Ardhanarishvara Puja mit dem Chintamani-Bija nach dem Brihat Tantrasara
Ardhanarishvara Puja mit dem Chintamani-Bija nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um die ungetrennte Einheit von Shiva und Shakti zu verehren.
Voraussetzungen
Die Handlungsfolge ist dokumentiert; die im Text verschlüsselte oder beschädigte Grundvidya muss vor einer wortgetreuen Durchführung geklärt sein. Die hier ausgeschriebenen Teilformeln ersetzen diesen fehlenden Nachweis nicht.
Vorbereitung und Ritualmittel
Shaivischer Kultsitz, Wasser und Arghya-Gefäß, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Lampe und Speise.
Umfang und Überlieferung
Die Cintamani-Lautverschlüsselung ist in P2-0613 erklärt, aber die vollständige Lautgestalt bleibt prüfbedürftig. Die Gestalt erscheint halb als Ambika und halb als Shiva.
Durchführung
- Vollziehe die vorausgesetzten Morgenhandlungen bis zur Atemregelung. Setze die neun shaivischen Sitzkräfte nach P2-0586 ein und verehre den Sitz mit der dort ausgeschriebenen Formel.
- Berühre für den Rishi Nyasa Kopf, Mund und Herz: Ordne der Reihe nach Kashyapa, Anushtubh und Ardhanarishvara zu (P2-0614). Sprich die jeweiligen Verehrungsformeln des Belegs.
- Vollziehe den Hand- und Gliedernyasa mit den unten ausgeschriebenen Formeln (P2-0615).
- Vergegenwärtige die halb als Ambika und halb als Shiva erscheinende Gestalt, blau und korallenrot, mit Schlinge, rotem Lotus, Schädelschale und Dreizack. Bringe Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise zunächst geistig dar.
- Richte das Arghya in einem geeigneten Gefäß ein und verehre den äußeren Sitz. Meditiere erneut, rufe die Gottheit an und bringe die Gaben bis zu fünf Blumenhandvoll dar.
- Verehre die Glieder und Umkreise in der Reihenfolge von P2-0616. Die besonderen Namen und Positionen sind unmittelbar unter „Umkreis und Abschluss“ aufgelöst. Schließe mit Räucherwerk, Licht, Speise und der vorgeschriebenen Entlassung.
- Die gesonderte Purascharana nennt 100.000 Japa und 10.000 Feueropfer mit süß benetzten Sesam- und Reiskörnern (P2-0617). Zuvor muss die beschädigte Chintamani-Vidya P2-0613 geklärt sein.
Formeln und Zuordnungen
Ausgeschriebener Hand- und Gliedernyasa
Die folgende Auflösung folgt P2-0615. Sie ergänzt die dort ausgeschriebene Anfangsformel nach der ausdrücklich genannten Fortsetzungsregel. Sprich bei jeder Berührung die vollständige Formel. Der Handnyasa folgt der Fingerreihe; anschließend folgt der Gliedernyasa. Bei Schutzpanzer und Waffe wird die erlernte Schutzgebärde ausgeführt. Die Bijas sind Keimsilben. Sie haben hier keine Satzübersetzung. Die nachfolgenden Wörter benennen die Finger beziehungsweise Körperstellen; namaḥ ist die Verehrung, svāhā und vaṣaṭ sind Weihe- und Darbringungsrufe, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ die jeweiligen rituellen Abschlüsse.
Handnyasa
| Berührung / Zuordnung | Vollständige Formel |
|---|---|
| beide Daumen | raṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
| beide Zeigefinger | kaṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
| beide Mittelfinger | yaṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
| beide Ringfinger | maṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
| beide kleinen Finger | raṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
| Handflächen und Handrücken | yaṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
Gliedernyasa
| Berührung / Zuordnung | Vollständige Formel |
|---|---|
| Herz | raṃ hṛdayāya namaḥ |
| Kopf | kaṃ śirase svāhā |
| Haarlocke / Scheitel | yaṃ śikhāyai vaṣaṭ |
| Schutzpanzer | maṃ kavacāya huṃ |
| drei Augen | raṃ netratrayāya vauṣaṭ |
| Waffe / Schutzkreis | yaṃ astrāya phaṭ |
Umkreis und Abschluss
Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „raṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Blättern Vṛṣabha und die übrigen wie zuvor, an den Blattspitzen Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen; dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. (P2-0616; deutsche Auflösung der Vorschrift.)
