Dakshinamurti Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Dakshinamurti Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Shiva als den stillen Lehrer der Erkenntnis zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Shaivischer Kultsitz, Wasser und Arghya-Gefäß, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Lampe und Speise.

Umfang und Überlieferung

Meditiere den Lehrer unter dem großen Banyanbaum. Die lange Formel bittet ausdrücklich um Medha, Einsicht und geistige Aufnahmefähigkeit.

Hauptmantra

oṃ namo bhagavate dakṣiṇāmūrtaye mahyaṃ medhāṃ prayaccha svāhā

Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung dem erhabenen Dakshinamurti. Gewähre mir Einsicht. Svaha.

Durchführung

  1. Vollziehe die vorausgesetzten Morgenhandlungen bis zur Atemregelung. Setze die neun shaivischen Sitzkräfte nach P2-0586 ein und verehre den Sitz mit der dort ausgeschriebenen Formel.
  2. Berühre für den Rishi Nyasa Kopf, Mund und Herz: Ordne der Reihe nach Chaturmukha, Devigayatri und Dakshinamurti zu (P2-0609). Sprich die jeweiligen Verehrungsformeln des Belegs.
  3. Vollziehe den Hand- und Gliedernyasa mit den unten ausgeschriebenen Formeln (P2-0610).
  4. Vergegenwärtige Dakshinamurti unter dem großen Banyanbaum: kristall- und silberfarben, mit Perlgebetskette, Nektargefäß, Wissensbuch und Erkenntnismudra (P2-0611). Bringe Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise zunächst geistig dar.
  5. Richte das Arghya in einem geeigneten Gefäß ein und verehre den äußeren Sitz. Meditiere erneut, rufe die Gottheit an und bringe die Gaben bis zu fünf Blumenhandvoll dar.
  6. Verehre die Glieder und Umkreise in der Reihenfolge von P2-0612. Die besonderen Namen und Positionen sind unmittelbar unter „Umkreis und Abschluss“ aufgelöst. Schließe mit Räucherwerk, Licht, Speise und der vorgeschriebenen Entlassung.
  7. Die gesonderte Purascharana umfasst 100.000 Japa und 10.000 Feueropfer mit butterbestrichenen Lotussen; die Stelle nennt einen sein Gelübde wahrenden Brahmacharin (P2-0612).

Formeln und Zuordnungen

Ausgeschriebener Hand- und Gliedernyasa

Die folgende Auflösung folgt P2-0610. Sie ergänzt die dort ausgeschriebene Anfangsformel nach der ausdrücklich genannten Fortsetzungsregel. Sprich bei jeder Berührung die vollständige Formel. Der Handnyasa folgt der Fingerreihe; anschließend folgt der Gliedernyasa. Bei Schutzpanzer und Waffe wird die erlernte Schutzgebärde ausgeführt. Die Bijas sind Keimsilben. Sie haben hier keine Satzübersetzung. Die nachfolgenden Wörter benennen die Finger beziehungsweise Körperstellen; namaḥ ist die Verehrung, svāhā und vaṣaṭ sind Weihe- und Darbringungsrufe, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ die jeweiligen rituellen Abschlüsse.

Handnyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
beide Daumen oṃ āṃ oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
beide Zeigefinger oṃ īṃ oṃ tarjanībhyāṃ svāhā
beide Mittelfinger oṃ ūṃ oṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
beide Ringfinger oṃ aiṃ oṃ anāmikābhyāṃ huṃ
beide kleinen Finger oṃ auṃ oṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Handflächen und Handrücken oṃ aḥ oṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ

Gliedernyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
Herz oṃ āṃ oṃ hṛdayāya namaḥ
Kopf oṃ īṃ oṃ śirase svāhā
Haarlocke / Scheitel oṃ ūṃ oṃ śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer oṃ aiṃ oṃ kavacāya huṃ
drei Augen oṃ auṃ oṃ netratrayāya vauṣaṭ
Waffe / Schutzkreis oṃ aḥ oṃ astrāya phaṭ

