Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara

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Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um den empfangenen Mantra regelmäßig und gesammelt zu wiederholen.

Umfang und Überlieferung

Dieser Artikel behandelt genau die bezeichnete Praxis. Material- und Quellenvarianten werden als Alternativen gelesen; die Sanskritbelege bewahren die Unterschiede.

Durchführung

  1. Bereite Sitz und Geist vor; bestimme den eigenen Mantra und die vereinbarte Zahl.
  2. Wähle die in der Quelle unterschiedene Rezitationsart: hörbar, leise oder geistig. Laut, Vokal, Wortgrenze und Bedeutung bleiben zusammengehörig.
  3. Vergegenwärtige die Einheit von Mantra, Gottheit und Guru. Beachte die genannten Regeln gegen Zerstreuung und unterbrochenes Zählen.
  4. Beende die Wiederholungen mit der dafür vorgesehenen Darbringung. Verdienstvergleiche der Rezitationsarten sind Erklärungen, keine zusätzlichen Übungen.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P1-0387 · 89
atha japaphalam :
śivadharme : japaniṣṭho dvijaśreṣṭho'khilayajñaphalaṃ labhet
| sarveṣāmeva yajñānāṃ jāyate'sau mahāphalaḥ
|| 89 ||

Nun die Frucht des Japa. Im Śivadharma: Der beste Zweimalgeborene, der im Japa beständig ist, erlangt die Frucht sämtlicher Opfer; von allen Opfern bringt dieses die große Frucht.


P1-0388 · 90
japena
devatā nityaṃ stūyamānā prasīdati | prasannā vipulān kāmān
dadyānmuktiñca śāśvatīm
|| 90 ||

Durch Japa beständig gepriesen, wird die Gottheit gnädig. Wohlgesinnt gewährt sie große Wunscherfüllungen und ewige Befreiung.


P1-0389 · 91
yakṣarakṣaḥ piśācāśca
grahāḥ sarpāśca bhīṣaṇāḥ | jalpinaṃ nopasarpanti bhayabhītāḥ
samantataḥ
|| 91 ||

Yakṣas, Rākṣasas, Piśācas, besitzergreifende Mächte und furchtbare Schlangen nähern sich dem Rezitierenden nicht; sie fürchten ihn von allen Seiten.


P1-0390 · 92
padmanāradoyayoḥ : yāvantaḥ karmayajñāḥ syuḥ
pratiṣṭhāditapāṃsi ca | sarve te japayajñasya kalāṃ nārhanti
ṣoḍaśīm
|| 92 ||

Im Padma und Nāradīya: Alle rituellen Opfer, Einsetzungen und asketischen Übungen zusammen erreichen nicht einmal den sechzehnten Teil des Japa-Opfers.


P1-0391 · 93
māhātmyaṃ vācikasyaitajjapayajñasya kīrtitam |
tasmācchataguṇopāṃśuḥ sahasro mānasaḥ smṛtaḥ
|| 93 ||

Diese Größe wurde vom hörbar gesprochenen Japa-Opfer verkündet. Leises Japa gilt als hundertmal, geistiges als tausendmal wirksamer.


P1-0392 · 94
mānasaḥ
siddhakāmānāṃ puṣṭikāmairupāṃśukaḥ | vāciko māraṇe caiva
praśasto japa īritaḥ
|| 94 ||

Geistiges Japa wird für diejenigen gepriesen, die Vollendung begehren, leises für diejenigen, die Gedeihen wünschen, und hörbares für Tötungsrituale.


P1-0393 · 95
gautamīye : śaktyā triṣavarṇa snānamaśakto dviḥ sakṛcca vā
| trisandhyaṃ prajapenmantraṃ pūjanañca samaṃ bhavet |
sandhyātraye pūjāṅgatvātjapamaṣṭottaraśatamityarthaḥ
|| 95 ||

Im Gautamīya: Nach Möglichkeit bade man dreimal täglich, bei Unvermögen zweimal oder einmal. Zu den drei Tagesübergängen rezitiere man den Mantra und vollziehe ebenso oft die Verehrung. Gemeint ist Japa von 108 Wiederholungen als Bestandteil der Verehrung zu den drei Tagesübergängen.


P1-0394 · 96
ekadā vā bhavetpūjā japettatpūjanaṃ vinā | japānte vā
bhavetpūjā pūjānte vā japenmanum
|| 96 ||

Oder die Verehrung finde einmal täglich statt; dann rezitiere man [zu den übrigen Zeiten] ohne sie. Die Verehrung kann am Ende des Japa stattfinden oder der Mantra-Japa am Ende der Verehrung.


P1-0395 · 97
prātaḥkāle samārabhya
japenmadhyandināvadhi | (madhyandināvadhīti na niyamaparaṃ
kintvadhikakāla vyavacchedaparam | anyathā tatsamayajapaniyame
kadācitjihvāyā jāḍyājāḍyena pratiniyatajapasaṃkhyāyā
apūrṇatve adhikatve vā niyamabhaṅgaḥ syāt)
|| 97 ||

Man beginne am Morgen und rezitiere bis zum Mittag. [Kommentar der Quelle:] „Bis zum Mittag“ ist keine starre Vorschrift, sondern grenzt eine übermäßig lange Zeit aus. Wäre die Rezitation genau an diese Zeit gebunden, könnte bei gelegentlicher Trägheit oder Beweglichkeit der Zunge die festgelegte Anzahl unvollständig bleiben oder überschritten werden und die Regel verletzt werden.


P1-0396 · 98
manaḥ
saṃhṛtya viṣayānmantrārthagatamānasaḥ | na drutaṃ na vilambañca
japenmauktikahāravat
|| 98 ||

Man ziehe den Geist von den Sinnesgegenständen zurück und richte ihn auf die Mantrabedeutung. Weder schnell noch schleppend rezitiere man, gleich einer Perlenkette.


P1-0397 · 99
atha japanirūpaṇam :
japaḥ syādakṣarāvṛttirmānasopāṃśuvācikaiḥ | dhiyā
yadakṣaraśreṇīṃ varṇasvarapadātmikām | uccaredarthamuddiśya
mānasaḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 99 ||

Nun die Bestimmung des Japa: Japa ist die Wiederholung der Silben, geistig, leise oder hörbar. Wenn man mit dem Denken die aus Lauten, Vokalen beziehungsweise Tonakzenten und Wörtern bestehende Silbenfolge unter Hinwendung zu ihrer Bedeutung ausspricht, gilt dies als geistiges Japa.


P1-0398 · 100
jihvoṣṭhau
cālayetkiñciddevatāgatamānasaḥ | kiñcitśravaṇayogyaḥ
syādupāṃśuḥ sa japaḥ smṛtaḥ
|| 100 ||

Wenn man Zunge und Lippen leicht bewegt, den Geist auf die Gottheit richtet und der Laut gerade noch hörbar ist, gilt dies als leises Japa.


P1-0399 · 1
viśuddheśvaratantre : nijakarṇāgocaro'yaṃ sa japo mānasaḥ
smṛtaḥ | upāṃśurnijakarṇasya gocaraḥ parikīrtitaḥ
|| 1 ||

Im Viśuddheśvaratantra: Was dem eigenen Ohr nicht zugänglich ist, gilt als geistiges Japa; was dem eigenen Ohr zugänglich ist, wird leises Japa genannt.


