Bagalamukhi Puja

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Bagalamukhi Puja (Sanskrit: बगलामुखी पूजा bagalāmukhī pūjā f.) bedeutet Verehrung der Göttin Bagalamukhi. Bagalamukhi ist eine Form der Göttlichen Mutter (Devi) und die achte der zehn Mahavidyas, der großen Weisheitsgöttinnen des Tantra. Puja heißt Verehrung, Gottesdienst, Ritual. Bagalamukhi Puja ist ein Ritual, mit dem die Göttin um Schutz, um Überwindung von Hindernissen und Widersachern sowie um die Kraft der inneren Stille angerufen wird.

Genaue Rituale Anleitung siehe

Die Göttin Bagalamukhi

Der Name Bagalamukhi wird meist als „die mit dem Kranichgesicht“ gedeutet (baka bzw. bagala: Kranich, Reiher; mukha: Gesicht). Der Kranich steht still und unbeweglich im Wasser, ganz konzentriert. Eine andere Deutung leitet den Namen von valgā ab, Zaum oder Zügel: Bagalamukhi ist die, die zügelt und lähmt.

Bagalamukhi wird auch Pitambara genannt, „die in Gelb Gekleidete“. Gelb ist ihre Farbe: Sie trägt gelbe Gewänder, sitzt auf einem goldenen Thron und wird mit gelben Blumen verehrt. Häufig wird sie dargestellt, wie sie mit der linken Hand die Zunge eines Dämons festhält und mit der rechten Hand eine Keule erhebt.

Ihre Kraft heißt Stambhana – Lähmen, Anhalten, zum Stillstand bringen. Sie bringt feindliche Kräfte, falsche Rede, Streit und negative Einflüsse zum Schweigen.

Spirituelle Bedeutung

Auf einer äußeren Ebene wird Bagalamukhi um Schutz vor Feinden, Erfolg in Rechtsstreitigkeiten und Überwindung von Hindernissen angerufen. Auf einer inneren Ebene hat ihre Verehrung eine tiefe yogische Bedeutung:

  • Stillstand des Geistes: Bagalamukhi bringt die Bewegungen des Geistes (Vrittis) zur Ruhe. Damit verkörpert sie, was Patanjali im Yoga Sutra I.2 als Ziel des Yoga beschreibt: „Yogash chitta vritti nirodhah“.
  • Zügeln der Zunge: Das Festhalten der Zunge des Dämons symbolisiert die Beherrschung der Rede, das Überwinden von Klatsch, Lüge und verletzenden Worten. Es erinnert an die Praxis von Mauna, dem Schweigen.
  • Überwindung des inneren Feindes: Der eigentliche Gegner ist das Ego mit seinen Begierden, Ängsten und Zweifeln. Bagalamukhi bringt diese inneren Kräfte zum Stillstand.
  • Konzentration: Wie der Kranich regungslos verharrt, so lehrt Bagalamukhi einpünktige Konzentration (Dharana).

Ablauf der Bagalamukhi Puja

Der Ablauf folgt den allgemeinen Formen der Puja und kann je nach Tradition variieren. Häufige Elemente sind:

  • Sankalpa: Zu Beginn wird die Absicht ausgesprochen, für die die Puja vollzogen wird.
  • Ganesha-Anrufung: Wie bei den meisten Ritualen wird zunächst Ganesha angerufen.
  • Gelbe Gaben: Die Göttin wird mit gelben Blumen, Kurkuma (Haridra), gelbem Reis, gelben Süßigkeiten, Kichererbsenmehl-Speisen und gelben Tüchern verehrt. Auch die Teilnehmenden tragen oft Gelb.
  • Mantra-Japa: Das Mantra der Göttin wird oft mit einer Mala aus Kurkuma-Perlen (Haridra Mala) wiederholt.
  • Homa: Häufig wird ein Feuerritual (Homa) mit Opfergaben durchgeführt.
  • Arati: Die Puja schließt mit Arati und der Verteilung von Prasad.

Als günstige Tage für Bagalamukhi Puja gelten Donnerstage sowie Bagalamukhi Jayanti, ihr Erscheinungstag im Monat Vaishakha (April/Mai).

Tempel

Bekannte Tempel der Göttin sind der Pitambara Peeth in Datia (Madhya Pradesh), der Bagalamukhi-Tempel in Nalkheda (Madhya Pradesh) und der Bagalamukhi-Tempel in Bankhandi im Kangra-Tal (Himachal Pradesh).

Hinweis zur Praxis

Die Mahavidya-Verehrung gehört zum tantrischen Weg. Traditionell wird empfohlen, intensive Bagalamukhi-Rituale und Mantra-Praxis unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers oder nach Einweihung auszuüben. Die Praxis soll mit reiner Absicht erfolgen: nicht, um anderen zu schaden, sondern um Hindernisse zu überwinden, sich zu schützen und den Geist zur Ruhe zu bringen. Ohne Ahimsa und reine Motivation verfehlt die Verehrung ihren spirituellen Sinn.

Im Sinne von Swami Sivananda kann jede Gottheit als Ausdruck des einen Göttlichen verehrt werden. Bagalamukhi ist eine Form der Göttlichen Mutter, die ihre Kinder schützt und zur inneren Stille führt.

Siehe auch