Japa mit der Perlenmala nach dem Brihat Tantrasara
Japa mit der Perlenmala nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um den empfangenen Mantra mit einer geeigneten Gebetskette zu wiederholen.
Umfang und Überlieferung
Dieser Artikel behandelt genau die bezeichnete Praxis. Material- und Quellenvarianten werden als Alternativen gelesen; die Sanskritbelege bewahren die Unterschiede.
Durchführung
- Wähle Perlenmaterial und Zahl nach dem Mantra und dem in der Quelle genannten Zweck; die Textlisten geben Alternativen.
- Verwende eine geweihte, unbeschädigte Mala. Ordne den Sitz nach der überlieferten Asana-Regel ein.
- Wiederhole jeweils einen vollständigen Mantra pro Perle und beachte die Meru-Grenze. Die unterschiedlichen Verdienstzahlen in den Belegen sind traditionelle Bewertungen der Zählmittel.
Sanskrit und deutsche Übersetzung
P1-0268 · 68
atha mālāyāṃ maṇinirṇayaḥ
padmabījādibhirmālā bahiryoge śṛṇusva tāḥ | rudrākṣa -
śaṅkha - padmākṣajāvaputraka - mauktikaiḥ |
sphāṭikairmaṇiratnaiśca sauvarṇairvidrumaistathā | rājataiḥ
kuśamūlaiśca gṛhasthasyākṣamālikā
|| 68 ||
Nun die Bestimmung der Perlen einer Mālā: Höre von den Mālās aus Lotussamen und anderen Stoffen für die äußere Praxis. Die Gebetskette des Hausvaters kann aus Rudrākṣa, Muschelstücken, Lotussamen, Jīvaputraka-Samen, Perlen, Kristall, Edelsteinen, Gold, Korallen, Silber und Kuśa-Wurzeln bestehen.
P1-0269 · 69
atha mālāphalam :
aṃgulyāgaṇanādekaṃ parvaṇāṣṭaguṇaṃ bhavet |
putrajīvairdaśaguṇaṃ śataṃ śaṅkhaiḥ sahasrakam ||
pravālairmaṇiratnaiśca daśasāhasrikaṃ smṛtam | tadeva sphāṭikaiḥ
proktaṃ mauktikairlakṣamucyate | padmākṣairdaśalakṣaṃ syāt
sauvarṇaiḥ koṭirucyate | kuśagranthyā koṭiśataṃ rudrākṣeḥ
syādanantakam | sarvairviracitā mālā nṛṇāṃ muktiphalapradā
|| 69 ||
Nun die Wirkung der Mālā: Zählen mit einem Finger hat einfache Wirkung, mit den Fingergliedern achtfache, mit Putrajīva-Samen zehnfache, mit Muscheln hundertfache [die Vorlage setzt unmittelbar danach „tausendfach“, ohne den zugehörigen Stoff eindeutig zu nennen]. Mit Korallen und Edelsteinen gilt die Wirkung als zehntausendfach; dasselbe wird für Kristall gesagt. Mit Perlen hunderttausendfach, mit Lotussamen millionenfach, mit Gold zehnmillionenfach, mit Kuśa-Knoten hundertmal zehnmillionenfach und mit Rudrākṣa unbegrenzt. Eine aus diesen Stoffen gefertigte Mālā gewährt Menschen die Frucht der Befreiung.
P1-0270 · 70
kālikāpurāṇe : rudrākṣairyadi japyate indrākṣaiḥ
sphāṭikaistathā | nānyamadhye prayoktavyaṃputrajīvādikañca yat |
yadyanyattu prayuñjīta mālāyāṃ japakarmaṇi | tasya kāmañca
mokṣañca na dadāti priyaṃkarī
|| 70 ||
Im Kālikāpurāṇa: Wenn man mit Rudrākṣa, Indrākṣa oder Kristall Japa ausführt, soll man keine anderen Stoffe wie Putrajīva dazwischen einsetzen. Verwendet man doch andere Stoffe in der Mālā für den Japa, gewährt die Wohltuende weder Wunscherfüllung noch Befreiung.
