Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 3

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Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale Teil 3 ist Teil des Handbuchs Ishanashivagurudeva Paddhati Rituale und behandelt Tempelbau, Liṅga, Mūrti, Vāstu, Wasserlagerung und Pratiṣṭhā.

Das Īśānāśivagurudeva Paddhati ist ein umfassendes Śaiva-Kompendium. Sein Kriyāpāda ist ein außergewöhnlich detailliertes Handbuch von täglicher Reinigung und Pūjā über Dīkṣā, Homa, Tempelbau und Pratiṣṭhā bis zu Festen, Sühne und Erneuerung.

Puja im Śaiva-Kontext – der Kriyāpāda verbindet tägliche Verehrung mit Tempelritual und Pratiṣṭhā.

Praxis-Hinweis
Die Kapitel sind so wiedergegeben, dass die rituelle Reihenfolge nachvollzogen werden kann. Viele Verfahren setzen jedoch Ācārya-Ausbildung, Dīkṣā, genaue Maßkunde und Kenntnis der zugehörigen Mantras voraus. Unklare Quellstellen werden nicht durch moderne Standardrituale ersetzt.

Für die heutige Einordnung kann die historische Ritualpraxis auch im Zusammenhang mit Yoga und Meditation betrachtet werden, ohne die Eigenart der traditionellen Kriyā zu verwischen.

Kriyapada Kapitel 31–47

Kapitel 31: Unterbauten, Pfeiler und Bauglieder

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 31: Unterbauten, Pfeiler und Bauglieder
Der vierte Druckband setzt die Architekturlehre des Kriyapada fort. Dieses Kapitel behandelt Unterbauten, Pfeiler, Brüstungen und tragende Glieder. Die Vorlage zählt die Verse innerhalb des Kapitels mit einfachen Zahlen; die deutschen Fundstellen verbinden diese Originalzahlen mit Werkteil und Kapitel. Eingeklammerte Variantenzeichen der Quelldatei bleiben in den getrennten Sanskritfassungen bewahrt und werden nicht als zusätzlicher Werktext übersetzt.

Unnummerierter Bandeingang. Heil! Ishanashivagurudeva Paddhati, verfasst vom ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Mishra. Kriyapada. Nun das einunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 31, Vers 1. Maya nannte vierzehn verschiedene Unterbauten. Parashara nannte zwei Arten, andere drei.

Kriyapada 31, Vers 2. Die beiden von Parashara genannten sind Padabandha und Pratikrama. Da jeder vier Unterarten hat, spricht man von acht Arten.

Unnummerierter Übergang. Im Einzelnen:

Kriyapada 31, Vers 3. Teilt man die Höhe des Unterbaus in drei, so bildet ein Teil die Jagati-Platte, ein Teil das Kumuda-Wulstglied. Den Rest teile man in acht.

Kriyapada 31, Vers 4. Ein Anteil bildet die Pattika-Leiste, einer die Kampa-Leiste, einer den Hals, einer die obere Leiste; drei Anteile bilden das Vajana-Glied.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 4. Dies ist als Padabandha zu erkennen, genannt für die Haupt-, Jati- und weiteren Formen. [Quellenhinweis: Die ausdrücklich genannten Anteile des letzten Drittels ergeben sieben statt der angekündigten acht; kein zusätzliches Glied wird ergänzt.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Padabandha.

Kriyapada 31, Vers 5. Wird die angenommene Höhe des Unterbaus in vierundzwanzig Teile geteilt,

Kriyapada 31, Vers 6. so erhält die Jagati acht, das Kumuda sieben; Lotus, Pattika und Kampa je einen, der Hals zwei.

Kriyapada 31, Vers 7. Die obere Leiste erhält einen, Vajana drei. Dies heißt Viprabandha. Nun wird Charubandha beschrieben.

Kriyapada 31, Vers 8. Jagati erhält sieben, Kumuda sechs, Lotus einen, Band und Leiste je einen, Hals zwei und Lotus einen.

Kriyapada 31, Vers 9. Vajana erhält zwei, ein weiterer Lotus einen und das obere Band zwei. Dies ist der Unterbau Charubandha, in die Sankriti-Zahl geteilt.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Charubandha.

Kriyapada 31, Vers 10. Wie zuvor erhält Jagati fünf Anteile, Lotus einen, das tragende Glied einen, der obere Lotus vier; das Übrige wie zuvor. Dies ist Pushkala.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pushkala.

Unnummerierte Parashara-Prosa nach Vers 10. Hier sind Jagati und Kumuda gleich. Alinga erhält anderthalb, der Zwischenraum ebenso; Prati drei Anteile, der obere Lotus einen, dazu Vajana. Dies heißt Pratikrama und wird für Götter, Brahmanen und Könige empfohlen, für andere nicht. Wenn aber die Front in Kakari-Form mit Makara-Maul gestaltet und mit Reihen von Fabelwesen, Wildtieren und Elefanten geschmückt ist, ist sie für alle nicht empfohlen – so Parashara. [Quellenhinweis: Die Negation „für alle nicht empfohlen“ steht im gelieferten Haupttext; sie wird nicht dem möglicherweise erwarteten Sinn angepasst.]

Kriyapada 31, Vers 11. Man gestalte den Unterbau ebenflächig, mit Kakari-Form, Bhutas, Makaras und Gesichtern von Wildtieren, Fabelwesen und Elefanten sowie ausgedehnter Ausarbeitung. Dies ist Pratibandha. [Der gelieferte Ausdruck für die Ausarbeitung besitzt eine abweichende Klammerlesung; die genaue technische Bedeutung bleibt unsicher.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Pratibandha.

Kriyapada 31, Vers 12. Derselbe heißt Nagabandha, wenn er mit Naga-Gesichtern verbunden ist. Bei derselben Grundform ersetze man die Jagati durch einen großen Lotus von acht Anteilen.

Kriyapada 31, Vers 13. Der Hals erhält einen, der Lotus einen, Kumuda fünf, der obere Lotus einen, Alinga und Zwischenraum drei.

Kriyapada 31, Vers 14. Das emporstehende Prati sei gleich groß; der Rest ist Vajana. Dies heißt Shribandha und ist für Götter, Brahmanen und Könige geeignet.

Unnummerierte Abschnittsmarke. Shribandha.

Kriyapada 31, Vers 15. Bei einer in neunundzwanzig Teile geteilten Unterbauhöhe gelten Lotus, Kumuda, Kampa und Vajana wie zuvor.

Kriyapada 31, Vers 16. Der obere Lotus erhält einen Anteil, das Kapota anderthalb; Alinga und Zwischenraum jeweils einen beziehungsweise zwei; das emporstehende Prati einen.

Kriyapada 31, Vers 17. Vajana erhält anderthalb. Dies heißt Kapotabandha. Durch Vermehrung um zwei oder vier Gerstenkörner, einen Viertel-, halben oder Dreiviertelanteil

Kriyapada 31, Vers 18. oder entsprechende Verminderung gestalte man Haupt- und Nebenglieder nach Geschmack schön. Über der Fußleiste ordne man eine weitere Fußleiste mit Lotus und Kampa an,

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 18. viereckig und schön, an den Unterbauten. [Örtlicher Hinweis zu Vers 15–17: Die knappe Zuordnung der Bruchteile ist nicht durchgehend eindeutig; sie wird nicht zu einer bereinigten Summenrechnung ergänzt.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 18. „Für die Götter vier Ellen, für Zweimalgeborene dreieinhalb, für Könige drei; für Kronprinzen anderthalb beziehungsweise zwei Ellen. Für Kaufleute zwei Ellen, für einen Shudra eine Elle.“ [Die gelieferte Verbindung der Maße beim Kronprinzen ist nicht eindeutig. Die soziale Abstufung ist diejenige der historischen Quelle.]

Unnummerierte Abschnittsmarke. Der Abschnitt über die Unterbauten.

Kriyapada 31, Vers 19. Stambha, Sthuna, Pada, Kumbha, Kampa und Anghri

Kriyapada 31, Vers 20. sind gleichbedeutende Benennungen des Pfeilers. Nun werden seine Merkmale genannt. Von unten bis oben viereckig, mit Krugglied und Mandika versehen,

Kriyapada 31, Vers 21. heißt ein Pfeiler aus Stein oder Holz Brahmakanta. Achteckig heißt er Vishnukanta, sechseckig Skandakanta.

Kriyapada 31, Vers 22. Derselbe heißt auch Indra-Pfeiler. Zwölfeckig ist er Bhanukanta, sechzehneckig Chandrakanta, rund Ishakantaka.

Kriyapada 31, Vers 23. Ist er in den drei Abschnitten seiner Höhe viereckig, achteckig und rund, mit Krugglied, Mandika und den weiteren Teilen, nennt man ihn Rudrakanta.

Kriyapada 31, Vers 24. Mit Lotussitz an der Basis, mit Chakravaka-Vögeln geschmückt, mit Bhadra im mittleren Abschnitt und zwei Mandikas ist er Bhadrakanta.

Kriyapada 31, Vers 25. Ist er an der Basis mit Fabelwesen, Elefanten, Löwen oder Bhutas geschmückt und darüber in gewünschter Form gestaltet, erhält er den entsprechenden Kanta-Namen.

Kriyapada 31, Vers 26. Ein runder, entlang seiner Länge mit einer Rüsselform gegliederter heißt Shundupada; ist er mit Perlenmustern geschmückt, heißt er Bhindipada. [Die Quelle bietet bei der Grundform und Benennung Varianten; diese bleiben in den Sanskritfassungen sichtbar.]

Kriyapada 31, Vers 27. An der Basis viereckig, darüber sechzehneckig oder anders geschmückt, heißt er Mulachaturashra. Er kann mit oder ohne Lotussitz versehen sein.

Kriyapada 31, Vers 28. Unten und oben viereckig, in der Mitte achteckig gestaltet, ist er als Vajrakanta zu erkennen. Mit Perlen versehen heißt er Perlenpfeiler.

Kriyapada 31, Vers 29. Nach dem Edelstein, mit dem ein Pfeiler geschmückt ist, erhält er dessen Namen. Mit Lotussitz an der Basis und sechzehneckigem Mittelteil,

Kriyapada 31, Vers 30. oben viereckig, heißt er Chitrakhanda. Derselbe mit achteckiger Mitte ist Shrikhanda, mit einem Bandverband versehen.

Kriyapada 31, Vers 31. In der Mitte sechzehneckig und mit einem Band umschlossen heißt er Shrivajra. Viereckig und mit drei Bändern trägt er den Namen Pattakshepana.

Kriyapada 31, Vers 32. Unten und oben breit, in der Mitte um ein Drittel schmaler und rund heißt er Dandapada; sechzehneckig Vajrapada.

Kriyapada 31, Vers 33. Mit einem mörserförmigen Sitz an der Basis heißt er Ulukhalapada. Der Vorsprung von Wandpfeilern beträgt ein Viertel, die Hälfte oder ein Drittel,

Kriyapada 31, Vers 34. der Reihe nach bei viereckigen, achteckigen und runden Formen. Die Breite der Pfeiler im Grundgeschoss beträgt achtundzwanzig Fingerbreiten.

Kriyapada 31, Vers 35. In jedem folgenden Geschoss vermindere man die Breite um zwei Fingerbreiten. Die Pfeilerhöhe gilt als das Doppelte der angenommenen Unterbauhöhe.

Kriyapada 31, Vers 36. In jedem Geschoss vermindere man den Pfeiler um einen Anteil aus elf, zehn, neun oder acht. So werden Breite an Basis und Spitze sowie Höhe von Pfeilern und Wänden bestimmt.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 36. „Die Breite am oberen Ende von Wand und Pfeiler heißt Stabmaß. Nach diesem Maß sind sämtliche Glieder der Vimanas zu bemessen.“

Kriyapada 31, Vers 37. An Basis und Spitze der Pfeiler fertige man Zapfen entsprechend einem Drittel, Viertel oder Fünftel des Maßes. Alle sollen so in Steine eingesetzt werden.

Kriyapada 31, Vers 38. Aus demselben Material fertige man an der Basis der Pfeiler eine Brüstung beziehungsweise einen Sockel. Ihre Höhe betrage ein Neuntel oder Achtel der Pfeilerhöhe.

Kriyapada 31, Vers 39. Ebenso groß sei die Breite. Diese Vedi hat vier Arten: Pushpakhanda, Chitrakhanda, Shaivala und Chitrashaivala.

Kriyapada 31, Vers 40. Mit Kampa, Nidra und weiterer Kampa, gleichmäßig blütenartig gegliedert, als Schmuck der Pfeilerbasis: Eine solche Vedi heißt Pushpakhanda.

Kriyapada 31, Vers 41. Dieselbe, mit Nidra, Kampa, Band und Lotusblättern mannigfach geschmückt, an den Pfeilern und zwischen ihnen bunt gestaltet, heißt Chitrakhanda.

Kriyapada 31, Vers 42. Mit Pfeilern, Kampa, Lotus und Band versehen, auf dem Band mit Wasserpflanzenmustern geschmückt, oben und unten mit Lotusblättern, an den Pfeilern und dazwischen

Kriyapada 31, Vers 43. mit Männern, Frauen und Blättern gestaltet, heißt die Vedi Shaivala. Dieselbe, an unterem und oberem Lotus mit je zwei reizvollen Rundstäben,

Kriyapada 31, Vers 44. und sonst wie zuvor mannigfach geschmückt, ist Chitrashaivala. Für ein Gitter soll man die Vedi nicht durchschneiden, außer bei einem Torbogen.

Kriyapada 31, Vers 45. Auch an einer vorgesehenen Tür ist eine Unterbrechung der Vedi nicht fehlerhaft. Für Menschen gelten die beiden Formen Pushpakhanda und Chitrakhanda.

Kriyapada 31, Vers 46. Bei Götterhäusern sind alle vier Vedi-Formen an Pfeilern und weiteren Stellen anerkannt. Teilt man die Pfeilerlänge in drei, so ist der unterste Anteil viereckig,

Kriyapada 31, Vers 47. der mittlere achteckig, sechzehneckig oder rund; bei einigen Pfeilern ist auch der oberste Anteil viereckig.

Kriyapada 31, Vers 48. Teilt man die Basisbreite in fünf, ist der Pfeiler in der Mitte um zwei Teile schmaler. Sein oberer Teil ist gegenüber der Basisbreite um ein Siebtel vermindert.

Kriyapada 31, Vers 49. Die Krugglieder können so breit wie der Pfeiler, um ein Viertel breiter, anderthalbfach, um ein Viertel geringer oder doppelt so breit sein.

Kriyapada 31, Vers 50. Shrikara, Chandrakanta, Saumukhya und Priyadarshana: So sind die Krugglieder vierfach. Bei runden Pfeilern steht Shrikara.

Kriyapada 31, Vers 51. Bei achteckigen Chandrakanta, bei sechzehneckigen Shrikara; bei viereckigen Pfeilern gilt das Krugglied Saumukhya als erwünscht.

Kriyapada 31, Vers 52. Bei den übrigen und bei sehr stark belasteten steht Priyadarshana. Teilt man den Krugabschnitt in neun, wird mit einem Anteil das tragende Glied angelegt,

Kriyapada 31, Vers 53. mit vier der Krug selbst, mit einem der Hals, mit einem die Öffnung. Die übrigen zwei Teile teile man in drei; einer bildet den Lotus,

Kriyapada 31, Vers 54. einer das runde Glied; der Rest bildet oben am Hals zwei getrennte Glieder. Entlang der Diagonale des Pfeilerkopfes ist die Schulter gleichmäßig breit.

Kriyapada 31, Vers 55. Über dem Virakanda setze man die Potika-Konsole auf. Das Dreifache oder Vierfache der Pfeilerbreite

Kriyapada 31, Vers 56. gilt als Länge der Mandi. Ihre Höhe entspricht dem Pfeilerkopf oder einem Anteil aus der angegebenen Fünf- und Meereszahl; ebenso hoch ist das Virakanda. [Örtliche Unsicherheit: Die gelieferte Maßverbindung „veṣvabdhibhāgataḥ“ ist beschädigt; der alternative Höhenwert bleibt unentscheidbar.]

Kriyapada 31, Vers 57. Ihre Breite ist ein Stabmaß. Von fünf Teilen der Mandi beträgt die Dicke der Platte anderthalb; ebenso weit ragt der Rundstab vor.

Kriyapada 31, Vers 58. Die Mandi habe die Form eines Utpala-Blattes, eines Randes oder Lotusblattes, mit der Schönheit eines Betelblattes, dem Auftraggeber Glück bringend.

Kriyapada 31, Vers 59. Das Verkehrte und Ungestalte ist zu meiden, da es als ungünstig gilt. Oder es gibt ein anderes Verfahren: tragendes Glied, Hals und Fußbreite … [Der Satzübergang ist in der gelieferten Lesung nicht sicher aufzulösen; eine Verbindung zur folgenden Liste bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 60. Potika, Khanda, Mandi, Krug, knoblauchförmiges Basalglied, Lotus und Girlandenort füge man der Reihe nach am Pfeilerkopf an.

Kriyapada 31, Vers 61. Das Knoblauchglied ist an der Spitze schmaler, an der Basis höher und breiter. Der Lotus ist um ein Achtel höher, halb oder dreiviertel hoch. [Die Bezugsgröße der Höhenalternativen bleibt im Vers unausgesprochen.]

Kriyapada 31, Vers 62. Breite und Höhe des Girlandenortes setze man mit einem Stabmaß an. Die Länge der Mandi ist das Dreifache oder Vierfache des Pfeilers.

Kriyapada 31, Vers 63. Die Mandi-Höhe ist gleich dem Pfeilerkopf oder um ein Fünftel geringer, oder beträgt drei Anteile beziehungsweise drei Viertel. Das Virakanda ist ebenso hoch.

Kriyapada 31, Vers 64. Teilt man die Mandi-Höhe in fünf, erhält die Platte anderthalb Teile; ebenso der Rundstab. So ergibt sich die Höhe der Mandi.

Kriyapada 31, Vers 65. Sie ist dreifach: randförmig, lotusgleich oder einem Naga-Blatt ähnlich. Darüber setze man die Potika; ihre Merkmale werden nun genannt.

Kriyapada 31, Vers 66. Ihre Länge beträgt das Dreifache, Vierfache oder Fünffache der Pfeilerbreite; dies sind die geringste, mittlere und höchste Form.

Kriyapada 31, Vers 67. Nagavritta, Patrachitra und Samudrormi heißen die drei Arten der Potika. Ihre Merkmale werden nun beschrieben.

Kriyapada 31, Vers 68. Die beste Potika-Konsole ist so hoch und breit wie der Pfeilerdurchmesser. Die mittlere ist um ein Fünftel kleiner, die kleinste um zwei Anteile.

Kriyapada 31, Vers 69. Mit Geistergestalten, Elefanten, Makaras, Fabeltieren und Juwelenbändern geschmückt und mit Ranken am vorderen Band versehen heißt sie Citrapotika, die bildgeschmückte Konsole.

Kriyapada 31, Vers 70. Ist sie lediglich mit Blättern und Ranken verziert, heißt sie Patrapotika. Trägt sie nur Wellenmuster, heißt sie Tarangini, die wellengeschmückte Konsole.

Kriyapada 31, Vers 71. Die Wellen sind auf beiden Seiten gleich zahlreich anzubringen, in der Mitte durch ein Band bedeckt. Ihre Anzahl wird durch die Zahlwörter „Veden, Jahreszeiten, va, Raum, Richtungen, Sonnen“ bezeichnet. [Die Zeichenfolge „vakhāśā“ ist nicht sicher aufzugliedern; deshalb bleibt die Zahlenreihe teilweise unaufgelöst.]

Kriyapada 31, Vers 72. Bei einer in drei Teile geteilten Konsolenhöhe erhält das vordere Band anderthalb Teile; darunter erhält es jeweils ein halbes Viertel davon, mit schützendem Schattenvorsprung. [Die Quelle selbst stellt für die erste Maßangabe eine fragliche Lesung bereit; die Bedeutung des letzten Bauausdrucks bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 73. Man bemesse es auf die Hälfte seiner Höhe, auf drei oder auf zwei Anteile. Den Stirnschmuck führe man mit der Hälfte oder drei Vierteln seiner Breite aus. [Der Bezug der Anteile und das Wort für den Stirnschmuck sind örtlich unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 73. Hier sagt Parashara: „Bei Tempeln und Hallen billigen die Weisen Pfeiler von vielerlei Gestalt. Für Langbauten, Versammlungshallen und Wohnhäuser bringen viereckige und runde Pfeiler Gedeihen; andere haben die entgegengesetzte Wirkung.“

Kriyapada 31, Vers 74. In Götterhäusern gelten sowohl gemischte als auch ungemischte Pfeilerformen als gut; in Menschenhäusern gelten allein ungemischte als glückbringend.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Der Pfeilerschmuck.

Kriyapada 31, Vers 75. Darüber lege man den oberen Tragbalken. Auch dieser gilt als dreifach: Khandottara, Patrabandha und Rupottara.

Kriyapada 31, Vers 76. Der Khandottara ist so breit wie der Pfeiler und entsprechend dem Pfeilertyp erhöht. Der Patrabandha ist um ein Viertel geringer.

Kriyapada 31, Vers 77. Der Rupottara ist so hoch wie der Pfeilerdurchmesser und halb so breit wie hoch; oder diese Maße sind vertauscht, wobei er niedriger wird.

Kriyapada 31, Vers 78. Von der in drei Teile geteilten Balkenhöhe erhält die Platte einen Teil; darüber ist mit zwei Teilen die Lotusplatte zu fertigen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des oberen Tragbalkens.

Kriyapada 31, Vers 79. Darüber folgt das Gebälk. Wird es in sieben Teile geteilt, erhält das Kapota-Gesims zwei Teile und denselben Vorsprung wie die Upana am Sockel.

Kriyapada 31, Vers 80. Die Platte erhält einen Teil, das Karna-Glied ebenfalls einen. Das Kampaka fertige man mit zwei Teilen, die obere Platte mit dem Rest.

Kriyapada 31, Vers 81. Auf dem Tragbalken fertige man das Vajana-Glied. Seine Länge gilt mit drei, vier oder fünf Stabmaßen als angemessen.

Kriyapada 31, Vers 82. Seine Höhe beträgt ein Viertel oder drei Viertel der Pfeilerbreite. Über dem Vajana bringe man die Reihe der lasttragenden Balken an.

Kriyapada 31, Vers 83. Diese Balkenreihe ist ein Drittel des Pfeilerdurchmessers hoch und halb so breit wie hoch. Über ihr bringe man die Jayantika-Querhölzer an.

Kriyapada 31, Vers 84. Die Jayantis sind so hoch wie die Balken breit und erhalten die verfügbare Breite. Darüber liegt die dicht gefügte Anumarga-Lage, ein halbes Stabmaß stark.

Kriyapada 31, Vers 85. Ihre Höhe beträgt anderthalb. Dann folgen seitlich verlaufende Tragbalken und Vajana-Glieder; ferner solche, die den Balken beziehungsweise Türen folgen. [Das Bezugsmaß von „anderthalb“ und die Verbindung „Balken–Türen“ bleiben in dieser Lesung unsicher.]

Unnummerierte Fortsetzung und Parashara-Zitat nach Vers 85. Die Jayantis folgen dem First; die Anumarga-Hölzer entsprechen den Balken. Hier sagt Parashara: „Das Gebälk hat den Pfeilerdurchmesser; zweieinhalb Stabmaße … Der Abstand der Dhavalika-Balken beträgt zwei oder drei Stabmaße; der Abstand der Jayantis zwei, jener der Anumargas ein Stabmaß. Darüber decke man mit Brettern aus Kernholz, deren Breite und Stärke der erforderlichen Tragfähigkeit entsprechen, oder mit Ziegeln und ähnlichem. Über den Brettern ist wie beim Vajana eine Schmuckleiste einzusetzen.“ [Der erste Maßsatz ist syntaktisch beschädigt; die wiedergegebenen Zahlen werden keiner ergänzten Konstruktion zugewiesen.]

Kriyapada 31, Vers 86. Bei einem Steinbau ist über dem Vajana mit Steinplatten zu decken.

Kriyapada 31, Vers 87. Auch über dem Vasantaka decke man auf diese Weise entsprechend der Tragfähigkeit. Eine Reihe von Schwänen oder Geistergestalten oder ein Nidra-Glied ist ein Stabmaß hoch.

Kriyapada 31, Vers 88. Oder die Höhe beträgt drei Viertel. Über dem Vajana … Über dem Tragbalken liegen Vajana, Nidra und Schmuckband; auch der Balkenfuß gehört dorthin. [Der erste Satzanschluss ist in der Vorlage unklar.]

Kriyapada 31, Vers 89. Über dem Vajana fertige man die Kapota-Reihe mit anderthalb Stabmaßen; ihren Vorsprung mit zwei oder drei, ihre Höhe nach Art eines gespaltenen Bambus.

Kriyapada 31, Vers 90. Darüber liegen, mit vorderem Band, Karna und mittlere Palika. Die Abstützung des Kapota beträgt wiederum ein halbes oder drei Viertel Stabmaß.

Kriyapada 31, Vers 91. Oberhalb des Vajana, vom Tragbalken aus gerechnet, gibt es neun Glieder. Vom Tragbalken bis unter die Potika reicht die Aufhängung der Dachsparren.

Kriyapada 31, Vers 92. Ihr Abstand richtet sich nach dem Balkenmaß, ihre Höhe beträgt ein halbes Stabmaß. Oder man füge die Kampa-Leisten in gleichen Abständen mit drei Anteilen Stärke ein. [Die Teilungsgrundlage dieser drei Anteile ist hier nicht genannt.]

Kriyapada 31, Vers 93. Man decke mit goldenen, silbernen oder kupfernen Platten oder mit gebrannten Tonziegeln. Danach richtet sich die Bemessung der kleinen Stäbe nach der Hälfte des Sparrens. [Das Bezugswort vor „Hälfte“ ist nicht sicher lesbar.]

Kriyapada 31, Vers 94. Breite und Stärke des Stäbchens betragen die Hälfte des Pfeilerdurchmessers. Man fertige es länglich-rechteckig und verbinde es mit dem Anumarga.

Kriyapada 31, Vers 95. Die untere Mandi mit Rinne erhält die Stärke der Stäbchenöffnung. Die faustförmige Verbindung ist ein Stabmaß groß und befindet sich gesondert über dem Vajana. [Die technischen Bezüge dieses Verses bleiben vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 96. Darüber folgt Schmuck aus Fabeltieren, Löwen, Elefanten und tanzenden Geistergestalten. Über dem Kapota steht die Geisterreihe; sie springt um ein Viertel des Pfeilers vor.

Kriyapada 31, Vers 97. Das Prati-Glied setze man so hoch wie den Pfeilerdurchmesser, halb so hoch oder zu drei Vierteln davon an; sein Vorsprung beträgt ein Drittel oder Viertel seiner Höhe.

Kriyapada 31, Vers 98. Das Vajana soll eben liegen; erhöht ist es nicht schön. Das Prati bildet die Grenze zwischen der oberen und unteren Geschossebene.

Kriyapada 31, Vers 99. Bei Göttern, Brahmanen und Königen hat die Stirn des Prati ein Makara-Gesicht; bei Göttern auch ein Svastika, bei Vaishyas und Shudras einen Halbmond.

Kriyapada 31, Vers 100. Für die übrigen ist die runde Schlangenform vorgesehen. So entscheide man jeweils angemessen. Seitlich liegt das Prati mit Bekrönung; vorne und hinten sind zwei Prati-Glieder.

Kriyapada 31, Vers 101. Vorsprung und Erhebung an seinem Sitz sind gleich, je anderthalb Stabmaße. Der Kundige soll die Tür überall über dem Prati anordnen.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 101. Niemals führe man eine Tür so aus, dass sie das Prati durchschneidet.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Gebälk und weitere Bauteile.

Kriyapada 31, Verse 102–103. Teilt man die Pfeilerhöhe der Reihe nach in zehn, neun, acht oder sieben Teile, bemesse man die Türhöhe mit neun, acht, sieben beziehungsweise sechs Teilen. Bei Götterhäusern ist die Tür halb so breit wie hoch.

Kriyapada 31, Vers 104 und unnummerierte Fortsetzung. Ebenso nach einem Drittel der Breite des Nali-Raumes; die Hälfte; oder fünf Teile bei einer Neunteilung, drei bei einer Fünfteilung: Daraus ergibt sich die Türhöhe. Ihre Breite soll die Hälfte davon betragen. [Die ersten Alternativen sind in der gelieferten Satzfügung nicht eindeutig miteinander verbunden. „Nali-Raum“ bleibt als technischer Raumname stehen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Dies sind die Türen der Göttertempel.

Kriyapada 31, Vers 105 und erster Halbvers von 106. Bei Menschenbauten teile man die ermittelte Höhe in zehn, neun, acht oder sieben Teile. Die Türbreite beträgt dann sieben, sechs, fünf beziehungsweise vier Teile.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Tür für Menschenbauten.

Kriyapada 31, zweiter Halbvers von 106 und Vers 107. Auf beiden Seiten der Tür stelle man außen zum Schmuck zwei reich verzierte Halbpfeiler auf. Die gesamte Breite und Höhe der Tür ist ohne Bruchteile eines Fingermaßes anzusetzen.

Kriyapada 31, Vers 108. Man rechne sie in Fingermaße um, vervielfache mit acht und nehme den Rest bei Teilung durch zwölf: Dies ist der Gewinnwert. Mit drei vervielfacht und durch vierzehn geteilt ergibt sich der Verlustwert.

Kriyapada 31, Vers 109. Dreifach genommen und durch acht geteilt ergibt sich die Yoni; bei Teilung durch die Zahl der Mondhäuser das Mondhaus. Beim Umfang ergibt die Teilung durch dreißig den Mondtag, durch sieben den Wochentag. [Gemeint sind die jeweiligen Restwerte; der Wechsel der Ausgangsgröße wird im Vers nur knapp bezeichnet.]

Kriyapada 31, Vers 110. Eine Tür und ebenso ein Haus gelten als vorzüglich, wenn der Gewinn überwiegt und das Mondhaus günstig ist. Ungünstig ist eine Ausrichtung, bei der Weg, Gestalt, Baum, Pfeiler oder Ecke die Tür treffen.

Kriyapada 31, Verse 111–112. Dies gilt besonders für die Haupttür von Götter- und Menschenbauten. Den verbleibenden Teil der Türhöhe teile man in fünf: Zwei Teile liegen unten, drei oben. Die Platte wird bebildert: in der Mitte die acht Glückszeichen, an den Seiten Makara-Ranken.

Kriyapada 31, Vers 113. Die Stärke der Türblätter beträgt ein Viertel, ein Sechstel oder ein Achtel eines Stabmaßes. Dies gilt in allen Bauten der Reihe nach als beste, mittlere und geringste Ausführung.

Kriyapada 31, Vers 114. Der Talpa-Stab ist halb so breit wie das Türblatt stark, oder um ein Viertel geringer. Seine Stärke beträgt die Hälfte seiner Breite. [Die zweite Maßformulierung ist in der Quelle auffällig geschrieben; die Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Vers 115 und Beginn von 116. Die Stäbe zählen drei, fünf, sieben, neun oder elf. Ihre Enden forme man wie Bodhi-Blätter, wie eine Pferdeschulter oder in Svastika-Gestalt. [Das Wortgefüge beim zweiten Formtyp bleibt unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat innerhalb von Vers 116. Hier sagt Parashara: „Die Teile namens Shrimukha, Sandhipala-Blatt, kurzer Stab, Ring, Horn, Knöchel, innerer Riegel, Stoßzahn, Valahaka, Pinjari, Büschel, Vanaka und Halbmond sowie weitere Bestandteile fertige man aus hochwertigen Metallen oder Eisen besonders fest.“ [Einige Werkstücknamen sind im gelieferten Kompositum nicht sicher abgrenzbar; die Aufzählung wird nicht zu einer ergänzten technischen Zeichnung umgestaltet.]

Kriyapada 31, Schluss von Vers 116 und Vers 117. Türblatt und Rahmen aus derselben Holzart bringen Gedeihen; aus verschiedenen Arten führen sie zum Gegenteil. Auch schlechtes Verhalten der Frauen werde dadurch bewirkt. Daher lasse man keine Mischung ausführen. [Der letzte Zusammenhang ist eine historische Zuschreibung des Textes, keine belegte Wirkung von Baustoffen.]

Kriyapada 31, Vers 118. Die Außenseite des Holzes soll nach außen, seine Innenseite nach innen zeigen. Türverschlüsse sind vierfach: paarig, ungepaart,

Kriyapada 31, Verse 119–120. einschiebbar und verschiebbar. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt. Wo zwei Türflügel links und rechts mit Schulterleisten stehen, spricht man von der paarigen Tür. Ein einzelner, links befindlicher Flügel heißt ungepaart.

Kriyapada 31, Vers 121. Ein Türblatt, das verborgen in den Pfeiler oder oberen Balken eintritt und wieder hervortritt, heißt Samhara, einschiebbar. Das in der Wand verborgene heißt Dhavana, verschiebbar.

Kriyapada 31, Vers 122. Für Götter, Brahmanen und Könige gelten paarige und ungepaarte Türen als gut; für andere dienen die ungepaarten und die weiteren Arten. [Das Wort für „ungepaart“ ist hier auffällig überliefert.]

Kriyapada 31, Vers 123. In Götterhäusern bestehen die Türflügel aus einer ungeraden oder geraden Zahl von Brettern; bei Menschen sollen es nur ungerade viele sein.

Kriyapada 31, Vers 124. Die Fuge des Türblattes liegt innerhalb des Stabes, unter Aussparung eines Drittels oder Viertels; auch die Mitte ist zu meiden. Nun wird die Schulterleiste beschrieben. [Die Maßbezüge des Fugensatzes sind nicht eindeutig.]

Kriyapada 31, Vers 125. Sie ist doppelt so breit wie der Talpa, ihr Vorsprung beträgt drei Viertel. Sie ist viereckig, unbeschädigt und mit vielerlei Gestalten und Ranken verziert.

Kriyapada 31, Vers 126. Mit achtkantigen Bandgliedern und Lotusverzierungen an den Seiten steht diese Schulterleiste bei der paarigen Eingangstür rechts.

Kriyapada 31, Verse 127–128. Ein Drittel oder Viertel der Rahmenhöhe spare man unten aus. Den verbleibenden oberen Teil der Tür und ihrer Glieder schmücke man nach Belieben mit Blütenrispen, Lotussen, Ranken, Blättern, Männern, Frauen, Geistergestalten, Schwänen, Elefanten, Löwen und weiteren Fabeltieren.

Kriyapada 31, Vers 129. Der obere Zapfen ist tief in den Rahmen einzufügen. Bei der ungepaarten Tür hat der Riegel die Länge der Diagonale der Talpa-Breite. [Die Wörter vor „oberer Zapfen“ sind in der gelieferten Lesung nicht sicher verständlich.]

Kriyapada 31, Vers 130. So ist der Riegel zu bemessen; sein Umfang beträgt ein Viertel oder ein Achtel. Die Höhe der beiden Riegelstützen beträgt das Doppelte seiner Länge. [Die Bezugsgröße des Umfangs bleibt ungenannt; das auffällige Verhältnis wird nicht berichtigt.]

Kriyapada 31, Originalmarke n131. Die beiden Riegelstützen sind halb oder ein Drittel so stark und breit wie der Stabdurchmesser. Man bohre sie entsprechend ihrer Tragfähigkeit durch und versehe sie mit Anschlägen. [Die Quelle selbst markiert das Wort „durchbohren“ als unsicher.]

Kriyapada 31, Vers 132. Der Riegel einer einzelnen Tür ist viereckig, drei Viertel der Stablänge breit und ein Drittel oder Viertel stark.

Kriyapada 31, Vers 133. Mit einem Eisenstab befestige man die beiden Enden, wobei man von der Rahmenmitte einen halben Finger frei lässt, sodass alles sehr fest sitzt. [Die Bezeichnung der beiden zu befestigenden Teile ist örtlich unsicher.]

Kriyapada 31, Vers 134. Der Durchmesser des zur Ghatika gehörigen Längsstabes ist um ein Viertel vermindert. Er sei länglich, viereckig oder rund, entsprechend der nötigen Festigkeit.

Kriyapada 31, Vers 135. Er ist drei oder vier Stabmaße lang, hat ein Viertel als Durchmesser beziehungsweise Umfang und außen ein fünfgesichtiges Zierstück; die beiden Hälse sind passend zu bemessen. [Die Unterscheidung von Durchmesser und Umfang ist in dieser Satzfügung nicht sicher.]

Kriyapada 31, Vers 136. Der längliche Eisenstift trägt zwei Ghatikas. Bei einer zweiflügeligen Tür bringe man zwei gleiche Riegel an.

Kriyapada 31, Vers 137. Das obere Auflageglied ist so breit wie die Pfeilerdiagonale und springt um die Hälfte seiner Breite vor. Es ist mit Stäben und deren Unterlagen verbunden. [Die Benennung des Auflagegliedes bleibt vorläufig.]

Kriyapada 31, Verse 138–139. Nachdem man es mit eisernen Ösen, Stiften und ähnlichem versehen hat, hebe man den Talpa drei Finger hoch und setze ihn ein. Von der in zwölf Teile geteilten Wandbreite liegt die Mitte der Türverbindung, von außen beziehungsweise innen gerechnet, innerhalb von fünf beziehungsweise drei Teilen; ihre Mitte ist die Wandmitte. [Die überlieferte Maßfolge lässt sich nicht widerspruchsfrei zu einem einzigen Einbauplan verbinden.]

Kriyapada 31, Vers 140. Oder man teile die Wand in sieben oder fünf Teile: Der Rahmen ist bei zwei beziehungsweise drei Teilen anzusetzen; oder bei fünf beziehungsweise zwei Teilen, weiter nach innen. [Auch diese alternativen Einbaumaße sind syntaktisch nicht eindeutig zugeordnet.]

Kriyapada 31, Vers 141. Bei Göttern und Menschen wird die Tür mittig angeordnet; bei den übrigen nahe der Mitte. Über der Tür befinden sich die acht Glückszeichen.

Kriyapada 31, Vers 142. Für Götter, Brahmanen und die weiteren Stände bringe man über der Tür als Torana eine Platte mit Makara, Dreizack und den acht Glückszeichen an.

Kriyapada 31, Vers 143. Die beiden Torana-Pfosten sind rund, gleich und drei Viertel breit. Als ihre Breite gelten auch eineinviertel oder anderthalb. [Das gemeinsame Maß ist im Vers nicht ausdrücklich wiederholt.]

Kriyapada 31, Vers 144. Ihre Spitze ist um ein Zehntel, Neuntel oder Achtel schmaler. Die Bekrönung darüber erreicht die Höhe eines halben oder dreiviertel oberen Stabmaßes.

Kriyapada 31, Vers 145. Seitlich springt sie gleich weit vor; ihre Stärke beträgt ein Drittel oder Viertel. Darüber ist die Platte anderthalb oder eineinviertel Stabmaße hoch.

Kriyapada 31, Vers 146. Auf ihr befinden sich die acht Glückszeichen; darüber drei Bekrönungen. Diese sind fünfgesichtig und in der Mitte zwei Stabmaße hoch.

Kriyapada 31, Vers 147. Die seitlichen Blätter reichen gleichmäßig bis zu drei Vierteln der Breite. Für die Ausladung der Blätter gelten angemessen zwei, drei oder vier Finger.

Kriyapada 31, Vers 148. Die Stärke der Blätter beträgt ein Achtel oder Neuntel ihrer Höhe. Die Steinplatte soll fest eingelassen und mit seitlichen Blättern geschmückt sein. [Die Zahlwortfügung ist auffällig; die Maße bleiben als vorläufige Lesart stehen.]

Kriyapada 31, Vers 149. Die acht Glückszeichen, die beim Einlegen der Gründungsdeponierung einzeln genannt wurden, fertige man auch hier für die Götter und die Angehörigen der Stände.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Türen.

Kriyapada 31, Vers 150. So wurden die zahlreichen Sockelarten der Tempel, die Pfeiler, Haupt- und Nebenkörper, die verschiedenen Konsolen und oberen Tragbalken, die Tür und ihr Schmuck beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das einunddreißigste Kapitel über die Ausführung vom Sockel bis zur Tür.

Besinnung zu Kapitel 31

Ein Eingang verbindet das geschützte Innere mit der Welt. Die ausführlichen Baumaße erinnern daran, wie viel sorgfältige Arbeit ein solcher Übergang verlangt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann die Tür ein Bild bewusster Sammlung sein: einen Augenblick innehalten, bevor die Praxis beginnt. Diese Besinnung ist eine heutige Anregung; die technischen und gesellschaftlichen Vorschriften des Kapitels gehören in ihren historischen Zusammenhang.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 31: Unterbauten, Pfeiler und Bauglieder
Der vierte Druckband setzt die Architekturlehre des Kriyapada fort. Dieses Kapitel behandelt Unterbauten, Pfeiler, Brüstungen und tragende Glieder. Die Vorlage zählt die Verse innerhalb des Kapitels mit einfachen Zahlen; die deutschen Fundstellen verbinden diese Originalzahlen mit Werkteil und Kapitel. Eingeklammerte Variantenzeichen der Quelldatei bleiben in den getrennten Sanskritfassungen bewahrt und werden nicht als zusätzlicher Werktext übersetzt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ekatriṃśaḥ paṭalaḥ |

adhiṣṭhānaṃ mayaḥ prāha caturdaśavidhaṃ pṛthak |
parāśaro'pi dvividhaṃ trividhaṃ ca pare jaguḥ || 1 ||

parāśaroktaṃ dvividhaṃ pādabandhaṃ pratikramam |
ekaikaṃ taccaturbhedaṃ yatoṣṭavidhamucyate || 2 ||

tadyathā -

adhiṣṭhānocchraye tredhā bhakteṃ'śo jagatī bhavet |
aṃśaḥ kumudakaṃ śeṣamaṣṭadhāṃśaṃ vibhajya tu || 3 ||

paṭṭikāṃśena kampoṃ'śāt kaṇṭhoṃ'śādūrdhvakampakam |
aṃśenātha tribhirbhāgairvājanaṃ parikalpayet || 4 ||

pādabandhamidaṃ jñeyaṃ mukhyajātyādiṣūditam |

pāddabandham |

āttādhiṣṭhānatuṅge tu caturviṃśatibhāgike || 5 ||

syādaṣṭabhāgairjagatī saptāṃśaiḥ kumudaṃ bhavet |
padmaṃ ca paṭṭikā kampaścaikaikāṃśād galaṃ dvayāt || 6 ||

bhāgenaivordhvakampaḥ syāt tribhirbhāgaiśca vājanam |
viprabandhamidaṃ proktaṃ cārubandhaṃ tathocyate || 7 ||

saptāṃśairjagatī ṣaḍbhiḥ kumudaṃ caikamambujam |
paṭṭaṃ ca kampaścaikaikaṃ kaṇṭhoṃ'śāvabjamaṃśataḥ || 8 ||

p. 308)

dvau vājanaṃ cābjamekamaṃśābhyāmūrdhvapaṭṭikam |
cārubandhamadhiṣṭhānamidaṃ saṅkṛtibheditam [kam] || 9 ||

cārubandham |

prāgvaccharāṃśairjagatī tvekenābjaṃ dhṛgekataḥ |
ūrdhvapadmaṃ ca vedāṃśaiḥ śeṣaṃ prāgiva puṣkalam || 10 ||

puṣkalam |

atra jagatīkumudaṃ samānaṃ sārdhenāliṅgaṃ samānamantaritaṃ tryaṃśaṃ prasyuttamāṃśaṃ padmaṃ vājanametat pratikramākhyaṃ devadvijanarendrāṇāṃ praśastam |
anyeṣāmapraśastam |
atha mukhaṃ kakarībhūtamakarāsyaṃ vyālamṛgebhālimaṇḍitaṃ sarveṣāmapraśastameveti parāśaraḥ |

kakarībhūtamakaraṃ mṛgavyālagajānanam |
kuryāt samatalaṃ vyāpikriyaṃ [g: yaṃ na pra] tat pratibandhakam || 11 ||

pratibandham |

tadeva nāgabandhaṃ syānnāgavaktranibandhanam |
tadeva jagatī sthāne vasvaṃśe bṛhadambujam || 12 ||

kaṇṭhoṃ'śenāmbujaṃ cāṃśāccharāṃśaiḥ kumudaṃ bhavet |
ūrdhvapadmamathaikāṃśādāliṅgāntaritaṃ tribhiḥ || 13 ||

pratyunnataṃ samānaṃ syāccheṣaṃ vājanameva hi |
śrībandhākhyamidaṃ proktaṃ devadvijanṛpocitam || 14 ||

śrībandham |

ekonatriṃśadaṃśe'sminnādhiṣṭhānodaye bhavet |
tadevapadmaṃ kumudaṃ prāgvat kampaṃ ca vājanam || 15 ||

ūrdhvābjamaṃśādadhyardhāt kapotaṃ cāṃśatoṃ'śataḥ |
āliṅgāntaritaṃ dvyaṃśaṃ pratyunnatamathāṃśataḥ || 16 ||

sārdhena vājanaṃ ceti proktaṃ kāpotabandhanam |
dvicaturyavapādārdhatripādāṃśavivardhanāt || 17 ||

p. 309)

hānyā pratyaṅgamaṅgaṃ tu śobhāṃ kuryād yathāruci |
upānoparyupopānaṃ sapadmaṃ kampakaṃ tathā || 18 ||

caturaśraṃ yathāśobhamadhiṣṭhāneṣu yojayet |

atra mayaḥ -

taitilānāṃ caturhastaṃ trihastārdhaṃ dvijanmanām |
rājñāṃ trihastaṃ sādhyardhaṃ dvihastaṃ yauvarājakam ||

dvihastameva vaṇijāṃ śūdrasyaikakaraṃ smṛtam ||

iti |

adhiṣṭhānādhikāraḥ |

stambhāḥ sthūṇāstathā pādāḥ kumbhāḥ kampāṅghrayo'pi ca || 19 ||

stambhaparyāyaśabdāḥ syuratha tallakṣma kathyate |
āmūlāgraṃ tu vedāśraḥ kumbhamaṇḍisamanvitaḥ || 20 ||

brahmakāntābhidhānaḥ syāt stambhaḥ śailo'pi dārujaḥ |
aṣṭāśro viṣṇukāntākhyaḥ skandakāntaḥ ṣaḍaśrakaḥ || 21 ||

sa evendrāhvayo bhānukāntaḥ syād dvādaśāśrakaiḥ |
ṣāḍaśāśraścandrakānto vṛttaścedīśakāntakaḥ || 22 ||

svatuṅgarāmabhāgeṣu vedavasvaśravartulam |
kumbhamaṇḍyādisaṃyuktaṃ rudrakāntaṃ pracakṣate || 23 ||

mūle padmāsanaścātha cakravākairalaṅkṛtaḥ |
sabhadramadhyabhāgaśca bhadrakānto dvimaṇḍikaḥ || 24 ||

vyālebhasiṃhabhūtaistu mūle yaḥ parimaṇḍitaḥ |
iṣṭākārastathaivordhvaṃ tattatkāntāhvayo bhavet || 25 ||

vṛtta [kh: nṛ] eva svadīrgheṇa śuṇḍubhedena saṃyutaḥ |
śuṇḍupādo [g: daḥ pi] bhiṇḍipādaḥ sa cenmuktāvicitritaḥ || 26 ||

mūle vedāśrakaścordhvaṃ ṣoḍaśāśrādyalaṅkṛtaḥ |
syānmūlacaturaśrākhyaḥ padmāpadmāsanaḥ smṛtaḥ || 27 ||

p. 310)

mūlāntyayostu vedāśro madhye aṣṭāśryalaṅkṛtaḥ |
vajrakāntaḥ sa vijñeyo muktāstambhaḥ samauktikaḥ || 28 ||

yadratnacitritastambhastattadratnāhvayo bhavet |
mūle padmāsano madhye ṣoḍaśāśrairalaṅkṛtaḥ || 29 ||

ūrdhvāṃśe caturaśro'ṅghriścitrakhaṇḍāhvayaḥ smṛtaḥ |
sa evāṣṭāśrako madhye śrīkhaṇḍaḥ paṭṭabandhavān || 30 ||

madhye kalāśraḥ paṭṭena naddhaḥ śrīvajrasaṃjñitaḥ |
paṭṭakṣepaṇasaṃjñaḥ syāccaturaśrastripaṭṭadhṛk || 31 ||

mūlāgrayostu vipulo madhye rāmāṃśataḥ kṛśaḥ |
vṛttaśced daṇḍapādākhyo vajrapādaḥ kalāśrakaḥ || 32 ||

syādulūkhalapādākhyo mūlastholūkhalāsanaḥ |
pādamardhaṃ tribhāgaṃ ca bhittistambhavinirgamaḥ || 33 ||

caturaśrāṣṭavṛttānāṃ vijñeyastu kramād bhavet |
mūlabhūstambhavistāro hyaṣṭāviṃśatikāṅgulaḥ || 34 ||

dvyaṅguladvyaṅgulaṃ hāpyo vyāsaḥ pratitalaṃ kramāt |
āttādhiṣṭhānatuṅgāt tu stambhotsedho dvidhā mataḥ || 35 ||

rudradiṅnandavasvaṃśādaṃśono'ṅghristale tale |
evaṃ mūlāgrayorvyāsatuṅgatā stambhakuḍyayoḥ || 36 ||

atra -

kuḍyastambhāgravipulaṃ yattaddaṇḍa ityucyate |
tanmānena vimānānāṃ sarvāṇyaṅgāni meyāni ||

iti parāśaraḥ |

mūle cāgre ca pādānāṃ tricatuṣpañcabhāgataḥ |
śikhā mānena kartavyā sthāpyāḥ [g: pāḥ] sarve tathāśmasu [kh: tma] || 37 ||

svadravyeṇaiva pādānāṃ mūle vediṃ prakalpayet |
pādoccanandabhāgād vā vasvaṃśād vedikocchrayaḥ || 38 ||

vistāraśca bhavet tāvān sā vedī syāccaturvidhā |
puṣpakhaṇḍā citrakhaṇḍā śaivalā citraśaivalā || 39 ||

p. 311)

kampanidrā kampayutā puṣpavat samakhaṇḍitā |
mūlapādārcanā vediḥ puṣpakhaṇḍeti kathyate || 40 ||

saiva nidrākampapaṭṭapadmapatravicitritā |
pāde padāntare citrā citrakhaṇḍābhidhīyate || 41 ||

stambhakampābjapaṭṭāḍhyā paṭṭe śaivalacitritā |
ūrdhvādhaḥpadmapatrāḍhyā pāde pādāntare'pi ca || 42 ||

naranārīpatracitrā śaivalākhyā hi vedikā |
saivādharordhvāmbujayorvetrayugmamanoramā || 43 ||

prāgvad vicitraveṣā syāt sā vedī citraśaivalā |
jālārthaṃ [rtha] vedikāṃ naivacchindyādanyatra toraṇāt || 44 ||

dvāraṃ vātra yathoddeśaṃ vedyāśchedo na duṣyati |
puṣpakhaṇḍā citrakhaṇḍā nṛṇāṃ dve vedike smṛte || 45 ||

vedīcatuṣkaṃ stambhādau devāgāreṣu sammatam |
stambhāyāme tribhāge syād vedāśroṃ'śastu mūlataḥ || 46 ||

aṣṭāśraḥ ṣoḍaśāśro vā madhyāṃśo vṛtta eva vā |
agrabhāgo'pi vedāśro bhavet stambheṣu keṣucit || 47 ||

mūlavyāse tu pañcāṃśe dvyaṃśonaḥ stambhamadhyataḥ |
antyoṃ'śaḥ saptamāṃśono mūlavistārito bhavet || 48 ||

kumbhāḥ syuḥ pādaviṣkambhāścaturthāṃśādhikāstu vā |
sādhyardhāḥ pādahīnā vā dviguṇā vā bhavanti hi || 49 ||

śrīkaraścandrakāntaśca saumukhyaḥ priyadarśanaḥ |
iti kumbhāścaturdhā syurvṛttānāṃ [g: vā] śrīkaro bhavet || 50 ||

aṣṭāśrāṇāṃ candrakāntaḥ śrīkaraḥ syāat kalāśrake |
stambhānāṃ caturaśrāṇāṃ saumukhyaḥ kumbha iṣyate || 51 ||

śeṣāṇāṃ cātibhārāṇāṃ kumbhaḥ syāt priyadarśanaḥ |
kumbhabhāge navāṃśe tu dhṛgekena vidhīyate || 52 ||

p. 312)

caturbhiḥ kumbha eva syāt kaṇṭhoṃ'śenāṃśato mukham |
śiṣṭabhāgadvayaṃ tryaṃśaṃ kṛtvaikenāmbujaṃ bhavet || 53 ||

bhāgena vṛttaṃ śiṣṭāṃśādūrdhvaṃ kaṇṭhe tu bhinnakau |
stambhāgrakarṇamārgeṇa skandhaḥ syāt samavistṛtaḥ || 54 ||

ūrdhvaṃ tadvīrakāṇḍasya potikāṃ tu niveśayet |
stambhavyāsāt triguṇitaṃ caturguṇamathāpi vā || 55 ||

maṇḍyāyāmaḥ smṛto'ṅghryagrasamo veṣvabdhibhāgataḥ |
maṇḍyutsedho bhavet tāvān vīrakāṇḍasya cocchrayaḥ || 56 ||

vistāro daṇḍamātraḥ syādatha maṇḍyāḥ śarāṃśataḥ |
sārdhena phalakāsthaulyaṃ tatsamo vetranirgamaḥ || 57 ||

maṇḍyutpaladalākārā [g: eḍyuccotpādanākā] pālyākārābjapatravat |
tāmbūlasamasaundaryaṃ [g: latalasau] yajamānasukhāvaham || 58 ||

viparītaṃ virūpaṃ ca varjyaṃ tadaśubhaṃ yataḥ |
athavā syāt prakāro'nyo dhṛkkaṇṭhāpādavistṛtiḥ [kh: ṇṭhaḥ] || 59 ||

potikākhaṇḍamaṇḍīni kumbhaṃ laśunamūlakam |
ambhojamālāsthānāni stambhāgre yojayet kramāt || 60 ||

agrahīnaṃ tu laśunaṃ mūloccaṃ vipulaṃ bhavet |
sāṣṭāṃśādhikamardhaṃ vā tripādodayamambujam || 61 ||

mālāsthānaviśāloccaṃ daṇḍamātraṃ niyojayet |
maṇḍyāyāmo bhavet pādāt triguṇo vā caturguṇaḥ || 62 ||

stambhāgratulyaṃ maṇḍyuccaṃ pañcabhāgonameva vā |
tribhiraṃśaistripādairvā vīrakāṇḍaśca tatsamaḥ || 63 ||

maṇḍyutsedhaśarāṃśena sārdhāṃśaḥ phalakocchrayaḥ |
vetraṃ ca tatsamaṃ jñeyaṃ maṇḍyutsedhopapādakam || 64 ||

pālyākāraṃ tu padmābhaṃ tridhā nāgadalopapam |
tadūrdhvaṃ potikā sthāpyā tasyā lakṣaṇamucyate || 65 ||

p. 213)

sā ca syāt stambhavistārāt triguṇaṃ vā caturguṇam |
dīrghā pañcaguṇaṃ vāpi nīcamadhyottamā smṛtā || 66 ||

nāgavṛttā patracitrā samudrormiśca potikā [kāḥ] |
trividhā nāmabhirjñeyāstāsāṃ lakṣaṇamucyate || 67 ||

stambhavyāsasamotsedhavistārā śreṣṭhapotikā |
śarāṃśonā madhyamā syādūnadvyaṃśā kaniṣṭhikā || 68 ||

bhūtebhamakaravyālaratnabandhavicitritā |
vallicitrāgrapaṭṭā ca sā khyātā citrapotikā || 69 ||

kevalaṃ patravallībhirvicitrā patrapotikā |
taraṅgamātracitrā yā potikā syāt taraṅgiṇī || 70 ||

taraṅgāścātra vedartuvakhāśādityasaṃkhyayā |
kāryāstūbhayatastulyāḥ paṭṭikācchannamadhyagāḥ || 71 ||

tribhāge potikotsedhe sā(dhyaṃ ? rdhāṃ)śenāgrapaṭṭakam |
tadardhārdhena tadadhaḥ kṣemacchāyānvitaṃ bhavet || 72 ||

taduccārdhāt tribhirvāṃśairaṃśābhyāṃ vātra kalpayet |
svavyāsārdhāt tripādād vā kuryāt tākhagramaṇḍanam || 73 ||

atra parāśaraḥ -

nānāvidhākṛtiyutā api sarvapādāḥ prāsādamaṇḍapavidhau munibhiḥ praśastāḥ |
śālāsabhāgṛhavidhau caturaśravṛttāḥ sampatparāstu viparītaphalāstvathānye [g: tho] ||

iti |

miśrāmiśrā api stambhā devāgāreṣupūjitāḥ |
amiśrā eva geheṣu narāṇāṃ śubhadāḥ smṛtāḥ || 74 ||

stambhālaṅkāraḥ |

uttaraṃ vinysedūrdhvaṃ taccāpi trividhaṃ matam |
khaṇḍottaraṃ patrabandhaṃ tato rūpottaraṃ bhavet || 75 ||

p. 314)

stambhavistāravistīrṇamunnataṃ cāṅghrijātikam |
khaṇḍottaraṃ syādetasmāt pādonaṃ patrabandhakam || 76 ||

stambhavyāsasamotsedhamutsedhārdhena vistṛtam |
viparītaṃ tu vā nīcaṃ rūpottaramidaṃ bhavet || 77 ||

uttarotsedharāmāṃśabhāgenaikena paṭṭikā |
tadūrdhvāṃśadvayenāpi vedheyā padmapaṭṭikā || 78 ||

uttaralakṣaṇam |

ata ūrdhvaṃ prastaraḥ syāt prastare saptabhāgike |
bhāgābhyāṃ tu kapotaṃ syādupānasamanirgamam || 79 ||

paṭṭikā cāpi bhāgena karṇaścaikāṃśato bhavet |
dvābhyāṃ tu kampakaṃ kuryācchiṣṭenāpyūrdhvapaṭṭikā || 80 ||

uttaropari kuryāt tu vājanaṃ tasya kathyate |
tricatuṣpañcadaṇḍānāmāyāmastasya sammataḥ || 81||

stambhavistārapādaṃ vā tripādaṃ vocchritaṃ bhavet |
vājanasyopariṣṭāt tu kuryād bhāratulāvalim [g: lī] || 82 ||

stambhavistārarāmāṃśamucchritārdhena vistṛtā |
tulāvalī syāt tāsāmapyūrdhve kuryājjayantikāḥ || 83 ||

tulāvistāramānoccā yathālābhaṃ suvistṛtāḥ |
jayantyaścānumārgaḥ syād daṇḍārdhabahalaścitaḥ || 84 ||

adhyardhasamamuccaḥ syādatha pārśvānugottaram |
vājanaṃ ca tulādvārānugatāḥ syustato'pi ca || 85 ||

vaṃśānugā jayantyaḥ syustulāvadanumārgakāḥ |

atra parāśaraḥ -

prastaraḥ pādaviṣkambho dvidaṇḍārdhaṃ [kh ga: rdha] dvitridaṇḍena [k kh: ṇa va] dhavalīkatulāntaraṃ syāt |
dvidaṇḍāntaraṃ jayantīnāṃ daṇḍāntaramanumārgāṇāṃ tadupari sāraphalakābhiryathābalavipulaghanābhirāchādayet |
iṣṭakādibhirvā phalakorthe vājanavad varṇapaṭṭikā niveśayitavyā iti |

p. 315)

śilāmaye [g: yo] śilābhiḥ syādācchādyaṃ vājanopari || 86 ||

vasantakopariṣṭācca sañchādyaivaṃ yathābalam |
haṃsabhūtāvalī vāpi nidrā vā daṇḍamucchritā || 87 ||

tripādaṃ vā vājanordhamuttaropari vājanam |
nidrā ca varṇapaṭṭī ca tulāpādaśca tadgataḥ || 88 ||

vājanordhve kapotāliṃ kuryādadhyardhadaṇḍataḥ |
dvitraiḥ kapotaniryūhamutsedhaṃ bhinnaveṇuvat || 89 ||

sāgrapaṭṭaṃ tadupari karṇamadhyamapālike |
ardhatripādadaṇḍena kapotālambanaṃ punaḥ || 90 ||

uttarād vājanasyordhvaṃ nava cātra bhavanti hi |
uttarāt potikādhastād gopānasyāstu lambanam || 91 ||

tadantaraṃ tulāmānāduccatā cārdhadaṇḍataḥ [g: vā] |
tribhirvāṃśaistu bāhalyāṃ kampā yojyāḥ samantarā || 92 ||

sauvarṇai rājataiḥ śaulbairloṣṭhairvācchādya mārttikaiḥ |
atha gopānanīprārdhād daṇḍikāniyamo bhavet || 93 ||

daṇḍikāvyāsabāhalyāṃ stambhavyāsārdhato bhavet |
caturāyatasaṃsthānamanumārgeṇa bandhayet || 94 ||

daṇḍikādvārabahalamadhomaṇḍiḥ sanālikam |
daṇḍasamaṃ muṣṭibandhaṃ tatpṛthag vājanopari || 95 ||

atha vyālakasiṃhebhabhūtanāṭakabhūṣitam |
kapotopari bhūtāliḥ pādāt pādavinirgatā || 96 ||

pādavyāsasamā vārdhatripādasadṛśocchrayā |
pratirniveśyā tattuṅgatricaturbhāganirgamāt || 97 ||

vājanaṃ syāt samatalamunnataṃ tanna śobhanam |
ūrdhvādhastalayorbūmeravadhiḥ pratireva hi || 98 ||

devadvijanarendrāṇāṃ makarāsyaṃ pratermukham |
svastikaṃ caiva devānāmardhendurvaiśyaśūdrayoḥ || 99 ||

p. 316)

nāgavṛttaṃ tu śeṣāṇāmevamūhyaṃ pṛthak pṛthak |
pārśve pratiḥ saśikharaṃ mukhapṛṣṭhaṃ pratidvayam || 100 ||

samānaṃ sārdhadaṇḍaṃ syāt pratyāsthe nirgamodgamau |
sarvatra pratyuparyeva dvāraṃ kuryād vicakṣaṇaḥ || 101 ||

praticchedena tu dvāraṃ na kurvīta kadācana |

prastarādyadhikāraḥ |

stambhāyāme tu diṅnandavasusaptāṃśake kramāt || 102 ||

nandavasvṛṣiṣaḍbhāgairdvārotsedhaṃ prakalpayet |
tadardhavistṛtaṃ ca syād dvāraṃ devālayeṣu vai || 103 ||

tadvannālīgṛhavyāsarāmabhāgaikabhāgataḥ |
ardhaṃ navāṃśe pañcāṃśaiḥ [k: śe] pañcāṃśe [g: dyairvāṃ] vāṃśakaistribhiḥ || 104 ||

dvārotsedho bhavet tasmādardhaṃ vistṛtiriṣyate |

iti devavimānadvārāṇi |

labdhotsedhe tu diṅnandavasusaptāṃśake bhavet || 105 ||

saptaṣaṭpañcavedāṃśo dvāravyāsastu mānuṣaḥ |

mānuṣadvāram |

ardhamaṇḍanakastambhau dvārasyobhayapārśvayoḥ || 106 ||

bhūṣaṇārthaṃ svabāhye tu sthāpayet suvicitritau |
dvāravyāsoccamakhilamaṅgulicchedavarjitam || 107 ||

aṅgulīkṛtya vasubhirvṛddhamarkāptaśeṣitam |
āyaḥ syād rāmavṛddhāni manvāptāni vyayaḥ smṛtaḥ || 108 ||

trivṛddhānyaṣṭabhirhṛtvā yonirbhāptamuḍurbhavet |
paryante triṃśadāpte tu tithirvāraṃ ca saptabhiḥ || 109 ||

āyādhikānukūlarkṣaṃ dvāraṃ śreṣṭhaṃ tathā gṛham |
mārgarūpatarustambhakoṇaviddhamaśobhanam || 110 ||

p. 317)

mukhyadvāraṃ tu devānāṃ narāṇāṃ ca viśeṣataḥ |
dvāroccaśeṣe paccāṃśe bhavedaṃśadvayaṃ tvadhaḥ || 111 ||

ūrdhvaṃ trayoṃ'śāstatra syuḥ phalakā cātra citritā |
madhye'ṣṭamaṅgalāni syuḥ pārśvayornakravallayaḥ [bhaḥ] || 112 ||

daṇḍāccatuṣṣaḍaṣṭāṃśaṃ kavāṭaphalakāghanam |
śreṣṭhamadhyādhamaṃ jñeyaṃ kramāt sarveṣu dhāmasu || 113 ||

phalakābahalādardhaṃ caturthāṃśobhenameva [g: rdhā] vā |
talpadaṇḍasya vistārastadardhaṃ taddhanaṃ bhavet || 114 ||

rāmeṣumuninandeśasaṃkhyā daṇḍā bhavanti hi |
daṇḍāgraṃ bodhipatraṃ vāpyaśvaskandhanavākṛtiḥ || 115 ||

svastikābhaṃ tu vā kuryādatra prāha parāśaraḥ |

śrīmukhasandhipālapatrahrasvadaṇḍakuṇḍala[kh: lagu] śṛṅgagulphāntargalakaviṣāṇa [ṇakava] valāhakapiñjarīgucchakavana [g: kanavārdha] kārdhacandrādyavayavāni mukhyalohairayasā vā dṛḍhataraṃ kuryāt iti |

kavāṭaṃ caiva yogaścāpyekajātitarūdbhavau || 116 ||

sampatkarau tadanyau tu viparītaphalapradau |
strīṇāṃ duḥśīlatā ca syāt tasmānmiśraṃ na kārayet || 117 ||

bahirbhāgastu bāhye syādantarbhāgo'ntareva hi |
kavāṭāni caturdhā syuryugmaṃ cāyugmameva ca || 118 ||

saṃhāro dhāvanaṃ caiṣāṃ pṛthag lakṣaṇamucyate |
kavāṭayugalābhyāṃ tu sthitābhyāṃ vāmadakṣiṇam || 119 ||

saskandhapaṭṭikābhyāṃ syād yugmaṃ yatrābhidhīyate |
vāmabhāge sthitaṃ tvekamayugmākhyaṃ kapāṭakam || 120 ||

gūḍhapraveśaniryūhaṃ stambhe vāpyuttare'pi vā |
saṃhārākhyaṃ kapāṭaṃ tad bhittigūḍhaṃ ca dhāvanam || 121 ||

devadvijanṛpāṇāṃ tu yugmāyugme ca pūjite |
ayutnādīni cānyeṣāṃ kavāṭāni bhavanti hi || 122 ||

p. 318)

phalakābhirayugmābhiryugmābhiśca surālaye |
kavāṭaṃ tu manuṣyāṇāṃ syādayugmābhireva hi || 123 ||

kavāṭasandhirdaṇḍāntastricaturbhāgavarjitaḥ |
madhyavarjita eva syāt kathyate skandhapaṭṭikā || 124 ||

talpavyāsadvayavyāsā [g: satri] tripādasamanīprakā |
nānārūpalatācitrā caturaśrā tu nirvraṇā || 125 ||

sāṣṭāśrapaṭṭāvayavā pārśvayoḥ padmabhūṣitā |
syāt skandhapaṭṭikā yugmapraveśe dakṣiṇāśritā || 126 ||

yogocchritatribhāgaṃ vā caturthāṃśamadhastyajet [g: thatyaje] |
śeṣamūrdhvaṃ kavāṭādermañjarībhiśca paṅkajaiḥ || 127 ||

vallīpatranarairnārībhūtahaṃsagajairapi |
tadvat siṃhādibhirvyālairalaṅkuryād yathāruci || 128 ||

yogāvagāḍha[kh: ḍhaṃ]yojyaṃ syādūrdhvaṃ copagrateḥ śikhā |
bhavecca talpavistārakarṇāyāmā tvayugmake || 129 ||

paridhā syāt tathā nāhāt pādaḥ pādārdhato'pi vā |
parighāpādayostuṅgaṃ taddairghyād dviguṇaṃ bhavet || 130 ||

daṇḍavyāsārdhatastryaṃśād bahalau cāpi vistṛtau |
ve(dha? ddha)vyau parighāpādau ghātopetau yathābalam || n131 ||

daṇḍāyāmatripādena vistṛtā caturaśrakā |
tricaturbhāgataḥ sthūlā tvekatalpasya [g: katve yasya] cārgalā || 132 ||

ayodaṇḍena cāyāmau yogamadhyād vihāya tu |
ardhāṅgulaṃ tu badhnīyād yathaiva sudṛḍhaṃ bhavet || 133 ||

ghaṭikāyāmadaṇḍasya vyāso vedāṃśavarjitaḥ |
āyataścaturaśro vā vṛtto vā syād yathābalam || 134 ||

tricaturdaṇḍadīrghaṃ tadardhārdhavyāsanāhakam |
bahiḥ pañcānanopetaṃ kaṇṭhayugmaṃ yathārhataḥ || 135 ||

p. 319)

āyataṃ ghaṭikāyugmayuktamāyasakīlakam |
yugmārgalau tu yugmākhye kavāṭe yojayet samau || 136 ||

pādakarṇasamavyāsā viṣkambhādardhanīprakā |
yuktā cottaravāsī syād daṇḍairdaṇḍopadhānakaiḥ || 137 ||

āyasaiḥ pāśakīlādyairyuktaṃ kṛtvāṅgulatrayam |
utthāpya talpaṃ saṃsthāpya bhittervyāsārkabhāgataḥ [g: bhaktervyā] || 138 ||

bahirantaḥ śarāṃśāntaṃ rāmāṃśāṃntaṃ krameṇa tu |
kavāṭayogamadhyaṃ syāt tanmadhyaṃ bhittimadhyakam || 139 ||

saptāṃśe vātha pañcāṃśe kuḍye śrutyagnibhāgataḥ |
kramāccharāśvibhāge vā sthāpyo yogo'dhiko'ntare || 140 ||

devānāṃ ca narāṇāṃ ca madhye dvāro vidhīyate |
śeṣāṇāmupamadhye syād dvāroparyaṣṭamaṅgalam || 141||

sanakraśūlāṃ phalakāṃ dvārordhvaṃ sāṣṭamaṅgalām |
devadvijādivarṇānāṃ [kh g: vaviprādi] toraṇārthaṃ nidhāpayet || 142 ||

vṛttau toraṇadaṇḍau tu tripādavisṛtau samau |
sapādaṃ vāpi sārdhaṃ vā vistāro'pyanayormataḥ || 143 ||

diṅnandavasubhāgonamagraṃ syācca śikhā tayoḥ |
tadūrdhvottaradaṇḍārdhasatripādasamodayam || 144 ||

samanirgamapārśvābhyāṃ sthūlaṃ tricaturaṃśataḥ |
sārdhaṃ [kh: rdha] daṇḍaṃ sapādaṃ vā syādūrdhvaṃ phalakodayaḥ || 145 ||

tasyāṃ syurmaṅgalānyaṣṭau tadūrdhvaṃ triśikhānyapi |
pañcavaktrāṇi tāni syurdvidaṇḍoccāni madhyataḥ || 146 ||

samaṃ tripādavistārāt pārśvapatrāvadhirbhavet |
dvitrivedāṅgulaṃ yuktyā patrāṇāṃ vitatiḥ smṛtā || 147 ||

utsedho'ṣṭhanavaikāṃśāt patrāṇāṃ bahulaṃ smṛtam |
śilā dṛḍhapraveśāsyāt pārśvapatravicitritā || 148 ||

p. 320)

garbhanyāsoditānyaṣṭau maṅgalāni pṛthak pṛthak |
kuryādatrāpi tānyeva devānāmapi varṇinām || 149 ||

dvāralakṣaṇam |

prāsādānāmityadhiṣṭhānabhedā naike stambhāścātha kāyānukāyau |
nānābhedāḥ potikāścottarāṇi dvāraṃ dvārālaṅkṛtiścābhyadhāyi || 150 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde adhiṣṭhānādidvārāntavidhipaṭalaḥ ekatriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 32: Torbögen, Bildschmuck, Dächer und Hallen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 32: Torbögen, Bildschmuck, Dächer und Hallen
Dieses Kapitel beschreibt, wie Tempelarchitektur durch Torbögen, Götterbilder, Fenster, Treppen und Hallen gegliedert wird. Die Formen verbinden praktische Bauaufgaben mit religiöser Bedeutung. Maßfolgen und überlieferte Fachnamen bleiben sichtbar, auch wenn einzelne Zuordnungen unsicher sind.

Kapiteleingang. Nun das zweiunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 32, Vers 1. Man unterscheide drei Torana-Arten: Makara-, Bilder- und Blättertorbogen. Für Götter, Brahmanen und Könige ist der Makara-Torbogen günstig.

Kriyapada 32, Vers 2. Für Vaishyas dient der Bildertorbogen, für Shudras der Blättertorbogen. Auch an den Seiten und an der Rückwand bringe man Wandtorbögen an.

Kriyapada 32, Verse 3–4. Die Toranahöhe reicht vom Prati bis zur Grenze des oberen Tragbalkens; seine Breite beträgt die Hälfte davon. Teilt man die Breite in fünf, erhalten die beiden Makaras drei Teile, die beiden Stützen zusammen zwei. Der dazwischenliegende Nischeneingang werde so gestaltet, dass er schön wirkt.

Kriyapada 32, Vers 5. Der Blättertorbogen ist mit halbmondförmigen Blättern geschmückt. An den Mündern der beiden Makaras schließt sich das mittlere Füllstück an und bildet den Schmuck

Kriyapada 32, Verse 6–7. des sogenannten Bildertorbogens. Der Makara-Torbogen trägt auf beiden Seiten des mittleren Füllstücks herabhängende Geistergestalten, Vidyadharas, Fabeltiere und Löwen mit reitenden Kindern; diese halten die aus dem Makara hervorgehenden Juwelengirlanden. [Die grammatische Verbindung der Girlanden mit den Figuren ist in der gelieferten Lesung nicht ganz eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 8. In die Nischen der Torbögen setze man passende Bildgestalten; auch Frauen, Männer und weitere Figuren ordne man schön und abwechslungsreich an.

Kriyapada 32, Vers 9. Wandtorbögen können an den Schmuckreihen, in der Mitte der Dachzone oder am maßgerecht errichteten Gebäude angebracht werden. Die betreffende Wand gilt als fünffach. [„Balabhi“ bezeichnet hier einen oberen Baubereich; seine genaue Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 10. Es gibt der Reihe nach Wände aus Stein, aus Ziegeln, als Gitterwerk, aus Brettern und außerdem aus Lehm.

Kriyapada 32, Vers 11. Die Steinwand besteht aus Steinen und erhält angemessene Breite und Höhe. Die Gitterwand wird aus verschiedenen Gittern gefertigt.

Kriyapada 32, Vers 12. Eine Brettwand hat passend angeordnete Stützen aus geeignetem Holz; der Zwischenraum wird mit Brettern geschlossen.

Kriyapada 32, Vers 13. Eine Lehmwand wird aus geeignetem Lehm geschichtet, der mit zusammenziehenden Pflanzensuden, Wasser und ähnlichem durchgeknetet und durchfeuchtet wurde. [Die Quelle kennzeichnet beim Wort „geschichtet“ eine unsichere Lesung.]

Kriyapada 32, Vers 14. Auf die Wand setze man eine rechteckige Platte oder eine mit vorderem Lotus, deren Stärke ein Drittel der Wandbreite beträgt. [Die Zahlwortfügung lässt auch eine andere Gliederung zu; das Verhältnis bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 15. Der Stützenabstand reicht von zwei bis fünf Ellen und wächst jeweils um eine Spanne. Dazwischen ist dreifacher Wandrankenschmuck auszuführen.

Kriyapada 32, Vers 16. Unten fertige man einen Lotussitz, doppelt so breit wie der Wandpfeiler und halb so hoch. Darüber gestalte man nach Belieben

Kriyapada 32, Vers 17. einen hervortretenden, erhöhten Krug. Beiderseits schmücke man ihn mit Blättern, die aus seiner Öffnung hervorwachsen, sodass ein schöner Eindruck entsteht.

Kriyapada 32, Vers 18. Darüber fertige man einen ungeteilten Kalasha-Krug mit Fuß und Lotussitz, dem Wandpfeiler entsprechend, verbunden mit Lotus-Krug-Ranken.

Kriyapada 32, Vers 19. Diese Form heißt Kumbhalata, Krugranke. Wird sie schrittweise über dem Khanda-Glied wie ein Makara-Torbogen angeordnet, gilt sie als Stambhakumbhalata, Pfeilerkrugranke.

Kriyapada 32, Vers 20. Dieselbe Ranke, mit Krug und Lotussitz sowie allen Rankenformen versehen, heißt Padmakumbhalata, Lotuskrugranke.

Kriyapada 32, Vers 21. In jedem Tempelgeschoss ordne man Bildgestalten in den Himmelsrichtungen an. Als Hüter des Osttores setze man Nandishvara und Mahakala ein.

Kriyapada 32, Vers 22. Im Süden steht Dakshinamurti, im Westen der aus dem Linga hervorgehende Shiva oder Vishnu, im Norden Durga oder Brahma.

Kriyapada 32, Vers 23. In der Halle, am mittleren Blattfeld, im Süden Vinayaka; im Norden die Tanzgestalt; im Nordosten den Hüter des heiligen Bezirks. [Die Verbindung des mittleren Blattfeldes mit den Richtungsangaben bleibt knapp und mehrdeutig.]

Kriyapada 32, Vers 24. Ringsum an der Hauptwand bringe man Darstellungen der Erzählungen von Rudras Erscheinungsformen, seinen Spielen und weiteren Taten nach den genannten Merkmalen an.

Kriyapada 32, Vers 25. Im darüberliegenden Geschoss steht im Osten Indra oder der sechsgesichtige Skanda, im Süden Dakshinamurti oder Virabhadra.

Kriyapada 32, Vers 26. Im Westen steht Narasimha, im Norden der Wohlstand gewährende Brahma. So verfahre man im zweiten Geschoss; im dritten stehen die Scharen der Maruts.

Kriyapada 32, Verse 27–28. In jedem Geschoss bringe man Götter, Siddhas, Yakshas, Vidyadharas, Gandharvas, Apsaras, Siddhas, Nagas, Weise, Pramathas, Daityas und weitere Wesen sowie sechzehn Bildgestalten an. Unterhalb des Halses und oberhalb des Prati setze man an jede Ecke einen Stier. [Siddhas werden in der Vorlage zweimal genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Kriyapada 32, Vers 29. Bei allen Gottheiten bringe man ihr jeweiliges Reittier an jeder Ecke an: unter dem Hals, im obersten Geschoss und an Umfassungsmauern und ähnlichen Bauteilen.

Kriyapada 32, Vers 30. Ein derart ausgestatteter Tempel gilt als Ort des Gedeihens. In allen vier Richtungen liegen große Nasika-Dachausbauten, halb so breit wie der innere Heiligtumsraum.

Kriyapada 32, Vers 31. Ihr Vorsprung beträgt die Hälfte oder drei Viertel davon. Die kleinen Nasikas fertige man mit der Hälfte oder einem Drittel dieses Maßes.

Kriyapada 32, Verse 32–33. Die Alten nennen acht Ausführungen der Nasikas: zuerst Simhapanjara, dann Panjara, Ardhapanjara, Niryuhapanjara, Lambanasika, Simhashrotra, Khandaniryuha und Jhashapanjara.

Kriyapada 32, Verse 34–36. Das Simhapanjara ist zwei bis vier Stabmaße breit, mit einem langgestreckten Dachbau und zwei schlanken Stützen versehen. Es hat einen an die Umfassung angeschlossenen Vorsprung und die sechs Bauglieder; oder sein Vorsprung entspricht seiner Breite. Es trägt ein Shakti-Banner, eine vordere Platte, Vedika, Gitterwerk und Pfeiler. Das folgende Glied ragt um die Hälfte seines eigenen, an den Tempelvorsprung angeschlossenen Vorsprungs hervor.

Kriyapada 32, Verse 37–38. Es besitzt Sockel, Pfeiler, Gebälk, Hals und ebenso eine Bekrönung, Shakti-Banner, vordere Platte, Vedika, Gitter und Karna-Glieder. Es heißt Ardhapanjara. Das Übrige ist wie zuvor; sein Vorsprung beträgt ein Viertel der Breite. [Die überlieferte Beschreibung verbindet zwei verschiedene Vorsprungsangaben, ohne ihren Bezug eindeutig zu erläutern.]

Kriyapada 32, Vers 39. Ein um ein Drittel der Breite hervortretendes, mit rundem, geöffnetem Formwerk versehenes Glied heißt Panjara. Dann folgt eines mit entsprechendem Bekrönungsabschluss,

Kriyapada 32, Vers 40. angeschlossenem Vorsprung, Gliedern und Karna sowie Kapota und weiteren Bauteilen: Dies ist das Niryuhapanjara. Nun wird die Lambanasika beschrieben. [Der Satzanschluss erlaubt auch die Bezeichnung Lambanasika für das vorangehende Glied.]