P1-0400 · 2
mantramuccārayedvācā sa japo vācikaḥ smṛtaḥ |
uccairjapādviśiṣṭaḥ syādupāṃśurdaśabhirguṇaiḥ
|| 2 ||

Wenn man den Mantra mit der Stimme ausspricht, heißt dies hörbares Japa. Leises Japa übertrifft lautes um das Zehnfache.


P1-0401 · 3
jihvājapaḥ śataguṇaḥ sahasro mānasaḥ smṛtaḥ
|| 3 ||

Zungen-Japa wirkt hundertfach, geistiges tausendfach.


P1-0402 · 5
tantrāntare : uccairjapo'dhamaḥ prokta upāṃśurmadhyamaḥ
smṛtaḥ | uttamo mānaso devi ! trividhaḥ kathito japaḥ | jihvājapaḥ
savijñeyaḥ kevalaṃ jihvayā budhaiḥ | atihrasvo vyādhiheturatidīrgho
vasukṣayaḥ | akṣarākṣara saṃyuktaṃ japenmauktikahāravat
|| 5 ||

In einem anderen Tantra: Lautes Japa gilt als das niedrigste, leises als das mittlere, geistiges als das höchste, o Göttin. So sind drei Arten beschrieben. Zungen-Japa ist von den Verständigen als allein mit der Zunge ausgeführtes zu verstehen. Zu kurze Rezitation verursacht Krankheit, zu lange Vermögensverlust. Silbe an Silbe gereiht rezitiere man wie eine Perlenkette. [Die Originalzählung überspringt 4.]


P1-0403 · 6
manasā yatsmaretstotraṃ vacasā vā manuṃ smaret | ubhayaṃ
niṣphalaṃ yāti bhinnabhāṇḍodakaṃ yathā
|| 6 ||

Wenn man ein Stotra im Geist vergegenwärtigt oder einen Mantra mit der Stimme vergegenwärtigt, geht beides fruchtlos verloren, wie Wasser aus einem zerbrochenen Gefäß. [Dieser Quellensatz steht in Spannung zu den unmittelbar vorher anerkannten Japa-Arten; er wird nicht still zu einer anderen Vorschrift umformuliert.]


P1-0404 · 7
gautamīye : paśubhāve sthitā mantrāḥ proktā varṇāstu
kevalāḥ | sauṣumnadhvanyuccaritā prabhutvaṃ prāpnuvanti te
|| 7 ||

Im Gautamīya: Mantras im Paśu-Zustand sind lediglich Buchstaben. Auf dem Weg der Suṣumṇā ausgesprochen, erlangen sie Wirkmacht.


P1-0405 · 8
mantrākṣarāṇi citśaktau protāni paribhāvayet | tameva
paramavyomni paramānandavṛṃhite | darśayatyātmasadbhāvaṃ
pūjāhomādibhirvinā
|| 8 ||

Man vergegenwärtige die Mantrasilben als in die Bewusstseinskraft eingereiht. Diese [Kraft beziehungsweise der so belebte Mantra] offenbart im höchsten Raum, der vom höchsten Glück erfüllt ist, die wahre Gegenwart des Selbst, auch ohne Verehrung, Feueropfer und Ähnliches. [Das Bezugswort tameva ist im Satz nicht eindeutig.]


P1-0406 · 9
gautamīye daśākṣarapaṭale : mūlamantraṃ prāṇabuddhyā
suṣumnāmūladeśake | mantrārthaṃ tasya caitanyaṃ jīvaṃ
dhyātvā punaḥ punaḥ
|| 9 ||

Im Zehnsilben-Abschnitt des Gautamīya: Den Grundmantra am Wurzelort der Suṣumṇā als Lebenskraft verstehend, meditiere man immer wieder über seine Bedeutung, sein Bewusstsein und seine Lebensgegenwart. [Der Satz ist grammatisch verkürzt.]


P1-0407 · 10
kulārṇave'pi : mano'nyatra śivo'nyatra śaktiranyatra
mārutaḥ | na sidhyati varārohe kalpakoṭiśatairapi
|| 10 ||

Auch im Kulārṇava: Wenn der Geist anderswo ist, Śiva anderswo, Śakti und Atem wiederum anderswo, entsteht selbst in hunderten Millionen Kalpas keine Vollendung, o Schönhüftige.


P1-0408 · 11
jātasūtakamādau syādante ca mṛtasūtakam | sūtakadvayasaṃyukto
yo mantraḥ sa na sidhyati
|| 11 ||

Am Anfang besteht Geburtsunreinheit, am Ende Todesunreinheit. Ein mit beiden Unreinheiten verbundener Mantra wird nicht wirksam.


P1-0409 · 12
gurostadrahitaṃ kṛtvā mantraṃ
yāvajjapeddhiyā | sūtakadvayanirmuktaḥ sa mantraḥ sarvasiddhidaḥ
|| 12 ||

Nachdem man ihn durch den Guru von diesen befreit hat, rezitiere man ihn im Geist. Von beiden Unreinheiten frei gewährt der Mantra sämtliche Vollendungen. [Die Worttrennung am Anfang ist nicht sicher.]


P1-0410 · 13
tatraiva : tasmāddevi ! prayatnena dhruveṇa puṭitaṃ manum |
aṣṭottaraśataṃ vāpi saptavāraṃ japāditaḥ | japānte ca tato
japyāccaturvargaphalāptaye | brahmabījaṃ manordattvā cādyante
parameśvari | saptavāraṃ japenmantraṃ sūtakadvayamuktaye
|| 13 ||

Ebendort: Darum soll man, o Göttin, den Mantra sorgfältig mit Dhruva umhüllen und vor dem Japa sowie am Ende 108-mal oder siebenmal wiederholen, um die Früchte der vier Lebensziele zu erlangen. Man setze das Brahma-Bīja an Anfang und Ende des Mantras, o höchste Herrin, und rezitiere ihn siebenmal zur Befreiung von beiden Unreinheiten. [Dhruva und Brahma-Bīja bezeichnen hier verschlüsselt den Praṇava.]


P1-0411 · 14
mantrārthaṃ mantracaitanyaṃ yonimudrāṃ na vetti yaḥ | śatakoṭi
japenāpi tasya siddhirna jāyate
|| 14 ||

Wer die Bedeutung des Mantras, sein lebendiges Bewusstsein und die Yoni-Mudrā nicht kennt, für den entsteht selbst durch hundertmal zehn Millionen Wiederholungen keine Vollendung.


P1-0412 · 15
luptabījāśca ye mantrā na
sāsyanti phalaṃ priye | mantrāścaitanyasahitāḥ sarvasiddhikarāḥ
smṛtāḥ
|| 15 ||

Mantras mit verlorenen Bījas tragen keine Frucht, o Geliebte. Mit Bewusstsein verbundene Mantras gelten als sämtliche Vollendungen bewirkend.


P1-0413 · 16
caitavya rahitā mantrāḥ proktā varṇāstu kevalāḥ |
phalaṃ naiva prayacchanti lakṣakoṭi śataṃrapi
|| 16 ||

Mantras ohne Bewusstsein sind lediglich Buchstaben; sie tragen selbst bei Hunderttausenden, Millionen und hunderten Millionen Wiederholungen keine Frucht.