P1-0271 · 71
muṇḍamālāyām : śmaśānadhustūrairmālā jñeyā
dhūmāvatīvidhau | narāṃgulyasthibhirmālā prathitā sarvakāmadā
| nāḍyo saṃgrathanaṃ kāryaṃ raktena vāsasā tathā | sadā gopyā
prayatnena jananyā jāravat priye
|| 71 ||
Im Muṇḍamālā: Für das Ritual Dhūmāvatīs gilt eine Mālā aus Stechapfelsamen vom Verbrennungsplatz. Eine Mālā aus menschlichen Fingerknochen wird als alle Wünsche erfüllend gerühmt. Man soll sie auf eine Körpersehne oder auf einen roten Stoffstreifen auffädeln. Sie ist stets sorgfältig geheim zu halten, o Geliebte, wie eine Mutter ihren Liebhaber geheim hält. [Diese Passage beschreibt die historische Ritualquelle.]
P1-0272 · 72
kāmanābhede tu : padmākṣairvihitā mālā śatruṇāṃ
nāśinī matā | kuśagranthimayī mālā sarvapāpapraṇāśinī |
putrajīvaphalaiḥ kḷptā kurute putrasampadam | nirmitā
raupyamaṇirbhirjapamālepsitapradā | pravālairvihitāḥ mālā
prayacchedvipulaṃ dhanam
|| 72 ||
Je nach Wunsch: Eine aus Lotussamen gefertigte Mālā gilt als Feinde vernichtend, eine aus Kuśa-Knoten als alle Sünden vernichtend. Eine aus Putrajīva-Früchten verschafft Nachkommen, eine aus Silberperlen gefertigte Japa-Mālā gewährt das Gewünschte, eine aus Korallen verleiht großen Reichtum.
P1-0273 · 73
bhairavāvidyāṃ tu vārāhītantre : suvarṇamarṇibhirmālāṃ
sphāṭikīṃ śaṅkhanirmitām | pravālaireva vā kuryāt putrajīvaṃ
vivarjayet | padmākṣañcaiva rudrākṣaṃ bhadrākṣañca viśeṣataḥ
|| 73 ||
Für die Bhairava-Vidyā heißt es im Vārāhītantra: Man fertige eine Mālā aus Goldperlen, Kristall, Muscheln oder Korallen. Putrajīva, Lotussamen, Rudrākṣa und besonders Bhadrākṣa soll man meiden. [Die Vorlage hat bhairavāvidyā; die Zuordnung zu Bhairava oder Bhairavī ist ohne Paralleltext nicht sicher.]
P1-0274 · 74
tripurāmantrajapādau tu raktacandanabījādibhiratipraśastā |
tathā ca tantre : raktacandanamālā tu bhogamokṣapradā bhavet
|| 74 ||
Für die Rezitation des Tripurā-Mantras sind dagegen rote Sandelholzperlen und Ähnliches besonders gepriesen. So im Tantra: Eine rote Sandelholz-Mālā gewährt Genuss und Befreiung.
P1-0275 · 75
tathā : vaiṣṇave tulasīmālā gajadantairgaṇeśvare | tripurāyā
jape śastā rudrākṣaṃ raktacandanaiḥ
|| 75 ||
Ferner: Für Viṣṇu eine Tulasī-Mālā, für Gaṇeśa eine aus Elefantenstoßzahn; für Tripurās Japa werden Rudrākṣa und rotes Sandelholz gepriesen.
P1-0276 · 76
muṇḍamālāyām : mahāśaṅkhamayī mālā nīlasārasvate
vidhau
|| 76 ||
Im Muṇḍamālā: Für das Nīlasārasvata-Ritual eine Mālā aus Mahāśaṅkha.
P1-0277 · 77
mahāśaṅkhastu tantre : mṛlalāṭāsthikhaṇḍena racitā
japamālikā | mahāśaṅkhamayī mālā tārāvidyājape priye |
karṇanetrāntarasthāsthi mahāśaṅkhaḥ prakīrtitaḥ
|| 77 ||
Mahāśaṅkha wird im Tantra erklärt: Eine aus Stirnknochen eines Toten gefertigte Japa-Kette heißt Mahāśaṅkha-Mālā für die Rezitation der Tārā-Vidyā, o Geliebte. Der Knochen zwischen Ohr und Auge wird Mahāśaṅkha genannt. [Mṛlalāṭa ist eine beschädigte Schreibung; die Bedeutung des Bestandteils „Toter“ ergibt sich aus dem Kontext.]