Kriyapada 32, Vers 41. Die Lambanasika besitzt angeschlossene Vorsprünge, Karna und Stützen, ausgeführte Nagablätter und weiteren Schmuck sowie einen Vorbau und alle zugehörigen Glieder.

Kriyapada 32, Vers 42. Dieselbe Form mit Löwenohr-Bekrönung, Stützen und einem an den Vorsprung anschließenden Karna-Teil heißt Simhashrotra, Löwenohr.

Kriyapada 32, Vers 43. Das Khandaniryuha besitzt einen Vorsprung von zwei Fünfteln seiner Breite und unterhalb der Nische Kapota und weitere Glieder.

Kriyapada 32, Verse 44–45. Ein Glied mit einem Stabmaß oder einem halben Stabmaß Vorsprung, darunter und darüber mit Kapota und weiteren Teilen und einem Torana über dem Hals, heißt Jhashapanjara. Nun werden Kuta und weitere Formen beschrieben: Das Kuta erhält einen Teil der in sechs geteilten Tempelbreite, die Shala zwei. [Der letzte Zahlenausdruck ist in der Vorlage verkürzt.]

Kriyapada 32, Vers 46. Die Höhe des Panjara wächst von der Befestigung über dem Kapota des Tempels beziehungsweise seiner Geschosse aus. Ihre Teilung wird nun genannt. [Die Wortfolge beim Geschossbezug ist nicht sicher.]

Kriyapada 32, Vers 47. Bei fünf Teilen Panjara-Höhe beträgt die Pfeilerhöhe eineinviertel Teile. Das Gebälk erhält die Hälfte davon, das Karna dieselbe Höhe.

Kriyapada 32, Vers 48. Aus dem Rest ergibt sich das halbe Karna; darüber liegt die Kopfhöhe. Der Sockel erhält die halbe Pfeilerhöhe, der Untersockel den Rest. [Die mehrfach verwendete Restgröße lässt sich ohne ergänzte Annahmen nicht eindeutig zu einer Maßtafel verbinden.]

Kriyapada 32, Vers 49. So ist hier die Höhe aller Panjara-Formen angegeben. Beim Torana-Langbau beträgt dagegen die Sockelhöhe die Hälfte des Hauptsockels.

Kriyapada 32, Vers 50. Der Pfeiler gilt als doppelt so hoch. Gebälk und Hals sind jeweils um ein Achtel niedriger als der Sockel.

Kriyapada 32, Vers 51. Aus dem Rest ergibt sich die Höhe des Torana; oder man gestalte es wie eine Shala. Ein Panjara liegt zwischen Shala und Kuta oder in der Mitte der Shala.

Kriyapada 32, Vers 52. Oben fertige man eine große Nasika, ein Panjara und Shukanasikas. Niemals setze man jedoch eine Nasika unmittelbar über eine andere Nasika.

Kriyapada 32, Vers 53. Alle Nasikas sollen von Pfeilern getragen sein. Über dem Prati liegt die Vedika; deren Höhe bemesse man auf anderthalb, zwei oder drei Stabmaße.

Kriyapada 32, Vers 54. Der Wandschmuck an Pfeilern und anderen Teilen ist vierfach: Blütenglied, Bildglied, Shaivala und bildgeschmücktes Shaivala. Man verziere ihn wie zuvor.

Kriyapada 32, Vers 55. Über dem Prati liegt der Halsschmuck, über der Vedika das Gitter. Seine Höhe bis zum oberen Balken beträgt drei, vier oder fünf Stabmaße.

Kriyapada 32, Verse 56–57. Die Gitterbreite ist um ein Drittel oder Viertel geringer als die Höhe. Die sieben Gitterarten heißen Riju, Gavaksha, Gajaksha, Gulika, Gomutra, Patraka und Nandyavarta. Ihre Merkmale werden einzeln genannt.

Kriyapada 32, Vers 58. Ein Gitter aus geraden, schlanken Stäben heißt Riju, gerades Gitter. Ein länglich-viereckiges mit oberen Eckgliedern heißt Gavaksha, Kuhauge.

Kriyapada 32, Vers 59. Das Gajaksha, Elefantenauge, hat Öffnungen, die aus den Ecken von Quadraten entstehen. Das folgende hat Kügelchen an Basis, Spitze und Mitte und wird in gerade Wandzwischenräume eingesetzt.

Kriyapada 32, Vers 60. Dieses Gitter mit durch Figurenschmuck unterbrochenen Öffnungen heißt Gulika, Kugelgitter. Das Gomutra hat schräg und gebogen verlaufende Öffnungen, entsprechend seiner Bezeichnung „Kuhharnspur“.

Kriyapada 32, Verse 61–62. Beim Blattgitter werden die Öffnungen durch vielfältige Blätter unterbrochen. Ein Gitter, dessen Öffnungen zwischen fünf Linien rechtsläufig in Nandyavarta-Form angeordnet sind, heißt Nandyavarta-Gitter. Die Halshöhe beträgt das Doppelte, Anderthalbfache oder Einfache der Vedika-Höhe.

Kriyapada 32, Vers 63. Der Rücksprung der Vedika beträgt ein Drittel der Wandbreite. Der Rücksprung des Halses darüber ist gleich groß oder um ein Fünftel vermindert.

Kriyapada 32, Vers 64. Man schmücke den Hals mit Lotusstängeln, gekrümmten Füßen, Geistergestalten, Schwänen, Tieren, Fabelwesen sowie Tanz- und Erzählungsszenen.

Kriyapada 32, Vers 65. Mit dem halben Halsmaß runde man das Shikhara gleichmäßig aus. Gegenüber dem Hals springt das Shikhara zwei Stabmaße vor.

Kriyapada 32, Vers 66. Vom Vorsprung aus führe man die Rundung außen über zwei Stabmaße weiter und fertige die Stupi samt Krug entsprechend der Gestalt des Shikhara. [Die genaue Richtung des zweiten Maßes bleibt in der Lesung unsicher.]

Kriyapada 32, Verse 67–68. Die Gestalt des Shikhara ist achtfach: quadratisch, länglich-rechteckig, rund, länglich-rund, langhausförmig, sechseckig, achteckig und sechzehneckig. So lauten die acht Formen. Nun wird über sie weiter gesprochen.

Unnummerierte technische Prosa nach Vers 68. Für Halbkrone, Hallenspitze, vordere Platte, Gebälk, Schirm, Kopfbau, Pindi, Elefantenrüssel und weitere Formen gibt es acht Dachprofile, angefangen mit Panchala. Bei der Breite des oberen Stäbchenbalkens lautet die Folge: fünf, zwei, sieben, drei, vier, elf, fünf, dreizehn, sechs, fünfzehn, siebzehn, acht; von der Breite aus ergeben sich halbe Höhen und weitere Maße. Der Reihe nach heißen sie Panchala, Vaideha, Magadha, Kaurava, Kausala, Shaurasena, Gandhara und Avantika. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der überlieferte Bauwort- und Zahlenkomplex ist auch in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen. Die erkennbaren Wörter und Zahlen sind wiedergegeben; ihre Verknüpfung zu acht Profilverhältnissen ist nicht gesichert. Die erste Bauformenliste ist teilweise unsicher abgegrenzt.]

Kriyapada 32, Vers 69. Das Avantya-Profil ist halb so hoch wie breit; die gemischte Form wird eigens benannt. Teilt man diese beiden jeweils zweifach und fügt einen, zwei oder drei Anteile hinzu,

Kriyapada 32, Vers 70. oder der Reihe nach vier, fünf, sechs und sieben Anteile, ergeben sich sieben Namen für die Shikhara-Höhen. [Die Ausgangsgrößen dieser Ableitung sind im Anschluss an die beschädigte Prosa nicht eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 71. Die sieben Shikharas heißen Kalinga, Kashya, Varata, Kollaka, Shaundika, Kashmira und Gangeya.

Kriyapada 32, Vers 72. Diese sind für Göttersitze bestimmt; eine halbe Durchdringung beziehungsweise die andere Form für Menschen. Überall sind auch Pfeiler, Hasta-Glieder, Firste und Balken

Kriyapada 32, Vers 73. sowie Stupikas bei Götterbauten in ungerader Anzahl schön; in Menschenbauten gilt die gerade Anzahl überall als gut. [Die Wendung „halbe Durchdringung“ in Vers 72 bleibt als nicht sicher verstandener Fachausdruck kenntlich.]

Kriyapada 32, Vers 74 und Beginn von 75. Die Lotushöhe beträgt ein Viertel oder Fünftel der Shikhara-Höhe. Die Stupi-Höhe ist um ein Viertel oder drei Achtel größer. Ihre Einsetzung wird später beschrieben.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Shikhara.

Kriyapada 32, Schluss von Vers 75 und Vers 76. Vordere Treppen werden verborgen oder offen ausgeführt. Ihre Grundform ist dreifach: quadratisch, länglich-rechteckig oder rund. Vier Ausführungen gibt es: dreiteilig, muschelförmig,

Kriyapada 32, Vers 77. halb nach der Kuhharnspur und rankenförmig. Eine Treppe, die aus drei Teilstücken aufgebaut ist, heißt Trikhanda, dreiteilig.

Kriyapada 32, Vers 78. Eine Treppe, die sich vom Anfang zur Spitze schrittweise verengt, heißt Shankhamandala, Muschelform. Ist diese zweigeteilt, heißt sie halbe Kuhharnspur.

Kriyapada 32, Verse 79–80. Die Gestalt einer am Baum emporkletternden Ranke heißt Ranken-Treppe. Die einzelnen Stufen fertige man gleich, mit Höhen von einem Viertel, einer Hälfte oder drei Vierteln der waagerechten Breite. Der Zwischenraum der Handläufe beträgt zwei oder anderthalb Stabmaße. [Die technische Deutung von „Hastabila“ als Zwischenraum der Handläufe bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 81. Der Hasta-Vorsprung beträgt drei Viertel oder ein halbes Maß. Stehende und liegende Teile sind entsprechend ihrer Tragfähigkeit einzulassen.

Kriyapada 32, Vers 82. Die Treppenbreite reicht über zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben Stabmaße. Am Ashvapadaka beträgt sie zwei, drei oder vier Stabmaße. [Ashvapadaka ist ein hier nicht genauer erklärtes Bauteil, wörtlich „Pferdefüßchen“.]

Kriyapada 32, Vers 83. Dessen Gestalt lege man halbmondförmig an. Es sei eine Elle oder drei Viertel davon stark; darüber

Kriyapada 32, Vers 84. stehe man auf jeder Ebene und steige in günstiger Rechtswendung auf. Auch die Stufenzahl soll ungerade sein, ob im Tempel oder in der Halle.

Kriyapada 32, Vers 85. Bei Langbauten, Bühnen und ähnlichen Gebäuden liegt die Treppe vorne. Anderswo gestalte man die Eingangstreppe an beiden Seiten.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Treppe.

Kriyapada 32, Vers 86. Bei allen Bauten gibt es die Arten Sanchita, Asanchita und Upasanchita, denen männliches, weibliches und neutrales Geschlecht zugeordnet wird.

Kriyapada 32, Vers 87. Ein aus Steinen oder Ziegeln gefertigter, massiver Bau mit Kapota und Dach heißt Sanchita und gilt als männlich.

Kriyapada 32, Vers 88. Ein aus Ziegeln oder Holz errichteter Tempel, dessen Glieder Nutzgeschosse bilden, wird Asanchita genannt und als weiblich bezeichnet.

Kriyapada 32, Vers 89. Ein aus Ziegeln und Holz gemischter Bau, teils nicht massiv und teils massiv, mit nutzbaren und nicht nutzbaren Gliedern, heißt Upasanchita und gilt als geschlechtsneutral.

Kriyapada 32, Vers 90. Zu beiden Seiten der Tür kann sich eine Nische für den Torhüter befinden. Man fertige unten und oben eine Öffnung und bringe außen eine Abflussrinne an.

Kriyapada 32, Vers 91. Die Rinnenlänge beginnt bei zwölf Fingermaßen und wächst jeweils um drei bis auf vierundzwanzig; so ergeben sich fünf Maße. [Die Grenzzahlen werden durch die Namen der Versmaße Jagati und Sankriti ausgedrückt.]

Kriyapada 32, Vers 92. Maya nennt ebenfalls fünf Maße: angefangen bei acht Fingern, in Schritten von zwei bis zu sechzehn.

Kriyapada 32, Vers 93. Die mittlere Öffnung ist gleich groß, drei Viertel oder halb so groß. Die Breite beträgt drei, vier oder fünf dieser Maße, die Tiefe dasselbe. [Das anfängliche Bezugsmaß ist nicht eindeutig bezeichnet.]

Kriyapada 32, Vers 94. Die Spitze beträgt drei Fünftel der Basis und ist mit Rinnen versehen. Sie wird als Löwenmaul ausgeführt und neigt sich von der Basis aus rasch abwärts.

Kriyapada 32, Vers 95 und erster Halbvers von 96. So lege man die Abflussrinne in der Mitte der Nordseite des Tempels an. Oder man bemesse die äußere Rinne in Breite und Länge wie die Rinne des inneren Sockels und schmücke sie angemessen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Rinne.

Kriyapada 32, zweiter Halbvers von 96 und Vers 97. Der Sockel einer Mandapa-Halle entspricht dem beim Tempel beschriebenen. Ihre Pfeiler sind die bereits genannten; auch das Gebälk ist wie zuvor. Man fertige auch den Weg mit der Breite des oberen Stabendes. [Der letzte bautechnische Satz bleibt in dieser Lesung nicht eindeutig.]

Kriyapada 32, Vers 98. Eine quadratische Halle mit vier Pfeilern heißt Nandyavarta; mit acht heißt sie Svastika, mit zwölf Virasana.

Kriyapada 32, Verse 99–100. Eine Halle mit sechzehn Pfeilern heißt Shripratishthita, mit zweiunddreißig Jayabhadra, mit sechsunddreißig Manibhadra und mit hundert Vishala. Auch Hallen mit noch mehr Pfeilern heißen Vishala, weiträumig.

Kriyapada 32, Vers 101. Eine Götter- oder Menschenhalle fertige man länglich-rechteckig; ihre Länge kann um ein Viertel größer, anderthalbfach, doppelt oder noch größer als ihre Breite sein.

Kriyapada 32, Vers 102. Die Pfeilerabstände setze man angemessen mit zwei, drei oder vier Ellen an, entsprechend Last, Umfang und Tragbalken.

Kriyapada 32, Vers 103. Man errichte Hallen passend gegenüber dem Tempel, in Gärten, heiligen Bezirken und ähnlichen Orten sowie inmitten von Dörfern, Wohnanlagen und weiteren Siedlungen,

Kriyapada 32, Verse 104–105. für Einweihung, Weihebegießung, Opfer und Tanz. Der Pfeilerabstand beginnt mit anderthalb Ellen und wächst jeweils um sechs Finger bis zu fünf Ellen. Teilt man den Abstand zwischen den Feldern in eins, zwei, drei, vier oder fünf,

Kriyapada 32, Verse 106–107. so wächst die Länge gegenüber der eigenen Breite um einen solchen Teil. Die Breite des eigenen Feldes wird in Schritten von drei Fingern bis zu einer Elle erweitert: So werden acht Längenmaße genannt. Man verwende diese Maße; auch alle entsprechenden länglichen Formen tragen denselben Namen. [Die Verbindung der beiden Maßreihen bleibt örtlich unsicher.]

Kriyapada 32, Vers 108. Die Pfeilerhöhe beginnt bei zweieinhalb Ellen und steigt jeweils um sechs Finger bis zu acht Ellen; dies ergibt dreiundzwanzig Maße.

Kriyapada 32, Verse 109–110. Oder die Pfeilerhöhe wächst jeweils um zwei oder drei Finger. Die Breite beginnt bei acht Fingern und steigt jeweils um einen Viertelfinger bis zu neunzehn Fingern; ihre Anzahl ist wie zuvor. Teilt man die Pfeilerhöhe in elf, zehn, neun oder acht Teile,

Kriyapada 32, Vers 111. so erhält die Breite am Fuß einen Teil; an der Spitze ist sie um den entsprechenden Anteil vermindert. Oder bei fünf Teilen Pfeilerhöhe ist die Talaka-Ebene zwei Teile hoch. [Die Reihe „acht bis neunzehn“ ergibt in Viertelfingerschritten nicht die zuvor genannte Zahl von dreiundzwanzig Maßen. Die abweichende Angabe bleibt erhalten.]

Kriyapada 32, Vers 112. Der Masuraka-Sockel beträgt ein Drittel der Pfeilerhöhe. Man fertige den Sockel mit Untersockel oder den Masuraka allein. [Die Wortfügung zur Höhe ist auffällig überliefert.]

Kriyapada 32, Vers 113. Über dem Sockel stehen die Pfeiler, darüber ein Gebälk mit drei Bändern, Kapota und Prati. Dies gilt als gewöhnliche Halle.

Kriyapada 32, Vers 114. Eine quadratische Halle oder ein Schutzpavillon mit vier Pfeilern und acht Nasika-Auskragungen heißt Brahmasana.

Kriyapada 32, Verse 115–116. Eine Halle oder ein Pavillon mit drei Feldern, sechzehn Pfeilern, einer Bühne, sechzehn Nasikas, gegebenenfalls Kuta-Dächern, vier Türen und vier Torbögen heißt Siddha. Sie ist für Götter, Brahmanen und Könige geeignet und gilt bei allen Verrichtungen als gut.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Mandapa-Halle.

Kriyapada 32, Verse 117–118. Nun werden allgemein die Merkmale der Prapa-Pavillons beschrieben. Die Pfeilerlänge ist wie zuvor angegeben; die Pfeilerbreite beträgt vier, sechs, acht oder zehn Finger. Die Pfeiler bestehen aus Kernholz oder Bambus; ebenso die oberen First- und Tragbalken.

Kriyapada 32, Vers 119. Den Pavillon mit Längs- und Querfirst decke man passend mit Kokospalmblättern oder anderen geeigneten Blättern.

Kriyapada 32, Vers 120. Teilt man die Pfeilerhöhe in zehn, neun, acht, sieben, sechs oder fünf, erhält die Vedika einen Teil. In der Mitte lege man die Bühne an.

Kriyapada 32, Vers 121. Bei einer Vierteilung der Pfeilerhöhe erhält der Sockel der Plattform einen Teil; der Talima ist zwei Teile hoch, sein Gebälk einen. [Der als „Länge“ überlieferte Ausdruck bei Talima ist hier im Zusammenhang einer vertikalen Gliederung wiedergegeben; diese Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 32, Vers 122. Bei geraden beziehungsweise ungeraden Anordnungen beträgt die Breite zwei Felder oder ein Feld. Es gibt Ausführungen mit vier, acht oder sechzehn Pfeilern.

Kriyapada 32, Vers 123. Der Pavillon kann alle Glieder besitzen und aus gemischten Baustoffen bestehen. In der Mitte von Langbauten, Versammlungshallen, Schutzpavillons oder Mandapas

Kriyapada 32, Originalmarke 124-1/2. heißt der auf vier Standpunkten gegründete, dreifach bemessene Bereich Ranga, Bühne. So wurden hier die Torbögen, Wände und Abflussrinnen, die Treppen, Panjaras, besonderen Fenster und Halsglieder, die Bildgestalten in jedem Geschoss und die Dachbekrönungen ordnungsgemäß beschrieben, ebenso die Pavillons zusammen mit den besonderen Hallenformen. [„Dreifach bemessen“ bleibt als knappe technische Bezeichnung ohne ergänzte Maßtafel stehen.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das zweiunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Torbögen und weiterer Bauteile.

Besinnung zu Kapitel 32

Die Halle bietet Raum für Einweihung, Verehrung und Tanz. Ihre Gestaltung erinnert daran, dass spirituelle Praxis Menschen zusammenführt und zugleich geordnete Freiräume braucht. Wer heute einen Übungsraum vorbereitet, kann daraus eine einfache Anregung mitnehmen: Licht, Bewegungsfreiheit und eine ruhige Atmosphäre aufmerksam zu gestalten. Das ist eine heutige Anwendung; sie ersetzt nicht die historischen Bedeutungen der genannten Tempelformen.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 32: Torbögen, Bildschmuck, Dächer und Hallen
Dieses Kapitel beschreibt, wie Tempelarchitektur durch Torbögen, Götterbilder, Fenster, Treppen und Hallen gegliedert wird. Die Formen verbinden praktische Bauaufgaben mit religiöser Bedeutung. Maßfolgen und überlieferte Fachnamen bleiben sichtbar, auch wenn einzelne Zuordnungen unsicher sind.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha dvātriṃśaḥ paṭalaḥ |

toraṇaṃ trividhaṃ jñeyaṃ makaraṃ citrapatrake |
devadvijanṛpāṇāṃ tu śastaṃ makaratoraṇam || 1 ||

viśāṃ tu citrasaṃjñaṃ syācchūdrāṇāṃ patratoraṇam |
pārśvayoḥ pṛṣṭhataścāpi prakuryāt kuḍyatoraṇam || 2 ||

prateruttarasīmāntaṃ toraṇodaya īritaḥ |
tadardhenāsya vistārastadvyāse'tha śarāṃśake || 3 ||

tribhirmakarayugmaṃ syādaṃśābhyāṃ pādayoḥ sthitiḥ |
yathā śobhāntaraṃ tatra guhāveśo bhavedapi || 4 ||

ardhendusadṛśaiḥ patraiścitritaṃ patratoraṇam |
nakrayorvadanāsaktamadhyapūrimamaṇḍitam || 5 ||

citratoraṇamuddiṣṭaṃ madhyapūrimapārśvayoḥ |
vigṛhya makarasyottharatnamālādhiropitaiḥ || 6 ||

bhūtavidyādharavyālasiṃhaiścārūḍhabālakaiḥ |
vilambitaṃ tūbhayato bhavenmakaratoraṇam || 7 ||

guhāsu toraṇānāṃ tu yathārhaṃ pratimāstathā |
nyasyennārīnarādīṃśca yathāśobhaṃ vicitritam || 8 ||

p. 321)

hārāsu balabhīmadhye pramāṇabhavane'pi vā |
kuḍyeṣu toraṇāni syustatkuḍyaṃ pañcadhā smṛtam || 9 ||

śilāmayaṃ caiṣṭakaṃ ca jālakāmayamityapi |
phalakāmayamapyantyaṃ mṛnmayaṃ cāparaṃ kramāt || 10 ||

yathārhavyāsatuṅgaṃ tat kuḍyaṃ śailaṃ śilāmayam |
nānājālakaniṣpādyaṃ kuḍyaṃ yajjālakāmayam || 11 ||

yathārhastambhavinyāsaṃ śastadārumayakriyam |
phalakābhiścitaṃ madhye kuḍyaṃ syāt phalakāmayam || 12 ||

mṛttikābhiḥ praśastābhiḥ kaṣāyasalilādibhiḥ |
marditābhyuṣitābhiśca ci(traṃ ? taṃ) kuḍyaṃ tu mṛnmayam || 13 ||

kuḍyavyāsatridevāṃśabahalāṃ vāgrapaṅkajām |
paṭṭikāṃ caturaśrāṃ vā kuḍyopari niyojayet || 14 ||

stambhāntaraṃ dvihastādi bhavet pañcakarāntaram |
vitastivṛddhyā tanmadhye kāryā kuḍyalatā tridhā || 15 ||

kuḍyastambhasya vistārād dviguṇaṃ cārdhamuṃcchritam |
adhaḥ padmāsanaṃ kuryāt tadūrdhvaṃ ca yathāruci || 16 ||

vinirgatonnatiṃ kumbhaṃ pārśvayostasya tanmukhāt |
patrairvinirgataiścitraṃ yathāśobhaṃ niyojayet || 17 ||

tadūrdhvaṃ kuḍyakastambhasamapādāmbujāsanam |
akhaṇḍakalaśaṃ kuryāt padmakumbhalatāyutam || 18 ||

sā tu kumbhalatāsaṃjñā saiva khaṇḍopari kramāt |
nakratoraṇavannyastā stambhakumbhalatā matā || 19 ||

kumbhapadmāsanayutā saiva sarvalatānvitā |
padmakumbhalatā nāma vijñeyā hi latā bhavet || 20 ||

tale tale vimānānāṃ (ni? di)kṣu berāṇi vinyaset |
nandīśvaramahākālau pūrvadvārādhipau nyaset || 21 ||

p. 322)

dakṣiṇe dakṣiṇāmūrtiṃ paścime liṅgasambhavam |
viṣṇu vāpyatha kaubere durgāṃ brahmāṇameva vā || 22 ||

maṇḍape madhyapatre tu dakṣiṇe ca vināyakam |
uttare nṛttarūpaṃ tu kṣetreśaṃ caiśagocare || 23 ||

rudrāvatārakrīḍādikathārūpāṇi caiva hi |
mūlabhittau ca parito vinyaseduktalakṣaṇam || 24 ||

athoparitalāt prācyāmindraṃ ṣaṇmukhameva vā |
dakṣiṇe dakṣiṇāmūrtiṃ vīrabhadramathāpi vā || 25 ||

paścime nārasiṃhaṃ cāpyuttare cārthadaṃ vidhim |
dvitīye tu tale caivaṃ tṛtīye tu marudgaṇān || 26 ||

tale tale'marān siddhān yakṣavidyādharānapi |
gandharvānapyapsarasaḥ siddhān nāgāṃstathā munīn || 27 ||

pramathāṃścaiva daityādīn ṣoḍaśapratimāstathā |
kaṇṭhādadhaḥ praterūrdhvaṃ koṇe koṇe vṛṣān nyaset || 28 ||

sarveṣāmapi devānāṃ koṇe koṇe svavāhanam |
kaṇṭhādadhaścāntyatale prākārādau ca vinyaset || 29 ||

ityevamādibhiryuktaṃ vimānaṃ sampadāṃ padam |
garbhārddhasamavistārā mahānāsāścaturdiśam || 30 ||

tadardhād vā tripādād vā tāsāṃ nirgama īritaḥ |
kṣudranāsāstadardhād vā rāmāṃśād vāpi kārayet || 31 ||

nāsikānāṃ tu karaṇamaṣṭadhoktaṃ purātanaiḥ |
siṃhapañjaramādau syāt pañjaraṃ cārdhapañjaram || 32 ||

niryūhapañjaraṃ caiva kathitaṃ lambanāsikam |
siṃhaśrotraṃ tathā khaṇḍaniryūhajhaṣapañjaram || 33 ||

dvidaṇḍādicaturdaṇḍavistṛtaṃ śālayānvitam |
sūcipādadvayopetaṃ śliṣṭaprākāranīprakam || 34 ||

p. 323)

ṣaḍvargasahitaṃ vyāsasamanirgamameva vā |
śaktidhvajayutaṃ cāpi tathā sammukhapaṭṭikam || 35 ||

vedikājālakastambhayuktaṃ syāt siṃhapañjaram |
prāsādanīprasaṃśliṣṭakhanīprādardhanirgatam || 36 ||

adhiṣṭhānāṅghriyuktaṃ ca prastaragrīvasaṃyutam |
tadvat saśikharaṃ śaktidhvajasammukhapaṭṭikam || 37 ||

vedikājālakarṇāḍhyaṃ sārdhapañjarasaṃjñitam |
prāgvaccheṣaṃ ca vistārapādasammitanirgamam || 38 ||

vyāsatribhāganiryūhaṃ vṛttasphuṭitakarmavat |
pañjarākhyaṃ smṛtaṃ cātha svatulyaśikharāgrakam || 39 ||

śliṣṭanīprāṅgakarṇaṃ ca kapotādyaṅgasaṃyutam |
niryūhapañjaraṃ tvetallambanāsikamucyate || 40 ||

saṃśliṣṭanīprakarṇāṅghri kṛtanāgadalādyapi |
niryūhasahitaṃ yuktasarvāṅgaṃlambanāsikam || 41 ||

siṃhaśrotraśikhāyuktametadeva tu pādavat |
nīprasaṃśritakarṇāṃśaṃ siṃhaśrotrābhidhānakam || 42 ||

yat svavistārapañcāṃśadvyaṃśanirgamasaṃyutam |
nīḍādhastāt kapotādyaiḥ khaṇḍaniryūhakaṃ yutam || 43 ||

daṇḍadaṇḍārdhaniṣkrāntanīprādhastāt tathopari |
kaṇṭhordhvatoraṇopetaṃ kapotādyaṅgasaṃyutam || 44 ||

jhaṣapañjarasaṃjñaṃ syādatha kūṭādi kathyate |
kūṭaṃ prāsādaṣaḍabhāgādaṃśaḥ śālā dvi gataḥ || 45 ||

prāsādajayabhūmyādikapotordhvanibandhanāt |
unnataḥ pañjarotsedhastadvibhāgo'tra kathyate || 46 ||

pañjarocce śarāṃśe tu sapādāṃśo'ṅghrituṅgatā |
tadardhaṃ prastarotsedhastatsamaḥ karṇakochrayaḥ || 47 ||

śeṣeṇāpyardhakarṇaḥ syādūrdhvaṃ śīrṣodayaḥ smṛtaḥ |
tatstambhārdhādadhiṣṭhānaṃ śeṣeṇāpyupapīṭhakam || 48 ||

p. 324)

evamuktā hi sarveṣāṃ pañjarāṇāmihonnatiḥ |
atha toraṇaśālāyā mūlādhiṣṭhānato'rdhataḥ || 49 ||

uccaṃ bhavedadhiṣṭhānaṃ stambhastaddviguṇaḥ smṛtaḥ |
adhiṣṭhānā[k: no]ṣṭabhāgonaḥ prastaraḥ kandharā tathā || 50 ||

toraṇoccaṃ tu śeṣeṇa śālābhaṃ vāpi kārayet |
śālākūṭāntare śālāmadhye vā pañjaraṃ bhavet || 51 ||

ūrdhvaṃ kuryānmahānāsiṃ pañjaraṃ śukanāsikāḥ |
nāsikopari nāsīṃ tu na kurvīta kadācana || 52 ||

sarvāḥ stambhāśrayā nāsyaḥ syāt pratyūrdhve ca vedikā |
sārdhaṃ vā dvitridaṇḍaṃ vā vedikoccaṃ prakalpayet || 53 ||

puṣpakhaṇḍaṃ citrakhaṇḍaṃ śaivalaṃ citraśaivalam |
caturdhā prāgvadābhūṣya pādādau kuḍyabhūṣaṇam || 54 ||

pratyūrdhve galabhūṣā syād vedikopari jālakam |
tricatuṣpañcadaṇḍaṃ vāpyuttarāntonnataṃ bhavet || 55 ||

uccāt trivedabhāgonaṃ vipulaṃ jālakasya tu |
ṛjusaṃjñaṃ gavākṣaṃ ca gajākṣaṃ gulikā tathā || 56 ||

gomūtraṃ patrakaṃ [g: ñja] caiva nandyāvartaṃ ca saptamam |
jālānāṃ saptabhedānāṃ pṛthag lakṣaṇamucyate || 57 ||

ṛjusūcikapādaṃ yadṛjujālakasaṃjñitam |
āyāmacaturaśrordhvakarṇakaṃ syād gavākṣakam || 58 ||

caturaśrakarṇalabdhacchidramuktaṃ gajākṣakam |
mūlāgramadhyagulikamṛjubhittyantarārpaṇāt || 59 ||

nāṭakāntaritacchidraṃ gulikākhyaṃ tu jālakam |
vidigvakragattacchidraṃ gomūtrākhyaṃ tadākṛti || 60 ||

patrairvicitrāntaritarandhraṃ syāt patrajālakam |
pañcasūtrāntarā randhraiḥ prādakṣiṇyakṛtaṃ tu yat || 61 ||

p. 325)

nandyāvartākṛticchidraṃ nandyāvartākhyajālakam |
vedikādviguṇo'dhyardhaṃ samo vā syād galodayaḥ || 62 ||

bhittivistārarāmāṃśād vedikāveśanaṃ bhavet |
grīvāveśastadūrdhvaṃ syāccharāṃśāno'pi tatsamaḥ || 63 ||

mṛṇālikāvakrapādabhūtahaṃsamṛgairapi |
vyālanāṭyakathābhirvā galabhūṣaṇamācaret || 64 ||

atha kaṇṭhārdhamānena śikharaṃ vartayet samam |
kaṇṭhād dvidaṇḍamānena bhavecchikharanirgamaḥ || 65 ||

nirgamād vartanā bāhye vartayitvādvidaṇḍataḥ |
stūpīṃ sakumbhāṃ kurvīta yathaiva śikharākṛtiḥ || 66 ||

śikharasya ca saṃsthānamaṣṭadhā tacca kathyate |
caturaśramāyatāśraṃ vṛttaṃ vṛttāyataṃ tathā || 67 ||

śālākāraṃ ṣaḍaśraṃ cāpyaṣṭāśraṃ ṣoḍaśāśrakam |
ityaṣṭau śikharākārāsteṣāmatha nigadyate || 68 ||

ardhamaulisabhāgramukhapaṭṭikāra [ralāṃstra śī] prastaracchatraśīrṣagṛhapiṇḍihastituṇḍakādīnāṃ pāñcālādayo'ṣṭau lupā bhavanti |
daṇḍikottaravistāre pañcadvisaptatricaturekādaśa[g: śaṣaṭ] pañcatrayodaśaṣaṭpañcadaśasaptadaśāṣṭavyāsādardhodayādīni (?) krameṇa pāñcālavaidehamāgadhakauravakausalaśaurasenagāndhārāvantikāni bhavanti |

vistārārghoccamāvantyaṃ tadvyāmiśraṃ tu nāmataḥ |
taddvayaṃ dvayadhā bhaktamekadvitryaṃśako'pi ca || 69 ||

catuḥpañcakaṣaṭsaptabhāgādhikyāt krameṇa tu |
bhavanti śikharoccānāṃ nāmānyapi ca saptadhā || 70 ||

kāliṅgakāśyavārāṭakollakāni ca śauṇḍikam |
kāśmīraṃ caiva gāṅgeyaṃ śikharāṇi pṛthag viduḥ || 71 ||

etāni daivadhiṣṇyānāmardhavedhetarannṛṇām |
sarvatra cāpi stambhā vā hastavaṃśatulā api || 72 ||

p. 326)

stūpikāścāpi devānāmayugmāścaiva śobhanāḥ |
yugmā eva manuṣyāṇāṃ praśastāḥ sarvadhāmasu || 73 ||

śikharodayavedāṃśāt pañcāṃśād vābjatuṅgatā |
tasmāt pādādhikaṃ vā syāt sārdhapādādhikaṃ tu vā || 74 ||

stūpyucchrayaḥ syāt tannyāsaḥ parato'tra nigadyate |

śikharalakṣaṇam |

agrasopānakaraṇaṃ guhyāguhyamiti dvidhā || 75 ||

vedāśraṃ dīrghavedāśraṃ vṛttaṃ ceti triyonikam |
caturvidhaḥ prakāraḥ syāt trikhaṇḍaṃ śaṅkhamaṇḍalam || 76 ||

ardhagomūtrakaṃ cātha [g: ṭa] vallīmaṇḍalamityapi |
trikhaṇḍākāranicitaṃ yat sopānaṃ trikhaṇḍakam || 77 ||

mūlādyāgraṃ tu saṃkṣiptaṃ kramād yacchaṅkhamaṇḍalam |
taddvikhaṇḍaṃ tu sopānamardhagomutrasaṃjñitam || 78 ||

vṛkṣāro[kh: lo]hilatākāraṃ vallīsopānasaṃjñitam |
śayitavyāsapādārdhatripādoccāni vai pṛthak || 79 ||

samakhaṇḍāni kurvīta sopānāni yathākramam |
dvidaṇḍaṃ vādhyardhadaṇḍaṃ bhaveddhastabilaṃ tataḥ || 80 ||

tripādād vāpi cārdhād vā hastanīpraṃ vidhīyate |
sthitasya śayitasyāpi praveśaḥ syād yathābalam || 81 ||

aśvyagnivedabāṇartusvaradaṇḍāntavistṛtiḥ |
sopānānāṃ bhaved dvitricaturdaṇḍo'śvapādake || 82 ||

ardhacandrasamākāraṃ tatsaṃsthānaṃ prakalpayet |
tacca hastaghanaṃ vā syāt tripādaṃ vāsya copari || 83 ||

sthitvā tale tale śastaprādakṣiṇyādhirohaṇam |
tadapyayugmameva syāt prāsāde maṇḍape'pi vā || 84 ||

p. 327)

śālādiṣu ca raṅgeṣu sopānaṃ pramukhaṃ smṛtam |
pārśvayormukhasopānamanyatra parimaṇḍayet || 85 ||

sopānam |

sarveṣāṃ ca bhaved dhāmnāṃ sañcitaṃ cāpyasañcitam |
upasañcitakaṃ ceti liṅgaṃ puṃstrīnapuṃsakam || 86 ||

śilābhiriṣṭakābhirvā kṛtaṃ sañcitasaṃjñitam |
kapotādiśiroyuktaṃ puṁlliṅgaṃ nāma yad ghanam || 87 ||

aiṣṭakaṃ dārujaṃ vāpi bhogabhūmyaṅgasañcitam |
asañcitākhyaṃ strīliṅgaṃ vimānaṃ tadudāhṛtam || 88 ||

iṣṭakādārubhirmiśramaghanaṃ ca ghanaṃ kvacit |
upasañcitakaṃ ṣaṇḍaṃ bhogābhogāṅgasaṃyutam || 89 ||

dvārasyobhayapārśve vā dvārapālaguhā bhavet |
chidraṃ kuryādadhaścordhve bāhye nālaṃ prayojayet || 90 ||

jagatyaṅgulamārabhya tritrayaṅgulavivardhanāt |
āsaṅkṛtyaṅgulaṃ nālasyāyāmaḥ pañcadhā smṛtaḥ || 91 ||

mayo'ṣṭāṅgulamārabhya dvidvyaṅgulavivardhanāt |
nālaṃ [k, kh: tāraṃ] ṣoḍaśamātrāntaṃ pañcadheti jagāda ha || 92 ||

samaṃ tripādamardhaṃ vā khanaṃ[kh: cha]cchidraṃ tu madhyame |
tricatuṣpañcatanmātraṃ tāraṃ tatsamanimakam || 93 ||

mūlāt pañcatribhāgaṃ syādagraṃ dhārābhiranvitam |
siṃhavaktreṇa ghaṭitaṃ drāṅnatāgraṃ tu mūlataḥ || 94 ||

prāsādasyottare madhye nālamevaṃ prakalpayet |
antaḥsthapīṭhanālasya samaṃ vā bāhyanālakam || 95 ||

vistārāyāmataḥ kuryād bhūṣayecca yathocitam |

nālalakṣaṇam |

maṇḍapasyāpyadhiṣṭhānaṃ prāsādoktaṃ yadeva tat || 96 ||

p. 328)

pūrvoktā eva pādāḥ syuḥ prastaro'pi ca pūrvavat |
ūrdhvadaṇḍāgravipulamārgaṃ ca kārayet || 97 ||

caturaśracatuḥstambho nandyāvartastu maṇḍapaḥ |
aṣṭābhiḥ svastikākhyaḥ syād vīrāsanamināṅghribhiḥ || 98 ||

stambhaiḥ ṣoḍaśabhirvidyānmaṇḍapaṃ śrīpratiṣṭhitam |
dvātriṃśadbhirjayabhadraṃ ṣaṭtriṃśadbhirathāṅghribhiḥ || 99 ||

maṇḍapo māṇibhadraḥ syācchatastambhairviśālakam |
ata ūrdhvaṃ yutāḥ stambhairviśālāste'pi maṇḍapāḥ || 100 ||

pādāyataṃ vāpyadhyardhaṃ dviguṇaṃ vā tato'dhikam |
caturaśrāyataṃ kuryānmaṇḍapaṃ daivamānuṣam || 101 ||

dvitrihastāntarān stambhāṃścaturhastāntarāṃstu vā |
maṇḍape yuktitaḥ kuryād bhāranāhottarocitam || 102 ||

kurvīta maṇḍapaṃ yuktyā prāsādābhimukheṣvapi |
ārāmapuṇyakṣetrādau grāmagehādimadhyataḥ || 103 ||

dīkṣābhiṣekayāgārthaṃ nṛttasthānārthameva ca |
ārabhya sārdhahastaṃ tu rasāṅgulavivardhanāt || 104 ||

śarahastāvadhiryāvad vidyāt stambhāntaraṃ kramāt |
ekadvitricatuṣpañcabhāge bhaktyāntare [g: kṣyā] kṛte || 105 ||

ekabhāgena vṛddhiḥ syādāyāmaḥ svaviśālataḥ |
svabhaktivisṛtā tritrimātravṛddhyā karāntataḥ || 106 ||

āyāmastvaṣṭadhā proktastena mānena yojayet |
sāyataṃ cāpi tatsarvaṃ tannāmnaiva prapadyate || 107 ||

sārdhadvihastamārabhya ṣaṭṣaḍaṅgulavardhanāt |
aṣṭahastāntamaṅghryaccaṃ trayoviṃśatpramāṇakam || 108 ||

dvitryaṃ"gulivivṛddhyā tu stambhotsedho'thavā bhavet |
aṣṭāṅgulaṃ samārabhya cārdhārdhāṅgulavardhanāt || 109 ||

p. 329)

nandapaṅktyaṅgulaṃ yāvat saṃkhyayā pūrvavat tatiḥ |
stambhotsedhe tu rudrāṃśe paṅktinandāṣṭabhāgike [ga] || 110 ||

mūlatāraṃ tu bhāgena tattadbhāgonamagrataḥ |
stambhocce śarabhāge tu dvibhāgoccaṃ tu vā talam [lakam] || 111||

tṛtīyāṃśaikabhāgena stambhaṃsyoccaṃ masūrakam |
sopapīṭhamadhiṣṭhānaṃ kevalaṃ vā masūrakam || 112 ||

adhiṣṭhānopari stambhaḥ prastaraśca tripaṭṭakaḥ |
kapotapratisaṃyuktaḥ sāmānyo maṇḍapaḥ smṛtaḥ || 113 ||

caturaśraścatuṣpādo vasunāsāvibhūṣitaḥ |
brahmāsanābhidhānaḥ [g: nasya maṇḍāno vā] syānmaṇḍapo vā prapāthavā || 114 ||

tribhakti ṣoḍaśastambhaṃ saraṅgaṃ dvyaṣṭanāsikam |
sakūṭaṃ vā caturdvāraṃ caturbhistoraṇānvitam || 115 ||

devadvijanarendrārhaṃ sarvakarmasu pūjitam |
nāmnā siddhaṃ vadantīha maṇḍapaṃ vā prapāmapi || 116 ||

maṇḍapalakṣaṇam |

atha prapāṇāṃ lakṣmāpi sāmānyeneha kathyate |
pādāyāmaḥ puroktaḥ syād vedartvaṣṭadaśāṅgulaiḥ || 117 ||

pādaviṣkambhamānaṃ syāt pādāḥ syuḥ sāradārujāḥ |
tvaksārairnirmitā vā syurūrdhvavaṃśottarāṇyapi || 118 ||

prāgvaṃśaṃcānuvaṃśaṃ ca nālikeracchadādibhiḥ |
anyairvāpyupapattyā tu patraiḥ pracchādayet prapām || 119 ||

paṅktinandāṣṭasaptartuśarāṃśe pādatuṅgake |
bhāgena vedikoccaṃ syānmadhye raṅgaṃ ca kalpayet || 120 ||

caturthāṃśena pādoccād bhāgād vedimasūrakam |
syād dvyaṃśastalimāyāmaḥ prastaroṃ'śena tasya tu || 121 ||

p. 330)

yugmāyugme dvibhaktyaikabhaktyā vā tadviśālatā |
catuḥstambhaṃ vasustambhaṃ ṣoḍaśastambhakaṃ tu vā || 122 ||

sarvāvayavasaṃyuktaṃ miśradravyaṃ tu vā bhavet |
śālāsabhāprapāṇāṃ vā maṇḍapānāṃ tu madhyataḥ || 123 ||

pratiṣṭhitacatuḥsthānaṃ trimānaṃ raṅgasaṃjñitam |
itthaṃ yathāvadiha toraṇakuḍyanālāḥ sopānapañjaragavākṣaviśeṣakaṇṭhāḥ |
berāṇi ca pratitalaṃ śikharāṇi samyak proktāni maṇḍapaviśeṣayutāḥ prapāśca || 124-1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde toraṇādilakṣaṇapaṭalo dvātriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 33: Holz, Ziegel, Mörtel und Bauteilverbindungen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 33: Holz, Ziegel, Mörtel und Bauteilverbindungen
Der Text wendet sich nun den Baustoffen zu: ihrer Auswahl, rituellen Gewinnung, Verarbeitung und Verbindung. Handwerkliche Anweisungen stehen neben historischen Vorzeichenlehren. Beides wird unterschieden, ohne die religiöse Bedeutung der Arbeit für die damalige Tradition auszublenden.

Kapiteleingang. Nun das dreiunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 33, Vers 1. Die Baustoffe für Tempel und andere Gebäude werden sechsfach genannt: Stein, Holz, Ziegel, Dachziegel, Lehm und Kalkmörtel.

Kriyapada 33, Vers 2. Die Merkmale des Steins werden später beschrieben. Zuerst wird die Beschaffung der fünf anderen Stoffe, angefangen beim Holz, erläutert.

Kriyapada 33, Vers 3. Zunächst werden die Bäume genannt, die zu meiden sind: solche mit Höhlungen, mit eigenen Ranken, von Kletterpflanzen umschlungen, von Insekten befallen oder mit Dornen versehen;

Kriyapada 33, Vers 4. solche, die ständig reich an Blüten und Früchten sind, Menschen, Kühen oder Gottheiten als Aufenthalt dienen, vielen Vögeln und Wildtieren Lebensraum bieten oder an Heiligtümern, Wegen und Leichenstätten wachsen;

Kriyapada 33, Vers 5. krumme, vertrocknete, gebrochene und solche, die verschiedensten Wesen als Zuflucht dienen. Ferner Palasha, Kutaja, Lodhra, Bilva, Pilu und Shirisha,

Kriyapada 33, Vers 6. Shleshmataka, Kadamba, Kovidara, Kimshuka, Pathya, Aksha, Amalaka, Partha, Snuhi, Snug und Varana,

Kriyapada 33, Vers 7. Ambashtha, Saptaparna, Karaskara, Vikankata, Nyagrodha, Udumbara, Ashvattha, Plaksha, Shalmali und Tinduka,

Kriyapada 33, Vers 8. Nandyavarta, Badara, Karavira, Kapittha, Sarpamara, Arimeda, Putrajiva und Dunduka,

Kriyapada 33, Vers 9. Tintrini, Patala, Ashoka, Karpura, Agaru, Grinjana und Arka: Diese sind für Götter- und Menschenbauten zu meiden. [Die Pflanzennamen bleiben als traditionelle Bezeichnungen erhalten; eine sichere moderne Artbestimmung wird hier nicht behauptet.]

Kriyapada 33, Vers 10. Gerade, kernholzreiche, feste und langlebige Bäume, die Regen, Wind und Hitze sowie Wasser und trockenen Boden vertragen,

Kriyapada 33, Vers 11. sind, sofern sie dem jeweiligen Land entsprechen und als gut gelten, für günstige Bauten zu nehmen. Milchsaftbäume sind im Allgemeinen nicht für Menschenhäuser geeignet.

Kriyapada 33, Vers 12. Für Götterhäuser eignen sie sich; Likucha ist für alle günstig. Ein von unten bis oben runder, stark verzweigter, fester und langer Baum

Kriyapada 33, Vers 13. gilt als männlich. Ein Baum mit breitem Fuß und schmaler Spitze gilt als weiblich; unten und oben schmal und in der Mitte breit gilt als geschlechtsneutral.

Kriyapada 33, Vers 14. Den zum günstigen Zeitpunkt gesetzten Pfeiler, den inneren Hauptpfeiler und ähnliche Teile fertige man allein aus einem männlich eingestuften Baum. Für alle übrigen Arbeiten werden Bäume aller drei Geschlechter gebilligt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Regeln für das Holz.

Kriyapada 33, Vers 15. In der hellen Monatshälfte, bei günstigem Mondhaus und weiteren guten Voraussetzungen, soll der Auftraggeber gemeinsam mit dem Baumeister, gebadet, weiß gekleidet und mit weißer Salbe bestrichen, mit angelegtem Schutzband und vollzogenen Glücksriten,

Kriyapada 33, Vers 16. von Brahmanen Segensworte sprechen lassen. Unter Vorantritt aller Instrumente gehe er zu dem bezeichneten Ort, an dem die ausgewählten Bäume stehen.

Kriyapada 33, Vers 17. Beim Aufbruch vergewissere er sich anhand der günstigen Vorzeichen des guten Gelingens. Im Schatten des vorgesehenen Baumes bestreiche er einen kreisförmigen Platz,

Kriyapada 33, Vers 18. verehre Ganesha mit Duftstoffen, Blüten, festen und weichen Speisen und ebenso den Hüter des Ortes, den Herrn der Pflanzen und die Waldgottheiten.

Kriyapada 33, Vers 19. Nachdem er sie mit Duftstoffen, gekochter Opferspeise, Früchten, Milchreis und süßen Klößen verehrt hat, gebe er den Wesen eine Bali-Gabe aus ihrer Speise, Hülsenfruchtbrei und gekochtem Reis.

Kriyapada 33, Verse 20–22. Der Baumeister bade, halte sein Beil und spreche diese beiden Mantras: „Die Wesen und Gottheiten samt den Guhyakas mögen weichen! Euch werde eine gute Opfergabe zuteil. Soma möge die Bäume freigeben.“ – „Heil sei euch, Söhne der Erde, und auch uns allezeit! Ich werde diese Arbeit ausführen; nehmt bitte einen anderen Aufenthalt.“ Nachdem er dies gesagt hat, verneige er sich mit heiterem Geist vor den Bäumen. [Die Quelle kündigt zwei Mantras an; die Grenze zwischen ihnen ist redaktionell nach dem Satzsinn gesetzt.]

Kriyapada 33, Vers 23. Östlich des zu fällenden Baumes trinke der Baumeister nachts Kuhmilch und schlafe auf Darbha-Gras. Nach guten Träumen stehe er morgens auf.

Kriyapada 33, Vers 24. Der besonnene Baumeister bade, schmücke sich und bestreiche zur günstigen Stunde schweigend die Schneide des Beils mit den fünf Kuhprodukten.

Kriyapada 33, Vers 25. Unter Instrumentenklang und Segensworten, nach Osten oder Norden gewandt, lasse er am Baumfuß ein Kishku-Maß stehen und fälle den Baum darüber.

Kriyapada 33, Vers 26. Milchsaft beim Schnitt gilt als Zeichen für Wohlstand, austretendes Wasser für Glück; Blut gilt als Zeichen des Untergangs des Auftraggebers. Einen solchen Baum fälle man nicht.

Kriyapada 33, Vers 27. Laute wie von Löwen, Elefanten oder Stieren gelten beim Fallen als günstig; Lachen, Schreien, Weinen und klagendes Rufen als ungünstig.

Kriyapada 33, Vers 28. Einen solchen Baum gebe man auf und nehme einen anderen mit günstigen Merkmalen. Ein Fall nach Osten, Nordosten oder Norden, mit der Spitze in diese Richtung, wird gebilligt.

Kriyapada 33, Vers 29. Fällt er anders, ist er aufzugeben; ein Bruch gilt überall als schlecht. Auch das Hängenbleiben an einem anderen Baum oder ähnlichem gilt als ungünstig und als Ursache von Hindernissen und Mühe.

Kriyapada 33, Vers 30. Den günstig geschnittenen und mit der Spitze günstig gefallenen Baum schneide man an Basis und Spitze entsprechend dem gewünschten Maß gleichmäßig ab und behaue ihn viereckig.

Kriyapada 33, Vers 31. Bestimme man ihn zum Pfeiler für den günstigen Baubeginn, hülle man ihn in ein weißes Tuch, lade ihn auf einen Wagen oder ein anderes Transportmittel und bringe ihn an den vorgesehenen Ort.

Kriyapada 33, Vers 32. Für Götter, Brahmanen, Könige und Vaishyas gilt Holztransport mit Wagen oder Elefanten als angemessen; für die übrigen lasse man es von Menschen herbeitragen.

Kriyapada 33, Vers 33. Durch einen günstigen Eingang bringe man es zum Werkplatz und lege das Holz mit der Spitze nach Osten auf einen Sandhaufen.

Kriyapada 33, Vers 34 und Beginn von 35. Acht, fünf oder drei Monate lang wende man es nicht. So beschaffe man das Holz nach der Vorschrift für den Bau. Die Übernahme aller Hölzer soll auf diese rituelle Weise geschehen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Übernahme des Holzes.

Kriyapada 33, Schluss von Vers 35 und Vers 36. Nun werden die Herstellung der Ziegel und der Kalkmörtel beschrieben. Glatter, weißlicher und salzhaltiger Lehm werden verworfen. Als vierte Sorte gilt kupferrot blühender Lehm als zur Arbeit geeignet.

Kriyapada 33, Vers 37. Kupferroter Lehm mit feinem Sand, frei von Spelzen, Kohle, Knochen, Steinen, Holz, Kies und Klumpen, eignet sich für Ziegel.

Kriyapada 33, Vers 38. Man gebe diesen Lehm in eine Grube und füge knietief Wasser hinzu. Man rühre ihn um, bewege ihn mit den Füßen und knete ihn immer wieder.

Kriyapada 33, Vers 39. Dann lasse man ihn einen Monat lang von kundigen Arbeitern mit einem Rindensud aus Milchsaftbäumen und Shirisha sowie Triphala-Wasser durchkneten.

Kriyapada 33, Vers 40. Die Ziegel forme man zwölf Finger lang, halb so breit und ein Drittel der Breite hoch.

Kriyapada 33, Vers 41. Oder sie sind um drei Viertel geringer. Man trockne sie in der Hitze. Bei einem ungeteilten Mondhaus und günstiger Aszendentenstellung errichte man einen Brennofen in Windrichtung. [Die Formulierung zur Verkleinerung ist auffällig; „auf drei Viertel“ wird nicht stillschweigend eingesetzt.]

Kriyapada 33, Vers 42. Dort schichte man die Ziegel der Reihe nach mit Zwischenräumen. Holz, Strohbündel und ähnliches sollen die Zwischenräume vollständig ausfüllen.

Kriyapada 33, Vers 43. Außen decke man alles sorgfältig zu und bestreiche es mit Lehm. Man entzünde an den Öffnungen Feuer und brenne zehn Tage oder eine Monatshälfte lang.

Kriyapada 33, Vers 44. Ist das Feuer erloschen, nehme man die Ziegel heraus und lege sie ein Jahr, acht oder sechs Monate in Wasser.

Kriyapada 33, erster Halbvers von 45. Danach nehme man sie heraus; dann eignen sie sich zum Bau von Tempeln und anderen Gebäuden.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Ziegel.

Kriyapada 33, zweiter Halbvers von 45 und Vers 46. Auch die Herstellung der Dachziegel erfolgt aus dem für Ziegel beschriebenen Lehm. Die beste, mittlere und geringste Art ist jeweils zwölf, zehn oder acht Finger lang.

Kriyapada 33, Vers 47. Die Breite beträgt die Hälfte der eigenen Länge oder zwei Fünftel. Teilt man die Breite in drei, vier oder fünf, beträgt die Höhe des Ziegels einen Teil.

Kriyapada 33, Vers 48. So lautet die Vorschrift für die beste und die weiteren Arten von Dachziegeln. Ziegel aus Gold, Silber und Kupfer erbringen der Reihe nach die beste und die weiteren Wirkungen

Kriyapada 33, Vers 49. beim Götterhaus und ähnlichen Bauten; tönerne gelten als die geringsten. Die Maße der Metallziegel richten sich nach den verfügbaren Mitteln.

Kriyapada 33, Verse 50–51. Alle sind gleichmäßig auszuführen. Es gibt sieben Arten: zweikantige, mit zwei Ecken an der Spitze, Seitenziegel, runde, Eckziegel, gebogene und als siebte Lotusziegel. Man verlege sie sachgemäß in geordneten Reihen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Herstellung von Mauer- und Dachziegeln.

Kriyapada 33, Vers 52. Karala, Mudga, Gulmasa, Kalka und Cikkana heißen die fünf Grundbestandteile beziehungsweise Zubereitungen des Kalkmörtels, für die Kalkpulver verwendet wird.

Kriyapada 33, Vers 53. Kiesel von der Größe eines Abhaya- oder Aksha-Samens heißen Karala. Mudga sind mungbohnengroß; Mudgi sind kleine Kiesel.

Kriyapada 33, Vers 54. Pulver aus Kalkstein und Muschelschalen, mit anderthalb, drei Vierteln und der doppelten Menge feinem Sand vermischt, heißt Gulmasa. [Die drei Mengenangaben sind in der gelieferten Wortfolge nicht eindeutig den Bestandteilen zuzuordnen.]

Kriyapada 33, Vers 55. Ein zerstoßener Ansatz aus Kichererbsen und Kalkpulver, verbunden mit Karala, Mudga und Sand nach dem zuvor angegebenen Maß, gilt als Kalka.

Kriyapada 33, Vers 56. Cikkana ist zweifach: mit einfachem Wasser oder mit Bindewasser. Zunächst zerstoße man die zuvor genannten Stoffe dreimal mit einfachem Wasser.

Kriyapada 33, Verse 57–58. Man mische Wasser aus den Rinden von Milchsaftbäumen, Amala, Aksha, Kadamba und Abhaya mit Triphala-Wasser und der gleichen Menge Urdbohnensud. In diesem Grubenwasser verbinde man das Pulver aus Kalkstein und Muschelschalen, stampfe es mit einem Hufwerkzeug und lasse es durch ein Tuch ablaufen.

Kriyapada 33, Verse 59–60. Damit bereite man das Cikkana. Nun das Bindewasser: Man bereite es sorgfältig aus Dickmilch, Milch, Urdbohnensud, Rohzucker, geklärter Butter, Bananen sowie Kokoswasser und Mangosaft. Dieses Bindewasser füge man zu gleichen Teilen hinzu.

Kriyapada 33, Verse 61–63. Das gewonnene Kalkpulver setze man mit hundert Teilen an, Honig mit zwei. Geklärte Butter, reife Banane, Kokoswasser, Urdbohnensud, Rindensud von Milchsaftbäumen, Milch, Dickmilch, Rohzucker, Schleimstoff und Triphala-Wasser füge man mit drei Teilen beginnend jeweils um einen Teil zunehmend hinzu, außerdem nach Möglichkeit Saft reifer Mangos. Man vereinige alles und gebe fest zerstoßenes Karala hinzu.

Kriyapada 33, Vers 64. Nach einem Tag bearbeite man die Mischung wiederholt mit Stäben aus Kokospalmzweigen und ähnlichem, bis sie dicht wird.

Kriyapada 33, Vers 65. Nach zehn Nächten ergibt sie, mit Mudgi, Gulmasa und Kalka verbunden und sachgerecht gründlich gestampft, guten Kalkmörtel.

Unnummerierte Überleitung. Ferner:

Kriyapada 33, Vers 66. Zuerst zwei Teile Karala; Honig, geklärte Butter, Banane, Kokoswasser, Urdbohnensud, Baumrindensud, Milch, Dickmilch, Rohzucker und Triphala-Wasser jeweils um einen Teil zunehmend; dazu hundert Teile des strahlend mondweißen Kalkpulvers. Alles richtig zerstoßen ergibt vorzüglichen Mörtel, dessen Verbindung so fest wie ein Vajra ist. [Diese Wiederholung weicht bei der anfänglichen Zuteilung der zwei Teile von Vers 61 ab. Beide Angaben bleiben erhalten; „Vajra“ ist das Härtebild des Textes.]

Kriyapada 33, Vers 67. Vier, drei oder zwei Monate gelagerter und angemessen gekneteter Kalkmörtel gilt als bester, mittlerer oder geringster Mörtel zum Verbinden von Prachtbauten und anderen Gebäuden.

Kriyapada 33, Vers 68. Trockene, fugenfreie, gleichmäßige und glatte Wände oder andere Flächen wasche man zunächst mit reinem Wasser ab. Dann bestreiche man sie mit Bindewasser, das Dickmilch, Milch und Rohzucker enthält.

Kriyapada 33, Vers 69. Nach einem Tag bringe man den Kalkputz sachgerecht an, so wie es am jeweiligen Ort angemessen ist.

Kriyapada 33, Vers 70. Auf die Wände und anderen Flächen male man vielfältige Bilder: Gottheiten nach dem eigenen Agama und Erzählungen aus den Puranas.

Kriyapada 33, Vers 71. Die Bilder sollen farbig und anmutig sein, nirgends zu wenig oder zu viel enthalten und jeweils angemessene Gestalt, Stimmung, Empfindung und Handlung zeigen.

Kriyapada 33, Vers 72 und erster Halbvers von 73. Solche Bilder gewähren Auftraggeber und Ausführendem stets vielfältige Früchte. Andere, ungünstige Bilder bewirken das Gegenteil. Wer Glück in beiden Welten wünscht, lasse solche Bilder weder malen noch male er sie selbst.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Kalkmörtel.

Kriyapada 33, zweiter Halbvers von 73 und Vers 74. Nun wird die Verbindung der Werkstücke und Hölzer beschrieben, um Festigkeit, Länge und weitere Erfordernisse zu erreichen, sowohl bei stehenden als auch bei liegenden Teilen: außen, innen, seitlich, unten und oben.

Kriyapada 33, Vers 75. Auch an jedem anderen gewünschten Ort verbinde man sie angemessen. Alle Hölzer lege man mit der Spitze nach Osten oder Norden.

Kriyapada 33, Vers 76. Das gilt als günstig; eine entgegengesetzte Richtung als ungünstig. Man verbinde nicht Basis mit Basis und nicht Spitze mit Spitze.

Kriyapada 33, Vers 77. Die Verbindung von Basis und Spitze der Werkstücke gilt als Grundlage des Gedeihens. In der Mitte des Bauplatzes, an der Tür, auf Götterfeldern und an den Ecken

Kriyapada 33, Vers 78. vermeide man Verbindungen, die als Ursache der Zerstörung des Ortes und des Untergangs der Familie gelten. Die Verbindungsarten heißen Meshayuddha, Trikhanda, Saumadra und Ardhapanika,

Kriyapada 33, Vers 79. ferner Manavritta: So gibt es fünf Pfeilerverbindungen. Bei liegenden Teilen folgen Shatshikha, Jhashadanta, Sukaraghrana,

Kriyapada 33, Vers 80. Sankirnakila und Vajra als fünf Verbindungsarten. Bei der Meshayuddha-Verbindung befindet sich in der Mitte ein Zapfen von einem Drittel der Pfeilerbreite.

Kriyapada 33, Vers 81. Meshayuddha, „Widderkampf“, ist svastikaförmig; Trikhanda hat drei Spitzen. Mit vier seitlich ansetzenden Zapfen heißt sie Saubhadra. [Der Name steht hier anders als „Saumadra“ in Vers 78; die Abweichung wird nicht vereinheitlicht.]

Kriyapada 33, Vers 82. Wenn man an Basis und Spitze jeweils die Hälfte der festgelegten Stärke ausnimmt und die Teile lückenlos ineinanderfügt, heißt die Verbindung Ardhapanika, „halbe Hand“.

Kriyapada 33, Vers 83. Mit einem runden Zapfen in der Mitte, der die halbe eigene Breite hat, heißt sie Manavrittaka. Bei einer rund ausgeführten Form verbinde man die Teile auf die beschriebene Weise. [Die Quelle erwägt bei diesem Namen zuvor auch „Mahavritta“.]

Kriyapada 33, Vers 84. Bei zwei Halbhandausschnitten sind die Zapfen pflugscharförmig. Befindet sich außerdem ein Stift in der Mitte, heißt die Verbindung Shatshikha, sechszapfig.

Kriyapada 33, Vers 85. Jhashadanta, Fischzahn, hat quer zur eigenen Länge verlaufende Armzapfen. Tragender und getragener Teil werden mit ihrer Belastung entsprechenden Zapfen verbunden. [Die Wortfolge zum querlaufenden Zapfen ist örtlich beschädigt.]

Kriyapada 33, Vers 86. Bei der Sukaraghrana-Verbindung werden sie wie eine Eberschnauze zusammengefügt. Mit verschiedenen, passend angeordneten spitzen Stiften

Kriyapada 33, Vers 87. heißt sie Sankirnakila, gemischte Stiftverbindung; vajraförmig heißt sie Vajracudaka. Bei einem stehenden Werkstück beträgt die Verbindungslänge anderthalb Diagonalen seiner Breite.

Kriyapada 33, Vers 88. In der Mitte eines Pfeilers verbinde man nicht; eine mittige Verbindung gilt als zerstörerisch. Rechts wie links liegt die Fugenmitte innerhalb des Pfeilerkopfes.

Kriyapada 33, Vers 89. So angeordnet gilt sie als Grundlage des Gedeihens. Den Zapfenstift bohre man nicht so, dass er die Verbindung des anderen Teils durchstößt.

Kriyapada 33, Vers 90. Ein Zapfen genau in der Mitte der Werkstückbreite gilt als wohlstandszerstörend; nach Süden oder Norden versetzt gilt er als wohlstandsbringend.

Kriyapada 33, Vers 91. Teilt man die angenommene Pfeilerbreite in acht, sieben oder sechs, beträgt die Breite des Zapfens und auch des Stiftes einen Teil.

Kriyapada 33, Vers 92. Bei Pfeilern in einer Reihe sollen die Verbindungen dieselbe Form haben. Gemischte Verbindungen gelten als zerstörerisch; deshalb vermeide man die Mischung.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Pfeilerverbindungen.

Kriyapada 33, Vers 93. Verbindungen aus kurzen und langen Werkstücken … innen ist innen einzusetzen, rechts ebenso rechts. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Wörter nach „Verbindungen“ sind in IAST und Devanagari gleichartig beschädigt und nicht sicher verständlich. Der Satz ist daher nur in seinen erkennbaren Teilen übertragen.]

Kriyapada 33, Vers 94. Bei liegenden Werkstücken verbinde man ein entsprechend langes Mittelstück mit kurzen Seitenteilen; manchmal können auch alle drei gleich sein.

Kriyapada 33, Vers 95. Die Verzierungen an Basis und Spitze spare man bei allen Verbindungen aus. Bei Verbindungen liegender Werkstücke liegt die Basis innen und die Spitze außen.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 95. Hier sagt Parashara: „Im Südwesten verbindet man Basis mit Basis, im Nordosten Spitze mit Spitze; bei liegenden Teilen im Südosten und Nordwesten Basis mit Spitze. Neues verbinde man nur mit Neuem, Altes mit Altem, Holz mit Holz und Bambus mit Bambus. Gleichartige Stoffe verbinde man miteinander, keine verschiedenartigen; Stein mit Stein und ebenso Ziegel mit Ziegeln. Das Gegenteil gilt als zerstörerisch; die vorgeschriebene Ausführung bringt Wohlergehen.“ [Die Richtungsregel dieses Zitats unterscheidet sich von der allgemeinen Regel in Vers 76; beide bleiben erhalten.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 95. Auch Maya sagt: „Mallakila, Brahmaraja, Venuparvaka, Kramuka, Devasandhi und als sechste Dandaka werden genannt.“

Kriyapada 33, Vers 96. Die Verbindung zweier Werkstücke an einer Stelle heißt Mallakilaka, diejenige dreier Brahmaraja, diejenige von vier oder fünf Venuparva.

Kriyapada 33, Vers 97. Bei sechs oder sieben Werkstücken heißt sie Kramuka, bei neun oder acht Devasandhi. Die vielfache Verbindung vieler Werkstücke heißt Dandika-Verbindung.

Kriyapada 33, Vers 98. Ferner gibt es Verbindungen in Svastika-, Vardhamana-, Nandyavarta- und Sarvatobhadra-Gestalt, jeweils nach der betreffenden Form.

Kriyapada 33, Vers 99. Bei seitlichen Werkstücken ist die Basis innen und die Spitze außen günstig. Das Gegenteil gilt als zerstörerisch; daher führe man es nicht aus.

Kriyapada 33, Vers 100. Wie es die Alten in den Lehrwerken Pitamahas und anderer Autoritäten vorgefunden haben, so führe man jede einzelne Arbeit aus, um Wohlergehen und Lebensdauer zu mehren.

Kriyapada 33, Vers 101. So wurden die besonderen Arten von Holz, Mauerziegeln, Dachziegeln und Kalkmörtel mit ihren Merkmalen und Verwendungen beschrieben. Die vielfältigen Verbindungen stehender und liegender Teile wurden ordnungsgemäß gezeigt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das dreiunddreißigste Kapitel über die Merkmale von Holz und weiteren Baustoffen.

Besinnung zu Kapitel 33

Vor dem Fällen steht hier die Anrede an die Wesen des Waldes. Die Arbeit wird als Eingriff in einen bewohnten Lebensraum verstanden. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine Anregung zu Achtsamkeit gegenüber Material, Herkunft und Mitwelt. Auch die Geduld bei der Vorbereitung und die Sorgfalt jeder Verbindung lassen sich als Bilder einer verlässlichen Praxis lesen. Die historischen Vorzeichen und Wirkungszuschreibungen werden dadurch nicht zu heutigen Gewissheiten.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 33: Holz, Ziegel, Mörtel und Bauteilverbindungen
Der Text wendet sich nun den Baustoffen zu: ihrer Auswahl, rituellen Gewinnung, Verarbeitung und Verbindung. Handwerkliche Anweisungen stehen neben historischen Vorzeichenlehren. Beides wird unterschieden, ohne die religiöse Bedeutung der Arbeit für die damalige Tradition auszublenden.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha trayastriṃśaḥ paṭalaḥ |

dravyāṇyatha vimānādeḥ śilā dārūṇi ceṣṭakāḥ |
loṣṭāni mṛt sudhā ceti ṣaḍvidhāni pracakṣate || 1 ||

tatra lakṣma śilāyāstu parato'tra nigadyate |
dārvādīnāṃ tu pañcānāṃ saṅgrahaḥ pūrvamucyate || 2 ||

varjyāstu taravaḥ pūrvaṃ vakṣyante ye sakoṭarāḥ |
savallikā latāśliṣṭāḥ kīṭajuṣṭāḥ sakaṇṭakāḥ || 3 ||

sadā puṣpaphalāḍhyā vā nṛgodevāśritāśca ye |
bahupakṣimṛgairjuṣṭāścaityamārgaśmaśānajāḥ || 4 ||

vakrāḥ śuṣkāśca ye bhagnāḥ sarvabhūtādisaṃśrayāḥ |
palāśāḥ kuṭajā lodhrā bilvapīluśirīṣakāḥ || 5 ||

śleṣmātakāḥ kadambāśca kovidārāḥ sakiṃśukāḥ |
pathyākṣāmalakāḥ pārthāḥ snuhisnugvaraṇā api || 6 ||

ambaṣṭhāḥ saptaparṇāśca kāraskaravikaṅkatāḥ |
nyagrodhodumbarāśvatthaplakṣaśalmalitindukāḥ || 7 ||

p. 331)

nandyāvartāśca badarāḥ karavīrāḥ kapittthakāḥ |
sarpamārārimedāśca putrajīvāḥ saḍuṇḍukāḥ || 8 ||

tintriṇīpāṭalāśokakarpūrāgarugṛñjanāḥ |
arkāśca varjanīyāḥ syurdevamānuṣadhāmasu || 9 ||

ṛjavaḥ sāravantaśca dṛḍhāśca cirajīvinaḥ |
varṣavātātapasahā jalasthalasahāśca ye || 10 ||

tattaddeśocitāḥ śastā grāhyāḥ syuḥ śubhadhāmasu |
prāyaśaḥ kṣīrataravo na manuṣyagṛhocitāḥ || 11 ||

devadhāmasu te yogyāḥ sarveṣāṃ likūcaḥ śubhaḥ |
vṛttākārastu mūlāgrād bahuśākho dṛḍhāyataḥ || 12 ||

puṃvṛkṣaḥ syāt taroḥ strītvaṃ sthūlamūlakṛśāgratā |
mūlāgrayoḥ kṛśatvaṃ ca madhye sthaulyaṃ ca ṣaṇḍatā || 13 ||

muhūrtagarbhastambhādau puṃvṛkṣeṇaiva kārayet |
śeṣakarmasu sarveṣu triliṅgairapi śasyate || 14 ||

dāruniyamaḥ |

śuklapakṣe śubharkṣādau kartā sthapatinā saha |
snātaḥ sitāmbarālepaḥ kṛtakautukamaṅgalaḥ || 15 ||

vācayitvā dvijaiḥ svasti sarvātodyapuraskṛtaḥ |
yathoddiṣṭaṃ vrajed deśamuddiṣṭaistarubhiryutam || 16 ||

prayāṇasamaye śastrairnimittairjñātamaṅgalaḥ |
uddiṣṭavṛkṣacchāyāyāmupalipya tu maṇḍalam || 17 ||

gaṇeśaṃ gandhapuṣpādyairbhakṣyairbhojyaiśca pūjayet |
kṣetreśamoṣadhīśaṃ ca tathaiva vanadevatāḥ || 18 ||

gandhādibhiśca caruṇā phalapāyasamodakaiḥ |
iṣṭvā bhūtabaliṃ dadyād bhūtānnakṛsaraudanaiḥ || 19 ||

p. 332)

saṭaṅkaḥ sthapatiḥ snātvā mantrāvetāvudīrayet |
apakrāmantu bhūtāni devatāśca saguhyakāḥ || 20 ||

yuṣmabhyaṃ subalirbhūyāt somo diśatu pādapān |
śivamastu mahīputrā yuṣmabhyaṃ cāpi naḥ sadā || 21 ||

karmaitat sādhayiṣyāmi kriyatāṃ vāsaparyayaḥ |
evamuktvā namaskṛtya pādapebhyaḥ prasannadhīḥ || 22 ||

tarośchedyasya tu prācyāṃ pītvā gavyaṃ payo niśi |
darbheṣu sthapatiḥ suptvā susvapnaiḥ prātarutthitaḥ || 23 ||

snātvā svalaṅkṛtaḥ śaste muhūrte sthapatiḥ sudhīḥ |
ālipya paraśorāsyaṃ pañcagavyena vāgyataḥ || 24 ||

vādyaiśca maṅgalairgīrbhiḥ prāṅmukho vāpyudaṅmukhaḥ |
kiṣkumātraṃ tarormūlaṃ tyaktvā chindyāt tadūrdhvataḥ || 25 ||

chedāt kṣīrasrutirlakṣmyai jalasrāvastu saukhyakṛt |
rudhirasya vināśāya kurtuśchindyānna taṃ tarum || 26 ||

siṃhebhavṛṣabhadhvānāḥ patane tu śubhāvahāḥ |
hasitākrośaruditakūjitānyaśubhānyataḥ || 27 ||

taṃ vṛkṣaṃ varjayitvānyaṃ gṛhṇīyācchubhalakṣaṇaiḥ |
indreśārthadadikpātastanmukhāgraṃ ca śasyate || 28 ||

anyathā patitastyājyo bhaṅgaḥ sarvatra garhitaḥ |
vṛkṣāntarādau saṅgo'pi vighnakleśakaro'śubhaḥ || 29 ||

śubhacchedāgrapatanaṃ tarumūlāgrayoḥ samam |
iṣṭapramāṇataśchittvā caturaśraṃ tu takṣayet || 30 ||

muhūrtastambhamuddiśya śuklenācchādya vāsasā |
śakaṭādau samāropya yathoddeśamupāharet || 31 ||

devadvijanarendrāṇāṃ viśāṃ ca śakaṭairgajaiḥ |
dārvāhāraṇamiṣṭaṃ syādanyeṣāṃ nṛbhirāharet || 32 ||

praveśya śastadvāreṇa karmaśālāsthale tataḥ |
vālukāsañcaye dāru śāyayet pūrvamastakam || 33 ||

p. 333)

na parāvartanaṃ kuryādaṣṭapañcatrimāsataḥ |
itthaṃ dārorvidhānena saṅgrahed dhāmakarmaṇi || 34 ||

svīkāraḥ sarvadāruṇāṃ vidhinaiva kṛto bhavet |

dārusvīkaraṇam |

atheṣṭakānāṃ karaṇaṃ sudhā caiva nigadyate || 35 ||

cikkaṇā pāṇḍarākhyā ca saloṇā ca vigarhitā |
caturthī tāmraphullā tu karmayogyā mṛdiṣyate || 36 ||

tuṣāṅgārāsthipāṣāṇakāṣṭhaśarkaraloṣṭakaiḥ |
varjitā sūkṣmasikatā tāmraphulleṣṭakocitā || 37 ||

tāṃ prakṣipyāvaṭe mṛtsnāṃ jānudaghnaṃ jalaṃ kṣipet |
āloḍya padbhiḥ saṃkṣobhya mardayet tāṃ punaḥ punaḥ || 38 ||

tataḥ kṣīrāgaśairīṣatvakkvāthaṃtriphalāmbubhiḥ |
mardayenmāsamātraṃ tu tatkarmakuśalairnaraiḥ || 39 ||

iṣṭakāḥ kalpayet samyag dvādaśāṅgulamāyatāḥ |
tadardhavistṛtāḥ kuryād vyāsarāmāṃśamucchritāḥ || 40 ||

tripādonāstvato vā syurghameṃ tāḥ pariśoṣayet |
akhaṇḍarkṣe sulagnādau culliṃ kṛtvānumārutam || 41 ||

tatreṣṭakāstāḥ sandadhyāt sāntaraṃ kramaśaścitāḥ |
kāṣṭhaiḥ palālabhārādyairācitāḥ syurnirantaram || 42 ||

bahirācchādayet samya mṛtsnayā ca vilepayet |
tanmukheṣvagnimādhāya daśāhaṃ pakṣameva vā || 43 ||

saṃskṛtya jvalane śānte samuddhṛtyeṣṭakāstataḥ |
prakṣipya salile varṣamaṣṭau māsān ṣaḍeva vā || 44 ||

uddharediṣṭakāstāḥ syurvimānādikriyocitaḥ |

iṣṭakāḥ |

iṣṭakoktamṛdā tadvanmṛlloṣṭakaraṇaṃ smṛtam || 45 ||

p. 334)

tattanmātrāṅgulairarkadigvasūnāṃ tu saṃkhyayā |
āyatānyuttamādīni mṛlloṣṭāni bhavanti hi || 46 ||

khāyāmārdhāt smṛto vyāsaḥ śarāṃśe dvyaṃśato'pi vā |
vyāse rāmābdhibāṇāṃśe loṣṭotsedhoṃ'śato bhavet || 47||

uttamādikramādevaṃ mṛlloṣṭeṣu smṛto vidhiḥ |
suvarṇarūpyatāmrāṇāṃ loṣṭaiḥ śreṣṭhādikaṃ phalam || 48 ||

labhate devadhiṣṇyādau mārttikairadhamādhamam |
mānapramāṇaṃ lohānāṃ jñeyaṃ vittānuṃsārataḥ || 49 ||

sarvāṇyapi samānāni saptabhedāni tānyapi |
dvyaśraṃ caiva dvikoṇāgraṃ pārśvaloṣṭaṃ ca vartulam || 50 ||

koṇaloṣṭaṃ ca vakraṃ ca padmaloṣṭaṃ ca saptamam |
kramapaṅktiniveśastu tervidheyaṃ tu yuktitaḥ || 51 ||

iṣṭakāloṣṭakaraṇam |

karālamudgagulmāsakalkacikkaṇakāhvayā |
cūrṇopayuktāḥ pañcaite sudhāprakṛtayo matāḥ || 52 ||

abhayākṣabījamātrāḥ śarkarāḥ syuḥ karālakāḥ |
mudgā mudgasamā jñeyā mudginaḥ kṣudraśarkarāḥ || 53 ||

sārdhatripādadviguṇakiñjalkasikatānvitam |
cūrṇaṃ tu śarkarāśuktyoryad gulmāsaṃ taducyate || 54 ||

karālamudgyoḥ pūrvoktamānena sikatānvitam |
caṇakasya ca cūrṇasya piṣṭaṃ yat kalkamiṣyate || 55 ||

cikkaṇaṃ kevalaṃ tvambu baddhodakamiti dvidhā |
kevalenāmbhasā pūrvaṃ pūrvoktāṃstriḥ prakuṭṭayet || 56 ||

kṣīradrumāmalākṣāṇāṃ kadambābhayayorapi |
tvagjalaistriphalātoyaṃ māṣayūṣaṃ ca tatsamam || 57 ||

saṃyamya śarkarāśuktyoścūrṇaṃ tat khātavāriṇi |
khurasaṃkuṭṭanaṃ kṛtvā srāvayitvātha vāsasā || 58 ||

p. 335)

cikkaṇaṃ kalpayet tena baddhodakamathocyate |
dadhidugdhamāṣayūṣairgulājyakadalīphalaiḥ || 59 ||

nālikerāmraphalayorjalaiścaitat sukalpitam |
baddhodakaṃ bhavet tacca samabhāgaṃ niyojayet || 60 ||

labdhacūrṇaṃ śatāṃśaṃ tu kṣaudramaṃśadvayaṃ bhavet |
ājyaṃ tu kadalīpakvaṃ nālikerāmbumāṣayūḥ || 61 ||

kṣīrāgatvakkaṣāyaśca kṣīraṃ dadhi tato gulam |
picchilaṃ triphalāmbhaśca tryaṃśādikamidaṃ kramāt || 62 ||

aṃśavṛddhyā samāyojya cūtapakvāmbu śaktitaḥ |
ekīkṛtya karālaṃ ca prakṣiped dṛḍhapeṣitam || 63 ||

atītyaikadinaṃ paścād yathaiva ghanatā bhavet |
nārikelasya śākhādidaṇḍaiḥ santāḍayenmuhuḥ || 64 ||

atītya daśarātraṃ tu mudgīrgulmāsakalkakaiḥ |
yuktaṃ sukuṭṭitaṃ yuktyā sudhā bhavati śobhanā || 65 ||

apica -

pūrvaṃ dvyaṃśaṃ karālaṃ madhughṛtakadalīnālikerāmbumāṣa- yūṣaṃ vārkṣaḥ kaṣāyaḥ stanajadadhigulatraiphalāmbhāṃsi caivam |
vṛddhānyaṃśakrameṇa sphuṭaśaśidhavalaṃ cūrṇamuktaṃ śatāṃśa piṣṭaṃ sarvaṃ yathāvad bhavati varasudhā vajrabaddhaṃ yathaiva || 66 ||

catustridvayamāsāntamuṣitā yuktimarditā |
śreṣṭhamadhyādhamā jñeyā sudhāa saudhādibandhanī || 67 ||

atha kuḍyādikaṃ śuṣkaṃ nīrandhraṃ susamaṃ mṛdu |
śuddhāmbhasādau prakṣālya dadhikṣīragulānvitam || 68 ||

baddhodakena cālipya vyapohyaikadinaṃ tataḥ |
suddhāṃ niyojayed yuktyā yathā yatrocitaṃ bhavet || 69 ||

bhittyādau tatra lekhyaṃ syāccitraṃ citratarākṛti |
svāgamoditadevādipurāṇoktakathānvitam || 70 ||

p. 336)

raṅgavarṇānvitaṃ ramyaṃ na nyūnaṃ nādhikaṃ kvacit |
tatratatrocitākārarasabhāvakriyānvitam || 71 ||

citraṃ vicitraphaladaṃ bhartuḥ kartuśca sarvadā |
ato'nyadaśubhaṃ citraṃ viparītaphalapradam || 72 ||

na lekhayet tanna likhellokadvayasukhecchayā |

sudhādhikāraḥ |

dravyāṇāmapi dārūṇāṃ balāyāmādisiddhaye || 73 ||

sthitānāṃ śāyitānāṃ ca sandhikarma nigadyate |
bāhyaṃ cābhyantaraṃ pārśve'pyadhastācca tathopari || 74 ||

anyatrāpi ca yatreṣṭaṃ sandadhyāducitaṃ yathā |
sarvadārūṇi pūrvāgramuttarāgraṃ ca yojayet || 75 ||

śubhadaṃ viparītāgramaśubhāyeha kalpate |
mūle mūlaṃ na sandadhyādagreṇāgraṃ na yojayet || 76 ||

mūlāgradravyayogena sandhānaṃ sampadāṃ padam |
vāstumadhye tato dvāre devāṃśeṣvapi karṇayoḥ || 77 ||

sandhānaṃ sthānanāśāya kulakṣayakaraṃ tyajet |
meṣayuddhaṃ trikhaṇḍaṃ ca saumadraṃ cārdhapāṇikam || 78 ||

(mahā? māna) vṛttaṃ ca sandhānaṃ stambhānāṃ pañcadhaiva hi |
ṣaṭśikhaṃ jhaṣadantaṃ ca sūkaraghrāṇamapyatha || 79 ||

saṅkīrṇakīlaṃ vajraṃ ca śayite pañca sandhayaḥ |
stambhadravyasya vistārād rāmāṃśānmadhyataḥ śikham || 80 ||

meṣayuddhaṃ svastikābhaṃ satricūḍaṃ trikhaṇḍakam |
saubhadramiti tat proktaṃ pārśvaprāptacatuśśikham || 81 ||

gṛhītaghanamānārghaṃ chittvā mūlāgrayormithaḥ |
niśchidramarpitaḥ proktaḥ sandhiḥ syādardhapāṇikaḥ || 82 ||

madhye svārdhena yad vṛttaśikhaṃ tanmānavṛttakam |
nivṛttākṛtiniṣpādye yojayeduktamārgataḥ || 83 ||

athārghapāṇikhaṇḍābhyāṃ halākārāstu tacchikhāḥ |
samadhyasthitakaliṃ ca yatra syāt ṣaṭchikhastu saḥ || 84 ||

p. 337)

jhaṣadanto nijāyāmātaryagbāhuśivamayutaḥ |
ādhārādheyayogena yathābalaśikhāyutam || 85 ||

sūkaraghrāṇavadyojyaḥ sūkaraghrāṇasaṃjñite |
yathāyukti yathāyogaṃ śūlairnānāvidhairyutam || 86 ||

saṅkīṃrṇakīlasaṃjñaḥ syād vajrābho vajracūḍakaḥ |
svavyāsakarṇādhyardhaṃ vā sandhyāyāmaḥ sthite bhavet || 87 ||

rasambhamadhye na sandadhyānmadhyasandhirvināśakṛt |
dakṣiṇe'pi ca vāme ca stambhacūḍāntaraṃ tu tat || 88 ||

sandhimadhyaṃ niyojyaṃ syāt tadevaṃ sampadāṃ padam |
anyonyasandhividdhaṃ tu śikhākīlaṃ na vedhayet || 89 ||

taddravyavyāsamadhyasthā śikhā sampadvināśinī |
dakṣiṇottarayoryuktā śikhā sampatkarīi bhavet || 90 ||

gṛhitastambhavipule tvaṣṭasaptaṣaḍaṃśake |
śikhayāḥ kīlakasyāpi vistāro bhāgato bhavet || 91 ||

ekapaṅktigatastambheṣvekākārāstu sandhayaḥ |
miśrasandhirvināśāya tasmānmiśraṃ tu varjayet || 92 ||

stambhasandhiḥ |

adīrghadīrghadravyābhyāṃ sandhayaḥ raghurbahibīhiḥ |
antarantaniyojyaṃ syād dakṣiṇādakṣiṇā tathā || 93 ||

madhyadravyaṃ yathādīrghaṃ hrasvadravyeṣu pārśvayoḥ |
sandadhyācchayitadravye samaṃ vāpi trayaṃ kvacit || 94 ||

mūlāgrayoralaṅkārāṃstyaktvā sarvatra sandhayet |
antarmūlaṃ bahiścātra śayitadravyasandhiṣu || 95 ||

atra parāśaraḥ -

mūlaṃ mūlena nair-ṛtyāmagreṇāgraṃ tu śūlini |
mūlāgrayostu saṃyogaḥ śayite'gnau ca mārute ||

navadravyaṃ navenaiva jīrṇaṃ jīrṇena sandhayet |
dāruṇā dāru sandadhyāt tvaksāraṃ tvacisārakaiḥ ||

p. 338)

svajātibhiḥ svajātīstu sandadhyānna vijātibhiḥ |
śilāḥ śilābhiḥ sandadhyādiṣṭakābhistatheṣṭakāḥ ||

viparītaṃ vināśāya yathoddiṣṭaṃ sukhāvaham ||

iti |
mayo'pyāha -

mallakīlaṃ tathā brahmarājaṃ vai veṇuparvakam |
kramukaṃ devasandhiśca daṇḍakaḥ ṣaṣṭha ucyate ||

iti |

dravya[g: va]dvayasya tvekatra sandhiḥ syānmallakīlakaḥ |
tridravyairbrahmarājākhyo veṇuparvābdhibāṇakaiḥ || 96 ||

kramukaḥ ṣaṇmunidravyairdevasandhirnavāṣṭabhiḥ |
bahusandhirbahudravyairdaṇḍikāsandhirucyate || 97 ||

svastikaṃ vardhamānaṃ ca nandyāvartamataḥparam |
tataśca sarvatobhadraṃ tattadākārasandhayaḥ || 98 ||

antarmūlaṃ bahiścāgraṃ pārśvadravyeṣu śobhanam |
viparītaṃ vināśāya yatastanna samācaret || 99 ||

pitāmahādiśāstreṣu yathādṛṣṭaṃ purātanaiḥ |
tathā tattat prakurvīta saukhyāyussaṃpravṛddhaye || 100 ||

dārviṣṭakāloṣṭasudhāviśeṣāḥ proktā yathālakṣaṇataśca yogāḥ |
sandhiḥ sthitānāmapi śāyitānāṃ sandarśito'nekavidho yathāvat || 101 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde dārvādilakṣaṇapaṭalastrayastriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 34: Dachbekrönung, Tempelweihe und Einsetzung des Herzens

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 34: Dachbekrönung, Tempelweihe und Einsetzung des Herzens
Mit der Vollendung des Baus beginnt seine rituelle Belebung. Das Kapitel verbindet die Verantwortung der Handwerker mit der Arbeit des Acharya, beschreibt die Weihe der Dachspitze und deutet den Tempel als von Bewusstsein erfüllten Körper. Die Segensgebete sprechen auch Gesundheit, Frieden und das Wohlergehen der Bevölkerung an.