P1-0414 · 17
mantroccāre kṛte
yādṛk svarūpaṃ prathamaṃ bhavet | śate sahasre lakṣe vā koṭijāpe
na tatpalam
|| 17 ||

Die Gestalt beziehungsweise Erfahrung, die beim ersten bewussten Aussprechen des Mantras entsteht, [erlangt man] nicht als solche Frucht durch hundert, tausend, hunderttausend oder zehn Millionen [mechanische] Wiederholungen. [Der Vergleichssatz ist verkürzt; die Ergänzungen erläutern den Gegensatz im Zusammenhang.]


P1-0415 · 18
hṛdaye granthibhedaḥ syātsarvāvayavavarddhanam |
ānandāśruṇi pulako dehāveśaḥ kuleśvari | gadgadoktaśca sahasā
jāyate nātra saṃśayaḥ
|| 18 ||

Im Herzen wird der Knoten durchbrochen, alle Körperglieder erstarken; Freudentränen, Haarsträuben, Ergriffenheit des Körpers und plötzlich stockende Rede entstehen, o Herrin des Kula. Daran besteht kein Zweifel.


P1-0416 · 19
sakṛduccariteṣpyevaṃ mantre
caitavyasaṃyute | dṛśyante pratyayā yatra pārasparyaṃ taducyate
|| 19 ||

Wenn diese Zeichen bereits beim einmaligen Aussprechen eines mit Bewusstsein verbundenen Mantras sichtbar werden, heißt dies Pārasparya, wechselseitige Entsprechung. [Die Bezeichnung ist als überlieferter Fachausdruck bewahrt.]


P1-0417 · 20
māsamātraṃ japenmantraṃ bhūtalipyādi saṃyutam |
kramotkramātsahasrastu tasya siddho bhavenmanuḥ
|| 20 ||

Man rezitiere einen Monat lang den Mantra zusammen mit der Bhūtalipi und anderen Lautfolgen, aufsteigend und absteigend tausendmal; dann wird sein Mantra vollendet.


P1-0418 · 21
tatra bhūtalipiḥ : pañcahrasvāḥ sandhivarṇā
vyomerāgnijalandharāḥ | antyamādyaṃ dvitīyañca caturthaṃ
madhyamaṃ kramāt
|| 21 ||

Die Bhūtalipi lautet: die fünf kurzen Vokale, die Verbindungsvokale, die [durch] Raum, Feuer, Wasser und Erde [bezeichneten Laute]; dann der letzte, erste, zweite, vierte und mittlere Laut der Reihe nach … [Vyomerāgni ist beschädigt; die genaue Bīja-Folge ist nicht zuverlässig erschließbar.]


P1-0419 · 22
pañcavargākṣarāṇi
tasā0 3
syurdhāstaśvetendubhiḥ saha | eṣā bhūtalipiḥ
dvicatvāriṃśadakṣaraiḥ | evaṃ japaṃ purā kṛtvā tejorūpaṃ
samarpayet | devasya dakṣiṇe haste kuśapuṣpārghyavāribhiḥ
|| 22 ||

… die Buchstaben der fünf Lautgruppen zusammen mit „dhāstaśvetendu“ [beschädigte Lautumschreibung]. Diese Bhūtalipi umfasst zweiundvierzig Zeichen. Nach solchem Japa übergebe man ihn, als Lichtkraft vergegenwärtigt, mit Kuśa, Blumen und Arghya-Wasser in die rechte Hand der Gottheit. [„tasā0 3“ ist ein Druck- oder Seitenvermerk.]


P1-0420 · 23
saphalaṃ tadvibhāvyaivaṃ prāṇāyāmaṃ samācaret
|| 23 ||

Nachdem man ihn auf diese Weise als fruchttragend vergegenwärtigt hat, vollziehe man Prāṇāyāma.


P1-0421 · 24
japasyādau japānte ca tritayaṃ tritayañcaret
|| 24 ||

Am Anfang und am Ende des Japa vollziehe man jeweils drei [Prāṇāyāmas].


P1-0422 · 25
śaktiviṣaye devyā
vāmahaste |
tathā ca : evaṃ japaṃ purā kṛtvā gandhākṣatakṛśodakaiḥ |
japaṃ samarpayeddevyā vāmahaste vicakṣaṇaḥ
|| 25 ||

Bei Śakti [übergibt man] in die linke Hand der Göttin. So heißt es: Nachdem man Japa ausgeführt hat, soll der Verständige ihn mit Duftstoff, ungebrochenen Reiskörnern und Wasser in die linke Hand der Göttin übergeben. [Kṛśodaka ist beschädigt.]


P1-0423 · 26
japānte
pratyahaṃ devi homayettaddaśāṃśataḥ | tarpaṇañcābhiṣekañca
tattaddaśāṃśato mune | pratyahaṃ bhojayedviprān
nyūnādhikyapraśāntaye | athavā sarvasampūrṇe
homādikamathācaret
|| 26 ||

Jeden Tag nach dem Japa, o Göttin, opfere man ein Zehntel seiner Zahl im Feuer. Wassersättigung und Besprengung erfolgen jeweils mit einem Zehntel der vorangehenden Zahl, o Weiser. Jeden Tag speise man Brahmanen, um Mängel durch zu geringe oder übermäßige Ausführung zu besänftigen. Oder man vollziehe Feueropfer und die übrigen Handlungen nach Abschluss der gesamten Rezitation.


P1-0424 · 27
muṇḍamālāyām : yasya yāvān japaḥ proktastaddaśāṃśa
japaḥ kramāt | tattaddravyairjapasyānte homaṃ kuryāddine dine |
athavā lakṣasaṃkhyāyāṃ pūrṇāyāṃ homamācaret
|| 27 ||

Im Muṇḍamālā: Für welche Japa-Zahl auch immer die Vorschrift gilt, [folge] der Reihe nach ein Zehntel dieser Zahl. Am Ende des täglichen Japa vollziehe man mit den jeweils genannten Stoffen das Feueropfer. Oder man vollziehe es nach Abschluss der Zahl von hunderttausend. [Die Vorlage hat taddaśāṃśa japaḥ statt eines eindeutigen Bezugs auf die Opferzahl.]


P1-0425 · 28
tathā homādyaśaktau ca sanatkumāratantre : yadyadaṅgaṃ
bhavedbhaṅgaṃ tatsaṃkhyādviguṇo japaḥ | homābhāve japaḥ
kāryo homasaṃkhyācaturguṇaḥ
|| 28 ||

Bei Unvermögen zu Feueropfer und anderen Handlungen heißt es im Sanatkumāratantra: Für jeden ausfallenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl. Fehlt das Feueropfer, soll Japa mit der vierfachen Opferzahl ausgeführt werden.


P1-0426 · 29
viprāṇāṃ kṣatriyāṇāñca
rasasaṃkhyāguṇaḥ smṛtaḥ | vaiśyānāṃ vasusaṃkhyākameṣāṃ
strīṇāmayaṃ vidhiḥ
|| 29 ||

Für Brahmanen und Kṣatriyas gilt die durch „Geschmacksarten“ bezeichnete, also sechsfache Zahl; für Vaiśyas die durch Vasus bezeichnete, also achtfache. Dies ist auch die Regel für die Frauen dieser Gruppen. [Der Wortlaut ordnet die Gruppen nicht widerspruchsfrei der zuvor genannten Vierfachregel zu.]