Umkreis und Abschluss

Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „oṃ āṃ oṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, mit oṃ und namaḥ Sarasvatī, Brahmā, Sanaka, Sananda, Sanātana, Sanatkumāra, Śuka und Vyāsa. Außen, im Osten beginnend, Siddha, Gandharva, Yogīndra und Vidyādhara; weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Ein Brahmacārin, der sein Gelübde hält, wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert ein Zehntel mit butterbestrichenen Lotussen im rituell bereiteten Feuer. (P2-0612; deutsche Auflösung der Vorschrift.)

Arghya-Gefäß

Für Shiva und Surya schließt P2-0590 die Muschel als Arghya-Gefäß ausdrücklich aus. Verwende hier ein anderes geeignetes Arghya-Gefäß. Der Nachweis steht im Abschnitt P2-0590 der Gesamtausgabe; dies ist eine Gefäßregel, kein zusätzlicher Ritus.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0608 · 27
mantrāntaram :
praṇavo hṛdayaṃ paścāttato bhagavate padam |
ṅe'ntāñca dakṣiṇāmūrtiṃ mahyaṃ medhāmudīrayet |
prayaccha ṭhadvayānto'yaṃ dvāviṃśatyakṣaro manuḥ
|| 27 ||

Ein anderes Mantra: oṃ, die Herzformel, bhagavate, dakṣiṇāmūrti im Dativ, „mahyaṃ medhāṃ prayaccha“ und zweimal ṭha am Schluss ergeben das zweiundzwanzigsilbige Mantra: „oṃ namo bhagavate dakṣiṇāmūrtaye mahyaṃ medhāṃ prayaccha svāhā – Oṃ, Verehrung dem erhabenen Dakṣiṇāmūrti; schenke mir Erkenntniskraft, svāhā“.


P2-0609 · 28
asya pūjā:
prātaḥkṛtyādiśaivoktapīṭhamanvantaṃ vinyasya ṛṣyādinyāsaṃ
kuryāt |
śirasi caturmukhāya ṛṣaye namaḥ |
mukhe devīgāyatrīcchandase namaḥ |
hṛdi dakṣiṇāmūrttaye devatāyai namaḥ
|| 28 ||

Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen setzt man die śaivischen Zuordnungen bis zum Sitzmantra ein und vollzieht den Sehernyāsa: Caturmukha auf dem Kopf, Devīgāyatrī am Mund und Dakṣiṇāmūrti am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.


P2-0610 · 29
tataḥ karāṅganyāsau:
oṃ āṃ oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
oṃ īṃ oṃ tarjanībhyāṃ svāhā |
oṃ ūṃ oṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ |
oṃ aiṃ oṃ anāmikābhyāṃ huṃ |
oṃ auṃ oṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ |
oṃ aḥ oṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ hṛdayādiṣu |
tathā ca nibandhe:
tāraruddhaiḥ svarairdīrghaiḥ ṣaḍabhiraṅgāni kalpayet |
athavā mantrasambhūtaiḥ padairvā kalpayet kramāt |
tathā ca mānasollāse:
tribhiścaturbhiḥ ṣaḍabhiśca caturbhistribhi rakṣibhiḥ |
mantravarṇairvibhaktarvā kuryādaṅgakriyāṃ manorati
|| 29 ||

Der Handnyāsa verwendet jeweils oṃ vor und nach dem Vokal: āṃ an den Daumen mit namaḥ; īṃ an den Zeigefingern mit svāhā; ūṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; aiṃ an den Ringfingern mit huṃ; auṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; aḥ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso am Herzen und den weiteren Gliedern. Im Nibandha heißt es: Die Glieder werden mit den sechs langen, von Tārā umschlossenen Vokalen gebildet; oder der Reihe nach mit den Worten des Mantras. Im Mānasollāsa heißt es: Die Gliederhandlung kann auch durch Aufteilung der Mantralaute in Gruppen von drei, vier, sechs, vier, drei und zwei Silben erfolgen. [Die letzte Zahlenverbindung des Zitats ist beschädigt; zwei wird durch akṣi, Auge, angezeigt.]