Kapiteleingang. Nun das vierunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 34, Vers 1. Bei jedem Baubeginn wähle man zuerst einen Baumeister, der Breite, Höhe und Proportionen kennt und in der Baukunst erfahren ist.

Kriyapada 34, Vers 2. Ebenso wähle der Auftraggeber einen Einsetzungspriester, der die Shiva-Lehrwerke kennt und die Eigenschaften eines Acharya besitzt. Dann führe er das Bauwerk aus.

Kriyapada 34, Vers 3. Ein Tempel oder ein anderer Bau, den diese beiden begonnen haben, soll von ihnen selbst bis zur Vollendung geführt werden, nicht von anderen.

Kriyapada 34, Vers 4. Sind sie nicht mehr verfügbar, übernehmen ihre Söhne oder Schüler die weitere Arbeit bis zum Abschluss nach der Weisung des Lehrers. [Die Verbindung „citrastha“ vor „Lehrer“ ist nicht sicher verständlich.]

Unnummeriertes Zitat nach Vers 4. Hier ein Ausspruch Pitamahas und weiterer Autoritäten: „Wie jemand die vorgeschriebene Arbeit zuerst begonnen hat, so soll er sie bis zur Vollendung fortführen. Wird aber von einem anderen beendet, was ein anderer begonnen hat, gilt dies als ungünstig für den Besitzer, den König und die Bewohner des Landes.“ [Der erste Satz ist in der Vorlage mit abweichenden Lesungen versehen; seine Wiedergabe folgt dem erkennbaren Gesamtsinn.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Bindung der Ausführenden vom Baubeginn bis zur Vollendung.

Kriyapada 34, Vers 5. Auf dem fertiggestellten Tempel setze man Stupi und Krug ein. Zuvor bereite man vier Ziegel durch die vorgeschriebene rituelle Lagerung wie oben beschrieben vor.

Kriyapada 34, Verse 6–7. In der Mitte der Dachspitze fertige man fünf Vertiefungen. Edelsteine, Heilpflanzen, Samen, Metalle, mineralische Stoffe, Säfte und vorzügliche Duftstoffe bespräche man mit dem Wurzelmantra, Ishana und dem Waffenmantra und lege sie rechtsläufig in die mittlere Vertiefung.

Kriyapada 34, Vers 8. Mit den vier Elementprinzipien, angefangen bei Erde, den Mantras von Sadyojata an und den Gliedermantras von Herz an lege man die vier Ziegel an den Ecken, beginnend im Südosten, nieder.

Kriyapada 34, Vers 9. Den Befestigungsstift der Stupika fertige man aus Metall oder Holz, lingaförmig, mit nadelfeiner Spitze oder in der Gestalt des Shikhara.

Kriyapada 34, Vers 10. Er ist so lang wie der Pfeiler des oberen Geschosses und entsprechend dem Pfeilermaß breit. Nach oben verjünge er sich allmählich bis auf einen Finger Breite.

Kriyapada 34, Vers 11. Teilt man seine Länge in drei, ist er unten viereckig, im mittleren Drittel rund und im letzten wie ein Pfauenfuß gestaltet.

Kriyapada 34, Verse 12–13. Unter Segensverkündung und Instrumentenklang setze man den Stift bei günstiger Aszendentenstellung in die zuvor genannte mittlere Grube ein. Von der in fünf Teile geteilten Stupi-Länge sollen drei unsichtbar und die oberen zwei sichtbar sein. Ringsum befestige man ihn fest mit Steinen oder Ziegeln.

Kriyapada 34, Vers 14. Besteht der Bau aus einem, zwei oder drei Baustoffen, soll auch die Verkleidung rings um die Stupi auf dem Dach aus diesem einen, diesen beiden oder diesen drei Stoffen bestehen.

Kriyapada 34, Vers 15. Nachdem man sie mit Mörtel befestigt hat, fertige man einen achtblättrigen Lotus mit Ranken nach den angegebenen Merkmalen und schmücke damit die Stupika.

Kriyapada 34, Vers 16. Aus neuen Leinen- oder Baumwolltüchern fertige man eine große Fahne von gleichmäßiger Breite, die vom unteren Geschoss bis zum Stupi-Ende reicht.

Kriyapada 34, Vers 17. Man befestige die Fahne an der Stupi-Spitze und lasse sie nach Norden herab. Berührt sie zuerst den Boden im Norden, Nordosten oder Osten,

Kriyapada 34, Vers 18. gilt dies als günstig. Andernfalls opfere man zur Befriedung tausendmal Sesam mit den Samhita-Mantras sowie geklärte Butter und gekochte Opferspeise.

Kriyapada 34, Vers 19 und Beginn von 20. Man vollziehe das Vastu-Feueropfer und gebe nachts die Vastu-Bali-Gabe. Baumeister und Acharya erfreue man mit Gold, Gewändern und weiteren Gaben, ebenso die Brahmanen, die übrigen Holzhandwerker und die Arbeiter.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Einsetzung der Stupi.

Kriyapada 34, Schluss von Vers 20 und Vers 21. Nun nehme man einen nach den Merkmalen gefertigten Krug aus Gold, Silber, Kupfer, Kalkmaterial oder Ton. An einem günstigen Tag, bei gutem Mondhaus und günstiger Stunde bade der besonnene Baumeister.

Kriyapada 34, Vers 22. Mit Gewändern, Gold und anderem geschmückt und nach Osten oder Norden gewandt lege er Gold, Edelsteine, Heilpflanzen und Säfte in den Krugsockel.

Kriyapada 34, Vers 23. Dann setze er den die Stupika umhüllenden Krug ein, dessen Spitze der Stupi-Form entspricht: einen, drei oder fünf, in gerader Reihe angeordnet.

Kriyapada 34, Vers 24. Entsprechend setze er mit Mantras eine oder mehrere Göttergestalten ein. Bei einem Krug ist es Shiva allein; bei dreien Brahma, Vishnu und Ishvara.

Kriyapada 34, Vers 25 und erster Halbvers von 26. Bei fünf Krügen sind Brahma und die folgenden bis Sadesha einzusetzen. Ringsum befestige man den Krugfuß mit Mörtel, Metall und ähnlichem so fest und fugenlos, dass eine glatte Fläche entsteht. [Der abschließende Name Sadesha bleibt in der gelieferten Form stehen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Einsetzung des Kruges.

Kriyapada 34, zweiter Halbvers von 26 und Vers 27. Nun wird die Weihe des vollendeten Tempels beschrieben. Während des nördlichen Sonnenlaufs, zu einer mit günstigen Eigenschaften versehenen Stunde, vollziehe man zunächst die Aussaat der Keimlinge und errichte im Nordosten eine Halle.

Kriyapada 34, Vers 28. Sie ist quadratisch, neun, sieben oder fünf Ellen groß als beste, mittlere oder geringste Form, mit zwölf, acht oder vier Pfeilern, mit Baldachinen und weiterem Schmuck.

Kriyapada 34, Vers 29. In ihrer Mitte fertige man aus unenthülstem und enthülstem Reis einen quadratischen Opferplatz von zwei Ellen, eine Spanne hoch, mit vierundsechzig Feldern.

Kriyapada 34, Verse 30–31. Darauf verehre man die Vastu-Gottheiten von Brahma an nach der Vorschrift und stelle fünfundzwanzig wassergefüllte Krüge mit Gold, Gewändern und weiteren Beigaben auf, verbunden mit den Gottheiten des Untersockels. Der Baumeister sei gebadet und mit weißem Gewand und weiterem Schmuck versehen.

Kriyapada 34, Vers 32. Nördlich davon schlafe er nachts auf ausgebreitetem Kusha-Gras, nachdem er Milch getrunken hat. Morgens bereite man östlich des Tempels eine quadratische Halle wie zuvor,

Kriyapada 34, Vers 33. mit Baldachinen und weiteren Zierden sowie vier Torbögen an den Eingängen. Darin fertige man eine quadratische Plattform, in Breite, Höhe und Länge jeweils ein Drittel der Hallenbreite.

Kriyapada 34, Vers 34. Um sie lege man in den vier Hauptrichtungen quadratische Feuergruben an, in den Zwischenrichtungen solche in Form eines Ashvattha-Blattes.

Kriyapada 34, Verse 35–36. Zwischen Osten und Nordosten errichte man eine achteckige Feuergrube. Im Shiva-Feuer opfere der Acharya zusammen mit den Hütern der Göttergestalten: in den vier Hauptrichtungen mit den Gestaltmantras, an den Ecken mit den Gliedermantras, im Achteck mit Samhita- und Waffenmantra. Die Gestalthüter opfern in den Richtungen, der Acharya in der achteckigen Grube.

Kriyapada 34, Vers 37. Auf dem Opferplatz der Plattform verehre man im Krug Shiva mit dem Wurzelmantra samt Gliedern. In runden Feuergruben an den vier Seiten des Tempels opfere man mit den Gestaltmantras.

Kriyapada 34, Verse 38–39. Überall opfere man Brennhölzer, geklärte Butter, gekochten Reis und Sesam. Den Tempel umwinde man vom untersten Bauglied bis zur Stupi mit neuen Gewändern, Darbha-Girlanden und Blumengirlanden. Mit vierfarbigem Reis, Gerste, Hülsenfruchtbrei und Milchreis,

Kriyapada 34, Verse 40–41. Dickmilch, Milch, Rohzucker, Honig, Edelsteinen, Gold, Früchten und unversehrten Körnern fülle man eine goldene Schale und gebe nachts die Bali-Gabe für Vastu und die Wesen. Am Morgen vollziehen Baumeister und Einsetzungspriester die Handlungen von Bad an und steigen auf den Tempel.

Kriyapada 34, Vers 42. Zusammen mit den Gestalthütern begieße der Einsetzungspriester den Tempel der Reihe nach mit jenen Krügen und verehre ihn anschließend mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Kriyapada 34, Vers 43. An der Vorderseite des Shikhara zeichne er mit goldener Nadel die Felder der beiden Augen ein und vollziehe deren Öffnung.

Kriyapada 34, Vers 44. Nachdem er sie mit ungetragenem Tuch bedeckt und dieses wieder entfernt hat, zeige er ihnen eine Kuh mit Kalb, Brahmanen, einen Getreidehaufen und Gold.

Kriyapada 34, Vers 45. Dann lasse der aufmerksame Baumeister unter dem Klang von Muschelhörnern und Instrumenten die Fahne wie zuvor herab, mit ihrem Ende an der Stupi-Spitze befestigt.

Kriyapada 34, Verse 46–47. Er prüfe günstige und ungünstige Zeichen wie zuvor und vollziehe bei ungünstigen die Befriedung. Danach besprenge er den Tempel ringsum mit Kusha-Wasser aus dem Krug auf der Plattform und wiederhole den Bhuvaneshvari-Mantra. Der Baumeister steige vom Tempel herab, von den Holzhandwerkern umgeben.

Kriyapada 34, Vers 48. Er besprenge den Göttersitz samt innerem Heiligtumsraum und Halle nacheinander mit Kusha- und Duftwasser und streue überall die acht Getreidearten aus.

Kriyapada 34, Vers 49. Vorne stehend, die gefalteten Hände mit Blüten, Duftstoffen, unversehrten Körnern und Wasser gefüllt, spreche der Baumeister diese Verse und vergegenwärtige sich die Gottheiten:

Kriyapada 34, Vers 50. „Vor Schäden durch Regenwasser, vor Blitzschlag, heftigem Wind und Feuersbrunst, vor Dieben und dem Angriff fremder Heere mögen Götter, Asuras und die anderen Wesen dieses Haus schützen!

Kriyapada 34, Vers 51. Mögen die Menschen lange frei von Krankheit, wohlhabend, glücklich und durch guten Ruf bekannt sein! Möge der tugendhafte König siegreich die ganze Erde schützen, reich an Vieh und Feldfrüchten!

Kriyapada 34, Vers 52. Brahma, Vishnu, Shankara, Mond und Sonne, Nandi, Lakshmi, die Göttin der Rede, die Gemahlin, Skanda, Indra, die Erde, die Götter und die Weisen mögen den Menschen Wohlstand, glückliches Gedeihen, Gesundheit und Lebensgenuss gewähren!“ [Die Folge bei „Göttin der Rede, Gemahlin“ ist bereits in der Quelle als fraglich bezeichnet; eine bestimmte Göttin wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 34, Vers 53. Nachdem der Baumeister so gesprochen hat, schließe er seine vollendete Arbeit ab. Auch der Einsetzungspriester bringe nun seine Arbeit zum Abschluss.

Kriyapada 34, Vers 54. Zuerst lasse er die Segensverkündung sprechen und besprenge den ganzen Tempel der Reihe nach mit Krugwasser, Kusha-Wasser und den fünf Kuhprodukten.

Kriyapada 34, Vers 55. Dann setze er die Gestalt des Tempels ein und vergegenwärtige sie sich in all ihren Teilen. Den Tempel-Keimlaut, mit dem Hamsa-Mantra verbunden und aus dem Dvadashanta hervorgegangen,

Kriyapada 34, Vers 56. führe er herbei und setze ihn als Bewusstseinswesen in diese Gestalt des Göttersitzes ein. Dann verehre er den Tempel der Reihe nach mit Arghya und weiteren Gaben, Duftstoffen und allem übrigen,

Kriyapada 34, Vers 57. bis zur Darbringung der Speise, mit heiterem Geist. Danach verehre der Opferherr mit Gold, Gewändern, Schmuck und weiteren Gaben

Kriyapada 34, Verse 58–59. nach seinen Mitteln den Einsetzungspriester und den Baumeister. Er empfange vom Handwerker den gesamten religiösen Verdienst, der aus den Mühen des Tempelbaus erwachsen ist, mittels einer Goldgabe. Dabei übertrage ihn der Baumeister selbst durch einen Wasserstrom. [„Goldstrom“ bezeichnet hier die Übergabe auf Seiten des Auftraggebers; das genaue Verfahren bleibt knapp beschrieben.]

Kriyapada 34, Vers 60. Erneut erfreue der Opferherr ihn mit Gold, Gewändern und weiteren Gaben. Nähme er aus Unverstand diesen Verdienst nicht auf diese Weise aus der Hand des Handwerkers entgegen,

Kriyapada 34, Vers 61. wäre sein Werk ohne Frucht. Deshalb ist er unbedingt von ihm zu empfangen. Dann erfreue der Auftraggeber auch die übrigen Holzhandwerker und Arbeiter

Kriyapada 34, Vers 62. mit angemessenen Gaben, ebenso die Gestalthüter und Brahmanen. Kuh, Getreide, Fahne, Gewänder und alles weitere gebe er dem Baumeister.

Kriyapada 34, Vers 63. Er bewirte die Brahmanen und anderen Teilnehmer und erfreue sie mit Ehrengaben. Der Baumeister ist unmittelbar Brahma, der Opferherr selbst Vishnu.

Kriyapada 34, Vers 64. Der Acharya ist der erhabene Rudra. Was von diesen dreien vollendet wird, gilt als dauerhaft und gewährt sichtbare und unsichtbare Früchte.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Tempelweihe.

Kriyapada 34, Vers 65. Am vollständig vollendeten Götterhaus ist nun die Einsetzung des Herzens zu vollziehen. Man schmücke die Halle mit vier Eingängen und weiteren Einrichtungen wie zuvor.

Kriyapada 34, Vers 66. Beginnend mit dem Ausstreuen der Streugabe, dem Waffenkrug, der Feuerbereitung und den weiteren Vorhandlungen vollziehe man die Handlungen bis zur Sättigung der Mantras wie bei der Diksha.

Kriyapada 34, Vers 67. Nach den eigenen Mitteln fertige man aus Gold den Tempel-Purusha. Außen auf der nördlichen Plattform bade man ihn und hülle ihn in ein Gewand.

Kriyapada 34, Vers 68. Man stelle ihn auf, verehre ihn mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bringe ihn in die Halle. Auf dem Lager auf der Plattform lege man den Purusha als Pralayakala nieder, als ein Wesen im Zustand der Weltauflösung.

Kriyapada 34, Vers 69. Dann erwecke man ihn durch die Worte von Shivas Gebot und mache ihn bewusst. Man bilde den Hamsa-Mantra, von dem heiligen Urlaut und dem Herzmantra umschlossen, und füge die Bezeichnung Atman hinzu.

Kriyapada 34, Vers 70. „Auf Shivas Gebot sollst du in diesem Körper wohnen“, spreche man. Dann fülle man die gefalteten Hände mit Blüten und führe vom Dvadashanta aus

Kriyapada 34, Vers 71. das sternförmige Bewusstsein in die Blütenhände. Durch den Nadi-Weg verbinde man es mit dem Herzlotus des goldenen Menschen.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 71. Dann stelle man sich in ihm den Körper aus Kala und den weiteren Prinzipien vor und setze ihn ein.

Unnummerierte Formeln vor Vers 72. Nämlich: „Mit dem heiligen Urlaut und dem zugehörigen Keimlaut: Verehrung der Kala! Verehrung dem Herrn der Kala! Lass die Handlungsfähigkeit des Herrn der Kala hervortreten, lass sie hervortreten!“ [Kala bezeichnet hier ein begrenzendes beziehungsweise befähigendes Prinzip der gebundenen Seele. Der nicht lexikalisch übersetzbare Keimlaut ist in den Sanskritfassungen bewahrt.]

Kriyapada 34, Vers 72. Auf dieselbe Weise auch Vidya, Raga und die weiteren Prinzipien.

Kriyapada 34, Vers 73. Ahamkara und die übrigen Prinzipien setze man ein, indem man jedes einzeln ausspricht. Bei Vidya und den folgenden wird jeweils eine andere, besondere Tätigkeit genannt.

Unnummerierte Prosa nach Vers 73. Nämlich: beim Herrn der Vidya das Hervortreten der Erkenntnis; beim Herrn des Raga die Zuneigung zu den Sinnesgegenständen; beim Herrn der Prakriti das Handeln im eigenen Wirkungsbereich; beim Herrn der Buddhi das Verstehen; beim Herrn des Ahamkara das Ich-Beziehen. Überall füge man am Ende „Bewirke es, bewirke es!“ hinzu.

Unnummerierte Überleitung zu Vers 74. Geist und zehn Sinnesvermögen haben jeweils eigene Herren. Nämlich:

Kriyapada 34, Verse 74–75. Mond, Himmelsrichtungen, Wind, Sonne, Varuna und die beiden Ashvins sind hier die Herren des Geistes und der Erkenntnissinne vom Gehör an. Agni, Indra, Vishnu, Mitra und Brahma sind der Reihe nach

Kriyapada 34, Vers 76. die fünf Herren der Handlungsorgane von der Rede an. Als Tätigkeit des Geistes gelten Entwerfen und Unterscheiden.

Kriyapada 34, Vers 77. Für Gehör und die anderen Erkenntnissinne gilt jeweils das Erfassen von Klang und den folgenden Sinnesgegenständen. Bei den Tätigkeiten des Sprechens, Ergreifens, Gehens, Ausscheidens und Lustempfindens

Kriyapada 34, Vers 78. ist das jeweilige Vermögen der Rede und der anderen Handlungsorgane einzeln auszusprechen. Dann nenne man die fünf Sinnesgegenstände vom Klang an, mit heiligem Urlaut und Herz-Keimlaut voraus,

Kriyapada 34, Vers 79. jeweils im Dativ und mit „Verehrung“ am Ende. Danach nenne man die fünf Elemente vom Raum an ebenso, mit „Verehrung“ am Ende.

Kriyapada 34, Vers 80. Sadashiva und die folgenden bis Brahma sind ihre Herren, bei den fünf Elementen vom Raum an. Auch sie sind wie zuvor im Dativ mit abschließendem „Verehrung“ zu nennen.

Kriyapada 34, Vers 81. Nachdem man so die Prinzipien eingesetzt hat, setze man die zehn Nadis ein, ebenso mit Urlaut und Herzmantra voraus und dem Dativ samt „Verehrung“ am Ende:

Kriyapada 34, Vers 82. Ida, Pinga, Sushumna, Gandhari, Hastijihvika, Suyasha, Alambusha, Pusha, Kuhu und Shankhini.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die Namen der zehn Nadis.

Kriyapada 34, Vers 83. Ebenso Prana, Apana, Dhyana, Udana, Samana, Naga, Kurma, Krikara, Devadatta und Dhananjaya.

Kriyapada 34, Vers 84. Diese zehn Lebenskräfte setze man ebenfalls wie zuvor mit abschließendem „Verehrung“ ein. Dabei vergegenwärtige man sich Maya als Voraussetzung ihres jeweiligen Wirkungsbereichs. [Die Quelle nennt in Vers 83 „Dhyana“; es wird nicht stillschweigend durch den üblichen Namen Vyana ersetzt.]

Kriyapada 34, Vers 85. Kala, die Zeit, und den Regulator denke man als bindend; mit den Mantras, die mit „daumengroß“ beginnen, vergegenwärtige man sich entsprechend das Antreiben.

Kriyapada 34, Vers 86. Den erhabenen Purusha setze man als alles durchdringend ein. Mit der Nishthura-Mudra binde man dann den dreigeteilten Weg fest.

Kriyapada 34, Vers 87. Man meditiere ihn mit Maya, Sadesha und Rudra als Grenzen und bewirke Schutz mit dem Waffenmantra. Dann gehe man zur Feuergrube und setze die Adhara genannte tragende Shakti

Kriyapada 34, Vers 88. und wie zuvor die Prinzipien von Kala an ins Feuer ein, mit Urlaut und Herz-Keimlaut voraus und „Verehrung“ am Ende. Danach opfere man erneut geklärte Butter,

Kriyapada 34, Vers 89 mit eingeschobener Formel. wiederhole den Mantra in entsprechender Anzahl und lasse Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut und dem zugehörigen Keimlaut: Herr der Kala, du sollst zusammen mit deinem eigenen Prinzip auf Shivas Gebot hier bleiben, solange der Tempel besteht!“ So binde man jedes einzeln fest, von Vidya bis zur tragenden Shakti. [Die Formel nennt „kālādhipa“, während die vorangehende Einsetzung mit „kalā“ beginnt; die unterschiedliche Sanskritlesung bleibt in den getrennten Quellfassungen erhalten.]

Kriyapada 34, Vers 90. Dann stelle man oberhalb des inneren Heiligtumsraums und über der Shukanasa auf ein Bettgestell mit bereitetem Lager einen Krug aus Gold oder einem der anderen vorgesehenen Stoffe.

Kriyapada 34, Vers 91. Er ist mit geklärter Butter und Honig gefüllt, mit Edelsteinen und weiteren Beigaben versehen und mit zwei feinen Tüchern bedeckt. Man verehre ihn der Reihe nach mit Duftstoffen und den weiteren Gaben.

Kriyapada 34, Vers 92. In ihn setze man den goldenen Menschen ein und verehre erneut. Mit dem Aghora-Mantra vollziehe man ein sühnendes Feueropfer und gebe dann dem Acharya seine Ehrengabe.

Kriyapada 34, Vers 93. Auch den Gestalthütern und Brahmanen gebe man nach den eigenen Mitteln. Den Erhabenen und das Feuer entlasse man wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Einsetzung des Herzens.

Kriyapada 34, Vers 94. So wurden hier die Einsetzung von Stupi und Krug, die in den Tantras gelehrte Tempelweihe und die Einsetzung des Herzens beschrieben. Durch sie ist der Tempel als Mahesha fest gegründet.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Stupi und weiterer Einrichtungen.

Besinnung zu Kapitel 34

Der Tempel wird als ein Körper mit einem Herzen betrachtet. Die Segenswünsche gelten zugleich dem Bau, den Menschen und dem Land. Für die heutige Praxis kann daraus die Frage erwachsen, wie äußere Sorgfalt und innere Zuwendung zusammenfinden. Ebenso erinnert die Ehrung der Handwerker daran, den Beitrag anderer wahrzunehmen und angemessen zu würdigen. Diese Besinnung steht neben der historischen Weiheordnung und ersetzt sie nicht.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 34: Dachbekrönung, Tempelweihe und Einsetzung des Herzens
Mit der Vollendung des Baus beginnt seine rituelle Belebung. Das Kapitel verbindet die Verantwortung der Handwerker mit der Arbeit des Acharya, beschreibt die Weihe der Dachspitze und deutet den Tempel als von Bewusstsein erfüllten Körper. Die Segensgebete sprechen auch Gesundheit, Frieden und das Wohlergehen der Bevölkerung an.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha catustriṃśaḥ paṭalaḥ |

vastvārambheṣu sarveṣu mānonmānapramāṇavit |
pūrvaṃ sthapatireṣṭavyaḥ śilpaśāstraviśāradaḥ || 1 ||

p. 339)

tathaiva śivaśāstrajño yuktastvācāryalakṣaṇaiḥ |
sthāpako'pi vṛtaḥ kartā vastukarma samācaret || 2 ||

tābhyāmubhābhyāṃ prārabdhaṃ vimānaṃ vānyadeva vā |
niṣpādyamāsamāpteḥ syāt tābhyāmeva hi netaraiḥ || 3 ||

tayorabhāve tatputraiḥ śiṣyairvā karma tatparam |
āsamāptervidheyaṃ hi citrasthaguruśāsanāt || 4 ||

atra pitāmahādivacanaṃ -

prathamaṃ [adhamaṃ] kṛtvān vidhiṃ [dhiḥ] yathā yaḥ sa tathā tat prakarotu niṣṭhitāntam |
athavānyakṛto'nyaniṣṭhitaścedaśubhaṃ svāminarendradeśabhājām ||

iti |
vastvārambhādāsamāpteḥ kartṛniyamaḥ |

vimānasya kṛtasyāgre stūpīkumbhau ca vinyaset |
catasra iṣṭakāḥ prāgvadadhivāsya vidhānataḥ || 5 ||

śikharāgrasya madhye tu kṛtvā pañcāvaṭānatha |
sarvaratnauṣadhībījalohadhāturasānapi || 6 ||

tato [g: thoparasaga] varasugandhāṃśca mūleśānāstramantritān |
pradakṣiṇakrameṇaiva madhyaśvabhre nidhāya tu || 7 ||

pṛthivyādicatustattvaiḥ sadyādyairhṛdayādibhiḥ |
āgneyādiṣu koṇeṣu catasro'pīṣṭakā nyaset || 8 ||

niṣpādya stūpikākīlaṃ lauhaṃ dāravameva vā |
liṅgābhaṃ sūcikāgraṃ vā śikharākārameva vā || 9 ||

ūrdhvabhūstambhadīrghaṃ tad vistṛtaṃ pādamānataḥ |
ānupūrvyāt kṛśaṃ kuryādagre cāṅgulivistṛtam || 10 ||

āyāme tu tridhā bhakte caturaśraṃ tu mūlataḥ |
bhavecca [g: cca madhye vṛttāṃśaścā] vṛtto madhyāṃśaścāntyāṃśaḥ śikhipādavat || 11 ||

p. 340)

puṇyāhavādyaghoṣādyairlagne kīlaṃ tu vinyaset |
prāgukte madhyame garte stūpyāyāme śarāṃśake || 12 ||

aṃśatrayamadṛśyaṃ syād dṛśyāvūrdhvāṃśakau yathā |
śilābhiriṣṭakābhirvā badhnīyāt parito dṛḍham || 13 ||

ekadvitridrayayute tena tābhyāṃ ca tairapi |
dravyairācchādanaṃ mūrdhni stūpyāstu paritaḥ smṛtam || 14 ||

sudhayātha dṛḍhīkṛtya savallīkaṃ salakṣaṇam |
padmamaṣṭadalaṃ kṛtvā stūpikāṃ bhūṣayet tataḥ || 15 ||

kṣaumaiḥ kārpāsikairvāpi navairvastrairmahādhvajam |
stūpyantamūlabhūmyādivyāyataṃ samavistṛtam || 16 ||

stūpyagre tu dhvajaṃ baddhvāṃ visṛjeduttarāmukham |
someśānendradigbhūmiṃ yadi pūrvaṃ spṛśed dhvajaḥ || 17 ||

śubhadaḥ syāt tato'nyasmācchāntyarthaṃ juhuyāt tilaiḥ |
sahasraṃ saṃhitāmantrairghṛtena caruṇā tathā || 18 ||

kurvīta vāstuhomaṃ ca dadyāt vāstubaliṃ niśi |
sthapatiṃ ca tathācāryaṃ hiraṇyavasanādibhiḥ || 19 ||

toṣayed brāhmaṇāṃścānyāṃstakṣṇaḥ karmakarānapi |

stūpīvinyāsaḥ |

atha kumbhaṃ tu sauvarṇaṃ rājataṃ śaulbameva vā || 20 ||

saudhaṃ vā mārttikaṃ vāpi gṛhītvā lakṣaṇānvitam |
sudinarkṣamuhūrtādau snātvātha sthapatiḥ sudhīḥ || 21 ||

bhūṣito vastrahemādyaiḥ prāṅmukhodaṅmukho'pi vā |
kumbhādhāre tu vinyasya hemaratnauṣadhīrasān || 22 ||

stūpikācchādakaṃ kumbhaṃ stūpyākāraśikhaṃ nyaset |
ṛjumālāgravinyāsamekaṃ trīn vātha pañca vā || 23 ||

tadānuguṇyato mūrtīṃ mūrtīrvā mantrato nyaset |
ekasmiṃñchiva eva syāt traye brahmaharīśvarāḥ [g: rān] || 24 ||

p. 341)

brahmādyāstu sadeśāntāḥ sthāpyāḥ syuḥ kumbhapañcake |
yathā dṛḍhaṃ suniśchidraṃ kumbhamūlaṃ samantataḥ || 25 ||

sudhālohādibandhena badhnīyācchalakṣṇakuṭṭimam |

kumbhavinyāsaḥ |

niṣṭhitasya vimānasya pratiṣṭhāvidhirucyate || 26 ||

uttarāyaṇasaṃsthe'rke muhūrtādau guṇānvite |
aṅkurārpaṇapūrvaṃ tu kṛtvaiśānyāṃ tu maṇḍapam || 27 ||

nandarṣiśarahastaṃ vā vedāśraṃ tūttamādikam |
dvādaśāṣṭacatustambhaṃ vitānādyairalaṅkṛtam || 28 ||

dvihastamānaṃ tanmadhye sthaṇḍilaṃ śālitaṇḍulaiḥ |
caturaśraṃ vitastyuccaṃ catuṣṣaṣṭipadānvitam || 29 ||

tasmin brahmādikāniṣṭvā vāstudevān yathāvidhi |
pañcaviṃśatisaṅkhyāṃstu kalaśānambupūritān || 30 ||

yuktān hiraṇyavastrādyaiścopapīṭhasthadaivataiḥ |
saṃsthāpya sthapatiḥ snātaḥ śuklavastrādibhūṣitaḥ || 31 ||

tasyottare kuśāstīrṇe payaḥ pītvā niśi svapet |
prātaḥ prāsādataḥ prācyāṃ prāgvad vedāśramaṇḍape || 32 ||

alaṅkṛte vitānādyaiḥ sacaturdvāratoraṇe |
maṇḍapavyāsarāmāṃśāṃ vyāsoccāyāmataḥ samām || 33 ||

kṛtvā vediṃ tu vedāśrāṃ tasyāṃ tatra caturdiśam |
caturaśrāṇi kuṇḍāni vidikṣvaśvathapatravat || 34 ||

indreśamadhye cāṣṭāśraṃ kuṇḍaṃ kṛtvā śivānale |
ācāryo mūrtipaiḥ sārdhaṃ mūrtimantraiścaturdiśam || 35 ||

juhotu cāṅgaiḥ koṇeṣu vasvaśre saṃhitāstrataḥ |
mūrttipairdikṣu hotavyamācāryeṇāṣṭakoṇake || 36 ||

vedikāsthaṇḍile kumbhe sāṅgamūlaṃ śivaṃ yajet |
vimānasya caturdikṣu vṛttakuṇḍeṣumūrttibhiḥ || 37 ||

p. 342)

juhuyādapi sarvatra samidājyaudanaustilaiḥ |
vimānamatha janmādistūpyantaṃ vasanairnavaiḥ || 38 ||

veṣṭayed darbhamālābhirmālyaiścāpyupapaṃttitaḥ |
caturvarṇaudanaiścāpi yā (vī? vaiḥ) kṛsarapāyasaiḥ || 39 ||

dadhidugdhagulakṣaudraratnahemaphalākṣataiḥ |
hemapātraṃ samāpūrya vāstubhūtabaliṃ niśi || 40 ||

dattvā tataḥ prabhāte tu sthapatiḥ sthāpako'pica |
snānādikāḥ kriyāḥ kṛtvā vimānamadhiruhya tu || 41 ||

sthāpako mūrtipaiḥ sārdhaṃ kalaśaistairyathākramam |
abhiṣiṃcya vimānaṃ tad gandhādyairarcayet tataḥ || 42 ||

śikharasya purobhāge svarṇasūcyātha netrayoḥ |
sthaṇḍilāni likhitvā tu netramokṣaṃ tathācaret || 43 ||

ācchādyāhatavastreṇa vyapanīyātha darśayet |
savatsāṃ gāṃ ca viprāṃśca dhānyarāśiṃ ca kāñcanam || 44 ||

tataḥ sthapatiravyagraḥ śaṅkhatūryādinisvanaiḥ |
pralambayed dhvajaṃ prāgvat stūpyagragranthitānanam || 45 ||

prāgvacchubhāśubhāñjñātvā śāntiṃ kuryācchubhetare |
tato vedisthakalaśakuśāmbhobhiśca sarvataḥ || 46 ||

saṃprokṣya tu vimānaṃ tat prajaped bhuvaneśvarīm |
vimānādavaruhyātha sthapatistakṣakairvṛtaḥ || 47 ||

sagarbhamaṇḍapaṃ dhiṣṇyaṃ kuśagandhajalaiḥ kramāt |
saṃprokṣya cāṣṭa dhānyāni vikiret sarvato'pica || 48 ||

sthapatiḥ pramukhe sthitvā puṣpagandhākṣatāmbubhiḥ |
pūrṇāñjalirimāñślokān paṭhed devānanusmaran || 49 ||

varṣāmbubādhādaśaniprapātāccaṇḍācca vāyorapi cāgnidāhāt |
corādikebhyaḥ paracakraghātād rakṣantvidaṃ sadma surāsurādyāḥ || 50 ||

p. 343)

agadā manujāḥ saghanāḥ sukhinaḥ prathitā yaśasā ca bhavantu ciram |
vijayī nikhilāṃ paśusasyavatīṃ sukṛtī nṛpatiḥ pṛthivīmavatāt || 51 ||

brahmā viṣṇuḥ śaṅkaraścandrasūryau nandī lakṣmīrvāg vadhūḥ (?) skanda indraḥ |
bhūmirdevāścarṣayaśca prajānāṃ śrīsaubhāgyārogyabhogān kṛṣīran || 52 ||

iti |

sthapatistvevamuccārya svakarma pariniṣṭhitam |
samāpayet sthāpako'pi svakarmātha samāpayet || 53 ||

puṇyāhaṃ vācayitvāgre kumbhatoyakuśodakaiḥ |
pañcagavyena cāśeṣaṃ prāsādaṃ prokṣayet kramāt || 54 ||

tataḥ prāsādamūrttiṃ tu vinyasya sakalāṃ smaret |
prāsādabījaṃ haṃsāḍhyaṃ dvādaśāntād viniḥsṛtam || 55 ||

ānīya vinyaset tasyāṃ dhiṣṇyamūrttau cidātmakam |
tataścārghyādibhistadvad gandhādyaiśca yathākramam || 56 ||

nivedyāntaṃ yajet samyag vimānaṃ tat prasannadhīḥ |
yajamānastataḥ svarṇavasanābharaṇādibhiḥ || 57 ||

sthāpakaṃ sthapatiṃ cāpi pūjayitvā svaśaktitaḥ |
vimānakaraṇodīrṇaparikleśaphalātmakam || 58 ||

gṛhṇīyād dharmasarvasvaṃ takṣṇaḥ kanakadhārayā |
tatra svayaṃ tu sthapatirdadyāt saliladhārayā || 59 ||

punastaṃ hemavastrādyairyajamānastu toṣayet |
yadi takṣakarādevaṃ na gṛhṇīyāt pramugdhadhīḥ || 60 ||

tatkarma niṣphalaṃ tu syād yato'smād grāhyameva tat |
athānyānapi takṣādīn kartā karmakarānapi || 61||

toṣayeducitairdravyairmūrtipān brāhmaṇānapi |
godhānyadhvajavastrādyaṃ dadyāt sthapataye'khilam || 62 ||

bhojayed brāhmaṇādīṃśca dakṣiṇābhiśca toṣayet |
brahmaiva sthapatiḥ sākṣād yajamānaḥ svayaṃ hariḥ || 63 ||

p. 344)

ācāryo bhagavān rudrastribhirniṣpāditaṃ tu yat |
tadvastu sthirameva syād dṛṣṭādṛṣṭaphalapradam || 64 ||

vimānapratiṣṭhādhikāraḥ |

hṛtpratiṣṭhā vidheyātha daive dhāmni suniṣṭhite |
caturdvārādisaṃyuktaṃ prāgvadābhūṣya maṇḍapam || 65 ||

vikirakṣepakumbhāstravahnyādhānādipūrvakam |
mantrāṇāṃ tarpaṇāntaṃ tu karma dīkṣāvadācaret || 66 ||

hiraṇyena yathāśakti kṛtvā prāsādapūruṣam |
bahiruttaravedyāṃ tu saṃsnāpyācchādya vāsasā || 67 ||

vinyasya ceṣṭvā gandhādyaistato maṇḍapamānayet |
śayyāyāṃ śāyayed vedyāṃ puruṣaṃ pralayākalam || 68 ||

śivājñāpadasambuddhaṃ tataḥ kuryāt sacetanam |
tārahṛtsampuṭaṃ haṃsamuddhṛtyātmapadaṃ tataḥ || 69 ||

śivājñayā śarīre'smin tvayā sthātavyamityapi |
uccāryāthāñjaliṃ puṣpairāpūrya dvādaśāntataḥ || 70 ||

caitanyaṃ tārakākāraṃ niyojya kusumāñjalau |
hiraṇyapuṃso hṛtpadme nāḍīmārgeṇa yojayet || 71 ||

tataḥ kalādikaṃ dehaṃ tasmin saṅkalpya vinyaset |

tadyathā -

oṃ hāṃ kalāyai namaḥ |
oṃ hāṃ kalādhipataye namaḥ |
oṃ hāṃ kalādhipasya kartṛtvābhivyaktiṃ kurukuru |

anenaiva prakāreṇa vidyārāgādikānyapi || 72 ||

ahaṅkāraṃ tu tattvāni pṛthaguccārya tu nyaset |
vidyādīnāṃ viśeṣeṇa kāryaṃ bhinnaṃ praśasyate || 73||

tadyathā -

vidyādhipāsya jñānābhivyaktiṃ rāgādhipāsya viṣayeṣu rāgaṃ prakṛtyadhipāsya svādhikārakartṛtvaṃ buddhyadhipāsya bodham ahaṅkārādhipāsyābhimānaṃ kuru kurviti sarvatrānte yojayet |

p. 345)

manasaśca daśākṣāṇāmadhipāḥ syuḥ pṛthak pṛthak |

tadyathā -

candro diśaśca vāyuśca sūryo'tha varuṇo'śvinau || 74 ||

samanaśśrotrapūrvāṇāmindriyāṇāmihādhipāḥ |
agnirindrastathā viṣṇurmitro brahmā ca te kramāt || 75 ||

vāgādikarmendriyāṇāṃ pañcādhipatayo matāḥ |
manasa(svoḥ? śco)ditaṃ karma syāt saṅkalpavikalpakam || 76 ||

śrotrādīnāṃ tu śabdādergrāhakatvaṃ pṛthak smṛtam |
uktyupādānagamanavisargānandakarmaṇām || 77 ||

grāhakatvaṃ pṛthag vācyaṃ vāgādīnāṃ yathākramam |
athādau tārahṛdbījapūrvaṃ śabdādipañcakam || 78 ||

uccārayeccaturthyā tu namontaṃ tu sakṛt sakṛt |
ākāśādīni pañcātha namontaṃ pūrvavad vadet || 79 ||

sadāśivādyā brahmāntāste cākāśādipañcasu |
adhipāḥ pūrvavad vācyā namontaṃ sacaturthikam || 80 ||

evaṃ tattvāni vinyasya nāḍīnāṃ daśakaṃ nyaset |
tārahṛtpūrvakaṃ tadvannamontaṃ sacaturthikam || 81 ||

iḍāṃ piṅgāṃ suṣumnāṃ ca gāndhārīṃ hastijihvikām |
suyaśālambuṣe pūṣāṃ kuhūmapyatha śaṅkhinīm || 82 ||

daśa nāḍīnāmāni |

tadvat prāṇamapānaṃ ca dhyānodānasamānakān |
nāgaṃ kūrmaṃ ca kṛkaraṃ devadattaṃ dhanañjayam || 83 ||

daśa prāṇānimāṃścāpi nyaset prāgvannamontakam |
iti māyāṃ svādhikārapūrvakatvena saṃsmaran || 84 ||

kālaṃ niyāmakaṃ caiva bandhakatvena cintayan |
aṅguṣṭhamātraprabhṛtimantraiḥ prerakatāṃ tathā || 85 ||

vyāpakatvena puruṣaṃ bhagavantaṃ tu vinyaset |
nirodhayenniṣṭhurayā trikhaṇḍādhvānamapyatha || 86 ||

p. 346)

māyāsadeśarudrāntaṃ dhyātvā rakṣāṃ tathāstrataḥ |
tataḥ kuṇḍāntikaṃ gatvā śaktimādhārasaṃjñitām || 87 ||

prāgvat kālāditattvāni tārahṛdbījapūrvakam |
namontamagnau vinyasya tathājyāhutibhiḥ punaḥ || 88 ||

hutvā japitvā tatsaṅkhyaṃ śivājñāṃśrāvayet tataḥ |

oṃ hāṃ kālādhipa svatattvena saha śivājñayā prāsādasthitiparyantamatra sthātavyam |

vidyādyādhāraśaktyantaṃ pṛthagitthaṃ nirodhayet || 89 ||

tato garbhagṛhādūrdhvaṃ śukanāsasya copari |
khaṭvāyāṃ kḷptaśayyāyāṃ hemādyekatamaṃ ghaṭam || 90 ||

vinyasyājyamadhubhyāṃ taṃ pūrṇaṃ ratnādibhiryutam |
sūkṣmavāsoyugacchannamiṣṭvā gandhādibhiḥ kramāt || 91 ||

taṃ hemapuruṣaṃ tasmin vinyasyārādhayet punaḥ |
prāyaścittamaghoreṇa hutāthācāryadakṣiṇām || 92 ||

dadyānmūrtipatibhyaśca brāhmaṇebhyaśca śaktitaḥ |
bhagavantaṃ ca vahniṃ ca yathāpūrvaṃ visarjayet || 93 ||

hṛtpratiṣṭhādhikāraḥ |

evaṃ stūpīkumbhayośca pratiṣṭhā tantreṣūktā yā vimānapratiṣṭhā |
proktā hyasmin hṛtpratiṣṭhā ca yābhiḥ prāsādaḥ syāt supratiṣṭho maheśaḥ || 94 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde stūpyādilakṣaṇapaṭalaścatustriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 35: Erneuerung, Befriedungsriten und Tempelumfassungen

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 35: Erneuerung, Befriedungsriten und Tempelumfassungen
Das Kapitel beschreibt die Erhaltung und Wiederherstellung heiliger Bauten. Es folgen historische Deutungen ungewöhnlicher Erscheinungen sowie die Anordnung von Umfassungen, Nebenheiligtümern, Opferpodesten und Torbauten. Die vorausgesagten Wirkungen sind Aussagen der überlieferten Ritual- und Baulehre.

Kapiteleingang. Nun das fünfunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 35, Vers 1. Nun ist die Erneuerungsarbeit an Gebäuden zu erklären. Ist durch den Lauf der Zeit ein Tempelteil herabgefallen, verrutscht oder verfallen,

Kriyapada 35, Vers 2. stelle man ihn mit den entsprechenden Baustoffen, Stein und anderem, wie zuvor wieder her. Gestalt, Schmuck und die weiteren Merkmale bleiben wie vorher.

Kriyapada 35, Vers 3. Weder Verminderung noch Vermehrung von Breite und Höhe wird gebilligt. Die Maße der Bauklassen, Grundformen und Varianten sollen wie zuvor sein.

Kriyapada 35, Vers 4. Ist jedoch ein alter, selbstentstandener, göttlich begründeter oder von Rishis gestifteter Tempel klein, verfallen oder eingestürzt, bringt seine Vergrößerung keinen Fehler mit sich.

Kriyapada 35, Vers 5. Stehen Tür, Umfassung, Sockel oder Begleitgottheiten an einem nicht vorgeschriebenen Ort, bringe man sie mit den richtigen Merkmalen an den vorgeschriebenen Platz.

Kriyapada 35, Vers 6. Einen alten göttlichen Bau mit unzureichenden Maßen und fehlenden Merkmalen führe man mit den richtigen Merkmalen aus, schön in seiner bisherigen Grundgestalt.

Kriyapada 35, Vers 7. Ein selbstentstandenes, von Rishis oder Göttern begründetes Linga, sei es ohne oder mit gegliederter Gestalt, versetze man nicht. Es verdient, an seinem ursprünglichen Ort zu bleiben.

Kriyapada 35, Vers 8. Wurde es durch Fluss- oder Meerwasser, Wind oder andere Ursachen fortgerissen oder verschoben, stelle man es an einem sicheren Ort innerhalb von tausend Stabmaßen wieder auf.

Kriyapada 35, Vers 9. Man nehme dasselbe; ist es nicht mehr vorhanden, ein neues, dem alten entsprechendes Linga. Nach einem Sühneritus setze man es in einem dem früheren entsprechenden Tempel ein.

Kriyapada 35, Vers 10. Dies soll Gedeihen und das Wohl von König, Reich und Bevölkerung fördern. Dabei meide man vom ursprünglichen Tempel aus Südwesten, Süden, Südosten und Nordwesten.

Kriyapada 35, Vers 11. In einer anderen Richtung setze man es nach Wunsch und Vorschrift ein. Im Süden droht dem Besitzer und König Unglück, im Nordwesten, Südwesten und Südosten Untergang.

Kriyapada 35, Vers 12. Deshalb ist die Wiederaufstellung des versetzten Lingas unter Meidung dieser Richtungen günstig. Bei den Grundformen gilt gegenüber dem früheren Heiligtum eine Vergrößerung nach Osten, Norden oder ringsum

Kriyapada 35, Vers 13. in Breite, Höhe, Proportionen und Geschosszahl als gut. Ein Ort mit geringeren Maßen als zuvor gilt als schädlich für Auftraggeber und König.

Kriyapada 35, Vers 14. Auch die Verkleinerung von Türen, Wänden, Höfen und weiteren Teilen gilt als zerstörerisch. Die Gründungsdeponierung des zerstörten Baus gebe man auf und lege eine neue ein.

Kriyapada 35, Vers 15. Sockel, Pfeiler und alle weiteren Teile fertige man wie zuvor. Soll das Haus oder ein anderes Gebäude mit altem Material ausgeführt werden,

Kriyapada 35, Vers 16. beginne man zunächst mit neuem und füge dann das alte hinzu. Neue Verbindungen sind bei neuen Teilen erwünscht, alte bei alten.

Kriyapada 35, Vers 17. Gemischte Verbindungen gelten als zerstörerisch; deshalb führe man solche nicht aus. Städte, Dörfer, Heiligtümer und weitere Anlagen errichte man in Übereinstimmung mit dem bestehenden Bau.

Kriyapada 35, Vers 18. Einen Bau, der ihn beeinträchtigt und damit als Ursache des Familienuntergangs gilt, vermeide man. Außerhalb des Hauptbaus, vom inneren Umgang aus, errichte man kleine Linga-Heiligtümer und ähnliche Bauten,

Kriyapada 35, Vers 19. oder innerhalb der Umfassung, sodass sie den Hauptbau nicht beeinträchtigen. Ein Nebenheiligtum gleich groß wie der Haupttempel oder größer wird nicht gebilligt.

Kriyapada 35, Vers 20. Günstig sind die Hälfte, drei Viertel oder drei Fünftel seines Maßes. Ein Shiva-Heiligtum, vom Hauptbau aus in den Richtungen von Osten bis Nordwesten errichtet,

Kriyapada 35, Vers 21. zerstört der Reihe nach den Ort, den Auftraggeber, die Königslinie, das Reich, den Reichtum und die Feldfrüchte. Deshalb ist dies zu vermeiden.

Kriyapada 35, Vers 22. Entsprechendes gilt bei Dörfern, Städten und dem eigenen Haus. Daher setze man im Norden, von Mukhya an bis Parjanya nach Osten,

Kriyapada 35, Vers 23. ein von Menschen gefertigtes Shiva-Linga ein; dies ist günstig. Ein nach Osten oder Westen blickender Shiva gilt als heilsam für die Menschen.

Kriyapada 35, Vers 24. Ausgenommen sind Aghora, der Herr des Tanzes und der Herr des Südens sowie die linke Richtung. Überall gelten friedvolle Gottheiten, den Menschen zugewandt, als günstig. [Die Richtungs- und Ausnahmeformulierung im ersten Halbvers ist nicht eindeutig aufzulösen.]

Kriyapada 35, Vers 25. Furchterregende Gottheiten werden in Städten, Dörfern und Häusern mit abgewandtem Gesicht gebilligt. Ein Menschenhaus soll nicht höher als das Götterhaus gebaut werden.

Kriyapada 35, Vers 26. Besonders in dessen Nähe ist auch eine größere Geschosszahl unerwünscht. Ein Menschenhaus gilt als günstig, wenn es niedriger als der Götterbau oder gleich hoch ist.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Vorschrift der Erneuerung.

Kriyapada 35, Vers 27. Schönheit vom Sockel bis zur Stupi-Spitze gilt als glückbringend. Missgestalt, Unterschreitung oder Überschreitung der Maße an Tempelteilen werden verworfen.

Kriyapada 35, Vers 28. Löcher, Beschädigungen, Risse, Vertiefungen und andere Mängel gelten als ungünstig und als Ursache des Untergangs von Land, Landesherr, Ort, Ausführendem und Besitzer.

Unnummerierte Überleitung. Ferner:

Kriyapada 35, Vers 29. Missgestalt am Sockel zerstört demnach die Nachkommenschaft, am Prati die Frauen; am Pfeiler führt sie zur Niederlage des Königs.

Kriyapada 35, Vers 30. Am Gebälk droht Untergang der Brahmanen, am Hals der Kaufleute; an den Nasikas Schädigung der eigenen Anhänger, am Shikhara Verwirrung des Königs.

Kriyapada 35, Vers 31. Missgestalt an Stupi und Krug bringt den Menschen des Reiches Untergang. Falsch platzierte Türen und Treppen gelten für alle als ungünstig.

Kriyapada 35, Vers 32. Wände und Pfeiler am falschen Ort, missgestaltete, nicht vorgeschriebene Glieder, nicht gebilligter Schmuck und weitere Abweichungen bringen unerwünschtes Leid.

Kriyapada 35, Vers 33. Die Unterbrechung der Verehrung, ihrer Gaben und der Bali-Darbringung verursacht nach dieser Lehre ausbleibenden Regen. Deshalb fertige man den Götterbau in allen Teilen schön und nach den vorgeschriebenen Merkmalen.

Kriyapada 35, Vers 34. Ein Riss in den Richtungen von Osten an bewirkt Untergang, Leid, Tod, Gedeihen, Familienzuwachs, Familienuntergang, Reichtum, Glück und Armut. [Neun Folgen stehen einer von Osten ausgehenden Richtungsreihe gegenüber; eine fehlende Ortszuordnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 35, Verse 35–36. Ein Termitenhügel in Gebäuden, vom Brahma-Platz aus über die Richtungen bis Nordosten gerechnet, bringt der Reihe nach Tod, Krankheit, Feuergefahr, Verlust von Verwandten, Reichtum, einen Sohn, das Eintreffen von Freunden, Gedeihen und Untergang. Blitzschlag und das Ansetzen von Honig gelten überall als ungünstig.

Kriyapada 35, Verse 37–38. Eine rote Jungfrau bringt der Reihe nach Vermögenszuwachs, Vermögensverlust, Gewinn von Freunden, Glück, Wohlstand, Regen, das Eintreffen einer Tochter, einen Sohn und Streit, vom Brahma-Platz über Osten bis Nordosten gerechnet. An anderen, dazwischenliegenden Orten oder an der Tür bringt sie Streit und weitere

Kriyapada 35, Vers 39. Nachteile; zu deren Befriedung opfere man geklärte Butter. Eulen, Geier, Falken und Waldtauben,

Kriyapada 35, Vers 40. Pingala-Vögel und Cakoras gelten im Haus als unheilbringend. Bei Götter- und Menschenhäusern, Klöstern, Viehställen, Versammlungshallen und weiteren Bauten

Kriyapada 35, Vers 41. wird nun die Befriedung der Fehler solcher ungewöhnlichen Erscheinungen wie Termitenhügel erklärt. Man entferne sie durch Ausgraben und weitere geeignete Arbeiten und bestreiche den Ort neu.

Kriyapada 35, Vers 42. Nachdem Kühe sich dort aufgehalten haben, vollziehe man das Feueropfer zur Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen, das abwehrende Opfer und das Vastu-Feueropfer. Dann gebe man die Vastu-Bali-Gabe.

Kriyapada 35, Vers 43. Man bewirte Brahmanen und lasse erneut die Segensverkündung sprechen. Danach bewohne man den Ort wieder ordnungsgemäß; dies soll alles Gedeihen fördern.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen.

Kriyapada 35, Vers 44. Zum Schutz und Schmuck von Tempeln und anderen Gebäuden errichte man Umfassungen in einer Anzahl von fünf, drei, zwei oder einer.

Kriyapada 35, Vers 45. Die erste heißt Antarmandala, innerer Bezirk; außerhalb folgen Antarhara, innerer Umgang, Madhyahara, mittlerer Umgang, Maryada, Grenze, und Mahamaryada, große Grenze.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 45. Hier sagt Maya: „Bei sehr kleinen und kleinen Gebäuden bemesse man den inneren Bezirk auf die Hälfte der eigenen Breite. Der zweite erhält dasselbe Maß zuzüglich drei Ellen; der dritte gegenüber diesem fünf Ellen mehr. Der vierte erhält dessen Maß zuzüglich sieben, der fünfte wiederum das vorige Maß zuzüglich neun Ellen.“

Kriyapada 35, Verse 46–47. Bei mittelgroßen Bauten beträgt der innere Bezirk die Hälfte des Hauptbaus. Danach betragen die Zwischenräume der fünf Umfassungen der Reihe nach fünf, sieben, neun und elf Ellen. Bei den größten Bauten beträgt der erste ebenfalls die Hälfte des Hauptbaus; dann folgen sieben,

Kriyapada 35, Vers 48. neun, elf und dreizehn Ellen für die Umgänge. Die Wand des inneren Bezirks ist anderthalb Ellen stark.

Kriyapada 35, Vers 49 und Beginn von 50. Die weiteren Umfassungswände wachsen jeweils um zwei oder drei Finger. Ihre Höhe beträgt das Drei- oder Vierfache ihrer jeweiligen Stärke; die Stärke ihres Abschlusses ein Achtel ihrer Höhe.

Unnummeriertes Maya-Zitat innerhalb von Vers 50. Hier sagt Maya: „Die Wand kann bis zum oberen Tragbalken oder bis zum Krug- und Mandi-Glied reichen. Sie besitzt die Bauglieder vom Masuraka-Sockel an und ist mit kleinen Dachbauten und weiterem Schmuck versehen. Ihr Abschluss kann blasenförmig, halbmondförmig oder gerade sein.“

Kriyapada 35, Schluss von Vers 50 und Vers 51. Bei sehr kleinen und kleinen Bauten beginnt die Wandstärke mit einer Elle und wächst wie zuvor jeweils um zwei oder drei Finger bis auf anderthalb Ellen. Die Wände besitzen oberen Tragbalken, Vajana und Schirmabschluss.

Kriyapada 35, Vers 52. Auf allen Umfassungen eines Shiva-Tempels bringe man ringsum eine besonders anmutige Reihe von Stieren an.

Kriyapada 35, Vers 53. Die unterste Ebene des Hauptbaus ist eine Elle hoch. Von der innersten Umfassung aus liegt die zweite um sechs Finger niedriger; so verfahre man nacheinander bei jeder Umfassung.

Kriyapada 35, Vers 54. Oder die Fußansatzhöhe beträgt eine halbe Elle und nimmt von da an jeweils um zwei oder drei Finger bis zur äußersten Umfassungsmauer ab.

Kriyapada 35, Vers 55. Bei kleinen Bauten beträgt sie achtzehn Finger; bei mittleren das Maß der Basis des Hauptbaus. Dieses vermindere man jeweils um vier Finger bis zur fünften Umfassung. [Der Anfangssatz mit den unterschiedlichen Baugrößen bleibt knapp und nicht völlig eindeutig.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Umfassung.

Kriyapada 35, Vers 56. Vorne befindet sich der Platz des Stieres, im Südosten die Küche, nahe dem Süden der Platz der Müttergöttinnen und im Südwesten derjenige des Elefantengesichtigen.

Kriyapada 35, Vers 57. Im Westen liegt Vasudevas Heiligtum, danach Skandas; im Nordwesten oder Nordosten das Heiligtum von Uma-Durga.

Kriyapada 35, Vers 58. Im Norden steht das Heiligtum des Reichtumspenders, im Nordosten der Speicher. Zwischen Nordosten und Osten liegt Brahmas Ort; der Tanzplatz im Nordosten oder vorne.

Kriyapada 35, Vers 59. Manche setzen den Getreidespeicher zwischen Südosten und Torbau. Zwischen Südosten und dem Platz der Müttergöttinnen liegt das Haus für das Wasser der rituellen Waschung.

Kriyapada 35, Vers 60. Das Kloster liegt außen im Süden, das Blumenhaus zwischen dem Süden und Ganeshas Platz, das Waffenhaus zwischen Südwesten und Westen, der Kuhstall außen im Westen.

Kriyapada 35, Vers 61. Innen im Westen liegt der Schlafraum; Jyeshtha steht südlich des Nordwestplatzes. Der Lehrsitz befindet sich im Mukhya-Feld, der Hüter des Bezirks im Parjanya-Feld.

Kriyapada 35, Vers 62. Innen im Nordosten steht Candanatha; die Adityas stehen außerhalb von Brahmas Ort, die Welthüter in ihren jeweiligen Richtungen, die Ashvins zwischen Osten und Südosten.

Kriyapada 35, Vers 63. Im äußeren zweiten Umgang stehen die Vishvedevas zwischen Süden und Südwesten; Shasta liegt im Südwestbereich, ebenso Bhadrakali außen.

Kriyapada 35, Vers 64. Zwischen Südwesten und Westen befindet sich das Heiligtum des Schlangenherrn Shesha, zwischen Westen und Nordwesten das der Vastus, zwischen Nordwesten und Norden das der Weisen. [Die Quelle liest „vastūnām“; eine Änderung zu den Vasus wird nicht vorgenommen.]

Kriyapada 35, Vers 65. Zwischen Norden und Nordosten ordne man die Rudras an. So verfahre man der Reihe nach. Für die Tempel der Begleitgottheiten nehme man die Hälfte des inneren Heiligtumsmaßes,

Kriyapada 35, Vers 66. bei kleinen Bauten ein Drittel oder ein Viertel. Bei einem kleinen Tempel genügt eine Umfassung und eine Gruppe von acht Begleitgottheiten.

Kriyapada 35, Vers 67. Der Stier, Ganapati, Brahma, die Mütter, Guha, Vishnu, Durga und Candeshvara werden als die acht Begleiter genannt.

Kriyapada 35, Vers 68. Oder es sind die zehn Welthüter, Canda im Inneren und die Mütter: Diese zwölf sind bei einem kleinen oder mittleren Tempel vorgesehen.

Kriyapada 35, Vers 69. Diese zwölf zusammen mit Ganesha, Guha, Durga und Vishnu bilden die sechzehn Begleiter in ihren jeweiligen Richtungen bei einem mittleren Tempel.

Kriyapada 35, Vers 70 und unnummerierte Fortsetzung. Bei den größten Tempeln stelle man alle Begleiter auf, außerdem die zweiunddreißig Vastu-Gottheiten von Ishana an, im mittleren Umgang auf ihren jeweiligen Feldern.

Unnummeriertes Parashara-Zitat vor Vers 71. „Die beste Höhe eines Begleitbildes beträgt das Doppelte der Höhe des Verehrungsteils, die mittlere das Anderthalbfache, die geringste dasselbe Maß“, sagt Parashara.

Kriyapada 35, Vers 71. „Steht die Hauptgottheit, so stehen auch die Begleiter; sitzt sie, so sitzen sie; auch bei einer liegenden Gottheit sitzen sie“, sagt Pitamaha.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 71. Hier sagt Maya: „Der Stier blickt nach Osten oder Westen, der Gottheit zugewandt oder auch nicht. Alle übrigen Begleiter sollen stets der Gottheit zugewandt sein.“

Kriyapada 35, Vers 72. In welche Richtung die Gottheit blickt, dort vor ihr stehe das Reittier beziehungsweise das zugehörige Banner. Die Welthüter verehre man rechtsläufig, mit Indra beginnend.

Kriyapada 35, Vers 73. Den Empfänger abgelegter Opfergaben setze man im Nordosten ein, die Mütter im Süden. So ordne man überall die Gottheit an; der Abfluss liegt im Norden.

Kriyapada 35, Vers 74. Außerhalb des Torbaus errichte man ein Opferpodest nach den vorgeschriebenen Merkmalen. Der Abstand beträgt drei Viertel oder die Hälfte des Tempelmaßes.

Kriyapada 35, Vers 75. Das Podest ist halb so breit wie der Heiligtumsraum, um drei Viertel vermindert oder diesem gleich. Seine Höhe beträgt bei der besten, mittleren und geringsten Form drei, zwei oder eine Elle. [Die mittlere Breitenangabe ist auffällig und wird nicht zu einer anderen Maßreihe verbessert.]

Kriyapada 35, Vers 76. Bei sechzehn Teilen Gesamthöhe erhält das unterste Glied einen, die Jagati drei, das Kumuda vier, die Platte einen und der Hals drei Teile.

Kriyapada 35, Vers 77. Die Kampa erhält einen, das Vajana zwei und die obere Platte einen Teil. Bei zehn Teilen Breite ist der obere Lotus um zwei Teile schmaler,

Kriyapada 35, Vers 78. oder bei acht Teilen um einen. Seine Höhe beträgt zwei Teile, die des Lotusknaufs ein Drittel davon.

Kriyapada 35, Vers 79. Der Opfersitz kann einen Bhadra-Vorsprung besitzen oder ohne ihn sein, mit Untersockel ausgeführt und mit dem für Tempel beschriebenen Schmuck versehen werden.

Kriyapada 35, Vers 80. Im mittleren Umgang oder an der Maryada-Umfassung stelle man östlich außerhalb des Opferpodests den Fahnenmast auf.

Kriyapada 35, Vers 81. Jenseits des Fahnenmastes errichte man das Stierhaus mit vier Türen. Der beste Stier entspricht dem Tür- beziehungsweise Lingamaß, der mittlere ist um ein Viertel kleiner.

Kriyapada 35, Vers 82. Der kleinste ist halb so groß und besitzt die vorgeschriebenen Merkmale. Oder seine Höhe beträgt gegenüber der Tür das Anderthalbfache, Eineinviertelfache oder Doppelte.

Kriyapada 35, Vers 83. Der sitzende Stier soll besonders anmutig gestaltet sein. Nun werden die Merkmale der Gopura-Torbauten ordnungsgemäß beschrieben.

Unnummerierte Vorschrift nach Vers 83. An jeder Umfassung ist an jedem Tor ein Gopura zu errichten.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 83. Hier sagt Maya: „Bei sehr kleinen, kleinen, mittleren und großen Heiligtümern richte sich das Maß nach dem jeweiligen Hauptbau. Teilt man die Breite des Haupttempels in sieben, acht, neun, zehn oder elf, erhält das Gopura jeweils einen Teil weniger. So ergeben sich der Reihe nach die Breiten von Dvarashobha und den folgenden Torbauten. Diese Maße gelten wie angegeben für die sehr kleinen und kleinen Tempel. Bei mittleren teile man die Haupttempelbreite in vier, fünf, sechs, sieben oder acht; jedes Gopura ist um einen Teil kleiner. Bei den größten betragen die Breiten von Dvarashobha und den folgenden ein Drittel, die Hälfte, zwei Drittel, drei Viertel und vier Fünftel. Die Höhen der Gopuras betragen elf Teile bei sieben Teilen Breite, sechs bei vier, sieben bei fünf, sieben bei vier, neun bei fünf oder das Doppelte; so werden die Höhen der Torhäuser der Reihe nach bestimmt. Ihr Vorsprung außerhalb der Umfassungsmauer beträgt ein Drittel oder Viertel der Gopurabreite oder zwei Fünftel. Die Türbreiten werden kurz mit anderthalb, eindreiviertel oder zweieinhalb Ellen angegeben, vom Grundmaß aus gerechnet.“ [Die letzte Verbindung zum „Grundmaß“ bleibt in der gelieferten Fassung knapp und unsicher.]

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 83. Hier sagt Parashara: „Mit Zuwächsen von sechs, neun oder zwölf Fingern, bis zu fünf, sieben oder neun Ellen, ergibt sich die Tür in jeweils fünfzehn Größen für kleine, mittlere und große Bauten.“ [Der Anfangswert ist hier nicht erneut genannt; die Anzahl wird unverändert bewahrt.]

Kriyapada 35, Verse 84–85. Die Türhöhe wird aus der Breite auf fünf Arten bestimmt: sieben Teile bei fünf Teilen Breite, zehn bei sieben, das Doppelte, um die Hälfte mehr oder um ein Viertel mehr.

Kriyapada 35, Verse 86–87. Bei den fünf Umfassungen lasse man der Reihe nach einen, drei, fünf, sieben oder neun Finger frei, rechts beziehungsweise links, und setze die Tür unter Berücksichtigung des Hauptbauplatzes ein. Die Höhe von Pfeiler und Sockel bestimme man mit Teilungen in vier, fünf, sieben, acht,

Kriyapada 35, Vers 88. neun, zehn und zwölf; vom Hauptmaß jeweils um einen Teil vermindert ergibt sich die Pfeilerhöhe samt Sockel, der Rest ist der Untersockel. [Die überlieferte Zahlwortfolge zwischen zehn und zwölf ist beschädigt; eine fehlende Zahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 35, Vers 89. Padabandha- und Masuraka-Sockel fertige man ordnungsgemäß. Die Maße der Plattenglieder, des Sockels und der Pfeiler entsprechen denen des Hauptbaus.

Kriyapada 35, Vers 90. Die Gopura-Pfeilerhöhe ist um ein Achtel, Neuntel oder Zehntel geringer. Den eingegrabenen Pfeilerfuß bis zum Homa-Glied … dann setze man den Sockel. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der zweite Halbvers ist schon in der Quelle mit einem Fragezeichen versehen. Die erkennbaren Bauglieder sind wiedergegeben; der Arbeitsvorgang lässt sich nicht sicher übersetzen.]

Kriyapada 35, Vers 91. Die Breite beträgt das Maß bis zum oberen Tragbalken oder dessen Hälfte. Rechts vom Eingang lege man bei bereits errichteter Wand die Gründungsdeponierung ein.

Kriyapada 35, Vers 92. Die Höhe der gemischten Form übersteigt die Höhe von Pfeiler und Sockel. Die Türhöhe ist bei Städten, Dörfern, Hauptstädten und ähnlichen Anlagen angegeben. [„Gemischte Form“ ist hier nicht näher erläutert.]

Kriyapada 35, Vers 93. An der Vorderseite der Gopurawand setze man den angeschlossenen Rahmen der Türflügel ein. Seine Grenze reiche bis zum Ende der Umfassung; in der Mitte liegt das Götterhaus.

Kriyapada 35, Vers 94. Die Gopuras kleiner Bauten haben ein bis fünf Geschosse, diejenigen mittlerer zwei bis sechs.

Unnummerierte Fortsetzung und Maya-Zitat vor Vers 95. Bei den größten reicht das Gopura bis zu sieben Geschossen. [Die Anfangszahl ist in der Quelle durch „dvitatut?“ gestört und bleibt offen.] Dazu sagt Maya: „Sockel samt Untersockel, Pfeilerhöhe bis zum oberen Balken und der Rest bis zur Stupi werden durch Teilmaße bestimmt.“

Kriyapada 35, Vers 95. Vom oberen Tragbalken bis zur Stupi teile man das Gopura in sechs.

Kriyapada 35, Vers 96. Die Manca-Höhe beträgt eineinviertel Teile, das Gebälk einen, der Hals einen und der Kopf eindreiviertel Teile.

Kriyapada 35, Vers 97. Der Rest ist die Höhe der Spitze. Dies gilt für das eingeschossige Gopura. Bei zwei und mehr Geschossen verfahre man entsprechend den zusätzlichen Geschossteilungen.

Kriyapada 35, Vers 98. Bis zu zwölf Geschossen führe man dies der Reihe nach durch sachgemäße Ableitung aus. Bei einer in fünf geteilten Gopurabreite erhält der Innenraum drei Teile,

Kriyapada 35, Vers 99. die Wandstärke zwei, bei einem eingeschossigen Bau. Bei sieben Teilen Gopurabreite erhält der Innenraum vier,

Kriyapada 35, Vers 100. die Wände die übrigen drei. Bei neun Teilen Höhe erhält das Kuta einen Teil als Breite und das Kosthaka drei Teile.

Kriyapada 35, Vers 101. Den Zwischenraum zwischen Kuta und Kosthaka schmücke man auf fünf Teilen mit Panjaras und weiteren Gliedern schön aus. So entsteht das zweigeschossige Gopura. [Der Übergang von „Höhe“ in Vers 100 zu Breitenanteilen bleibt in der Quelle auffällig.]

Kriyapada 35, Vers 102 und unnummerierte Fortsetzung. Bei neun Teilen Breite entsteht ein dreigeschossiges, bei zehn ein viergeschossiges, bei elf ein fünfgeschossiges, bei zwölf ein sechsgeschossiges und bei dreizehn ein siebengeschossiges Gopura; man verfahre sachgemäß wie zuvor.

Unnummeriertes Parashara-Zitat vor Vers 103. Hier sagt Parashara: „Alle Gopuras von einem bis sieben Geschossen sind mit Veranden, Dachbauten, Kutas, Shalas, Stirnpanjaras, Nasikas, elefantenrückenförmigen Dächern, Seitenhallen, Sockeln, Pfeilern, Vedikas, Gittern und Torbögen zu schmücken.“

Kriyapada 35, Verse 103–104. Die Türen der oberen Geschosse fertige man um ein Viertel oder Fünftel schmaler als die Haupttür. Im Innenraum ordne man die Treppe von Ebene zu Ebene an.

Kriyapada 35, Vers 105. Treppen an den vier Ecken des Untersockels werden gebilligt. Die Kundigen ordnen sie entsprechend der Zweckmäßigkeit und Schönheit an.

Kriyapada 35, Vers 106. Den Schmuck, die Gestalt und Schönheit der Gopuras richte man nach dem Hauptbau, sei es Tempel, Wohnbau oder ein anderes Gebäude.

Kriyapada 35, Verse 107–109. Ein anmutiges großes Tor mit Sockel und Untersockel, Pfeilerschmuck, zwei oder mehr Geschossen, Rechtsumgang, Aufstiegstreppe, innerem Gebälk, schönen Vor- und Rücksprüngen, vierzehn Stirnplatten und länglichem oberen Aufbau heißt Shrimandira.

Kriyapada 35, Vers 110. Dieselbe Form heißt Shriniketana, wenn man seitlich am Kopf das zuvor beschriebene Geschoss weglässt und die Vorderseite mit sechs Platten versieht. Mit einem einzigen Götterhallendach und sechs großen Nasikas

Kriyapada 35, Vers 111. heißt sie Sumangala. Nun Vishala: Die zuvor genannte Form wird ringsum um einen Anteil vergrößert, erhält einen Gandima-Unterbau

Kriyapada 35, Vers 112. und einen bekrönenden Dachbau. Dieses prächtige Gopura heißt Vishala. Dieselbe Form, ringsum mit einem weiteren Feld versehen, heißt Bhavya.