P1-0427 · 30
yaṃ varṇamāśritaḥ śūdraḥ sa ca tasya
vidhiñcaret | anāśritasya śūdrasya diksaṃkhyākaḥ samīritaḥ
|| 30 ||

Ein Śūdra soll die Vorschrift jener sozialen Klasse befolgen, der er sich angeschlossen hat. Für einen keiner Klasse angeschlossenen Śūdra gilt die durch die Richtungen bezeichnete, also zehnfache Zahl.


P1-0428 · 31
śūdrasya viprabhabhaktasya tatpatnyāḥ sadṛśo japaḥ
|| 31 ||

Für einen einem Brahmanen ergebenen Śūdra gilt die gleiche Japa-Zahl wie für dessen Frau.


P1-0429 · 32
yoginīhṛdaye : homakarmaṇyaśaktānāṃ viprāṇāṃ dviguṇo
japaḥ | ita reṣāntu varṇānāṃ sarveṣāṃ triguṇādiḥ samīritaḥ |
triguṇa iti triguṇādirhomasaṃkhyātriguṇajapaḥ kṣatriyeṇa kāryaḥ |
vaiśyena caturguṇaḥ śūdreṇa pañcaguṇaḥ
|| 32 ||

Im Yoginīhṛdaya: Für Brahmanen, die zum Feueropfer nicht imstande sind, gilt die doppelte Japa-Zahl; für die übrigen Klassen die dreifache und weitere. „Dreifach“ bedeutet: Ein Kṣatriya soll die dreifache Opferzahl als Japa ausführen, ein Vaiśya die vierfache und ein Śūdra die fünffache.


P1-0430 · 33
taduktaṃ kulaprakāśe : yadyadaṅgaṃ vihīnaṃ
syāttatsaṃkhyādviguṇo japaḥ | kurvīta tricatuḥpañca
yathāsaṃkhyaṃ dvijātayaḥ | etena strīśūdrāṇāṃ
homādhikāraḥ
|| 33 ||

So im Kulaprakāśa: Für jeden fehlenden Bestandteil gilt die doppelte entsprechende Japa-Zahl; die Zweimalgeborenen sollen entsprechend drei-, vier- und fünffach ausführen. Daraus ergibt sich eine Befugnis zum Feueropfer auch für Frauen und Śūdras. [Die Gruppenangabe dvijātayaḥ passt nicht eindeutig zur folgenden Folgerung; die Vorlage wird in ihrer Argumentation bewahrt.]


P1-0431 · 34
tathā ca śūdrāṇāṃ tryasramīritamiti
kuṇḍaprakaraṇe śāradayāma strīṇāṃ homādhikāraśca |
tatraiva : lājaistrimadhuropetairhomaṃ kanyā pracacchati | anena
vidhinā kanyā varamāpnoti vāñchitam | ata eva strīṇāṃ
homādhikāraḥ sa ca brāhmaṇadvārā
|| 34 ||

Im Abschnitt über die Opfergrube des Śāradā heißt es: „Für Śūdras wird eine dreieckige [Grube] gelehrt.“ Auch die Feueropferbefugnis von Frauen wird ebendort genannt: Ein Mädchen opfert geröstete Körner mit den drei süßen Stoffen; durch dieses Verfahren erlangt sie den gewünschten Gatten. Daher besteht die Feueropferbefugnis von Frauen, und zwar durch Vermittlung eines Brahmanen.


P1-0432 · 35
tathā ca tantrāntare :
oṃkāroccāraṇāddhomātśālagrāmaśilārcanāt |
brāhmaṇīgamanāñcaiva śūdraścāṇḍālatāṃ vrajet | iti
sākṣānniṣedhāt ||
tathā : strīṇāmapi sarvatravaidikakarmasu
śūdratulyatvapratipādanāt |
strīśūdrakarasaṃsparśo vajrapāto mamopari iti bhagavadvacanāt
|| 35 ||

Denn in einem anderen Tantra heißt es: Durch Aussprechen von oṃ, Feueropfer, Verehrung eines Śālagrāma-Steins und Verkehr mit einer Brahmanin wird ein Śūdra zum Caṇḍāla. Dies ist ein ausdrückliches Verbot der unmittelbaren Ausführung. Ferner werden Frauen bei sämtlichen vedischen Handlungen den Śūdras gleichgestellt. Als Wort des Erhabenen wird angeführt: „Die Berührung durch die Hand einer Frau oder eines Śūdras ist ein Blitzschlag auf mich.“


P1-0433 · 36
nṛsiṃhatāpanoye'pi : sāvitrīṃ praṇavaṃ yajurlakṣmīṃ
strīśūdrayornecchanti sa mṛto'dhogacchati necchantīti paryantaṃ
parāśarabhāṣye'pi govindabhaṭṭa dhṛtam |
svāhāpraṇavasaṃyuktaṃ śūdre mantraṃ dadadvijaḥ | śūdro
nirayamāpnoti brāhmaṇo yātyadhogatim | yajurvedaḥ | lakṣmīḥ
śrībījamityarthaḥ
|| 36 ||

Auch im Nṛsiṃhatāpanīya: „Sāvitrī, Praṇava, Yajus und Lakṣmī wollen sie für Frauen und Śūdras nicht [zulassen]; wer [sie verwendet], geht nach dem Tod abwärts.“ Bis zu „wollen sie nicht“ wird der Satz auch von Govindabhaṭṭa im Parāśara-Kommentar angeführt. Wenn ein Zweimalgeborener einem Śūdra einen mit Svāhā und Praṇava verbundenen Mantra gibt, gerät der Śūdra in die Hölle und der Brahmane geht abwärts. Yajus bedeutet Yajurveda, Lakṣmī das Śrī-Bīja. [Der Zitatanfang ist syntaktisch beschädigt.]


P1-0434 · 37
tathā nārāyaṇakalpe'pi : aṣṭākṣaro mahāmantraḥ
saptārṇaḥ śūdrayoṣitoḥ | praṇavādiśca yo mantro na strīśūdre
praśasyate | iti sarvatra strīṇāṃ śūdravadvyavahāraḥ | śūdrasyāpi
svakarttṛkahoma iti kecit
|| 37 ||

Auch im Nārāyaṇakalpa: Der acht-silbige große Mantra hat für Śūdras und Frauen sieben Silben. Ein mit Praṇava beginnender Mantra wird für Frauen und Śūdras nicht gepriesen. So werden Frauen überall wie Śūdras behandelt. Einige meinen jedoch, auch ein Śūdra dürfe selbst das Feueropfer vollziehen.


P1-0435 · 38
tathā ca vārāhītantre : yadi kāmī bhavatyatra śūdro'pi
homamarmaṇi | vahnijāyāṃ parityajya hṛdayāntena homayet
|| 38 ||

So im Vārāhītantra: Wenn auch ein Śūdra ein wunschbezogenes Feueropfer ausführen will, soll er die „Gemahlin des Feuers“, also svāhā, weglassen und mit der Herz-Endung, also namaḥ, opfern.