P1-0278 · 78
maṇiniyamastu munḍamālāyām : anyonyasamarūpāṇi
nātisthūlakṛśāni ca | kīṭādibhiraduṣṭāni na jīrṇāni navāni vai
|| 78 ||
Die Regel für die Perlen im Muṇḍamālā: Sie sollen einander in ihrer Gestalt entsprechen, weder zu groß noch zu klein, nicht durch Insekten oder Ähnliches beschädigt, nicht abgenutzt, sondern neu sein.
P1-0279 · 79
atha gautamīye : pañcāśallipirmālā vihitā sarva karmasu |
akārādikṣakārāntā akṣamālā prakīrtitā | kṣavarṇaṃ
merumukhaṃ tatra kalpayenmunisattama | anayā sarvamantrāṇāṃ
japaḥ sarvasamṛddhidaḥ |
cāmuṇḍātantre : nityaṃ japaṃ kare kuryānna tu
kāmyamabodhanāt | japamapi kare kuryānmālābhāve tu sundari |
kāmanābhede tu gautamīye : viśeṣeṇākṣasūtrasya
vidhānamiha lakṣyate | pañcaviṃśatibhirmokṣaṃ
triṃśadbhardhanasiddhaye | sarvārthāḥ saptaviṃśatyā
pañcadaśyābhicārike | pañcāśadbhiḥ kāmyasiddhiḥ syāttathā
caturottaraiḥ | aṣṭottaraśataiḥ sarvasiddhiruktā manīṣibhaḥ
|| 79 ||
Nun im Gautamīya: Eine Mālā aus den fünfzig Schriftzeichen ist für alle Handlungen vorgeschrieben; die Folge von a bis kṣa heißt Akṣamālā. Den Buchstaben kṣa bestimme als Meru-Kopf, o bester Weiser. Japa aller Mantras mit ihr gewährt jeden Wohlstand. Im Cāmuṇḍātantra: Den täglichen Japa soll man an der Hand zählen, nicht aber den wunschbezogenen [die Begründung abodhanāt ist unklar]. Fehlt eine Mālā, o Schöne, kann man auch Japa an der Hand zählen. Zu unterschiedlichen Wünschen heißt es im Gautamīya: Hier wird eine besondere Regel für die Gebetskette gezeigt. Mit fünfundzwanzig Perlen erreicht man Befreiung, mit dreißig Wohlstand, mit siebenundzwanzig sämtliche Ziele, mit fünfzehn feindgerichtete Rituale. Mit fünfzig entsteht die Erfüllung eines Wunsches, ebenso mit vier zusätzlichen [also vierundfünfzig]; mit 108 wird von den Weisen jede Vollendung verheißen.
P1-0280 · 80
atha āsanabhedāḥ
haṃsamāheśvare : kabamlaṃ komalaṃ kauśaṃ dāravaṃ
karmasādhanam | śuklaṃ vā yadi vā kṛṣṇaṃ viśeṣāt
raktakambalamiti | eteṣāmāsanaṃ śuddhaṃ carmāsanaṃ sureśvari !
|| 80 ||
Nun die Arten von Sitzen. Im Haṃsamāheśvara: Ein Wolltuch, ein weicher Sitz, ein Sitz aus Kuśa-Gras oder Holz dient zur Durchführung des Rituals; [das Tuch sei] weiß oder schwarz, besonders aber rot. Diese gelten als reine Sitze; auch ein Fell dient als Sitz, o Herrin der Götter. [Die Anfangswörter und der Satzanschluss zum Fell sind beschädigt; spätere Verse schränken Holz und Fell ausdrücklich ein.]
P1-0281 · 81
lomni caiva yadāsīnastadā sarvaṃ vinaśyati |
lomasparśanamātreṇa siddhihāniḥ prajāyate
|| 81 ||
Sitzt man auf den Haaren, geht alles zugrunde. Schon durch Berührung der Haare entsteht Verlust der Vollendung.
P1-0282 · 82
kāmyārtha
kambalañcaiva śreṣṭhañca raktakambalam | kṛṣṇājine
jñānasiddhirmokṣaḥ śrīrvyāghracarmaṇi
|| 82 ||
Für wunschbezogene Praxis ist ein Wolltuch vorgesehen; ein rotes gilt als das beste. Auf schwarzem Antilopenfell entsteht Vollendung der Erkenntnis, auf Tigerfell Befreiung und Wohlstand.