Kriyapada 35, Vers 113. Dieselbe anmutige längliche Form mit rundem Shikhara und rund abschließenden Kutas an den Ecken heißt Paushtika.

Kriyapada 35, Vers 114. Dieselbe Form mit einer Halle an der Vorderseite von der Hälfte eines Viertelanteils, mit kleinen Dachbauten und Fahnen geschmückt, heißt Sumanda. [Die Maßangabe der Halle ist nicht eindeutig auf eine Gesamtgröße bezogen.]

Kriyapada 35, Vers 115. Mit einer Kapota-Shala verbunden heißt sie Parikutaka. Dies sind acht Gopuras entsprechend reiner oder gemischter Bauausführung.

Kriyapada 35, Vers 116. Eine Form mit drei oder mehr Geschossen, einhundertzwanzig Nasikas, Sockel, Pfeilern, Kuta-Shalas und Torbögen,

Kriyapada 35, Vers 117. mit Panjaras an der Shala und verborgenen wie offenen Aufstiegen, geeignet für Götter und höchste Könige, heißt Subhadra.

Kriyapada 35, Vers 118. Eine zweigeschossige Form mit seitlicher Gliederung am Innenraum, quadratisch, mit vier Nasikas und schön in allen Gliedern,

Kriyapada 35, Vers 119. heißt Bhadrakalyana. Besitzt dieselbe Form am Shikhara achteckige Kutas und Shalas, heißt sie Bhadrasundara.

Kriyapada 35, Vers 120 und unnummerierte Fortsetzung. Dieselbe Form mit hervortretender Hallenfront an jeder Seite, ringsum um ein Feld erweitert und mit sieben Geschossen versehen, heißt Shrikara, ein besonders anmutiges Gopura.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Damit die Vorschrift für Gopuras.

Unnummerierter Schlussvers. So wurde zuerst die Erneuerungsarbeit beschrieben, dann ordnungsgemäß die Befriedung ungewöhnlicher Erscheinungen. Die Merkmale der Umfassung und des Stieres wurden genannt, ebenso die gesamte Vorschrift für Torbauten in gedrängter Form.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das fünfunddreißigste Kapitel über die Merkmale der Erneuerung und weiterer Arbeiten.

Besinnung zu Kapitel 35

Erhaltung verlangt Aufmerksamkeit für das bereits Vorhandene. Das Kapitel unterscheidet zwischen bewahrender Reparatur und begründeter Veränderung. Für eine heutige spirituelle Praxis kann darin die Anregung liegen, Gewachsenes zu achten und zugleich Schäden nicht zu übersehen. Seine Vorzeichenlehre bleibt eine historische Deutung; der Wert sorgfältiger Pflege lässt sich davon unterscheiden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 35: Erneuerung, Befriedungsriten und Tempelumfassungen
Das Kapitel beschreibt die Erhaltung und Wiederherstellung heiliger Bauten. Es folgen historische Deutungen ungewöhnlicher Erscheinungen sowie die Anordnung von Umfassungen, Nebenheiligtümern, Opferpodesten und Torbauten. Die vorausgesagten Wirkungen sind Aussagen der überlieferten Ritual- und Baulehre.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha pañcatriṃśaḥ paṭalaḥ |

athānukarma vijñeyaṃ dhāmnāṃ vā kālapākataḥ |
patitaṃ skhalitaṃ jīrṇaṃ prāsādāṅaṃ yadā bhavet || 1 ||

p. 347)

tattaddravyaiḥ śilādyaistu samādheyaṃ hi pūrvavat |
saṃsthānaṃ prāgvadeva syādalaṅkārādikaṃ ca yat || 2 ||

vyāsatuṅgatvahānirvā vṛddhiścāpi na śasyate |
jāticchandavikalpānāṃ syānmānaṃ prāgvadeva hi || 3 ||

svayambhūdaivikārṣāṇāmalpaṃ prāktanadhāma cet |
jīrṇaṃ vā patitaṃ tasya na vṛddhirdoṣamāvahet || 4 ||

dvāraprākārapīṭhādyamanuktasthānagaṃ yadi |
parivāraṃ ca tatproktasthāne kuryāt salakṣaṇam || 5 ||

daivikaṃ prāktanaṃ dhāma [k: ma hīnamānamala] mānahīnamalakṣaṇam |
salakṣaṇaṃ prakurvīta pūrvasaṃsthānasundaram || 6 ||

svāyambhuvārṣadaivaṃ vā niṣkalaṃ sakalaṃ tu vā |
sthānānna cālayelliṅgaṃ pūrvasthāne'rhati sthitim || 7 ||

nadyabdhijalavātādyairhṛte vicalite'thavā |
tasmāt sahasradaṇḍāntakṣeme saṃsthāpayet punaḥ || 8 ||

tadeva tadabhāve tu pūrvaliṅgasamaṃ navam |
pūrvatulyavimāne tu prāyaścittādanantaram || 9 ||

pratiṣṭhitaṃ bhavedṛddhyai rājarāṣṭraprajāhitam |
tatra mūlālayād rakṣoyamāgnimarutāṃ diśaḥ || 10 ||

tyaktvā yatheṣṭamanyatra vidhinā sthāpayed diśi |
yame bharturnṛpasyāpanmarudrakṣogniṣu kṣayaḥ || 11 ||

tasmāt tat parihṛtyaiva calitasthāpanaṃ hitam |
chandānāṃ proktanād dhiṣṇyāt prāgvodakparito'dhikam || 12 ||

mānonmānapramāṇoccatalādhikyaṃ ca śasyate |
pūrvasmāddhīnamānādyaṃ sthānaṃ kartṛnṛpāhitam || 13 ||

dvārabhittyaṅgaṇādīnāṃ hāpanaṃ ca vināśakṛt |
vinaṣṭavastuno garbhaṃ tyaktvā garbhaṃ nyaset punaḥ || 14 ||

p. 348)

adhiṣṭhānādikaṃ prāgvat kuryāt stambhādikānyapi |
yadi tat prāktanadravyairniṣpādyaṃ ced gṛhādikam || 15 ||

prārabhyādau navadravyaiḥ purāṇairyojayat tataḥ |
yogairnavairnaveṣviṣṭaḥ purāṇānāṃ purātanaiḥ || 16 ||

miśrayoge vināśaḥ syādato miśraṃ na kārayet |
puragrāmālayādīni pūrvavastvanukūlataḥ || 17 ||

kuryāt tadbādhakaṃ vastu kulanāśakaraṃ tyajet |
antarhārād bahirmūlādalpaliṅgālayādikam || 18 ||

kurvīta vāntaḥ sālasya yathā mūlaṃ na pīḍayet |
mūlālayasamaṃ kṣudramadhikaṃ ca na śaśyate || 19 ||

śastamardhaṃ ca pādonaṃ śarāṃśe tryaṃśameva vā |
kramādindrādivāyvantaṃ mūlāt tu śivamandiram || 20 ||

kṛtaṃ vināśayet sthānaṃ kartāraṃ rājasantatim |
rāṣṭraṃ dhanaṃ ca sasyaṃ ca tasmāt tat parivarjayet || 21 ||

evaṃ grāmapurādīnāṃ svagṛhasya ca tatsamam |
tasmādudīcyāṃ mukhyādiparjanyāntaṃ ca pūrvataḥ || 22 ||

mānuṣaṃ śāṅkaraṃ liṅgaṃ sthāpayecchubhadaṃ hi tat |
śivaḥ prākpaścimāsyastu manuṣyāṇāṃ hitāvahaḥ || 23 ||

anyatrāghoranṛtteśadakṣiṇeśācca vāmataḥ |
sarvatrābhimukhāḥ saumyā devatāḥ śubhadā nṛṇām || 24 ||

ugrāḥ parāṅmukhāḥ śastāḥ puragrāmagṛhādiṣu |
na manuṣyālayaṃ kuryād devāgārādhikonnatam || 25 ||

tatsamīpe viśeṣeṇa talādhikyaṃ ca neṣyate |
daivād dhāmnaḥ śubhaṃ nyūnaṃ samaṃ vā mānuṣa gṛham || 26 ||

anukarmavidhānam |

adhiṣṭhānādi saundaryastūpyagrācchubhāvaham |
prāsādāṅgeṣu vairūpyaṃ hīnādhikyaṃ ca ninditam || 27 ||

p. 349)

chidraṃ vraṇaṃ darī nimnamanyaccāpyaśubhāvaham |
deśadeśādhipasthānakartṛbhartṛvināśanam || 28 ||

apica -

adhiṣṭhāne tu vairūpyaṃ tatsantānavināśanam |
pratyāṃ tu strīvināśāya stambhe nṛpaparājayaḥ || 29 ||

prastare dvijanāśaḥ syāt kaṇṭhe tu vaṇijāṃ kṣayaḥ |
nāsikāsu svapakṣaghnaṃ śikhare rājavibhramaḥ || 30 ||

stūpikākumbhavairūpyaṃ tadrāṣṭrajananāśanam |
asthānadvārasopānaṃ sarveṣāmaśubhāvaham || 31 ||

asthānabhittikastambhamanuktāṅgavirūpatā |
acoditālaṅkaraṇamanyaccāniṣṭaduḥkhadam || 32 ||

pūjopacāravicchedo balicchedo'pyavṛṣṭikṛt |
sarvāṅgasundaraṃ tasmād dhāma kuryāt salakṣaṇam || 33 ||

nāśaṃ duḥkhaṃ mṛtiṃ puṣṭiṃ kulavṛddhiṃ kulakṣayam |
dhanaṃ sukhaṃ ca nairdhanyaṃ kuryāt pūrvādidigdarī || 34 ||

mṛtiṃ rogaṃ cāgnibhayaṃ bandhunāśaṃ dhanaṃ sutam |
mitrāgamaṃ ca puṣṭiṃ ca vināśaṃ cāvahet kramāt || 35 ||

bahmasthānādyamīśāntaṃ valmīkaṃ bhavanādiṣu |
pāto'śaneśca kṣaudrasya nyāsaḥ sarvatragarhitaḥ || 36 ||

dhanāgamaṃ dhanāpāyaṃ mitraprāptiṃ sukhaṃ śriyam |
varṣaṃ kanyāgamaṃ putraṃ kalahaṃ raktakanyakā || 37 ||

brahmasthānāt tu śakrādyamīśānāntaṃ yathākramāt |
uktādavāntare'nyatra dvāre ca kalahādikam || 38 ||

anarthamāvahed yasmāt tacchāntyai juhuyād ghṛtam [k; kh: dhṛtam raktastrīdarśanasya] |
ulūkā gṛdhrakāḥ śyenāstathā vanakapotakāḥ || 39 ||

p. 350)

piṅgalāśsca cakorāśca gṛhe syuścedanarthadāḥ |
devamānuṣageheṣu maṭhagoṣṭhasabhādiṣu || 40 ||

valmīkādyadbhutānāṃ tu doṣaśāntistu kathyate |
khananādikriyābhistadapanīyopalipya tu || 41 ||

gobhiradhyuṣite tasmin hutvā cādbhutaśāntikam |
rakṣoghnaṃ vāstuhomaṃ ca dattvā vāstubaliṃ tataḥ || 42 ||

brāhmaṇān bhojayitvā tu puṇyāhaṃ vācayet punaḥ |
yathāvadāvaset tasmin sarvasaṃpatkaraṃ bhavet || 43 ||

adbhutaśamanam |

prāsādabhavanādīnāṃ rakṣālaṅkārasiddhaye |
vaprāṇi kramaśaḥ kuryāt pañcatridvyekasaṃkhyayā || 44 ||

tatrāntarmaṇḍalaṃ tvādyamantarhārātha tadbahiḥ |
madhyahārā ca maryādā mahāmaryādakaṃ tataḥ || 45 ||

atra mayaḥ -

kṣudrāṇāmalpaharmyāṇāṃ khavyāsārdhapramāṇataḥ |
antarmaṇḍalakaṃ kuryāt satrihastaṃ tu tatsamam ||

dvitīyaṃ tu tṛtīyaṃ ca tasmāt pañcakarādhikam |
tasmāt sasaptahastaṃ tu tatsamaṃ syāccaturthakam ||

navahastasamāyuktaṃ tatsamaṃ pañcamaṃ bhavet ||

iti |

madhyamānāṃ tu mūlārdhamantarmaṇḍalakaṃ bhavet |
tataḥ śararṣibṛhatīrudrahastaṃ yathākramāt || 46 ||

vaprāntarālavistāraḥ proktaḥ prākārapañcake |
athottamānāṃ mūlārdhaṃ prathamaṃ tvatha carṣibhiḥ || 47 ||

nandarudrātijagatīhastairhārā bhavanti hi |
antarmaṇḍalabhitteḥ syād viṣkambhaḥ sārdhahastavān || 48 ||

p. 351)

tasmād dvitryaṅgulādhikyāt kramāt sālā bhavanti hi |
tattadviṣkambhamānāt tu triguṇaṃ vā caturguṇam || 49 ||

prākāratuṅgatā proktā svoccāṣṭāṃśācchiroghanam |

atra mayaḥ -

uttarāntocchritā [to] vā syāt kumbhamaṇḍyantakodayā [g: yāvat |
ma] |
masūrakādivargāḍhyā khaṇḍaharmyādimaṇḍitā ||

budbudārdhenduśīrṣā vā ṛjurvā bhittiriṣyate |

iti |

kṣudrālpabhittiviṣkambhaṃ hastādārabhya pūrvavat || 50 ||

kramād dvitryaṅgulādhikyād vardhayet sārdhahastataḥ |
sottarāvājanacchatraśīrṣavatyaśca bhittayaḥ || 51 ||

upariṣṭāt tu vaprāṇāṃ sarveṣāṃ tu śivālaye |
manoramatamāṃ [k, kh: rāṃ] kuryāt parito vṛṣabhāvalim || 52 ||

mūlaṃ janmasthalaṃ hastamucchritaṃ mūlasālataḥ |
dvitīyaṃ hīnaṣaṇmātraṃ pratisālaṃ ca tatkramāt || 53 ||

hastārdhaṃ pādajanmoccaṃ tasmād dvitryaṅgulakṣayāt |
mahāmaryādabhittyantamevaṃ hāpyamathāpi vā || 54 ||

kṣudre sāṣṭādaśāṅgulyaṃ madhyame mūlapādukam |
kṣapayet taccaturmātrairyāvat pañcāntasālakam || 55 ||

prākāralakṣaṇam |

vṛṣasthānaṃ tu purataḥ syādāgneyyāṃ mahānasam |
mātṝṇāṃ tu yamopānte gajavaktrasya nair-ṛte || 56 ||

vāruṇe vāsudevasya skandasya tadanantaram |
vāyavyāmathavaiśānyāmumādurgālayaḥ smṛtaḥ || 57 ||

uttare dhanadasya syāt koṣṭhāgāraṃ triśūlini |
īśendramadhye dhātuḥ syānnṛttasyaiśe'thavā puraḥ || 58 ||

p. 352)

vahnigopurayormadhye dhānyānāmiti kecana |
madhyena vahnimātṝṇāṃ snapanāmbugṛhaṃ smṛtam || 59 ||

maṭhaśca yāmye bāhye syāt puṣpasya yamavighnayoḥ |
rakṣombumadhye śastrāṇāṃ gośālā varuṇe bahiḥ || 60 ||

vāruṇyāṃ śayanasyāntarjyeṣṭhāyā vāyudakṣiṇe |
vidyāpīṭhaṃ bhavenmukhye parjanye kṣetrapasya tu || 61 ||

aiśe'ntaścaṇḍanāthasyāpyādityānāṃ vidherbahiḥ |
lokeśānāṃ svadikṣveva cendrāgnyormadhyato'śvinoḥ || 62 ||

bahirdvitīya[kh: yaṃ]hārāyāṃ viśveṣāṃ yamarakṣasoḥ |
śāstuśca rakṣodigbhāge bhadrakālyāstathā bahiḥ || 63 ||

rakṣovaruṇayormadhye śeṣanāgālayaḥ smṛtaḥ |
vastūnāmambumarutormunināṃ vāyusomayoḥ || 64 ||

someśamadhye rudrāṇāṃ krameṇaivaṃ prakalpayet |
parivāravimānānāṃ mānaṃ garbhārdhamānataḥ || 65 ||

tribhāgād vā caturthāṃśāt kṣudreṣu parikalpayet |
ekamalpe tu vapraṃ syāt parivārāṣṭakaṃ tathā || 66 ||

vṛṣogaṇapatirbrahmā mātaro'tha guho hariḥ |
durgā caṇḍeśvaraścāṣṭau parivārāḥ prakīrtitāḥ || 67 ||

athāpi daśa lokeśāścaṇḍo'ntarmātarastathā |
kṣudre vā madhyame dhāmni dvādaśaite bhavanti hi || 68 ||

ete dvādaśa vighnaśca guho durgā haristathā |
svadikṣu parivārāḥ syurmadhyame dhāmni ṣoḍaśa || 69 ||

uttameṣu vimāneṣu parivārānaśeṣataḥ |
sthāpayed vāstudevāṃśca kramādīśānapūrvakān || 70 ||

dvātriṃśanmadhyamahārāyāṃ svapadeṣviti yāvat |

p. 353)

parivārapratimodayaḥ pūjāṃśodayād dviguṇaḥ śreṣṭhadadhyardhaṃ madhyamastatsamaṃ kaniṣṭhaḥ iti parāśaraḥ |

sthite deve sthitāste syuḥ parivārāstathāsane |
niṣaṇṇāḥ śayane'pi syuriti prāha pitāmahaḥ || 71 ||

atra mayaḥ -

prākpratyaṅmukha ukṣā devābhimukho na vābhimukhaḥ |
śeṣā ye parivārā devābhimukhāḥ sadaiva syuḥ ||

iti |

yadyanmukho bhaved devastadagre vāhanadhvajam |
indraṃ cārabhya lokeśān yajedeva pradakṣiṇam || 72 ||

nirmālyadhārakaṃ caiśe mātṝrapica dakṣiṇe |
sarvatra kalpayed devaṃ pranālamapi cottare || 73 ||

gopurād bāhyataḥ kuryād balipīṭhaṃ salakṣaṇam |
antarālaṃ tripādaṃ vā prāsādārdhamathāpi vā || 74 ||

garbhārdhavistṛtaṃ pīṭhaṃ tripādonaṃ ca sammitam |
tridvyekahastamuccaṃ taduttamādiṣu kalpayet || 75 ||

taduccaṣoḍaśāṃśena janmātha jagatī tribhiḥ |
vedāṃśaiḥ kumudaṃ bhāgaḥ paṭṭikāṃśaistribhirgalaḥ || 76 ||

kampastvaṃśena tu dvābhyāṃ vājanaṃ cordhvapaṭṭikā |
bhāgenetyatha tadvyāse daśāṃśe dvyaṃśahānitaḥ || 77 ||

ūrdhvābjaṃ vistṛtaṃ vāṣṭabhāgeṣvekonameva vā |
dvyaṃśo vābjodayaḥ proktaḥ karṇikā tattribhāgataḥ || 78 ||

sabhadraṃ vā vibhadraṃ vā sopapīṭhamathāpi vā |
alaṅkārairvimānoktairyuktaṃ vā baliviṣṭaram || 79 ||

hārāyāṃ madhyame vāpi maryādāyāmathāpi vā |
balipīṭhād bahiḥ prācyāṃ dhvajastambhaṃ tu vinyaset || 80 ||

dhvajād bahirvṛṣagṛhaṃ caturdvāraṃ prakalpayet |
dvāraliṅgasamaḥ śreṣṭho madhyo vedāṃśahīnataḥ || 81 ||

p. 354)

ardhahīnaḥ kaniṣṭhaḥ syād vṛṣabho lakṣaṇānvitaḥ |
dvārādadhyardhamucco vā sapādadviguṇocchritaḥ || 82 ||

manoramatarākārastvāsīno vṛṣabho bhavet |
gopurāṇāṃ tathā lakṣma yathāvadatha kathyate || 83 ||

prativapraṃ tu kartavyaṃ dvāre dvāre tu gopuram |

atra mayaḥ -

kṣudrālpamadhyamukhyānāṃ dhiṣṇyānāṃ svapramāṇataḥ |
mūlaprāsādavistāre saptāṣṭanavabhāgike ||

daśaikādaśabhāge ca tattadekāṃśahānitaḥ |
dvāraśobhādivistārād gopuraṃ tad bhavet kramāt ||

kṣudrālpakānāṃ dhāmnāṃ syānmānamevaṃ yathoditam |
madhyānāṃ mūladhāmnastu vyāse vedeṣubhāgike |

ṣaṭsaptāṣṭāṃśake vā syād bhāgonaṃ gopuraṃ pṛthak |
tribhāgaikāṃśamardhaṃ ca dvibhāgaṃ syāt tribhāgike ||

caturbhāge tribhāgaṃ tu pañcāṃśe caturaṃśakam |
dvāraśobhādivistāraḥ śreṣṭhānāṃ gopure [raṃ] smṛtaḥ [g: tam] ||

tuṅgaṃ tu gopurāṇāṃ syāt saptāṃśe rudrabhāgikam |
caturaṃśe ṣaḍaṃśoccaṃ pañcāṃśe saptabhāgikam ||

saptāṃśaistu caturbhāge navabhāgaistu pañcake |
dviguṇaṃ vā yathāsaṃkhyaṃ dvārāyatanatuṅgatā ||

gopurasya tu vistāraṃ tribhāgādekabhāgikam |
caturbhāgaikabhāgaṃ vā pañcabhāge dvibhāgikam ||

nirgamo gopurāṇāṃ syād vaprakuḍyasya bāhyataḥ |
mūlāt sārdhaṃ satripādaṃ sārdhahastadvayaṃ tu vā ||

nirdiṣṭo dvāravistāro gopurāṇāṃsamāsataḥ |

atra parāśaraḥ -

tasya ṣaṇṇavadvādaśamātravṛddhyā pañcasaptanavahastāntaṃ dvāraṃ pañcadaśabhedaṃ pṛthak pṛthak kṣudre madhye pare syāt iti ||

p. 355)

dvārāṇāṃ tatra vistārādutsedhaḥ pañcadhocyate || 84 ||

pañcāṃśebhyaśca saptāṃśaḥ saptāṃśebhyo daśāṃśikaḥ |
dviguṇo'rdhādhikaḥ pādamadhikaḥ pañcadhocchrayaḥ || 85 ||

krameṇa pañcasālānāmekatriśarasaptakam |
navāṅgulaṃ ca saṃtyajya dakṣiṇādakṣiṇakramāt || 86 ||

dvāraṃ niyojayet tatra mūlavastu nirīkṣya tu |
pādādhiṣṭhānatuṅgaṃtvaṃ vedeṣvṛṣibhujaṅgamaiḥ || 87 ||

nandapaṅktiśasūryāṃśānmūlādekāṃśahānitaḥ |
sādhiṣṭhānāṅghrituṅgaḥ syāccheṣaṃ syādupapīṭhakam || 88 ||

pādabandhaṃ masūraṃ ca yathāvat parikalpayet |
paṭṭikāṅgamadhiṣṭhānastambhamānaṃ tu mūlavat || 89 ||

vasunandadigaṃśonaṃ gopurastambhatuṅgatā |
nikhātapādaṃ homāntaṃ jitvādhiṣṭhanakaṃ nyaset(?) || 90 ||

uttarāntasamānaṃ tadardhaṃ vā vipulaṃ bhavet |
praveśadakṣiṇe garbhaṃ nyasedārūḍhabhittike || 91 ||

pādādhiṣṭhānayostuṅgādadhiko miśrakodayaḥ |
dvāratuṅgaṃ puragrāmarājadhānyādiṣūditam || 92 ||

nyased gopurakuḍyāgre śliṣṭaṃ yogaṃ kavāṭayoḥ |
tatsīmānaṃ tu vaprāntaṃ kuryānmadhye surālaye || 93 ||

ekādipañcabhūmyantamalpānāṃ gopurāṇi hi |
dvibhaumāt ṣaṭtalāntāni madhyānāṃ gopurāṇyapi || 94 ||

dvitatut? saptabhaumāntamuttamānāṃ tu gopuram |

atra -

sopapīṭhamadhiṣṭhānaṃ pādoccaṃ cottarāntakam |
śeṣaṃ tatstūpiparyantaṃ bhāgamānaṃ vidhīyate ||

iti mayaḥ |

stūpyantamuttarādūrdhvaṃ ṣoḍhā bhaktaṃ la gopuram || 95 ||

p. 356)

sapādāṃśena mañcoccaṃ bhāgena prastarodayaḥ |
bhāgena kandharotsedhaḥ satripādāṃśakaṃ śiraḥ || 96 ||

śiṣṭena tu śikhātuṅgamityekatalagopuram |
e (kaṃ? vaṃ) tu dvitalādīnāṃ talādhikyavibhāgataḥ || 97 ||

ādvādaśatalādūhyaṃ vidadhīta yathākramam |
gopuravyāsapañcāṃśe garbhāgāra tribhāgataḥ || 98 ||

bhāgābhyāṃ bhittiviṣkambhaṃ vidadhyādekabhūmike |
saptāṃśe gopuravyāse garbhaṃ tu caturaṃśakaiḥ || 99 ||

kuryād bhittiṃ tribhiḥ śeṣairudaye'tha navāṃśake |
aṃśena kūṭavistāraṃ tribhiraṃśaistu koṣṭhakam || 100 ||

kūṭakoṣṭhakayormadhye pañcāṃśaiḥ pañjarādibhiḥ |
alaṅkṛtya yathāśobhaṃ dvitalaṃ gopuraṃ bhavet || 101 ||

vyāse navāṃśe tritalaṃ daśabhāge catustalam |
rudrāṃśe śarabhaumaṃ syāt sūryāṃśe ṣaṭtale tathā || 102 ||

trayodaśe saptatalaṃ kuryād yuktyā tu pūrvavat |

atra parāśaraḥ -

ekatalādi saptatalāntaṃ sarvatrāpi gopureṣvalindaharmyakūṭaśālāmukhapañjaranāsīhastipṛṣṭhapakṣ aśālā-masūrastambhavedikājālatoraṇairalaṅkaraṇīyam iti |

mūladvārasya vistārād vedaśonaṃ śarāṃśataḥ || 103 ||

hīnaṃ vordhvatalānāṃ tu dvārāṇi parikalpayet |
garbhāgāre tu sopānamuparyupari vinyaset || 104 ||

catuṣkarṇe tu sopānamupapīṭhe praśasyate |
yathāyukti yathāśobhaṃ tathā yojyaṃ vicakṣaṇaiḥ || 105 ||

gopurāṇāmalaṅkāraṃ mūlavastvanurūpataḥ |
kuryādākṛtiśobhādyaṃ vimānabhavanādiṣu || 106 ||

sopapīṭhamadhiṣṭhānaṃ stambhādiparimaṇḍitam |
dvitalādiyutaṃ ramyaṃ [g: mya] mahādvāraṃ pradakṣiṇam || 107 ||

p. 357)

sādhirohaṇasopānaṃ sāntaraprastarānvitam |
ūhapratyūhaśobhāḍhyaṃ dvisaptamu(pa? kha)paṭṭikam || 108 ||

dīrghāgrākāravinyāsaṃ śrīmandiramiti smṛtam |
tadeva tu śiraḥ pārśve tyaktvā pūrvatalaṃ punaḥ || 109 ||

mukhe paṭṭikaṣaṭkena yuktaṃ syācchrīniketanam |
ekadevasabhāśīirṣaṃ ṣaṇmahānāsikānvitam || 110 ||

sumaṅgalābhidhānaṃ syāt viśālamatha kathyate |
prāguktameva parito bhāgavṛddhyā sagaṇḍimam || 111||

cūḍaharmyānvitaṃ śrīmad viśālākhyaṃ tu gopuram |
tadeva parito bhaktyā yuktaṃ bhavyābhidhānakam || 112 ||

tadeva vṛttaśiharaṃ dīrghākāraṃ manoramam |
vṛttāgrakūṭaṃ karṇeṣu pauṣṭikaṃ nāma gopuram || 113 ||

tadeva hi mukhe vedabhāgārdhānmaṇḍapānvitam |
khaṇḍaharmyapatākāḍhyaṃ sumaṇḍākhyaṃ tu gopuram || 114 ||

kapotaśālāsaṃyuktaṃ nāmnā syāt pārikūṭakam |
etāni gopurāṇyaṣṭau śuddhamiśrakriyāvaśāt |
115 ||

atha tribhaumādiyutaṃ ṣaṣṭidvitayanāsikam |
sādhiṣṭhānaṃ ca sastambhakūṭaśālaṃ satoraṇam || 116 ||

śālātaḥ pañjaropetaṃ guhyāguhyādhirohaṇam |
devaśreṣṭhanarendrārhaṃ subhadraṃ nāma gopuram || 117||

dvitalaṃ tu vibhāgena pārśvayorgarbhaveśmanaḥ |
caturaśraṃ caturnāsīsāṅgāvayavasundaram || 118 ||

bhadrakalyāṇasaṃjñaṃ tat tadeva śikhare yadi |
aṣṭāśrakūṭaśālāḍhyaṃ bhadrasundarasaṃjñitam || 119 ||

mukhe mukhe tadeva syād vinirgatasabhāmukham |
parito bhāgavṛddhyā tu talaiḥ saptabhiranvitam || 120 ||

p. 158)

śrīkaraṃ nāma tat proktaṃ gopuraṃ sumanoramam |

iti gopuravidhiḥ |

ityevamuktamanukarmavidhānamādau śāntiryathāvaduditātra tathādbhutānām prākāralakṣma kathitaṃ vṛṣalakṣaṇaṃ ca proktaśca gopuraṃvidhirnikhilaḥ samāsāt ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde'nukarmādilakṣaṇapaṭalaḥ pañcatriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 36: Formen des Lingas und Auswahl des Steins

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 36: Formen des Lingas und Auswahl des Steins
Das Linga kann als ungegliederte Form, als Bildgestalt oder als Verbindung beider erscheinen. Dieses Kapitel behandelt seine Materialien, kurzlebige Formen für die Verehrung und die rituelle Gewinnung des Steins. Die überlieferten Materialwirkungen, Vorzeichen und gesellschaftlichen Wertungen werden als historische Aussagen wiedergegeben.

Kapiteleingang. Nun das sechsunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 36, Vers 1. Man unterscheide drei Linga-Arten: Nishkala, ohne gegliederte Gestalt; Sakala, mit gegliederter Gestalt; und die gemischte Form. Außerdem ist das Linga zweifach: unbeweglich oder beweglich.

Kriyapada 36, Vers 2. Das einfache Linga heißt Nishkala, das Bildnis Sakala. Die gemischte Form ist das Gesichtslinga, das Merkmale beider verbindet.

Kriyapada 36, Vers 3. Das Nishkala-Linga ist nach seinem Stoff sechsfach: aus Stein, Edelstein, Metall, Holz, Ton oder nur für kurze Zeit gefertigt.

Kriyapada 36, Vers 4. Den Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas und Shudras werden weiße, rote, gelbe und schwarze Steine zugeordnet. Aus ihnen fertige man entsprechend die Lingas.

Kriyapada 36, Vers 5. Manche sagen dagegen, alle Steine seien für alle geeignet. Weiße und die folgenden Steine sollen der Reihe nach Befreiung, Sieg, Reichtum und Getreide gewähren.

Kriyapada 36, Vers 6. Bergkristall, Rubin, Diamant, Saphir, der goldfarbene Stein, Vaidurya, Koralle und Pushya: So ist das Edelstein-Linga achtfach. [Die mineralogische Zuordnung der letzten traditionellen Steinnamen bleibt offen.]

Kriyapada 36, Vers 7. Beim Kristall selbst gibt es drei Arten: Kristall, Sonnenstein und Mondstein. Sie gewähren der Reihe nach Wunscherfüllung, Befreiung und Wohlstand.

Kriyapada 36, Vers 8. Durch die Verehrung der Lingas aus Rubin und den folgenden Stoffen erlangt man der Reihe nach Wohlstand, Wünsche, Gesundheit, Gedeihen, Söhne, Sieg und Glück.

Kriyapada 36, Verse 9–10. Allgemein gibt es bei allen Edelsteinen neun Fehler: Linie, Punkt, Fleck, Krähenfußzeichnung, Verletzung, Staubigkeit, frostige Trübung, Riss und Loch. Diese meide man sorgfältig. Aus Gold, Silber, Kupfer, Messing, Bronze oder Eisen,

Kriyapada 36, Vers 11. aus Blei oder Zinn besteht das achtfache Metall-Linga. Das goldene Linga gewährt Genuss und Befreiung, das silberne Gedeihen.

Kriyapada 36, Vers 12. Das kupferne gewährt Söhne, das bronzene Glück, das messingene Lebensdauer und Gesundheit; das eiserne gilt als todbringend.

Kriyapada 36, Vers 13. Blei und Zinn dienen der Entzweiung, Vertreibung und Tötung. Die vier hauptsächlichen Metalle, Gold und die folgenden, gelten als günstig.

Kriyapada 36, Vers 14. Die übrigen von Bronze an sind „Pishacha-Metalle“ und sollen gemieden werden. Sandelholz, Devadaru, Shami, Pippala und Shimshapa,

Kriyapada 36, Vers 15. Khadira, Asana, Malura, Madhuka, Bakula, Padmaka und Karnikara sind, jeweils zu dritt, den Brahmanen und den weiteren Ständen

Kriyapada 36, Vers 16. der Reihe nach als günstige Hölzer für hölzerne Lingas zugeordnet. Lehm von Pilgerstätten, heiligen Bezirken, Bergen, Gärten und verdienstvollen Orten,

Kriyapada 36, Vers 17. weiß, rot, gelb oder schwarz, nehme man und pulverisiere ihn. Pulver von Gerste, Weizen, Urdbohnen und Guggulu-Harz,

Kriyapada 36, Vers 18. von Lackharz, Shriveshtaka, Shyama und Sarja nehme man zu gleichen Teilen, dazu einen Teil Kundurushka. Das Lehmpulver entspricht der gesamten Menge dieser Zusätze.

Kriyapada 36, Vers 19. Man knete alles mit den fünf Produkten einer braunen Kuh und mit Öl. Den eine Monatshälfte gekneteten Lehm lasse man einen Monat ruhen.

Kriyapada 36, Vers 20. Daraus fertige man ein Linga samt Sockel nach dem gewünschten Maß und trockne es einen Monat in der Wärme. Dies ist das ungebrannte tönerne Linga. [Die Quelle liest beim Trocknungsort „dharme“; die Wiedergabe als Wärme folgt dem Zusammenhang und ist örtlich unsicher.]

Kriyapada 36, Verse 21–22. Oder man nehme nur geeigneten, pulverisierten Lehm, knete ihn mit dem Wasser der fünf Kuhprodukte und lasse ihn ebenfalls einen Monat ruhen. Daraus lasse man ein Linga samt Sockel nach den Merkmalen fertigen und von Kundigen im Feuer brennen. Dies ist das gebrannte Linga.

Kriyapada 36, Vers 23. Aus Sand, Kuhdung, Teig, Amla, Rohzucker, Früchten oder frischer Butter bestehen die sieben kurzlebigen Lingas. [„Amla“ ist hier nicht sicher als ein bestimmter Fruchtstoff aufzulösen.]

Kriyapada 36, Vers 24. Denjenigen, die sie täglich verehren, gewähren diese kurzlebigen Lingas der Reihe nach Befreiung, Gesundheit, Reichtum, Nahrung, Gedeihen, Wohlstand und das Gewinnen von Einfluss.

Kriyapada 36, Vers 25. Für sie fertige man keinen eigenen Sockel; man forme das Linga auf seinem Sitz. Bei ihnen gibt es weder die Dreiteilung noch verbindliche Maße oder die Rundung des Kopfes und ähnliche Arbeiten.

Kriyapada 36, Vers 26. Für sie gelten weder besondere Zeiten und Stunden noch die vorbereitende Lagerung und weitere entsprechende Riten. Man fertige das Linga, rufe sogleich Shiva hinein und verehre ihn.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 26. Nach der Entlassung gebe man das Linga ohne weitere Bindung ins Wasser.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Vorschrift für kurzlebige Lingas.

Kriyapada 36, Vers 27. Bei Lingas aus Stein und den übrigen Stoffen soll der fehlerfreie Sockel aus demselben Material bestehen.

Kriyapada 36, Vers 28. Ist dies nicht möglich, kann der Sockel beim Stein-Linga aus Ziegeln bestehen, bei Edelstein-Lingas aus Gold, Silber oder Kupfer als beste, mittlere oder geringste Ausführung.

Unnummerierter erster Halbvers von 29. Bei Metall-Lingas verwende man das jeweilige eigene Metall, bei Holz-Lingas Ziegel.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über die Materialien von Linga und Sockel.

Kriyapada 36, zweiter Halbvers von 29 und Vers 30. Die Gewinnung von Stein und weiteren Materialien soll während des nördlichen Sonnenlaufs in der hellen Monatshälfte erfolgen, bei günstigem Mondtag, Wochentag und Mondhaus. Zuerst bewirte man Brahmanen und lasse Segensworte sprechen.

Kriyapada 36, Vers 31. Man verehre den Herrn der Götter samt Gliedern, vollziehe das Waffenopfer und breche nach Osten oder Norden auf, wobei man auf Vorzeichen achtet.

Kriyapada 36, Vers 32. Flammendes Feuer, Leuchten, Elefanten, Stiere, Kurtisanen, junge Mädchen, Blüten, Speisen, volle Krüge, geklärte Butter, Muschelhörner, Milch und Dickmilch,

Kriyapada 36, Vers 33. Reiskörner, Edelreis, Fleisch, Honig, Schirme, Yakhaarfächer, Frauen mit glückverheißenden Merkmalen, der König, Fahnen und gespannte Bogen,

Kriyapada 36, Vers 34. eine Milchkuh und ein Pferd gelten, wenn sie einem entgegenkommend sichtbar werden, als Zeichen der Erfüllung des Reisevorhabens; besonders günstig, wenn sie rechts herum vorbeigehen.

Kriyapada 36, Vers 35. Gecko- und Krähenrufe sind beim Aufbruch links günstig, beim Betreten rechts. Niesen gleich zu Beginn ist ungünstig.

Kriyapada 36, Vers 36. Sonst gilt es hinten oder links als günstig, ebenso menschliche Rufe. Laute der Bharata-Vögel und weiterer Arten sind links günstig; rechts dagegen

Kriyapada 36, Vers 37. Gesang aus einer friedvollen Himmelsrichtung. Bei Pingala-Vögeln sind beide Seiten günstig. Schakale, Krähen, Tiger, Cakoras und junge Reiher,

Kriyapada 36, Vers 38. die von links nach rechts gehen, gelten als günstig. Eine Haubenschlange wird überall verworfen. Hasen, Eulen, Geier, Falken, Wildtiere und Dundubha-Schlangen,

Kriyapada 36, Vers 39. die von rechts nach links gehen, sind günstig. Gute Worte bringen Gutes. Esels- und Kuhlaute sind links günstig, ihr Gang rechts.

Kriyapada 36, Vers 40. Blitzschlag, schlechtes Wetter, Regen, widrige Worte, Venus und Merkur in Gegenstellung, Wirbelwind und Streit werden verworfen.

Kriyapada 36, Vers 41. Ebenso ein Anstoßen des Kopfes oder anderer Glieder, besonders des rechten Fußes; eine ungünstige Beschaffenheit von Farbe, Reittier, Kleidung, Gemüt, Waffen und Himmelsrichtungen;

Kriyapada 36, Vers 42. brennend rote Himmelsrichtungen, Lichtringe, Schakalgeheul, Nebensonnen, Finsternisse, Meteore, Erdbeben und Regenbogen;

Kriyapada 36, Vers 43. Bruch von Bäumen, Fahnen, Waffen, Schirmen oder Fahrzeugen. Als ungünstige Begegnungen gelten ferner Cakrin-Asketen, Kshapanaka-Asketen, Nackte, Kahlgeschorene und als unheilvoll eingestufte Frauen,

Kriyapada 36, Vers 44. Viras, Büßer, Vratyas, Wanderasketen, Kleinwüchsige und andere, Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen, Netzträger, Schlächter, Andersgläubige und Stabträger,

Kriyapada 36, Vers 45. Kapalikas, Holzträger, Menschen mit offenem Haar, Leidende und Menschen in nassen Gewändern, wenn sie entgegenkommen. [Diese abwertende Vorzeichenliste spiegelt historische soziale und religiöse Ausschlüsse. Sie wird als Quelleninhalt wiedergegeben, nicht als heutige Bewertung von Menschen.]

Kriyapada 36, Vers 46. Bei ungünstigen Zeichen warte man einen Monat und breche bei günstigen zu dem vorgesehenen Steinlager auf, im Gebirge, heiligen Bezirk, Wald oder anderswo.

Kriyapada 36, Vers 47. Himalaya, Vindhya, Shrishaila, Pariyatra, Shuktiman, Mahendra, Sahya, Malaya, Kalasha und Vedaparvata,

Kriyapada 36, Vers 48. Riksha und Kumarashaila werden als die vorzüglichen Steinlager genannt. Flüsse wie die Ganga und heilige Bezirke wie Amaresha

Kriyapada 36, Vers 49. gelten als mittlere Lager, andere als geringste für die Gewinnung von Stein und Holz. Man beginne mit der Steingewinnung entsprechend dem Verfügbaren.

Kriyapada 36, Vers 50. Das Land ist vierfach: Varuna-, Indra-, Agni- und Vayu-Land. Die dort vorkommenden Steine tragen die entsprechenden Namen.

Kriyapada 36, Vers 51. Land mit weichen Baumgruppen, von selbst blühenden Wäldern und überall vorhandenen Wasserstellen gilt als Varuna-Land.

Kriyapada 36, Vers 52. Land mit vielen Milchsaftbäumen, einem großen Gewässer im Norden und Reisfeldern im Süden gilt als Indra-Land.

Kriyapada 36, Vers 53. Land mit Geiern, Reihern, Wildschweinen, Bären, Falken, Schakalen und Krähen, dessen Trinkwasser weit entfernt liegt, heißt Agni-Land und wird verworfen.

Kriyapada 36, Vers 54. Wasserloses Land mit Aksha, Snuhi, Kulingaksha, Pilu, Shleshmataka und Dornen heißt Vayu-Land und gilt als ungünstig.

Kriyapada 36, Vers 55. Steine aus Agni- und Vayu-Land sind für Lingas ausgeschlossen; solche aus Varuna- und Indra-Land gewähren alle Vollendungen.

Kriyapada 36, Vers 56. Als ungeeignet gelten Land und Steine, wenn das Land durch Candalas, Pulkasas, Jäger, Pulindas und andere nach dieser Lehre „verunreinigt“ ist oder viele Termitenhügel, Schlangen und Leichenstätten besitzt. [Die erste Aussage ist eine historische Kastenausgrenzung.]

Kriyapada 36, Vers 57. Land mit den bei der Übernahme des Bauplatzes zuvor genannten günstigen Merkmalen wird auch für die Steingewinnung gebilligt; das verworfene meide man.

Kriyapada 36, Vers 58. Hat der Guru zusammen mit den Handwerkern geeignetes Land erreicht, suche er dort den Stein und spreche diesen Mantra:

Kriyapada 36, Vers 59. „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem dreiäugigen Rudra, dem Herrn der Wesen! Zeige den Stein, Herr der Götter; sei gnädig, du mit dem Stier im Banner!“

Kriyapada 36, Vers 60. Danach baden Guru und Baumeister samt Schülern. Mit weißen Duftstoffen, Girlanden und Salben versehen und geschmückt, von Handwerkern umgeben,

Kriyapada 36, Vers 61. begeben sie sich zum Stein. Der Guru spreche die Wesen an: „Die Wesen und die Gottheiten samt den Guhyakas mögen weichen!

Kriyapada 36, Vers 62. Euch werde eine gute Opfergabe zuteil. Die Erde möge mir den Stein freigeben! Ich werde diese Arbeit ausführen; nehmt bitte einen anderen Aufenthalt!“

Unnummerierte Ritualprosa nach Vers 62. So spreche er sie an. Bei der Holzgewinnung lautet die besondere Wendung: „Soma möge die Bäume freigeben.“ Dann verehre man mit Duftstoffen und weiteren Gaben und bringe den Wesen und Waldgottheiten Bali dar: fünffarbigen Reis, Dickmilch, Milch, Honig, geklärte Butter, Früchte, Speisen, Ersatzgaben für Fleisch und Blut sowie die Bali-Gaben für Wesen und furchterregende Mächte. Auf einem bereiteten Kreis stelle man einen Krug auf. Nach Osten oder Norden gewandt grabe man die Erde auf und lege den darin verborgenen, von Sonnenstrahlen unberührten Stein frei. Man begieße ihn mit Krugwasser, besprenge ihn mit den fünf Kuhprodukten unter den Pavamana-Mantras und verehre ihn mit den fünf Brahmamantras bis zur Speisegabe. Man bedecke ihn mit ungetragenem Tuch und Darbha-Gras, bereite nördlich davon das Feuer und opfere mit Herz-, Ishana- und Aghora-Mantra einhundertachtmal Brennholz, geklärte Butter und gekochte Opferspeise. Mit den Vyahritis und dem Svishtakrit-Opfer führe man die Handlung bis zum abschließenden Umsprengen aus.

Kriyapada 36, Vers 63. Dann stelle man acht Krüge in den Richtungen auf, deren Gottheiten die Welthüter sind. Man verehre sie und begieße den Stein erneut mit ihrem Wasser.

Kriyapada 36, Vers 64. In den Richtungen bringe man eine Bali-Gabe aus Honig, geklärter Butter, Zucker, bitterem Stoff und Milchreis dar. Man bedecke den Stein und opfere im westlichen Feuer. [Die Verbindung „tiktapāyasa“ kann auch bitteren Milchreis bezeichnen; die Zubereitung ist nicht genauer erläutert.]

Kriyapada 36, Vers 65. Mit den Mantras Shivas, der Elf, der Welthüter und der Waffe opfere man gekochte Speise und geklärte Butter; dann opfere man hundertmal erneut geklärte Butter mit dem Pashupata-Waffenmantra. [„Die Elf“ bleibt als knappe Gruppenbezeichnung der Quelle stehen.]

Kriyapada 36, Vers 66. Die zum Schneiden geeigneten Werkzeuge bade man mit dem Waffenmantra und lege sie nieder. Mit demselben verehre man sie. Nachts schlafe man dort auf Darbha-Gras und wiederhole dieses Gebet:

Kriyapada 36, Vers 67. „Verehrung, Shambhu, dem Dreiäugigen, Rudra, dem Gabenspender! Verehrung Shiva, dessen Gestalt die ganze Welt ist, dem Herrn der Träume!

Kriyapada 36, Vers 68. Herr der Herren der Götter, ich habe Zuflucht bei dir gesucht. Zeige mir im Traum alle Vorhaben, die ich im Herzen trage!“

Unnummerierte Mantra-Fortsetzung nach Vers 68. „Dem Dreizackträger – [zweifache rituelle Lautfolge ohne sichere lexikalische Übersetzung] – als Opferanrufung!“ Dies ist der Mantra namens Svapnamanavaka. [Die ausgeschriebene Lautfolge und der Opferabschluss bleiben in IAST und Devanagari bewahrt. Hier wird keine vermeintliche Wortbedeutung erfunden.]

Kriyapada 36, Vers 69. Sieht man im Traum einen leuchtenden Stein, die eigene Gottheit oder ein anderes günstiges Zeichen, darf der Stein für die Linga-Herstellung genommen werden.

Kriyapada 36, Vers 70. Ist der Traum ungünstig, ist dieser Stein aufzugeben und ein anderer zu nehmen. Morgens baden Acharya und Baumeister und verehren den Herrn.

Kriyapada 36, Vers 71. Den ersten Schnitt vollziehe man mit goldener Nadel und Hammer unter dem Waffenmantra. Die Unterseite ist seine Vorderseite, die Oberseite der Rücken; der Kopf liegt nach Osten

Kriyapada 36, Vers 72. oder Norden. Beim Schnitt soll ein Glockenklang entstehen und es sollen Funken auftreten. Ein Stein mit eckigem Kopf ist zu verwerfen, weil er dem Besitzer Leid bringt.

Kriyapada 36, Vers 73. Man schneide ihn auf das gewünschte Maß, viereckig, eben und günstig, kennzeichne Vorderseite, Basis, Kopf und Rücken und hülle ihn in ein Tuch.

Kriyapada 36, Vers 74. Auch mit Darbha-Gras bedeckt lade man ihn auf einen Wagen und bringe ihn zum Heiligtum. Ein weicher Stein, der das Werkzeug nicht verträgt, gilt als „Kind“ und wird verworfen.

Kriyapada 36, Vers 75. Ein schwach klingender, übermäßig rauer, brüchiger Stein gilt als „alt“ und ist zu meiden. Ein vielfarbiger, mit haarfeinen Linien durchzogener wird abwertend „Candali“ genannt und ebenfalls ausgeschlossen.

Kriyapada 36, Vers 76. Ein glockenklingender, fester und glatter Stein gilt als „jugendlich“ und geeignet. Ein männlich eingestufter Stein eignet sich für das Linga; er ist rund oder länglich-rund.

Kriyapada 36, Vers 77. Ein quadratischer oder länglich-rechteckiger Stein gilt als weiblich und eignet sich für den Sockel. Ein dreieckiger oder länglich-dreieckiger gilt als geschlechtsneutral und eignet sich als Grundstein.

Kriyapada 36, Vers 78. Wird das Linga aus einem weiblichen Stein gefertigt, gehen Reich und König nicht zugrunde; ebenso bei einem männlichen Stein als Linga-Sockel und einem geschlechtsneutralen für Linga und Sockel. [Die Quelle enthält ausdrücklich die Verneinung „nicht“, obwohl der Zusammenhang eher eine Warnung erwarten ließe. Sie bleibt unverändert.]

Kriyapada 36, Vers 79. Wird die Bodenplatte aus einem weiblichen oder männlichen Stein gefertigt, kommt es nach dieser Lehre zum Untergang des Reiches. So gibt es drei Arten von Stein für Grundstein, Sockel und Linga.

Kriyapada 36, Vers 80. Man bringe ihn mit einem Wagen oder anderem Fahrzeug herbei und lege ihn in einer Halle im Norden auf zwei Hölzer. Dann lasse man das Linga daraus fertigen.

Unnummerierter Schlussvers. Lingas aus Metall, Edelstein, gewöhnlichem Stein, Holz und Ton sowie kurzlebige Lingas, Vogelzeichen und andere Vorzeichen, ferner die Gewinnung weiblicher, männlicher und geschlechtsneutraler Steine: Dies wurde hier nach den Shiva-Lehrwerken dargelegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das sechsunddreißigste Kapitel über die besonderen Arten des Lingas.

Besinnung zu Kapitel 36

Neben kostbaren, dauerhaft aufgestellten Formen kennt der Text einfache Lingas, die nur für eine kurze Verehrung bestehen. Darin wird die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen sichtbar. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies daran erinnern, dass bewusste Hinwendung auch in schlichter Form Raum findet. Die konkreten Materialwirkungen und Vorzeichen bleiben Teil der historischen Lehre und werden nicht als gesicherte heutige Wirkungen ausgegeben.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 36: Formen des Lingas und Auswahl des Steins
Das Linga kann als ungegliederte Form, als Bildgestalt oder als Verbindung beider erscheinen. Dieses Kapitel behandelt seine Materialien, kurzlebige Formen für die Verehrung und die rituelle Gewinnung des Steins. Die überlieferten Materialwirkungen, Vorzeichen und gesellschaftlichen Wertungen werden als historische Aussagen wiedergegeben.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣaṭtriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha liṅgaṃ tridhā jñeyaṃ niṣkalaṃ sakalaṃ tathā |
miśraṃ ceti ca talliṅgamacalaṃ ca calaṃ dvidhā || 1 ||

niṣkalaṃ kevalaṃ liṅgaṃ sakalaṃ pratimā smṛtā |
miśrākhyaṃ mukhaliṅgaṃ syānmiśralakṣaṇalakṣitam || 2 ||

śailaṃ rātnaṃ tathā lauhaṃ dāravaṃ mārttikaṃ punaḥ |
kṣaṇikaṃ ceti ṣoḍhā syāt kramālliṅgaṃ tu niṣkalam || 3 ||

brāhmaṇakṣatraviṭchūdraśilāḥ syurdhavalāruṇāḥ |
pītāḥ kṛṣṇāśca liṅgāni kuryāt tābhiryathākramam || 4 ||

sarveṣāmathavā sarvāḥ śilāḥ syuriti kecana |
muktiṃ jayaṃ dhanaṃ dhānyaṃ dadyuḥ śuklādikāḥ śilāḥ || 5 ||

sphaṭikaḥ padmarāgaśca vajraṃ nīlaṃ hiraṇmayam |
vaiḍūryaṃ vidrumaṃ puṣyaṃ ratnaliṅgaṃ tathāṣṭadhā || 6 ||

sphaṭikaḥ sūryakāntaśca candrakānta iti tridhā |
sphaṭikasyaiva bhedāḥ syuḥ kāmamokṣārthadāḥ kramāt || 7 ||

śriyaṃ kāmāṃstathārogyamṛddhiṃ putrāñjayaṃ sukham |
labhate padmarāgādiliṅgānāṃ kramaśo'rcanāt || 8 ||

ratnānāmiha sarveṣāṃ doṣāḥ sāmānyato nava |
rekhā binduḥ kalaṅkaśca kākāṅghrikṣatadhūlayaḥ || 9 ||

p. 359)

tuṣāratrāsarandhrāṇi yatnād ratneṣu varjayet |
sauvarṇaṃ rājataṃ tāmraṃ paittalaṃ kāṃsyamāyasam || 10||

saisakaṃ trāpuṣaṃ ceti lauhaṃ liṅgaṃ tadaṣṭadhā |
bhuktimuktipradaṃ haimaṃ liṅgaṃ raupyaṃ tu puṣṭidam || 11 ||

śaulbaṃ putrapradaṃ kāṃsyaṃ saukhyadaṃ tvatha paittalam |
āyurārogyadaṃ vidyādāyasaṃ maraṇaṃ smṛtam || 12 ||

saisakaṃ trāpuṣaṃ cāpi vidveṣoccāṭamāraṇe |
mukhyalohāni catvāri hemādīni śubhāni hi || 13 ||

piśācalohānyanyāni kāṃsyādīni vivarjayet |
candanaṃ devadāruśca śamīpippalaśiṃśapāḥ || 14 ||

khadirāsanamālūramadhūkabakulāstathā |
padmakaḥ karṇikāraśca viprādīnāṃ tryastrayaḥ || 15 ||

kramād dāravaliṅgānāṃ vijñeyāstaravaḥ śubhāḥ |
tīrthakṣetrācalārāmapuṇyadeśodbhavāṃ mṛdam || 16 ||

śuklāṃ raktāṃ tathā pītāṃ kṛṣṇāṃ vādāya cūrṇayet |
yavagodhūmamāṣāṇāṃ cūrṇānāṃ guggulorapi || 17 ||

lākṣāśrīveṣṭakaśyāmāsa[k: māna sa]rjānāṃ tu samāṃśakaiḥ |
kundaruṣkasya cāṃśena mṛccūrṇaṃ sarvataḥ samam || 18 ||

kapilāpañcagavyena satailena tu mardayet |
tāṃ mṛdaṃ mṛditāṃ pakṣaṃ māsamātroṣitaṃ punaḥ || 19 ||

ādāya liṅgaṃ kurvīta sapīṭhaṃ sveṣṭamānataḥ |
māsaṃ tu śoṣayed dharme liṅgamāmaṃ tu mārttikam || 20 ||

athavā kevalāṃ mṛtsnāṃkarmayogyāṃ vicūrṇitām |
marditāṃ pañcagavyādbhirmāsamātraṃ tathoṣitām || 21 ||

gṛhītvā kārayelliṅgaṃ sapīṭhaṃ lakṣaṇānvitam |
vipacet kuśalairagnau pakvaṃ liṅgaṃ tu tad bhavet || 22 ||

p. 360)

saikataṃ gomayaṃ paiṣṭamāmlaṃ gaulaṃ tathā phalam |
nāvanītaṃ ca liṅgāni saptaiva kṣaṇikāni tu || 23 ||

mokṣārogyadhanānnādyapuṣṭiśrīvaśyadāni tu |
bhavanti kṣaṇaliṅgāni yajatāṃ prativāsaram || 24 ||

naiteṣāṃ piṇḍikā kāryā kuryālliṅgaṃ tadāsane |
naiṣāṃ trikhaṇḍaṃ mānaṃ vā na śirovartanādikam || 25 ||

naiṣāṃ kālamuhūrtādyaṃ nādhivāsādikāḥ kriyāḥ |
nirmāya sadyastalliṅge śivamāvāhya pūjayet || 26 ||

visṛjya nirapekṣaṃ talliṅgamapsu vinikṣipet |

kṣaṇikaliṅgavidhiḥ |

svayoniḥ piṇḍikaiva syācchailādīnāmadūṣaṇā || 27||

abhāve tvaiṣṭakī śaile ratnajānāṃ hiraṇmayī |
rājatī tāmrajā vā syācchreṣṭhamadhyādhamakramāt || 28 ||

svalohaireva lohānāmiṣṭakābhiśca dārave |

liṅgapīṭhopādānādhikāraḥ |

uttarāyaṇasaṃsthe'rke śuklapakṣe guṇānvite || 29 ||

tithau vāre ca nakṣatre śilādergrahaṇaṃ smṛtam |
bhojayitvā dvijānagre vācayitvāśiṣastataḥ || 30 ||

sāṅgaṃ sampūjya deveśamastrayāgaṃ vidhāya ca |
vrajet prācīmudīcīṃ vā nimittānyupalakṣayan || 31 ||

jvaladagnipradīpebhavṛṣā veśyāśca kanyakāḥ |
puṣpānnapūrṇakumbhājyaśaṅkhakṣīradadhīni ca || 32 ||

vrīhayaḥ śālayo māṃsaṃ madhucchatraṃ ca cāmaram |
maṅgalyayoṣito rājā dhvajapūrṇadhanūṃṣi ca || 33 ||

kṣīriṇī gausturaṅgaśca dṛśyetābhimukhaṃ yadā |
yāturiṣṭārthasiddhyai syāt sutarāṃ tat pradakṣiṇam || 34 ||

p. 361)

gaulikāvāyasarutaṃ prayāṇe vāmataḥ śubham |
praveśe dakṣiṇe śastaṃ kṣutaṃ hyādāvaśobhanam || 35 ||

anyatra pṛṣṭhe vāme ca śastaṃ nṝṇāṃ ca kūjitam |
srotāṃsi bharaṭādīnāṃ vāme śastaṃ tu dakṣiṇe || 36 ||

gānaṃ ca diśi śāntāyāṃ piṅgalānāṃ dvayaṃ hitam |
sṛgālavāyasavyāghracakorabakapotakāḥ || 37 ||

vāmād dakṣiṇagāḥ śastāḥ phaṇī sarvatra ninditaḥ |
śaśakauśikagṛdhrāśca śyenāśca mṛgaḍuṇḍubhāḥ || 38 ||

dakṣiṇād vāmagāḥ śastāḥ śubhā vācaḥ śubhapradāḥ |
bāleyagodhvanirvāme gatirdakṣiṇataḥ śubhā || 39 ||

aśanirdurdinaṃ varṣaṃ pratikūlāstathā giraḥ |
pratiśukrabudhau vātyā kalahaśceti ninditāḥ || 40 ||

tāḍanaṃ śiraso'ṅgānāṃ dakṣiṇāṅghrerviśeṣataḥ |
varṇavāhanaveṣāṇāṃ manaśśastradiśāmapi || 41 ||

aprasādo'tha digdāhapariveṣāḥ śivārutam |
pratisūryoparāgolkābhūkampendradhanūṃṣi ca || 42 ||

vṛkṣadhvajāyudhacchatrayānabhaṅgā vininditāḥ |
cakrikṣapaṇanagnāśca muṇḍitāmaṅgalāṅganā || 43 ||

virāstapasvino vrātyā yatayo vāmanādayaḥ |
vikalā jālikāḥ sūnāḥ pāṣaṇḍā daṇḍapāṇayaḥ || 44 ||

kāpālikāḥ kāṣṭhadharā muktakeśāśca duḥkhinaḥ |
ārdravastrāśca nindyāḥ syurdṛṣṭāḥ pratimukhāgatāḥ || 45 ||

aśubheṣu nimitteṣu māsaṃ nītvā śubhe vrajet |
śilākaraṃ yaduddiṣṭaṃ girikṣetravanādikam || 46 ||

himādrivindhyaśrīśailāḥ pāriyātraśca śuktimān |
mahendrasahyamalayāḥ kalaśo vedaparvataḥ || 47 ||

p. 362)

ṛkṣaḥ kumāraśailaśca mukhyāḥ proktāḥ śilākarāḥ |
nadyo gaṅgādikāḥ kṣetrāṇyamareśādikānyapi || 48 ||

ākarā madhyamāstvanye śilādāruparigrahe |
kaniṣṭhāḥ syuryathālābhaṃ śilāgrahaṇamārabhet || 49 ||

vāruṇyaindrī tathāgneyī vāyavī bhūścaturvidhā |
tadbhavāśca śilā jñeyāstattannāmopalakṣitāḥ || 50 ||

yā komalataruvrātā svataḥpuṣpitakānanā |
jalāśayaiśca sarvatra yuktā bhūrvāruṇī smṛtā || 51||

yā kṣīravṛkṣabahulā saumye yasyā jalaṃ mahat |
vrīhikṣetrāṇi yāmyāṃ ca sā māhendrī kṣitiḥ smṛtā || 52 ||

gṛdhrakaṅkavarāharkṣaśyenagomāyuvāyasaiḥ |
saṃyuktā dūrapānīyā bhūrāgneyī vininditā || 53 ||

akṣasnuhikuliṅgākṣapīluśleṣmātakaṇṭakaiḥ |
yuktā yā nirjalā bhūmiraśubhā vāyavī smṛtā || 54 ||

analānilabhūmiṣṭhāḥ śilā liṅgeṣu varjitāḥ |
vāruṇyāmapi māhendryāṃ sambhūtāḥ sarvasiddhidāḥ || 55 ||

caṇḍālapulkasavyādhapulindādyairvidūṣitā |
valmīkāhiśmaśānāḍhyā nindyā bhūrapi tacchilā || 56 ||

bhūparigrahaṇe pūrvamuktalakṣaṇa bhūmayaḥ |
praśastāḥ syuḥ śilāyāśca grahaṇe ninditāstyajet || 57 ||

praśastāṃ bhuvamāsādya guruḥ śilpibhiranvitaḥ |
anveṣayecchilāṃ tatra mantraṃ cedamudīrayet || 58 ||

oṃ triṇetrāya rudrāya bhūtānāṃ pataye namaḥ |
śilāṃ darśaya deveśa ! prasanno vṛṣabhadhvaja ! || 59 ||

tataḥ snātvā saśiṣyastu guruḥ sthapatirapyatha |
śuklagandhasragālepau bhūṣitau śilpibhirvṛtau || 60 ||

p. 363)

śilāpradeśamāsādya bhūtānyāmantrayed guruḥ |
apakrāmantu bhūtāni devatāśca saguhyakāḥ || 61 ||

yuṣmabhyaṃ subalirbhūyād bhūmirdiśatu me śilām |
karmaitat sādhayiṣyāmi kriyatāṃ vāsaparyayaḥ || 62 ||

hūtyāmantrayet |

dārugrahaṇe tu somo diśatu pādapāniti viśeṣaḥ |
tato gandhādibhirabhyarcya pañcavarṇaudanairdadhikṣīramadhusarpiḥphalabhakṣyairmāṃsarudhira prati-nidhibhirbhūtakrūrabalibhirbhūtebhyo vanadevatābhyaśca baliṃ nirhṛtya kṛtamaṇḍale kalaśaṃ saṃsthāpya prāṅmukha udaṅmukho vā bhuvaṃ khātvā bhuvi nigūḍhāmarkaraśmibhiraspṛṣṭāṃ kalaśajalairabhiṣicya pañcagavyena pavamānaiḥ saṃprokṣya pañcabrahmabhirnivedyāntamiṣṭvāhatavastreṇa darbhairapyācchādyottareṇāgnimādhāya hṛdayeśānāghoraiḥ samidājyacarūnaṣṭottaraśataṃ hutvā vyāhṛtibhiḥ sviṣṭakṛtaṃ ca pariṣecanāntaṃ kuryāt |

athāṣṭau kalaśān dikṣu lokapālādhidaivatān |
vinyasyeṣṭvā tadambhobhirabhiṣicya śilāṃ punaḥ || 63 ||

madhvājyaśarkarātiktapāyasena diśāsvatha |
baliṃ prakṣipya cācchādya paścime'gnau juhoti ca || 64 ||

śivaikādaśadikpālaśastramantraiścaruṃ ghṛtam |
hutvā pāśupatāstreṇa śataṃ hutvā punarghṛtam || 65 ||

chedanocitaśastrāṇi saṃsnāpyāstreṇa śāyayet |
tenaiveṣṭvātra darbheṣu svaped rātrāvimaṃ japan || 66 ||

namaḥ śambho ! trinetrāya rudrāya varadāya ca |
śivāya viśvarūpāya svapnādhipataye namaḥ || 67 ||

ācakṣva devadeveśa ! prapanno'smi tavāntikam |
svapne sarvāṇi kāryāṇi hṛdayasthāni yāni vai || 68 ||

śūlapāṇaye hili hili svāhā svapnamāṇavakākhyo'yaṃ mantraḥ |

jvalantīṃ vā śilāṃ paśyet svapne svāṃ devatāṃ tu vā |
anyad vā śobhanaṃ grāhyā syācchilā liṅgakarmaṇi || 69 ||

p. 364)

svapnaścedaśubhastyājyā sānyā grāhyā śilā bhavet |
prātaḥ snātvābhipūjyeśamācāryaḥ sthapatistathā || 70 ||

hemasūcyaṣṭilābhyāṃ tu cchindyāt prathamamastrataḥ |
adhobhāgo mukhaṃ tasyāḥ pṛṣṭhamūrdhvaṃ tu pūrvataḥ || 71 ||

uttare vā śiro ghaṇṭādhvanicchede sphuliṅgavat |
koṇaśīrṣā śilā tyājyā bharturduḥkhakarī yataḥ || 72 ||

iṣṭapramāṇāṃ chitvā tu caturaśrāṃ samāṃ śubhām |
mukhamūlaśiraḥpṛṣṭhānyaṅkayitvāmbarāvṛtām || 73 ||

darbhaiścācchādya tu rathe samāropyālayaṃ nayet |
śastrāsahā pelavā ca śilā bālā vininditā || 74 ||

hīnasvarā cātirūkṣā vṛddhā tyājyātijarjharā |
nānāvarṇā romarekhā caṇḍālī sā ca varjitā || 75 ||

ghaṇṭānādā dṛḍhā snigdhā yuvatiḥ syācchilocitā |
puṃśilā liṅgayogyā syād vṛttā vṛttāyatā ca sā || 76 ||

caturaśrā ca dīrghāśrā strīśilā piṇḍikocitā |
tryaśrā tryaśrāyatā cāpi ṣaṇḍā pādaśilocitā || 77 ||

strīśilākalpite liṅge rāṣṭraṃ rājā na naśyati |
puṃlliṅgapīṭhe ca tathā liṅgapīṭhe ca ṣaṇḍake || 78 ||

striyā puṃsā ca bhūpīṭhe kṛte syād rāṣṭranāśanam |
itthaṃ pādaśilāpīṭhaliṅgānāṃ trividhāḥ śilāḥ || 79 ||

rathayānādinā nītvā kauberyāṃ diśi maṇḍape |
śāyayed dāruyugale tato liṅgaṃ tu kārayet || 80 ||

liṅgāni lohamaṇiśailajadāravāṇi mārtsnakṣaṇāni śakunāni nimittajātam |
strīpunnapuṃsakaśilāgrahaṇāni cāsmin sandarśitāni śivaśāstranirūpitāni ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde liṅgaviśeṣapaṭalaḥ ṣaṭtriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 37: Steinmerkmale und Proportionen des Lingas

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 37: Steinmerkmale und Proportionen des Lingas
Das Kapitel untersucht zunächst sichtbare Zeichen, aus denen die historische Steinlehre verborgene Einschlüsse erschließt. Danach erläutert es Größen und Proportionen des Lingas sowie das Verhältnis zu Sockel und Tempelraum. Die Vorschriften zur Materialprüfung und die Vorzeichen werden als historische Aussagen übersetzt; unklare Zahlenchiffren bleiben kenntlich.

Redaktioneller Hinweis: Die gelieferte Fassung beginnt dieses Kapitel unmittelbar mit dem folgenden Vers, ohne eigene Kapitel-Eingangsüberschrift.

Kriyapada 37, Vers 1. Nun werden die inneren Einschlüsse beschrieben. Ein Linga mit solchen Einschlüssen gebe man auf. Man prüfe die Einschlüsse; ist das Linga davon betroffen, verwerfe man es.

Kriyapada 37, Vers 2. Mit gleichen Teilen Giftstoff, Eisenvitriol und Rötel, in Milch zerrieben, bestreiche man das Linga vollständig und lasse es eine Nacht ruhen.

Kriyapada 37, Vers 3. Nach dem Abwaschen erkenne man Einschlüsse und Fehler an den dortigen kreisförmigen Flecken. Oder man zerreibe Brahmi, Vishnu, Isha und Vaishnavi,

Kriyapada 37, Vers 4. vermische sie mit gleichen Mengen Milch, geklärter Butter und Honig und bestreiche den Stein damit. Wo er nach drei Nächten feucht erscheint,

Kriyapada 37, Vers 5. erkläre man, es befinde sich darin eine Schlange, eine Waraneidechse oder ein Skorpion. Oder man bestreiche den Stein mit Eisenvitriol und Cora, in Kuhmilch zerrieben.

Kriyapada 37, Vers 6. Wird er nach drei Nächten rot, befindet sich darin nach dieser Lehre eine Schildkröte oder ein Frosch. Man zerreibe Mamsi, Kushtha, Haya, Ratri und Triphala mit Varida-Wasser,

Kriyapada 37, Vers 7. befeuchte die Masse mit Muttermilch und streiche sie auf. Zeigt sich nach drei Nächten eine Veränderung, bestimme man darin einen Einschluss des Giftes Kalakuta.

Kriyapada 37, Vers 8. Seine Berührung soll Tod verursachen; deshalb berühre man es nicht. Durch den zuvor genannten Anstrich aus Giftstoff, Eisenvitriol, Rötel und Milch

Unnummerierter Beginn von Vers 9. bestimme man nach einem, zwei oder drei Tagen die Einschlüsse anhand der Flecken. Nämlich:

Kriyapada 37, Vers 9. Bei einem krappfarbenen Fleck ist es ein Frosch, bei einem gelben ein Waran, bei einem bräunlichen eine Maus. Bei Schwarz eine Schlange; manche nennen auch Weiß. Bei Taubengrau eine kleine Eidechse oder ein Skorpion. [Diese Zuschreibungen sind Bestandteil der historischen Steinlehre. Die Identität mehrerer Pflanzenstoffe der vorangehenden Rezepte bleibt offen.]

Kriyapada 37, Vers 10. Bei Rot eine Baumeidechse, bei Honigfarbe ein Leuchtkäfer.

Kriyapada 37, Vers 11. Bei Mischfarbe ein Ameiseneinschluss, bei „Waffenfarbe“ Wasser, bei Grau ein Stein. Bei heller Farbe Vimala, bei Rauchfarbe ein Insekt oder Sand. [„Waffenfarbe“ und der Mineralname Vimala sind hier nicht sicher zu deuten.]

Kriyapada 37, Vers 12. Bei Blaugelb ist es eine Schildkröte. Nun nenne ich die Nachteile der Einschlüsse: Wasser und Frosch bringen dem Auftraggeber und dem König Furcht.

Kriyapada 37, Vers 13. Ein Waran bringt Untergang des Reiches, eine Schlange Untergang der Familie des Auftraggebers. Bei Krebsen, Bienen und fliegenden Insekten entstehen Krankheiten, Leid und ähnliches.

Kriyapada 37, Vers 14. Bei Vimala drohen stets Diebstahl oder Furcht vor fremden Heeren. Ameisen führen zum Leben in der Fremde; Vimala zerstört den Ort. [Vimala wird mit zwei unterschiedlichen Folgen genannt; die Wiederholung bleibt erhalten.]

Kriyapada 37, Vers 15. Eine Schildkröte verursacht Armut; Edelsteineinschlüsse bringen Gedeihen. Auch die Linien am Linga prüfe man, günstige wie ungünstige.

Kriyapada 37, Vers 16. Die Farben von Stein, Werkzeug und Linien gelten der Reihe nach für die gesellschaftlichen Stände. Regenbogenartige Linien werden gebilligt, ebenso muschel- und lotusförmige. [Der erste Halbvers ist in seiner Wortgliederung unsicher.]

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 16. Vielfarbige, dünne, dicke und raue Linien werden dagegen verworfen.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 16. Dort heißt es: „Linien wie Nandyavarta, Berge, Pferde, Shrivatsa, Schildkröten, Muscheln, Svastikas, Elefanten, Kühe, Stiere, Räder, Mond und Sonne, Schirme, Girlanden, Fahnen, Lingas, Torbögen, Wildtiere, Tempel, Lotusse, Vajras, kleine Fische und Schnecken gelten als günstig. Alle schriftzeichenförmigen Linien am Linga gelten als gut und glückbringend, ausgenommen der Keimlaut des Feuers, der des Windes und die geschlechtsneutral genannten Vokale. Linien wie Krähen, Falken, Wölfe, Kamele, Affen, Katzen, Geier, Schlangen, Eulen, Schakale, Insekten, Wildschweine und Frösche sowie alle querliegenden und weitere fehlerbringende Linien sind aufzugeben. Man nehme einen guten Stein und fertige daraus das Linga. Menschen, Daityas und Götter sollen Lingas von einer bis neun Ellen anfertigen. Für Menschen reichen sie, nach den Unterschieden der Stände, von einer bis fünf Ellen; für Daityas sechs oder sieben, für Götter acht oder neun.“

Kriyapada 37, Verse 17–18. Beginnend bei einer Elle Höhe und zunehmend um Viertel-Ellen bis zu drei Ellen ergeben sich neun Lingas der kleinsten Größenklasse. Von vier Ellen Länge an,

Kriyapada 37, Vers 19. wiederum in Viertel-Ellen-Schritten bis zu sechs Ellen, fertige man neun mittlere Lingas. Von sieben Ellen Höhe an, wie zuvor in Viertel-Ellen-Schritten,

Kriyapada 37, Vers 20. bis zu neun Ellen ergeben sich neun der größten Klasse. Zwischen drei und vier Ellen liegen entsprechend noch drei Lingas.

Kriyapada 37, Vers 21. Ebenso gibt es drei zwischen sechs und sieben Ellen. So werden dreiunddreißig anerkannte Lingagrößen genannt.

Kriyapada 37, Vers 22. Oder die Linga-Länge beträgt ein Viertel, Fünftel oder Sechstel des Tempelmaßes. Eine weitere Weise wird genannt:

Kriyapada 37, Vers 23. Bei fünf Teilen des inneren Heiligtumsraums ist das Linga drei Teile hoch; bei neun Teilen ist es fünf Teile lang.

Kriyapada 37, Vers 24 mit eingeschobener Erläuterung. Oder es erhält ein Drittel oder die Hälfte des inneren Heiligtumsmaßes. Damit ist die Länge des Lingas gemeint. Bei einem Linga von einer Elle ist der Tempel vier Ellen breit,

Kriyapada 37, Vers 25. oder fünf- oder sechsmal so breit wie das Linga. Ein Tempel, dessen Höhe die doppelte Breite beträgt, heißt Nagara; bei dreifacher Höhe

Kriyapada 37, Vers 26. heißt er Bhumija. Ist das Shikhara doppelt so hoch wie dieses, ergibt sich ein Nagara-Tempel namens Valabhi. [Der Bezug von „dieses“ ist in der überlieferten Formulierung nicht eindeutig.]

Kriyapada 37, Vers 27. Bei einer durch „Vikara“ bezeichneten Teilung der Linga-Länge heißen die Formen mit fünf, vier oder drei Teilen Breite im Nagara-Bau Jayada, siegbringend, Paushtika, gedeihensfördernd, und Sarvakamika, alle Wünsche erfüllend. [Die Zahlchiffre Vikara bleibt hier unaufgelöst.]

Kriyapada 37, Vers 28. Bei einundzwanzig Teilen des inneren Raums erhält das kleinste Linga im Dravida-Bau zehn Teile, das größte dreizehn. Bei einer Achtteilung des Zwischenraums verfahre man wie zuvor. [Die letzte Teilung ist syntaktisch nur knapp angeschlossen.]

Kriyapada 37, Vers 29. Bei einundzwanzig Teilen eigener Länge betragen die Breiten sechs, fünf oder vier Teile. So entstehen im Dravida-Bau Jayada, Paushtika und Sarvakamika.

Kriyapada 37, Vers 30. Bei einer mit „Abhikriti“ bezeichneten Teilung des inneren Raums erhält das größte sechzehn, das kleinste dreizehn Teile. Teilt man den Zwischenraum in acht,

Kriyapada 37, Vers 31. ergeben sich neun Lingas; diese fertige man im Vesara-Bau. Bei fünfundzwanzig Teilen Länge und acht, sieben oder sechs Teilen Breite

Kriyapada 37, Vers 32. unterscheide man auch im Vesara-Bau die Formen Jayada und die folgenden wie zuvor. Bei feststehenden Lingas sind nun Basis, Mitte und Spitze Brahma, Vishnu und Ishvara zugeordnet.

Kriyapada 37, Vers 33. Sie sind viereckig, achteckig und rund. So ist die Dreiteilung zu verstehen; ihre Varianten werden nun beschrieben.

Kriyapada 37, Vers 34. Das Linga ist vierfach: Sarvatobhadra, Vardhamana, Shivadhika und Svastika. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt.

Kriyapada 37, Vers 35. Für Brahmanen ist Sarvatobhadra vorgesehen, für Könige Vardhamana, für Vaishyas Shivadhika und für Shudras Svastika.

Kriyapada 37, Vers 36. Zur Erreichung des Gewünschten ist das für den eigenen Stand vorgeschriebene Linga einzusetzen. Ein für einen anderen Stand genanntes gilt als schädlich für die Ziele in dieser und der anderen Welt. [Dies ist eine historische Kastenvorschrift.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 36. Hier sagt Maya: „Das erste ist Sarvatobhadra, das zweite Vardhamana, das dritte Shivadhika, das vierte Svastika. Für die Götter auf Erden, die Brahmanen, ist Sarvatobhadra erwünscht; Königen bringt Vardhamana Glück und Wachstum. Den Vaishyas verleiht hier dasjenige mit größerem Shambhu-Anteil Reichtum; den anderen, den Shudras, bringt Svastika Gutes.“

Unnummerierter Kommentar zum Maya-Zitat. Weil es heißt „auch den anderen“, ist auch für die aus Anuloma- und Pratiloma-Verbindungen und weiteren Gruppen Hervorgegangenen allein das Svastika-Linga erwünscht. [Der Kommentar erläutert die historische Einordnung von Verbindungen zwischen gesellschaftlichen Ständen; er ist nicht mit dem zitierten Vers gleichzusetzen.]

Kriyapada 37, Vers 37. Ein Drittel des inneren Heiligtumsraums ist das Sockelmaß. Teilt man den Sockel in drei, erhält die Linga-Breite einen Teil. Der sich daraus ergebende Umfang

Kriyapada 37, Vers 38. entspricht der Linga-Höhe. Teilt man die Länge des Lingas in drei gleiche Teile, sind Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteil bei der allseits gleichen Form gleich.

Kriyapada 37, Vers 39. Der Brahma-Anteil liegt im Grundstein, der Vishnu-Anteil entspricht dem Sockel; der Shiva-Anteil ist sichtbar und zu verehren. Diese Vorschrift gilt für alle Lingas.

Unnummeriertes Zitat aus dem Pingala-Mata nach Vers 39. Dort heißt es: „Die Plattform soll das gleiche Maß haben, sodass sie das Linga umschließt.“

Kriyapada 37, Vers 40. Das bedeutet: Mit dem Wort „Linga“ ist hier allein der Verehrungsanteil bezeichnet. Dies gilt bei einem allseits gleichen Linga mit quadratischem Sockel.

Kriyapada 37, Vers 41. Die Breite bei den vier Brahma-Linien um den Umfang des Lingas soll genau gleich sein; sonst entsteht der sogenannte Schattenfehler. [Die geometrische Zuordnung der vier Linien ist hier nicht vollständig ausgeführt.]

Kriyapada 37, Vers 42. Deshalb soll der Sockel dem Linga entsprechen und so vom Schattenfehler frei sein. Bei runden und anderen Sockeln ist gegenüber der Fläche des quadratischen Sockels

Kriyapada 37, Vers 43. die bis zum Umfang reichende Ausdehnung dem Linga gleichzusetzen. Erkennt man bei schlanken Lingas, dass die Sockelbreite größer ist,

Kriyapada 37, Vers 44. vergrößere man den Shiva-Anteil so, dass Gleichheit entsteht. Um so viel, wie man den Shiva-Anteil vergrößert, vermindere man den Brahma-Anteil.