P1-0436 · 38
sarveṣāṃ dviguṇajapaḥ ||
tathā ca vasiṣṭhe : yadyadaṅgaṃ vihīyeta tatsaṃyādviguṇo
japaḥ | karttavyaścāṅgasiddhārthaṃ tadaśaktena bhaktitaḥ
|| 38 ||

Für alle gilt die doppelte Japa-Zahl. So bei Vasiṣṭha: Für jeden ausfallenden Bestandteil soll derjenige, der ihn nicht ausführen kann, hingebungsvoll die doppelte Anzahl als Japa ausführen, um diesen Bestandteil zu ersetzen. [Die Originalnummer 38 ist hier doppelt vorhanden.]


P1-0437 · 40
na
cedaṅgaṃ vhīyeta tadviśiṣṭamavāpnuyāt | viprabhojanamātreṇa
vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam | yadyadbhuṅkte dvijaḥ
sākṣāttatadbhuṅktehariḥ svayam
|| 40 ||

Wenn kein Bestandteil fehlt, erlangt man eine besondere Frucht. Schon durch Brahmanenspeisung wird eine unvollständige Handlung gewiss vollständig. Was ein Zweimalgeborener unmittelbar isst, das isst Hari selbst.


P1-0438 · 41
tathāgastyasaṃhitāyām : yadi home'pyaśaktaḥ
syātpūjāyāṃ tarpaṇe'pi vā tāvatsaṃkhyājapenaiva
brāhmaṇārādhanena ca | bhavedaṅgadvayenaiva puraścaraṇamārya
vai
|| 41 ||

Ebenso in der Agastyasaṃhitā: Ist man zu Feueropfer, Verehrung oder Wassersättigung nicht imstande, wird Puraścaraṇa, o Edler, allein durch Japa in der entsprechenden Zahl und die Ehrung der Brahmanen, also durch diese beiden Bestandteile, vollzogen.


P1-0439 · 42
vīrātantre : niyamaḥ puruṣe jñeyā na yoṣitsu kathañcacana |
nyāso yoṣitāmatra na dhyānaṃ na ca pūjanam |
kevalaṃjapamātreṇa mantrāḥ sidhyanti yoṣitām | ācāryamate
viprabhojane'pyanukalpaḥ
|| 42 ||

Im Vīrātantra: Die Regeln gelten für Männer, keineswegs für Frauen. Für Frauen gibt es hier weder Nyāsa, Meditation noch Verehrung als notwendige Bedingung; allein durch Japa werden ihre Mantras vollendet. Nach Auffassung des Lehrers besteht auch bei der Brahmanenspeisung eine Ersatzmöglichkeit.


P1-0440 · 43
tathā ca muṇḍamālāyām : yadi
pūjādyaśaktaśceddravyabhāvena sundari | kevalaṃ japamātreṇa
puraścaryā vidhīyate | atra brāhmaṇabhojanamāvaśyakameva |
sarthathā bhojayeddvijānkṛtasaṅkalpasiddhaye |
viprārādhanamātreṇa vyaṅgaṃ sāṅgaṃ bhaveddhruvam
|| 43 ||

So im Muṇḍamālā: Wenn man wegen mangelnder Mittel nicht zu Verehrung und anderen Handlungen imstande ist, o Schöne, wird Puraścaryā allein durch Japa vorgeschrieben. Hier ist Brahmanenspeisung jedoch unbedingt erforderlich: Unter allen Umständen soll man Zweimalgeborene speisen, damit der gefasste Vorsatz gelingt. Schon durch die Ehrung der Brahmanen wird Unvollständiges gewiss vollständig.


P1-0441 · 44
kulārṇave : dīkṣāhīnānpaśūnyastu bhojayedvā svamandire |
sa yāti parameśāni narakānekaviṃśatim
|| 44 ||

Im Kulārṇava: Wer in seinem Haus uneingeweihte Paśus speist, geht in einundzwanzig Höllen ein, o höchste Herrin.


P1-0442 · 45
evaṃ yaḥ kurute devi
! puraścaraṇakaṃ priye | sarvapāpavinirmukto devīsāyujyamāpnuyāt
|| 45 ||

Wer auf diese Weise Puraścaraṇa vollzieht, o Göttin, o Geliebte, wird von allen Sünden frei und erlangt das Einssein mit der Göttin.


P1-0443 · 46
tathā : taddaśāṃśena viprāṃśca kaulikānatha bhojayet |
kṣīrakhaṇḍādya bhojyaiśca bahumānapuraḥsaram
|| 46 ||

Ferner: Mit einem Zehntel dieser Zahl speise man Kaula-Brahmanen mit Milchspeisen, Zucker und anderen Speisen, begleitet von großer Hochachtung.


P1-0444 · 47
tataśca : guruve dakṣiṇāndadyādbhojanācchādanādibhiḥ |
gurusantoṣamātreṇa mantrasiddhirbhaveddhruvam | gurorabhāve
tatputrāya tatpatnyai vā nivedayet | tayorabhāve deveśi
brāhmaṇebhyo nivedayet
|| 47 ||

Danach gebe man dem Guru eine Ehrengabe, Speisen, Kleidung und Ähnliches. Allein durch die Zufriedenstellung des Gurus wird der Mantra gewiss vollendet. Ist der Guru abwesend, gebe man es seinem Sohn oder seiner Frau; fehlen auch diese, o Herrin der Götter, gebe man es Brahmanen.


P1-0445 · 48
samyak siddhaikamantrasya
pañcāṅgopāsanena ca | sarve mantrāśca sidyanti tatprasādāt
kuleśvari
|| 48 ||

Für den, dessen einer Mantra durch die fünfgliedrige Verehrung richtig vollendet ist, werden durch dessen Gnade auch alle anderen Mantras vollendet, o Herrin des Kula.


P1-0446 · 49
gurumūlamidaṃ sarvamityāhustantravedinaḥ |
ekagrāme sthito nityaṃ gatvā vandeta vai gurum | gurureva paraṃ
brahma tasmādau tamarcayet | tadante mahatīṃ pūjāṃ
kuryāsādhakasattamaḥ | suvāsinīṃ kumārīñca bhuṣaṇairapi
bhūṣayet | miṣṭhānnaṃ bahuśaṃ kāryaṃ bhuñjīta bandhubhiḥ
saha | evaṃ siddhamanurmantrī sādhayetsakalepsitān
|| 49 ||

Die Tantra-Kundigen sagen, all dies wurzele im Guru. Wohnt man im selben Dorf, soll man täglich zu ihm gehen und sich verneigen. Der Guru ist das höchste Brahman; darum verehre man ihn zuerst. Am Ende vollziehe der beste Übende eine große Verehrung. Er schmücke eine verheiratete Frau und ein Mädchen auch mit Schmuckstücken, bereite reichlich süße Speisen und esse zusammen mit den Verwandten. So verwirkliche der Mantrapraktizierende mit vollendetem Mantra alle gewünschten Ziele.


P1-0447 · 50
matāntare puraścaraṇavidhiḥ
tantre : athavānyaprakāreṇa puraścaraṇamucyate |
grahaṇe'rkasya cendorvā śuciḥ pūrvomupositaḥ | nadyāṃ
samudragāminyāṃ nābhimātrodake sthitaḥ |
sparśādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ
|| 50 ||

Puraścaraṇa nach einer anderen Auffassung. Im Tantra: Nun wird eine andere Art beschrieben. Bei einer Sonnen- oder Mondfinsternis sei man rein und habe zuvor gefastet. In einem ins Meer fließenden Fluss stehe man in Wasser bis zum Nabel und rezitiere mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom ersten Kontakt bis zum Ende der Finsternis.