Arghya-Gefäß
Für Shiva und Surya schließt P2-0590 die Muschel als Arghya-Gefäß ausdrücklich aus. Verwende hier ein anderes geeignetes Arghya-Gefäß. Der Nachweis steht im Abschnitt P2-0590 der Gesamtausgabe; dies ist eine Gefäßregel, kein zusätzlicher Ritus.
Sanskrit und deutsche Übersetzung
P2-0613 · 32
mantrāntaram
agnisaṃvartakādityarānilauṣaṣṭhavindumat |
cintāmaṇiriti khyātaṃ bījaṃ sarvasamṛddhidam ||
asyārthaḥ:
agnī rephaḥ, saṃvartakaḥ kṣakāraḥ, ādityo makāraḥ, raḥ rephaḥ,
anilo yakāraḥ, au svarūpaṃ, ṣaṣṭha ūkāraḥ
|| 32 ||
Ein anderes Mantra: Feuer, Saṃvartaka, Āditya, ra, Wind, au, der sechste Vokal und Bindu bilden das Bīja namens Cintāmaṇi, das alle Fülle schenkt. Die Bedeutung der Verschlüsselung: Feuer ist ra, Saṃvartaka kṣa, Āditya ma, ra bezeichnet sich selbst, Wind ya, au bezeichnet sich selbst, der sechste Vokal ist ū. [Die nachfolgende Nyāsaliste enthält teils andere Konsonanten; deshalb wird keine vermeintlich sichere vollständige Bījaverbindung hergestellt.]
P2-0614 · 33
asya pūjā:
prātaḥ kṛtyādi-śaivoktaṃ pīṭhamanvantaṃ vinyasya ṛṣyādinyāsaṃ
kuryāt |
śirasi kaśyapa-ṛṣaye namaḥ |
mukhe anuṣṭupchandase namaḥ |
hṛdi arddhanārīśvarāya devatāyai namaḥ
|| 33 ||
Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die śaivischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Kaśyapa auf dem Kopf, Anuṣṭubh am Mund und Arddhanārīśvara am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.
P2-0615 · 34
tataḥ karāṅganyāsau:
raṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
kaṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
yaṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
maṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
raṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
yaṃ karatalaṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
tathā ca nibandhe:
rephādi - vyañjanaiḥ ṣaḍbhiḥ kuryādaṅgāni phaṭ kramāt
|| 34 ||
Der Handnyāsa: raṃ an den Daumen mit namaḥ; kaṃ an den Zeigefingern mit svāhā; yaṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; maṃ an den Ringfingern mit huṃ; raṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; yaṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden der Reihe nach mit den sechs Konsonanten, beginnend mit ra, gebildet. [Das zusätzliche phaṭ innerhalb der Verszeile ist syntaktisch unklar.]
P2-0616 · 35
tato dhyānam:
nīlapravālaruciraṃ vilasattrinetraṃ,
pāśāruṇotpalakapālakaśūlahastam |
arddhāmbikeśamaṇiśaṃ pravibhaktabhūṣaṃ,
bālenduvaddhamukuṭaṃ praṇamāmi rūpam ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya arghyasthāpanaṃ kuryāt |
tataḥ śaivoktapīṭhapūjāṃ vidhāya, punardhyātvā,
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya,
āvaraṇapūjāmārabheta |
tadyathā:
keśareṣu agnyākoṇeṣu madhye dikṣu ca raṃ hṛdayāya namaḥ
ityādinā pūjayet |
tataḥ patreṣu pūrvavadvṛṣabhādīn, patrāgreṣu brāhmīṃ
māheśvarīṃ kaumārīṃ vaiṣṇavīṃ vārāhīṃ indraṇīṃ
cāmuṇḍāṃ mahālakṣmīñca pūjayet |
tadvahirindrādīn vajrādīṃśca sampūjya dhūpādi - visarjanāntaṃ
karma samāpayet
|| 35 ||
Die Meditation: Ich verneige mich stets vor der Gestalt, die zur Hälfte Ambikā und zur Hälfte ihr Herr ist, mit getrenntem Schmuck auf beiden Seiten. Sie glänzt blau und korallenrot, hat drei leuchtende Augen, trägt Schlinge, roten Lotus, Schädelschale und Dreizack und eine mit dem jungen Mond geschmückte Krone. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein. Nach śaivischer Sitzverehrung und erneuter Meditation folgen Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verwendet man „raṃ hṛdayāya namaḥ“ und die weiteren Formeln. Auf den Blättern Vṛṣabha und die übrigen wie zuvor, an den Blattspitzen Brāhmī, Māheśvarī, Kaumārī, Vaiṣṇavī, Vārāhī, Indrāṇī, Cāmuṇḍā und Mahālakṣmī. Außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen; dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.