P1-0283 · 83
kuśāsane
mantrasiddhirnātra kāryā vicāraṇā | dharaṇyāṃ
duḥkhasambhūtirdaurbhāgyaṃ dārujāsane
|| 83 ||
Auf einem Kuśa-Sitz entsteht Mantravollendung; darüber braucht keine Prüfung vorgenommen zu werden. Sitzt man auf bloßem Boden, entsteht Leid; auf einem Holzsitz Unglück.
P1-0284 · 84
vaṃśāsane
daridraḥ syāt pāṣāṇe vyādhipīḍanam | tṛṇāsane yaśohāniḥ
pallave cittavibhramaḥ | japadhyānatapohāniṃ vastrānaṃ karoti hi
|| 84 ||
Auf einem Bambussitz wird man arm, auf Stein von Krankheit geplagt, auf Gras verliert man Ansehen, auf Blättern wird der Geist verwirrt. Ein Stoff als Sitz vermindert Japa, Meditation und Askese.
P1-0285 · 85
ata eva vastrāsanaṃ kevalameva viruddhaṃ vastrāsanaṃ
rogaharamityādivacanenaviśiṣṭasya phalajanakatvāt |
celājinakuśottaramiti bhagavadvacanācca
|| 85 ||
Daher ist nur ein Sitz ausschließlich aus Stoff unzulässig; denn aus Aussagen wie „ein Stoff-Sitz beseitigt Krankheiten“ ergibt sich, dass ein besonders beschaffener [kombinierter] Sitz Frucht trägt. Ebenso aus dem Wort des Erhabenen „mit Stoff, Fell und Kuśa darüber“.
P1-0286 · 86
tathā ca gautamīye : tathā mṛdvāsane mantrī
paṭājinakuśottara iti
|| 86 ||
So im Gautamīya: Ebenso [sitze] der Mantrapraktizierende auf einem weichen Sitz, der mit Stoff, Fell und Kuśa geschichtet ist.
P1-0287 · 87
yoginīhṛdaye : nādīkṣito viśejjātu kṛṣṇasārājine gṛhī |
viśedyatirvanasthaśca brahmacārī ca bhikṣukaḥ
|| 87 ||
Im Yoginīhṛdaya: Ein uneingeweihter Hausvater soll sich niemals auf das Fell der schwarzen Antilope setzen. Ein Entsagender, Waldbewohner, Brahmacārin oder Bettelmönch darf darauf sitzen.
P1-0288 · 88
āgamanakalpadrume : meṣavyāghragajoṣṭra ṛkṣoragatvacastu
ṣaṭkarmasu pratyekaṃ vihitāsanāni
|| 88 ||
Im Āgamakalpadruma: Die Häute von Widder, Tiger, Elefant, Kamel, Bär und Schlange sind jeweils für die sechs rituellen Handlungen als Sitze vorgeschrieben. [Die Zuordnung der einzelnen Haut zu einer Handlung wird hier nicht ausgeschrieben.]
Sanskrit in Devanagari
Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.