P1-0448 · 51
yadi nakrādidūṣitā nadī bhavati tadā yatkarttavyaṃ tadāha
rudrayāmale : api śuddhodake snātvā śucau deśe samāhitaḥ |
grāsādvimuktiparyantaṃ japenmantramananyadhīḥ | iti kṛtvā na
sandeho japasya phalabhāgbhavet
|| 51 ||

Ist der Fluss durch Krokodile oder andere Gefahren beeinträchtigt, nennt das Rudrayāmala das Vorgehen: Man bade auch in reinem Wasser und rezitiere dann gesammelt an einem reinen Ort mit ungeteilter Aufmerksamkeit vom Verschlungenwerden [Beginn der Finsternis] bis zur Freigabe. Wer dies tut, erlangt ohne Zweifel die Frucht des Japa.


P1-0449 · 52
nadyabhāve : yadvā puṇyodake snātvā śuciḥ
pūrvamupoṣitaḥ | grahaṇā divimokṣāntaṃ japenmantraṃ
samāhitaḥ
|| 52 ||

Fehlt ein Fluss: Oder man bade in heiligem Wasser, sei rein und habe zuvor gefastet; dann rezitiere man gesammelt vom Beginn bis zum Ende der Finsternis.


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P1-0387 · 89
अथ जपफलम् :
शिवधर्मे : जपनिष्ठो द्विजश्रेष्ठोऽखिलयज्ञफलं लभेत्
। सर्वेषामेव यज्ञानां जायतेऽसौ महाफलः
॥ ८९ ॥

P1-0388 · 90
जपेन
देवता नित्यं स्तूयमाना प्रसीदति । प्रसन्ना विपुलान् कामान्
दद्यान्मुक्तिञ्च शाश्वतीम्
॥ ९० ॥

P1-0389 · 91
यक्षरक्षः पिशाचाश्च
ग्रहाः सर्पाश्च भीषणाः । जल्पिनं नोपसर्पन्ति भयभीताः
समन्ततः
॥ ९१ ॥

P1-0390 · 92
पद्मनारदोययोः : यावन्तः कर्मयज्ञाः स्युः
प्रतिष्ठादितपांसि च । सर्वे ते जपयज्ञस्य कलां नार्हन्ति
षोडशीम्
॥ ९२ ॥

P1-0391 · 93
माहात्म्यं वाचिकस्यैतज्जपयज्ञस्य कीर्तितम् ।
तस्माच्छतगुणोपांशुः सहस्रो मानसः स्मृतः
॥ ९३ ॥

P1-0392 · 94
मानसः
सिद्धकामानां पुष्टिकामैरुपांशुकः । वाचिको मारणे चैव
प्रशस्तो जप ईरितः
॥ ९४ ॥

P1-0393 · 95
गौतमीये : शक्त्या त्रिषवर्ण स्नानमशक्तो द्विः सकृच्च वा
। त्रिसन्ध्यं प्रजपेन्मन्त्रं पूजनञ्च समं भवेत् ।
सन्ध्यात्रये पूजाङ्गत्वात्जपमष्टोत्तरशतमित्यर्थः
॥ ९५ ॥

P1-0394 · 96
एकदा वा भवेत्पूजा जपेत्तत्पूजनं विना । जपान्ते वा
भवेत्पूजा पूजान्ते वा जपेन्मनुम्
॥ ९६ ॥

P1-0395 · 97
प्रातःकाले समारभ्य
जपेन्मध्यन्दिनावधि । (मध्यन्दिनावधीति न नियमपरं
किन्त्वधिककाल व्यवच्छेदपरम् । अन्यथा तत्समयजपनियमे
कदाचित्जिह्वाया जाड्याजाड्येन प्रतिनियतजपसंख्याया
अपूर्णत्वे अधिकत्वे वा नियमभङ्गः स्यात्)
॥ ९७ ॥

P1-0396 · 98
मनः
संहृत्य विषयान्मन्त्रार्थगतमानसः । न द्रुतं न विलम्बञ्च
जपेन्मौक्तिकहारवत्
॥ ९८ ॥

P1-0397 · 99
अथ जपनिरूपणम् :
जपः स्यादक्षरावृत्तिर्मानसोपांशुवाचिकैः । धिया
यदक्षरश्रेणीं वर्णस्वरपदात्मिकाम् । उच्चरेदर्थमुद्दिश्य
मानसः स जपः स्मृतः
॥ ९९ ॥

P1-0398 · 100
जिह्वोष्ठौ
चालयेत्किञ्चिद्देवतागतमानसः । किञ्चित्श्रवणयोग्यः
स्यादुपांशुः स जपः स्मृतः
॥ १०० ॥

P1-0399 · 1
विशुद्धेश्वरतन्त्रे : निजकर्णागोचरोऽयं स जपो मानसः
स्मृतः । उपांशुर्निजकर्णस्य गोचरः परिकीर्तितः
॥ १ ॥

P1-0400 · 2
मन्त्रमुच्चारयेद्वाचा स जपो वाचिकः स्मृतः ।
उच्चैर्जपाद्विशिष्टः स्यादुपांशुर्दशभिर्गुणैः
॥ २ ॥

P1-0401 · 3
जिह्वाजपः शतगुणः सहस्रो मानसः स्मृतः
॥ ३ ॥

P1-0402 · 5
तन्त्रान्तरे : उच्चैर्जपोऽधमः प्रोक्त उपांशुर्मध्यमः
स्मृतः । उत्तमो मानसो देवि ! त्रिविधः कथितो जपः । जिह्वाजपः
सविज्ञेयः केवलं जिह्वया बुधैः । अतिह्रस्वो व्याधिहेतुरतिदीर्घो
वसुक्षयः । अक्षराक्षर संयुक्तं जपेन्मौक्तिकहारवत्
॥ ५ ॥

P1-0403 · 6
मनसा यत्स्मरेत्स्तोत्रं वचसा वा मनुं स्मरेत् । उभयं
निष्फलं याति भिन्नभाण्डोदकं यथा
॥ ६ ॥

P1-0404 · 7
गौतमीये : पशुभावे स्थिता मन्त्राः प्रोक्ता वर्णास्तु
केवलाः । सौषुम्नध्वन्युच्चरिता प्रभुत्वं प्राप्नुवन्ति ते
॥ ७ ॥

P1-0405 · 8
मन्त्राक्षराणि चित्शक्तौ प्रोतानि परिभावयेत् । तमेव
परमव्योम्नि परमानन्दवृंहिते । दर्शयत्यात्मसद्भावं
पूजाहोमादिभिर्विना
॥ ८ ॥

P1-0406 · 9
गौतमीये दशाक्षरपटले : मूलमन्त्रं प्राणबुद्ध्या
सुषुम्नामूलदेशके । मन्त्रार्थं तस्य चैतन्यं जीवं
ध्यात्वा पुनः पुनः
॥ ९ ॥

P1-0407 · 10
कुलार्णवेऽपि : मनोऽन्यत्र शिवोऽन्यत्र शक्तिरन्यत्र
मारुतः । न सिध्यति वरारोहे कल्पकोटिशतैरपि
॥ १० ॥