Kriyapada 37, Vers 45. Ebenso verkürze man bei dicken Lingas den Verehrungsanteil um den entsprechenden Betrag, wenn man erkennt, dass die Sockelbreite kleiner ist.

Unnummerierter Beginn von Vers 46. Den Brahma-Anteil vergrößere man entsprechend; am Vishnu-Anteil gibt es weder Vergrößerung noch Verminderung.

Unnummeriertes Zitat aus dem Brihat-Tantra innerhalb von Vers 46. Wie es dort heißt: „Bei schlanken Lingas vergrößere man den Rudra-Anteil, bei dicken vermindere man ihn. Den Brahma-Anteil vermindere oder vergrößere man entsprechend; bei Vishnu gibt es weder Zuwachs noch Abnahme.“

Kriyapada 37, Schluss von Vers 46 und Vers 47. Diese Prüfung des Schattenfehlers gilt für das allseits gleiche Linga. Manche sagen, sie gelte nicht für Vardhamana und die anderen Formen. Ebenso besteht diese Bindung nicht bei bildhaft dargestellten, gemischten oder aus Edelstein gefertigten Lingas,

Kriyapada 37, Vers 48. bei selbstentstandenen, Bana-Lingas oder von Rishis gestifteten. Für die drei Formen Vardhamana und die anderen gilt jedoch ebenfalls diese Vorschrift,

Kriyapada 37, Vers 49. wie im Lehrwerk Mayas erklärt, damit der Schattenfehler vermieden wird. Dort beginnt die Erläuterung der Sockelbreite mit „Die Längenmaße des Lingas …“.

Unnummerierte Erläuterung und Zitat vor Vers 50. Die Sockelbreite ist gleich dem Shiva-Anteil auszuführen. Auch im Sangraha wird dies erläutert: „So lang das Linga ist, so breit ist der Sockel.“

Kriyapada 37, Verse 50–51. Bei einer mit Sankriti bezeichneten Teilung der Linga-Höhe erhalten bei Vardhamana Brahma, Vishnu und Ishana der Reihe nach sieben, acht und neun Teile. Bei einer mit Prakriti bezeichneten Teilung der Linga-Länge erhalten sie sechs, sieben und acht Teile.

Kriyapada 37, Vers 52. So werden die Anteile von Brahma an der Reihe nach bei Vardhamana bestimmt. Oder sie betragen fünf, sechs und sieben beziehungsweise vier, fünf und sechs Teile.

Kriyapada 37, Vers 53. So entsteht das Vardhamana-Linga der Reihe nach als größte, mittlere und kleinste Form. Bei zehn Teilen Länge erhalten beim Shivadhika-Linga

Kriyapada 37, Vers 54. die Anteile von Brahma an der Reihe nach drei, drei und vier Teile. Bei neun Teilen Linga-Höhe werden sechs, sieben und acht Teile

Kriyapada 37, Vers 55. als Umfänge des Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteils genannt. Dies heißt Trairashika beim allseits gleichen Linga.

Kriyapada 37, Vers 56. Ein Svastika-, Shivadhika- oder Vardhamana-Linga, dessen Breite ein Viertel seiner eigenen Länge beträgt, heißt Suraganarcita, von den Götterscharen verehrt.

Kriyapada 37, Vers 57. Es gilt als überall geeignet und für alle Stände günstig. Was im Paushkara und im Karana genannten Lehrwerk gesagt ist, wird nun wiedergegeben.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 37, Vers 58. Mit vier Teilen beginnend ist es für Brahmanen vorgesehen, mit fünf für Könige, mit sechs für Vaishyas und mit sieben für Shudras.

Unnummerierte Fortsetzung und Überleitung vor Vers 59. So ist Vardhamana vierfach und entsprechend der Reihenfolge der Stände günstig. Nun Shivadhika:

Kriyapada 37, Verse 59–60. Bei einer durch Akriti bezeichneten Teilung der Linga-Höhe erhält der Brahma-Anteil sieben, der Vishnu-Anteil sieben und der Shiva-Anteil acht Teile; dieses Shivadhika ist für Brahmanen erwünscht. Bei dreizehn Teilen Höhe erhalten die Anteile vier, vier und fünf Teile.

Kriyapada 37, Vers 61. Bei sechzehn Teilen Linga-Höhe erhalten Brahma und die folgenden fünf, fünf und sechs Teile: Dieses Shivadhika ist für Kshatriyas geeignet.

Kriyapada 37, Vers 62. Mit den Anteilen von Brahma an ist das Shivadhika für Vaishyas genannt. Bei zehn Teilen Höhe erhalten die Anteile drei, drei und vier Teile.

Kriyapada 37, Vers 63. So ist das Shivadhika für Shudras erwünscht. Am zuvor beschriebenen gleichteiligen Linga kann als Variante ein Dhara-Linga mit Längsrippen ausgeführt werden. [Der Satzanschluss der Vaishya-Zuordnung in Vers 62 an die vorangehenden Maßreihen ist unklar; keine neue Maßreihe wird ergänzt.]

Kriyapada 37, Vers 64. Die Basis fertige man viereckig oder sechzehneckig; im Vishnu- und Shiva-Anteil verdopple man jeweils die Rippenzahl.

Kriyapada 37, erster Halbvers von 65 und Maya-Zitat. Für alle Stände gilt das Dhara-Linga als dreifach. Maya sagt: „An der Basis achteckig, sechzehneckig oder viereckig; darüber verdoppeln sich jeweils die Rippen.“

Kriyapada 37, zweiter Halbvers von 65 und Vers 66. Ein Sarvatobhadra-Linga soll fünfundzwanzig Rippen besitzen, wie Blätter des Saptaparna, alle gleich und in gleichen Abständen. Auf jeder Rippe fertige man vierzig

Kriyapada 37, erster Halbvers von 67. gleiche Lingas; dies ist das Tausend-Linga.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Linga-Varianten.

Kriyapada 37, zweiter Halbvers von 67 und Vers 68. Um die Anteile von Brahma an herzustellen, fertige man das gesamte Linga nach dem genannten Verfahren zunächst viereckig. Oberhalb des Brahma-Anteils markiere man am Viereck die halben Ecken mit Linien,

Kriyapada 37, Vers 69. trage von diesen Markierungen aus die Ecken ab und mache es achteckig, um den Vishnu-Anteil herzustellen. Oder man teile die Linga-Breite gleichmäßig in sieben.

Kriyapada 37, Vers 70. Man lasse in der Mitte drei Teile stehen und nehme an den Seiten jeweils zwei weg. So entsteht ein gleichmäßiges Achteck. Nun wird der Kreis beschrieben.

Kriyapada 37, Vers 71. Auf die Mitte des Kopfes des viereckigen Lingas setze man eine Schnur und führe sie mit dem Maß bis zum seitlichen Ende herum, um den Kreis zu bilden.

Kriyapada 37, Vers 72 und unnummerierte Fortsetzung. Bei allen Lingas wird eine Rundung des Kopfes gewünscht: schirmförmig, gurkenförmig, hühnereiförmig, halbmondförmig und als fünfte blasenförmig.

Unnummerierter Kommentar vor Vers 73. Würde man bei Sarvatobhadra, Vardhamana und den anderen Lingas den bereits maßgerecht bemessenen Kopf einfach abrunden, verringerte sich die Länge des Verehrungsanteils. Damit wäre wegen des Verstoßes gegen das jeweilige Maß ein Fehler gegeben. Deshalb ist der Linga-Kopf durch Rundung ausschließlich oberhalb der Augenlinie des maßgerecht bemessenen Lingas herzustellen, so wie bei einer Bildgestalt Krone und weiterer Kopfschmuck.

Unnummeriertes Maya-Zitat vor Vers 73. Hier sagt Maya: „Diese Regeln gelten allgemein für alle Lingas. Zur eigenen Höhe füge man ein Drittel des Anteils für die Kopfrundung hinzu. Bei einer Linga-Länge aus sechs mal sechs Teilen wird das Kopfmaß einschließlich dieses Zusatzes beim kleinsten, mittleren und größten Linga der Reihe nach mit einem, zwei und drei Teilen angegeben.“ [Die Beziehung des Drittelzusatzes zur folgenden Gesamtteilung ist in diesem gedrängten Zitat nicht ganz eindeutig.]

Kriyapada 37, Verse 73–74. Das heißt: Von der in Tattva-Anteile geteilten Länge des Verehrungsabschnitts füge man beim kleinsten, mittleren und größten Linga jeweils einen, zwei oder drei Teile oberhalb der Augenlinie hinzu, um den Kopf herzustellen. [Tattva verweist hier im Anschluss an das Zitat auf die sechs mal sechs Teile.]

Kriyapada 37, Vers 75. Über die genannten Rundungsanteile füge man noch ein Drittel davon als Steinzugabe hinzu und bestimme in ihrer Mitte den vorgeschriebenen Punkt.

Kriyapada 37, Vers 76. Dort setze man die Schnur an und führe nach der gleich folgenden Reihenfolge die Kopfrundung aus, um Schirmform und die übrigen Formen herzustellen.

Kriyapada 37, Vers 77. Von einer Sechzehntelteilung der Linga-Breite aus füge man einen, zwei oder drei gerstenkorngroße Anteile hinzu und lasse die Schnur im Raum an beiden Seiten des Lingas herabhängen. [Die Maßfügung von Sechzehnteln und Gerstenkornanteilen ist nicht sicher aufzulösen.]

Kriyapada 37, Vers 78. Durch das Abrunden entstehen dort vier schirmartige Formen. Die erste und zweite verwende man beim gleichteiligen Linga,

Kriyapada 37, Vers 79. die dritte bei Shivadhika, die vierte bei Vardhamana. Man vermische die Rundungsarten nicht, da dies als ungünstig gilt.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 79. Maya sagt: „Auch die gegenseitige Vermischung der Rundungsarten ist ungünstig.“

Kriyapada 37, Vers 80. Bei sechs Teilen Linga-Breite ergibt eine Rundung mit zweieinhalb Teilen den gurkenförmigen Kopf, mit drei Teilen den hühnereiförmigen.

Kriyapada 37, Vers 81. Durch Rundung mit einem Drittel der Linga-Breite entsteht die Halbmondform. Bei einer Achtteilung der Breite und einer Rundung mit dreieinhalb Teilen

Kriyapada 37, Vers 82. entsteht der schöne blasenförmige Kopf. Gurkenform und die folgenden Rundungsarten sind bei allen Lingas allgemein zulässig.

Kriyapada 37, Originalmarke 82 1/2. Die genannten Unterschiede der Schirmform sind dagegen den einzelnen Linga-Arten fest zugeordnet.

Unnummeriertes Zitat aus Manjari und Maya nach Vers 82 1/2. Dort wird das Rundungsverfahren so beschrieben: „Am Kopf des Lingas lasse man das gewünschte Maß an beiden Seiten herabhängen und konstruiere zwei Fischfiguren. An den beiden Linien, die aus deren Mund und Hinterteil hervorgehen, bestimme der Kundige den Schnittpunkt. Mit den drei Punkten versehen ist dann die jeweilige Rundung auszuführen. Hier hat der Herr auf vielerlei Weise das Verfahren gelehrt.“ [Gemeint ist eine geometrische Hilfskonstruktion. Die überlieferte Kurzbeschreibung genügt nicht zur sicheren Rekonstruktion aller Einzelschritte; es wird keine ergänzte Zeichnung als Quellenaussage ausgegeben.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das siebenunddreißigste Kapitel über die Merkmale des von Menschen gefertigten Stein-Lingas.

Besinnung zu Kapitel 37

Die Sorgfalt der Formgebung soll ein stimmiges Ganzes entstehen lassen. Zugleich bewahrt das Kapitel unterschiedliche Lehrmeinungen zum selben Maßproblem. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin ein Hinweis liegen, genau hinzusehen und verschiedene überlieferte Antworten nicht vorschnell gleichzusetzen. Die historische Lehre von Einschlüssen und ihren Wirkungen bleibt davon getrennt.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 37: Steinmerkmale und Proportionen des Lingas
Das Kapitel untersucht zunächst sichtbare Zeichen, aus denen die historische Steinlehre verborgene Einschlüsse erschließt. Danach erläutert es Größen und Proportionen des Lingas sowie das Verhältnis zu Sockel und Tempelraum. Die Vorschriften zur Materialprüfung und die Vorzeichen werden als historische Aussagen übersetzt; unklare Zahlenchiffren bleiben kenntlich.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha garbhāstu vakṣyante tyajelliṅgaṃ sagarbhakam |
garbhāṃstu lakṣayelliṅgaṃ sagarbhaṃ cet parityajet || 1 ||

tulyāṃśaiḥ kṣīrapiṣṭaistu viṣakāsīsagairikaiḥ |
ālipya liṅgaṃ niśśeṣamekarātroṣitaṃ tataḥ || 2 ||

prakṣālya garbhān doṣāṃśca maṇḍalaistatra lakṣayet |
athavā brahmaviṣṇvīśavaiṣṇavīḥ paripeṣya [veṣṭya tu] tu || 3 ||

kṣīrājyatulyamadhunā vidhṛtena vilepayet |
trirātramuṣitā klinnā śilā yatra tu lakṣyate || 4 ||

tatra garbhaṃ vadet sarpaṃ godhāṃ vā vṛścikaṃ tu vā |
kāsisacorau gokṣīrapiṣṭā vālipya yā śilā || 5 ||

trirātramuṣitā raktā syāccet kūrmo'tra darduraḥ [g: kacchapaḥ] |
māṃsīkuṣṭhahayā rātriṃ triphalāṃ vāridāmbubhiḥ || 6 ||

piṣṭvā stanyārditaṃ limpet trirātrād vikṛtiryadā |
garbhaṃ tu kālakūṭākhyaṃ viṣaṃ tatra vinirdiśet || 7 ||

tasya sparśena mṛtyuḥ syād yato'tastaṃ na saṃspṛśet |
pūrvoktaviṣakāsīsagairikakṣīralepataḥ || 8 ||

maṇḍalairnirdiśed garbhānekadvitridinoṣite |

tadyathā -

mañjiṣṭhābhe maṇḍale dardūraḥ syāt pīte godhā kāpile mūṣikāśca |
kṛṣṇe sarpaḥ pāṇḍare ceti kecit kāpotābhe gaulikā vṛściko vā || 9 ||

rakte tu kṛkalāsaḥ syāt khadyoto madhusannibhe || 10 ||

miśre pipīlikāgarbhaḥ śastre'mbho dhūsare dṛṣat |
gaure tu vimalā dhūmre pataṅgaḥ sikatāstu vā || 11 ||

nīlapīte bhavet kūrmo garbhadoṣān vadāmyataḥ |
bhayaṃ toye ca maṇḍūke kartuśca nṛpaterapi || 12 ||

p. 366)

rājya[g: ja]nāśastu godhā cet sarpe kartuḥ kulakṣayaḥ |
kulīrālipataṅgeṣu rogaduḥkhādisambhavaḥ || 13 ||

vimalāsu sadā cauryaṃ paracakrabhayāni vā |
pipīlikāḥ pravāsāya vimalā sthānanāśanam || 14||

kūrmaḥ kuryāt tu dāridryaṃ ratnagarbheṣu sampadaḥ |
rekhāśca lakṣayelliṅge śobhanāścāpyaśobhanāḥ || 15 ||

śilāstravarṇarekhāstu varṇānāṃ kramaśo matāḥ |
indrāyudhanibhāḥ śastā rekhāḥ śaṅkhāmbujopamāḥ || 16 ||

nānāvarṇāḥ kṛśāḥ sthūlā rūkṣā rekhāśca ninditāḥ |

atra mañjaryāṃ -

nandyāvartavasundharādharahayaśrīvatsakūrmopamāḥ śaṅkhasvastikahastigovṛṣanibhāścakrendusūryopamāḥ |
chatrasragdhvajaliṅgatoraṇamṛgaprāsādapadmopamā vajrābhāḥ śapharopamāśca śubhadā rekhāḥ kapardopamāḥ ||

agneśca bījaṃ pavanasya bījaṃ bhūyaḥ svarāṇyatra napuṃsakāni |
hitvā praśastāḥ śubhadāḥ samastā rekhāstu liṅge'kṣaratulyarūpāḥ ||

kākaśyenavṛkoṣṭravānaranibhā mārjāragṛdhropamāḥ sarpolūkasṛgālakīṭasadṛśāḥ kolāśca bhekopamāḥ |
rekhāstiryagavasthitāśca sakalāścānyāśca doṣāvahāḥ santyajya pratighṛhya śobhanaśilāṃ liṅgaṃ tayā kalpayet ||

ārabhya hastaṃ navahastakāntaṃ liṅgaṃ vidheyaṃ naradaityadevaiḥ |
hastādikaṃ pañcakarāntamādau liṅgaṃ manuṣyasya tu varṇabhedāt ||

daityasya ṣaṭsaptakaraṃ tu liṅgaṃ gīrvāṇaliṅgaṃ tu navāṣṭahastam |

iti |

hastoccamānādārabhya pādavṛddhikrameṇa tu || 17 ||

p. 367)

trihastāntaṃ kaniṣṭhādiliṅgāni syurnavairbahiḥ |
caturhastāyatālliṅgāt prāgvat pādavivardhanāt || 18 ||

ṣaḍḍhastāntaṃ madhyamāni liṅgāni nava kalpayet |
saptahastoccamārabhya pādavṛddhyā tu pūrvavat || 19 ||

śreṣṭhāni navahastāntaṃ liṅgāni syurnava kramāt |
tricaturhastayormadhye prāgvalliṅgatrayaṃ bhavet || 20 ||

madhye ṣaṭsaptakarayostathā liṅgatrayaṃ smṛtam |
evaṃ prasiddhaliṅgānāṃ trayastriṃśadudāhṛtam || 21 ||

prāsādamānācca tathā vedabāṇartubhāgataḥ |
liṅgāyāmo'thavā kāryaḥ prakāro'nyaśca kathyate || 22 ||

garbhāgāre tu pañcāṃśe liṅgaṃ bhāgatrayocchritam |
garbhe vā navabhāge syālliṅgaṃ pañcāṃśamāyatam || 23 ||

garbharāmāṃśatoṃ'śena garbhārdhoccaṃ tu vā smṛtam |

liṅgasya dairghyamiti yāvat |

tatraikahastaliṅgasya caturhastaṃ tu vistṛtam || 24 ||

vimānaṃ syāt tathā pañcaguṇaṃ ṣaḍguṇameva vā |
vistārād dviguṇoccaṃ tu nāgaraṃ triguṇaṃ yadi || 25 ||

bhūmijākhyaṃ smṛtaṃ tasmād dviguṇaṃ śikharaṃ yadā |
nāgaraṃ valabhirnāma vimānaṃ bhavati sphuṭam || 26||

liṅgāyāme vikārāṃśe bhūtavedāgnivistaram |
jayadaṃ pauṣṭikaṃ sārvakāmikaṃ nāgare smṛtam || 27 ||

garbhe trisaptabhāge tu daśāṃśaṃ drāviḍe'dhamam |
trayodaśāṃśakaṃ mukhyaṃ garbhe'ṣṭāṃśe tu pūrvavat || 28 ||

trisaptāṃśe nijāyāme ṣaṭpañcacaturaṃśakam |
jayadaṃ pauṣṭikaṃ sārvakāmikaṃ drāviḍe bhavet || 29 ||

abhikṛtyaṃśake garbhe ṣoḍaśāṃśaṃ taduttamam |
trayodaśāṃśamadhamaṃ tayormadhye'ṣṭabhāgataḥ || 30 ||

p. 368)

navaliṅgāni sidhyanti vesare tāni kalpayet |
pañcapañcāṃśake dairghye vasusaptaṣaḍaṃśakaiḥ || 31 ||

vistāre vesare vidyāt pūrvavajjayadādikam |
atha sthirāṇāṃ liṅgānāṃ brahmaviṣṇavīśadaivatam || 32 ||

mūlaṃ madhyaṃ tathaivāgraṃ caturaṣṭāśravartulam |
tribhāgamevaṃ vijñeyaṃ teṣāṃ bhedaśca likhyate || 33 ||

sarvatobhadrakaṃ liṅgaṃ vardhamānaṃ śivādhikam |
svastikaṃ ca caturdhā syāt tallakṣma pṛthagucyate || 34 ||

viprāṇāṃ sarvatobhadraṃ bhūbhujāṃ vardhamānakam |
śivādhikaṃ viśāmiṣṭaṃ śūdrāṇāṃ svastikaṃ hitam || 35 ||

svavarṇavihitaṃ liṅgaṃ sthāpyaṃ syādiṣṭasiddhaye |
anyavarṇoditaṃ liṅgamihāmutrārthanāśanam || 36 ||

atra mayaḥ -

ādyaṃ tat sarvatobhadraṃ dvitīyaṃ vardhamānakam |
śivādhikaṃ tṛtīyaṃ syāccaturthaṃ svastikaṃ bhavet ||

atha dharaṇisurāṇāṃ sarvatobhadramiṣṭaṃ sukhadamavanipānāṃ vṛddhidaṃ vardhamānam |
dhanadamiha viśāṃ vai śambhubhāgādhikaṃ ya- cchubhadamiha pareṣāṃ svastikaṃ śūdrakāṇām ||

pareṣāmapityuktatvādanulomapratilomādīnāmapi svastikaliṅgameveṣṭamiti yāvat |

garbhāgāre tribhāgeṃ'śaḥ pīṭhaṃ pīṭhe tribhāgike |
bhāgena liṅgavistāraḥ pariṇāhastu tasya yaḥ || 37 ||

syālliṅgoccaṃ tu tattulyaṃ liṅgāyāmaṃ samaṃ tridhā |
vibhajya brahmaviṣṇvīśabhāgāḥ sarvasame matāḥ || 38 ||

kāṃśaḥ pādaśilāyāṃ syād viṣṇvaṃśaḥ piṇḍikāsamaḥ |
dṛśyaḥ śivāṃśaḥ pūjyaḥ syāt sarvaliṅgeṣvayaṃ vidhiḥ || 39 ||

p. 369)

atra piṅgalāmate -

samamānā bhaved vedī liṅgasyāvārikā yathā |

iti |
tadyathā -

pūjāṃśa eva nirdiṣṭo liṅgaśabdena cātra hi |
vedāśrapiṇḍikāyāstu liṅge sarvasame tvidam || 40 ||

talliṅgapariṇāhasthabrahmasūtracatuṣṭaye |
vistāraḥ sama eva syācchāyādoṣo'nyathā bhavet || 41||

ato liṅgasamaṃ pīṭhaṃ syācchāyādoṣavarjitam |
vedāśrapiṇḍikākṣetrāpekṣayā vartulādiṣu || 42 ||

pīṭheṣu liṅgatulyā syāt pariṇāhāntavistṛtiḥ |
tathā kṛśeṣu liṅgeṣu piṇḍikādhikavistṛtam || 43 ||

avagamya śivāṃśe tu vardhayet tatsamaṃ yathā |
yāvad vṛddhaṃ śivāṃśe tu brahmāṃśe hāpayet tu tat || 44 ||

tadvat sthūleṣu liṅgeṣu nyūnatāṃ pīṭhavistṛteḥ |
vijñāya pūjābhāgaṃ tu kuryāddhrasvaṃ tadaṃśataḥ || 45 ||

brahmāṃśe vardhayed bhāgaṃ vṛddhihānī na vaiṣṇave |

yathā bṛhattantre -

kṛśeṣu vardhayed rudraṃ sthūlaliṅgeṣu hrāsayet |
hrāsayed vardhayet kāṃśaṃ na vṛddhirna cyutirhareḥ ||

iti |

chāyādoṣavicāro'yaṃ liṅge sarvasame smṛtaḥ || 46 ||

vardhamānādiliṅgeṣu naitadityeva kecana |
tadvad vyakteṣu liṅgeṣu vyaktāvyakte ca ratnaje || 47 ||

svayambhuvi tathā bāṇe'pyārṣe ca niyamo na hi |
vardhamānādiliṅgānāṃ trayāṇāmapyayaṃ vidhiḥ || 48 ||

mayasūtre tu kathitacchāyādoṣaṃ vinā yathā |
liṅgāyatipramāṇānītyādinā pīṭhavistṛtiḥ || 49 ||

p. 370)

śivabhāgasamā kāryā vyākhyātaṃ saṅgrahe tathā |
yāvalliṅgasya vai dairghyaṃ tāvat pīṭhasya vistṛtiḥ ||

iti |

saṃkṛtyaṃśe tu liṅgocce saptāṣṭanavabhiḥ kramāt || 50 ||

aṃśairbrahmaharīśānabhāgāḥ syurvardhamānake |
liṅgāyāme prakṛtyaṃśe ṣaṭsaptāṣṭāṃśakalpitāḥ || 51 ||

kramād brahmādibhāgāḥ syurevaṃ vā vardhamānake |
pañcaṣaṭsaptabhāgairvā catuṣpañcaṣaḍaṃśakaiḥ || 52 ||

vardhamānaṃ bhavelliṅgaṃ śreṣṭhamadhyādhamaṃ kramāt |
liṅgāyāme tu paṅktyaṃśe rāmāgniśrutisammitaiḥ || 53 ||

aṃśairbrahmādibhāgāḥ syuḥ kramālliṅge śivādhike |
liṅgotsedhe tu nandāṃśe ṣaṭsaptavasubhāgikaiḥ || 54 ||

brahmaviṣṇvīśabhāgānāṃ kramānnāhāḥ prakīrtitāḥ |
liṅge trairāśikaṃ nāma bhavet sarvasame tu tat || 55 ||

svāyāmārdhārdhavistāraṃ svastikaṃ vā śivādhikam |
vardhamānaṃ ca talliṅgaṃ nāmnā suragaṇārcitam || 56 ||

tatsārvadeśikaṃ jñeyaṃ sarvavarṇahitāvaham |
pauṣkare kāraṇākhye ca yathoktaṃ tatra kathyate || 57 ||

tadyathā -

caturaṃśādi viprāṇāṃ pañcāṃśādi nṛpocitam |
ṣaḍbhāgādi viśāṃ yogyaṃ saptāṃśādyaṃ tu vārṣalam || 58 ||

vardhamānaṃ caturbhedamevaṃ varṇakramāddhitam |

atha śivādhikaṃ ca |

ākṛtyaṃśe tu liṅgocce saptasaptāṣṭabhāgikam || 59 ||

brahmādyaṃśeṣu yalliṅgaṃ viprābhīṣṭaṃ śivādhikam |
trayodaśāṃśe liṅgocce vedavedaśarāṃśakaiḥ || 60 ||

p. 371)

ṣoḍaśāṃśe tu liṅgocce pañcabhiḥ pañcabhiḥ kramāt |
ṣaḍbhiśca bhāgairbrahmādyaiḥ kṣatrayogyaṃ śivādhikam || 61 ||

kādibhāgairviśāṃ yogyaṃ liṅgamuktaṃ śivādhikam |
liṅgatuṅge daśāṃśe tu guṇāgniśrutibhāgikam || 62 ||

brahmādyaṃśeṣu śūdrāṇāmiṣṭaṃ liṅgaṃ śivādhikam |
pūrvoktasamaliṅge tu dhārāliṅgaṃ vikalpataḥ || 63 ||

caturaśraṃ dviraṣṭāśraṃ tanmūle parikalpayet |
vaiṣṇavāṃśe ca śaivāṃśe dhārādvidviguṇīkṛte || 64 ||

sarveṣāmapi varṇānāṃ dhārāliṅgaṃ tridhā matam |

mūle'ṣṭāśraṃ vā kalāśraṃ yugāśraṃ tasmādūrdhvaṃ dviguṇāḥ syuśca dhārāḥ iti mayaḥ |

sarvatobhadraliṅge tu dhārāḥ syuḥ pañcaviṃśatiḥ || 65 ||

saptaparṇadalākārāḥ samāḥ sarvāḥ samāntarāḥ |
ekaikasyāṃ tu dhārāyāṃ catvariṃśatprasaṃkhyayā || 66 ||

kuryāt samāni liṅgāni syāt talliṅgasahasrakam |

liṅgavikalpādhikāraḥ |

brahmādibhāgasiddhau tu vedāśraṃ proktamārgataḥ || 67 ||

kṛtvā liṅgamaśeṣeṇa brahmabhāgādathopari |
caturaśrasya koṇārdhasūtralāñchanamadhyataḥ || 68 ||

koṇatyāgāt tadaṣṭāśraṃ kuryād viṣṇavaṃśasiddhaye |
athavā liṅgavistāraṃ saptadhā vibhajet samam || 69 ||

madhye tribhāgaṃ saṃsthāpya dvidvibhāgavivarjanāt |
vasvaśraṃ siddhyati samamatha vṛttaṃ nigadyate || 70 ||

caturaśrasya liṅgasya śiromadhye nidhāya tu |
sūtraṃ digantamānena bhrāmayed vṛttasiddhaye || 71 ||

liṅgānāmatha sarveṣāṃ śirovartanamiṣyate |
chatrābhaṃ trapuṣākāraṃ kukkuṭāṇḍanibhaṃ tathā || 72 ||

p. 372)

ardhendusadṛśaṃ cātha budbudaṃ pañcamaṃ smṛtam |

atra sarvatobhadravardhamānādiliṅgānāṃ yathāpramāṇāvasthitaśirasāmeva vartanena pūjāṃśāyāme nyūnatayā tattatpramāṇabhaṅgād doṣaḥ siddhaḥ |
tasmāduktapramāṇaliṅganetrasūtrādūrdhvameva śirovartanena sakale makuṭādivalliṅgamastakaṃ sampādanīyam |
atra mayaḥ -

sarveṣāmapi caitāḥ sāmānyāstatra liṅgānām |
śiraso vartanabhāgatryaṃśaikaṃ cādhiropya nijatuṅge ||

liṅgāyāme ṣaṭṣaḍbhāgayuyte tena sārdhamataḥ |
avare madhyamaliṅge śreṣṭhe liṅge tathā śiromānam ||

indvaśviniguṇabhāgāḥ proktāḥ sarveṣvapi kramaśaḥ |

iti |
tadyathā -

pūjāṃśāyāmatattvāṃśādekadvitryaṃśakāt kramāt || 73 ||

nīce madhye tathā śreṣṭhe liṅge tanmānato'dhikam |
saṃsthāpyopari netrordhvaṃ śirasaḥ siddhaye punaḥ || 74 ||

uktavartanabhāgānāṃ tryaṃśaikāṃśaṃ tathopari |
śilāmāropya tanmadhye binduṃ sampādya śāstrataḥ || 75 ||

tasmin sūtraṃ nidhāyātha vakṣyamāṇakrameṇa tu |
śiraso vartanaṃ kuryācchatrākārādisiddhaye || 76 ||

liṅge vyāsāt ṣoḍaśāṃśādekadvitriyavāṃśakān |
āropya ke'dhaḥ saṃlambya liṅgasyobhayapārśvayoḥ || 77 ||

vartayet tatra catvāricchatrābhāṇi bhavanti hi |
prathamaṃ ca dvitīyaṃ ca samaliṅge niyojayet || 78 ||

śivādhike tṛtīyaṃ tu caturthaṃ vardhamānake |
vartanāḥ saṅkaraṃ naiva kuryāt tadaśubhaṃ yataḥ || 79 ||

saṅkaramanyonyasyāpyaśubhaṃ syād vartanānāṃ ca |

iti mayaḥ |

p. 373)

ṣaḍaṃśe liṅgavistāre sārdhadvyaṃśena vartanāt |
trapuṣābhaṃ śiraḥ sidhyed rāmāṃśaiḥ kukkuṭāṇḍakam || 80 ||

liṅgavyāsatṛtīyāṃśavartanādardhacandrakam |
liṅgavyāse'ṣṭadhā bhakte sārdhāṃśatrayavartanāt || 81 ||

budbudābhaṃ tu liṅasya śiraḥ sidhyati śobhanam |
sāmānyāḥ sarvaliṅgeṣu vartanāstrapuṣādikāḥ || 82||

chatrākāroktabhedāstu liṅgeṣu niyatāḥ pṛthak || 82 1/2 ||

atra mañjaryāṃ maye ca vartanāprakāra uktaḥ -

liṅgānāṃ śirasīpsitāṃśamubhayoḥ saṃlambya tatprārśvayoḥ kṛtvā matsyayugaṃ tadāsyajaghanānniṣkrāntasūtradvaye |
tasmād yatra ca saṃyutirmatimatā bindutrayāḍhyaṃ yathā tattad vartayitavyamatra bahudhā sopāyamīśoditam ||

iti ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde mānuṣaśilāliṅgalakṣaṇapaṭalaḥ saptatriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 38: Überlieferte Naturformen und Kennlinien des Lingas

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 38: Überlieferte Naturformen und Kennlinien des Lingas
Das Kapitel unterscheidet von Rishis gestiftete, selbstentstandene und natürlich vorgefundene Lingas von handwerklich bearbeiteten Formen. Danach beschreibt es das Polieren und Einzeichnen der Kennlinien. Ein Gebet um Vergebung begleitet den Übergang von der Herstellung zur Verehrung.

Kapiteleingang. Nun das achtunddreißigste Kapitel.

Kriyapada 38, Vers 1. Das von Rishis gestiftete Linga ist nach Maya vierfach: mit breiter Basis, breiter Mitte, schlank oder mit breitem Kopf.

Kriyapada 38, Vers 2. Teilt man die Linga-Breite in acht, ergeben ein Teil mehr oder weniger an Basis, Mitte oder Spitze die Formen mit breiter Basis und die weiteren.

Kriyapada 38, Vers 3. Bei den Rishi-Lingas gelten Brahma- und Vishnu-Anteil als viereckig; der Shiva-Anteil ist rund. Eine Rundung des Kopfes kann auch unterbleiben.

Kriyapada 38, Vers 4. Selbstentstandene Lingas können brüchig, schlank, kurz, sehr lang oder einer Platte ähnlich sein,

Kriyapada 38, Vers 5. mit vielen Spitzen, wie ein Kuhohr oder eine Zitronatzitrone, mit sechs, fünf, drei oder zehn Spitzen, ohne Bindung an Breiten- und Höhenmaße,

Kriyapada 38, Vers 6. mit hornartigen Spitzen, gekrümmt, von vielerlei Farben und Gestalten, mit oder ohne Sockel, in einem Tempel oder ohne Haus,

Kriyapada 38, Vers 7. in Wäldern, Bergen, Flüssen, am Meer, an Pilgerstätten und in heiligen Bezirken. Ihr Anblick, ihre Berührung und Verehrung gewähren nach dem Text höchste Vollendung.

Kriyapada 38, Vers 8. Als selbstentstandene Lingas erkenne man diejenigen, in denen Shiva stets gegenwärtig ist. Ihre Basis untersuche beziehungsweise bereinige man nicht; eine solche Bearbeitung gilt als Ursache völligen Untergangs.

Kriyapada 38, Vers 9. Sie sollen nicht kritisch vermessen werden, sondern sind so zu verehren, wie sie bestehen. Bei ihnen gibt es keine Aufteilung der Göttergestalten und keine Vermischung der Mantras.

Unnummerierter erster Halbvers von 10. Nur bei von Menschen gefertigten Lingas kann eine fehlerhafte Vermischung von Mantra, Göttergestalt und weiteren Bestimmungen auftreten.

Unnummeriertes Maya-Zitat innerhalb von Vers 10. Hier sagt Maya: „Auch das aufzustellende Linga soll im Verehrungsanteil dem Sockelanteil entsprechen. Ob rund oder gerippt: Den Verehrungsanteil verehre man zur Befreiung.“

Kriyapada 38, zweiter Halbvers von 10. Jedes Bana-Linga setze man so ein, wie es entstanden ist.

Kriyapada 38, Vers 11. Die Hälfte, ein Drittel oder zwei Fünftel seiner Höhe setze man in einen günstigen, nach den Merkmalen gefertigten Sockel aus Stein oder Kalkmaterial ein.

Unnummeriertes Zitat aus dem Yogashiviya nach Vers 11. „Drei Koti befinden sich am Linga-Berg, drei am Shri-Berg, drei in der Kalika-Grube und drei in Amareshvara. Je eine Koti liegt in Kanyatirtha, am Mahendra, in Nepal und im Kanyakashrama: So sind es sechzehn Koti. Ob mit oder ohne Sockel, in jedem Tempel und auf jedem Sockel, frei von allen Vermischungsfehlern, gewährt es allen Genuss und Befreiung. Dieses Bana-Linga soll man nach vorschriftsmäßiger Einsetzung verehren. Auch andere, nicht künstlich gefertigte, ausgezeichnete Lingas aus Flüssen, Meer oder Bergen sind wie Bana-Lingas zu verehren. Ist der Kopf des Lingas verletzt, bringt dies König und Auftraggeber Untergang. Ein Loch schädigt die Ehefrau, an der Schläfe den Sohn, an der Vorderseite den Handwerker. In der Mitte bringt es Leid und Hungersnot; eine Höhlung verursacht ausbleibenden Regen. Ein übermäßig langes, kurzes, schlankes oder dickes Linga bringt den König zu Fall.“ [Koti bezeichnet zehn Millionen. Die späteren Fehlerfolgen stehen hier im Anschluss an die Anerkennung natürlicher Formen; ihr Anwendungsbereich wird im Zitat nicht eigens abgegrenzt.]

Unnummerierte Überleitung vor Vers 12. Nun wird das Herausarbeiten der Kennzeichen erklärt.

Kriyapada 38, Vers 12. Das fertig bearbeitete Linga glätte man mit Schleifsteinen, Sand und Seilen aus Kuhhaar, bis es gleichmäßig und unbeschädigt ist,

Kriyapada 38, Vers 13. glatt wie die Fläche eines Spiegels, mit sichtbarer Spiegelung und gut gerundet. Dann wasche man es mit reinem Wasser, Kuhmilch, Kokoswasser und Zuckerrohrsaft,

Kriyapada 38, Vers 14. ferner mit Wasser aus heiligen Badeorten, und prüfe die genannten Zeichen. Befinden sich darauf goldene Pünktchen von Staub- bis Senfkorngröße,

Kriyapada 38, Vers 15. am Linga oder am Sockel, gelten sie für alle Stände als günstig. Ein Linga oder Sockel mit auch nur geringem Fehler ist dagegen aufzugeben.

Kriyapada 38, Vers 16. Man beschaffe eine andere, fehlerfreie Form und arbeite die Kennzeichen heraus. Bei günstigem Mondtag, Mondhaus, Karana, Augenblick und weiteren Voraussetzungen

Kriyapada 38, Vers 17. errichte man östlich oder nördlich des Hauptbaus eine quadratische Halle mit Baldachin, vier Eingängen, Leuchten und anderem Schmuck.

Kriyapada 38, Vers 18. In ihrer Mitte bereite man aus unenthülstem und weißem enthülstem Reis einen Opferplatz. Auf ihm lege man zwei weiße Tücher aus und bette das Linga darauf.

Kriyapada 38, Vers 19. Acharya und Baumeister sollen beide gründlich gebadet und geschmückt sein. Sie verneigen sich vor dem Linga, dessen Kopf nach Osten liegt, und verehren es.

Kriyapada 38, Verse 20–21. Man meditiere darin den subtilen Shiva und stimme ihn mit diesem Gebet gnädig: „Was ich an dir aus Unwissenheit oder wissentlich unrecht ausgeführt habe, all das vergib mir hier, du Selbst aller Wesen, Shankara!“ Nachdem man so die Zustimmung des Herrn der Götter erbeten hat, arbeite man die Kennzeichen am Linga heraus.

Kriyapada 38, Vers 22. Zuerst zeichne der Acharya, den Augenmantra vergegenwärtigend, die mittlere Brahma-Linie ein; die beiden Seitenlinien mit Shivas Waffenmantra.

Kriyapada 38, Vers 23. Dann arbeite der Baumeister mit leichter Hand, goldenem und kleinem Werkzeug die Linien gleichmäßig und deutlich nach unten aus.

Kriyapada 38, Vers 24 und unnummerierte Fortsetzung. Man bestreiche sie mit Honig, geklärter Butter und Milch, bedecke das Linga mit ungetragenem Tuch und zeige ihm eine Kuh mit Kalb, einen Brahmanen, Gold, ein Mädchen und einen Getreidehaufen. Man verehre es mit Duftstoffen und weiteren Gaben.

Unnummeriertes Maya-Zitat vor Vers 25. Hier sagt Maya: „Beim ersten, dem Nagara-Linga, teile man die Shiva-Länge in sechzehn. Oben spare man bei der kleinsten und den weiteren Formen sechs, fünf oder vier Teile aus. Nachdem man so die drei Höhen bestimmt hat, lasse man bei allen von drei Teilen aus die beiden Seitenlinien zum Vishnu-Anteil hin herab. Ihr Zusammentreffen auf der Rückseite liegt bei der kleinen Form bei vier, drei und zwei; bei der mittleren bei fünf, ‚Wald‘, Feuer und Schlinge; bei der größten bei sechs, fünf, ‚Wald‘, Feuer und Schlinge. Bei ihnen erhält der Hals einen Teil; die Linienbreite drei beziehungsweise zwei Anteile. Man führe sie gleichmäßig bis hinab zum Vishnu-Anteil nach der genannten Höhe. So hat Maya die Linien des Nagara-Lingas ordnungsgemäß beschrieben.“ [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Zahlen- und Bildwortfolgen für die rückseitigen Schnittpunkte sind nicht sicher zuzuordnen. Die erkennbaren Angaben bleiben ohne ergänzte geometrische Konstruktion stehen.]

Kriyapada 38, Vers 25. Die Breite der Brahma-Linie beträgt drei Viertel oder die Hälfte eines Teils.

Kriyapada 38, Vers 26. Die Brahma-Linie reicht bis zum Vishnu-Anteil. Die Seitenlinie ist halb so breit; die mittlere Linie ist ein Gerstenkorn tief. [Das Wort „tief“ ist aus dem Zusammenhang der Bearbeitung erschlossen; die Vorlage nennt hier nur das Gerstenkornmaß.]

Kriyapada 38, Vers 27. Ebenso werden bei fünfzehn Teilen der Dravida-Linga-Höhe neun, zehn oder elf Teile als die Höhe der kleinsten und der weiteren Formen angegeben.

Kriyapada 38, Vers 28. Von sieben, acht oder neun Teilen aus lasse man die Linien der Reihe nach herab. Ihr Zusammentreffen liegt bei der kleinsten Form bei vier, drei und zwei Teilen, bei der mittleren bei fünf, vier und drei,

Kriyapada 38, Vers 29. bei der größten bei sechs, fünf, vier und drei. Im Dravida-Typ beträgt die Linienbreite die Hälfte des eigenen Teils. [Die Verteilung der mehreren Schnittpunktmaße auf die beiden Linien bleibt unklar.]

Unnummerierte Fortsetzung und Überleitung vor Vers 30. Die Breite der Seitenlinien beträgt die Hälfte davon, die Tiefe ist wie zuvor. Eine andere Ausführung des Dravida-Typs wird beschrieben:

Kriyapada 38, Vers 30. Bei sechzehn Teilen Shiva-Länge beträgt die Linienlänge zehn Teile.

Kriyapada 38, Vers 31. Oben bleiben vier Teile, unten zwei. Von einer knospenförmigen Spitze aus lasse man die beiden Seitenlinien herab.

Kriyapada 38, Vers 32. Ihr Zusammentreffen auf der Rückseite liegt mit zwei Teilen Abstand. Oder man spare bei sechzehn Teilen unten einen und oben vier Teile aus.

Kriyapada 38, Vers 33. Dann ist die Linie elf Teile hoch; ihr Zusammentreffen erfolgt wie zuvor. So wird das Herausarbeiten der Kennzeichen am Dravida-Linga beschrieben.

Kriyapada 38, Vers 34. Beim Vesara-Linga teile man die Shiva-Höhe in fünfzehn. Der Stängel der Kennlinie ist zehn Teile lang; von acht Teilen an

Kriyapada 38, Vers 35. lasse man die beiden Linien herab. Bei der größten Form liegt ihr Zusammentreffen bei fünf, vier und drei Teilen. Die Breite erhält eine Sechzehntelteilung.

Kriyapada 38, Vers 36. Bei der mittleren Form, mit acht Teilen Höhe, ist der Stängel vier Teile hoch, darüber liegen drei und darunter ein Teil. Von drei Teilen aus nach unten

Kriyapada 38, Vers 37. lasse man die beiden Linien herab; sie treffen bei drei und zwei Teilen zusammen. Teilt man den angenommenen Anteil in drei, beträgt die Breite zwei davon.

Kriyapada 38, Vers 38. So ist die mittlere Form des Vesara-Lingas beschrieben. Bei der kleinsten Vesara-Form teile man die Shiva-Höhe in zwölf.

Kriyapada 38, Vers 39. Unten bleibt ein Teil, oben bleiben Teile; die Linienlänge beträgt neun Teile. Ihr Zusammentreffen ist wie zuvor zu verstehen. Bei sechzehn Teilen Breite

Kriyapada 38, Vers 40. beträgt die Linienbreite einen Teil, die Breite der beiden Seitenlinien die Hälfte davon. So wird das Herausarbeiten der Kennzeichen beim kleinsten Vesara beschrieben. [Vers 39 nennt keine eindeutige Anzahl der oberen Teile; sie wird nicht still aus der Gesamtsumme ergänzt.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 40. Hier sagt Maya: „Teilt man den angenommenen Anteil in neun, erhält die Linie einen Teil als Breite und Tiefe; bei allen Lingas soll sie nicht rau sein. Man nehme acht Gerstenkörner und teile dieses Maß gleichmäßig in neun. Einen Teil davon verwende man bei einem eine Elle hohen Linga. Jeweils um einen Teil zunehmend bis zu neun Ellen wird die Linie schließlich acht Gerstenkörner tief. Oder man beginnt mit einem halben Gerstenkorn und vergrößert die Linie wie zuvor jeweils um ein halbes; bei der größten Form ist sie viereinhalb Gerstenkörner breit und tief. Die beiden Seitenlinien sind jeweils halb so breit wie die mittlere. Bei allen Linien sollen Breite und Tiefe gleich sein.“

Kriyapada 38, Vers 41. Nun werden gemeinsame Linienmerkmale für Nagara und die weiteren Formen genannt. Bei einer durch Dhriti bezeichneten Teilung der Shiva-Länge spare man oben vier Teile aus.

Kriyapada 38, Vers 42. Der Stängel erhält elf Teile, die Knospe einen, der untere Abstand zwei. Hinten erfolgt das Zusammentreffen in zwei Teilen Abstand.

Kriyapada 38, Vers 43. Oder bei sechzehn Teilen Höhe bleiben oben und unten die Anteile wie zuvor; der Stängel samt Spitze erhält zehn Teile, das seitliche Zusammentreffen liegt bei acht Teilen.

Kriyapada 38, Vers 44. Hinten erfolgt das Zusammentreffen wie zuvor bei fünf, sechs oder sieben Teilen. Das Herausarbeiten der Kennzeichen soll ohne Unterbrechung, sehr glatt, ohne Brüche und ohne Verwirrung erfolgen.

Kriyapada 38, Vers 45. Das Gegenteil ist zu vermeiden. Zuerst schlage man die Linie mit einer Schnur und Asche an; dann zeichne man die Knospe mit der Spitze des Ghatika-Werkzeugs ein und danach die Seitenlinien.

Unnummerierte Überleitung vor Vers 46. Nun werden die Merkmale der Linienspitze genannt.

Kriyapada 38, Vers 46. Bei einem Linga mit schirmförmigem Kopf ist die Linienspitze wie ein Elefantenauge.

Kriyapada 38, Vers 47. Bei halbmondförmigem Kopf ist sie blasenförmig; bei gurkenförmigem Linga-Kopf gleicht sie einem Hühnerei.

Kriyapada 38, Vers 48. Bei hühnereiförmigem Linga-Kopf ist die Linienspitze schirmförmig. Nun werden allgemein zulässige Linienspitzen genannt:

Kriyapada 38, Vers 49. Wie eine Bananenknospe, wie eine Lotusknospe, wie ein Ashvattha-Blatt oder wie ein Gerstenkorn; diese Formen gelten allgemein.

Kriyapada 38, Vers 50. Bei einer durch Atyashti bezeichneten Teilung des Linga-Umfangs teile man einen Anteil in drei. Die mittlere Linie ist zwei davon breit, die beiden Seitenlinien jeweils halb so breit.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über das Herausarbeiten der Kennzeichen.

Kriyapada 38, Vers 51. Man rechne die gewählte Höhe in Maßfinger um. Bei der Vergrößerung vermeide man Bruchteile eines Fingers und ergänze zum ganzen Finger.

Kriyapada 38, Vers 52. Man vervielfache mit acht und teile durch die Anzahl der Mondhäuser. Die Reste ergeben der Reihe nach die Mondhäuser von Ashvini an.

Kriyapada 38, Vers 53. Vierfach genommen und durch neun geteilt ergeben sich die Anteile von „Dieb“ an: Dieb, Nahrung, Kraft, Reichtum, König, Geschlechtsneutralität,

Kriyapada 38, Vers 54. Unglück, Gift und Gedeihen. So lauten die neun Anteile der Reihe nach. Dieb, Unglück, Geschlechtsneutralität und Unglück werden verworfen; die anderen sind günstig. [Der zweite Halbvers nennt „Unglück“ zweimal. Es wird nicht stillschweigend durch „Gift“ ersetzt.]

Kriyapada 38, Vers 55. Man vervielfache die Linga-Höhe mit acht, neun beziehungsweise drei und teile durch zwölf, zehn beziehungsweise acht. Die Reste sind der Reihe nach Vermögen, Schuld und Yoni.

Kriyapada 38, Vers 56. Überwiegendes Vermögen und geringe Schuld gelten als günstig für Ausführenden und Besitzer. Die Yonis Fahne, Löwe, Stier und Elefant sind günstig, die übrigen ungünstig.

Kriyapada 38, Vers 57. Die Shiva-Höhe, mit neun vervielfacht und durch sieben geteilt, ergibt die Wochentage von Sonntag an. Die günstigen Tage bringen Gutes, die strengen gelten als ungünstig.

Kriyapada 38, Vers 58. Ein Linga, dessen Mondhaus nicht demjenigen des Dorfes, des Auftraggebers, des Königs oder des Landes widerspricht, gilt als Grundlage des Gedeihens.

Kriyapada 38, Vers 59. Die von Rishis gestifteten Lingas mit ihren eigenen Merkmalen und die selbstentstandenen wurden beschrieben. Ebenso wurde das Verfahren zum Herausarbeiten der Kennzeichen an den zuvor genannten, von Menschen gefertigten Lingas dargelegt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das achtunddreißigste Kapitel über die Merkmale der von Rishis gestifteten und weiteren Lingas.

Besinnung zu Kapitel 38

Das Gebet vor dem Einzeichnen der Linien erkennt an, dass auch sorgfältige Arbeit Fehler enthalten kann. Diese Haltung verbindet Verantwortung mit der Bitte um Vergebung. Für heutige Yoga-Aspiranten kann sie ein Anlass sein, die eigene Übung aufmerksam fortzuführen, ohne Unfehlbarkeit zu erwarten. Zugleich zeigt die Achtung vor natürlich vorgefundenen Formen, dass nicht alles Heilige erst durch menschliche Bearbeitung entstehen muss.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 38: Überlieferte Naturformen und Kennlinien des Lingas
Das Kapitel unterscheidet von Rishis gestiftete, selbstentstandene und natürlich vorgefundene Lingas von handwerklich bearbeiteten Formen. Danach beschreibt es das Polieren und Einzeichnen der Kennlinien. Ein Gebet um Vergebung begleitet den Übergang von der Herstellung zur Verehrung.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athāṣṭātriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha liṅgaṃ sthūlamūlaṃ sthūlamadhyaṃ kṛśaṃ tathā |
ārṣaṃ sthūlaśiraskaṃ ca caturdheti mayoditam || 1 ||

liṅgavyāse'ṣṭadhā bhakte mūle madhyāgrayorapi |
bhāgādhikaṃ ca hīnaṃ ca sthūlamūlādikaṃ smṛtam || 2 ||

vedāśrau brahmaviṣṇvaṃśau liṅgeṣvārṣeṣu saṃmatau |
śivāṃśo vṛtta eva syācchiraso vā na vartanam || 3 ||

atha svayambhuliṅgāni jarjharāṇi kṛśāni ca |
hrasvāni cātidīrghāṇi phalakāsadṛśāni ca || 4 ||

anekāgrāṇiṃ gokarṇamātuluṅganibhānyapi |
ṣaṭpañcatridaśāgrāṇi mānonmānādibhirvinā || 5 ||

p. 374)

śṛṅgāgrāṇyapi vakrāṇi nānāvarṇākṛtīni ca |
sapīṭhānyapyapīṭhāni sālayānyagṛhāṇi vā || 6 ||

vanaparvatanadyabdhitīrthakṣetragatānyapi |
darśanasparśanārcābhireṣāṃ siddhiranuttamā || 7 ||

vidyāt svayambhuliṅgāni yeṣu nityaṃ sthitaḥ śivaḥ |
mūlaṃ na śodhayet teṣāṃ śodhanaṃ sarvanāśakṛt || 8 ||

amīmāṃsyāni tānyāhuḥ pūjyānyeva yathāsthiti |
naiṣāṃ mūrtivibhāgo'sti na ca syānmantrasaṅkaraḥ || 9 ||

mānuṣeṣveva liṅgeṣu mantramūrtyādisaṅkaraḥ |

atra mayaḥ |

āsthāpanamapi liṅgaṃ pūjābhāgena pīṭhabhāgasamam |
vṛttaṃ vātha sadhāraṃ pūjābhāga tu pūjayenmuktyai ||

iti |

bāṇaliṅgaṃ tu yat sarvaṃ yathājātaṃ nidhāpayet || 10 ||

svoccārdhaṃ vātha rāmāṃśaṃ pañcāṃśaṃ vā dvibhāgikam |
pīṭhe salakṣaṇe śaile saudhe vā sthāpayecchubhe || 11 ||

atra yogaśivīye -

koṭyastisrastu liṅgādrau tisraḥ śrīparvate sthitāḥ |
tisraśca kālikāgarte tisraścāpyamareśvare ||

kanyātīrthe mahendrādau nepāle kanyakāśrame |
eṣvekaikā sthitā koṭirevaṃ koṭyastu ṣoḍaśa ||

sapīṭhaṃ vāpyapīṭhaṃvā sarvaprāsādapīṭhagam |
sarvasaṅkarahīnaṃ tat sarveṣāṃ bhuktimuktidam ||

pūjayed bāṇaliṅgaṃ tat pratiṣṭhāpya vidhānataḥ |
anyānyapi ca liṅgāni nadyabdhigirijānyapi ||

akṛtāni viśiṣṭāni pūjyānyeva hi bāṇavat |
liṅgamūrdhni kṣataṃ syāccedrājñaḥ kartuśca nāśanam ||

p. 375)

chidraṃ bhāryāṃ sutaṃ śaṅkhe vaktre hanyācca śilpinam |
madhye duḥkhaṃ ca durbhikṣaṃ koṭare vṛṣṭināśanam ||

atyāyataṃ cātihrasvaṃ kṛśaṃ sthūlaṃ nṛpāntakṛt |

atha lakṣaṇoddhāra ucyate -

paryāptakarma yalliṅga śāṇābhirvālukādibhiḥ |
gobālarajjubhiścaiva gharṣayennirvraṇaṃ samam || 12 ||

mukurodaravacchalakṣṇaṃ dṛśyacchāyaṃ suvartulam |
tataḥ śuddhāmbugokṣīranālikerekṣuvāribhiḥ || 13 ||

prakṣālya tīrthatoyaiśca proktacihnāni lakṣayet |
rajaḥ sarṣapamātraṃ ced yatra syuḥ svarṇabindavaḥ || 14 ||

liṅge vā piṇḍikāyāṃ vā sarvavarṇahitāvahāḥ |
alpadoṣamapi tyājyaṃ liṅgaṃ pīṭhaṃ ca tad bhavet || 15 ||

nirdoṣamanyat sampādya lakṣaṇoddhāramācaret |
tithinakṣatrakaraṇamuhūrtādau guṇānvite || 16 ||

mūlāt prācyāmudīcyāṃ vā kṛtvā vedāśramaṇḍapam |
savitānaṃ caturdvāraṃ pradīpādyairalaṅkṛtam || 17 ||

tanmadhye sthaṇḍilaṃ kṛtvā śālibhiḥ śuklataṇḍulaiḥ |
sitavastrayugāstīrṇe tasmilliṅgaṃ tu śāyayet || 18 ||

ācāryaḥ sthapatiścobhau susnātau samalaṅkṛtau |
prākchiraskaṃ tu talliṅgaṃ namaskṛtyābhipūjya ca || 19 ||

dhyātvā tasmiñcchivaṃ sūkṣmamanenābhiprasādayet |
ajñānād vā mayā jñānāt tvayi yad duranuṣṭhitam || 20 ||

tat sarvamiha sarvātman ! kṣantumarhasi śaṅkara ! |
ityanujñāpya deveśaṃ liṅge lakṣaṇamuddharet || 21 ||

ācāryaḥ prathamaṃ tatra netramantramanusmaran |
likhenmadhye brahmasūtraṃ pārśvasūtre śivāstrataḥ || 22 ||

p. 376)

tataḥ suvarṇaśastreṇa sthapatirlaghuhastavān |
laghuśastreṇa ca samaṃ sūtrāṇyālambayet sphuṭam || 23 ||

madhvājyadugdhaiḥ sahitairvilikhyāhatavāsasā |
āccādya tu savatsāṃ gāṃ dvijaṃ svarṇaṃ ca kanyakām || 24 ||

darśayed dhānyarāśiṃ ca gandhādyaiścābhipūjayet |

atra mayaḥ -

prathame nāgaraliṅge ṣoḍaśabhāgīkṛte śivāyāme |
ṣaḍbhūtavedabhāgāṃstyaktordhve kanyasādyudayam ||

evaṃ trikamutsedhaṃ buddhvātha tryaṃśakāt tu sarveṣām |
viṣṇvaṃsābhimukhe dve sūtre saṃlambayet pārśve ||

pṛṣṭhe tayoryutiḥ syāddhīne vedāgnidasreṣu |
madhye bhūtavanānalapāśeṣu yutistayoḥ pṛṣṭhe ||

jyeṣṭhe ṣaḍbhūtavanānalapāśeṣūditā tu yutiḥ |
teṣu grīvaikāṃśaṃ tridvyaṃśaṃ sūtraviṣkambham ||

yāvadadho viṣṇvaṃśaḥ proktotsedhe nayet tu samam |
evaṃ nāgaraliṅge sūtraṃ samyaṅmayenoktam ||

iti |

pādonabhāgamardhaṃ vā brahmasūtraviśālatā || 25 ||

bhaved viṣṇvaṃśaparyantaṃ brahmasūtrasya tu sthitiḥ |
tadardhaṃ pārśvasūtrasya rekhā madhyayavā bhavet || 26 ||

tathā drāviḍaliṅgocce tripañcāṃśe krameṇa tu |
nandadigrudrabhāgoccaṃ hīnādyuccamihoditam || 27 ||

saptāṣṭanavabhāgebhyaḥ kramāt sūtre tu lambayet |
nīce yugāgnidvitaye madhye bāṇayunāgniṣu || 28 ||

dvayoścāthottame liṅge raseṣu śrutivahniṣu |
yutiḥ syād drāviḍe sūtravyāsaḥ svāṃśārdhataḥ samaḥ || 29 ||

p. 377)

tadardhaṃ pakṣasūtrasya vyāso'gādhaśca pūrvavat |

drāviḍasyānyaḥ prakāra ucyate -

ṣoḍaśāṃśe śivāyāme sūtrāyāmo daśāṃśataḥ || 30 ||

ūrdhvāṃśastu caturbhāgaḥ syādadhaśca dvibhāgikaḥ |
mukulākāramārabhya pārśvasūtradvayaṃ kramāt || 31 ||

dvyaṃśaṃ vihāya pṛṣṭhe tu yutiruktā tu sūtrayoḥ |
athavā ṣoḍaśāṃśe'dho bhāgaṃ vedāṃśamūrdhvataḥ || 32 ||

tyaktvā sūtraṃ tu rudrāṃśairuccaṃ prāgvad yutiḥ smṛtā |
itthaṃ drāviḍaliṅgasya lakṣaṇoddhāraṇaṃ smṛtam || 33 ||

atha vesaraliṅgasya tripañcāṃśe śivocchraye |
nālāyāmo daśāṃśaḥ syād vasvaṃśaprabhṛti kramāt || 34 ||

sūtrayorlambanaṃ kuryād bhūtavedaguṇāṃśakaiḥ |
tayoryutirbhavecchreṣṭhe viṣkambhaḥ ṣoḍaśāṃśataḥ || 35 ||

madhyeṃ'śe vasubhāgocce vedāṃśairnālamunnatam |
ūrdhvaṃ trayoṃ'śāścādhoṃśā guṇabhāgāt prabhṛtyadhaḥ || 36 ||

sūtre tu lambayet tridvibhāgeṣu syāt tayoryutiḥ |
gṛhītāṃśe tridhā bhakte vyāso bhāgadvayena tu || 37 ||

evaṃ madhyamamuktaṃ syālliṅge vesarasaṃjñite |
kaniṣṭhavesarasyātha dvādaśāṃśe śivocchraye || 38 ||

adhoṃśamaṃśānūrdhve tu sūtrāyāmo navāṃśataḥ |
saṅgamaḥ pūrvavajjñeyo vyāse vai ṣoḍaśāṃśake || 39 ||

bhāgena sūtravyāsaḥ syāt tadardhaṃ pakṣasūtrayoḥ |
kaniṣṭhavesarasyaivaṃ lakṣaṇoddharaṇaṃ smṛtam || 40 ||

atra mayaḥ -

āttāṃśe navabhāge bhāgena vyāsagambhīrā |
rekhā[k; kh: khā syāt ka]pyakarkaśoktā sarveṣāmeva liṅgānām ||

aṣṭau yavān gṛhītvā navadhā vibhajet samaṃ dṛḍhadhīḥ |
ekāṃśenaikakarottuṅge liṅge vidhātavyā ||

p. 378)

ekaikabhāgavṛddhyā navahastānte tu liṅge tu |
aṣṭayavāntaragāḍhā sā rekhā samyaguddiṣṭā ||

ardhayavenāpyuditā rekhārdhayavena pūrvavad vṛddhiḥ |
sārdhacaturyavatārāvanatiḥ śreṣṭhe tu liṅge syāt ||

madhyamasūtravyāsādardhatatiḥ pakṣayostu pṛthak |
sarvāsāṃ rekhāṇāṃ vyāsāvanatī same syātām ||

iti |

sāmānyaṃ nāgarādīnāṃ sūtralakṣaṇamucyate |
śivāyāme tu dhṛtyaṃśe vedāṃśānupari tyajet || 41 ||

ekādaśāṃśairnālaṃ syānmukulaṃ tvekabhāgataḥ |
adho dvyaṃśaṃ tathā pṛṣṭhe bhāgābhyāṃ tu yutirbhavet || 42 ||

athavā ṣoḍaśāṃśocce prāgvadūrdhvamadhastathā |
sāgraṃ nālaṃ daśāṃśaiḥ syādaṣṭāṃśaiḥ pārśvayoryutiḥ || 43 ||

pañcaṣaṭsaptabhāge tu prāgvat pṛṣṭhe yutirbhavet |
avicchinnamatisnigdhamajarjharamanākulam || 44 ||

lakṣaṇoddhāraṇaṃ kuryād viparītaṃ vivarjayet |
sūtreṇa bhasmanā pūrvamāsphālya mukulaṃ tataḥ || 45 ||

vilikhya ghaṭikāgreṇa pārśvaṃ sūtre likhet tataḥ |

atha sūtrāgralakṣaṇamucyate -

chatrābhamastake liṅge sūtrāgraṃ syād gajākṣavat || 46 ||

khaṇḍendumastake liṅge sūtrāgraṃ budbudopamam |
liṅgāgre trapuṣābhe tu sūtrāgraṃ kukkuṭāṇḍavat || 47 ||

kukkuṭāṇḍaśiroliṅge sūtrāgraṃ chatrasannibham |
sāmānyena tu liṅgānāṃ sūtrāgramatha kathyate || 48 ||

kadalīmukulābhaṃ vā sarojamukulākṛti |
aśvatthapatrasadṛśaṃ sāmānyaṃ hi yavopamam || 49 ||

p. 379)

atyaṣṭyaṃśe liṅganāhe bhāgaṃ tredhā vibhajya tu |
madhyasūtratatidvyaṃśastadardhaṃ pakṣasūtrayoḥ || 50 ||

lakṣaṇoddhārādhikāraḥ |

gṛhītotsedhamānaṃ tu mānaṅgulavibhājite |
vṛddhāvaṅgulivicchedaṃ parihṛtyāṅguliṃ punaḥ || 51 ||

vardhayitvā tu vasubhirharennakṣatrasaṃkhyayā |
aśvinyādīni bhāni syuḥ śiṣṭānyatra yathākramam || 52 ||

tasmiṃścaturguṇe nandairhṛtvāṃśāstaskarādikāḥ |
taskaro bhojanaṃ śaktirdhanaṃ rājā napuṃsakam || 53 ||

vipad viṣaṃ samṛddhiścāpyaṃśakāḥ syurnava kramāt |
taskaraśca vipat ṣaṇḍho vipannindyāḥ pare śubhāḥ || 54 ||

liṅgocce vasunandāgnigaṇe'rkāśāṣṭabhirharet |
śiṣṭaṃ dhanamṛṇaṃ caiva yoniśca syād yathākramam || 55 ||

dhanādhikaṃ ca kṣīṇārṇaṃ kartubhartṛhitāvaham |
dhvajasiṃhavṛṣebhāścecchubhāścānye hyaśobhanāḥ || 56 ||

śivatuṅge navaguṇe vārāḥ syurmunibhirhṛte |
sūryādyāsteṣu śubhadāḥ śubhāḥ krūrāstvaśobhanāḥ || 57 ||

grāmādīnāṃ tathā karturnakṣatreṇāvirodhi yat |
liṅgaṃ rājñaśca deśasya taduktaṃ sampadāṃ padam || 58 ||

ārṣāṇi liṅgāni ca lakṣaṇaiḥ svaiḥ svāyambhuvānyapyanukīrtitāni |
pūrvoditānāmiha mānuṣāṇāṃ tallakṣaṇoddhāravidhiśca gītaḥ || 59 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde ārṣādiliṅgalakṣaṇapaṭalo'ṣṭhātriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 39: Sockel, Abfluss und Grundstein

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 39: Sockel, Abfluss und Grundstein
Der Sockel trägt das Linga und nimmt das bei der Verehrung verwendete Wasser auf. Das Kapitel beschreibt zahlreiche Formen und ihre Glieder, die Abflussrinne, die Steinverbindungen und den Grundstein. Die teilweise sehr gedrängten Maßfolgen werden einzeln wiedergegeben; wo ihre Zuordnung unsicher ist, wird dies vermerkt.

Kapiteleingang. Nun das neununddreißigste Kapitel.

Kriyapada 39, Vers 1. Nun werden die Sockel mit ihren jeweils besonderen Merkmalen beschrieben. Ihre Verbindung mit den Lingas nennen die Kundigen Pratishtha, feste Einsetzung.

Kriyapada 39, Vers 2. Sockel und Linga sollen aus derselben Stoffart bestehen, nicht aus verschiedenen. Ist bei einem steinernen oder hölzernen Linga derselbe Stoff nicht verfügbar,

Kriyapada 39, Vers 3. kann man einen Sockel aus Ziegeln mit Mörtelbindung nach den Merkmalen fertigen. Der Grundstein soll aus einem als geschlechtsneutral eingestuften Stein bestehen, der Sockel aus einem weiblich eingestuften.

Kriyapada 39, Vers 4. Das Linga fertige man aus einem männlich eingestuften Stein: So lautet die Festlegung des Lehrwerks. Die geringste Sockelbreite beträgt das Doppelte des Verehrungsanteils, die größte entspricht der gesamten Linga-Höhe.

Kriyapada 39, Vers 5. Teilt man den Zwischenraum in acht, ergeben sich neun Sockelbreiten. Die geringste Höhe beträgt die Hälfte der Breite, die größte zwei Drittel davon.

Kriyapada 39, Vers 6. Oder die Breite beträgt das Dreifache des Linga-Durchmessers oder entspricht seinem Umfang; oder ein Drittel beziehungsweise ein Viertel der Breite des inneren Heiligtumsraums.

Kriyapada 39, Vers 7. Oder man fertige den Sockel doppelt oder dreimal so breit wie die Diagonale des Durchmessers. Seine Höhe soll stets dem Vishnu-Anteil entsprechen. [Der Ausdruck „Diagonale des Durchmessers“ bezieht sich offenbar auf das zugrunde liegende Viereck; dies bleibt eine geometrische Deutung.]

Kriyapada 39, Vers 8. Für den Schmuck füge man ein Achtel seiner eigenen Breite hinzu. Bei allen Sockeln wird die Grundbreite bis zum Janma-Glied gemessen.

Unnummerierter erster Halbvers von 9. Die obere Sockelbreite reicht bis zur großen Platte.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Allgemeine Sockelvorschrift.

Kriyapada 39, zweiter Halbvers von 9. Nun werden die Sockelmerkmale der drei Formen von Nagara an beschrieben.

Kriyapada 39, Vers 10. Der größte Sockel ist so breit wie die Länge des dreigeteilten Lingas; der kleinste erhält zwei Anteile. Teilt man den Zwischenraum in acht,

Kriyapada 39, Vers 11. ergeben sich neun Sockelbreiten. Bei drei Teilen Breite ist der größte Sockel zwei Teile hoch, der kleinste halb so hoch wie breit.

Kriyapada 39, Vers 12. Acht Zwischenabschnitte ergeben wiederum neun Sockelhöhen. Auch beim Dravida-Typ entspricht die größte Breite dem gesamten dreigeteilten Linga.

Kriyapada 39, Vers 13. Bei neun Teilen Linga-Länge beträgt die geringste Breite sieben Teile. Acht Abschnitte dazwischen ergeben neun Sockelbreiten.

Kriyapada 39, Vers 14. Teilt man Brahma- und Vishnu-Anteil zusammen in acht, spare man unten drei, zwei oder einen Teil aus. Die verbleibenden Teile bilden beim Dravida-Typ die kleinste und die weiteren Sockelhöhen.

Kriyapada 39, Vers 15. Beim Vesara-Linga teile man den Umfang in sechzehn. Die größte Sockelbreite entspricht dem ganzen Maß, die geringste zwölf Teilen.

Kriyapada 39, Vers 16. Seine Höhe entspricht dem Vishnu-Anteil oder ist um ein Viertel größer. Bei allen Lingas liegt der nach Abzug der Sockelhöhe verbleibende

Kriyapada 39, Vers 17. Brahma-Anteil an der Linga-Basis im Grundstein. Die obere Sockelbreite ist gegenüber der Grundbreite um ein Achtel, Neuntel oder Zehntel vermindert,

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 17. bei der kleinsten, mittleren beziehungsweise größten Form.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung und Überleitung. Sockel der drei Formen von Nagara an. Nun werden die Sockelgestalten beschrieben.

Kriyapada 39, Verse 18–19. Es gibt drei Grundgestalten: quadratisch, achteckig und rund. Ihre benannten Formen beginnen mit Merusundara; als zweite folgt Vardhamana, danach Lakshmisundara,

Kriyapada 39, Vers 20. Vishnusammilana, Padmabhadra, Samangabhadra und Rudrakanta,

Kriyapada 39, Vers 21. Somakanta, Sarvangabhadra, Shrikara, Pushtivardhana und Sarvasaumya.

Kriyapada 39, Vers 22. So werden die Merkmale von zwölf Sockelarten erläutert. Der Sockel eines Nishkala-Lingas ist nach allen Seiten gleich.

Kriyapada 39, Vers 23. Für Bildgestalten ist er länglich, bei einer gegliederten Gestalt auch halbmondförmig. Bei vierzehn Teilen Sockelhöhe erhält die Grundplatte einen Teil.

Kriyapada 39, Vers 24. Der Lotus erhält drei Teile, das tragende Glied einen halben, der folgende Lotus ebenfalls einen halben, der Rundstab zwei, der nächste Lotus einen halben und die Kampa-Leiste einen halben.

Kriyapada 39, Vers 25. Der Hals erhält zweieinhalb Teile, der obere Lotus einen halben, die Kampa einen halben und die obere Platte zwei Teile.

Kriyapada 39, Vers 26. Die Kampa mit dem Auffangglied für geklärte Butter erhält einen halben Teil. So entsteht Merusundara. Bei achtzehn Teilen Sockelhöhe erhält das unterste Glied zwei Teile.

Kriyapada 39, Vers 27. Die Jagati fertige man mit vier Teilen, das Kumuda mit drei, die Kampa mit einem, den Hals mit drei, die nächste Kampa mit einem,

Kriyapada 39, Vers 28. die Platte mit drei und das Vajana mit einem Teil: dies bei Vardhamana. Bei einer mit Sankriti bezeichneten Teilung der Sockelhöhe erhält das Janma anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 29. Der Lotus erhält einen, die Kampa einen halben, das Vapra fünf, das Blatt einen, das tragende Glied einen und der nächste Lotus einen Teil. [Die Wortfolge „dhṛtyaṃśād“ ist in dieser Maßliste nicht eindeutig; die Zuordnung bleibt vorläufig.]

Kriyapada 39, Vers 30. Der Rundstab erhält vier Teile, der Lotus einen, die Kampa einen halben, der Hals drei, das Vajana einen und die Nidra einen Teil.

Kriyapada 39, Vers 31. Die Platte erhält zwei Teile; Lotus und Auffangglied einen halben. So entsteht der Sockel namens Lakshmisundara.

Kriyapada 39, Verse 32–33. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe fertige man bei Vishnusammilana der Reihe nach Jagati, Lotus, Rundstab, Lotus, Platte und Auffangglied mit zwei, fünf, zwei, vier, zwei und einem Teil. Bei achtzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Khura anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 34. Die Jagati erhält dreieinhalb, der Lotus anderthalb, das tragende Glied einen halben; Platte und Unterplatte je einen halben, der Hals darüber drei Teile.

Kriyapada 39, Vers 35. Die Unterplatte erhält einen halben, die darüberliegende Platte ebenfalls einen halben, das Vajana zwei und die Platte mit Auffangglied einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 36. Dieser besonders schöne Sockel heißt Padmabhadra. Bei einer Dhriti-Teilung der Sockelhöhe erhält das Auffangglied einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 37. Die Kampa erhält einen halben, das Vajana zweieinhalb, Platte und Unterplatte je einen halben, der Hals zwei und die Platte einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 38. Die Unterplatte erhält einen halben, der achteckige Krug vier, die Jagati fünf und das Khura anderthalb Teile.

Kriyapada 39, Vers 39. Dieser schöne Sockel heißt Samangabhadra. Bei einer Atyashti-Teilung der Höhe erhält das Khura einen, das Vapra vier Teile.

Kriyapada 39, Vers 40. Das Blatt erhält anderthalb Teile, die Kampa einen halben, das tragende Glied einen, die Kampa einen halben, der Lotus einen halben, der Rundstab zwei und das Blatt einen halben.

Kriyapada 39, Vers 41. Die Platte erhält einen halben Teil, der Hals einen, die Kampa einen halben, der Lotus einen halben, das Vajana zwei, der Lotus einen halben und das Kshepana einen halben.

Kriyapada 39, Vers 42. Dieser sehr schöne Sockel heißt Rudrakanta. Bei einer Atidhriti-Teilung der Sockelhöhe liegt ein Teil im Boden, zwei Teile erhält das Vapra.

Kriyapada 39, Vers 43. Der große Lotus erhält vier Teile, das tragende Glied einen halben, der Rundstab einen, der Hals einen halben, der Lotus einen halben und das Rundglied anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 44. Das obere Blatt erhält einen halben, der Rundstab einen, das tragende Glied einen halben, der weitere Rundstab einen und der obere Lotus dreieinhalb Teile.

Kriyapada 39, erster Halbvers von 45. Das Auffangglied erhält anderthalb Teile. Dies heißt Somakanta.

Unnummerierter Kommentar innerhalb von Vers 45. Dies gilt gleichermaßen für die drei Formen von Nagara an.

Kriyapada 39, zweiter Halbvers von 45 und Vers 46. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhält die Grundplatte zwei, der große Lotus vier, das tragende Glied einen halben, der Hals einen, der Lotus einen halben, der Rundstab einen und der nächste Lotus einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 47. Das tragende Glied erhält einen halben, der obere Lotus vier, die Platte zwei Teile; so ist das Auffangglied genannt. Dies ist Sarvangabhadra. [Die Zuordnung der letzten Maßangabe zwischen Platte und Auffangglied ist in der Vorlage mehrdeutig.]

Unnummerierter Kommentar nach Vers 47. Dies gilt gleichermaßen für alle Lingas.

Kriyapada 39, Verse 48–49. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten bei Shrikara Jagati, Lotus, tragendes Glied, Rundstab, tragendes Glied, Lotus, Platte und Auffangglied der Reihe nach zwei, fünf, einen halben, einen, einen halben, vier, zwei und einen Teil. Bei derselben Form erhält die Jagati anderthalb und die Kampa einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 50. Unter der Platte liegt bei Pushtivardhana ein Viertel des eigenen Maßes mit Kampa. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Khura zwei Teile, das Kshepana einen halben.

Kriyapada 39, Vers 51. Der Lotus erhält viereinhalb Teile, die Kampa einen halben, das tragende Glied einen halben, das Vajra einen und der obere Lotus vier Teile.

Kriyapada 39, Vers 52. Das Kshepana erhält einen halben, die Platte zwei und das Auffangglied einen halben Teil. So ist der Saumya-Sockel beschrieben, allgemein für Nagara und die weiteren Formen. [Die Maßsummen einiger Sockellisten stimmen nicht eindeutig mit den angekündigten Gesamtteilungen überein. Sie werden nicht rechnerisch berichtigt.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Die zwölf Sockel.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 52. „Bei allen Sockeln bemesse man Rücksprung und Vorsprung ihrer Glieder gleich der jeweiligen Stärke, auf drei Viertel oder die Hälfte davon, nach Schönheit und Festigkeit“, sagt Parashara.

Kriyapada 39, Vers 53. Die Breite der Rinnenbasis beträgt ein Drittel oder Viertel der Sockelbreite; ihre Länge dasselbe. Durch Verminderung um ein Drittel oder Viertel davon

Kriyapada 39, Vers 54. bestimme man die Breite der Rinnenspitze; sie sei erhöht und unbeschädigt. Die Höhlung erhält ein Drittel der Rinnenbreite, ihre Höhe entspricht der Breite. [Die Bezüge von Höhlung und Höhe sind nicht völlig eindeutig.]

Kriyapada 39, Vers 55. Andere setzen die Rinne so in der Mitte des Sockels nach Norden an. Sie sei so stark wie die obere Platte oder um ein Viertel stärker.

Kriyapada 39, Vers 56. Oder um drei Achtel; dies ist die Breite des Auffanggliedes. Die Höhlung am Ansatz entspricht ihr. Bis zum Anschluss an die Linga-Basis steige sie allmählich an. [Die Lesung „ardhyardham“ lässt das betreffende Größenverhältnis nicht sicher erkennen.]

Kriyapada 39, Vers 57. Beim Sockelstein soll wenigstens der obere Schmuckteil aus einem einzigen Stück bestehen. Der untere Schmuckteil kann einteilig oder sachgemäß aus mehreren Teilen ausgeführt sein.

Kriyapada 39, Vers 58. Dort füge man die Verbindung, unter Meidung der Mitte, an einer Ecke schön zusammen. Der Ansatz nach oben liegt am Ende eines Gliedes; darüber führe man den Aufbau fort. [Diese Eckverbindung steht neben der späteren Warnung vor einer Eckfuge in der zweiten Marke 86; die Aussagen bleiben nebeneinander erhalten.]

Kriyapada 39, Vers 59 und unnummerierte Fortsetzung. Maya nennt vierzehn Grundformen der Sockel: vier-, sechs-, acht-, zwölf- und sechzehneckig sowie rund; dazu die sechs länglichen Varianten, ferner dreieckig und halbmondförmig. Dies sind vierzehn.

Unnummeriertes weiteres Maya-Zitat vor Vers 60. „Bhadrapitha, Padma, Vajrapitha, Mahambuja, Shrikara, Pithapadma, Mahavajra, Saumyaka und Shrikamya: So gibt es neun Sockelarten.“

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 39, Vers 60. Bei fünfzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Janma zwei Teile, das Vapra vier.

Kriyapada 39, Vers 61 und unnummerierte Fortsetzung. Der Lotus erhält anderthalb, das tragende Glied einen halben, der Krug zwei, das Kshepana einen halben, der Hals anderthalb, das nächste Kshepana einen halben, die Platte zwei und das Auffangglied einen halben Teil. So ist Bhadrapitha beschaffen.

Unnummerierter Kommentar nach Vers 61. Dies gilt allgemein für alle Lingas.

Kriyapada 39, Vers 62. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten Platte, Lotus, Rundglied, schönes Blatt, Platte und Auffangglied der Reihe nach zwei, fünf, zwei, vier, zwei und einen Teil. Dies ist Padmapitha.

Kriyapada 39, Vers 63. Bei vierzehn Teilen Sockelhöhe erhält das Janma anderthalb, die Vertiefung einen halben Teil.