P1-0268 · 68
अथ मालायां मणिनिर्णयः
पद्मबीजादिभिर्माला बहिर्योगे शृणुस्व ताः । रुद्राक्ष -
शङ्ख - पद्माक्षजावपुत्रक - मौक्तिकैः ।
स्फाटिकैर्मणिरत्नैश्च सौवर्णैर्विद्रुमैस्तथा । राजतैः
कुशमूलैश्च गृहस्थस्याक्षमालिका
॥ ६८ ॥
P1-0269 · 69
अथ मालाफलम् :
अंगुल्यागणनादेकं पर्वणाष्टगुणं भवेत् ।
पुत्रजीवैर्दशगुणं शतं शङ्खैः सहस्रकम् ॥
प्रवालैर्मणिरत्नैश्च दशसाहस्रिकं स्मृतम् । तदेव स्फाटिकैः
प्रोक्तं मौक्तिकैर्लक्षमुच्यते । पद्माक्षैर्दशलक्षं स्यात्
सौवर्णैः कोटिरुच्यते । कुशग्रन्थ्या कोटिशतं रुद्राक्षेः
स्यादनन्तकम् । सर्वैर्विरचिता माला नृणां मुक्तिफलप्रदा
॥ ६९ ॥
P1-0270 · 70
कालिकापुराणे : रुद्राक्षैर्यदि जप्यते इन्द्राक्षैः
स्फाटिकैस्तथा । नान्यमध्ये प्रयोक्तव्यंपुत्रजीवादिकञ्च यत् ।
यद्यन्यत्तु प्रयुञ्जीत मालायां जपकर्मणि । तस्य कामञ्च
मोक्षञ्च न ददाति प्रियंकरी
॥ ७० ॥
P1-0271 · 71
मुण्डमालायाम् : श्मशानधुस्तूरैर्माला ज्ञेया
धूमावतीविधौ । नरांगुल्यस्थिभिर्माला प्रथिता सर्वकामदा
। नाड्यो संग्रथनं कार्यं रक्तेन वाससा तथा । सदा गोप्या
प्रयत्नेन जनन्या जारवत् प्रिये
॥ ७१ ॥
P1-0272 · 72
कामनाभेदे तु : पद्माक्षैर्विहिता माला शत्रुणां
नाशिनी मता । कुशग्रन्थिमयी माला सर्वपापप्रणाशिनी ।
पुत्रजीवफलैः कॢप्ता कुरुते पुत्रसम्पदम् । निर्मिता
रौप्यमणिर्भिर्जपमालेप्सितप्रदा । प्रवालैर्विहिताः माला
प्रयच्छेद्विपुलं धनम्
॥ ७२ ॥
P1-0273 · 73
भैरवाविद्यां तु वाराहीतन्त्रे : सुवर्णमर्णिभिर्मालां
स्फाटिकीं शङ्खनिर्मिताम् । प्रवालैरेव वा कुर्यात् पुत्रजीवं
विवर्जयेत् । पद्माक्षञ्चैव रुद्राक्षं भद्राक्षञ्च विशेषतः
॥ ७३ ॥
P1-0274 · 74
त्रिपुरामन्त्रजपादौ तु रक्तचन्दनबीजादिभिरतिप्रशस्ता ।
तथा च तन्त्रे : रक्तचन्दनमाला तु भोगमोक्षप्रदा भवेत्
॥ ७४ ॥
P1-0275 · 75
तथा : वैष्णवे तुलसीमाला गजदन्तैर्गणेश्वरे । त्रिपुराया
जपे शस्ता रुद्राक्षं रक्तचन्दनैः
॥ ७५ ॥
P1-0276 · 76
मुण्डमालायाम् : महाशङ्खमयी माला नीलसारस्वते
विधौ
॥ ७६ ॥
P1-0277 · 77
महाशङ्खस्तु तन्त्रे : मृललाटास्थिखण्डेन रचिता
जपमालिका । महाशङ्खमयी माला ताराविद्याजपे प्रिये ।
कर्णनेत्रान्तरस्थास्थि महाशङ्खः प्रकीर्तितः
॥ ७७ ॥
P1-0278 · 78
मणिनियमस्तु मुन्डमालायाम् : अन्योन्यसमरूपाणि
नातिस्थूलकृशानि च । कीटादिभिरदुष्टानि न जीर्णानि नवानि वै
॥ ७८ ॥
P1-0279 · 79
अथ गौतमीये : पञ्चाशल्लिपिर्माला विहिता सर्व कर्मसु ।
अकारादिक्षकारान्ता अक्षमाला प्रकीर्तिता । क्षवर्णं
मेरुमुखं तत्र कल्पयेन्मुनिसत्तम । अनया सर्वमन्त्राणां
जपः सर्वसमृद्धिदः ।
चामुण्डातन्त्रे : नित्यं जपं करे कुर्यान्न तु
काम्यमबोधनात् । जपमपि करे कुर्यान्मालाभावे तु सुन्दरि ।
कामनाभेदे तु गौतमीये : विशेषेणाक्षसूत्रस्य
विधानमिह लक्ष्यते । पञ्चविंशतिभिर्मोक्षं
त्रिंशद्भर्धनसिद्धये । सर्वार्थाः सप्तविंशत्या
पञ्चदश्याभिचारिके । पञ्चाशद्भिः काम्यसिद्धिः स्यात्तथा
चतुरोत्तरैः । अष्टोत्तरशतैः सर्वसिद्धिरुक्ता मनीषिभः
॥ ७९ ॥
P1-0280 · 80
अथ आसनभेदाः
हंसमाहेश्वरे : कबम्लं कोमलं कौशं दारवं
कर्मसाधनम् । शुक्लं वा यदि वा कृष्णं विशेषात्
रक्तकम्बलमिति । एतेषामासनं शुद्धं चर्मासनं सुरेश्वरि !