P1-0408 · 11
जातसूतकमादौ स्यादन्ते च मृतसूतकम् । सूतकद्वयसंयुक्तो
यो मन्त्रः स न सिध्यति
॥ ११ ॥

P1-0409 · 12
गुरोस्तद्रहितं कृत्वा मन्त्रं
यावज्जपेद्धिया । सूतकद्वयनिर्मुक्तः स मन्त्रः सर्वसिद्धिदः
॥ १२ ॥

P1-0410 · 13
तत्रैव : तस्माद्देवि ! प्रयत्नेन ध्रुवेण पुटितं मनुम् ।
अष्टोत्तरशतं वापि सप्तवारं जपादितः । जपान्ते च ततो
जप्याच्चतुर्वर्गफलाप्तये । ब्रह्मबीजं मनोर्दत्त्वा चाद्यन्ते
परमेश्वरि । सप्तवारं जपेन्मन्त्रं सूतकद्वयमुक्तये
॥ १३ ॥

P1-0411 · 14
मन्त्रार्थं मन्त्रचैतन्यं योनिमुद्रां न वेत्ति यः । शतकोटि
जपेनापि तस्य सिद्धिर्न जायते
॥ १४ ॥

P1-0412 · 15
लुप्तबीजाश्च ये मन्त्रा न
सास्यन्ति फलं प्रिये । मन्त्राश्चैतन्यसहिताः सर्वसिद्धिकराः
स्मृताः
॥ १५ ॥

P1-0413 · 16
चैतव्य रहिता मन्त्राः प्रोक्ता वर्णास्तु केवलाः ।
फलं नैव प्रयच्छन्ति लक्षकोटि शतंरपि
॥ १६ ॥

P1-0414 · 17
मन्त्रोच्चारे कृते
यादृक् स्वरूपं प्रथमं भवेत् । शते सहस्रे लक्षे वा कोटिजापे
न तत्पलम्
॥ १७ ॥

P1-0415 · 18
हृदये ग्रन्थिभेदः स्यात्सर्वावयववर्द्धनम् ।
आनन्दाश्रुणि पुलको देहावेशः कुलेश्वरि । गद्गदोक्तश्च सहसा
जायते नात्र संशयः
॥ १८ ॥

P1-0416 · 19
सकृदुच्चरितेष्प्येवं मन्त्रे
चैतव्यसंयुते । दृश्यन्ते प्रत्यया यत्र पारस्पर्यं तदुच्यते
॥ १९ ॥

P1-0417 · 20
मासमात्रं जपेन्मन्त्रं भूतलिप्यादि संयुतम् ।
क्रमोत्क्रमात्सहस्रस्तु तस्य सिद्धो भवेन्मनुः
॥ २० ॥

P1-0418 · 21
तत्र भूतलिपिः : पञ्चह्रस्वाः सन्धिवर्णा
व्योमेराग्निजलन्धराः । अन्त्यमाद्यं द्वितीयञ्च चतुर्थं
मध्यमं क्रमात्
॥ २१ ॥

P1-0419 · 22
पञ्चवर्गाक्षराणि
तसा० ३
स्युर्धास्तश्वेतेन्दुभिः सह । एषा भूतलिपिः
द्विचत्वारिंशदक्षरैः । एवं जपं पुरा कृत्वा तेजोरूपं
समर्पयेत् । देवस्य दक्षिणे हस्ते कुशपुष्पार्घ्यवारिभिः
॥ २२ ॥

P1-0420 · 23
सफलं तद्विभाव्यैवं प्राणायामं समाचरेत्
॥ २३ ॥

P1-0421 · 24
जपस्यादौ जपान्ते च त्रितयं त्रितयञ्चरेत्
॥ २४ ॥

P1-0422 · 25
शक्तिविषये देव्या
वामहस्ते ।
तथा च : एवं जपं पुरा कृत्वा गन्धाक्षतकृशोदकैः ।
जपं समर्पयेद्देव्या वामहस्ते विचक्षणः
॥ २५ ॥

P1-0423 · 26
जपान्ते
प्रत्यहं देवि होमयेत्तद्दशांशतः । तर्पणञ्चाभिषेकञ्च
तत्तद्दशांशतो मुने । प्रत्यहं भोजयेद्विप्रान्
न्यूनाधिक्यप्रशान्तये । अथवा सर्वसम्पूर्णे
होमादिकमथाचरेत्
॥ २६ ॥

P1-0424 · 27
मुण्डमालायाम् : यस्य यावान् जपः प्रोक्तस्तद्दशांश
जपः क्रमात् । तत्तद्द्रव्यैर्जपस्यान्ते होमं कुर्याद्दिने दिने ।
अथवा लक्षसंख्यायां पूर्णायां होममाचरेत्
॥ २७ ॥

P1-0425 · 28
तथा होमाद्यशक्तौ च सनत्कुमारतन्त्रे : यद्यदङ्गं
भवेद्भङ्गं तत्संख्याद्विगुणो जपः । होमाभावे जपः
कार्यो होमसंख्याचतुर्गुणः
॥ २८ ॥

P1-0426 · 29
विप्राणां क्षत्रियाणाञ्च
रससंख्यागुणः स्मृतः । वैश्यानां वसुसंख्याकमेषां
स्त्रीणामयं विधिः
॥ २९ ॥

P1-0427 · 30
यं वर्णमाश्रितः शूद्रः स च तस्य
विधिञ्चरेत् । अनाश्रितस्य शूद्रस्य दिक्संख्याकः समीरितः
॥ ३० ॥

P1-0428 · 31
शूद्रस्य विप्रभभक्तस्य तत्पत्न्याः सदृशो जपः
॥ ३१ ॥

P1-0429 · 32
योगिनीहृदये : होमकर्मण्यशक्तानां विप्राणां द्विगुणो
जपः । इत रेषान्तु वर्णानां सर्वेषां त्रिगुणादिः समीरितः ।
त्रिगुण इति त्रिगुणादिर्होमसंख्यात्रिगुणजपः क्षत्रियेण कार्यः ।
वैश्येन चतुर्गुणः शूद्रेण पञ्चगुणः
॥ ३२ ॥

P1-0430 · 33
तदुक्तं कुलप्रकाशे : यद्यदङ्गं विहीनं
स्यात्तत्संख्याद्विगुणो जपः । कुर्वीत त्रिचतुःपञ्च
यथासंख्यं द्विजातयः । एतेन स्त्रीशूद्राणां
होमाधिकारः
॥ ३३ ॥

P1-0431 · 34
तथा च शूद्राणां त्र्यस्रमीरितमिति
कुण्डप्रकरणे शारदयाम स्त्रीणां होमाधिकारश्च ।
तत्रैव : लाजैस्त्रिमधुरोपेतैर्होमं कन्या प्रचच्छति । अनेन
विधिना कन्या वरमाप्नोति वाञ्छितम् । अत एव स्त्रीणां
होमाधिकारः स च ब्राह्मणद्वारा
॥ ३४ ॥

P1-0432 · 35
तथा च तन्त्रान्तरे :
ओंकारोच्चारणाद्धोमात्शालग्रामशिलार्चनात् ।
ब्राह्मणीगमनाञ्चैव शूद्रश्चाण्डालतां व्रजेत् । इति
साक्षान्निषेधात् ॥
तथा : स्त्रीणामपि सर्वत्रवैदिककर्मसु
शूद्रतुल्यत्वप्रतिपादनात् ।
स्त्रीशूद्रकरसंस्पर्शो वज्रपातो ममोपरि इति भगवद्वचनात्
॥ ३५ ॥