Kriyapada 39, Vers 64. Der Lotus erhält dreieinhalb, Platte und Vertiefung je einen halben, das Vajra einen, die Vertiefung einen halben, die Kampa einen halben und der Lotus drei Teile.

Kriyapada 39, Vers 65. Die Vertiefung erhält einen halben Teil, die Platte anderthalb und das Auffangglied einen halben. Der Vajrapadma genannte Sockel gilt gleichermaßen für alle Lingas. [Der Name lautet hier Vajrapadma, in der vorangestellten Liste Vajrapitha.]

Kriyapada 39, Vers 66. Bei einer Dhriti-Teilung der Sockelhöhe erhält das Janma zweieinhalb Teile, der Lotus vier, die Platte einen halben, die Vertiefung einen halben, der folgende Lotus anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 67. Das Rundglied erhält zweieinhalb Teile, Lotus und Vertiefung je einen halben, der obere Lotus drei, die Platte einen halben, der nächste Lotus anderthalb.

Unnummerierter Beginn von Vers 68. Shri-Platte und Auffangglied erhalten einen halben Teil. Dies heißt Mahapadma.

Unnummerierter Kommentar innerhalb von Vers 68. Dies gilt gleichermaßen für von Menschen und von Rishis gestiftete Lingas.

Kriyapada 39, Schluss von Vers 68 und Vers 69. Bei sechzehn Teilen Sockelhöhe erhalten Janma, Vapra und Lotus einen, drei und vier Teile, das tragende Glied einen halben, das Rundglied zwei, das tragende Glied einen halben, der Lotus drei und die Platte anderthalb.

Kriyapada 39, Vers 70. Das Auffangglied erhält einen halben Teil; die Höhlung ebenso. Die Rinne erhält drei Teile, ihre Breite und ihr Vorsprung je drei, ebenso die Spitze. Dies heißt Shrikara. [Die Bezugsgröße der Rinnenmaße wird nicht erneut genannt.]

Kriyapada 39, Vers 71. Bei zehn Teilen Höhe lautet die Maßfolge: anderthalb, ein halbes, zwei, ein halbes, drei halbe, zweieinhalb. Damit werden beim Abjapitha Khura, Vertiefung, Lotus, Platte, Vertiefung, Platte, Lotus, Vertiefung, Platte und Vertiefung bezeichnet. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die verschmolzene Zahlwortfolge ist nicht sicher in die zehn Glieder aufzulösen. Die erkennbaren Maßwörter und alle Gliedernamen sind wiedergegeben; eine vervollständigte Tabelle wird nicht behauptet.]

Kriyapada 39, Verse 72–73. Bei fünfzehn Teilen Höhe lautet die überlieferte Maßfolge: zweieinhalb, anderthalb, halb, eins; halb, anderthalb, eins, halb, anderthalb, zwei; anderthalb und halb. Die Glieder heißen der Reihe nach Janma, Vertiefung, Lotus, Platte, tragendes Glied, Vajra, tragendes Glied, Kshepana, Lotus, Platte und Vertiefung. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Lesung der ersten Zahlwörter ist gestört; auch Anzahl und Zuordnung der Maße zu den elf Gliedern bleiben unsicher.]

Kriyapada 39, Vers 74. Dieser Sockel heißt Mahavajra; mit rundem Vajra-Glied heißt er Saumyaka. Bei zwölf Teilen Sockelhöhe beginnt die Maßfolge mit einem, zwei und einem halben Teil,

Kriyapada 39, Vers 75. dann anderthalb, einem halben, einem halben, anderthalb, vier halben, anderthalb und einem halben. Die Glieder sind Janma, Lotus und Vertiefung,

Kriyapada 39, Vers 76. Lotus, tragendes Glied, Blatt, Rundglied, Lotus, tragendes Glied, Lotus, Platte, Vertiefung und Platte, der Reihe nach bei Shrikamya. [Die vollständige Folge der Gliedernamen ist erhalten. Die Zahlwortteilung und die Zuordnung bleiben örtlich unsicher.]

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 76. „Auch die bei den Gebäuden genannten Sockelformen sind hier sachgemäß zur Ausschmückung zu verwenden“, sagt Maya.

Kriyapada 39, Vers 77. Rücksprünge und Vorsprünge der Sockelglieder bestimme man nach Festigkeit, Schönheit und sachgerechter Ausführung.

Kriyapada 39, Vers 78. Der Vorsprung der Abflussrinne beträgt ein Drittel oder Viertel der Sockelbreite; ebenso ihre Breite am Ansatz.

Kriyapada 39, Vers 79. Die Rinnenspitze ist halb oder ein Drittel so breit wie der Ansatz. Sie kann wie eine Elefantenlippe oder ein Kuhmaul geformt sein.

Kriyapada 39, Vers 80. Die Höhlung ist an Basis und Spitze jeweils ein Drittel der dortigen Breite tief beziehungsweise weit. Bei Lingas mit beliebiger Blickrichtung ist die Rinne von der Sockelmitte aus

Kriyapada 39, Vers 81. links anzuordnen, nach Wunsch mit einer Stütze. Die Breite der vorderen Platte bemesse man gleich ihrer Höhe,

Kriyapada 39, Vers 82. oder eineinviertel-, anderthalb- oder eindreiviertelfach, entsprechend der Festigkeit. Die Höhlung beginnt am Ansatz auf gleicher Höhe mit der Platte.

Kriyapada 39, Vers 83. Von dort führe man sie allmählich ansteigend bis zum Linga-Anschluss. Bei einem halbmondförmigen Sockel zeigt die gerade Sehnenseite zur Tür.

Kriyapada 39, Vers 84. Bei einem dreieckigen Sockel richte man keine Ecke auf die Tür. Dass eine Sockelecke die Türmittellinie trifft, wird nicht gebilligt.

Kriyapada 39, Vers 85. Der Shiva-Anteil soll auch nicht ein wenig unter die Sockeloberfläche hinabreichen oder darüber abgehoben sein; beides gilt als Fehler und ist zu vermeiden.

Kriyapada 39, Vers 86, erstes Vorkommen. Ein fugenloser Sockel aus einem einzigen Stein ist vorzüglich. Ist dies nicht möglich, fertige man wenigstens den oberen Schmuckteil aus einem Stück.

Kriyapada 39, Vers 86, zweites Vorkommen. Bei übereinanderliegenden Sockelteilen liegt die Fuge am Ende eines Gliedes. In der Rinnenmitte, in der Mitte und an der Ecke wird keine Fuge gebilligt. [Die originale Versnummer 86 steht zweimal. Beide Vorkommen bleiben getrennt bezeichnet.]

Kriyapada 39, Vers 87. Rechts und links verbinde man der Reihe nach lange und kurze Teile. Den unteren Bereich fertige man sachgerecht dreiteilig oder mehrteilig.

Kriyapada 39, Vers 88. Der größte Brahma-Grundstein ist so breit wie die Linga-Länge, der kleinste doppelt so breit wie der Verehrungsanteil. Bei acht Abschnitten dazwischen

Kriyapada 39, Vers 89. ergeben sich wie zuvor neun günstige Brahma-Grundsteine. Der größte ist halb so hoch wie breit, der kleinste ein Viertel seiner Breite stark.

Kriyapada 39, Vers 90. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Stärken des Brahma-Steins. Oder seine größte Stärke beträgt das Doppelte der Linga-Breite,

Kriyapada 39, Vers 91. die kleinste das Anderthalbfache. In der Mitte des Brahma-Steins befindet sich eine Aussparung entsprechend dem Brahma-Anteil.

Kriyapada 39, Vers 92. Der Brahma-Anteil soll lückenlos hineinpassen. Die Aussparung enthält die Edelsteindeponierung und schließt eng an die Linga-Basis an.

Kriyapada 39, Vers 93. Zwischen Sockel und Brahma-Stein füge man vier Steine rechtsläufig in Nandyavarta-Anordnung ein.

Kriyapada 39, Vers 94. Bei stehenden und sitzenden Bildgestalten erhöhen sich die jeweiligen Maße um einen, zwei, drei, vier, fünf oder sechs Finger. [Die Ausgangsmaße sind hier nicht ausdrücklich bezeichnet.]

Kriyapada 39, Vers 95. Die Länge der Sitze übersteigt ihre Breite um ein Achtel und kann bis zum Doppelten reichen. Ihr Schmuck entspricht dem der Linga-Sockel.

Kriyapada 39, Vers 96. Bei liegenden, sitzenden und stehenden Bildgestalten beträgt die Höhe des Sitzes der Reihe nach ein Drittel, Viertel oder Fünftel der Bildlänge.

Kriyapada 39, Vers 97. Bei liegenden Gestalten sind Länge und Breite nach der Angemessenheit zu bemessen. Die Sitze von Brahma, Vishnu, Shiva sowie Gauri und weiteren Gottheiten

Kriyapada 39, Vers 98. besitzen einen Untersockel und Löwen an den Nischenfüßen und heißen Löwenthrone. Bei göttlichen, von Rishis gestifteten, Bana- und selbstentstandenen Lingas

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 98. lasse der Kundige nach Wunsch einen tempelförmigen oder anderen Sockel fertigen.

Unnummerierte Überleitung vor Vers 99. Nun werden die Grundsteine der drei Formen von Nagara an beschrieben.

Kriyapada 39, Verse 99–100. Beim Nagara-Linga ist der Grundstein doppelt so breit wie das Linga und ein Viertel oder drei Viertel seiner Breite hoch. Der größte längliche Grundstein hat ein Viertel der Heiligtumsdiagonale als Breite. [Die beiden Höhenangaben im ersten Satz stehen auffällig nebeneinander; ihre Alternativität ist eine vorläufige Deutung.]

Kriyapada 39, Vers 101. Der kleinste ist um ein Viertel der Breite geringer. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Brahma-Grundsteine für den Dravida-Shiva.

Kriyapada 39, Vers 102. Die Höhe reicht von der halben Breite bis zu einem um drei Viertel verminderten Maß. Acht Zwischenabschnitte ergeben neun Höhen des Dravida-Grundsteins. [Ob sich die Verminderung auf die ganze oder halbe Breite bezieht, bleibt offen.]

Kriyapada 39, Vers 103. Dann bemesse man die Breite auf die Hälfte, ein Drittel oder Viertel des inneren Heiligtumsraums; die Höhe auf die Hälfte oder ein Viertel der Breite. Acht Zwischenabschnitte ergeben wie zuvor

Kriyapada 39, Vers 104. neun Brahma-Steine. Die Aussparung ist zwei Gerstenkörner breiter als der Brahma-Anteil des Lingas; genannt wird auch ein Achtel der Breite.

Kriyapada 39, Vers 105. Am Grund entspricht sie der Vertiefung, ist mit Edelsteinen versehen und durchzieht den Vesara-Bereich. So wurde hier die vielfältige Sockelordnung mit ihren Merkmalen und Verzierungen beschrieben, zur Freude der Kenner der Handwerkskunst. [Die technische Aussage des ersten Satzes ist in der gelieferten Wortfolge nicht sicher verständlich; besonders der Bezug von „vaisaravyāpi“ bleibt offen.]

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das neununddreißigste Kapitel über die Merkmale der Sockelgestaltung.

Besinnung zu Kapitel 39

Ein sichtbares Zeichen braucht einen tragfähigen Grund. Die vielen Sockelbeschreibungen lenken den Blick auf das, was eine Verehrung trägt und ihre Gaben aufnimmt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies ein Bild dafür sein, der eigenen Praxis verlässliche Grundlagen zu geben: einen geeigneten Ort, regelmäßige Zeit und Aufmerksamkeit für das Wesentliche. Diese heutige Besinnung ergänzt die historische Baulehre, ohne ihre Maßangaben umzudeuten.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 39: Sockel, Abfluss und Grundstein
Der Sockel trägt das Linga und nimmt das bei der Verehrung verwendete Wasser auf. Das Kapitel beschreibt zahlreiche Formen und ihre Glieder, die Abflussrinne, die Steinverbindungen und den Grundstein. Die teilweise sehr gedrängten Maßfolgen werden einzeln wiedergegeben; wo ihre Zuordnung unsicher ist, wird dies vermerkt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ekonacatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha pīṭhāni vakṣyante lakṣaṇaiḥ svaiḥ pṛthagvidhaiḥ |
yaiḥ saṃyogaṃ tu liṅgānāṃ pratiṣṭheti vidurbudhāḥ || 1 ||

ekayaiva tu jātyā syāt pīṭhaṃ liṅgaṃ ca nānyathā |
śaive ca dārave liṅge svajātiścenna labhyate || 2 ||

p. 380)

iṣṭakābhiḥ sudhābandhaḥ pīṭhaṃ vā syāt salakṣaṇam |
ṣaṇḍhena syāt pādaśilā strīśilā piṇḍikā bhavet || 3 ||

liṅgaṃ puṃśilayā kuryāditi śāstrasya niścayaḥ |
pūjāṃśadviguṇaṃ hīnaṃ śreṣṭhaṃ liṅgonnateḥ samam || 4 ||

navaite pīṭhavistārāstayormadhye'ṣṭabhāgike |
vistārārdhonnataṃ nīcaṃ śreṣṭhaṃ dvitryaṃśakaṃ tataḥ || 5 ||

viṣkambhaṃ triguṇaṃ vātha nāhatulyaviśālakam |
garbhavyāsāt tribhāgaikaṃ caturthāṃśamathāpi vā || 6 ||

viṣkambhakarṇadviguṇaṃ triguṇaṃ vāpi vistṛtam |
pīṭhaṃ kuryāt tu viṣṇvaṃśasamānoccaṃ hi sarvathā || 7 ||

maṇḍanāya svavistārādaṣṭāṃśamadhikaṃ tataḥ |
sarveṣāmapi pīṭhānāṃ janmāntaṃ mūlavistṛtiḥ || 8 ||

pīṭhāgrasyāpi vistāraḥ syānmahāpaṭṭikāntakam |

sāmānyapīṭhavidhiḥ |

nāgarāditrayāṇāṃ tu pīṭhalakṣaṇamucyate || 9 ||

trikhaṇḍaliṅgāyāmena tulyavyāsamihottamam |
pīṭhaṃ syād dvyaṃśato nīcaṃ tayormadhye'ṣṭabhāgike || 10 ||

pīṭhavyāsā navaiva syustadvyāse rāmabhāgike |
pīṭhaṃ śreṣṭhaṃ dvibhāgoccaṃ nīcaṃ vyāsārdhamunnatam || 11 ||

tayormadhye'ṣṭabhāge tu pīṭhotsedhā navaiva hi |
drāviḍe'pi trikhaṇḍena tulyavyāsamihottamam || 12 ||

liṅgāyāme navāṃśe tu saptāṃśairnīcavistṛtiḥ |
tayormadhye'ṣṭabhāge tu pīṭhavyāsā nava smṛtāḥ || 13 ||

aṣṭāṃśe brahmaviṣṇvaṃśe tridvyekāṃśamadhastyajet |
śeṣāṃśoccaṃ tu nīcādi pīṭhocco drāviḍe mataḥ || 14 ||

p. 381)

atha vesaraliṅgasya dvyaṣṭāṃśe pariṇāhake |
mukhyaṃ hi tatsamaṃ vyāsaṃ jagatyaśaistathādhamam || 15 ||

viṣṇutulyocchritaṃ tat syāccaturthāṃśādhikaṃ tu vā |
sarveṣāmapi liṅgānāṃ pīṭhoccādavaśeṣitam || 16 ||

brāhmaṃ liṅgasya mūlaṃ yat tat syāt pādaśilāgatam |
pīṭhamūlasya vistārād vasunandadigaṃśakaiḥ || 17 ||

hīnapīṭhāgravistāro hīnamadhye tathottame |

nāgarāditrayapīṭham |

atha pīṭhasaṃsthānāni kathyante -

caturaśrāṇi vasvaśravṛttānīti tribhedataḥ || 18 ||

pīṭhāni syuḥ kramāt teṣāṃ prathamaṃ merusundaram |
vardhamānaṃ dvitīyaṃ syāllakṣmīsundaramapyatha || 19 ||

viṣṇusammilanākhyaṃ ca padmabhadrāhvayaṃ tataḥ |
pīṭhaṃ samāṅgabhadrākhyaṃ rudrakāntaṃ tataḥ param || 20 ||

somakāntaṃ ca sarvāṅgabhadrākhyaṃ śrīkaraṃ tathā |
puṣṭivardhanasaṃjñaṃ ca sarvasaumyaṃ tataḥ param || 21 ||

evaṃ dvādaśabhedānāṃ pīṭhānāṃ lakṣma kathyate |
pīṭhaṃ niṣkalaliṅgānāṃ vijñeyaṃ sarvataḥ samam || 22 ||

āyataṃ pratimānāṃ syāt sakale vārdhacandrakam |
caturdaśāṃśe pīṭhocce bhāgāt syānmūlapaṭṭikā || 23 ||

padmaṃ tribhirdhṛgardhāṃśamardhenābjaṃ tato bhavet |
vṛttaṃ dvyaṃśaṃ punaḥ padmamardhamardhena kampakam || 24 ||

sārdhadvyaṃśena kaṇṭhaḥ syādardhenordhvāmbujaṃ smṛtam |
ardhena kampo dvyaṃśāt syāt krameṇaivordhapaṭṭikā || 25 ||

kampājyadhāriṇyardhena syādevaṃ merusundaram |
aṣṭādaśāṃśe pīṭhocce janmadvyaṃśamihoditam || 26 ||

p. 382)

caturbhirjagatīṃ kuryāt kumudaṃ tribhirekataḥ |
kampaṃ kaṇṭhaṃ tribhistadvat kampamekena paṭṭikām || 27 ||

tribhiraṃśaistathāṃśena vājanaṃ vardhamānake |
saṅkṛtyaṃśe tu pīṭhocce janmasārdhāṃśato bhavet || 28 ||

aṃśena padmamardhena kampaṃ vapraṃ ca pañcabhiḥ |
dalamekena dhṛtyaṃśādekenābjaṃ tu kārayet || 29 ||

vṛttaṃ caturbhistvaṃśena padmamardhena kampakam |
tribhiḥ kaṇṭhaṃ tathāṃśena vājanaṃ tvatha bhāgataḥ || 30 ||

nidrāṃ tu paṭṭikāṃ dvyaṃśādardhāt padmājyabhṛd bhavet |
lakṣmīsundarasaṃjñaṃ tu pīṭhamevaṃ prasidhyati || 31 ||

pīṭhocce ṣoḍaśāṃśe'śvibhūtadasraśrutidvayaiḥ |
ekena ca jagatyabjavetrapaṅkajapaṭṭikā || 32 ||

tathājyadhāriṇīṃ kuryād viṣṇusaṃmīlane kramāt |
aṣṭādaśāṃśe pīṭhocce bhavet sārdhāṃśataḥ khuram || 33 ||

sārdhatrayeṇa jagatī sārdhenābjaṃ dhṛgardhataḥ |
paṭṭaṃ cārdhenopapaṭṭaṃ kaṇṭhastryaṃśastadūrdhvataḥ || 34 ||

upapaṭṭaṃ bhavedardhaṃ paṭṭamardhena copari |
dvyaṃśaṃ vājanamuddiṣṭamardhaṃ paṭṭājyabhṛd bhavet || 35 ||

padmabhadramidaṃ pīṭhaṃ vijñeyamatiśobhanam |
dhṛtyaṃśe pīṭhatuṅge tu ghṛtavāryardhataḥ smṛtāḥ || 36 ||

ardhena kampaḥ sārdhābhyāṃ bhāgābhyāṃ vājanaṃ bhavet |
paṭṭopapaṭṭāvardhābhyāṃ kaṇṭhoṃ'śau paṭṭamardhataḥ || 37 ||

upapaṭṭo'rdhamaṣṭāśraḥ kumbhaḥ syāccaturaṃśataḥ |
pañcāṃśā jagatī tadvat sārdhāṃśena khuraṃ bhavet || 38 ||

etat samāṅgabhadrākhyaṃ pīṭhaṃ bhavati śobhanam |
atyaṣṭyaṃśe tu pīṭhocce khuraṃ bhāgena vaprakam || 39 ||

p. 383)

caturbhiśca dalaṃ sārdhādardhaṃ kampo dhṛgaṃśakam |
kampo'rdhamardhenāmbhojaṃ vṛttaṃ dvāvardhato dalam || 40 ||

paṭṭamardhena kaṇṭhoṃ'śaḥ kampo'rdhenārdhamambujam |
dvyaṃśaṃ vājanamardhena padmaṃ kṣepaṇamardhataḥ || 41 ||

etaddhi rudrakāntākhyaṃ pīṭhamuktaṃ suśobhanam |
atidhṛtyaṃśapīṭhocce bhāgo bhūgatamaṃśakau || 42 ||(?)

vapraṃ mahābjaṃ vedāṃśairdhṛgardhaṃ vetramaṃśataḥ |
ardhaṃ galaṃ cārdhamabjaṃ vṛttamatyardhato bhavet || 43 ||

ardhenordhvadalaṃ kuryād vetramaṃśo dhṛgardhataḥ |
aṃśena vetraṃ sārdhāṃśaistribhirūrdhvāmbujaṃ bhavet || 44 ||

adhyardhaṃ dhṛtabhṛcceti somakāntamudīritam |

nāgarāditrayasyāpi tulyametat |

pīṭhocce ṣoḍaśāṃśe tu bhāgābhyāṃ mūlapaṭṭikā || 45 ||

mahāpadmaṃ tu vedāṃśairdhṛgardhenāṃśato galam |
ardhena padmaṃ vṛttaṃ tu bhāgenārdhena paṅkajam || 46 ||

dhṛgardhamūrdhvapadmaṃ tu caturbhiratha paṭṭikā |
dvyaṃśena dhṛtabhṛt proktametat sarvāṅgabhadrakam || 47 ||

sarvaliṅgeṣu samānamidam |

pīṭhocce ṣoḍaśāṃśe'śviśarārdhaikārdhasāgaraiḥ |
netrendubhirjagatyabjadhṛgvetraṃ dhṛk ca paṅkajam || 48 ||

paṭṭikā cājyabhṛcceti śrīkare syād yathākramam |
ekasminneva sārdhāṃśājjagatyardhena kampakam || 49 ||

paṭṭikādhaḥ svavedāṃsāt sakampā puṣṭivardhane |
pīṭhādaye ṣoḍaśāṃśe khuraṃ dvyaṃśamathārdhataḥ || 50 ||

kṣepaṇaṃ sārdhavedāṃśaiḥ padmamardhena kampakam |
dhṛgardhaṃ vajramekaṃ syādūrdhvābjaṃ vedabhāgataḥ || 51 ||

p. 384)

ardhaṃ kṣepaṇamaṃśau dvau paṭṭikārdhena cājyabhṛt |
sāmānyaṃ nāgarādīnāṃ saumyaṃ pīṭhamudīritam || 52 ||

dvādaśapīṭhāni |

sarveṣāmeva pīṭhānāmaṅgapraveśanirgamabahulatulyaṃ tripādamardhaṃ vā śobhābalavaśādeva yuñjīteti parāśaraḥ |

pīṭhavyāsāt trivedāṃśaṃ nālamūlasya vistṛtiḥ |
āyāmastatsamastasmāt tricaturbhāgahāapanāt || 53 ||

kuryānnālāgravistāramunnatāgramanāturam |
nālavyāsasya rāmāṃśāt khātaṃ vyāsasamonnatiḥ || 54 ||

pīṭhamanye tu kauberyāṃ nālamitthaṃ prayojayet |
syādūrdhvapaṭṭabahulaṃ samaṃ pādādhikaṃ tu vā || 55 ||

ardhyardhaṃ vājyabhṛdvyāso mūlakhātaṃ ca tatsamam |
āliṅgya mūlaparyantaṃ tatkrameṇonnataṃ bhavet || 56 ||

pīṭhopalaṃ tvaikabhāge'pyekamevordhvamaṇḍanam |
adhomaṇḍanamekaṃ vā syānnaikaṃ copapattitaḥ || 57 ||

tatra madhyaṃ vinā koṇaṃ sandhayet sundaraṃ yathā |
uparyaṅgāvasānaṃ tadūrdhvasantānamācaret || 58 ||

caturdaśa prakārāṇi pīṭhānītyabravīnmayaḥ |
vedartuvasusūryāśraiḥ ṣoḍaśāśraṃ ca vartulam || 59 ||

eteṣāṃ cāyataiḥ ṣaḍbhistryaśraṃ cārdhendusannibham |

etaccaturdaśa |
apica mayaḥ -

bhadrapīṭhaṃ ca padmaṃ ca vajrapīṭhaṃ mahāmbujam |
śrīkaraṃ pīṭhapadmaṃ ca mahāvajraṃ ca saumyakam ||

śrīkāmyaṃ ceti navadhā pīṭhāni prabhavanti hi ||

tadyathā -

pīṭhotsedhe tripañcāṃśe janmadvyaṃśaṃ yugāṃśakaiḥ || 60 ||

vapraṃ padmaṃ tu sārdhena dhṛgardhaṃ dvyaṃśato ghaṭaḥ |
ardhaṃ kṣepaṇamadhyardhaṃ kaṇṭho'rdhaṃ kṣepaṇaṃ punaḥ || 61 ||

p. 385)

dvyaṃśaṃ paṭṭaṃ tu ghṛtabhṛdardhaṃ syād bhadrapīṭhake |

sarvaliṅgasāmānyametat |

dvyaṣṭāṃśapīṭhonnatidasrabāṇadvivedadasrendubhireva paṭṭam |
abjaṃ ca vṛttaṃ sudalaṃ ca paṭṭamādhārabhṛt syāditi padmapīṭham || 62 ||

pīṭhatuṅge tu manvaṃśe sārdhaṃ janmārdhato'vaṭam || 63 ||

sardhatribhāgaṃ padmaṃ syādardhābhyāṃ paṭṭanimnake |
bhāgo vajraṃ nimnamardhaṃ kampo'rdhaṃ tribhirambujam || 64 ||

nimnamardhaṃ tato'dhyardhāt paṭṭikārdhena cājyabhṛt |
vajrapadmāhvayaṃ pīṭhaṃ sarvaliṅgasamaṃ bhavet || 65 ||

dhṛtyaṃśe pīṭhatuṅge tu dvyardhaṃ janmātha paṅkajam |
caturbhiḥ paṭṭamardhaṃ syādardhaṃ nimnaṃ tu sārdhataḥ || 66 ||

padmaṃ dvyardhena vṛttaṃ syādardhārdhe'bjaṃ ca nimnakam |
tribhirūrdhvāmbujaṃ paṭṭamardhamadhyardhamambujam || 67 ||

śrīpaṭṭasnehabhṛccārdhaṃ mahāpadmāhvayaṃ bhavet |

mānuṣārṣaliṅgānāṃ samānametat |

pīṭhotsedhe ṣoḍaśāṃśe candrāgniśrutisaṃkhyayā || 68 ||

janmavapraṃ ca padmaṃ ca dhṛgardhaṃ dvyaṃśavartulam |
ardhaṃ dhṛk paṅkajaṃ tryaṃśaṃ paṭṭikā sārdhabhāgikā || 69 ||

ghṛtavāryardhataḥ khātaṃ tāvat tryaṃśaṃ tu nālakam |
tadvyāsanirgamau tryaṃśau tathāgraṃ śrīkaraṃ smṛtam || 70 ||

paṅktyaṃśocce sārdhamardhadvayārdhaṃ trīṇyardhāni dvyardhake syāt khuraṃ ca |
nimnaṃ padmaṃ paṭṭanimne ca paṭṭamabjaṃ nimnaṃ paṭṭanimne'bjapīṭhe || 71 ||

tripañcāṃśe tu pīṭhocce dadhyardhābhyardhakendubhiḥ |
ardhyardhendvardhasārdhāśvibhāgairadhyardhakārdhakaiḥ || 72 ||

janmanimnābjapaṭṭāni ghṛgvajraṃ dhṛgataḥ param |
kṣepaṇāmbhojapaṭṭāni nimnaṃ ceti yathākramam || 73 ||

mahāvajraṃ tu pīṭhaṃ tad vṛttavajreṇa saumyakam |
pīṭhotsedhe tu sūryāṃśe candranetrārdhabhāgataḥ || 74 ||

p. 386)

sārdhārdhādhaiṃśca sārdhena tathārdhārdhārdhakārdhakaiḥ |
adhyardhena tathārdhena janmapadmakanimnakam || 75 ||

abjaṃ dhṛk ca dalaṃ vṛttaṃ padmaṃ dhṛk kamalaṃ tataḥ |
paṭṭikānimnakaṃ paṭṭaṃ śrīkāmye tu kramād bhavet || 76 ||

atra

dhāmni proktānyapyadhiṣṭhānakāni tānyapyasmin maṇḍanīyāni yuktyā |

iti mayaḥ |

yathābalaṃ yathāśobhaṃ yathāyukti praveśanam |
nirgamaṃ cāpi pīṭhānāmaṅgānāṃ parikalpayet || 77 ||

pīṭhavyāsa(sya) tryaṃśaikaṃ vedāṃśaikamathāpi vā |
syānnirgamaḥ praṇālasya mūlavyāsaṃ ca tatsamam || 78 ||

mūlādardhaṃ tribhāgaṃ vā praṇālāgraviśālatā |
gajauṣṭhākāramathavā gomukhābhaṃ ca tad bhavet || 79 ||

mūlāgravipulaṃ tryaṃśavyāsaṃ tatkhātanimnakam |
iṣṭadiṅmukhaliṅgānāṃ praṇālaṃ pīṭhamadhyataḥ || 80 ||

vāmabhāge tu tat kuryāt sādhāraṃ vā yathāruci |
agrapaṭṭasya vistāraṃ soccatulyaṃ prakalpayet || 81 ||

sapādaṃ vāthavā sārdhaṃ satripādamathāpi vā |
yathābalaṃ tat paṭṭasya samaṃ khātaṃ tu mūlataḥ || 82 ||

krameṇonnatimalliṅgasaṅgamāt tat prakalpayet |
jyāmukhaṃ tvardhacandrākhye pīṭhe syād dvārasammukham || 83 ||

na dvārasammukhaṃ koṇaṃ kuryāt pīṭhe trikoṇake |
dvārasūtrasya pīṭhāśraṃ vedhasaṃ na praśasyate || 84 ||

śivabhāgaṃ tvadhaḥ pīṭhāt kiñcidapyavalambitam |
unnato'pi ca doṣāya syāt tat pariharet tataḥ || 85 ||

nissandhikaṃ bhavet pīṭhaṃ praśastaṃ śilayaikayā |
tadalābhe'pyekayaiba prakuryādūrdhvamaṇḍanam || 86 ||

p. 387)

uparyupari pīṭhānāṃ sandhiraṅgāvasānake |
nālamadhye tathā madhye karṇe sandhirna śasyate || 86 ||

yuñjīyād dakṣiṇe vāme dīrghādīrghaṃ yathākramam |
trikhaṇḍaṃ naikakhaṇḍaṃ vā yuktyā kuryādadhogatam || 87 ||

liṅgāyāmasamavyāsā śreṣṭhā brahmaśilā smṛtā |
pūjāṃśadviguṇā nīcā tayormadhye'ṣṭabhāgike || 88 ||

prāgvannavaprakārāḥ syuḥ kramād brahmaśilāḥ śubhāḥ |
svavyāsārdhonnatā mukhyā nīcā vedāṃśato ghanāḥ || 89 ||

tayormadhye'ṣṭadhā bhakte ghanād brahmaśilā nava |
athavā liṅgaviṣkambhācchreṣṭhā syād dviguṇā ghanāt || 90 ||

vistārādhyardhato nīcā bhaved brahmaśīlā kvacit |
khātaṃ brahmaśīlāmadhye brahmabhāgopamaṃ bhavet || 91 ||

praviśed brahmabhāgastu nīrandhraṃ ca yathā bhavet |
ratnanyāsānvitaṃśliṣṭaṃ liṅgamūlena tad bhavet || 92 ||

nandyāvartasamākārāścatasrastu śilāḥ kramāt |
pīṭhabrahmātmanormadhye prādakṣiṇyena yojayet || 93 ||

sthānāsanavibhāgena pratimānāṃ parepare |
ekadvitricatuḥpañcaṣaṇmātraṃ vādhikaṃ tataḥ || 94 ||

āsanānāṃ svavistārādaṣṭabhāgādhikāyatiḥ |
dviguṇāntaṃ nijāyāmā maṇḍanaṃ piṇḍikāsviva || 95 ||

rāmavedeṣubhāgocce bairadairghye krameṇa tu |
viṣṭarasyodayaḥ proktaḥ śayane vāsane sthite || 96 ||

yathocitaṃ tathā dairghyaṃ vyāsaśca śayane smṛtaḥ |
brahmaviṣṇuśivānāṃ ca (śau? gau)ryādīnāṃ tathāsanam || 97 ||

sopapīṭhaṃ guhāṅghristhasiṃhasiṃhāsanaṃ smṛtam |
daivārṣakāṇāṃ bāṇānāṃ liṅgānāṃ ca svayambhuvām ||98 ||

p. 388)

prāsādarūpaṃ pīṭhaṃ vā yatheṣṭaṃ kārayed budhaḥ |

atha nāgarāditrayāṇāṃ pādaśilālakṣaṇamucyate -

dviguṇaṃ liṅgavistārād vistṛtaṃ vedabhāgataḥ || 99 ||

tuṅgaṃ vyāsatripādāṃśād bhavelliṅge tu nāgare |
garbhakarṇacaturthāṃśavyāsā śreṣṭhāyatasya tu || 100 ||

vyāsārdhārdhavihīnā syānnīcā madhye'ṣṭadhā tayoḥ |
bhakte tu navadhā brahmaśilāḥ syurdrāviḍe śive || 101 ||

vyāsārdhaṃ tattripādonaṃ tayormadhye'ṣṭabhājite |
tuṅgaṃ brahmaśilāyāḥ syānnavadhā drāviḍāhvaye || 102 ||

atha garbhagṛhārdhena tricaturbhāgavistṛtā |
vyāsārdhavedabhāgoccā prāgvanmadhye'ṣṭabhājite || 103 ||

nava brahmaśilāḥ proktā liṅgabrahmāṃśato'vaṭam |
dviyavādhikavistāraṃ vistārāṣṭāṃśataḥ smṛtam || 104 ||

mūle'vaṭābhaṃ ratnāḍhyaṃ vaisaravyāpi tad bhavet |
itthamasau pīṭhavidhirnaikavidho lakṣaṇataḥ |
prokt ihālaṅkaraṇaistvāṣṭravidāṃ prītikaraḥ || 105 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde pīṭhavidhilakṣaṇapaṭala ekonacatvāriṃśaḥ |

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 40: Gesichtslingas, Kristall und weitere Materialien

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 40: Gesichtslingas, Kristall und weitere Materialien
Die Gesichter Shivas geben dem Linga eine bildhafte Dimension. Das Kapitel beschreibt ihre Farben und Ausdrücke, danach die Größen von Kristall-, Edelstein-, Metall- und Holz-Lingas. Am Ende wird die Wahl ausdrücklich mit persönlichem Vertrauen und verfügbaren Mitteln verbunden.

Kapiteleingang. Nun das vierzigste Kapitel.

Kriyapada 40, Vers 1. Beim beschriebenen ungegliederten Linga teile man den Shiva-Anteil in zehn. Schultern, Hals und Gesicht erhalten zwei, zwei und drei Teile.

Kriyapada 40, Vers 2. Der Ushnisha erhält einen Teil, die Krone zwei; darüber einen Teil. Die Gesichtsbreite beträgt einen Teil und ist wie das obere Linga erweitert. [Die zusätzlichen Maßangaben lassen sich nicht eindeutig mit der angekündigten Zehnteilung verbinden.]

Kriyapada 40, Vers 3. Stirn, Ohren, Brauen, Augen, Nase, Wangen, Mund und die weiteren Einzelheiten werden nach Breite, Höhe und Proportion wie bei einer vollständigen Bildgestalt ausgeführt.

Kriyapada 40, Vers 4. Beim gemischten Linga sind Brahma- und Vishnu-Anteil wie bei den Rishi-Lingas viereckig. Nun werden die Merkmale der Gesichter von Tatpurusha an beschrieben.

Kriyapada 40, Vers 5. Das Tatpurusha-Gesicht im Osten ist safranfarben, mit großen Augen, drei Augen, Makara-Ohrringen und einem Flechtenknoten, den der Mond zeichnet.

Kriyapada 40, Vers 6. Das folgende gleicht zerbrochenem schwarzem Augenschminkstein, hat drei löwengleiche Augen und eine Löwennase, furchtbare Fangzähne, eine gebissene Lippe und eine leuchtend hervortretende, leckende Zunge.

Kriyapada 40, Vers 7. Mit braunrotem Bart und Flechtenknoten, einer auf Schlangen gereihten Kopfgirlande, Mondsichel und gekrümmten Brauen erscheint Aghora im Süden.

Kriyapada 40, Vers 8. Das nächste Gesicht ist rot wie die Bandhujiva-Blüte, anmutig und mit weiblicher Anmut geschmückt, mit schön geschwungenen Brauen, lieblichem Stirnzeichen und Juwelenohrringen.

Kriyapada 40, Vers 9. Mit einer am Haarknoten befestigten Krone und dunklen Locken fertige man im Norden dieses anmutige Gesicht namens Vamadeva.

Kriyapada 40, Vers 10. Sadyojata im Westen ist weiß wie Vollmond und Jasmin, freundlich, mit Juwelenohrringen und einem vom Mond gezeichneten Flechtenknoten.

Kriyapada 40, Vers 11. In einem Shiva-Tempel mit einer Tür kann das Linga ein oder drei Gesichter haben. Das Gesicht blickt zur Tür; bei drei Gesichtern liegen die weiteren an den Seiten.

Kriyapada 40, Vers 12. Ein zweigesichtiges Linga fertige man nicht; diese Form wird für schädigende Riten gebilligt. In einem Gebäude mit vier Türen fertige man ein viergesichtiges Linga.

Kriyapada 40, Vers 13. Ein fünf- oder zweigesichtiges Linga kann ein König zur Vernichtung von Feinden und zum Sieg auf einem Berg an der Reichsgrenze aufstellen.

Unnummeriertes Parashara-Zitat nach Vers 13. Hier sagt Parashara: „An einem Ort in Dörfern und ähnlichen Siedlungen setze man ein viergesichtiges ein; ein zweigesichtiges auf einem Berg, im Wald oder nahe dem fremden Reich. Es bewirkt die Vernichtung der Feinde und den eigenen Schutz.“

Unnummeriertes Zitat aus der Yogashiva-Paddhati nach Vers 13. „Es gibt der Reihe nach Lingas mit fünf, vier, drei, zwei oder einem Gesicht. Vier-, drei- und eingesichtige dienen dem Gedeihen; fünfgesichtige dem schädigenden Ritual. Zweigesichtige sind zur Feindvernichtung in Bergen, Wäldern und ähnlichen Orten aufzustellen. Weiß, aufwärtsgewandt, dreiäugig, mit Krone und Ohrringen geschmückt erscheint Ishana auf dem Kopf des Lingas, mit dem Gesicht nach oben.“

Kriyapada 40, Vers 14. Sockel und weitere Teile fertige man wie beim ungegliederten Linga. Ein Linga aus Lehm, Holz oder Stein gewährt nach dem Text stets alle Vollendungen.

Kriyapada 40, Vers 15. Beim tönernen setze man Gold, Edelsteine und weitere Gaben in die Mitte ein und forme es darum. Bei allen Gesichtslingas treten die Gesichter jeweils gesondert hervor.

Kriyapada 40, Vers 16. Der Hals ist zurückgesetzt und liegt über dem Vishnu-Anteil. Gesichtslingas fertige man von einer bis fünf Ellen.

Unnummerierter Beginn von Vers 17. Wer Gutes wünscht, fertige kein größeres gemischtes Linga.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung und Überleitung. Vorschrift für Gesichtslingas. Nun wird das Kristall-Linga beschrieben.

Kriyapada 40, Schluss von Vers 17 und Vers 18. Beginnend bei einem Finger und in Schritten von einem Finger bis zu sechs ergeben sich sechs kleine Kristall-Lingas. Die mittlere Reihe reicht von sieben bis zwölf Fingern.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 18. Gemeint sind wiederum sechs Lingas.

Kriyapada 40, Vers 19. Von dreizehn bis achtzehn Fingern reichen die größten. Hier wird mit dem Matra-Fingermaß gemessen.

Unnummeriertes Maya-Zitat nach Vers 19. Hier sagt Maya: „Vom jeweils kleinsten Maß an ergeben sich mit Zuwächsen um einen halben Finger jeweils elf Höhen in der größten, mittleren und kleinsten Klasse, zusammen dreiunddreißig. Beim Kristall-Linga ist der eingelassene Anteil halb oder ein Drittel so groß wie der Verehrungsanteil. Die Breite beträgt die ganze, drei Viertel oder halbe Höhe des Verehrungsanteils. Das Kristall-Linga ist gerippt oder rund günstig; der Kopf wird wie zuvor gerundet. Eine Brahma-Linie kann vorhanden sein oder fehlen. Auch ohne Brahma-Linie gewährt dieser leuchtende Stoff Segen.“

Kriyapada 40, Vers 20. Das geringste, mittlere und größte Sockel- beziehungsweise Rinnenmaß beträgt das Doppelte, Zweieinhalbfache oder Dreifache der eigenen Breite, wie zuvor. [IAST liest „pīṭhanālam“, eine mitgelieferte Variante nur „Sockel“. Der Bezug bleibt deshalb kenntlich offen.]

Kriyapada 40, Vers 21. Die Sockelhöhe entspricht der Höhe des Verehrungsanteils, der Hälfte oder drei Vierteln davon. Auch Kristallsockel tragen den für Nishkala-Lingas genannten Schmuck.

Kriyapada 40, Vers 22. Am besten ist ein Linga samt Sockel aus einem einzigen Kristallstein derselben Herkunft. Mittlere Güte hat ein Linga mit Sockel aus einem anderen Kristallstein, ebenfalls derselben Stoffart.

Kriyapada 40, Vers 23. Ist derselbe Stoff nicht verfügbar, kann der Sockel aus Gold, Silber oder Kupfer bestehen. Diese Klasse ist geringer; innerhalb ihrer gilt Gold als beste, Silber als mittlere und Kupfer als geringste Form.

Kriyapada 40, Vers 24. Der Kundige vermeide die Fehler der Edelsteine von Kristall an. Weil ein fehlerhafter Stein als Ursache völligen Untergangs gilt, verehre man ihn nicht.

Kriyapada 40, Vers 25. Zwölf Fehler werden bei Kristall und weiteren Steinen genannt: Linie, Punkt, Fleck, Riss, Krähenfußzeichnung, Verletzung,

Kriyapada 40, Vers 26. Leuchtkäfereinschluss, Fliegenschatten, Spaltung, Fuge, spelzenartige Gestalt und ein eingesunkener Kopf. Diese Edelsteinfehler sind zu meiden.

Kriyapada 40, Vers 27. Auch bei Rubin und den weiteren Edelsteinen vermeide man diese Fehler. Der beste Sockel für Rubin- und andere Edelstein-Lingas besteht aus derselben Stoffart.

Kriyapada 40, Vers 28. Fehlt diese, dienen Sockel aus Gold und den folgenden Metallen als beste und weitere Ausführungen. Von einem Finger an, mit Zuwächsen um zwei Gerstenkörner bis zu sechs Fingern,

Kriyapada 40, Vers 29. fertige man hier neun mittlere Edelstein-Lingas. Von sieben Fingern an, mit Zuwächsen um zwei Gerstenkörner bis zu neun Fingern,

Kriyapada 40, Vers 30. ergeben sich neun größte Edelstein-Lingas. Die kleinsten und mittleren Lingas aus Edelstein oder Kristall

Kriyapada 40, Vers 31. sind beweglich und werden zu Hause verehrt; die größten sind feststehend. Man setze sie im Heiligtum ein und verehre sie als feststehende Lingas. [Die erste Maßreihe in Vers 28–29 ergibt mit dem üblichen Gerstenkornmaß nicht die behaupteten neun Größen; die gelieferte Angabe bleibt unverändert.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Abschnitt über Edelstein-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 32. Ein Metall-Linga von drei bis sechzehn Fingern gilt als beweglich; größere Formen sind feststehend.

Kriyapada 40, Vers 33. Von acht Fingern an, jeweils um acht zunehmend bis zu drei Ellen, fertige man neun Metall-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 34. Ebenso ergeben sich von acht Fingern an in Zweifingerschritten bis zu drei Ellen dreiunddreißig Lingas.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Metall-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 35. Holz-Lingas beginnen bei sechzehn Fingern und wachsen jeweils um sechzehn bis zu sechs Ellen; so ergeben sich neun.

Kriyapada 40, Vers 36. Von sechzehn Fingern an in Vierfingerschritten bis zu sechs Ellen ergeben sich dreiunddreißig Holz-Lingas.

Kriyapada 40, Vers 37. Je nachdem, welcher Form jemand vertraut und welche Mittel er besitzt, soll er sich beständig an das entsprechende Linga halten.

Kriyapada 40, Vers 38. So wurden hier die Vorschriften für gemischte Lingas, Edelstein-Lingas, Metall-Lingas aus Gold und weiteren Stoffen sowie für Holz-Lingas nach der maßgeblichen Lehre der Shiva-Tantras erklärt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im oberen Teil, im Kriyapada: das vierzigste Kapitel über die Vorschrift für gemischte und Edelstein-Lingas.

Besinnung zu Kapitel 40

Der Schlussvers verbindet die Wahl einer Verehrungsform mit Vertrauen und den eigenen Möglichkeiten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Einladung zu einer passenden, beständigen Praxis sein. Kostbarkeit und Größe sind dabei nicht das einzige Thema: Entscheidend ist im Vers auch die persönliche Hinwendung. Die zuvor beschriebenen schädigenden Riten gehören zur historischen Quelle und werden nicht zu heutigen spirituellen Anregungen umgedeutet.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 40: Gesichtslingas, Kristall und weitere Materialien
Die Gesichter Shivas geben dem Linga eine bildhafte Dimension. Das Kapitel beschreibt ihre Farben und Ausdrücke, danach die Größen von Kristall-, Edelstein-, Metall- und Holz-Lingas. Am Ende wird die Wahl ausdrücklich mit persönlichem Vertrauen und verfügbaren Mitteln verbunden.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha catvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

athoktāvyaktaliṅge tu śivāṃśe daśabhāgike |
aśvinetrāgnibhāgaiḥ syāt skandhaḥ kaṇṭhastathānanam || 1 ||

uṣṇīṣoṃ'śastu makuṭaṃ dvyaṃśamūrdhvaṃ tu bhāgataḥ |
bhāgena mukhaviṣkambho vistṛtaścordhvaliṅgavat || 2 ||

lalāṭakarṇabhrūnetraghrāṇagandhamukhādikam |
mānonmānapramāṇena sarvaṃ sakalavat smṛtam || 3 ||

p. 389)

ārṣavad brahmaviṣṇvaṃśau vedāśrāveva miśrake |
puruṣādimukhānāṃ tu lakṣaṇaṃ tvatha kathyate || 4 ||

kuṅkumābhaṃ viśālākṣaṃ treṇetraṃ nakrakuṇḍalam |
candrāṅkitajaṭājūṭaṃ prāci tatpuruṣānanam || 5 ||

bhinnāñjananibhaṃ siṃhatriṇetraṃ siṃhanāsikam |
daṃṣṭrākarālaṃ daṣṭoṣṭhaṃ saṃlihadrasanojjvalam || 6 ||

piṅgaśmaśrujaṭājūṭaṃ sarpaprotaśirassrajā |
sendukhaṇḍamarālabhrūḥ syādaghoraṃ tu dakṣiṇe || 7 ||

bandhujīvārūṇaṃ ramyaṃ strīvilāsavibhūṣitam |
lalitabhrūyugaṃcārutilakaṃ maṇikuṇḍalam || 8 ||

dhammillābaddhamakuṭaṃ nīlālakavibhūṣitam |
uttare vāmadevākhyaṃ mukhaṃ kuryānmanoramam || 9 ||

pūrṇendukundadhavalaṃ prasannaṃ ratnakuṇḍalam |
candrāṅkitajaṭājūṭaṃ sadyojātaṃ tu paścime || 10 ||

ekāsyaṃ vā trivaktraṃ syādekadvāre śivālaye |
dvārābhimukhamevāsyaṃ trimukhaṃ cet tu pārśvayoḥ || 11 ||

na kuryād dvimukhaṃ liṅgaṃ tacchastamabhicārake |
caturdvāre tu bhavane kuryālliṅgaṃ caturmukham || 12 ||

pañcavaktraṃ dvivaktraṃ vā liṅgaṃ rāṣṭrāntare girau |
sthāpayecchatrunāśāya vijayāya ca bhūpatiḥ || 13 ||

atra parāśaraḥ -

athaikatra caturvaktraṃ grāmādiṣveva vinyaset |
dvivaktraṃ parvate'raṇye pararāṣṭrāntike'pi ca ||

sthāpayet tadaridhvaṃsaṃ vidadhāti svarakṣaṇam ||

iti |

p. 390)

tathā yogaśivapaddhatau ca -

bāṇakoṇaguṇāśvyekamukhaliṅgāni tu kramāt |
catustryekānanaṃ bhūtyai pañcāsyaṃ cābhicārike ||

dvimukhaṃ cārināśāya sthāpyaṃ śailavanādiṣu |
sitottānaṃ triṇetraṃ ca maulikuṇḍalamaṇḍitam ||

īśānaṃ liṅgamūrdhniṃ syādūrdhvābhimukhameva tat ||

iti |

avyaktasyaiva liṅgasya kuryāt pīṭhādikaṃ samam |
mṛdvṛkṣāśmamayaṃ liṅgaṃ sarvasiddhipradaṃ sadā || 14 ||

mṛnmaye hemaratnādi madhye saṃsthāpya kārayet |
sarveṣāṃ mukhaliṅgānāṃ nirgamaḥ syāt pṛthak pṛthak || 15 ||

praviṣṭā kandharā kāryā viṣṇubhāgoparisthitā |
hastādipañcahastāntaṃ mukhaliṅgaṃ prakalpayet || 16 ||

ataḥ paraṃ na kurvīta miśraliṅgaṃ śubhecchayā |

mukhaliṅgavidhiḥ |

atha sphāṭikaliṅgamucyate -

ekāṅgulaṃ samārabhya kramāṅgulavivardhanāt || 17 ||

ṣaḍaṅgulāntaṃ sphaṭikaliṅgaṣaṭkamihādhamam |
saptāṅgulādikaṃ liṅgaṃ madhyamā dvādaśāṅgulāt || 18 ||

liṅgaṣaṭkamiti yāvat |

trayodaśāṅgulādīni liṅgānyāṣṭādaśāṅgulāt |
uttamāni bhavantyeṣu mānaṃ mātrāṅgulena hi || 19 ||

atra mayaḥ -

taddhīnādardhamātreṇa vṛddhyaikādaśasaṃkhyayā |
śreṣṭhe madhye'vare liṅge trayastriṃśat samunnatam ||

pūjāṃśārdhaṃ tribhāgaikaṃ gāḍhaṃ vā sphāṭikaṃ matam |
samaṃ tripādamardhaṃ vā pūjāṃśoccasya vistṛtiḥ ||

p. 391)

sadhāraṃ vātha vṛttaṃ vā liṅgaṃ syāt sphāṭikaṃ śubham |
śirovartanakaṃ prāgvad brahmasūtraṃ na vā bhavet ||

brahmasūtraṃ vināpyetat tejodravyaṃ varapradam |

iti |

svavyāsadviguṇaṃ sārdhadviguṇaṃ triguṇaṃ tataḥ |
nīcaṃ madhyaṃ ca mukhyaṃ ca pīṭhanālaṃ [kh: ṭhaṃ] hi pūrvavat || 20 ||

pūjāṃśoccasamaṃ vārddhaṃ tripādaṃ paiṇḍikocchrayaḥ |
maṇḍanaṃ niṣkaloktaṃ hi pīṭheṣu sphāṭikeṣvapi || 21 ||

sphāṭikaikaśilāpīṭhaliṅgaṃ śreṣṭhaṃ svayonikam |
sphaṭikānyaśilāpīṭhaṃ liṅgaṃ madhyaṃ svayonikam || 22 ||

svayonyabhāve haimaṃ syād rājataṃ tāmrajaṃ tu vā pīṭhaṃ kaniṣṭhaṃ tatrāpi haimādyaṃ tūttamādikam || 23 ||

ratnānāṃ sphaṭikādīnāṃ doṣān parihared budhaḥ |
sarvanāśakaraṃ yasmāt sadoṣaṃ taṃ na pūjayet || 24 ||

dvādaśaiva smṛtā doṣāḥ sphaṭikādiṣu tad yathā |
rekhā binduḥ kalaṅkaśca trāsaḥ kāka padaṃ kṣatam || 25 ||

khadyoto makṣikācchāyabhedaḥ sandhistuṣākaraḥ |
nimnamastakatā ceti ratnadoṣāstuvarjitāḥ || 26 ||

padmarāgādiratnānāṃ doṣān pariharedimān |
padmarāgādiliṅgānāṃ pīṭhaṃ śreṣṭhaṃ svayonikam || 27 ||

tadabhāve hiraṇyādipīṭhaṃ syāduttamādikam |
ekāṅgulādidviyavavardhanenā ṣaḍaṅgulāt || 28 ||

madhyāni nava liṅgāni ratnajānīha kalpayet |
saptāṅgulādidviyavavardhanenā navāṅgulāt || 29 ||

śreṣṭhāni nava liṅgāni ratnajāni bhavanti hi |
kaniṣṭhamadhyaliṅgāni ratnāni sphāṭikānyapi || 30 ||

p. 392)

calāna gehe pūjyāni sthirāṇyevottamāni hi |
tānyālaye pratiṣṭhāpya sthiraliṅgāni pūjayet || 31 ||

ratnaliṅgādhikāraḥ |

rāmāṅgulādito lohaṃ liṅgamā ṣoḍaśāṅgulāt |
calaliṅgaṃ smṛtaṃ tasmāt sthirāṇyūrdhvaṃ bhavanti hi || 32 ||

aṣṭāṅgulaṃ samārabhya cāṣṭāṅgulavivardhanāt |
lauhāni nava liṅgāni trihastāntāni kalpayet || 33 ||

tathāṣṭāṅgulamārabhya dvidvyaṅgulavivardhanāt |
trihastāntāni liṅgāni trayastriṃśad bhavanti hi || 34 ||

lauhaliṅgāni |

ṣoḍaśāṅgulamārabhya dāruliṅgānyanukramāt |
ṣoḍaśāṅgulavṛddhyā syuḥ ṣaḍḍhastāntāni vai nava || 35 ||

ṣoḍaśāṅgulamārabhya caturaṅgulavardhanāt |
dāravāṇi trayastriṃśalliṅgānyā rasahastataḥ || 36 ||

yasya yasmin bhavedāsthā vibhūtiryasya yādṛśī |
liṅgaṃ tadanusāreṇa satataṃ tat samāśrayet || 37 ||

iti miśraliṅgamaṇiliṅgavi(dhāna? dhau kana)kādilohamayaliṅgavidhiḥ |
iha dāruliṅgavidhirapyuditaḥ śivatantradarśanaviniścayataḥ ||38 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre uparibhāge kriyāpāde miśraliṅgaratnaliṅgavidhipaṭalaścatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 41: Maße und Proportionen vollständiger Bildgestalten

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 41: Maße und Proportionen vollständiger Bildgestalten
Das Kapitel behandelt die Gestaltung ganzer Götterbilder: ihre Materialien, Maßsysteme, Körperproportionen und Einzelmerkmale. Die Finger- und Gerstenkornmaße sind hier Einheiten einer traditionellen Bildhauerkunst. Sie beschreiben ein überliefertes Idealbild und sind keine allgemeine Norm für menschliche Körper.

Kapiteleingang. Nun das einundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 41, Vers 1. Nun werden die Merkmale der Sakala-Lingas, der vollständigen Bildgestalten, genau erklärt. Sie sind dreifach: unbeweglich, beweglich und beweglich-unbeweglich.

Kriyapada 41, Vers 2. Aus Kalkmaterial, Erde und Kiesmaterial gefertigte gelten als feststehend; die drei Arten aus Edelstein, Holz und Metall als beweglich.

Kriyapada 41, Vers 3. Mit Mineralfarben und weiteren Stoffen gemalte Bildgestalten gelten als beweglich-unbeweglich. Alle werden außerdem dreifach unterschieden: Vollbild, Halbbild und Bilderscheinung.

Kriyapada 41, Vers 4. Ein Vollbild ist von allen Seiten sichtbar; beim Halbbild ist nur die Hälfte sichtbar. Auf Tuch, Wand oder andere Flächen Gemaltes heißt Bilderscheinung.

Kriyapada 41, Vers 5. Die Wirkungen der Bildgestalten vom Vollbild an gelten der Reihe nach als höchste, mittlere und geringste. Ihre Maße werden nach Linga, innerem Heiligtumsraum, Tür, Pfeiler, Sockel und Kishku-Maß,

Kriyapada 41, Vers 6. nach Tala, Grundbild-Fingermaß, Matra-Fingermaß, Maßfinger und Höhe des Opferherrn bestimmt: So gibt es elf Arten.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 41, Vers 7. Man teile Höhe, Umfang und Breite des Verehrungsanteils jeweils in sechzehn. Das Bildmaß nach dem Linga ist um drei, fünf, sieben, neun oder elf Teile kleiner oder größer oder gleich. Nach diesen drei Maßarten ergeben sich dreiunddreißig Varianten. Auch neun Arten werden genannt, wenn der innere Heiligtumsraum in neun geteilt wird. [Die Ableitung der neun Raummaße ist im Vers nicht weiter ausgeführt.]

Kriyapada 41, Vers 8. Nach Tür, Sockel und Pfeiler kann das Bildmaß gleich, um ein Viertel größer oder um ein Viertel kleiner sein. Teilt man die beiden Zwischenräume jeweils in vier,

Kriyapada 41, Vers 9. ergeben sich bei jedem neun Maße. Von einer bis neun Ellen werden ebenfalls neun Maße genannt.

Kriyapada 41, Vers 10. Von einem bis neun Tala wird das Tala-Maß angegeben. Teilt man die Höhe des Verehrungsanteils in einhundertvierundzwanzig,

Kriyapada 41, Vers 11. so ist ein Teil das Grundbild-Fingermaß. Damit bestimme man die Bildhöhe. Bei einer so bemessenen Bildgestalt berechne man mit deren eigenen Fingermaßen

Kriyapada 41, Vers 12. Yoni, Anteile und weitere Werte; eine andere Rechnung gilt als zerstörerisch. Sechs, sieben oder acht quergelegte Gerstenkornbreiten

Kriyapada 41, Vers 13. bilden jeweils das kleinste, mittlere und größte Maßfingermaß. Ebenso kann man drei, dreieinhalb oder vier Reiskornlängen

Kriyapada 41, Vers 14. als kleinsten und die weiteren Maßfinger ansetzen. Am rechten Mittelfinger des Besitzers dient das mittlere Fingerglied

Kriyapada 41, Vers 15. mit seiner Länge als größtes Matra-Fingermaß, mit seiner Breite als kleinstes. Das Bild kann dem Opferherrn an Gesamthöhe entsprechen oder bis zu seinen Augen, seinem Mund, Kinn, seinen Schultern,

Kriyapada 41, Vers 16. seiner Brust oder seinem Herzen reichen: So sind es sieben Maße. Bei einem von Menschen gefertigten Nishkala-Linga nehme man die Höhe des Verehrungsanteils ohne Kopf

Kriyapada 41, Vers 17. zur Bestimmung der Bildhöhe. Ist bei einem selbstentstandenen Linga das Kopfmaß nicht gesondert bestimmbar,

Kriyapada 41, Vers 18. reicht die Höhe bis zum Kopfende; der Umfang wird an der dicksten Stelle genommen, ebenso die Breite. Bei Rishi-Lingas und weiteren, deren Kopfbreite nicht gesondert angesetzt wird,

Kriyapada 41, Vers 19. bestimme man die Bildhöhe entsprechend aus Höhe, Umfang und Breite. Bei der Bemessung eines Bildes in Fingern beginnt man mit sieben Fingern

Kriyapada 41, Vers 20. und steigert die einzelnen Bildhöhen um jeweils zwei bis zu einhundertvierundzwanzig der genannten Finger. [Die ungerade Folge ab sieben erreicht den genannten geraden Endwert nicht genau; die Vorlage wird nicht berichtigt.]

Kriyapada 41, Vers 21. Für Hausverehrungsbilder gilt allein das Matra-Fingermaß, kein anderes. Auch dabei ist das Fingermaß des Opferherrn vorgeschrieben.

Kriyapada 41, Vers 22. Bei den drei Arten des Fingermaßes füge man keinen Standesanteil hinzu. Yoni und weitere Werte der Bilder berechne man mit den jeweils eigenen Fingermaßen.

Kriyapada 41, Verse 23–24. Bei den übrigen Maßen, vom Linga-Maß an, wird das Hinzufügen eines Standesanteils gelehrt: Bei einer Teilung der Höhe in vierundachtzig, zweiundsechzig, Sankriti- oder Vikara-Anteile füge man für Brahmanen und die weiteren Stände der Reihe nach einen Teil hinzu. Dies heißt Hinzufügen des Standesanteils. [Die ungewöhnliche Folge und die beiden Zahlchiffren bleiben in der gelieferten Form erhalten.]

Kriyapada 41, Vers 25. Teilt man die genannten Maße der Brahmanen und weiteren Stände durch acht, sieben, sechs beziehungsweise fünf, bestimmt der Rest der Reihe nach ihr Mondhaus. [Diese Zahlen folgen der von der Quelle selbst vorgeschlagenen fraglichen Lesung; der Hauptwortlaut ist beschädigt.]

Kriyapada 41, Vers 26. Von dem Mondhaus des Opferherrn aus gerechnet gelten das neunte, achte, sechste, vierte und zweite als günstig, die anderen nicht.

Kriyapada 41, Vers 27. Man vervielfache das Maß der Reihe nach mit drei, acht, neun, acht, neun und vier und teile durch acht, die Zahl der Mondhäuser, sieben, zwölf, zehn und neun. Die Reste ergeben Yoni, Mondhaus, Wochentag, Vermögen, Schuld und den Neuntelanteil. [Die technische Deutung der letzten Bezeichnungen folgt der anschließenden Erläuterung.]

Kriyapada 41, Vers 28. Als günstige Yonis gelten Fahne, Löwe, Stier und Elefant. Die ungünstigen Rauch, Hund, Esel und Krähe sind zu meiden.

Kriyapada 41, Vers 29. Die Mondhäuser beginnen mit Ashvini. Vom Geburtsmondhaus des Opferherrn aus heißen die Stellen Geburt, Gedeihen, Gefahr, Sicherheit, Hindernis, Vollbringung, Tötung,

Kriyapada 41, Vers 30. Freundschaft und höchste Freundschaft; dann beginnt dieselbe Folge erneut mit Geburt. Gedeihen, Vollbringung, Freundschaft, Sicherheit, höchste Freundschaft

Kriyapada 41, Vers 31. und auch Geburt sind günstig, die übrigen ungünstig. Die Wochentage von Mond, Merkur, Jupiter und Venus werden gebilligt, die übrigen nicht.

Kriyapada 41, Vers 32. Überwiegendes Vermögen und geringe Schuld gelten als am besten; bei Gleichheit ist das Ergebnis mittel. Überwiegt die Schuld, ist es zu verwerfen. Bei den Anteilen werden Gefahr, Dieb und Geschlechtsneutralität

Kriyapada 41, Vers 33. verworfen; alle anderen sind vorzüglich und anzunehmen. Die neun Anteile heißen der Reihe nach Dieb, Genuss, Kraft, Reichtum, König, Geschlechtsneutralität,

Kriyapada 41, Vers 34. Furchtlosigkeit, Gefahr und Gedeihen. Für Dorf, Bauplatz, König und weitere Bezugsgrößen sowie für den Opferherrn

Kriyapada 41, Vers 35. bestimme man die Übereinstimmung von Yoni und weiteren Werten anhand der genannten Maßteilungen. Die Höhe des beabsichtigten Bildes teile der Kundige in Abschnitte von dreißig an

Kriyapada 41, Vers 36. bis zu hundert Teilen. Mit einer dieser Teilungen richte er die Übereinstimmung von Yoni, Stern und weiteren Werten so ein, dass sie günstig ist.

Kriyapada 41, Vers 37. Die einzelnen Maße der Götter und anderer Bildgestalten heißen Mana, Pramana, Unmana, Parimana,

Kriyapada 41, Vers 38. Upamana und Lambamana: So sind es sechs Maßarten. Mana ist die Bildlänge, Pramana das quer angelegte Maß.

Kriyapada 41, Vers 39. Unmana ist dessen Wölbung, Parimana der Umfang, Upamana die Vertiefung und Erhöhung, Lambamana das herabhängende Lotmaß.

Kriyapada 41, Vers 40. Shiva, Vishnu und Brahma fertige man nach dem größten Zehn-Tala-System; Gauri, Lakshmi und Sarasvati nach dem mittleren.

Kriyapada 41, Vers 41. Auch Durga und die Müttergöttinnen fertige man nach dem mittleren. Oder man führe die drei Hauptgottheiten nach dem mittleren Zehn-Tala-System aus;

Kriyapada 41, Vers 42. dann erhalten ihre Göttinnen das kleinste Zehn-Tala-Maß. Sonne, Indra, Skanda, Mond, Canda, Bezirkswächter und Nandin,

Kriyapada 41, Vers 43. die Rishis, die Ashvins und Shasta erhalten das kleinste Zehn-Tala-Maß. Die Welthüter, die Herren der acht Gestalten, die Vidyeshvaras, Vasus und Nagas,

Kriyapada 41, Vers 44. ebenso die Rudras erhalten das größte Neun-Tala-Maß. Die Marut-Scharen, Apsaras, Waffengestalten und Guhyakas

Kriyapada 41, Vers 45. fertige man nach dem mittleren Neun-Tala-Maß; Vidyadharas, Ahnen, Siddhas, Asuras und Gandharvas nach dem kleinsten.

Kriyapada 41, Vers 46. Ganesha und Vamana erhalten das Fünf-Tala-Maß, Bhutas vier Tala, Yakshas und Kinnaras drei.

Kriyapada 41, Vers 47. Kushmanda erhält zwei Tala, Vishnu in Schildkrötengestalt ein Tala. Die Bildherstellung erfolgt mit dem jeweils aus dem Körpermaß gewonnenen Fingermaß. [Die Lesung vor der Schildkrötengestalt ist auffällig; „ein Tala“ ist nach dem absteigenden Zusammenhang erschlossen.]

Kriyapada 41, Vers 48. Zuerst wird das größte Zehn-Tala-System erklärt. Teilt man seine Höhe in einhundertvierundzwanzig,

Kriyapada 41, Vers 49. so ist ein Teil das körpergewonnene Fingermaß. Ein Achtel davon ist ein Gerstenkornmaß; entsprechend auch bei den weiteren Systemen.

Kriyapada 41, Vers 50. Beim mittleren Zehn-Tala-System wird die Höhe in einhundertzwanzig geteilt; beim kleinsten in hundert zuzüglich der durch Vikara bezeichneten Teile.

Kriyapada 41, Vers 51. Beim größten Neun-Tala-System ist ein Finger ein Hundertachtel, beim mittleren ein Hundertviertel der Höhe.

Kriyapada 41, Vers 52. Beim kleinsten Neun-Tala-System ist ein Finger ein Hundertstel, beim größten Acht-Tala-System ein Sechsundneunzigstel.

Kriyapada 41, Vers 53. Durch jeweilige Verminderung um vier Finger ergeben sich das mittlere und kleinste Acht-Tala-System. Entsprechend bestimme man bei sieben Tala und den weiteren absteigenden Systemen

Kriyapada 41, Vers 54. bis zu einem Tala jeweils das aus dem Körper gewonnene Fingermaß. „Mond“, „Raum“, Anteil, Matra und Finger gelten als gleichbedeutende Maße.

Kriyapada 41, Vers 55. Kolaka, Kala und Bhaga bedeuten zwei, drei und vier Finger. Auge, Kugel und Flügel bezeichnen jeweils zwei Finger.

Unnummerierter erster Halbvers von 56. Gesicht, Tala und Spanne bezeichnen zwölf Finger.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Gleichbedeutende Maßnamen.

Kriyapada 41, zweiter Halbvers von 56. Nun werden die Bildmaße nach dem größten Zehn-Tala-System genannt.

Kriyapada 41, Vers 57. Der Ushnisha erhält einen Finger und drei Gerstenkörner; bis zum Haaransatz folgen drei Finger. Von dort bis zur Augenlinie sind es vier Finger und drei Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 58. Dasselbe Maß reicht bis zum Ende der Nasenflügel und nochmals bis zum Kinn. Von dort beträgt der Kehlabschnitt vier Gerstenkörner, der folgende Halsabschnitt sieben Gerstenkörner

Kriyapada 41, Vers 59. und drei Finger. Von dort bis zum Herzen sind es dreizehn Finger und drei Gerstenkörner, von dort bis zum Nabel dieselbe Fingerzahl.

Kriyapada 41, Vers 60. Vom Nabel bis zum Geschlechtsorgan ist es wiederum dasselbe Maß. Die Oberschenkellänge beträgt siebenundzwanzig Finger, das Knie danach ein Bhaga-Maß, vier Finger.

Kriyapada 41, Vers 61. Die Unterschenkel sind so lang wie die Oberschenkel, das Fußhöhenmaß beträgt vier Finger. Von der großen Zehe bis zur Ferse ist die Sohle siebzehn Finger lang.

Kriyapada 41, Vers 62. Von der Schlüsselbeinlinie nach unten messen die Oberarme siebenundzwanzig Finger; der Ellenbogen zwei, der Unterarm einundzwanzig.

Kriyapada 41, Vers 63. Die Hand bis zur Mittelfingerspitze misst dreizehneinhalb Finger. Die quer gemessene Gesichtsbreite bis zu den Ohren beträgt zwölf Finger.

Kriyapada 41, Vers 64. Die Halsbreite beträgt unten neuneinhalb, oben neun Finger. Die Breite samt Armen beträgt die Hälfte von einundachtzig Fingern, also vierzigeinhalb.

Kriyapada 41, Vers 65. Oberarmansatz und Knie bemesse man jeweils auf neuneinhalb Finger Breite. Zwischen den Achseln beträgt die Breite zweiundzwanzig Finger.

Kriyapada 41, Vers 66. Zwischen den Brüsten beträgt die Breite zwanzigeinhalb Finger, auf Herzhöhe achtzehneinhalb.

Kriyapada 41, Vers 67. Die Taille ist sechzehn Finger breit, die Hüftregion achtzehneinhalb, die Beckenbreite zwanzig.

Kriyapada 41, Vers 68. Der Oberschenkelansatz ist dreizehneinhalb Finger breit, die Oberschenkelmitte zwölf, der Unterschenkelansatz acht.

Kriyapada 41, Vers 69. Die Unterschenkelmitte misst sechseinhalb Finger, der Nalaka-Abschnitt anderthalb. Bis zu den Knöcheln beträgt die Breite fünf Finger und ein Gerstenkorn. [Der anatomische Bezug des Nalaka-Maßes bleibt vorläufig.]

Kriyapada 41, Vers 70. Die Ferse ist viereinhalb Finger breit und ebenso hoch. Der Vorderfuß ist sechs Finger breit, die vordere Sohle sechs Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 71. Die große Zehe ist vier Finger und zwei Gerstenkörner lang, halb so breit; der Nagel ist halb so breit wie die Zehe.

Kriyapada 41, Vers 72. Die Nagellänge ist um ein Viertel geringer; die Spitze ist gerundet und leicht erhöht. Die folgenden Zehen erhalten vier, drei, drei und zwei Finger,

Kriyapada 41, Vers 73. dazu drei, sechs und vier Gerstenkörner, als Längen von der zweiten bis zur kleinsten Zehe. Ihre Breiten betragen der Reihe nach neun, siebeneinhalb,

Kriyapada 41, Vers 74. sieben und sechs Gerstenkörner. Die Nägel sind jeweils halb so breit. Die Oberarmmitte und der Ellenbogen sind achteinviertel beziehungsweise sieben Finger breit. [In Vers 72–73 stehen nur drei Zusatzwerte für vier Zehen; eine vollständige Zuordnung wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 41, Vers 75. Unterarm und Handgelenk sind fünfeinhalb beziehungsweise dreieinhalb Finger breit. Die Handfläche ist sieben Finger lang, der Mittelfinger sechseinhalb.

Kriyapada 41, Vers 76. [Quellenlücke] … Zeigefinger; der Daumen ist vier Finger lang, der Ringfinger fünfeinviertel und der kleine Finger viereinviertel. [Die Vorlage enthält vor dem Zeigefinger ausdrücklich Sternchen als Lückenmarkierung. Sein Längenmaß wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 41, Vers 77. Die Fingerbreiten vom Daumen bis zum kleinen Finger betragen eineinviertel Finger, einen Finger mit einem Gerstenkorn, einen Finger, einen Finger und sechs Gerstenkörner. [Die gedrängte Zahlwortfügung bei den mittleren Werten bleibt örtlich unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 78. Teilt man die jeweilige Breite am Ansatz in Vikara-Anteile, wird an der Spitze ein Teil abgezogen. Bei einer Dreiteilung der Fingerendbreite sind die Nägel jeweils zwei Teile breit.

Kriyapada 41, Vers 79. Die Nägel sind jeweils um ein Viertel ihrer Breite verlängert. Das Endglied beträgt jeweils das Doppelte der eigenen Nagellänge.

Kriyapada 41, Vers 80. Das Grundglied des Daumens ist zweieinviertel Finger lang, das von Zeige- und Ringfinger zwei, das des Mittelfingers zweidreiviertel,

Kriyapada 41, Vers 81. das des kleinen Fingers einen Finger und fünf Gerstenkörner. Das mittlere Glied ergibt sich aus dem Rest zwischen Grund- und Endglied.

Kriyapada 41, Vers 82. Der Daumen besitzt zwei, die übrigen Finger drei Glieder. Die Handflächenbreite beträgt sechseinhalb, sechs und fünfeinhalb Finger,

Kriyapada 41, Vers 83. am Ansatz, in der Mitte und am vorderen Ende. Vom Daumenansatz bis zum Zeigefingeransatz sind es drei Finger; vom Daumenansatz

Kriyapada 41, Vers 84. bis zum Handgelenk ist die „Papageienbauch“ genannte Wölbung vier Finger lang und zweieinhalb stark. Der Handballen ist drei Finger stark.

Kriyapada 41, Vers 85. Sein vorderes Ende ist um ein Sechzehntel geringer. Das fleischige Vorderende der Handfläche misst anderthalb Kolaka-Maße, also drei Finger; der Ballen ist hier einen Finger breit. [Der letzte Bezug des Ballenmaßes ist nicht sicher.]

Kriyapada 41, Vers 86. Der Papageienbauch ist zwei Finger breit; der Rest der Handfläche wird vertieft. Die Handfläche trägt Rad, Muschel, Lotus, Makara, Svastika und weitere Zeichen.

Kriyapada 41, Vers 87. Oberhalb der Ohren beträgt der Kopfumfang achtunddreißig Finger. Der vordere Bogen zwischen den Ohren misst zweiundzwanzig.

Kriyapada 41, Vers 88. Der hintere Bogen misst zwölf Finger; jedes Ohr zwei. Von der Kopfmitte bis zum Haaransatz werden neun Finger angegeben.

Kriyapada 41, Vers 89. Seitlich gilt dasselbe Maß. Zwischen Haar- und Augenlinie fertige man die beiden schönen Brauen, gebogen wie ein gespannter Bogen.

Kriyapada 41, Vers 90. Die Linie über den Ohren liegt auf Brauenhöhe. Von dort beträgt die Senkung der Brauen einen Finger. Zwischen den Brauen liegt ein halber Finger, ihre Länge beträgt fünf. [Die Vorlage versieht den Satz zur Brauensenkung mit einem Fragezeichen.]

Kriyapada 41, Vers 91. In der Mitte sind die Brauen zwei Gerstenkörner breit und werden zu den Enden hin schmal. Der innere Augenbereich ist drei Finger lang und breit; danach folgen sechs Gerstenkörner

Kriyapada 41, Vers 92. für das Weiße und den dunklen Kreis, ebenso für das Weiße am äußeren Ende. Das Auge ist sechs Gerstenkörner hoch; sein rötlicher äußerer Winkel misst ein halbes. [„Kaninika“ in Vers 91 kann die Pupille oder den Augenwinkel bezeichnen; die große Maßangabe lässt den gemeinten Bereich hier unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 93. Die dunkle Pupille ist lausgroß, der leuchtende Kreis ein Gerstenkorn groß. Ober- und Unterlid sind ein beziehungsweise ein halbes Gerstenkorn breit.

Kriyapada 41, Vers 94. Der Augenabstand beträgt zwei Finger und zwei Gerstenkörner. Für die Breite am unteren Nasenende bis zur Grenzlinie werden Viertelanteil und „Flügel“-Maß genannt. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Der zweite Halbvers ist in seiner Maßzuordnung nicht sicher verständlich.]

Kriyapada 41, Vers 95. Die mittlere Breite beträgt die Hälfte davon, darüber nochmals die Hälfte. Vom Ansatz des Philtrums steht die Nasenspitze zwei Finger vor, von der Oberseite der Nasenflügel aus

Kriyapada 41, Vers 96. einen Finger und ein Gerstenkorn breit. Die Nasenflügel sind ein Gerstenkorn stark; die Nasenöffnungen fünf Gerstenkörner hoch und sieben breit. [Der Übergang zwischen den beiden Versen ist syntaktisch unsicher.]

Kriyapada 41, Vers 97. Die beiden Nasenflügel gleichen Sesamblüten, die Öffnungen Bohnen. Die mittlere Trennwand ist einen Finger hoch und ein halbes Gerstenkorn breit.

Kriyapada 41, Vers 98. Die Nasenspitze hängt anderthalb Gerstenkörner unter die Nasenflügellinie hinab. Das Philtrum ist viereinhalb Gerstenkörner lang und halb so breit.

Kriyapada 41, Vers 99. Die Oberlippe ist eineinviertel Finger lang. Ihr Rand ist ein Gerstenkorn breit, ihre Breite wird mit dreieinhalb Gerstenkörnern angegeben. [Die Bezeichnungen für Länge und Breite lassen den Verlauf des ersten Maßes offen.]

Kriyapada 41, Vers 100. Bis zu den Mundwinkeln verlängert, wird sie allmählich schmaler. Der Lippenrand ist dreifach gebogen; die Mundlänge entspricht ihm.

Kriyapada 41, Vers 101. Die Unterlippe ist neun Gerstenkörner breit, achtzehn lang und drei hoch. Ihr unterer Rand misst anderthalb Gerstenkörner.

Kriyapada 41, Vers 102. Unterhalb der Unterlippe liegt das Kinn mit achteinhalb Gerstenkörnern Maß. Entsprechend wird die Kinnvertiefung bemessen; die Kieferpartie tritt drei Gerstenkörner hervor.

Kriyapada 41, Vers 103. Der Kiefer ist halb so lang, gerundet und dreieinhalb Finger breit. Vom Ohransatz bis zur Kiefermitte werden zehn Finger genannt.

Kriyapada 41, Vers 104. Der Kehlrücksprung vom Kiefer beträgt eineinviertel Finger; vom Kehlbereich aus dessen Doppeltes. Der Ohransatz liegt vom äußeren Augenwinkel sieben Finger entfernt. [Der Bezug des verdoppelten Maßes ist unklar.]

Kriyapada 41, Vers 105. Die Ohrbreite entspricht der Augenlänge, ebenso seine Erhebung über die Augenlinie. Darunter ist der Ohransatz zwei Finger und ein Gerstenkorn lang.

Kriyapada 41, Vers 106. Vorderer und hinterer Ohrsteg sind viereinhalb Finger lang, einen beziehungsweise einen halben Finger breit und anderthalb Finger stark.

Kriyapada 41, Vers 107. Die Öffnung im Ohrsteg misst sechs Gerstenkörner. Das Pippali-Glied ist einen Finger lang und halb so breit; die Pincushi drei Finger lang,

Kriyapada 41, Vers 108. einen Finger breit. Die Öffnung liegt vier Gerstenkörner unter der Augenlinie. Der Ohrrand ist vier Gerstenkörner lang und anderthalb stark. [Pippali und Pincushi sind hier traditionelle Bezeichnungen von Ohrteilen; ihre genaue anatomische Zuordnung bleibt offen.]

Kriyapada 41, Vers 109. Dahinter beträgt das Maß anderthalb Finger; der hintere Ohrbogen ebenso. Hinten am oberen Hals, am Haaransatz, ist die Nackengrube einen halben Finger tief.

Kriyapada 41, Vers 110. An der Nackengrube ist der Hals acht Finger breit, darunter achteinhalb, an der Schultergrenze zehn.

Kriyapada 41, Vers 111. Hinten ist der Hals vier Finger und drei Gerstenkörner lang. Das Schultergelenk liegt vier Finger oberhalb der Schlüsselbeinlinie.