P2-0617 · 36
asya puraścaraṇaṃ lakṣajapaḥ |
tathā ca:
lakṣamekaṃ japenmantramitthaṃ mantrī vicintayan |
ayutaṃ madhurāsiktairjuhuyāttilataṇḍulaiḥ
|| 36 ||
Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Der Mantrapraktizierende meditiert so, wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert zehntausendmal mit Sesam und Reiskörnern, die mit süßen Stoffen benetzt sind.
Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen
Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.
P2-0586 · 6
tataḥ sāmānyapūjāpaddhatyuktapīṭhanyāsaṃ kṛtvā
pīṭhaśaktirnyaset |
yathā:
oṃ vāmāyai namaḥ evaṃ jyeṣṭhāyai raudryaṃ kālyai kalavikariṇyai
valavikariṇyai balaprathamanyai sarvabhūtadamanyai |
etā hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu vinyasya madhye oṃ manonmanyai
namaḥ, tadupari oṃ namo bhagavate sakalaguṇātma
śaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ |
tathā ca śāradāyām:
vāmā jyeṣṭhā tathā raudrī kālī kalapadādikā vikariṇyāhvayā
proktā balādivikariṇyatha |
balapramathanī paścāt sarvabhūtadamanyapi |
manonmanīti saṃproktā śivasya pīṭhaśaktayaḥ |
namo bhagavate paścātsakalādi vadettataḥ |
guṇādiśaktiyuktāya tato'nantāya tatparam |
yogapīṭhātmane bhūyo namontarādiko manuḥ |
amunā manunā paścādāsanaṃ girijāpateḥ |
mūrtiṃ mūlena saṅkalpya tatrāvāhya yajecchivam |
tata ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi vāmadevāya ṛṣaye namaḥ, mukhe paṃkticchandase namaḥ, hṛdi
sadāśivāya devatāyai namaḥ |
śāradāyām:
vāmadevo muniśchandaḥ paṃktirdevaḥ sadāśivaḥ
|| 6 ||
Dann vollzieht man den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen Sitznyāsa und setzt die Sitzkräfte ein. Mit oṃ und namaḥ setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balavikariṇī, Balaprathamanī und Sarvabhūtadamanī. In die Mitte setzt man Manonmanī. Darüber: „oṃ namo bhagavate sakalaguṇātmaśaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ – Verehrung dem Erhabenen, dem Unendlichen, verbunden mit der Kraft, deren Wesen alle Eigenschaften sind, dessen Wesen der Yogasitz ist“. Die Śāradā nennt dieselben Sitzkräfte, jedoch Balapramathanī statt Balaprathamanī, und erklärt die Wortfolge des Sitzmantras mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Mit ihm reicht man Girijāpati den Sitz, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, ruft Śiva darin an und verehrt ihn. Dann der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund, Sadāśiva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel; die Śāradā bestätigt diese Zuordnungen. [Die abweichenden Namensformen der Prosa bleiben verzeichnet.]
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.
