führen. Du kannst durchaus einen tiefen Sinn im Leben haben. Der Sinn kann im Wachsen, dem Lernen, dem Entwickeln, Gutes tun und etwas bewirken liegen. Der höchste Sinn des Lebens ist die Gottverwirklichung.

Ich bin ein spiritueller Lehrer und glaube daran, dass das Ziel des Lebens die Gottverwirklichung ist. Wir befinden uns auf dem Weg zur Erleuchtung. Die Erleuchtung ist das Ziel. Immer wieder machen Menschen dabei Wege und Mittel zu ihrem Ziel, nämlich Asanas und Pranayamas. Die Yogaübungen sind jedoch nicht der Selbstzweck. Sie sind zwar der Weg, aber kein Ziel. Sie sollen helfen, den Körper einigermaßen gesund zu halten, entspannt zu sein, Energie zu haben und den Geist zu klären, um dann besser meditieren zu können und um dann zur Erleuchtung zu kommen.

Das Sanskritstudium ist ebenso ein Weg, aber kein Ziel. Das Sanskritstudium kann dir helfen, die Mantras korrekter auszusprechen. Es kann dir helfen, die Macht des Klanges besser zu erfahren und kann – bis zu einem gewissen Grad – deinen Geist auch ein bisschen beschäftigen, damit er sich nicht mit etwas anderem beschäftigt. Aber das Ziel ist es, über das Sanskritstudium besser die Mantras aussprechen zu können, um tiefer in die Meditation zu kommen und dich der Erleuchtung zu nähern. Sei dir also bewusst, es gibt ein Ziel im Leben und dem solltest du folgen.

Der Weg ist das Ziel als Weisheit

Aber die andere Seite der Medaille beinhaltet der Weg ist das Ziel einige Weisheit. Der Weg ist das Ziel soll auch heißen, du sollst nicht nur auf das Ziel des Weges schauen. Wenn du zum Beispiel auf einen Berg steigen willst und du hast das Ziel, den Berg oben zu besteigen: Das Schöne ist nicht nur oben zu sein, sondern das Schöne ist auch, den Weg gut zu gehen, die Landschaft zu genießen, die Anstrengung zu haben, letztlich dein Durchhaltevermögen, deine Koordination und die Muskelkraft zu entwickeln. In diesem Sinne lernst du eine Menge auf dem Weg zum Ziel. Wenn du mit einem Menschen ein gemeinsames Projekt angehst, dann hat das Projekt in der Regel ein Ziel, welches du erreichen willst, um das Projekt abzuschließen. Aber der Weg dorthin ist auch wichtig. Der Weg ist das Ziel stimmt teilweise, damit du eben den Weg gut gehst. Es ist nicht so, dass das Ziel, also der Zweck, alle Mittel heiligt.

Was ist wichtig?

Der Weg zum Ziel ist stattdessen etwas, bei dem du lernen kannst, was wichtig ist. Daher hat der Weg ist das Ziel etwas für sich, weil du über einen gut gegangenen Weg leichter zum Ziel kommst. Es verhilft förmlich zu der Erleuchtung. Denn es ist nicht so, dass du genau 100 Dinge tun musst oder eine gewisse Anzahl an Stunden meditiert haben musst und dann kommst du zur Erleuchtung. Ferner kann es einfach passieren, dass du in einem Moment, in welchem du gut meditiert hast, mit einem Mal die Erleuchtung erreicht hast. Wenn du einmal mit voller Liebe einem Menschen gedient hast, ist die Erleuchtung da. Wenn du also das, was du auf dem Weg machst, besonders guttust, das heißt im Sinne von, mit Herzen, Konzentration und Hingabe dienen, dann kommst du schneller zum Ziel als wenn du ständig an das Ziel denkst. Was meinst du dazu? Wenn dich dieser Vortrag zum Nachdenken gedacht hat, teile die Sendung mit anderen.

Video Der Weg ist das Ziel

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Der Weg ist das Ziel :

Sprecher/Autor/Kamera/Produktion: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Ausbildungsleiter zu Yoga und Meditation.

Der Weg ist das Ziel Audio Vortrag

Hier die Audiospur des oberen Videos zu Der Weg ist das Ziel :

Siehe auch

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