P2-0611 · 30
tato dhyānam:
vaṭa vṛkṣaṃ mahocchrāṃyai padmarāgaphalojjvalam |
gārutmatamayaiḥ patrairvicitraṃrupaśobhitam |
navaratnamahākalpairlambamānaralaṃkṛtam |
vicintya vaṭamūlasthaṃ cintayellokanāyakam |
sphaṭikarajatavarṇaṃ
mauktikimakṣamālāmamṛtakalasavidyājñānamudrāḥ karābjaiḥ
dadhatamuragakakṣaṃ candracūḍaṃ trinetraṃ, vidhṛtavividhabhūṣaṃ
dakṣiṇāmūrtimoḍe
|| 30 ||

Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich einen sehr hohen Banyanbaum, strahlend mit rubinroten Früchten und wundervoll geschmückt mit smaragdenen Blättern. Herabhängender großer Schmuck aus neun Edelsteinen ziert ihn. An seiner Wurzel meditiert man über den Herrn der Welt. Ich preise Dakṣiṇāmūrti, kristall- und silberfarben, mit einer Perlgebetskette, Nektargefäß, Buch des Wissens und Erkenntnismudrā in seinen Lotushänden. Eine Schlange ist um seinen Leib gebunden; er trägt den Mond, besitzt drei Augen und vielfältigen Schmuck. [„mahocchrāṃyai“ und „lambamānaralaṃkṛtam“ sind beschädigt; Höhe und hängender Schmuck sind erkennbar.]


P2-0612 · 31
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya
arghyasthāpanādiśaivoktapīṭhapūjāntaṃ vidhāya punardhyātvā,
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya,
āvāraṇapūjāṃ kuryāt |
keśareṣu agnyādikoṇeṣu madhye dikṣu ca oṃ āṃ oṃ hṛdayāya namaḥ
ityādinā ṣaḍaṅgāni pūjayet |
patreṣu pūrvādi oṃ sarasvatyai namaḥ, evaṃ brahmaṇe sanakāya
sanandāya sanātanāya sanatkumārāya śukāya vyāsāya |
tadvahiḥ pūrvādi siddhāya gandharvāya yogīndrāya vidyādharāya
tadbahirindrādīn vajrādīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet |
asya puraścaraṇaṃ lakṣajapaḥ |
tathā ca:
lakṣamekaṃ japenmantraṃ brahmacārī vrate sthitaḥ |
juhuyāt saghṛtaiḥ padmairdaśāṃśaṃ saṃskṛte'nale
|| 31 ||

Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, vollzieht die Handlungen von der Arghyaeinrichtung bis zur śaivischen Sitzverehrung, meditiert erneut und führt Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen aus. Bei der Umkreisverehrung auf den Staubfäden in den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „oṃ āṃ oṃ hṛdayāya namaḥ“ und den weiteren Formeln. Auf den Blättern, im Osten beginnend, mit oṃ und namaḥ Sarasvatī, Brahmā, Sanaka, Sananda, Sanātana, Sanatkumāra, Śuka und Vyāsa. Außen, im Osten beginnend, Siddha, Gandharva, Yogīndra und Vidyādhara; weiter außen Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Ein Brahmacārin, der sein Gelübde hält, wiederholt das Mantra 100.000-mal und opfert ein Zehntel mit butterbestrichenen Lotussen im rituell bereiteten Feuer.