P2-0613 · 32
मन्त्रान्तरम्
अग्निसंवर्तकादित्यरानिलौषष्ठविन्दुमत् ।
चिन्तामणिरिति ख्यातं बीजं सर्वसमृद्धिदम् ॥
अस्यार्थः:
अग्नी रेफः, संवर्तकः क्षकारः, आदित्यो मकारः, रः रेफः,
अनिलो यकारः, औ स्वरूपं, षष्ठ ऊकारः
॥ ३२ ॥
P2-0614 · 33
अस्य पूजा:
प्रातः कृत्यादि-शैवोक्तं पीठमन्वन्तं विन्यस्य ऋष्यादिन्यासं
कुर्यात् ।
शिरसि कश्यप-ऋषये नमः ।
मुखे अनुष्टुप्छन्दसे नमः ।
हृदि अर्द्धनारीश्वराय देवतायै नमः
॥ ३३ ॥
P2-0615 · 34
ततः कराङ्गन्यासौ:
रं अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
कं तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
यं मध्यमाभ्यां वषट् ।
मं अनामिकाभ्यां हुं ।
रं कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
यं करतलऋष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिषु ।
तथा च निबन्धे:
रेफादि - व्यञ्जनैः षड्भिः कुर्यादङ्गानि फट् क्रमात्
॥ ३४ ॥
P2-0616 · 35
ततो ध्यानम्:
नीलप्रवालरुचिरं विलसत्त्रिनेत्रं,
पाशारुणोत्पलकपालकशूलहस्तम् ।
अर्द्धाम्बिकेशमणिशं प्रविभक्तभूषं,
बालेन्दुवद्धमुकुटं प्रणमामि रूपम् ॥
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य अर्घ्यस्थापनं कुर्यात् ।
ततः शैवोक्तपीठपूजां विधाय, पुनर्ध्यात्वा,
आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधाय,
आवरणपूजामारभेत ।
तद्यथा:
केशरेषु अग्न्याकोणेषु मध्ये दिक्षु च रं हृदयाय नमः
इत्यादिना पूजयेत् ।
ततः पत्रेषु पूर्ववद्वृषभादीन्, पत्राग्रेषु ब्राह्मीं
माहेश्वरीं कौमारीं वैष्णवीं वाराहीं इन्द्रणीं
चामुण्डां महालक्ष्मीञ्च पूजयेत् ।
तद्वहिरिन्द्रादीन् वज्रादींश्च सम्पूज्य धूपादि - विसर्जनान्तं
कर्म समापयेत्
॥ ३५ ॥
P2-0617 · 36
अस्य पुरश्चरणं लक्षजपः ।
तथा च:
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रमित्थं मन्त्री विचिन्तयन् ।
अयुतं मधुरासिक्तैर्जुहुयात्तिलतण्डुलैः
॥ ३६ ॥
P2-0586 · 6
ततः सामान्यपूजापद्धत्युक्तपीठन्यासं कृत्वा
पीठशक्तिर्न्यसेत् ।
यथा:
ॐ वामायै नमः एवं ज्येष्ठायै रौद्र्यं काल्यै कलविकरिण्यै
वलविकरिण्यै बलप्रथमन्यै सर्वभूतदमन्यै ।
एता हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु विन्यस्य मध्ये ॐ मनोन्मन्यै
नमः, तदुपरि ॐ नमो भगवते सकलगुणात्म
शक्तियुक्तायानन्ताय योगपीठात्मने नमः ।
तथा च शारदायाम्:
वामा ज्येष्ठा तथा रौद्री काली कलपदादिका विकरिण्याह्वया
प्रोक्ता बलादिविकरिण्यथ ।
बलप्रमथनी पश्चात् सर्वभूतदमन्यपि ।
मनोन्मनीति संप्रोक्ता शिवस्य पीठशक्तयः ।
नमो भगवते पश्चात्सकलादि वदेत्ततः ।
गुणादिशक्तियुक्ताय ततोऽनन्ताय तत्परम् ।
योगपीठात्मने भूयो नमोन्तरादिको मनुः ।
अमुना मनुना पश्चादासनं गिरिजापतेः ।
मूर्तिं मूलेन सङ्कल्प्य तत्रावाह्य यजेच्छिवम् ।
तत ऋष्यादिन्यासः:
शिरसि वामदेवाय ऋषये नमः, मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः, हृदि
सदाशिवाय देवतायै नमः ।
शारदायाम्:
वामदेवो मुनिश्छन्दः पंक्तिर्देवः सदाशिवः
॥ ६ ॥
Quellen und Textstand
- Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
- Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
- Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
- Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0613–P2-0617; ergänzend P2-0586
Ergänzendes Praxisvideo
Shiva Puja Mantras von Yoga Vidya. Das Video dient der allgemeinen Einführung beziehungsweise Rezitationspraxis. Es zeigt eine andere oder vereinfachte Fassung; für diesen Artikel gelten die oben belegten Mantras und die jeweilige Ritualordnung.
Siehe auch
- Brihat Tantrasara Ritualartikel Übersicht
- Dakshinamurti Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Mrityunjaya Puja mit Om Jum Sah nach dem Brihat Tantrasara
- Shiva Puja mit Om Hrim Haum Namah Shivaya nach dem Brihat Tantrasara
- Shiva Puja mit Hrim Om Namah Shivaya Hrim nach dem Brihat Tantrasara
- Shiva Puja mit dem Prasada-Bija nach dem Brihat Tantrasara
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