Kriyapada 41, Vers 112. Die Schultern sinken bis zur Schlüsselbeinlinie ab und sind sieben Finger stark. Hinten, einen Finger unter dem Hals, liegt die obere Rückenwölbung; von dort abwärts

Kriyapada 41, Vers 113. beträgt die Wirbelsäulenlänge bis zur Hüftverbindung siebenundzwanzig Finger. Vier Finger unter der oberen Rückenwölbung liegen die Achseln. [Die Quelle erwägt beim Absinken der Schultern in Vers 112 eine Verneinung; die Hauptlesung wird beibehalten.]

Kriyapada 41, Vers 114. Hinten beträgt die Breite zwischen den Achseln siebenundzwanzig Finger. Die Arme erheben sich über die Achseln um sechs Finger und Gerstenkörner. [Die Anzahl der zusätzlich genannten Gerstenkörner ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 41, Vers 115. Vom Schultergelenk aus misst die Schulterfläche fünfeinhalb Finger. Hinten bis zur Brustlinie misst die Schulterblattfläche zwölf Finger.

Kriyapada 41, Vers 116. Unter der oberen Rückenwölbung beträgt die Breite zwischen den Schulterblättern zehn Finger. Darunter ist die Wirbelsäulenrinne drei Finger breit und zwei tief.

Kriyapada 41, Vers 117. Seitlich der Wirbelsäule liegt die breite Schulterfläche mit sieben Fingermaßen. Zwischen den beiden breiten Flächen bis zur Brust beträgt die Körperstärke sechzehn Finger.

Kriyapada 41, Vers 118. Unter dieser breiten Fläche bis zur Hüfte beträgt die Länge sieben Finger; die Stärke wird mit Vikara-Anteilen angegeben, darunter mit Atyashti-Fingermaßen. [Die beiden Zahlchiffren werden hier nicht still aufgelöst.]

Kriyapada 41, Vers 119. Der Zwischenraum der Hüftabschnitte beträgt dreizehneinhalb Finger. Die Breite des Hüftbandes ist ein um einen halben Finger vermindertes Kriti-Maß.

Kriyapada 41, Vers 120. Die beiden gut gerundeten Gesäßhälften sind neuneinhalb Finger breit. Gegenüber dem Oberschenkelansatz treten sie viereinhalb Finger hervor.

Kriyapada 41, Vers 121. Sie hängen viereinhalb Finger unter die Linie des Geschlechtsorgans hinab. Der Hals ist rund und an seinem Umfang mit zwei Linien versehen.

Kriyapada 41, Vers 122. Die Abstände zwischen den Brüsten, von der Schlüsselbeingrube und der Achselverbindung betragen dreizehneinhalb Finger; ebenso wird die Ausdehnung von der Achsel zum Achselunterrand genannt. [Die vier Bezugspunkte der gedrängten Maßfolge sind nicht sicher auseinanderzuhalten.]

Kriyapada 41, Vers 123. Zweieinviertel und anderthalb Finger werden von der Herzvertiefung aus angesetzt; die Brustfläche erhebt sich zwei Finger, der runde Brustbereich misst zusätzlich ein Gerstenkorn. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Höhen- und Breitenbezüge dieser Maßgruppe sind nicht sicher übersetzbar; die erkennbaren Maße bleiben ohne ergänzte Anatomie stehen.]

Kriyapada 41, Vers 124. Die schöne runde Brustwarze ist zwei Gerstenkörner hoch und breit. Die Schlüsselbeingrube ist zwei Gerstenkörner tief; das Kniepaar erhält zwei Finger. [Der unvermittelte Kniebezug wird nicht korrigiert.]

Kriyapada 41, Vers 125. Der anmutige, rechtsläufige Nabel ist sechs Gerstenkörner breit und tief. Vom Nabel aus beträgt das Hüftmaß fünf Finger und ein Gerstenkorn, seitlich sechs Finger.

Kriyapada 41, Vers 126. Die Taille liegt dreieinhalb Finger von der Hüfte entfernt; der Rest bildet den Schambereich. Das Geschlechtsorgan ist fünf Finger und zwei Gerstenkörner lang und im Rundmaß um ein Gerstenkorn erweitert.

Kriyapada 41, Vers 127. Das Herabhängen der Hoden beträgt vier Finger und zwei Gerstenkörner, ihre Breite dasselbe. Oberhalb des Geschlechtsorgans befindet sich der Oberschenkelanschluss.

Kriyapada 41, Vers 128. Er ist drei Finger groß und drei Gerstenkörner erhöht. Die Knierundung misst vier Finger, ihre Stärke viereinhalb, die seitliche Verbindung vier.

Kriyapada 41, Vers 129. Hinten ist das Knie zweieinhalb Finger hoch und vier breit. Weitere Erhöhungen, Vertiefungen und andere Maße leite man daraus angemessen ab.

Kriyapada 41, Vers 130. So fertige man nach dem größten Zehn-Tala-System ein schönes Bild, in allen Gliedern vollständig und in Länge, Breite und den weiteren Maßen ausgewogen.

Kriyapada 41, Vers 131. Damit wurde hier das für ein männliches Bild geeignete Maß nach dem größten Zehn-Tala-System mit seinen Merkmalen vollständig beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das einundvierzigste Kapitel über die Vorschrift des männlichen Körpermaßes nach dem größten Zehn-Tala-System.

Besinnung zu Kapitel 41

Die Bildgestalt entsteht aus dem Verhältnis ihrer Teile. In dieser handwerklichen Aufmerksamkeit kann eine heutige Betrachterin oder ein heutiger Betrachter eine Einladung zu Sammlung entdecken: wahrnehmen, wie Details zusammenwirken, ohne den Blick für das Ganze zu verlieren. Die traditionellen Körpermaße sind Regeln dieser Bildkunst; sie bewerten keine wirklichen Menschen und ihre unterschiedlichen Körper.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 41: Maße und Proportionen vollständiger Bildgestalten
Das Kapitel behandelt die Gestaltung ganzer Götterbilder: ihre Materialien, Maßsysteme, Körperproportionen und Einzelmerkmale. Die Finger- und Gerstenkornmaße sind hier Einheiten einer traditionellen Bildhauerkunst. Sie beschreiben ein überliefertes Idealbild und sind keine allgemeine Norm für menschliche Körper.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

athaikacatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

atho sakalaliṅgānāṃ lakṣma samyaṅnigadyate |
acalaṃ taccalaṃ caiva calācalamiti tridhā || 1 ||

saudhaṃ ca pārthivaṃ śārkaraṃ ca sthiraṃ smṛtam |
ratnajaṃ dāravaṃ lauhaṃ trayaṃ caitaccalaṃ smṛtam || 2 ||

p. 393)

dhātuvarṇādyamālekhyaṃ sakalaṃ taccalācalam |
sarvaṃ ca citraṃ citrārdhaṃ citrābhāsamiti tridhā || 3 ||

sarvāṅgadṛśyaṃ yaccitraṃ citrārdhaṃ cārdhadarśanāt |
likhitaṃ paṭabhittyādau citrābhāsāhvayaṃ smṛtam || 4 ||

citrādīnāṃ tu berāṇāṃ śreṣṭhamadhyādhamaṃ phalam |
liṅgagarbhagṛhadvārastambhādhiṣṭhānakiṣkubhiḥ || 5 ||

tālamūlāṅgulaiścātha mānaṃ mānāṅgulairapi |
yajamānoccato mānamityekādaśadhā smṛtam || 6 ||

tadyathā -

pūjāṃśoccaṃ ca nāhaṃ vitatimapi pṛthag dvyaṣṭabhāgaṃ tu kṛtvā tairevāṃśaistribhedairguṇaśaramunibhirnandarudrāṃśakairvā |
nyūnaṃ caivādhikaṃ vā samamapi kathitaṃ liṅgato beramānaṃ bhedairgīrvāṇasaṃkhyairnavavidhamapi tad garbhagehe navāṃśe || 7 ||

dvārādhiṣṭhānapādānāṃ samaṃ pādādhikaṃ tu vā |
pādahīnamathaiteṣāṃ dvyantare vedabhāgike || 8 ||

pṛthak kṛtvā'tha tairaṃśaiḥ syānmānaṃ navadhā pṛthak |
hastādinavahastāntaṃ tanmānaṃ navadhā smṛtam || 9 ||

tālādi navatālāntaṃ tālamānaṃ ca kīrtitam |
pūjāṃśocce caturviṃśatyadhikaṃ śatabhāgike || 10 ||

mūlaberāṅgulaṃ bhāgastena berocchrayaṃ nayet |
mūlaberāṅgulakṛtapratimāyāstadaṅgulaiḥ || 11 ||

gaṇayed yonibhāgādyamanyathā ced vināśakṛt |
tiryagyavodaraiḥ ṣaḍbhiḥ saptabhiścāṣṭabhiḥ kramāt || 12 ||

kaniṣṭhaṃ madhyamaṃ śreṣṭhaṃ smṛtaṃ mānāṅgulaṃ pṛthak |
śālyāyataistribhistaiśca sārdhaistairvedasammitaiḥ || 13 ||

mānāṅgulāni cāpyevaṃ kaniṣṭhādīni kalpayet |
tadbharturdakṣiṇakare madhyamānmadhyaparvaṇaḥ || 14 ||

p. 394)

dairghyānmātrāṅgula śreṣṭhaṃ nīcaṃ tadvyāsataḥ smṛtam |
yajamānasamaṃ tasya netrāsyahanudossamam || 15 ||

stanāntaṃ hṛdayāntaṃ ca tanmānaṃ saptadhā smṛtam |
mānuṣe niṣkale liṅge pūjābhāge śiro vinā || 16 ||

yaduccaṃ tena berāṇāmutsedhāt parikalpayet |
svāyambhuve yadā liṅge śiromānaṃ na labhyate || 17 ||

tacchirontaṃ tadutsedhaḥ syānnāhaḥ sthūladeśataḥ |
vyāsaśca tadvadārṣādau śirovistāravarjite || 18 ||

utsedhanāhavyāsāḥ syustaistairberodayaṃ nayet |
aṅgulaiḥ pratimāmāne kramāt saptāṅgulāditaḥ || 19 ||

dvidvyaṅgulavivṛddhyā syuḥ pratimoccāni vai pṛthak |
sacaturviṃśatiśataṃ yāvat proktāṅgulairiha || 20 ||

gṛhārcāsviha mānaṃ syānmātrākhyaireva nānyathā |
aṅgulairyajamānasya tatrāpi vidhirīritaḥ || 21 ||

trividhāṅgulamānānāṃ jātyaṃśaṃ nātiropayet |
berāṇāṃ teṣu yonyādyaṃ nayet svaiḥ svairihāṅgulaiḥ || 22 ||

liṅgādiśiṣṭamāneṣu jātyaṃśāropaṇaṃ matam |
māne caturaśītyaṃśe dviṣaṣṭyaṃśe samucchraye || 23 ||

saṅkṛtyaṃśe vikārāṃśe viprādīnāṃ yathākramam |
ekāṃśāropaṇāduktaṃ jātyaṃśāropaṇaṃ hi tat || 24 ||

uktaviprādimāneṣu (vasuvṛṣaddhyeṣubhairhṛte ? vasvṛṣyṛtviṣubhirhṛte) |
śeṣaṃ viprādijātīnāmṛkṣaṃ vidyād yathākramam || 25 ||

yajamānarkṣamārabhya gaṇyamāneṣu bheṣu vai |
navāṣṭaṣaṭcaturyugmatārāḥ śastāstu netare || 26 ||

mānaṃ tu rāmavasunandabhujaṅganandai- rvedaiśca vṛddhamahitārakadhātusūryaiḥ |
diṅnandakaiśca hṛtaśiṣṭamiha kramāt tad yonyṛkṣavāravibhavarṇanavāṃśakāḥ syuḥ || 27 ||

p. 395)

dhvajasiṃhavṛṣebhākhyā yonayaḥ śobhanāḥ smṛtāḥ |
tathaivāśobhanā varjyā dhūmaśvakharavāyasāḥ || 28 ||

nakṣatrāṇyāśvinādīni yajamānadināditaḥ |
janmasampadvipat kṣemaḥ pratyaraṃ sādhako vadhaḥ || 29 ||

maitraṃ paramamaitraṃ ca janmetyādyaṃ punaḥ punaḥ |
sampatsādhakamaitrāṇi kṣemaṃ paramamaitrakam || 30 ||

janmākhyaṃ ca śubhāni syuraśubhānītarāṇi tu |
candrajñaguruśukrāṇāṃ vārāḥ śastāstu netare || 31 ||

dhanādhikaṃ ca hīnārṇaṃ śreṣṭhaṃ madhyaṃ samaṃ yadā |
ṛṇādhikaṃ ced varjyaṃ syād vipattaskaraṣaṇḍakāḥ || 32 ||

nindyāstādītare sarve śreṣṭhā grāhyāḥ syuraṃśakāḥ |
taskaro bhuktiśaktī ca dhamaṃ rājā napuṃsakam || 33 ||

abhayaṃ ca vipaccaiva samṛddhiśca nava kramāt |
grāmavāstunṛpādīnāṃ yajamānasya cāpyuta || 34 ||

uktamānavibhāgena yonyādighaṭanāṃ nayet |
prastutapratimotsedhaṃ triṃśadaṃśāditaḥ kramāt || 35 ||

śatāṃśāntaṃ vibhajyaiṣu bhāgairanyatamairbudhaḥ |
yonitārādighaṭanāṃ yojayecchobhanaṃ yathā || 36 ||

devādīnāṃ tathānyeṣāṃ beramānaṃ pṛthak pṛthak |
mānaṃ pramāṇamunmānaṃ parimāṇaṃ tathā punaḥ || 37 ||

upamānaṃ lambamānamiti mānaṃ tu ṣaḍvidham |
berāyāmastu mānaṃ syāt pramāṇaṃ tiryagarpitam || 38 ||

unmānaṃ tu tadāvṛttirnāhastu parimāṇakam |
nimnonnataṃ tūpamānaṃ lambamānaṃ pralambitam || 39 ||

śreṣṭhena daśatālena śivakeśavavedhasām |
madhyena daśatālena gaurīlakṣmīgirāṃ matam || 40 ||

p. 396)

dūrgāyāścāpi mātṝṇāṃ madhyenaiva prakalpayet |
madhyena daśatālena trimūrtīrvā prakalpayet || 41 ||

taddevīnāṃ tadā mānaṃ kaniṣṭhadaśatālataḥ |
sūryendraskandacandrāṇāṃ caṇḍakṣetreśanandinām || 42 ||

ṛṣīṇāṃ cāśvinoḥ śāstu kaniṣṭhadaśatālataḥ |
lokapālāṣṭamūrtīśavidyeśavasubhoginām || 43 ||

rudrāṇāṃ caiva mānaṃ syāduttamānnavatālataḥ |
marudgaṇānapsaraso'pyastramūrttīśca guhyakān || 44 ||

madhyena navatālena kuryād vidyādharān pitṝn |
siddhānasuragandharvān kaniṣṭhanavatālataḥ || 45||

gaṇeśaṃ vāmanaṃ cātha pañcatālākhyamānataḥ |
catustālena bhūtāni tritālād yakṣakinnarān || 46 ||

dvitālenaiva kuśmāṇḍaṃyattalāt kūrmākṛtiṃ harim |
pratimākaraṇaṃ tattaddehalabdhāṅgulena tu || 47 ||

sidhyet tatrocyate pūrvamuttamaṃ daśatālakam |
tadutsedhe caturviṃśatyadhikaṃ śatabhāgike || 48 ||

ekāṃśo deha[k: ba]labdhākhyamaṅgulaṃ tadathāṣṭadhā |
vibhajya vidyādekāṃśaṃ yavamevaṃ paratra ca || 49 ||

madhyame daśatāle tu saviṃśatisatāṃśataḥ |
savikāraśatāṃśeṃ'śaḥ kaniṣṭhadaśatālake || 50 ||

aṣṭottaraśatāṃśeṃ'śo navatālottame'ṅgulam |
sa vedāṃśaśatāṃśeṃ'śo navatāle tu madhyame || 51 ||

śatāṃśeṃ'śo'ṅgulaṃ jñeyaṃ kaniṣṭhanavatālake |
ṣaṇṇavatyaṃśakeṃ'śaḥ syācchreṣṭhe tu vasutālake || 52 ||

pratirvedāṅgulahāsādetanmadhyādhame smṛte |
svasvatālavibhāgena saptatālādiṣu kramāt || 53 ||

p. 397)

ekatālāntakaṃ vidyād dehalabdhāṅgulaṃ pṛthak |
induḥ khamaṃśo mātraṃ cāpyaṅgulaṃ ca samaṃ smṛtam || 54 ||

kolakaṃ ca kalābhāgaḥ syād dvitricaturaṅgulam |
akṣigolakapakṣastu dvyaṅgulasyābhidhāyakaḥ || 55 ||

mukhaṃ tālaṃ vitastiśca dvādaśāṅgulavācakam |

saṃjñāparyāyāḥ |

atha śreṣṭhāt paṅktitālāt pratimāmānamucyate || 56 ||

sāṃśatriyava uṣṇīṣaḥ keśāntoṃ'śaistatastribhiḥ |
tato'kṣisūtraṃ vedāṃśaiḥ sayavatritayaistataḥ || 57 ||

nāsāpuṭāntaṃ tanmānaṃ cibukāntaṃ ca tāvatā |
tasmād galaṃ vedayavaṃ tataḥ kaṇṭhastu saptabhiḥ || 58 ||

yavairagnyaṅgulaiścāsmāddhṛdayaṃ triyavānvitaiḥ |
trayodaśāṅgulaistasmānnābhistāvadbhiraṅgulaiḥ || 59 ||

nābhermeḍhraṃ ca tāvadbhistato nakṣatrasaṃmitaiḥ |
aṅgulairūrumānaṃ syāt tasmād bhāgena jānunī || 60||

tasmādūrusame jaṅghe pādamānaṃ tu bhāgataḥ |
athāṅguṣṭhāt tu pārṣṇyantaṃ talaṃ saptadaśāṅgulam || 61 ||

hikkāsūtrādadho bāhū saptaviṃśatimātrakaiḥ |
dvyaṅgulaṃ korparaṃ tasmāt trisaptāṃśaiḥ prakoṣṭhakam || 62 ||

sārdhatrayodaśairmātrairmadhyāgrāntaṃ talaṃ smṛtam |
mukhasya tiryagvistāraḥ karṇānto dvādaśāṅgulaḥ || 63 ||

grīvāmūlāgravistāraḥ sārdhanandanavāṅgulaiḥ |
ekāśīterardhamātraiḥ sabāhvantaravistṛtiḥ || 64 ||

sārdhanandairbāhumūlajānvorvyāsaṃ tu kalpayet |
kakṣayorantaravyāso dvāviṃśatyaṅgulairmataḥ || 65 ||

sa stanāntaravistāraḥ sārdhaviṃśatimātrataḥ |
hṛdayāvadhivistāraḥ sārdhāṣṭādaśamātrikaḥ || 66 ||

p. 398)

madhyavyāsaḥ ṣoḍaśāṃśaiḥ sārdhairaṣṭādaśāṅgulaiḥ |
śroṇervyāsaḥ kaṭivyāso viṃśatyaṅgulasaṃmitaḥ || 67 ||

sārdhatrayodaśāṃśā syādūrumūlasya vistṛtiḥ |
bhānvaṃśairūrumadhyasya jaṅghāmūle'ṣṭamātrakaiḥ || 68 ||

jaṅghāmadhyaṃ sārdhaṣaṭkaṃ nalakā sārdhabhāgataḥ |
vistṛtāthākṣigulphāntaṃ sa yaveṣvaṃśavistṛtam || 69 ||

sārdhavedāṅgulaiḥ pārṣṇī vistṛtā tadvaducchritā |
ṣaḍaṃśaḥ prapadavyāsastalāgrasya saṣaḍyavaḥ || 70 ||

sayavadvayavedāṃśaiḥ pādāṅguṣṭhāyataṃ smṛtam |
tadvistāraṃ tadardhena tadardhānnakhavistṛtiḥ || 71 ||

tatpādono nakhāyāmo vṛttodagrāgramaṇḍitaḥ |
vedarāmāgnidṛṅmātraiḥ satriṣaṭkacaturyavaiḥ || 72 ||

tarjanyādikaniṣṭhāntamaṅgulyāyāma īritaḥ |
tadvyāso'pi kramājjñeyo navabhiḥ sārdhasaptakaiḥ || 73 ||

saptabhiśca yavaiḥ ṣaḍbhiḥ svavyāsārdhāt tatā nakhāḥ |
sapādāṣṭāṃśasaptāṃśairdormadhye korpare tatiḥ || 74 ||

sārdheṣusārdharāmāṃśaiḥ prakoṣṭhamaṇibandhayoḥ |
talaṃ saptāṅgulāyāmaṃ madhyā sārdhaṣaḍaṅgulā || 75 ||

  • * * * * * tarjā jyeṣṭhā vedāṅgulāyatā |

sapādeṣvaṅgulānāmā kaniṣṭhābdhyaṃśapādayuk || 76 ||

sapādāṃśāṃśasayavamātramātraiśca ṣaḍyavaiḥ |
aṅguṣṭhādikaniṣṭhāntamaṅgulīnāṃ tatirbhavet || 77 ||

svasvamūle vikārāṃśe hāpyoṃ'śastattadagrake |
aṅgulyagratate'gnyaṃśe dvyaṃśavyāsā nakhāḥ pṛthak || 78 ||

svasvavyāsacaturthāṃśādāyatāḥ syurnakhāḥ pṛthak |
dviguṇaṃ svanakhāyāmādagraparva pṛthak pṛthak || 79 ||

sapādadvyaṃśato'ṅguṣṭhe tarjānāmnordṛgaṃśataḥ |
madhyāyāḥ satripādākṣi sapañcayavamātrataḥ || 80 ||

p. 399)

kaniṣṭhāyāśca kathita āyāmo mūlaparvaṇaḥ |
madhyaparva ca yacchiṣṭaṃ madhyemūlāgraparvaṇoḥ || 81 ||

saparvadvayamaṅguṣṭhaṃ śeṣāḥ parvatrayānvitāḥ |
sārdharturasasārdheṣumātravyāsastalasya tu || 82 ||

mūle madhye tathāgre syādathāṅguṣṭhasya mūlataḥ |
ā tarjāmūlato'gnyaṃśaistathāṅguṣṭhasya mūlataḥ || 83 ||

śukodarākhyo vedāṃśairmaṇibandhāntamāyataḥ |
taddhanaṃ sārdhayugmāṃśaṃ [śā] karaparṣṇyā ghanaṃ kalā || 84 ||

tadagraṃ [k: gra] ṣoḍaśāṃśonamathāgraṃ yat talasya tu |
māṃsalaṃ sārdhakolaṃ syāt pārṣṇṇiratrāṃśavistṛtaḥ || 85 ||

śukodaratatirdvyaṃśāccheṣānnimnaṃ tale smṛtam |
cakraśaṅkhābjamakarasvastikādyaṅgavat talam || 86 ||

karṇordhvaṃ syācchironāhaḥ sa cāṣṭātriṃśadaṅgulaiḥ |
karṇayormadhyanāhaḥ prāg dvāviṃśatyaṅgulaiḥ smṛtaḥ || 87 ||

tatpṛṣṭhanāhaḥ sūryāṃśaiḥ karṇau kolakataḥ pṛthak |
mūrdhno madhyāṃt tu keśāntamānamuktaṃ navāṅgulam || 88 ||

pārśvayostāvadeva syādatha keśākṣisūtrayoḥ |
madhye tu bhrūyugaṃ kuryāt sajyacāpānataṃ śubham || 89 ||

karṇordhvasūtraṃ bhrūtulyaṃ tato mātrād bhrūvornatiḥ (?) |
bhrūvorantaramardhāṃśāccharāṃśairāyataṃ bhrūvoḥ || 90 ||

bhrūmadhyatāraṃ dviyavaṃ kṛśamagraṃ tayoḥ kramāt |
kanīnikā kalāyāmavyāsā syādatha ṣaḍyavaḥ || 91 ||

sitāṃśaḥ kṛṣṇabimbaśca śuklāṃśo'nte ca tatsamaḥ |
ṣaḍyavo netravistāro netrānto'rdhayavo'ruṇaḥ || 92 ||

kṛṣṇadṛṣṭiryūkasamā jyotirmaṇḍalakaṃ yavam |
ūrdhvādhovarmavistāro yavaṃ cārdhayavaṃ bhavet || 93 ||

p. 400)

netrayorantaraṃ yugmamātraṃ sadviyavaṃ bhavet |
nāsāpuṭāntasīmāntavyāsapādāṃśapakṣataḥ || 94 ||

madhyavyāsastato'rdhena tadūrdhvaṃ tasya cārdhataḥ |
gojīmūlāt tu nāsāgraṃ dvyaṅguloccaṃ puṭordhvataḥ || 95 ||

sayavāṃśatataṃnāsāpuṭau [ṭo] yavaghanau smṛtau |
nāsādvāroccavistārau pañcasaptayavairmatau || 96 ||

tilapuṣpasamau nāsāpuṭau niṣpāvasannibhau |
madhyakuḍyocccatāṃśena tadvyāso'rdhayavaḥ smṛtaḥ || 97 ||

adhyardhayavalambaṃ syānnāsāgraṃ puṭasūtrataḥ |
sārdhavedayavāyāmā gojī [k: jjī] tasyārdhatastatā || 98 ||

sapādabhāgadīrghaṃ syāduttaroṣṭhaṃ tu pālikā |
yavavyāsā ca tadvyāsaḥ sārdhatriyava īritaḥ || 99 ||

āsṛkvāntāyataṃ tāramānupūrvyā kṛśaṃ bhavet |
pālī trivakrāvanatā tāvadāsyāyataṃ bhavet || 100 ||

nandāṣṭādaśadhārdhartuyavatārāyatocchritam |
adharaṃ syāt tu tatpālī tvadhaḥ sārdhayavaṃ tataḥ || 101 ||

adharādhastu cibukaṃ sārdhāṣṭayavamānataḥ |
cibukasya tathā nimnaṃ hanustriyavamunnatā || 102 ||

hanurardhāyataṃ vṛttā sārdharāmāṅgulāt tatā |
karṇabandhāddhanormadhyaṃ daśāṅgulamudīritam || 103 ||

galaveśaḥ sapādāṃśāddhanostaddviguṇaṃ galāt |
karṇaveśastu netrāntāt saptāṃśaiḥ śravaṇāntaram || 104 ||

karṇavyāso netradairghyād dṛksūtrordhvonnatistathā |
tadadhaḥ karṇabandhaḥ syāt sayavāṃśadvayāyataḥ || 105 ||

pūrvāpare karṇanāle sārdhavedāṃśamāyate |
mātrārdhamātravistāre syātāṃ sārdhāṃśato ghane || 106 ||

p. 401)

ṣaḍyavaṃ nālarandhraṃ syāt pippalyaṃśāyatā smṛtā |
tadardhavistṛtā vātha piñcūṣī syāt kalāyatā || 107 ||

tadvyāsoṃ'śādakṣisūtrādadhaśchidraṃ caturyavam |
caturyavāyatā karṇapālī sārdhayavād ghanā || 108 ||

sārdhamātraṃ tataḥ pṛṣṭhakarṇapṛṣṭhavidhustathā |
paścāt kaṇṭhordhvakeśānte'rdhāṃśanimnā kṛkāṭikā || 109 ||

kṛkāṭikāpradeśe tu kaṇṭha[ṣṭha]vyāso'ṣṭamātrataḥ |
sāṣṭārdhamātraṃ tadadhaḥ skandhasīmni daśāṅgulaiḥ || 110 ||

paścāt kaṇṭhasya cāyāmo vedāṃśaiśca tribhiryavaiḥ |
hikkāsūtrordhvataḥ skandhasandhirvedāṃśamunnataḥ || 111 ||

ā hikkāsūtrato nīcau (na?) skandhau saptāṃśato ghanau |
paścāt kaṇṭhādadhoṃśena kakut tasmādadhoṅgulaiḥ || 112 ||

saptaviṃśatibhiḥ pṛṣṭhavaṃśastvatkaṭisandhitaḥ |
kakuddeśādadho hitvā vedāṃśāt kakṣayoḥ sthitiḥ || 113 ||

pṛṣṭhe tu kakṣayormadhyavyāsaḥ syāt tārakāṅgulaiḥ |
rasāṅgulayavaiḥ kakṣādūrdhvaṃ bāhvoḥ samucchrayaḥ || 114 ||

skandhasandheraṃsapīṭhaṃ sārdhabāṇāṃśakairbhavet |
paścādāstanasūtrāntamarkāṃśe phalakeṃ'sayoḥ [k: ṣa] || 115 ||

kakudo'dhoṃ'saphalakāmadhyavyāso daśāṅgulaḥ |
tadadhastryaṅgulo vyāso vaṃśo dvyaṅgulanimnavān || 116 ||

vaṃśapārśvādāṃsapīṭhaṃ bṛhatī saptamātṛke |
bṛhatyorāstanaṃ madhye ghanaṃ ṣoḍaśamātrakaiḥ || 117 ||

adho bṛhatyāḥ kaṭyantamāyāmaḥ saptamātṛkaḥ |
vikārāṃśairghanaṃ tasmādadhaścātyaṣṭimātrakaiḥ || 118 ||

sārdhatrayodaśāṃśaiḥ syāt kaṭyāstatkhaṇḍakāntaram |
ardhonakṛtimātrā syāt kaṭibandhasya vistṛtiḥ || 119 ||

p. 402)

sārdhanandāṃśavistārau sphijoḥ piṇḍau suvartulau |
sārdhavedāṃśataścorumūlāt spikpiṇḍanirgatiḥ || 120 ||

sphikpiṇḍau meḍhrasūtrādhaḥ sārdhavedāṃśalambanau |
vṛttā grīvātha tannāhe yugmarekhā samanvitā || 121 ||

stanamantarayorhikkākakṣasandhistato'pi ca |
sārdhatrayodaśāṃśaiḥ syuḥ kakṣāt kakṣadharā tatiḥ || 122 ||

sapādāṃśadvayaṃ sārdhamātraṃ hṛdayanimnataḥ |
stanapīṭhonnatirdvyaṃśāt sayavaṃ kucavartulam || 123 ||

dviyavoccatataṃ cāruvartulaṃ stanacūcukam |
hikkā dviyavanīcā syājjānuyugmaṃ dvimātrakam || 124 ||

ṣaḍyavavyāsanimnā syād ramyā nābhiḥ pradakṣiṇā |
nābheḥ sayavabāṇāṃśā śroṇī pārśve rasāṃśakā || 125 ||

sārdhatryaṃśā kaṭiḥ śroṇyā taccheṣo meḍhramaṇḍalam |
sayavadvayabāṇāṃśadīrghaṃ sayavavṛttataḥ || 126 ||

liṅgaṃ bījāvalambastu savedāṃśayavadvayaḥ |
tadvyāsastāvataiva syānmeḍhrādūrdhvorubandhanam || 127 ||

tryaṅgulaṃ triyavottuṅgaṃ jānuvṛttaṃ tu bhāgataḥ |
taddhanaṃ sārdhakalayā pārśvabandhastu bhāgataḥ || 128 ||

jānupaścimabhāgoccaṃ sārdhadvyaṃśaṃ tu bhāgataḥ |
vistṛtaṃ tūccanimnādyamanyadūhyamataḥ param || 129 ||

sarvataḥ paripūrṇāṅgaṃ mānonmānāditaḥ samam |
śreṣṭhena daśatālena beraṃ kurvīta sundaram || 130 ||

itthaṃ daśatālena tu mukhye yathālakṣaṇam |
uktaṃ khalu berocitapummānamaśeṣādiha || 131 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde uttamadaśatālapuruṣamānavidhipaṭala ekacatvāriṃśaḥ |

p. 403)

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 42: Weitere Proportionssysteme für weibliche und männliche Bildgestalten

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 42: Weitere Proportionssysteme für weibliche und männliche Bildgestalten
Dieses Kapitel ergänzt die Maßlehre um das mittlere Zehn-Tala-System für weibliche und männliche Bilder sowie das kleinste Zehn-Tala-System für weibliche Bilder. Wie im vorigen Kapitel bezeichnen Finger und Gerstenkörner relative Werkmaße. Einzelne ungewöhnliche oder beschädigte Angaben werden erhalten und erläutert.

Kapiteleingang. Nun das zweiundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 42, Vers 1. Nun wird das weibliche Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System beschrieben. Vom Ushnisha bis zum Haaransatz sind es vier Finger; von dort bis zu den Augen vier Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 2. Bis zum Ende der Nasenflügel sind es vier Finger und vier Gerstenkörner, von dort bis zum Kinn drei Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 3. Vom Kinn bis zum Halsende sind es vier Finger; von dort bis zum Herzen, dann zum Nabel und zum Geschlecht jeweils dreizehn. Die Oberschenkel sind sechsundzwanzig Finger lang. [Die Quelle setzt ein Fragezeichen bei der ersten Maßangabe.]

Kriyapada 42, Vers 4. Das Knie misst vier Finger, die Unterschenkel sechsundzwanzig. Die Fußhöhe und die Sohlenlänge bemesse man auf jeweils vier Finger. [Die sehr kurze Sohlenlänge wird nicht stillschweigend verbessert.]

Kriyapada 42, Vers 5. Große und zweite Zehe sind jeweils vier Finger lang; die übrigen sind nacheinander jeweils um einen halben Finger kürzer.

Kriyapada 42, Vers 6. Die große Zehe ist zwei Finger breit, die zweite einen; die mittlere siebeneinhalb Gerstenkörner, die vierte sieben.

Kriyapada 42, Vers 7. Die kleine Zehe ist sechs Gerstenkörner breit. Die Nägel sind halb so breit wie die jeweilige Zehe und an der Spitze ein wenig erhöht. Die Ferse ist vier Finger breit

Kriyapada 42, Vers 8. und ebenso hoch. Die Sohlenbreite beträgt fünf Finger, am vorderen Ende sechs; die beiden Knöchel messen fünf Finger.

Kriyapada 42, Vers 9. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit, der Unterschenkel sechs, das Knie sieben, der Oberschenkel zwölf.

Kriyapada 42, Vers 10. Die Beckenbreite beträgt zwei Tala, also vierundzwanzig Finger. Der Schambereich ist oben sieben und unten vier Finger breit und hat die Form eines Ashvattha-Blattes.

Kriyapada 42, Vers 11. Er sei voll und schön. Die Hüfte ist ein Kriti-Maß breit. Der Nabel ist sechs Gerstenkörner breit und tief; die Mitte bleibt am schmalsten,

Kriyapada 42, Vers 12. elf Finger breit und mit einer feinen Haarlinie geschmückt. Unter der Brust beträgt die Breite ein Atijagati-Maß; jede Brust misst neun Finger.

Kriyapada 42, Vers 13. Der Brustwarzenhof misst drei Finger; die Brüste sind anderthalb Bhaga-Maße, also sechs Finger, erhöht. Die Brustwarze misst einen halben Finger und ist zwei Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 14. Zwischen den Achseln beträgt die Breite siebzehn Finger; einschließlich der Arme einunddreißig.

Kriyapada 42, Vers 15. Der Oberarm ist ein Utkriti-Maß lang, der Ellenbogen drei Finger, der Unterarm ein Dhriti-Maß, die Handfläche sieben Finger.

Kriyapada 42, Vers 16. Die Fingerlängen betragen der Reihe nach vier, fünf, sechs, fünf und vier Finger; ihre Breiten neun, sieben, acht, sieben und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 17. Bei sechs Teilen der Fingerendbreite ist der Nagel vier Teile breit. Seine Länge übersteigt dies um ein Gerstenkorn. Die Handflächenbreite beträgt sechs Finger.

Kriyapada 42, Vers 18. Handgelenk, Ellenbogen, Oberarmmitte und Oberarmansatz sind der Reihe nach drei, fünf, sechs und sieben Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 19. Der Hals ist sieben Finger breit, das Gesicht elf. Das Gesicht ist länglich-rund. Die Brauen liegen ein Kala-Maß und anderthalb Finger

Kriyapada 42, Vers 20. unter dem Haaransatz; ihre Länge beträgt ein Kala-Maß und zwei Gerstenkörner. Von den Nasenflügeln bis zum Mund ist es ein Finger und ein Gerstenkorn; das Philtrum ist halb so lang. [Die Maßfügung zur Brauenlage ist örtlich nicht eindeutig.]

Kriyapada 42, Vers 21. Der Lippenrand ist ein Gerstenkorn breit; der Rest bildet die Oberlippe. Ihre Länge beträgt vier Finger, der obere Rand ist dreifach gebogen.

Kriyapada 42, Vers 22. Die Mundlänge ist ebenso groß. Die Unterlippe ist einen Finger und ein Gerstenkorn breit; ihr Rand ein Gerstenkorn, ihre Länge vier Finger und zwei Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 23. Ihre Höhe beträgt sechs Gerstenkörner. Von dort liegt der Kiefer anderthalb Finger entfernt; das Kinn misst dort zwei Gerstenkörner. Der Halsrücksprung vom Kiefer

Kriyapada 42, Vers 24. beträgt dreieinhalb Finger. Das Ohr ist drei Finger breit, vier Finger und zwei Gerstenkörner lang; der herabhängende Ohrteil fünf Finger.

Kriyapada 42, Vers 25. Man versehe ihn mit Schmuck. Die Arme seien schön wie ein Kuhschweif, die Oberschenkel wie Elefantenrüssel; der ganze Körper sei schön gestaltet.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Nicht genannte Maße, etwa am Kopf, leite der Kundige wie zuvor ab. Weibliches Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System.

Kriyapada 42, Vers 26. Nun wird das männliche Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System beschrieben.

Kriyapada 42, Vers 27. Kopf, Hals, Fuß und Knie erhalten jeweils vier Finger und zwei Gerstenkörner Höhe. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie, dann bis zum Ende der Nasenflügel

Kriyapada 42, Vers 28. und bis zum Kinn gilt jeweils das genannte Maß. Am Hals misst die Kehle einen halben Finger. Von der Schlüsselbeingrube bis zum Herzen sind es zwölf Finger und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 29. Von dort bis zum Nabel und weiter zum Geschlechtsorgan sind es jeweils zwölf Finger mit einem zusätzlichen Finger. Die Oberschenkellänge beträgt ein Abhikriti-Maß und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 30. Die Unterschenkel sind ebenso lang; die Sohlenlänge beträgt ein Atyashti-Maß, die Oberarmlänge ein Utkriti-Maß, der Ellenbogen drei Finger.

Kriyapada 42, Vers 31. Der Unterarm misst zwanzig Finger, die Hand bis zur Mittelfingerspitze dreizehn. Die Breite einschließlich der Arme

Kriyapada 42, Vers 32. beträgt neununddreißig Finger, die Gesichtsbreite elfeinhalb. Für Hals- und Oberarmansätze sowie beide Kniemitten gilt unten das entsprechende Maß. [Der letzte Halbvers ist elliptisch; eine Maßzahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 42, Vers 33. Von der Schlüsselbeinlinie bis zum Achselende sind es jeweils neun Finger; der Achselunterrand erhält drei, die Brustbreite ein Prakriti-Maß.

Kriyapada 42, Vers 34. Der Brustabstand, der Abstand von Brust zur Schlüsselbeingrube und von dort zur Achsel beträgt jeweils dreizehn Finger. Die Bauchmitte ist fünfzehneinhalb Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 35. Die Hüfte ist drei Finger breiter, die Beckenbreite nochmals drei. Die Oberschenkelansätze sind dreizehn Finger breit,

Kriyapada 42, Vers 36. ihre Mitten elf, die Unterschenkel sieben. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit; die beiden Knöchel messen fünfeinviertel.

Kriyapada 42, Vers 37. Breite und Höhe der Ferse betragen vier Finger und zwei Gerstenkörner, die Fußmitte fünfeinviertel Finger.

Kriyapada 42, Vers 38. Das vordere Fußende ist sechseinhalb Finger breit. Die große Zehe misst viereinviertel Finger, die zweite ein Gerstenkorn mehr.

Kriyapada 42, Vers 39. Die mittlere Zehe ist dreieinhalb Finger lang, die vierte drei, die kleine zweieinhalb. Die Breiten betragen der Reihe nach

Kriyapada 42, Vers 40. drei Finger, einen Finger und ein Gerstenkorn, einen Finger, sieben Gerstenkörner und sechs. Die Nagelbreiten betragen acht, fünf, vier,

Kriyapada 42, Vers 41. dreieinhalb und drei Gerstenkörner; ihre Längen die Hälfte ihrer jeweiligen Breite. Oberarm und Ellenbogen sind acht und sieben Finger breit,

Kriyapada 42, Vers 42. Unterarm und Handgelenk fünfeinhalb und dreieinhalb. Vom Handgelenk aus ist die Handfläche sieben Finger lang, der Mittelfinger sechs.

Kriyapada 42, Vers 43. Zeige- und Ringfinger messen fünfeinviertel, kleiner Finger und Daumen viereinviertel Finger.

Kriyapada 42, Vers 44. Die Handfläche ist zweieinhalb Finger breit und zweieinhalb stark. Die Fingerbreiten vom Daumen an betragen zwölf, acht, neun,

Kriyapada 42, Vers 45. acht und sechs Gerstenkörner. Bei drei Teilen Fingerendbreite ist der Nagel zwei Teile breit.

Kriyapada 42, Vers 46. Die Nagellänge übersteigt die jeweilige Breite um zwei Gerstenkörner. Das Geschlechtsorgan ist fünf Finger lang und zwei breit.

Kriyapada 42, Vers 47. Hodenbreite und -höhe betragen vier Finger. Die Stirn ist neun Finger lang, der hintere Abstand zwischen den Ohren dreizehn.

Kriyapada 42, Vers 48. Augenlänge und Augenabstand betragen zweieinviertel Finger. Die Augenhöhe misst sechs Gerstenkörner, ebenso der dunkle Kreis.

Kriyapada 42, Vers 49. Die weißen Bereiche zu seinen Seiten sind jeweils fünf Gerstenkörner lang; in der Mitte des dunklen Kreises liegt der leuchtende Punkt mit einem Gerstenkornmaß.

Kriyapada 42, Vers 50. Die Pupille ist lausgroß, der innere Augenwinkel ein Gerstenkorn groß. Die rötlichen äußeren Winkel messen je ein halbes, das Oberlid zwei Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 51. Das Unterlid misst ein halbes Gerstenkorn. Die Mitte der Braue liegt dreieinviertel Finger über der Augenlinie; ebenso hoch reicht das Ohr.

Kriyapada 42, Vers 52. Die Brauen sind fünf Finger lang, in der Mitte zwei Gerstenkörner breit und einen halben Finger voneinander entfernt. Ihre Senkung beträgt einen Finger.

Kriyapada 42, Vers 53. Die Brauen sind bogenförmig, die Ohren vier Finger und zwei Gerstenkörner lang. Der herabhängende Teil ist ebenso lang, mit Schmuck um mehr als einen Finger verlängert.

Kriyapada 42, Vers 54. Der vordere Ohrsteg ist einen Finger breit, der hintere halb so breit; ihre Stärke beträgt einen halben Finger. Der Ohransatz liegt vom äußeren Augenwinkel

Kriyapada 42, Vers 55. sieben Finger entfernt. Vom Philtrumansatz bis zur Nasenspitze beträgt die Höhe drei Finger weniger ein Gerstenkorn. Der Pushkara-Bereich ist sechs Gerstenkörner hoch,

Kriyapada 42, Vers 56. seine Breite ein Gerstenkorn geringer. Der obere Nasenabschnitt ist einen Finger breit; die Nasenflügel jeweils einen halben und ein Gerstenkorn stark. [Pushkara ist hier ein nicht sicher anatomisch zugeordnetes Nasenglied.]

Kriyapada 42, Vers 57. Das Philtrum ist einen halben Finger lang und zwei Gerstenkörner breit. Die Oberlippe ist einen halben Finger breit, ihr Rand ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 58. Ihre Länge beträgt vier Finger und ein Gerstenkorn. Die Unterlippe ist einen Finger und ein Gerstenkorn breit und doppelt so lang; ihr Rand misst ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 59. Sie ist sechs Gerstenkörner hoch; der Rest ist das Kinn. Vom Kiefer bis zur Kehle ist es ein Finger und anderthalb Gerstenkörner; von dort beträgt der Halsrücksprung zweieinhalb Finger.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Das Übrige leiten die Kundigen wie zuvor ab. Männliches Maß nach dem mittleren Zehn-Tala-System.

Kriyapada 42, Vers 60. Nun wird das weibliche Maß nach dem kleinsten Zehn-Tala-System genannt.

Kriyapada 42, Vers 61. Die Gesichtslänge wird mit „anderthalb Anteilen“ bezeichnet. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es vier Finger, von dort bis zum Ende der Nasenflügel vier Finger und ein Gerstenkorn. [Der erste Ausdruck ist auffällig verkürzt; eine vermutete ausgefallene Zahl wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 42, Vers 62. Von dort bis zum Kinn ist es dasselbe Maß, ebenso vom Kinn bis zum Halsende. Vom Hals zum Herzen und vom Herzen zum Nabel sind es jeweils zwölfeinhalb Finger.

Kriyapada 42, Vers 63. Das Bild wird gleichmäßig in einhundertsechzehn Finger geteilt. Ushnisha, Achselabschnitt, Knie und Fußhöhe erhalten vier Finger.

Kriyapada 42, Vers 64. Wiederum wird die Gesichtslänge mit „anderthalb Anteilen“ bezeichnet. Vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es viereinviertel Finger, von dort bis zum Ende der Nasenflügel vier Finger und ein Gerstenkorn.

Kriyapada 42, Vers 65. Von dort reicht es bis zum Kinn; vom Hals zum Herzen, vom Herzen zum Nabel und von dort zum Geschlecht sind es jeweils zwölfeinhalb Finger. [Die wiederholten Anfangsmaße in Vers 61–65 unterscheiden sich bei der Augenlinie; beide Fassungen bleiben erhalten.]

Kriyapada 42, Vers 66. Die Oberschenkel messen ein Abhikriti-Maß, die Unterschenkel gleich viel. Der Fuß ist sechzehn Finger lang, die Oberarme ebenso lang wie die Oberschenkel.

Kriyapada 42, Vers 67. Die Ellenbogen sind drei Finger lang, die Unterarme achtzehn, die Handfläche sechseinhalb, der Mittelfinger sechs.

Kriyapada 42, Vers 68. Zeige- und Ringfinger messen fünf, Daumen und kleiner Finger vier Finger. Die Breiten vom Daumen an betragen neun, sieben, acht, sieben und sechs Gerstenkörner.

Kriyapada 42, Vers 69. Bei drei Teilen Fingerendbreite ist der Nagel zwei Teile breit; seine Länge übersteigt dies um ein Gerstenkorn. Die Handfläche ist sechs Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 70. Die Handfläche ist drei Finger stark. Handgelenk, Unterarmmitte, Ellenbogen und Oberarm sind drei, vier, fünf und sechs Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 71. Das Gesicht ist elf Finger breit, der Hals sieben. Oberarmansatz und Knie sind jeweils sieben Finger breit.

Kriyapada 42, Vers 72. Der Achselabstand beträgt ein Atyashti-Maß, die Brustbreite neun Finger. Die Brusthöhe ist halb so groß; der Warzenhof misst drei Finger.

Kriyapada 42, Vers 73. Die Brustwarze misst einen halben Finger und ist zwei Gerstenkörner hoch. Unter der Brust beträgt die Breite ein Atijagati-Maß, in der Körpermitte elf Finger.

Kriyapada 42, Vers 74. Die Hüfte ist ein Kriti-Maß breit, das Becken ein Sankriti-Maß. Die Oberschenkel sind zwölf Finger breit, die Unterschenkelmitten sechs.

Kriyapada 42, Vers 75. Der Nalaka-Abschnitt ist vier Finger breit, die beiden Knöchel messen fünf. Fersenbreite und -höhe betragen vier Finger.

Kriyapada 42, Vers 76. Die Fußmitte ist fünf, das Vorderende sechs Finger breit. Die große Zehe ist vier Finger lang, die zweite ebenso, die mittlere dreieinhalb.

Kriyapada 42, Vers 77. Die vierte Zehe misst drei Finger, die kleine zweieinhalb. Von der kleinsten aus betragen die Breiten sechs, sieben, siebeneinhalb, acht und eine durch Vikara bezeichnete Anzahl von Gerstenkörnern.

Kriyapada 42, Vers 78. Die Nägel sind halb so breit wie die jeweilige Zehe, um ein Viertel kürzer als breit, gerundet und an den Spitzen etwas erhöht.

Kriyapada 42, Vers 79. Die Brauenlinie liegt dreieinviertel Finger unter dem Haaransatz. Der Mund liegt einen Finger unter den Nasenflügeln, das Philtrum ist halb so lang.

Kriyapada 42, Vers 80. Der Mund ist vier Finger breit; sein oberer Lippenrand dreifach gebogen. Die Unterlippe ist drei Finger lang und halb so breit.

Kriyapada 42, Vers 81. Ihr Rand misst ein Gerstenkorn; der übrige Teil gleicht einer Bimba-Frucht. Das Auge ist zwei Finger und ein Gerstenkorn lang und sechs Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 82. Der Halsrücksprung vom Kiefer beträgt dreieinhalb Finger. Vom Philtrumansatz aus ist die Nase einen Finger und sechs Gerstenkörner hoch.

Kriyapada 42, Vers 83. Das Ohr ist vier Finger lang und dreieinviertel breit; der herabhängende Teil misst vier Finger. Das Übrige ist wie zuvor abzuleiten.

Kriyapada 42, Vers 84. Damit wurden hier die Merkmale des weiblichen und männlichen Maßes nach dem mittleren Zehn-Tala-System sowie des weiblichen Maßes nach dem kleinsten Zehn-Tala-System genannt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das zweiundvierzigste Kapitel über die Merkmale weiblicher und männlicher Maße und weiterer Bestimmungen.

Besinnung zu Kapitel 42

Die Maßreihen gehören zu einer Bildkunst, die religiöse Gegenwart durch sorgfältige Gestaltung ausdrücken möchte. Eine heutige Betrachtung kann den Sinn für Form und Aufmerksamkeit vertiefen. Dabei bleibt wesentlich, diese kunstgeschichtlichen Proportionsregeln von einem Urteil über wirkliche Körper zu unterscheiden. Die Vielfalt menschlicher Gestalten braucht keine Übereinstimmung mit einem Bildhauerschema.


Shiva in Meditation: eine moderne Begleitabbildung zum Thema innere Sammlung.

Moderne Begleitung: Nyasa – Verehrung und Darbringung des Körpers

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 42: Weitere Proportionssysteme für weibliche und männliche Bildgestalten
Dieses Kapitel ergänzt die Maßlehre um das mittlere Zehn-Tala-System für weibliche und männliche Bilder sowie das kleinste Zehn-Tala-System für weibliche Bilder. Wie im vorigen Kapitel bezeichnen Finger und Gerstenkörner relative Werkmaße. Einzelne ungewöhnliche oder beschädigte Angaben werden erhalten und erläutert.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

Shiva und Parvati als Begleitbild zur Beziehung von Bewusstsein und göttlicher Kraft.

Moderne Begleitung: Kundalini – die kosmische Kraft

Dieser Beitrag erläutert einen allgemeinen Yoga- und Tantra-Zusammenhang; er ist keine Rezitation dieser Schrift.


atha dvicatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

madhyena daśatālena strīmānaṃ kathyate'dhunā |
bhāgaḥ kacānta uṣṇīṣāt tasmād bhāgaḥ saṣaḍyavaḥ || 1 ||

netrāntaḥ syāt tato nāsāpuṭāntaḥ sacaturyavaḥ |
bhāgaḥ syādatha hanvantaṃ rāmāṃśaistu saṣaḍyavaiḥ || 2 ||

hanorbhāgastu (?) kaṇṭhāntastato hṛnnābhiyonayaḥ |
pṛthak trayodaśāṃśaiḥ syurūrū ṣaḍviṃśadaṅgulaiḥ || 3 ||

bhāgena jānustasmācca jaṅghe ṣaḍviṃśadaṅgulaiḥ |
bhāgena pādau ca talau bhāgāyāmau prakalpayet || 4 ||

aṅguṣṭhatarjanī cobhe bhāgāyāme pṛthak smṛte |
kramādarghāṅgulānāḥ syuḥ śeṣāstvaṅgulayaḥ pṛthak || 5 ||

aṅguṣṭho dvyaṅgulavyāsastarjaikāṅgulavistṛtā |
sārdhasaptayavā madhyānāmā saptayavaistataḥ || 6 ||

kaniṣṭhā ṣaḍyavavyāsā svavyāsārdhatatā nakhāḥ |
udañcitāgrāḥ kiñcit te pārṣṇivyāsastu bhāgataḥ || 7 ||

tāvaducco bhavet pārṣṇistalavyāsaḥ śarāṅgulaiḥ |
rasāṅgulaistalāgraṃ syādakṣagulphau śarāṅgulaiḥ || 8 ||

nalakā bhāgavistārā jaṅghāvyāso rasāṅgulaiḥ |
jānuvyāsaḥ saptamātrairūrvorvyāsastu tālataḥ || 9 ||

kaṭirdvitālavistārā saptāṃśairjaghanordhvataḥ |
caturmātrairaghovyāsastaccāśvatthadalākṛti || 10 ||

pībaraṃ tad bhaveccāru śroṇi kṛtyaṅgulaistatā |
ṣaḍyavavyāsanimnā syānnābhirmadhye'ntatastanuḥ || 11 ||

rudramātraistu vistīrṇaromarājyā ca śobhitā |
stanādho'tijagatyaṃśairnandāṃśaiḥ syāt pratistanam || 12 ||

rāmāṃśaiścūcukavyāsaḥ sārdhabhāgonnatau stanau |
stanākṣamardhamātraṃ syād dviyavaḥ syāt tadunnatiḥ || 13 ||

p. 404)

kakṣayorantaravyāso bhavet saptadaśāṅgulaiḥ |
sabāhusīmāvistāraḥ syādekatriṃśadaṅgulaiḥ || 14 ||

utkṛtyaṃśairbhujāyāmaḥ korparaḥ syāt kalāsamaḥ |
dhṛtyaṃśaistu prakoṣṭhaṃ syāt talaṃ saptāṅgulāyatam || 15 ||

vedeṣvṛtuśarāmnāyairāyatāṅgulayaḥ kramāt |
nandarṣivasvṛṣirasayavairaṅgulayastatāḥ || 16 ||

svāgravyāse ṣaḍaṃśe tu vedāṃśairnakhavistṛtiḥ |
yavādhiko nakhāyāmastalavyāso rasāṅgulaiḥ || 17 ||

rāmeṣuṣaṭsaptamātrairmaṇibandhaśca korparaḥ |
bāhumadhyaṃ ca mūlaṃ ca vistīrṇaṃ syāt krameṇa tu || 18 ||

grīvā saptāṅgulavyāsā rudrāṃśairmukhavistṛtiḥ |
vṛttāyataṃ bhaved vaktraṃ sārdhāṃśakalayā bhrūvoḥ || 19 ||

keśāntāt saṃsthitirdairghyaṃ tayoḥ sadviyavā kalā |
sayavāṃśāt puṭādāsyaṃ gojidairghyaṃ tadardhataḥ || 20 ||

oṣṭhapālī yavatatā taccheṣeṇauṣṭhavistṛtiḥ |
bhāgena syāt tadāyāmastrivargottarapālikā || 21 ||

tāvadāsyāyataṃ proktamadharaḥ sayavāṅgulaḥ |
tatpālī yavavistīrṇā sayavadvayabhāgataḥ || 22 ||

taddairghyaṃ ṣaḍyavaistuṅgaṃ tasmāt sārdhāṃśato hanuḥ |
cibukaṃ dviyavaṃ tatra kaṇṭhaveśastato hanoḥ || 23 ||

sārdhatrimātraiḥ kathitaḥ karṇavyāsaḥ kalāsya tu |
dairghyaṃ sadviyavābdhyaṃśairnālalambaḥ śarāṃśakaiḥ || 24 ||

tacca sābharaṇaṃ kuryād bhujau govālasundarau |
ūrū karikarākārau syād vapuḥ sarvasundaram || 25 ||

anuktaṃ pūrvavacchīrṣaṃ sarvamūhyaṃ vipaścitā |

madhya[k: dhyada]madaśatālastrīmānam |

madhyena daśatālena mānaṃ puṃso'tha kathyate || 26 ||

p. 405)

sayavadvayabhāgena śiraḥ kaṇṭhāghrijānuṣu |
syāduccamatha keśāntānnetrāntaṃ ca puṭāntakam || 27 ||

hanvantaṃ proktamānena syāt kaṇṭhe'rdhāṅgulaṃ galam |
hikkāyā (?) hṛdayāntaṃ syājjagatyaṃśaiḥ saṣaḍyavaiḥ || 28 ||

tasmānnābhistato meḍhraṃ sāṅgulairdvādaśāṅgulaiḥ |
saṣaḍyavābhikṛtyaṃśairūrvordairghyamudāhṛtam || 29 ||

jaṅghādairghyaṃ ca tattulyamatyaṣṭyaṃśaistalāyatiḥ |
utkṛtyaṃśairbāhudairghyaṃ kalāyāmastu korparaḥ || 30 ||

viṃśatyaṃśaiḥ prakoṣṭhaḥ syādāmadhyāgraṃ talāyatiḥ |
trayodaśāṅgulaiścātha sabāhvantaravistṛtiḥ || 31 ||

sanandatriṃśadaṃśaiḥ syāt sārdharudrāṅgulairmukham |
mūlāni kaṇṭhabāhūnāṃ jānumadhyadvayaṃ tvadhaḥ || 32 ||

hikkāsūtrācca kakṣāṃntaṃ pratyekaṃ navamātrakam |
kakṣādharastu kalayā prakṛtyaṃśairurastatiḥ || 33 ||

stanāntaraṃ stanāddhikkā hikkākakṣāntare'ṅgulaiḥ |
trayodaśaiḥ kukṣimadhyaṃ sārdhapañcadaśāṅgulaiḥ || 34 ||

tasmāt kalādhikavyāsā śroṇitaḥ syāt kalādhikā |
kaṭivyāsastathaivorvormūleṃ'śaistu trayodaśaiḥ || 35 ||

tayormadhye ca rudrāṃśaiḥ saptāṃśairjaṅghayostatiḥ |
śrutyaṃśairnalakāvyāsaḥ sapādaistu śarāṅgulaiḥ || 36 ||

akṣagulphadvayavyāsaḥ pārṣṇivyāsoccatā tataḥ |
sayavadvayavedāṃśaiḥ sapādeṣvaṅgulaistataḥ || 37 ||

padamadhyaṃ padāgraṃ ca tataṃ sārdharasāṅgulaiḥ |
sapādavedāṃśo'ṅguṣṭhastarjanyasmād yavādhikā || 38 ||

sārdhatryaṃśāyatā bhadhyā tryaṃśadīrghā tvanāmikā |
sārdhadvyaṃśā kaniṣṭhā ca vistāre'pi yathākramam || 39 ||

kalayā sayavāṃśena mātrāt saptayavairapi |
ṣaḍyavaiśca nakhavyāsā vasviṣuśrutisaṃmitaiḥ || 40 ||

p. 406)

yavaiḥ sārdhāgnirāmaiḥ syāt svavyāsārdhāt tadāyatiḥ |
atha vasvṛṣisārdheṣusārdharāmāṅgulaiḥ kramāt || 41 ||

bāhukorparayorvyāsaḥ prakoṣṭhamaṇibandhayoḥ |
maṇibandhāt talāyāmaḥ saptāṃśaiḥ syāt ṣaḍaṅgulaiḥ || 42 ||

madhyāyāstu sapādeṣumātre dāśanyanāmike |
kaniṣṭhāṅgu[k: la]ṣṭhayādairghyaṃ sapādaiścaturaṅgulaiḥ || 43 ||

sārdhadvyaṃśaistalavyāsaḥ sārdhadvyaṃśaghanaṃ talam |
aṅguṣṭhādyaṅgulīnāṃ tu syāt sūryavasunandakaiḥ || 44 ||

yavairvasurasaistāsāṃ vistāraḥ kramaśo mataḥ |
svāgravyāse tu rāmāṃśe dvyaṃśā syānnakhavistṛtiḥ || 45 ||

svasvavyāsānnakhāyāmaḥ praśasto dviyavādhikaḥ |
śiśnāyāmaḥ śarāṃśaḥ syāt tadvyāso dvyaṅgulaḥ smṛtaḥ || 46 ||

muṣkavyāsocchrayau bhāgau bhālaṃ nandāṃśamāyatam |
paścāt karṇāntarāyāmo bhavenmātraistrayodaśaiḥ || 47 ||

netrāyāmāntarāyāmau sapādāṃśadvayena hi |
ṣaḍyavā netravistārastāvat syāt kṛṣṇamaṇḍalaḥ || 48 ||

tatpārśvamaṇḍale śvete syātāṃ pañcayavāyate |
yavapramāṇaṃ jyotiḥ syāt kṛṣṇamaṇḍalamadhyagam || 49 ||

yūkāmātrā tu dṛṣṭiḥ syād yavamānā kanīnikā |
apāṅge'rdhayave rakte dviyavenordhvavarma yat || 50 ||

adhovarmārdhayavato bhrūmadhyaṃ netrasūtrataḥ |
sapādakalayā kāryaṃ tāvān karṇocchrayo bhavet || 51 ||

śarāṅgulaṃ bhrūvordairghyaṃ tanmadhyaṃ dviyavāt tatam |
tadantaraṃ syādardhāṃśāt tayorānatiraṅgulāt || 52 ||

bhruvau cāpākṛtā dīrghe karṇau dviyavabhāgataḥ |
nālālambo'pi tāvān syāt sādhikāṃśaḥ sabhūṣaṇaḥ || 53 ||

p. 407)

pūrvanālatatirmātrāt paścānnālaṃ tadardhataḥ |
tayorghanaṃ tvardhamātrāt karṇamūlamapāṅgataḥ || 54 ||

saptāṅgulaṃ bhaved gojīmūlānnāsāgratuṅgatā |
yavonakalayā kāryā ṣaḍyavaḥ puṣkarocchrayaḥ || 55 ||

tadvistāro yavonaḥ syādūrdhvanāsāṅgavistṛtā |
puṭāvardhāṅgulasamau syātāṃ yavaghanau ca tau || 56 ||

gojyāyāmo'rdhamātraṃ syāt tadvyāso dviyavaḥ smṛtaḥ |
uttaroṣṭhatatistvardhamātrāt pālitatiryavāt || 57 ||

taddairghyaṃ sayavād bhāgāt sayavāṃśādhare tatiḥ |
taddairghyaṃ dviguṇaṃ tasmāt tatpālī yavasaṃmitā || 58 ||

taduccaṃ ṣaḍyavaṃ śeṣo hanuśca syāddhanorgalaḥ |
sādhyardhayavamātraḥ syāt tataḥ sārdhadvimātrataḥ || 59 ||

kaṇṭhaveśo bhaveccheṣaṃ prāgvadūhyaṃ vicakṣaṇaiḥ |

madhyamadaśatālapuruṣamānam |

kaniṣṭhadaśatālena strīmānamatha kathyate || 60 ||

sārdhenāṃśairmukhāyāmaḥ keśāntākṣyantavistṛtiḥ |
bhāgāt tataḥ puṭāntaṃ ca sayavairvedamātrakaiḥ || 61 ||

tato hanvantaraṃ tāvat kaṇṭhāntaṃ ca hanostathā |
kaṇṭhāddhṛcca hṛdo nābhiḥ sārdhasūryāṅgulāntaram || 62 ||

bere samavibhakte tu saṣoḍaśaśatāṅgulaiḥ |
uṣṇīṣakakṣajānvaṅghritaloccaṃ vedamātrakaiḥ || 63 ||

sārdhenāṃśairmukhāyāmaḥ keśāntādakṣisūtrataḥ |
sapādavedamātraiḥ syāt tataḥ sayavabhāgataḥ || 64 ||

puṭānto'smācca hanvantamathākaṇṭhāddhṛdantakam |
hṛdo nābhistato yoniḥ sārdhasūryāṅgulaiḥ pṛthak || 65 ||

abhikṛtyaṃśakairūrū jaṅghe corvoḥ same mate |
ṣoḍaśāṃśaiḥ padāyāmo bāhū corvoḥ samau matau || 66 ||

p. 408)

korparau tu kalāyāmau prakoṣṭho'ṣṭādaśāṅgulaiḥ |
sārdhartvaṃśaistalāyāmaḥ ṣaḍaṃśairmadhyamāyatā || 67 ||

tarjānāme śarāṃśaiḥ stāṃ bhāgād [k: ga] jyeṣṭhākaniṣṭhike |
jyeṣṭhādikāṅgulivyāso nandarṣyaṣṭarṣiṣaḍyavaiḥ || 68 ||

svāgravyāse tribhakte dvāvaṃśau [kh: śonakha] nakhavistṛtiḥ |
ato yavādhikaṃ dairghyaṃ talavyāso rasāṃśataḥ || 69 ||

ghanaṃ talasya kalayā maṇibandhaprakoṣṭhayoḥ |
madhyakorparabāhvośca trivadeṣurasastatam || 70 ||

rudramātrairmukhavyāso grīvā saptāṅgulaistatā |
bāhumūlasya jānvośca vyāsaḥ saptāṃśatastatiḥ || 71 ||

kakṣāntarasyātyaṣṭyaṃśairnandāṃśaiḥ stanavistṛtiḥ |
tayostadardhamutsedhaścūcuke tu trimātraka || 72 ||

ardhāṃśataḥ stanākṣaḥ syāt taduccaṃ dviyavaṃ smṛtam |
stanādho'tijagatyaṃśairmadhye rudrāṅgulaistatiḥ || 73 ||

śroṇaḥ kṛtyaṃśavistārā saṅkṛtyaṃśaiḥ kaṭistatā |
ūrvorvyāsastu sūryāṃśairjaṅghāmadhye ṣaḍaṃśakaiḥ || 74 ||

nalakā bhāgavistārā tvakṣagulphau śarāṅgulaiḥ |
pārṣṇivyāsonnatirbhāgāt talamadhyāgrayorapi || 75 ||

vyāsaḥ syāccharaṣaṇmātrairjeṣṭhoccaṃ bhāgato bhavet |
tatsamā tarjanī madhyā sārdharāmāṅgulāyatā || 76 ||

trimātrānāmikā sārdhadvyaṅgulā syāt kaniṣṭhikā |
rasarṣisārdharṣivasuvikārayavavistṛtāḥ || 77 ||

pādāṅgulyaḥ kaniṣṭhādyāḥ svavyāsārdhatatā nakhāḥ |
tatpādonāyatā vṛttā unnatāgrā manāk ca te || 78 ||

syāt keśāntāt bhruvoḥ sūtraṃ sapādakalayā tatam |
puṭādadho'ṅgulādāsyaṃ gojyāyāmastadardhataḥ || 79 ||

p. 409)

āsyavyāsastu vedāṃśaistrivargottarapālikā |
kalāyataḥ syādadharastadardhena tu vistṛtaḥ || 80 ||

tatpālī yavamānā syāccheṣaṃ bimbaphalākṛti |
sayavadvyaṃśato netradairghyaṃ vyāsastu ṣaḍyavaiḥ || 81 ||

hanostathā kaṇṭhaveśaḥ sārdharāmāṅgulaiḥ smṛtaḥ |
gojīmūlāt tu nāsoccaṃ syāt saṣaḍyavamātrataḥ || 82 ||

karṇāyāmastu bhāgena sapādakalayā tatiḥ |
bhāgena nālālambaḥ syāccheṣamūhyaṃ hi pūrvavat || 83 ||

madhyamadaśatālena strīmānaṃ cāpi tena puṃmānam |
daśatālāt tu kaniṣṭhāt strīmānasyeha lakṣaṇaṃ kathitam || 84 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau sidhāntasāre kriyāpāde strīpuṃmānādilakṣaṇapaṭalo dvicatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 43: Sechzehn Bildformen und ihre Merkmale

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 43: Sechzehn Bildformen und ihre Merkmale
Das Kapitel führt von den Körpermaßen zur erkennbaren Gestalt: Shiva mit Uma und Skanda, Shiva als Tänzer, Lehrer, Bräutigam und in weiteren Erscheinungsformen. Auch Stier, Dreizack, Khatvanga-Stab und Ganesha werden beschrieben. Die Haltungen und Attribute gehören zur historischen Bildlehre; die geometrischen Angaben bleiben als solche sichtbar.

Kapiteleingang. Nun das dreiundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 43, Vers 1. Nun werden Gestalt und weitere Merkmale der sechzehn Formen genannt. Zuerst die Merkmale Shambhus zusammen mit Uma und Skanda.

Kriyapada 43, Vers 2. Er ist gerade nach vorne gewandt, in einer von Rajas geprägten Haltung, halb im Paryanka-Sitz. Den linken Fuß lege man auf den Sitz, den rechten lasse man herabhängen. [Die Vorlage kennzeichnet den ersten Halbvers als unsicher.]

Kriyapada 43, Verse 3–4. Vom Sitzende bis zum Haaransatz und bis zum Knieende gelten gleiche Maße; ebenso an den Außenseiten der Knie, vom Knieende bis zur Armseite und zwischen den Handgelenken der beiden hinteren Hände. All dies bemesse man der Reihe nach entsprechend der Oberkörperhöhe. [Die Verbindung der einzelnen Messstrecken ist nicht völlig eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 5. Die Mittellinie lasse man von der Kronenspitze bis zwischen die Knöchel herab. Das rechte Knie liegt zwei oder drei Finger nach innen versetzt von der Linie.

Kriyapada 43, Vers 6. Von der Mittellinie bis zum Nalaka-Abschnitt dieses Beins sind es zwölf Finger; bis zur Mitte der rechten Hand vierzehn.

Kriyapada 43, Vers 7. Die linke Handfläche liegt fünfzehn Finger von der Linie entfernt. Die Mittelfingerspitze der rechten Hand liegt auf Höhe der Brustlinie.

Kriyapada 43, Vers 8. Zwischen linkem Oberschenkel und linker Hand sind zwei oder drei Finger. Die Spitzen der beiden Hände in Scherenhaltung liegen auf Höhe der Schlüsselbeinlinie.

Kriyapada 43, Vers 9. Zwischen Hüfte und Ellenbogen sind fünf oder sechs Finger; ebenso zwischen Geschlechtsorgan und Augenpunkt. Die Nasenlinie berührt den Bauch. [Die zweite Messstrecke und die Nasenlinie bleiben in der gelieferten Lesung unsicher.]

Kriyapada 43, Vers 10. Von der Mittellinie aus liegen Kronenspitze und die beiden Scherenhände bei vierzehn, dreizehn und zwölf Fingern; die Hände zeigen nach innen oder außen. [Die Zuordnung der drei Abstände ist nur vorläufig.]

Kriyapada 43, Vers 11. Rechts halte er das Beil, links die Gazelle. Die rechte vordere Hand zeige die Furchtlosigkeitsgeste, die linke die Kataka-Geste.

Kriyapada 43, Vers 12. Links und rechts trage er Muschelblatt- beziehungsweise goldene Ohrgehänge. Vom Haaransatz aus beträgt die Kronenhöhe zweidreiviertel Tala,

Kriyapada 43, Vers 13. oder zweieinhalb beziehungsweise zwei Tala. Man fertige sie nach ihren Merkmalen. Zur Linken des Gottes stelle man die mit ihm sitzende Parvati dar.

Kriyapada 43, Vers 14. Ihr linker Fuß hängt herab, ihr rechter liegt auf dem Sitz. Sie lehnt sich ein wenig zum Gott, ihr Gesicht ist geneigt, und sie trägt ihren Schmuck.

Kriyapada 43, Vers 15. Ihre linke und rechte Hand zeigen Gnadengeste beziehungsweise blauen Lotus. Oder die linke Hand ruht außerhalb des linken Oberschenkels auf dem Sitz.

Kriyapada 43, Vers 16. Zwischen beiden steht Skanda nach den Maßen „vier, Utkriti, weiß“. Seine Höhe teile man nach dem Fünf-Tala-System und fertige danach die Glieder. [Örtliche Übersetzungsausnahme: Die Maßchiffre des ersten Halbverses ist nicht sicher verständlich; es wird keine konkrete Skanda-Höhe ergänzt.]

Kriyapada 43, Vers 17. Das Kopfmaß beträgt einen Finger; vom Haaransatz bis zur Augenlinie sind es dreieinhalb Finger und ebenso bis zum Ende der Nasenflügel.

Kriyapada 43, Vers 18. Von dort bis zum Kinn sind es drei Finger, ebenso für den Hals. Von der Schlüsselbeingrube zum Herzen, von dort zum Nabel und vom Nabel zum Geschlechtsorgan sind es neun, acht und vier Finger.

Kriyapada 43, Vers 19. Die Oberschenkel sind zwölf Finger lang, die Knie drei, die Unterschenkel elf, die Fußhöhe drei und die Sohlenlänge zehn Finger.

Kriyapada 43, Vers 20. Die Oberarme sind vierzehn Finger lang, die Unterarme zehn, die Handflächen vier und der Mittelfinger ebenfalls vier.

Kriyapada 43, Vers 21. Zeige- und Ringfinger sind dreieinhalb Finger lang, kleiner Finger und Daumen drei. Beide Hände tragen blaue Lotusse.

Kriyapada 43, Vers 22. Man stelle ihn stehend mit beiden Füßen angezogen und mit den beschriebenen Merkmalen dar. Nun die Merkmale Candrashekharas: Er steht auf beiden Füßen gleichmäßig.

Kriyapada 43, Vers 23. Das Lot führe man durch Ushnisha, Stirn, Nasenspitze, Kinnmitte, Schlüsselbeingrube, Herz, Geschlecht, Brust und die Mitte zwischen den Füßen. [Die Brust wird in der Quelle nach dem Geschlecht genannt; die Reihenfolge bleibt erhalten.]

Kriyapada 43, Vers 24. Die Spitze der Scherenhand liegt auf Schlüsselbeinhöhe, die der Furchtlosigkeitshand auf Brusthöhe. Die Gnadenhand reicht bis zum Nabel oder zur Hüfte.

Kriyapada 43, Vers 25. Von der Mittellinie bis zur Mitte der Furchtlosigkeitshand beträgt die Breite fünfzehn Finger, bis zum Ende der hinteren Hand zwölf oder zehn.

Kriyapada 43, Vers 26. Bis zur Ellenbogenmitte sind es ein Atyashti- oder Dhriti-Maß. Am Oberschenkelansatz ist es ein Finger, zur Kniemitte vier.

Kriyapada 43, Vers 27. Zwischen den Unterschenkelmitten liegen fünf Finger, zwischen den Fersen vier. Die beiden oberen Scherenhände tragen Axt und Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 28. Links am Flechtenkranz trägt er die junge Mondsichel, als Schmuck Schlangen. Candrashekhara sei gerade nach vorne gewandt und korallenfarben.

Kriyapada 43, Vers 29. Der Stierträger kann in gleichmäßiger oder stark geschwungener Haltung stehen. Sein rechter Fuß steht gerade, der linke ist angezogen.

Kriyapada 43, Vers 30. Oder Fuß und Unterschenkel verlaufen schräg. Für das Lot gilt: Vom Ushnisha durch die linke Stirn, das linke Auge und das Ende der Nasenflügel,

Kriyapada 43, Vers 31. durch die linke Brust, Nabel, Oberschenkel und Fersenmitte. Der schräg verlaufende Unterschenkel gehört zur stark geschwungenen Haltung, nicht zur anderen.

Kriyapada 43, Vers 32. Das Lot führe man links am Nabel, durch die Mitte des linken Oberschenkels und zum rechten Knöchel. Oberhalb des Nabels gilt auch hier die vorige Führung.

Kriyapada 43, Vers 33. Die Neigung des Gottes beträgt fünf Finger. Sein linker Ellenbogen liegt auf dem Kopf des Stieres, achtzehn Finger von der Schlüsselbeingrube entfernt.

Kriyapada 43, Vers 34. Die Stierhöhe reicht vom Sitz bis unter den Ellenbogen. Oder die linke Hand hängt zur Hüftgegend herab.

Kriyapada 43, Vers 35. Hintere Hände und alles Weitere entsprechen Candrashekhara. Die Göttin steht in gleichmäßiger Haltung mit herabhängender linker Hand.

Unnummerierter erster Halbvers von 36. Ihre rechte Hand trägt einen blauen Lotus; der Arm reicht zur Brusthöhe des Herrn.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Somaskanda-Shiva. [Diese Abschnittsbezeichnung steht in der gelieferten Fassung erst nach den zusätzlichen Gestaltbeschreibungen.]

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 36. Nateshvara, der Herr des Tanzes, ist vierarmig, dreiäugig und trägt die Mondsichel.

Kriyapada 43, Vers 37. Das angenommene Schultermaß wird halbiert; die Neigung beträgt zehn oder zwölf Finger. Nun wird die Lotführung beschrieben.

Kriyapada 43, Vers 38. Vom Ushnisha führe man sie durch die linke Stirn, den linken Nasenflügel, die Kinnmitte, Schlüsselbeingrube, Nabelmitte und den linken Knöchel.

Kriyapada 43, Vers 39. Das Ende des ausgestreckten Arms liegt um ein Vikara-Maß entfernt, das Ende der hinteren Hand um vier Finger; genannt werden achtundfünfzig Finger. [Die Zuordnung der letzten Maßangabe setzt sich im folgenden Vers fort und bleibt in der Satzfügung unsicher.]

Kriyapada 43, Vers 40. Von der Linie bis zur feuertragenden Hand gilt dieses Maß; bis zur Damaru-Spitze sind es achtundvierzig Finger, auf Höhe der Ohrgrenze.

Kriyapada 43, Vers 41. Rechts beträgt der Abstand von der Linie bis zur Achsel zwölf Finger. Seine Flechten sind ausgebreitet, sein Gesicht lächelt leicht.

Kriyapada 43, Vers 42. Er trägt ein Tigerfellgewand und steht auf Apasmara. Umgeben ist er von Ganas, Göttern, Rishis, Yakshas und weiteren Wesen, Ganesha, Skanda und den Müttern,

Kriyapada 43, Vers 43. Bhringisha, Mahakali, Parvati und dem Stier. Nandin sitzt gut gegründet, vierarmig, und spielt die Mridanga-Trommel.

Unnummerierter Beginn von Vers 44. Seine Hand zeigt die Hala-Pallava-Geste; eine Verehrende begleitet ihn. [Der Bezug der letzten weiblichen Bezeichnung bleibt in der Lesung offen.]

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des schlangenerschreckenden Tanzes.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 44. Die folgende Gestalt steht auf dem rechten Fuß; der andere Lotusfuß ist angezogen.

Kriyapada 43, Vers 45. Vom Ushnisha durch die rechte Stirn, den rechten Nasenflügel und die Schlüsselbeingrube führe man das Lot; an der Nabelgegend verläuft es zwei Finger rechts davon,

Kriyapada 43, Vers 46. dann durch den Ansatz des Geschlechtsorgans bis zwischen die Fersen. Der Körper ist seitwärts gewandt, die linke Schulter geneigt und ausgedehnt. [Der letzte Ausdruck ist in der Quelle als fraglich markiert.]

Kriyapada 43, Vers 47. Unten zeigt die rechte Hand die Gnadengeste; die obere rechte Scherenhand trägt Ganga, die obere linke die Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 48. Mit der unteren linken Hand umarmt er Uma, die in gleichmäßiger Haltung steht. Bhagiratha und edle Weise verehren ihn.

Unnummerierter Beginn von Vers 49 und Abschnittsbezeichnung. So fertige man Gangadhara; das Übrige ist wie zuvor abzuleiten. Merkmale Gangadharas.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 49. Tripurantaka steht in der Vaishakha-Stellung mit gespreizten Beinen.

Kriyapada 43, Vers 50. Er kann leicht, gleichmäßig oder stark geschwungen sein. Die Neigung beträgt in den drei Formen der Reihe nach drei, vier oder fünf Finger.

Kriyapada 43, Vers 51. Zwischen den großen Zehen liegen entsprechend Vikara-, Dhriti- oder Kriti-Anteile. Die linke Hand mit dem Pinaka-Bogen reicht bis zur Achselhöhe; die andere Hand

Kriyapada 43, Vers 52. hält den Pfeil. Die beiden hinteren Hände tragen Beil und junge Gazelle. Wie zuvor steht die Göttin an seiner linken Seite.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Tripurantakas.

Kriyapada 43, Verse 53–54. Bei Kalyanasundara führt das Lot vom Ushnisha durch die linke Stirn, das linke Auge, das Ende der Nasenflügel und die Schlüsselbeingrube; am Nabel verläuft es drei oder vier Finger rechts und dann zur Knöchelmitte. Der Gott ist im Begriff, das Feuer rechtsläufig zu umschreiten.

Kriyapada 43, Vers 55. Seine rechte Hand hält die Hand der Göttin; die linke zeigt die Gnadengeste. Die beiden hinteren Hände sind wie zuvor.

Kriyapada 43, Vers 56. Die Göttin trägt einen blauen Lotus, ihr Körper ist dreifach geschwungen und geschmückt. Von Shri und Bhumi begleitet folgt Gauri dem Gott.

Kriyapada 43, Vers 57. Brahma ist der Opferpriester; Vishnu vollzieht die Übergabe der Braut und spendet mit einem Krug Wasser. Alle Götter, Rishis, Gandharvas, Yakshas und weiteren Wesen verehren ihn.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kalyanasundaras.