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0586 · 6
tataḥ sāmānyapūjāpaddhatyuktapīṭhanyāsaṃ kṛtvā
pīṭhaśaktirnyaset |
yathā:
oṃ vāmāyai namaḥ evaṃ jyeṣṭhāyai raudryaṃ kālyai kalavikariṇyai
valavikariṇyai balaprathamanyai sarvabhūtadamanyai |
etā hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu vinyasya madhye oṃ manonmanyai
namaḥ, tadupari oṃ namo bhagavate sakalaguṇātma
śaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ |
tathā ca śāradāyām:
vāmā jyeṣṭhā tathā raudrī kālī kalapadādikā vikariṇyāhvayā
proktā balādivikariṇyatha |
balapramathanī paścāt sarvabhūtadamanyapi |
manonmanīti saṃproktā śivasya pīṭhaśaktayaḥ |
namo bhagavate paścātsakalādi vadettataḥ |
guṇādiśaktiyuktāya tato'nantāya tatparam |
yogapīṭhātmane bhūyo namontarādiko manuḥ |
amunā manunā paścādāsanaṃ girijāpateḥ |
mūrtiṃ mūlena saṅkalpya tatrāvāhya yajecchivam |
tata ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi vāmadevāya ṛṣaye namaḥ, mukhe paṃkticchandase namaḥ, hṛdi
sadāśivāya devatāyai namaḥ |
śāradāyām:
vāmadevo muniśchandaḥ paṃktirdevaḥ sadāśivaḥ
|| 6 ||

Dann vollzieht man den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen Sitznyāsa und setzt die Sitzkräfte ein. Mit oṃ und namaḥ setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balavikariṇī, Balaprathamanī und Sarvabhūtadamanī. In die Mitte setzt man Manonmanī. Darüber: „oṃ namo bhagavate sakalaguṇātmaśaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ – Verehrung dem Erhabenen, dem Unendlichen, verbunden mit der Kraft, deren Wesen alle Eigenschaften sind, dessen Wesen der Yogasitz ist“. Die Śāradā nennt dieselben Sitzkräfte, jedoch Balapramathanī statt Balaprathamanī, und erklärt die Wortfolge des Sitzmantras mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Mit ihm reicht man Girijāpati den Sitz, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, ruft Śiva darin an und verehrt ihn. Dann der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund, Sadāśiva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel; die Śāradā bestätigt diese Zuordnungen. [Die abweichenden Namensformen der Prosa bleiben verzeichnet.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0608 · 27
मन्त्रान्तरम् :
प्रणवो हृदयं पश्चात्ततो भगवते पदम् ।
ङेऽन्ताञ्च दक्षिणामूर्तिं मह्यं मेधामुदीरयेत् ।
प्रयच्छ ठद्वयान्तोऽयं द्वाविंशत्यक्षरो मनुः
॥ २७ ॥

P2-0609 · 28
अस्य पूजा:
प्रातःकृत्यादिशैवोक्तपीठमन्वन्तं विन्यस्य ऋष्यादिन्यासं
कुर्यात् ।
शिरसि चतुर्मुखाय ऋषये नमः ।
मुखे देवीगायत्रीच्छन्दसे नमः ।
हृदि दक्षिणामूर्त्तये देवतायै नमः
॥ २८ ॥

P2-0610 · 29
ततः कराङ्गन्यासौ:
ॐ आं ॐ अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
ॐ ईं ॐ तर्जनीभ्यां स्वाहा ।
ॐ ऊं ॐ मध्यमाभ्यां वषट् ।
ॐ ऐं ॐ अनामिकाभ्यां हुं ।
ॐ औं ॐ कनिष्ठाभ्यां वौषट् ।
ॐ अः ॐ करतलपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं हृदयादिषु ।
तथा च निबन्धे:
ताररुद्धैः स्वरैर्दीर्घैः षडभिरङ्गानि कल्पयेत् ।
अथवा मन्त्रसम्भूतैः पदैर्वा कल्पयेत् क्रमात् ।
तथा च मानसोल्लासे:
त्रिभिश्चतुर्भिः षडभिश्च चतुर्भिस्त्रिभि रक्षिभिः ।
मन्त्रवर्णैर्विभक्तर्वा कुर्यादङ्गक्रियां मनोरति
॥ २९ ॥