॥ ८० ॥
P1-0281 · 81
लोम्नि चैव यदासीनस्तदा सर्वं विनश्यति ।
लोमस्पर्शनमात्रेण सिद्धिहानिः प्रजायते
॥ ८१ ॥
P1-0282 · 82
काम्यार्थ
कम्बलञ्चैव श्रेष्ठञ्च रक्तकम्बलम् । कृष्णाजिने
ज्ञानसिद्धिर्मोक्षः श्रीर्व्याघ्रचर्मणि
॥ ८२ ॥
P1-0283 · 83
कुशासने
मन्त्रसिद्धिर्नात्र कार्या विचारणा । धरण्यां
दुःखसम्भूतिर्दौर्भाग्यं दारुजासने
॥ ८३ ॥
P1-0284 · 84
वंशासने
दरिद्रः स्यात् पाषाणे व्याधिपीडनम् । तृणासने यशोहानिः
पल्लवे चित्तविभ्रमः । जपध्यानतपोहानिं वस्त्रानं करोति हि
॥ ८४ ॥
P1-0285 · 85
अत एव वस्त्रासनं केवलमेव विरुद्धं वस्त्रासनं
रोगहरमित्यादिवचनेनविशिष्टस्य फलजनकत्वात् ।
चेलाजिनकुशोत्तरमिति भगवद्वचनाच्च
॥ ८५ ॥
P1-0286 · 86
तथा च गौतमीये : तथा मृद्वासने मन्त्री
पटाजिनकुशोत्तर इति
॥ ८६ ॥
P1-0287 · 87
योगिनीहृदये : नादीक्षितो विशेज्जातु कृष्णसाराजिने गृही ।
विशेद्यतिर्वनस्थश्च ब्रह्मचारी च भिक्षुकः
॥ ८७ ॥
P1-0288 · 88
आगमनकल्पद्रुमे : मेषव्याघ्रगजोष्ट्र ऋक्षोरगत्वचस्तु
षट्कर्मसु प्रत्येकं विहितासनानि
॥ ८८ ॥
Quellen und Textstand
- Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
- Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
- Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
- Brihat Tantrasara Übersetzung 1: P1-0268–P1-0288
Ergänzendes Praxisvideo
Mantra-Meditation mit der Japa-Mala von Yoga Vidya. Das Video dient der allgemeinen Einführung beziehungsweise Rezitationspraxis. Es zeigt eine andere oder vereinfachte Fassung; für diesen Artikel gelten die oben belegten Mantras und die jeweilige Ritualordnung.
Siehe auch
- Brihat Tantrasara Ritualartikel Übersicht
- Tägliches Mantra Japa nach dem Brihat Tantrasara
- Japa mit der Fingermala nach dem Brihat Tantrasara
- Japa mit der Buchstabenmala nach dem Brihat Tantrasara
- Vishnu Prayaschitta bei versäumter Puja nach dem Brihat Tantrasara
- Vedamata Tara Puja nach dem Brihat Tantrasara
Seminare
Kundalini Yoga
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning
- 22.11.2026 - 27.11.2026 Chakras und Kundalini Yoga - Selbstentfaltung und ganzheitliche Weiterentwicklung
Eine Woche intensiver Praxis mit Techniken aus dem Kundalini Yoga: langes Halten der Asanas mit Chakra Konzentration, fortgeschrittene Pranayama Übunge…- Gauri Blumenthal
Indische Schriften
- 26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung
Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…- Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer
- 01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta
Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…- Vedamurti Dr Olaf Schönert
Chakras
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren
Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …- Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
- 26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online
Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…- Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner
Energiearbeit
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Heilend Strömen
Ganz automatisch legen wir bei Schmerz oder Unwohlsein unsere Hände nicht nur an die entsprechende Stelle, sondern auch an wichtige Energiepunkte des K…- Eric Vis Dieperink