P1-0433 · 36
नृसिंहतापनोयेऽपि : सावित्रीं प्रणवं यजुर्लक्ष्मीं
स्त्रीशूद्रयोर्नेच्छन्ति स मृतोऽधोगच्छति नेच्छन्तीति पर्यन्तं
पराशरभाष्येऽपि गोविन्दभट्ट धृतम् ।
स्वाहाप्रणवसंयुक्तं शूद्रे मन्त्रं ददद्विजः । शूद्रो
निरयमाप्नोति ब्राह्मणो यात्यधोगतिम् । यजुर्वेदः । लक्ष्मीः
श्रीबीजमित्यर्थः
॥ ३६ ॥

P1-0434 · 37
तथा नारायणकल्पेऽपि : अष्टाक्षरो महामन्त्रः
सप्तार्णः शूद्रयोषितोः । प्रणवादिश्च यो मन्त्रो न स्त्रीशूद्रे
प्रशस्यते । इति सर्वत्र स्त्रीणां शूद्रवद्व्यवहारः । शूद्रस्यापि
स्वकर्त्तृकहोम इति केचित्
॥ ३७ ॥

P1-0435 · 38
तथा च वाराहीतन्त्रे : यदि कामी भवत्यत्र शूद्रोऽपि
होममर्मणि । वह्निजायां परित्यज्य हृदयान्तेन होमयेत्
॥ ३८ ॥

P1-0436 · 38
सर्वेषां द्विगुणजपः ॥
तथा च वसिष्ठे : यद्यदङ्गं विहीयेत तत्संयाद्विगुणो
जपः । कर्त्तव्यश्चाङ्गसिद्धार्थं तदशक्तेन भक्तितः
॥ ३८ ॥

P1-0437 · 40
न
चेदङ्गं व्हीयेत तद्विशिष्टमवाप्नुयात् । विप्रभोजनमात्रेण
व्यङ्गं साङ्गं भवेद्ध्रुवम् । यद्यद्भुङ्क्ते द्विजः
साक्षात्ततद्भुङ्क्तेहरिः स्वयम्
॥ ४० ॥

P1-0438 · 41
तथागस्त्यसंहितायाम् : यदि होमेऽप्यशक्तः
स्यात्पूजायां तर्पणेऽपि वा तावत्संख्याजपेनैव
ब्राह्मणाराधनेन च । भवेदङ्गद्वयेनैव पुरश्चरणमार्य
वै
॥ ४१ ॥

P1-0439 · 42
वीरातन्त्रे : नियमः पुरुषे ज्ञेया न योषित्सु कथञ्चचन ।
न्यासो योषितामत्र न ध्यानं न च पूजनम् ।
केवलंजपमात्रेण मन्त्राः सिध्यन्ति योषिताम् । आचार्यमते
विप्रभोजनेऽप्यनुकल्पः
॥ ४२ ॥

P1-0440 · 43
तथा च मुण्डमालायाम् : यदि
पूजाद्यशक्तश्चेद्द्रव्यभावेन सुन्दरि । केवलं जपमात्रेण
पुरश्चर्या विधीयते । अत्र ब्राह्मणभोजनमावश्यकमेव ।
सर्थथा भोजयेद्द्विजान्कृतसङ्कल्पसिद्धये ।
विप्राराधनमात्रेण व्यङ्गं साङ्गं भवेद्ध्रुवम्
॥ ४३ ॥

P1-0441 · 44
कुलार्णवे : दीक्षाहीनान्पशून्यस्तु भोजयेद्वा स्वमन्दिरे ।
स याति परमेशानि नरकानेकविंशतिम्
॥ ४४ ॥

P1-0442 · 45
एवं यः कुरुते देवि
! पुरश्चरणकं प्रिये । सर्वपापविनिर्मुक्तो देवीसायुज्यमाप्नुयात्
॥ ४५ ॥

P1-0443 · 46
तथा : तद्दशांशेन विप्रांश्च कौलिकानथ भोजयेत् ।
क्षीरखण्डाद्य भोज्यैश्च बहुमानपुरःसरम्
॥ ४६ ॥

P1-0444 · 47
ततश्च : गुरुवे दक्षिणान्दद्याद्भोजनाच्छादनादिभिः ।
गुरुसन्तोषमात्रेण मन्त्रसिद्धिर्भवेद्ध्रुवम् । गुरोरभावे
तत्पुत्राय तत्पत्न्यै वा निवेदयेत् । तयोरभावे देवेशि
ब्राह्मणेभ्यो निवेदयेत्
॥ ४७ ॥

P1-0445 · 48
सम्यक् सिद्धैकमन्त्रस्य
पञ्चाङ्गोपासनेन च । सर्वे मन्त्राश्च सिद्यन्ति तत्प्रसादात्
कुलेश्वरि
॥ ४८ ॥

P1-0446 · 49
गुरुमूलमिदं सर्वमित्याहुस्तन्त्रवेदिनः ।
एकग्रामे स्थितो नित्यं गत्वा वन्देत वै गुरुम् । गुरुरेव परं
ब्रह्म तस्मादौ तमर्चयेत् । तदन्ते महतीं पूजां
कुर्यासाधकसत्तमः । सुवासिनीं कुमारीञ्च भुषणैरपि
भूषयेत् । मिष्ठान्नं बहुशं कार्यं भुञ्जीत बन्धुभिः
सह । एवं सिद्धमनुर्मन्त्री साधयेत्सकलेप्सितान्
॥ ४९ ॥

P1-0447 · 50
मतान्तरे पुरश्चरणविधिः
तन्त्रे : अथवान्यप्रकारेण पुरश्चरणमुच्यते ।
ग्रहणेऽर्कस्य चेन्दोर्वा शुचिः पूर्वोमुपोसितः । नद्यां
समुद्रगामिन्यां नाभिमात्रोदके स्थितः ।
स्पर्शाद्विमुक्तिपर्यन्तं जपेन्मन्त्रमनन्यधीः
॥ ५० ॥

P1-0448 · 51
यदि नक्रादिदूषिता नदी भवति तदा यत्कर्त्तव्यं तदाह
रुद्रयामले : अपि शुद्धोदके स्नात्वा शुचौ देशे समाहितः ।
ग्रासाद्विमुक्तिपर्यन्तं जपेन्मन्त्रमनन्यधीः । इति कृत्वा न
सन्देहो जपस्य फलभाग्भवेत्
॥ ५१ ॥

P1-0449 · 52
नद्यभावे : यद्वा पुण्योदके स्नात्वा शुचिः
पूर्वमुपोषितः । ग्रहणा दिविमोक्षान्तं जपेन्मन्त्रं
समाहितः
॥ ५२ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 1: P1-0387–P1-0449


Ergänzendes Praxisvideo

Mantra-Meditation mit der Japa-Mala von Yoga Vidya. Das Video dient der allgemeinen Einführung beziehungsweise Rezitationspraxis. Es zeigt eine andere oder vereinfachte Fassung; für diesen Artikel gelten die oben belegten Mantras und die jeweilige Ritualordnung.

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