P2-0611 · 30
ततो ध्यानम्:
वट वृक्षं महोच्छ्रांयै पद्मरागफलोज्ज्वलम् ।
गारुत्मतमयैः पत्रैर्विचित्रंरुपशोभितम् ।
नवरत्नमहाकल्पैर्लम्बमानरलंकृतम् ।
विचिन्त्य वटमूलस्थं चिन्तयेल्लोकनायकम् ।
स्फटिकरजतवर्णं
मौक्तिकिमक्षमालाममृतकलसविद्याज्ञानमुद्राः कराब्जैः
दधतमुरगकक्षं चन्द्रचूडं त्रिनेत्रं, विधृतविविधभूषं
दक्षिणामूर्तिमोडे
॥ ३० ॥

P2-0612 · 31
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य
अर्घ्यस्थापनादिशैवोक्तपीठपूजान्तं विधाय पुनर्ध्यात्वा,
आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधाय,
आवारणपूजां कुर्यात् ।
केशरेषु अग्न्यादिकोणेषु मध्ये दिक्षु च ॐ आं ॐ हृदयाय नमः
इत्यादिना षडङ्गानि पूजयेत् ।
पत्रेषु पूर्वादि ॐ सरस्वत्यै नमः, एवं ब्रह्मणे सनकाय
सनन्दाय सनातनाय सनत्कुमाराय शुकाय व्यासाय ।
तद्वहिः पूर्वादि सिद्धाय गन्धर्वाय योगीन्द्राय विद्याधराय
तद्बहिरिन्द्रादीन् वज्रादींश्च पूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत् ।
अस्य पुरश्चरणं लक्षजपः ।
तथा च:
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं ब्रह्मचारी व्रते स्थितः ।
जुहुयात् सघृतैः पद्मैर्दशांशं संस्कृतेऽनले
॥ ३१ ॥

P2-0586 · 6
ततः सामान्यपूजापद्धत्युक्तपीठन्यासं कृत्वा
पीठशक्तिर्न्यसेत् ।
यथा:
ॐ वामायै नमः एवं ज्येष्ठायै रौद्र्यं काल्यै कलविकरिण्यै
वलविकरिण्यै बलप्रथमन्यै सर्वभूतदमन्यै ।
एता हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु विन्यस्य मध्ये ॐ मनोन्मन्यै
नमः, तदुपरि ॐ नमो भगवते सकलगुणात्म
शक्तियुक्तायानन्ताय योगपीठात्मने नमः ।
तथा च शारदायाम्:
वामा ज्येष्ठा तथा रौद्री काली कलपदादिका विकरिण्याह्वया
प्रोक्ता बलादिविकरिण्यथ ।
बलप्रमथनी पश्चात् सर्वभूतदमन्यपि ।
मनोन्मनीति संप्रोक्ता शिवस्य पीठशक्तयः ।
नमो भगवते पश्चात्सकलादि वदेत्ततः ।
गुणादिशक्तियुक्ताय ततोऽनन्ताय तत्परम् ।
योगपीठात्मने भूयो नमोन्तरादिको मनुः ।
अमुना मनुना पश्चादासनं गिरिजापतेः ।
मूर्तिं मूलेन सङ्कल्प्य तत्रावाह्य यजेच्छिवम् ।
तत ऋष्यादिन्यासः:
शिरसि वामदेवाय ऋषये नमः, मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः, हृदि
सदाशिवाय देवतायै नमः ।
शारदायाम्:
वामदेवो मुनिश्छन्दः पंक्तिर्देवः सदाशिवः
॥ ६ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0608–P2-0612; ergänzend P2-0586


Ergänzendes Praxisvideo

Shiva Puja Mantras von Yoga Vidya. Das Video dient der allgemeinen Einführung beziehungsweise Rezitationspraxis. Es zeigt eine andere oder vereinfachte Fassung; für diesen Artikel gelten die oben belegten Mantras und die jeweilige Ritualordnung.

Siehe auch

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