Kriyapada 43, Vers 58. Bei Ardhanarishvara verläuft das Lot wie bei gleichmäßiger Haltung. Er besitzt vier oder zwei Arme; sein rechter Fuß steht fest.

Kriyapada 43, Vers 59. Der linke Fuß ist angezogen, seine linke Hälfte ist Parvati. Alles Weitere gestalte man durch Ableitung wie zuvor.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Ardhanarishvaras.

Kriyapada 43, Vers 60. Pashupata steht wie Candrashekhara. Er ist dreiäugig, vierarmig, furchterregend, mit aufgerichtetem Haar und großem Körper.

Unnummerierter erster Halbvers von 61. Die oberen Hände tragen Gebetskette und Dreizack, die anderen zeigen Gnade und Furchtlosigkeit.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Pashupatas.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 61. Kankala ist zum Gehen bereit und tritt in juwelenbesetzten Sandalen auf.

Kriyapada 43, Vers 62. Sein Gesicht ist halb nach vorne gewandt; zwei Hände sind zum Schlagen der Dhakka-Trommel erhoben. Mit der anderen rechten Hand berührt er das Gesicht einer jungen Gazelle.

Kriyapada 43, Vers 63. Links trägt er einen Dreizack, auf den das Knochengerüst eines Toten aufgespießt ist. Vor ihm geht ein Bhuta, der die Bettelschale auf dem Kopf trägt.

Kriyapada 43, Vers 64. Auch die von Liebessehnsucht verwirrten Frauen der Weisen stelle man dar, ferner seine nachfolgenden Ganas mit Schirm und Yakhaarfächern.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kankalas.

Kriyapada 43, Vers 65. Die Halb-Vishnu-Gestalt ist gerade nach vorne gewandt und steht gleichmäßig auf beiden Füßen. Die linke Hand liegt am Oberschenkel, die rechte zeigt Furchtlosigkeit.

Kriyapada 43, Vers 66. Die beiden hinteren Hände tragen Beil und Muschel. Links befindet sich eine halbe Krone, rechts ein halber Flechtenknoten.

Kriyapada 43, Vers 67. Die linke Hälfte entspricht Vishnus Körper, die rechte Shivas. So fertige man die eine anmutige Gestalt von Hari und Ishvara.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Hariharas.

Kriyapada 43, Vers 68. Bei Bhikshatana verläuft das Lot wie bei gleichmäßiger Haltung. Seine Flechten sind ausgebreitet; er trägt die Himmelsrichtungen als Gewand und ist zum Gehen bereit.

Kriyapada 43, Vers 69. Die rechte Hand hängt herab und berührt das Gesicht der Gazelle; die linke trägt eine Schädelschale. Von den beiden oberen Händen

Kriyapada 43, Vers 70. hält die rechte die Damaru-Trommel, die andere eine Federgirlande. Schlangen schmücken ihn als Halskette, heilige Schnur und Hüftband.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Alles Übrige leite man auch hier von Kankala ab. Merkmale Bhikshatanas.

Kriyapada 43, Vers 71. Die nächste Gestalt, die Canda Gnade gewährt, fertige man wie Shiva zusammen mit Uma.

Kriyapada 43, Vers 72. Die rechte Hand zeigt die Gnadengeste, die andere liegt auf Candeshas Kopf. Canda sitzt mit gefalteten Händen unterhalb von Shivas Sitz.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale der Gnadengewährung an Candesha.

Kriyapada 43, Vers 73. Ebenso sitzt Dakshinamurti auf dem Shiva-Sitz, sein Gesicht halb nach vorne gewandt, mit schönem Flechtenknoten geschmückt.

Kriyapada 43, Vers 74. Mondsichel, Ganga, Dhurdhura-Blüte, Schädel und Schlange schmücken sein Haupt. Seine Hände tragen Gebetskette und Feuer; von den unteren Händen

Kriyapada 43, Vers 75. zeigt die rechte die leuchtende Erkenntnisgeste, die linke ruht auf dem Knie. Sein linker Fuß liegt auf dem rechten Oberschenkel, der andere Lotusfuß hängt herab.

Kriyapada 43, Vers 76. Mit diesem tritt er auf Apasmara. Von Scharen von Weisen verehrt stelle man den Herrn unter einem Banyanbaum dar, während er die Lehre erklärt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Dakshinamurtis.

Kriyapada 43, Vers 77. Kalakala, der Tod des Todes, zeigt eine angemessene tänzerische Gebärde. Der rechte Arm mit dem Dreizack ist bis zum Ohr erhoben.

Kriyapada 43, Vers 78. Die andere rechte Hand zeigt Gnade, eine linke die Zeigegeste; die andere linke reicht mit der Hala-Pallava-Geste vom Nabelbereich

Kriyapada 43, Vers 79. bis zur Ushnisha-Grenze. Der rechte Fuß steht fest; das linke Knie ist bis zum Nabel erhoben, der linke Fuß liegt auf Kalas Brust. [Die erste Handmaßverbindung über die Versgrenze ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 80. Er trägt Flechtenknoten und Mondsichel, hat drei Augen und furchterregendes Aussehen. Mit Tigerfellgewand und Schlangenschmuck ist er darzustellen.

Kriyapada 43, Vers 81. Kala selbst ist dunkelblau und rücklings zu Boden gestürzt, hält eine Schlinge, hat verdrehte Augen und einen weit geöffneten, furchterregenden Mund.

Unnummerierter Beginn von Vers 82. Mit Fangzähnen und braunrotem aufgerichtetem Haar wird er von Haras großer Zehe niedergedrückt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Kalakalas.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 82. Lingodbhava steht in der Mitte des Lingas wie Candrashekhara.

Kriyapada 43, Vers 83. Seine beiden Füße unterhalb des Nalaka-Bereichs sind in der Linga-Basis verborgen. Rechts stelle man Brahma als aufwärts fliegenden Schwan dar.

Unnummerierter erster Halbvers von 84. Links erscheint Vishnu als Eber, mit gefalteten Händen und nach unten gewandt.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale Lingodbhavas.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 84 und Vers 85. Der größte Stier ist so hoch wie Tür beziehungsweise Linga, der mittlere um ein Viertel niedriger, der kleinste halb so hoch. Er besitzt die vorgeschriebenen Merkmale. Oder er ist anderthalb-, eineinviertel- oder doppelt so hoch wie die Tür.

Kriyapada 43, Vers 86. Von einer bis neun Ellen reichen die drei Klassen klein, mittel und groß. Teilt man die Stierhöhe in fünfzig, heißt ein Teil ein Finger.

Kriyapada 43, Vers 87. Die Länge des Stieres beträgt ein Fünftel seiner Höhe. Vom Kopf bis zum Kehlende sind es zehn Finger, der Hals ist acht Finger lang. [Das erste Verhältnis ist auffällig und wird nicht in eine vermutete Verlängerung um ein Fünftel geändert.]

Kriyapada 43, Vers 88. Vom Hals bis zur Brust sind es Vikara-Anteile; die Oberschenkel sind sechs Finger lang, die Knie zwei, die Unterschenkel sechs, die Hufe zwei hoch.

Kriyapada 43, Vers 89. Der Hornabstand beträgt acht Finger, die Hornhöhe vier, die Stirnbreite neun, die Maulbreite fünf.

Kriyapada 43, Vers 90. Das Maul ist fünf Finger hoch. Die Augenlänge beträgt zwei Finger, die Augenbreite anderthalb; darüber werden vier Finger Höhe genannt. [Der letzte Maßbezug ist nicht eindeutig.]

Kriyapada 43, Vers 91. Der Abstand zwischen Auge und Ohr ist ebenso groß; das Ohr ist fünf Finger lang. Die Nase ist anderthalb Finger lang; Breite und Höhlung betragen einen Finger.

Kriyapada 43, Vers 92. Die Unterlippenmaße betragen zwei und drei Finger. Die Zunge ist drei lang, zwei breit und einen hoch. Der Höcker wird mit sechs und vier Anteilen an Körper und Erhebung bemessen. [Der letzte Halbvers ist bereits in der Quelle fraglich; die Zuordnung bleibt offen.]

Kriyapada 43, Vers 93. Die hinteren Oberschenkel haben der Reihe nach zehn, acht und vier Finger Breite; ihre Länge beträgt fünf, das Knie zwei Finger.

Kriyapada 43, Vers 94. Die Unterschenkel sind drei Finger breit und fünf lang, die Hufe drei hoch. Der Schweif reicht bis zum Ende der Unterschenkel; am Ansatz ist er drei Finger breit.

Kriyapada 43, Vers 95. Die Schweifspitze misst anderthalb Finger, die Hodenbreite drei, ihre Länge zwei, die Länge des Geschlechtsorgans drei Finger.

Unnummerierte Fortsetzung und Abschnittsbezeichnung. Das Übrige gestalte man sachgemäß durch Ableitung, ob der Stier liegt oder steht. Abschnitt über die Merkmale des Stieres.

Kriyapada 43, Vers 96. Nun der Dreizack: Seine Höhe entspricht der Tür- oder Pfeilerhöhe.

Kriyapada 43, Vers 97. Bei neun Teilen dieser Höhe ist die mittlere Form um einen, die kleinste um zwei Teile geringer. Oder die drei Formen groß, mittel und klein messen vier, drei und zwei Ellen.

Kriyapada 43, Vers 98. Bei einer Fünfteilung der Dreizackhöhe beträgt die Blatthöhe einen Teil; die Vorlage nennt dabei zusätzlich „zehn“. Das mittlere Blatt ist einen halben Teil hoch und hat die Gestalt eines dreigliedrigen Vajra. [Die Zahlwortfügung des ersten Halbverses ist nicht sicher aufzulösen.]

Kriyapada 43, Vers 99. Bei acht Teilen Blatthöhe erhält die Blattbreite einen Teil. Das mittlere Glied des Mittelblattes ist zwei Gerstenkörner größer.

Kriyapada 43, Vers 100. Bei fünf Teilen Blatthöhe beträgt die Länge des unteren Stiels einen Teil. Der Stiel gleicht einem aufgerichteten Lotus; über ihm liegen die Seitenblätter.

Kriyapada 43, Vers 101. Von zweieinhalb Teilen am Mittelblatt aus führe man auf beiden Seiten eine Rundung, von der Dreizackspitze bis zum Lotusende, um die Seitenblätter zu formen.

Kriyapada 43, Vers 102. Dann setze man rechts beziehungsweise seitlich am Mittelblatt an und runde gleichmäßig bis zu den inneren Begrenzungen der Seitenblätter. [Die Vorlage markiert den Ansatzpunkt als unsicher; die Konstruktion bleibt vorläufig.]

Kriyapada 43, Vers 103. Die Basis des Mittelblattes ist halb so breit wie die Blattbreite, die Spitze um ein Viertel schmaler als das Blatt. Die Stärke beträgt drei Viertel oder die Hälfte.

Kriyapada 43, Vers 104. Die Blätter fertige man mit geschärften Rändern und scharfen Schneiden. In der Mitte des Mittelblattes befindet sich ein Lotus, an anderer Stelle Blattwerk.

Kriyapada 43, Vers 105. Die Mittelblattspitze ist ein Viertelteil breit und knospenförmig. Die Spitzen der Seitenblätter gleichen Bambusblättern; das Mittelblatt … [Der Schluss ist in der Quelle fraglich und syntaktisch unvollständig.]

Kriyapada 43, Vers 106. Ihren Zwischenraum von einem halben Teil runde man sorgfältig aus. Bei fünfundzwanzig Teilen eigener Länge erhält die Stabbreite einen Teil.

Kriyapada 43, Vers 107. Der Stab sei gut gerundet, unbeschädigt und schön, unter dem Stiel mit einer Platte versehen. Darunter befinden sich Mandi, Krug und weiterer Schmuck wie an einem Pfeiler.

Kriyapada 43, Vers 108. Die Stabbasis trägt einen Lotus von dreifacher Stabbreite. Überall gestalte man durch sachgemäßes Abwägen von Möglichkeiten und Gegenmöglichkeiten Schönheit.

Unnummerierter erster Halbvers von 109. Nach den eigenen Mitteln kann er aus Gold, Silber, Kupfer oder Eisen bestehen.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des gerundeten Dreizacks.

Unnummeriertes Zitat aus dem Svayambhuva innerhalb von Vers 109. „Der Dreizack ist dreifach: gerundet, dreifach gebogen und Vetala. Diese Formen dienen der Reihe nach der Befriedung, dem Gedeihen und dem schädigenden Ritual.“

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 109. Die gerundete Form wurde erklärt; die gemeinsamen Merkmale gelten für alle drei.

Kriyapada 43, Vers 110. Das Besondere der dreifach gebogenen Form besteht darin, dass die Mitte der beiden Seitenblätter um die Hälfte der Rundung nach innen gebogen ist.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Der dreifach gebogene Dreizack.

Kriyapada 43, Vers 111. Bei der Vetala-Form haben die Blätter gerade Spitzen nach einem Achtelmaß. An der Stielbasis ist ein Vetala mit einem Fünftelmaß aufgespießt. [Die Bezugsgrößen der beiden Teilmaße bleiben unausgesprochen.]

Unnummerierter erster Halbvers von 112. An den vier Ecken der Platte sind vier Glocken angebracht.

Unnummerierte Abschnittsbezeichnung. Merkmale des Vetala-Dreizacks.

Kriyapada 43, zweiter Halbvers von 112. Auch den Khatvanga fertige man in allen Teilen wie den Vetala-Dreizack.

Kriyapada 43, Vers 113. Am Mittelblatt und den weiteren Teilen befindet sich ein Schädel, wie zuvor verbunden mit einem Vetala. An der Basis liegt eine Platte, reich mit einem Kranz aus Pfauenfedern versehen.

Kriyapada 43, Vers 114. Wie zuvor trägt er acht oder vier Glocken. Sein Stab ist viereckig und brettförmig wie die Längsstange eines Bettgestells.

Unnummerierter Beginn von Vers 115 und Abschnittsbezeichnung. Er ist durch sachgemäßes Abwägen mit Ranken, Blättern und weiteren Bildern geschmückt. Abschnitt über den Khatvanga.

Kriyapada 43, Schluss von Vers 115. Ganesha erhält das Fünf-Tala-Maß und kann sitzend oder stehend dargestellt werden.

Kriyapada 43, Vers 116. Unter dem Ushnisha misst sein Gesicht ein Tala; die Arme anderthalb. Der Hals ist gebeugt und verborgen. Er ist elefantengesichtig und dreiäugig.

Kriyapada 43, Vers 117. Unterhalb des Halses bis zur Hüftlinie sind es zweieinhalb Tala. Die Beine sind anderthalb Tala lang; sein Körper ist überall füllig.

Kriyapada 43, Vers 118. Damit wurden die Maße der vollständigen Bildgestalten der Reihe nach klar beschrieben. Die Merkmale der sechzehn Formen wurden hier einzeln und insgesamt in gedrängter Form genannt.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das dreiundvierzigste Kapitel namens „Merkmale der sechzehn Formen“.

Besinnung zu Kapitel 43

Die Bildformen zeigen unterschiedliche Beziehungen zum Göttlichen: Lernen bei Dakshinamurti, Verbundenheit in Somaskanda, Vereinigung in Ardhanarishvara und Bewegung im Tanz Shivas. Für heutige Yoga-Aspiranten können solche Gestalten Betrachtungsbilder sein. Ihre jeweilige historische Bedeutung bleibt dabei von einer persönlichen heutigen Deutung zu unterscheiden; auch die furchterregenden Formen gehören zum Quellenbestand.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 43: Sechzehn Bildformen und ihre Merkmale
Das Kapitel führt von den Körpermaßen zur erkennbaren Gestalt: Shiva mit Uma und Skanda, Shiva als Tänzer, Lehrer, Bräutigam und in weiteren Erscheinungsformen. Auch Stier, Dreizack, Khatvanga-Stab und Ganesha werden beschrieben. Die Haltungen und Attribute gehören zur historischen Bildlehre; die geometrischen Angaben bleiben als solche sichtbar.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha tricatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha ṣoḍaśamūrtīnāmākārādyaṃ nigadyate |
tatromāskandayuktasya śambhorlakṣaṇamucyate || 1 ||

ṛjvāgataṃ rajobhāvamardhaparyaṅkamāsanam (?) |
vāmāṅghriṃ śāyayet pīṭhe dakṣiṇaṃ tu pralambayet || 2 ||

āsanāntācca keśāntājjānvantaṃ tu samaṃ bhavet |
jānunorbāhyapārśve ca jānvantād bāhupārśvakam || 3 ||

parahastadvayasyāpi madhyaśca maṇibandhayoḥ |
ūrdhvakāyasamaṃ kuryāt sarvametad yathākramam || 4 ||

madhyasūtraṃ kirīṭāgrād gulphamadhye tu lambayet |
praviṣṭaṃ dakṣiṇaṃ jānu sūtrād dvitryaṅgulaṃ bhavet || 5 ||

madhyasūtrādināṃśaistu tadaṅghrinalakāntaram |
manvaṃśairantaraṃ sūtrād dakṣiṇāt pāṇimadhyataḥ || 6 ||

p. 410)

sūtrāt pañcadaśāṃśaiḥ syāt tathā vāmatalāntaram |
asavyapāṇimadhyāgraṃ stanasūtrasamonnatam || 7 ||

vāmororvāmahastasya cāntaraṃ dvitrimātrataḥ |
kartarīkarayoragre hikkāsūtrasame smṛte || 8 ||

śroṇīkorparayormadhye pañcāṃśaṃ vā ṣaḍaṃśakam |
meḍhrādakṣāntaraṃ tadvat kukṣispṛg ghrāṇasūtrakam || 9 ||

dvisaptātijagatyarkamātrairmadhyamasūtrataḥ |
maulyagraṃ kartarīhastāvantarvā bahirānanau || 10 ||

paraśuṃ ca kuraṅgaṃ ca kuryād dakṣiṇavāmayoḥ |
abhayaṃ dakṣiṇe haste vāme tu kaṭakaṃ kare || 11 ||

śaṅkhapatrakanakākhyamaṇḍale vāmadakṣiṇe |
maulituṅgaṃ tu keśāntāt satripādadvitālakam || 12 ||

sārdhadvayaṃ dvitālaṃ vā tacca kuryād salakṣaṇam |
vāmapārśve sahāsīnāṃ kuryād devasya pārvatīm || 13 ||

lambitaṃ śayitaṃ pādaṃ kuryād vāmaṃ ca dakṣiṇam |
kiñcid devāśritā namravadanā samalaṅkṛtā || 14 ||

varadotpalasaṃyuktā vāmadakṣiṇahastayoḥ |
vāmorubāhye pīṭhasthavāmahastāthavā bhavet || 15 ||

vedāṃśairutkṛtisitaiḥ skando madhye'nayorbhavet |
svatuṅgaṃ pañcatālena vibhajyāṅgāni kārayet || 16 ||

aṅgulena śiromānaṃ keśāntādakṣisūtrakam |
sārdhatrimātraistaireva puṭāntaṃ ca tato hanuḥ || 17 ||

trimātraiḥ syāt tathā kaṇṭho nandanāgābdhimātrakaiḥ |
hikkāyā hṛt tato nābhirnābhermeḍhraṃ ca saṃmitam || 18 ||

ūrvāyāmastu sūryāṃśaiḥ kalā jānvatha jaṅghikā |
rudrāṃśaiḥ kalayā pādastalāyāmo daśāṅgulaḥ || 19 ||

manvaṅgulāyatau bāhū prakoṣṭho'pi daśāṅgulaḥ |
vedāṃśaiḥ syāt talāyāmo madhyā ca caturaṅgulā || 20 ||

sārdharāmāṅgulāyāmā tarjanī cāpyanāmikā |
kaniṣṭhāṅguṣṭhike tryaṃśe sotpalaṃ syāt karadvayam || 21 ||

p. 411)

ākuñcitābhyāṃ pādābhyāṃ sthitaṃ kuryāt salakṣaṇam |
candraśekharalakṣmātha samapādasthito bhavet || 22 ||

uṣṇīṣe ca lalāṭe ca nāsāgre hanumadhyame |
hikkāhṛdayaguhyoraḥ pādamadhyeṣu lambayet || 23 ||

kartaryagraṃ tu hikkāntaṃ stanāntamabhayāgrakam |
varadaṃ nābhisīmāntaṃ kaṭyantaṃ vāpi kārayet || 24 ||

sūtrādabhayamadhyāntaṃ tripañcāṅgulavistṛtam |
arkāṃśaiḥ parahastāntaṃ daśāṅgulamathāpi vā || 25 ||

atyaṣṭidhṛtimātrairvā sūtrāt korparamadhyakam |
ekāṅgulenorumūle jānumadhyaṃ tu bhāgataḥ || 26 ||

pañcāṃśairjaṅghayormadhyabhāgāt pārṣṇyantaraṃ bhavet |
aurdhvakartarihastau tu kuṭhāramṛgadhāriṇau || 27 ||

jaṭāmakuṭavāmasthabālacandro'hibhūṣaṇaḥ |
ṛjvāgataḥ pravālābhaḥ kāryaḥ syāccandraśekharaḥ || 28 ||

samabhaṅgo'ti[k; kh: tri]bhaṅgo vā bhaved vṛṣabhavāhanaḥ |
ṛjuḥ sthito dakṣiṇāṅghrirvāmapādo'sya kuñcitaḥ || 29 ||

tiraścīnāṅghrijaṅgho vā lambasūtrasya cocyate |
uṣṇīṣād vāmabhāle tu vāmanetre puṭāntake || 30 ||

vāmastane ca nābhūrupārṣṇimadhyasya lambanam |
syāt tiraścīnajaṅgho'yamatibhaṅge tu nānyathā || 31 ||

nābhervāme ca vāmorumadhye dakṣiṇagulphake |
sūtraṃ tu pātayennābherūrdhvaṃ prāgvadihāpi ca || 32 ||

natimānaṃ śarāṃśaiḥ syād devasya vṛṣamastake |
nyastavyaḥ korparo vāmo hikkāto'ṣṭādaśāṅgulaḥ || 33 ||

korparādhastathā pīṭhādūrdhvaṃ yāvad vṛṣonnatiḥ |
kaṭīdeśāvalambī vā vāmetarakaro bhavet || 34 ||

p. 412)

parahastādikaṃ sarvaṃ candraśekharavad bhavet |
samabhaṅgāsthitā devī lambavāmakarā bhavet || 35 ||

sotpalā dakṣiṇe haste bāhuḥ stanamito vibhoḥ |

somāskandaśivalakṣaṇam |

naṭeśvaraścaturbāhustriṇetraścandraśekharaḥ || 36 ||

gṛhītoṃ'so'rdhamānāttu natimānaṃ daśāṅgulam |
sūryāṅgulaṃ vā sūtrasya lambanaṃ tvatha kathyate || 37 ||

uṣṇīṣāt savyabhāle ca tatpuṭe hanumadhyataḥ |
hikkānā(bho? bhyo)stathā madhye savyagulphe ca pātayet || 38 ||

prasāritabhujāgraṃ tu vikārāṃśāyataṃ tataḥ |
bhāgāt parakarāgraṃ tadaṣṭapañcāśadaṅgulaiḥ || 39 ||

sūtrāt sāgnikarāgraṃ syāt tato ḍamarukāgrakam |
catvāriṃśadbhiraṣṭāṃśaiḥ karṇasīmāsamo(bha? da)yam || 40 ||

sūryāṃśairdakṣiṇe pārśve sūtrāt kakṣāntaraṃ bhavet |
prasāritajaṭābhāraḥ kiñcit prahasitānanaḥ || 41 ||

vyāghracarmāmbaraḥ kāryo hyapasmāropari sthitaḥ |
gaṇairdevarṣiyakṣādyairvighneśaskandamātṛbhiḥ || 42 ||

bhṛṅgīśena mahākālyā pārvatyā vṛṣabheṇa ca |
mṛdaṅgaṃ nādayan nandī sūpavisṭaścaturbhujaḥ || 43 ||

halapallavapāṇiḥ syādvandanyā ca samanvitaḥ |

bhujaṅgatrāsanṛttalakṣaṇam |

sthitadakṣiṇapādaḥ syāt kuñcitānyapadāmbujaḥ || 44 ||

uṣṇīṣād dakṣiṇe bhāle dakṣiṇe'tha puṭe tataḥ |
hikkāmadhye nābhideśād dakṣiṇe dvyaṅgule tataḥ || 45 ||

meḍhramūle tathā pārṣṇyormadhye sūtraṃ pralambayet |
sācīkṛtaśarīraḥ syād vāmāṃśāvanatātataḥ(?) || 46 ||

p. 413)

dakṣiṇe varado'dhastādūrdhvakartaripāṇinā |
gaṅgāṃ dadhāno vāmordhvakareṇa hariṇaṃ dadhat || 47 ||

adhovāmakareṇomāmāliṅgya samabhaṅginīm |
bhagīrathena cārayaiśca munibhirvandito bhavet || 48 ||

itthaṃ gaṅgādharaṃ kuryāccheṣamūhyaṃ tu pūrvavat |

gaṅgādharalakṣaṇam |

tripurāntakadavaḥ syād vaiśākhasthānakānvitaḥ || 49 ||

ābhaṅgasamabhaṅgābhyāmatibhaṅgena vā bhavet |
rāmavedeṣumātraiḥ syānnatimānaṃ triṣu kramāt || 50 ||

vikāradhṛtikṛtyaṃśaiḥ pādāṅguṣṭhāntaraṃ kramāt |
sapinākaḥ karo vāmaḥ kakṣāntoccaḥ karo'paraḥ || 51 ||

sabāṇaḥ parahastau dvau saṭaṅkamṛgapotakau |
yathāpūrvaṃ tathā devī vāmapārśve sthitā bhavet || 52 ||

tripurāntakalakṣaṇam |

kalyāṇasundarasya syāduṣṇīṣād vāmabhālake |
vāmanetre puṭānte ca hikkāmadhye ca dakṣiṇe || 53 ||

nābhestu tricaturmātre sūtraṃ tadgulphamadhyataḥ |
prādakṣiṇyena devasya gantukāmasya pāvakam || 54 ||

savyetarakaro devyā hastālambī tathā bhavet |
varado vāmahastaḥ syāt parahastau yathāpuram || 55 ||

devī sotpalahastā syāt tribhaṅgāṅgī vibhūṣitā |
śrībhūmibhyāmanugatā gaurī devānugāminī || 56 ||

hotā brahmā bhaved dātā viṣṇuḥ sakalaśo'mbudaḥ |
sarvadevarṣigandharvayakṣādyairvandito bhavet || 57 ||

kalyāṇasundaralakṣaṇam |

ardhanārīśvarasyāpi sūtraṃ syāt samabhaṅgavat |
caturbhujo vā dvibhujo dakṣiṇāṅghriḥ sthito'sya tu || 58 ||

p. 414)

kuñcito vāmapādaḥ syād vāmārdhaṃ tasya pārvatī |
ataḥ paraṃ tu yat sarvaṃ prāgvadūhena kalpayet || 59 ||

ardhanārīśvaralakṣaṇam |

atha pāśupatasyāpi candraśekharavat sthitiḥ |
tryakṣaścaturbhujo raudra ūrdhvakeśo bṛhattanuḥ || 60 ||

sākṣamālātriśūlordhvakaraḥ savaradābhayaḥ |

pāśupatalakṣaṇam |

kaṅkālā gamanodyuktaścākrāntamaṇipādukaḥ || 61 ||

ardharjuvadano ḍhakkāvādyodyatakaradvayaḥ |
dakṣiṇāparahastena mṛgapotānanaṃ spṛśan || 62||

protapretāsthikaṅkālaṃ śūlaṃ vāmena dhārayan |
bhikṣāpātraṃ tu śirasā vahadbhūtapurogataḥ || 63 ||

tathā madanasaṃmūḍhāḥ kāryāḥ syurmuniyoṣitaḥ |
tacchatracāmarakaragaṇāścaivānuyāyinaḥ || 64 ||

kaṅkālalakṣaṇam |

ṛjvāgataḥ syāddharyardhaḥ samapādadvayasthitiḥ |
ūrvāśrito vāmakaraḥ sābhayo dakṣiṇo bhavet || 65 ||

tathaiva parahastau dvau ṭaṅkaśaṅkhavibhūṣitau |
vāmata syāt kirīṭārdhaṃ kapardārdhaṃ ca dakṣiṇe || 66 ||

haryaṅgavat syād vāmārdhaḥ dakṣiṇārdhaṃ harāṅgavat |
yathā ramyā tathā kāryāhyekā mūrtirharīśayoḥ || 67 ||

hariharalakṣaṇam |

samabhaṅgavadeva syāt sūtraṃ bhikṣāṭanasya tu |
viprakīrṇajaṭābhāro digvāsā gamanodyataḥ || 68 ||

lambito dakṣiṇakaraḥ kuraṅgamukhasaṅgavat(?) |
sakapālaḥ karo vāmastathāsyordhvakaradvaye || 69 ||

p. 415)

dakṣiṇe syāḍḍamarukaṃ piñchamālā tathāpare |
bhujaṅgahāropavītakaṭisūtravibhūṣitaḥ || 70 ||

śeṣaṃ kaṅkālavat sarvamatrāpi ca samūhayet |

bhikṣāṭanalakṣaṇam |

umāsahitavat kuryāccaṇḍānugrahakaṃ param || 71 ||

varado dakṣiṇakaraścaṇḍeśaśirasītaraḥ |
kṛtāñjalipuṭaścaṇḍa āsīno'dhaḥ śivāsanaḥ || 72 ||

caṇḍeśānugrahalakṣaṇam |

tathaiva dakṣiṇāmūrtirupaviṣṭaḥ śivāsane |
ardharjubadanaścārujaṭājūṭavibhūṣitaḥ || 73 ||

ardhendugaṅgādhurdhūrakapāloragaśekharaḥ |
sākṣamālānalakarastvadho dakṣiṇavāmayoḥ || 74 ||

vilasadbodhamudraḥ syājjānvārūḍhakarastathā |
dakṣiṇorusthavāmāṅghrirlambitānyapadāmbujaḥ || 75 ||

krāntāpasmārakastena munibṛndairniṣevitaḥ |
nyagrodhādho vidhātavyo vyākhyānavyāpṛto vibhuḥ || 76 ||

dakṣiṇāmūrttilakṣaṇam |

kālakālo yuktivaśānnṛttābhinayavān bhavet |
saśūlo dakṣiṇabhujo bhavedākarṇamudbhṛtaḥ || 77 ||

tatrāparaḥ savaradaḥ sūcīmudrastu vāmataḥ |
nā(pya? bhya)ntaścāparastatra hala pallavasaṃyutaḥ || 78 ||

bhavedūṣṇīṣasīmāntaścaraṇo dakṣiṇaḥ sthiraḥ |
nābhyantoddhṛtajānuḥ syād vāmo'ṅghriḥ kālahṛdgataḥ || 79 ||

sakapardenduśakalastriṇetrī raudraveṣadhṛk |
vyāghracarmāmbaraḥ kāryo nāgābharaṇabhūṣaṇaḥ || 80 ||

kālo'pi nīlavarṇaḥ syāduttānaḥ pātito bhuvi |
pāśahasto vivṛttākṣo vyāditāsyo bhayaṅkaraḥ || 81 ||

p. 416)

daṃṣṭrī piṅgordhvakeśaḥ syāddharāṅghryaṅguṣṭhapīḍitaḥ |

kālakālalakṣaṇam |

liṅgodbhavo liṅgamadhye candraśekharavat sthitaḥ || 82 ||

nalakādhaḥ padadvandvaṃ liṅgamūle tirohitam |
dakṣiṇenordhvagaḥ kāryo haṃsarūpī pitāmahaḥ || 83 ||

varāhastu harirvāme sāñjaliḥ syādadhomukhaḥ |

liṅgodbhavalakṣaṇam |

dvāraliṅgocchritaḥ śreṣṭho madhyo vedāṃśahānitaḥ || 84 ||

ardhahīnaḥ kaniṣṭhaḥ syād vṛṣabho lakṣaṇānvitaḥ |
dvārādadhyardhamucco vā sapādadviguṇo'thavā || 85 ||

hastādinavahastāntaṃ nīcamadhyottamatrayam |
vṛṣotsedhe tu pañcāśadaṃśe bhāgo'ṅgulaṃ smṛtam || 86 ||

utsedhāt pañcamāṃśena āyāmo vṛṣabhasya tu |
mūrdho galāntaḥ paṅktyaṃśairdīrghaḥ kaṇṭho'ṣṭamātrakaiḥ || 87 ||

kaṇṭhāduro vikārāṃśairūrvordairghyaṃ ṣaḍaṅgulaiḥ |
dvimātraṃ jānu ṣaṇmātrā jaṅghā dvyaṃśonnataṃ khuram || 88 ||

śṛṅgāntaraṃ syād vasvaṃśaiḥ śṛṅgoccaṃ caturaṅgulam |
bhālaṃ nandāṃśavistīrṇaṃ mukhavyāsaḥ śarāṅgulaiḥ || 89 ||

mukhotsedhastu bāṇāṃśairnetrāyāmastu kolakāt (?) |
tadvyāsaḥ sārdhamātro'smād bhāgoccaṃ caturaṅgulam || 90 ||

netrakarṇāntaraṃ tāvat karṇāyāmaḥ śarāṃśakaiḥ |
sārdhamātrāyataṃ ghrāṇaṃ tadvyāsāvaṭamaṅgulāt || 91 ||

dvitryaṃśāvadharoṣṭhau tu jihvā tridvyekamātrataḥ |
dīrghātatoccātha kakut ṣaḍvedāṃśatanornatā (?) || 92 ||

aparorvoḥ kramād vyāso daśāṣṭacaturaṅgulaiḥ |
tadāyāmaḥ śarāṃśaiḥ syād dvyaṃśaṃ jānvatha jaṅghayoḥ || 93 ||

rāmeṣvaṃśaistatirdairghyaṃ khurottuṅgaṃ trimātrakam |
pucchāyāmastu jaṅghāntastryaṃśaistanmūlavistṛtītaḥ || 94 ||

p. 417)

lāṅgūlāgraṃ tu sārdhāṃśaṃ muṣkavyāsaṃ trimātrakaiḥ |
tadāyāmo dvimātraḥ syācchephāyāmastrimātrakaḥ || 95 ||

śeṣamūhavaśād yuktyā kuryād vā śayitaṃ sthitam |

vṛṣalakṣaṇādhikāraḥ |

atha triśūlaṃ dvāroccaṃ stambhoccaṃ vā vidhīyate || 96 ||

taduccanandabhāgāṃśadvyaṃśone madhyamādhame |
hastairvā vedarāmāśvisaṃkhyaiḥ śreṣṭhādikaṃ trayam || 97 ||

triśūlotsedhabāṇāṃśāṃdaśastatpatratuṅgatā |
ardhāṃśoccaṃ madhyapatraṃ triparvakuliśākṛti || 98 ||

patrotsedhe tu vasvaṃśe syādaṃśāt patravistṛtiḥ |
madhyapatremadhyaparva dviyavenādhikaṃ bhavet || 99 ||

patroccaśarabhāgeṃ'śādadhonālasya dīrghatā |
uttānāmbujavannālaṃ nālordhvaṃ pārśvapatrake || 100 ||

sārdhadvyaṃśānmadhyapatre sthitvā pārśvadvaya[k: yaṃ]bhramāt |
padmāgrāvadhi śūlāgrāt pārśvapatre tu vartayet || 101 ||

tato madhyamapatrasya sthitvā dakṣiṇapārśvayoḥ (?) |
pārśvayoḥ pārśvapatrāntaḥ sīmāntaṃ vartayet samam || 102 ||

madhyapatrasya mūlaṃ tu patravyāsārdhavistṛtam |
patrāt pādonamagraṃ syāt tripādād vārdhato ghanam || 103 ||

śātaprāntāni patrāṇi tīkṣṇadhārāṇi kārayet |
madhyapatrasya madhye tu padmamanyatra patrakam || 104 ||

madhyapatrāgratāraṃ syāt pādāṃśānmukulopamam |
veṇupatrākṛtī pārśvapatrāgre madhyapatrakaḥ (?) || 105 ||

tayorantaramardhāṃśād vṛttamerva prasādhayet |
svāyāmāt pañcapañcāṃśāt syādaṅgād daṇḍavistṛtiḥ || 106 ||

suvṛttaṃ nirvraṇaṃ cāru nālādhaḥ phalakānvitam |
tadadho maṇḍikumbhādipādālaṅkāravad bhavet || 107 ||

p. 418)

daṇḍamūlaṃ sapadmaṃ syāt svavyāsatriguṇaṃ tu tat |
ūhapratyūhato yuktyā śobhāṃ sarvatra yojayet || 108 ||

sauvarṇaṃ rājataṃ tāmraṃ lauhaṃ vā syāt svaśaktitaḥ |

vṛttatriśūlalakṣaṇam |

atra svāyambhuve -

vṛttaṃ tribhaṅgi vetālamiti śūlaṃ tridhā smṛtam |
śāntikaṃ pauṣṭikaṃ cābhicārakaṃ ca krameṇa tat ||

iti |

tatra vṛttaṃ samākhyātaṃ tritaye'pi ca tat samam || 109 ||

viśiṣṭaṃ tu tribhaṅgasya pārśvapatradvayasya tu |
madhyaṃ syādantare bhugnamardhataḥ parimaṇḍalāt || 110 ||

tribhaṅgaśūlam |

vetālasyāpi patrāṇi ṛjvagrāṇyaṣṭamāṃśataḥ |
vetālo nālamūle tu tatprotaḥ syāccharāṃśataḥ || 111 ||

ghaṇṭācatuṣṭayopetaḥ phalakāśricatuṣṭaye |

vetālaśūlalakṣaṇam |

vetālaśūlavat sarvaṃ khaṭvāṅgasyāpi kārayet || 112 ||

samuṇḍeṃ madhyapatrādau prāgvad vetālasaṃyutam |
mayūrapiñchavṛttāḍhyaṃ phalakā mūlato bhavet || 113 ||

aṣṭābhirvā caturbhirvā ghaṇṭābhiḥ prāgvadanvitam |
khaṭveṣāvat tu vedāśro daṇḍo'sya phalakākṛtiḥ || 114 ||

latāpatrādicitraḥ syādūhapratyūhayuktitaḥ |

khaṭvāṅgasyādhikāraḥ |

gaṇeśaḥ pañcatālastu svāsīno vā sthitau bhavet || 115 ||

uṣṇīṣādho mukhaṃ tālaṃ sārdhatālāyatāḥ karāḥ |
kaṇṭho bhugnastu gūḍhaḥ syād gajavaktrastrilocanaḥ || 116 ||

p. 419)

sārdhadvitālaṃ kaṇṭhādhomānamākaṭisūtrataḥ |
sārdhatālāyatau pādau pīvaraḥ sarvato bhavet || 117 ||

iti mānamaśeṣataḥ sphuṭaṃ sakalānāṃ kathitaṃ yathākramam |
iha ṣoḍaśamūrtilakṣaṇaṃ pṛthaguktaṃ nikhilaṃ samāsataḥ || 118 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde ṣoḍaśamūrttilakṣaṇaṃ nāma tricatvāriṃśaḥ paṭalaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 44: Abwehrendes Feueropfer und Vastu-Opfer

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 44: Abwehrendes Feueropfer und Vastu-Opfer
Vor der Linga-Weihe stehen Riten zur Reinigung und Befriedung des Tempelraums. Das Kapitel beschreibt zwei Feueropfer und nennt zahlreiche vedische Mantras nur mit ihren Anfangsworten. Diese Verweise werden als Verweise übersetzt; die nicht mitgelieferten vollständigen Hymnen werden nicht ergänzt.

Kapiteleingang. Nun das vierundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 44, Vers 1. Ist der Tempel vollendet und das Linga zur Weihe geeignet, übernehme man den mit drei Schnüren umwundenen Tempel aus der Hand des Handwerkers. Ringsum umwinde man ihn zusätzlich mit einer Kusha-Girlande, streue überall Getreide und unversehrte Körner aus und stelle in der Mitte einen vollen Krug und eine Leuchte auf.

Kriyapada 44, Vers 2. Dann wiederhole man die ganze Hymne, die mit „Mache …“ beginnt, und füge nach jedem Halbvers den Halbvers mit dem Anfang „Verbrenne die Verwünschung …“ an. So ist das abwehrende Verfahren bei Japa und weiteren Handlungen auszuführen.

Kriyapada 44, Vers 3. Danach bereite man im Südosten einen Opferplatz, setze dort nach der Vorschrift Feuer ein und vollziehe zunächst die Feuereröffnung. Dann opfere man mit den beiden Anrufungen, deren Anfangsworte „den Abwehrer …“ und „den Kraftvollen …“ lauten.

Kriyapada 44, Vers 4. Anschließend opfere man der Reihe nach geklärte Butter mit den Mantras von „Mache …“ an. Ebenso mit fünf gesonderten Mantras und mit vier, die „Welche Götter …“ beginnen. [Die Verteilung der fünf beziehungsweise vier Mantras bleibt in der knappen Quellenanweisung nicht vollständig erläutert.]

Kriyapada 44, Vers 5. Ebenso mit den Anfängen „Für Nahrung dich …“, „Agni preise ich …“, „Agni, komm …“ und „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“.

Kriyapada 44, Vers 6. Dann opfere man mit den fünf im Veda genannten Durga-Versen. Der mit „Dem Jatavedas …“ beginnende Vers ist der erste.

Kriyapada 44, Vers 7. „Jene Feuerfarbene …“ ist der zweite; „Agni, du führe uns aufs Neue hinüber …“ der dritte.

Kriyapada 44, Vers 8. „Alle Schwierigkeiten für uns …“ heißt der vierte; „Den Schlachtenbezwinger …“ der fünfte Mantra.

Kriyapada 44, Vers 9. Mit diesen fünf Durga-Versen opfere man einzeln geklärte Butter, danach ebenso mit den Vyahritis und nochmals mit dem Aghora-Waffenmantra.

Kriyapada 44, Vers 10. Danach opfere man mit diesem Mantra einhundertachtmal Apamarga-Brennhölzer und geklärte Butter. Anschließend vollziehe man das Svishtakrit-Opfer und nehme die übrige Butter und das restliche Wasser.

Kriyapada 44, Vers 11. Man füge die Asche hinzu und mische alles in einem Gefäß mit Apamarga-Saft. Damit besprenge man mit Darbha-Gras das ganze Gebäude beziehungsweise Heiligtum ringsum.

Kriyapada 44, Vers 12. Man nehme dieses Feuer, setze es im Nordosten oder an einem Kreuzweg ab und entlasse es. In den Richtungen gebe man Bali aus rotem Wasser und Speiseklößen und schließe die Handlung so ab.

Kriyapada 44, Vers 13. Dort vollziehe man auch die Befriedung des Vastu. Im Nordosten der Halle setze man in der Mitte eines Opferplatzes Feuer ein, lege Darbha-Gras aus und verehre vorschriftsmäßig.

Kriyapada 44, Vers 14. Östlich des Feuers bereite man einen Kreis auf dem Boden, bestreue ihn gleichmäßig mit unenthülstem Reis, lege ein Tuch darauf und enthülsten Reis darüber; auch diesen bedecke man mit einem Tuch.

Kriyapada 44, Vers 15. Darauf streue man Shami-Sprossen und weiteres und stelle mit unversehrten Körnern gefüllte Krüge auf. Einen weiteren Krug fülle man mit Wasser, dazu Gold, Gewand, unversehrte Körner, Duftstoffe und Blüten.

Unnummerierte Anweisung vor Vers 16. Mit dem Mantra „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“ vergegenwärtige man Frieden und wiederhole ihn.

Kriyapada 44, Vers 16. Man setze das Feuer nach der Vorschrift des eigenen häuslichen Rituallehrwerks ein und vollziehe die Feuereröffnung. In Kuhmilch gekochte und mit geklärter Butter übergossene Opferspeise opfere man der Reihe nach mit diesen Mantras.

Kriyapada 44, Vers 17. Als vorangehenden Einladungsvers spreche man „Herr des Wohnplatzes, erkenne uns an …“, als Opferbegleitvers „Herr des Wohnplatzes, mit beruhigender Versammlung dein …“ und opfere. [Der zweite Mantraanfang ist in der gelieferten Fassung sprachlich auffällig; er wird nicht nach einer anderen Ausgabe vervollständigt oder berichtigt.]

Kriyapada 44, Vers 18. Danach mit „Herr des Wohnplatzes, fest sei die Säule …“, dann mit dem häuslichen Mantra, der „Furcht …“ beginnt.

Kriyapada 44, Vers 19. Ebenso mit den Anfängen „Augenzucken …“, „Schlechter Traum …“ und „Herr des Wohnplatzes, sei uns ein Hinüberführer …“.

Kriyapada 44, Vers 20. Man opfere auch mit „Krankheit vertreibend, Herr des Wohnplatzes …“. Mit den fünf Brahmamantras und den „Heil uns …“-Gruppen opfere man geklärte Butter.

Kriyapada 44, Vers 21. Dann opfere man Shami-Brennhölzer, geklärte Butter, gekochte Opferspeise und einhundertacht Durva-Halme, die mit den fünf Kuhprodukten benetzt sind,

Kriyapada 44, Vers 22. unter dem Mantra „Zum Heil mögen uns die göttlichen …“. Danach opfere man mit den Jaya-Mantras und den weiteren. Nach dem Svishtakrit-Opfer bestreiche man den Boden.

Kriyapada 44, Vers 23. Vor dem Feuer breite man Darbha-Gras aus und lege die Opferreste darauf, mit dem Mantra, der „Verehrung Rudra, dem Herrn des Wohnplatzes …“ beginnt.

Kriyapada 44, Vers 24. Mit demselben Mantra spüle man den Kochtopf aus und gieße das Spülwasser in ein Gefäß, zusammen mit der übrigen geklärten Butter und dem übrigen Wasser.

Kriyapada 44, Vers 25. Man vereinige alles und verwende unter dem Mantra einen Udumbara- oder Palasha-Zweig oder ein Bündel Darbha-Gras.

Kriyapada 44, Vers 26. Damit besprengend umschreite man Tempel, Halle und die weiteren Bereiche überall dreimal rechtsläufig. Danach verehre man die Brahmanen

Kriyapada 44, Vers 27. und bewirte sie unter dem Mantra „Du bist der Weise, du bist der Seher …“. Zuerst lasse man Segensworte sprechen, dann „Heil sei dem Wohnplatz!“

Kriyapada 44, Vers 28. Zur Befriedung und Reinigung des Tempels sollen das abwehrende Feueropfer und das Vastu-Feueropfer vor der Linga-Weihe vollzogen werden. So wurden sie hier ordnungsgemäß beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das vierundvierzigste Kapitel über das abwehrende Feueropfer und das Vastu-Feueropfer.

Besinnung zu Kapitel 44

Der Übergang zu einer neuen Aufgabe erhält hier eine eigene Vorbereitung: Der Ort wird gereinigt, umschritten und unter Segensworte gestellt. Für heutige Yoga-Aspiranten kann dies eine Anregung sein, eine Praxis bewusst zu beginnen und ihr einen ruhigen Rahmen zu geben. Die beschriebenen Feueropfer bleiben konkrete historische Riten; die heutige Anregung besteht in der Aufmerksamkeit für den Anfang.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 44: Abwehrendes Feueropfer und Vastu-Opfer
Vor der Linga-Weihe stehen Riten zur Reinigung und Befriedung des Tempelraums. Das Kapitel beschreibt zwei Feueropfer und nennt zahlreiche vedische Mantras nur mit ihren Anfangsworten. Diese Verweise werden als Verweise übersetzt; die nicht mitgelieferten vollständigen Hymnen werden nicht ergänzt.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha catuścatāriṃśaḥ paṭalaḥ |

prāsāde pariniṣṭhite tvatha tathā liṅge pratiṣṭhocite prāsādaṃ parigṛhya takṣakakarāt sūtratrayāveṣṭitam |
kauśyā cāpi ca mālayā ca paritaḥ saṃveṣṭya dhānyākṣataiḥ sarvatra pravikīrya pūrṇakalaśaṃ dīpaṃ ca madhye nyaset || 1||

tataḥ kṛṇuṣvādikamatra sūktaṃ tvardharcaśo'nte tu dahāśasādyam |
ṛco'rdhamāyojya japedaśeṣaṃ rakṣoghnamevaṃ tu japādiṣu syāt || 2 ||

kṛtvā punaḥ sthaṇḍilamagnibhāge tatrāgnimādhāya tathā vidhānam |
hutvā puraivāgnimukhaṃ juhotu rakṣohaṇaṃ vājinamityubhābhyām || 3 ||

punaḥ kṛṇuṣvādibhiratramantrairājyena hutvā tu yathākrameṇa |
tadvad vibhinnairatha pañcabhiryedevādimantrairjuhuyāccaturbhiḥ || 4 ||

iṣetvetyādinā tadvadagnimīleti cādinā |
agna-āyāhipūrveṇa śannodevīrabhīti ca || 5 ||

tatastu pañcadurgābhirvedoktābhirjuhotu ca |
jātavedasa ityādyā ṛg durgā prathamā bhavet || 6 ||

tāmagnivarṇāmityādyā dvitīyā samūdīritā |
agne tvaṃ pārayānavyo asmānādyaṃ tṛtīyakam || 7 ||

viśvāni no durgahādyaścaturtho mantra īritaḥ |
pṛtanājitamityādiḥ pañcamo mantra ucyate || 8 ||

etābhiḥ pañcadurgābhirājyena juhuyāt pṛthak |
tato vyāhṛtibhistadvadaghorāstreṇa vai punaḥ || 9 ||

p. 420)

paścādapāmārgasamidghṛtābhyāmanena cājyena śataṃ juhotu |
aṣṭottaraṃ sviṣṭakṛtaṃ ca paścācchiṣṭājyamādāya tathāmbuśeṣam || 10 ||

ādāya tadbhasma ca miśrayitvā pātre tvapāmārgarasena yuktam |
tenākhilaṃ tadbhavanālayādyaṃ saṃprokṣayet tatparitastu darbhaiḥ || 11 ||

tamagnimādāya tathaiśakoṇe saṃsthāpya paścāt tu catuṣpathe vā |
visarjayed raktajalānnapiṇḍairdattvā baliṃ dikṣu samāpya caivam || 12 ||

tatraiva vāstūpaśamaṃ vidadhyāt pūrvottarasyāṃ diśi maṇḍapasya |
ādhāya tu sthaṇḍilamadhyato'gniṃ saṃstrīrya darbhaistu yathāvadiṣṭvā || 13 ||

prācyāṃ tu vahneḥ kṛtamaṇḍalāyāṃ bhūmau samaṃ śālibhirāstṛtāyām |
vastrāvṛtaṃ taṇḍulamatra kṛtvā taccāpi vastreṇa samāstṛtaṃ syāt || 14 ||

śamyaṅkurādyaṃ vinikīrya tasmin saṃsthāpya tatrākṣatapūrṇakumbhān |
jalena cāpūrya ghaṭaṃ tathānyaṃ sahemavastrākṣatagandhapuṣpam || 15 ||

śannodevīti mantreṇa śāntiṃ saṃsmṛtya taṃ japet |

tasmin svagṛhyoktavidhānato'gnimādhāya tatrāgnimukhaṃ vidhāya |
gokṣīrasiddhaṃ carumājyasiktaṃ mantrairamībhiḥ kramaśo juhotu || 16 ||

vāstoṣpate pratijānīhyasmānityādimuktvā tu puronuvākyām |
vāstoṣpate śamayā saṃsadā tetyādyaṃ tu yājyāṃ juhuyādudīrya || 17 ||

vāstoṣpate dhruvā sthūṇāt tato gṛhyaṃbhayādinā || 18 ||

akṣispandādinā caiva duḥsvapnetyādināpi ca |
vāstoṣpate prataraṇo na edhītyādināpi ca || 19 ||

amīvahā vāstoṣpatetyādinā ca juhoti vai |
pañcabrahmabhirājyena śaṃnavargairjuhoti ca || 20 ||

śamyāśca samidhaḥ sarpiścaruṃ caiva juhotyatha |
srapitāḥ pañcagavyena dūrvāścāṣṭottaraṃ śatam || 21 ||

śaṃnodevīti mantreṇa jayādīñ juhuyāt tataḥ |
kṛtvā sviṣṭakṛtaṃ paścādupalipya ca bhūtalam || 22 ||

tatrāgneḥ purato darbhānāstīrya hutaśeṣitam |
namo rudrāya vāstoṣpata ityādinā kṣipet || 23 ||

p. 421)

anenaiva tu mantreṇa sthālīṃ saṃkṣālya tajjalam |
pātre prakṣālya kasmiṃściccheṣājyaṃ śeṣamambu ca || 24 ||

ekīkṛtya tu mantreṇa śākhayodumbarasya vā |
pālāśaśākhayā vātha darbhamuṣṭyāthavā punaḥ || 25 ||

prāsādamaṇḍapādau tu sarvatra triḥ pradakṣiṇam |
paryukṣannatha paryeti tataḥ sampūjya vai dvijān || 26 ||

tvaṃ viprastvaṃ kaviriti mantreṇānena bhojayet |
āśiṣo vācayitvāgre śivaṃ vāstviti vācayet || 27 ||

prāsādaśāntyarthamapīha śudhyai rakṣoghnahomo'pi ca vāstuhomaḥ |
liṅgapratiṣṭhāvidhipūrvakāle kartavya ityatra yathāvaduktaḥ || 28 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde rakṣoghnahomavāstuhomapaṭalaścatuścatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 45: Vorbereitung der Linga-Weihe und rituelle Wasserlagerung

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 45: Vorbereitung der Linga-Weihe und rituelle Wasserlagerung
Die Weihe wird als geordnete Folge von Vorbereitungen beschrieben: Wahl der Zeit, Errichtung der Hallen, Bereitstellung der Gaben, Schutz des Ortes, Reinigung und feierliche Überführung des Lingas. Das Kapitel bewahrt sowohl konkrete Handlungen als auch Mantraverweise und kurze Anrufungen.

Kapiteleingang. Nun das fünfundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 45, Verse 1–2. Die Einsetzung von Nishkala- und anderen Lingas gilt als fünffach: Pratishtha, Sthapana, Sthitasthapana, Utthapana und Asthapana. Ihre Merkmale werden einzeln erklärt. Wo man zuerst das Linga in den Brahma-Grundstein setzt

Kriyapada 45, Vers 3. und danach mit dem Sockel verbindet, spricht man von Pratishtha. Sthapana gilt für Bana-Lingas, von Rishis gestiftete und selbstentstandene Lingas.

Kriyapada 45, Vers 4. Bei Lingas aus Edelstein, Gold und weiteren Stoffen mit einem einheitlichen Sockel spricht man von Sthitasthapana; bei Verfall von Utthapana, Wiederaufrichtung.

Kriyapada 45, Vers 5. Asthapana gilt für bildhafte Gestalten, auch von Vishnu und anderen. Die Weihe vollziehe man während des nördlichen Sonnenlaufs in der hellen Monatshälfte und bei günstigem Aszendenten,

Kriyapada 45, Vers 6. an einem allgemein gebilligten Tag mit günstigem Mondtag, Mondhaus, Wochentag und Yoga, frei von den zuvor genannten Fehlern und mit den genannten Vorzügen versehen.

Kriyapada 45, Vers 7. Die Zeit soll auch dem Opferherrn entsprechen. Vor dem Tempel errichte man eine quadratische Halle,

Kriyapada 45, Verse 8–9. aus geeigneten neuen Hölzern, Bambus und weiteren Stoffen, sehr anmutig. Für Lingas von einer bis neun Ellen misst sie bei der ersten Dreiergruppe acht, neun oder zehn Ellen, bei der zweiten zwölf, vierzehn oder sechzehn, bei der dritten Dhriti-, Kriti- oder Utkriti-Ellen.

Kriyapada 45, Vers 10. Sie besitzt Randwände und vier schöne Eingänge in den Hauptrichtungen. Bei einer Einteilung in einundachtzig Felder bilden die mittleren neun

Kriyapada 45, Vers 11. die schöne Plattform, sechs, zwölf oder sechzehn Finger hoch. Acht Feuergruben lege man in den Richtungen von Osten an der Reihe nach an.

Kriyapada 45, Vers 12. Ihre Formen sind quadratisch, yoniförmig, halbmondförmig, dreieckig, rund, sechseckig, lotusförmig und achteckig; die neunte ist quadratisch.

Kriyapada 45, Vers 13. Bei einem nach Osten blickenden Linga liegt die neunte zwischen Osten und Nordosten; bei einem nach Westen blickenden zwischen Südwesten und Westen.

Kriyapada 45, Vers 14. Manche nennen für alle Gruben die quadratische oder runde Form. Für die drei Lingaklassen von der kleinsten an gelten Ratni-, Aratni- und Kara-Maße,

Kriyapada 45, Vers 15. entsprechend den kleinsten und weiteren Feuergruben; oder ihre Größe richtet sich nach der Zahl der Opfergaben. Beim System der fünf Gestalten gibt es fünf Gruben.

Kriyapada 45, Vers 16. Sie sind quadratisch und liegen in den vier Richtungen, die fünfte zwischen Nordosten und Osten. Bei geringen Mitteln oder der kleinsten Form genügt eine einzige Grube im Osten.

Kriyapada 45, Vers 17. Nordöstlich oder nördlich der Halle für die vorbereitende Lagerung errichte man eine entsprechende Waschhalle mit halbem Maß.

Kriyapada 45, Vers 18. Unter Aussparung einer äußeren Feldreihe ringsum errichte man die Waschplattform sechs Finger hoch. Ringsum erhält sie eine schöne Einfassung,

Kriyapada 45, Vers 19. ebenfalls sechs Finger hoch und breit. Nach Norden liegt eine geeignete Rinne zum Wasserabfluss.

Kriyapada 45, Vers 20. Opferlöffel und weitere Geräte stelle man jeweils in der Anzahl der Feuergruben bereit; ferner Schlafkrug, Friedenskrüge, Shiva-Krug und Waffen-Vardhani,

Kriyapada 45, Vers 21. die Krüge der Vidyeshvaras, Welthüter oder Torbogengottheiten, ein Salbgefäß, Gewänder und die acht Glückszeichen,

Kriyapada 45, Vers 22. enthülsten Reis, Kochtöpfe für die Opferspeise, Krüge, die fünf Kuhprodukte, neun Edelsteine, Gold sowie reichlich Honig und geklärte Butter;

Kriyapada 45, Vers 23. Erde von Berggipfel, Flussufer, Krebsteich, heiliger Badestätte, von Stier- und Elefantenhorn, Termitenhügel und Seeufer;

Kriyapada 45, Vers 24. Wasser aus acht Meeren, Flüssen und Pilgerstätten; dann Rinde und junge Blätter von Milchsaftbäumen, Jambu und Mango;

Kriyapada 45, Vers 25. zwei silberne Gefäße, zwei goldene Stäbchen, einen Bhadrapitha-Sitz, alle Heilpflanzen, mineralischen Stoffe, Samen, Metalle, Mörserstößel und weitere Geräte.

Kriyapada 45, Vers 26. Auch nicht eigens genannte Haushaltsgeräte beschaffe man: Gefäße, Vorrichtungen und Stützen, Rohzuckerstücke und Guggulu-Harz,

Kriyapada 45, Vers 27. Sandelholz, Agaru, Kampfer, Safran, ein Yogaband, Betelblätter, Arekanüsse, Öl und ein neues Bettgestell oder Brett,

Kriyapada 45, Vers 28. neue Decken, Devanga- und Seidenstoffe sowie andere geeignete Betttextilien. All dies lege man auf der nördlichen Plattform der Halle zum Herausarbeiten der Kennzeichen

Kriyapada 45, Vers 29. der Reihe nach in neun Felder, beginnend beim Shiva-Feld. In der Mitte ist Shiva; in den acht Richtungen von Osten an

Kriyapada 45, Vers 30. liegen die Felder von Sadesha, Ishvara, Vidya, Maya, Kala, Niyamika, Purusha und Prakriti; so reichen sie durch die Prinzipien. [Die Benennungen Sadesha und Niyamika werden in der gelieferten Form beibehalten.]

Kriyapada 45, Vers 31. Milch und die übrigen fünf Kuhprodukte stehen in der Mitte und den Richtungsfeldern. Wasser, Opfergeräte, Gewänder und Räucherstoffe

Kriyapada 45, Vers 32. stehen im Südosten; Leuchten und Geräte zum Schwenken des Lichts im Südwesten, Rindensude und weiteres im Nordwesten, Sandelholz und ähnliches im Nordosten.

Kriyapada 45, Vers 33. Die übrigen Gerätegruppen lege man an die jeweils vorgesehenen Orte. Die Torbögen bestehen aus Plaksha-, Udumbara-, Ashvattha- und Nyagrodha-Holz.

Kriyapada 45, Vers 34. Von Osten an heißen sie Shanti, Frieden, Bhuti, Gedeihen, Bala, Kraft, und Arogya, Gesundheit. Für die drei Lingaklassen von der kleinsten an sind sie fünf, sechs oder sieben Kishku hoch.

Kriyapada 45, Vers 35. Ihre lichte Breite ist halb so groß. Die Dreizackaufsätze sind der Reihe nach neun, elf oder dreizehn Finger hoch,

Kriyapada 45, Vers 36. ihr innerer Abstand acht, zehn oder zwölf. Ihre Gottheiten sind Aryaman, Mitra, Tvashtar, Bhaga, Purandara,

Kriyapada 45, Vers 37. Parjanya, Vishnu, Savitar, Dhatr, Isha, Varuna und Pushan, jeweils drei in den Richtungen von Osten an.

Kriyapada 45, Vers 38. Bei den Torbögen stelle man jeweils zwei Bananenstämme mit Wurzeln, Früchten und Blättern auf, dazu Wasserbehälter mit Sand. [Die Verbindung „sālāvālujalān“ ist beschädigt; der Bezug auf die Behälter bleibt vorläufig.]

Kriyapada 45, Vers 39. Dann schmücke man die Lagerungshalle oben schön mit neuen Dukula-, Devanga-, Seiden- und anderen Stoffen.

Kriyapada 45, Vers 40. Die Pfeiler hülle man in ungetragene, gewaschene weiße Tücher. Herabhängende Perlenketten, Girlanden, Arekablüten und weiterer Schmuck zieren die Halle.

Kriyapada 45, Vers 41. Ringsum umwinde man sie mit einer Darbha-Girlande, während man den Waffenmantra vergegenwärtigt. Mit einem Besen aus Darbha und Palasha-Blättern

Kriyapada 45, Vers 42. reinige man sie rechtsläufig von Osten bis Nordosten. Unter der Gayatri bestreiche man innen mit gefiltertem Wasser und Kuhdung.

Kriyapada 45, Vers 43. Mit dem Mantraanfang „Die Wasser mögen reinigen …“ besprenge man sie mit Duftwasser. Unter „Für Nahrung dich …“ streue man Darbha-Gras, unversehrte Körner und weiße Blüten,

Kriyapada 45, Vers 44. oder unter dem Waffenmantra; ringsum auf dem Boden streue man Senfsamen mit dem Waffenmantra aus. Danach vollziehe der Acharya zusammen mit den Gestalthütern die vorbereitende Lagerung.

Kriyapada 45, Vers 45. Diese sollen Veda-Studium, Wissen und Gelübde abgeschlossen haben, aus angesehener Familie stammen, günstige Merkmale besitzen, weder zu jung noch zu alt und durch Gelehrsamkeit und Lebensführung ausgezeichnet sein.

Kriyapada 45, Vers 46. Mit den zuvor genannten Mantras wähle und verehre man acht von ihnen; beim Fünfersystem fünf, mit den entsprechenden fünf Mantras.

Kriyapada 45, Vers 47. Nach den eigenen Mitteln schmücke man sie mit Gewändern, Fingerringen und Armreifen. Sieben oder fünf Tage zuvor vollziehe man die Aussaat der Keimlinge.

Kriyapada 45, Vers 48. Der Acharya, vom Opferherrn wie zuvor gebeten und geehrt, verrichte seine täglichen Riten, bade und halte nahe der Halle Schweigen.

Kriyapada 45, Vers 49. Er wasche Hände und Füße, vollziehe Achamana und verehre mit heiterem Geist Ganesha sorgfältig auf einem Opferplatz außerhalb der Halle.

Kriyapada 45, Vers 50. Mit Girlanden, Duftstoffen, Räucherwerk, Licht, Früchten, Modakas und Laddus verehre er ihn und bitte um einen ungehinderten Ablauf. Nachdem der Guru Zustimmung erhalten hat,

Kriyapada 45, Vers 51. verbinde er die Torbögen der Reihe nach mit dem Mantraanfang „Bei jeder Verbindung …“ oder mit dem Wurzelmantra. Mit „Des Gottes …“ oder den eigenen Gliedermantras verbinde er sie auch mit den Dreizacken. [Der erste Mantraanfang ist in der Quelle als fraglich markiert.]

Kriyapada 45, Vers 52. Man bedecke sie mit ungetragenen Tüchern sowie Mango- und Ashvattha-Blättern und setze sie unter dem Mantraanfang „Erhebe dich, Brahman …“ von Osten an ein.

Kriyapada 45, Vers 53. Man fülle die Gruben, verdichte sie und bestreiche die Ansätze mit Kuhdung. In den Richtungen und in der Mitte stelle man Banner mit den Waffen der Welthüter auf,

Kriyapada 45, Vers 54. weiß, regenbogenfarben, rot, schwarz, dunkelgrün, rauchfarben, gelb, lotusrot, blass, Tamala-dunkel und strahlend weiß. [Die Farbfolge enthält mehr Einzelbezeichnungen als die später genannten zehn Bannerherren; keine Zuordnung wird ergänzt.]

Kriyapada 45, Vers 55. In der Mitte setze man sie mit dem Pashupata- und Aghora-Waffenmantra ein. Alle Banner mit ihren Wimpeln sind anderthalbmal so hoch wie die Torbögen.

Kriyapada 45, Vers 56. Die Bannerherren heißen Bhringin, Mahasena, Vrisha, Nandisha, Mahakala, Kumbhodara, Mahodara,

Kriyapada 45, Vers 57. Virabhadra, Brahma und Vastvisha. Danach lasse der Guru mit den Brahmanen, welche die Göttergestalten tragen, in der Mitte der Plattform

Kriyapada 45, Vers 58. zuerst die nach dem eigenen Veda vorgeschriebene Segensverkündung ausführen. Brahmanen von guter Familie, guter Lebensführung, Gelehrsamkeit und rechtem Verhalten, mit günstigen Merkmalen,

Kriyapada 45, Vers 59. zweiunddreißig, sechzehn oder acht, im Veda bewandert, durch Kricchra- und weitere Gelübde gereinigt, seien bereits zuvor ausgewählt und geehrt.

Kriyapada 45, Vers 60. Fest in ihren Gelübden sitzen sie im Osten, Süden, Norden und Westen und vollziehen zu Beginn der Rezitation das in ihrer jeweiligen Veda-Schule für die Richtung Vorgesehene.

Kriyapada 45, Vers 61. Als Bestandteil der Weihe verrichten sie die Segensverkündung nach Rigveda und den übrigen Überlieferungen. Mit deren geweihtem Wasser besprenge der Guru das Halleninnere rechtsläufig

Kriyapada 45, Vers 62. mit einem Darbha-Pinsel, ebenso außen die Torbögen und weiteren Einrichtungen. Gleichzeitig beginnen die Brahmanen die Rezitation in ihrer jeweiligen Richtung.

Kriyapada 45, Vers 63. Danach bereite man das gewöhnliche Arghya und verehre zuerst die Banner mit Duftstoffen, Blüten, unversehrten Körnern und weiteren Gaben. Die Anrufung beginnt mit dem heiligen Urlaut, nennt ihren jeweiligen Namen und endet mit „Verehrung“.

Kriyapada 45, Vers 64. Ebenso verehre man die Torbögen von Shanti an und unter ihren Namen die Sonnengottheiten auf den Dreizacken. Dann verehre man in den Krügen am Fuß der Torpfosten

Kriyapada 45, Vers 65. Mahodara, Mahakaya, Mahakantha, Mahodara, Agninetra, Agnijihva und im Norden Virupaksha

Kriyapada 45, Vers 66. und Vishalaksha: diese acht Gana-Herren der Reihe nach von Osten an. Sahasravici, Vimala, Shatadhara und Pramodini

Kriyapada 45, Vers 67. verehre man als Torgottheiten in den nördlichen Krügen der Eingänge. Kumbhakarna, Bhadrakarna, Shvetakarna

Kriyapada 45, Vers 68. und Gokarna verehre man unter ihren Namen in den südlichen Krügen der Tore von Osten an. Dann vertreibe man durch dreimaliges Klatschen, Fingerschnippen, Fersenstampfen und Blicken

Kriyapada 45, Vers 69. die himmlischen, lufträumlichen und irdischen Hindernisse an den Toren. Am Westtor wende man die Naraca-Waffe an. [Dies ist eine rituelle Waffenhandlung beziehungsweise Mantraanwendung, keine hier ausgeschriebene Formel.]

Kriyapada 45, Vers 70. Ohne die Schwelle zu berühren trete man am linken Türpfosten ein. Man setze den Waffenmantra auf der Schwelle ein und umschreite den Raum rechtsläufig.

Kriyapada 45, Vers 71. Im Südwesten stehend und nach Osten gewandt verehre man Vastvisha auf dem Boden, den Herrn der Vastu-Gottheiten, in der Mitte Brahma und ebenso den eigenen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 72. Dann setze man sich nach Norden gewandt mit heiterem Geist nieder, vollziehe zuerst die Reinigung der Elemente und danach Sakalikarana, die Ausstattung mit den Mantragliedern.

Kriyapada 45, Vers 73. Mit dem Zeigefinger errichte man außerhalb der Halle unter dem Waffenmantra eine Schutzumfassung. Man trage Turban und Obergewand, die mit dem Wurzelmantra besprochen wurden.

Kriyapada 45, Vers 74. Man bereite das besondere Arghya und besprenge damit den Kopf. In der mit Sandelpaste bestrichenen rechten Hand bilde man die Shiva-Hand.

Kriyapada 45, Vers 75. Shiva vergegenwärtige man als Lichtgestalt bis zum Shanti-Bereich, unter entsprechender Mantraaussprache. Man lege diese Hand auf den eigenen Scheitel und betrachte: „Ich bin Shiva.“

Kriyapada 45, Vers 76. Mit dem Blick auf die Wirklichkeit betrachte man die ganze Halle und ihre Einrichtungen. Das Erkenntnisschwert in der Hand bereite man wie zuvor in fünf Feldern vorschriftsmäßig

Kriyapada 45, Vers 77. die fünf Kuhprodukte. Im Südwesten der Halle stehend werfe man die Streugaben nach Nordosten und fülle Shiva-Krug und Waffen-Vardhani auf einem beweglichen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 78. Shiva und Shakti nehmen in ihnen Platz, mit Stier und Löwe als Reittieren. Man verehre sie mit Duftstoffen, Blüten und weiteren Gaben.

Kriyapada 45, Vers 79. Danach stelle man an den Toren paarweise die Gefäße namens Prashanta, Shishira, Parjanya, Ashoka, Sanjivana, Amrita, Arthesha und Kusma auf.

Kriyapada 45, Vers 80. Auf beiden Seiten verehre man darin die Torhüter von Nandin an: Nandisha, Mahakala, Bhringisha, Gajanana,

Kriyapada 45, Vers 81. Vrishabha, Shanmukha, Devi und Canda, der Reihe nach von Osten an. Die zehn Richtungshüter von Indra an rufe man in die Krüge ihrer jeweiligen Richtungen.

Kriyapada 45, Vers 82. Man verehre sie und umtrage den Krug wie zuvor rechtsläufig mit der Vardhani. Dann setze man den Krug nieder und bereite aus den mit Darbha zusammengetragenen

Kriyapada 45, Vers 83. Streugaben einen Sitz für die Vardhani. Danach lasse man die Welthüter von Indra an der Reihe nach Shivas Gebot hören:

Kriyapada 45, Vers 84. „Mit dem heiligen Urlaut: Höre, höre, Indra! Auf Shivas Gebot sollst du in deiner Richtung aufmerksam bis zum Ende des Opfers bleiben, um die Hindernisse zu befrieden!“

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 84. Auf diese Weise lasse man es bis zu Brahma und Ananta mit den jeweiligen Namen hören.

Kriyapada 45, Vers 85. Danach verehre man Krug und Vardhani sorgfältig mit Duftstoffen und allen weiteren Gaben bis zur Speisegabe. Ihm übergebe man das Erkenntnisschwert.

Unnummerierte Überleitung. Auch bitte man mit diesem Wortlaut:

Kriyapada 45, Vers 86. „Mit dem heiligen Urlaut: Shambhu, du sollst bis zum Ende des Opfers hier bleiben, zusammen mit deiner Schar, deinem Sohn und der Mutter, als Vorsteher des Opfers, Shankara!“

Unnummerierte Antwort vor Vers 87. Shiva antwortet: „So sei es.“

Kriyapada 45, Vers 87. Man stelle Arghya vor den Krug und stelle sich vor, dass die Streugaben aus der Opferhalle,

Kriyapada 45, Vers 88. die selbst die flammende Waffe sind, die Hindernisse weit fortgetrieben haben. Dann setze man sich vorschriftsmäßig vor die mittlere Feuergrube.

Kriyapada 45, Vers 89. In die ordnungsgemäß vorbereitete Grube setze der Guru das Shiva-Feuer ein, vollziehe die fünf Läuterungsriten bis zur Namengebung und verehre es.

Kriyapada 45, Vers 90. Man teile es in neun, Mitte und acht Richtungen, oder in fünf. Die jeweiligen Richtungsanteile des Feuers setze man in die entsprechenden Gruben ein.

Kriyapada 45, Vers 91. Dann rufe der Lehrer Shiva in das Feuer der mittleren Grube und vollziehe die Sättigung der Mantras. Der Wurzelmantra erhält die Bezeichnung Shiva am Ende,

Kriyapada 45, Vers 92. im Dativ und mit dem Feueropferabschluss. Damit opfere man einhundertachtmal; mit den Brahma- und Gliedermantras jeweils ein Zehntel davon.

Kriyapada 45, Vers 93. Bei jeder Grube stelle man Friedenskrüge mit Shivas Waffenmantra auf und weihe sie durch die hineingelangenden Opfertropfen. Der Guru vollziehe zusammen mit den Gestalthütern

Kriyapada 45, Vers 94. das Vollopfer und gehe zur Halle für das Herausarbeiten der Kennzeichen. Diese liegt nördlich oder nordöstlich der Halle für die vorbereitende Lagerung.

Kriyapada 45, Vers 95. Die Kennzeichenhalle besitzt drei Plattformen. Auf der südlichen lege man das Linga auf einen Sitz.

Kriyapada 45, Vers 96. Den Sockel lege man südlich davon hin und vollziehe die Reinigung des Materials mit den zuvor genannten acht Erdarten und den der Reihe nach beschriebenen Pflanzensuden,

Kriyapada 45, Vers 97. mit Kuhurin und Kuhdung sowie Blüten-, Räucher- und anderem Wasser. Nach dem Baden lege man es auf die zweite Plattform oder einen bereiteten Opferplatz

Kriyapada 45, Vers 98. aus unenthülstem und enthülstem Reis. Dort arbeite man am Linga die Kennzeichen nach dem zuvor genannten Verfahren heraus.

Kriyapada 45, Vers 99. Acht oder vier Frauen mit glückverheißenden Merkmalen sollen das Linga mit Darbha-Gras berühren und das Licht schwenken.

Kriyapada 45, Vers 100. Mit dem Waffenmantra und Arghya-Wasser vollziehe man das rituelle Antippen, hülle es mit dem Schutzmantra ein und verehre es mit seinem eigenen oder dem allgemeinen Mantra.

Kriyapada 45, Vers 101. Man begieße es einzeln mit Kuhurin, Kuhdung, Milch, Dickmilch, geklärter Butter und Honig, ferner mit den fünf Kuhprodukten, Kusha-Wasser und Duftwasser.

Kriyapada 45, Vers 102. Dann verehre man es mit Gewändern, Duftstoffen, Girlanden, Räucherwerk, Licht und Gaben und lade es auf einen Wagen oder ein anderes Fahrzeug. Unter dem Klang von Bheri-, Pataha- und Dindima-Trommeln,

Kriyapada 45, Vers 103. Jhallari, Timila, Muschelhorn, Zimbeln, Mardala, Kahala, Flöte, Madduka, Vina und weiteren glückverheißenden Instrumenten,

Kriyapada 45, Vers 104. mit Gesang, Tanz, Siegesrufen, Segensworten, Leuchten, Schirmen, Yakhaarfächern, Darbietungen, Fahnen und weiterem Schmuck umschreite man das Dorf oder den betreffenden Ort rechtsläufig.

Kriyapada 45, Vers 105. Zur Wasserlagerung gehe man zu einem Fluss, einer heiligen Badestelle, einem See oder ähnlichen Gewässer. Am sorgfältig bestrichenen Ufer stelle man den Gott auf und verehre ihn.

Kriyapada 45, Vers 106. Zuvor errichte man im Wasser einen vierstützigen Pavillon in Nabeltiefe. In seiner Mitte lege man Shiva auf einen Sockel oder eine andere Unterlage.

Kriyapada 45, Vers 107. Er ist mit Tuch und Darbha-Gras umwunden, der Kopf liegt nach Osten, die Kennlinie nach oben. Daneben lege man den mit Darbha, Tüchern und weiterem geschmückten Sockel.

Kriyapada 45, Vers 108. Zum Schutz stelle man acht Krüge mit den Welthütern als Gottheiten in den Richtungen auf und verehre sie; ringsum seien auch Wächter.

Kriyapada 45, Vers 109. Nach fünf, drei, zwei oder einer Nacht, nach einem halben Tag oder einem Yama hole man das Linga heraus, stelle es am Ufer auf und verehre es.

Kriyapada 45, Vers 110. Man bade es mit den fünf Kuhprodukten und weiteren Stoffen sowie mit neun Krügen, bestreiche es mit Duftpaste und hülle es in rote Seide.

Kriyapada 45, Vers 111. Man schmücke es mit goldenen Girlanden, verehre es und lade es auf den Wagen oder das Fahrzeug. Mit Tanz, Gesang und weiteren glückverheißenden Handlungen,

Kriyapada 45, Vers 112. Lobgesängen und Veda-Rezitation lasse man das Linga rechtsläufig um das Dorf oder den betreffenden Ort führen. Dabei streuen beziehungsweise verteilen der Opferherr und die anderen Gold, Gewänder,

Kriyapada 45, Vers 113. Kaurimuscheln, Arekanüsse, Betel, Silber, Puffreis, unversehrte Körner und weiteres sowie reiche Blütenregen.

Kriyapada 45, Vers 114. Der Guru gehe vor dem Gott, der Opferherr hinter ihm. Die Gestalthüter besprengen den Weg mit gewöhnlichem Arghya-Wasser.

Kriyapada 45, Vers 115. An der Waschhalle angekommen umschreite man sie rechtsläufig und nehme den Gott am westlichen Halleneingang vom Fahrzeug herab.

Kriyapada 45, Vers 116. Nach Arghya an den Füßen führe man ihn in die Halle. In der Mitte setze man Shiva in die Öffnung des Bhadrapitha-Sitzes.

Kriyapada 45, Originalmarke 117 1/2. Den Sockel stelle man im Süden auf und verehre ihn mit Duftstoffen und den weiteren Gaben. So wurden nach Prüfung vieler Shiva-Tantra-Handbücher die Weihevorschrift, die Hallen und Geräte, die Reinigung des Materials und die Wasserlagerung ordnungsgemäß beschrieben.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das fünfundvierzigste Kapitel über die Merkmale der Weihevorschrift.

Besinnung zu Kapitel 45

Die Weihe verlangt viele zusammenwirkende Aufgaben: sorgfältige Vorbereitung, geordnete Wege, Musik, Gaben und die Aufmerksamkeit der Beteiligten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin die Bedeutung einer bewusst getragenen Gemeinschaft sichtbar werden. Auch eine persönliche Praxis gewinnt durch Vorbereitung und verlässliche Abläufe; sie muss dafür nicht die historische Weiheordnung nachbilden.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 45: Vorbereitung der Linga-Weihe und rituelle Wasserlagerung
Die Weihe wird als geordnete Folge von Vorbereitungen beschrieben: Wahl der Zeit, Errichtung der Hallen, Bereitstellung der Gaben, Schutz des Ortes, Reinigung und feierliche Überführung des Lingas. Das Kapitel bewahrt sowohl konkrete Handlungen als auch Mantraverweise und kurze Anrufungen.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha pañcacatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

liṅgānāṃ niṣkalādīnāṃ pratiṣṭhā pañcadhā smṛtā |
pratiṣṭhā sthāpanaṃ tadvat sthitasthāpanamityapi || 1 ||

utthāpanāsthāpane ca pṛthak tallakṣma likhyate |
yatra brahmaśilāyāṃ talliṅgamādau nidhāya tu || 2 ||

kriyate piṇḍikāyogastāṃ pratiṣṭhāṃ pracakṣate |
sthāpanaṃ bāṇaliṅgānāmārṣāṇāṃ ca svayambhuvām || 3 ||

ratnahemādiliṅgānāmekā cet piṇḍikā tadā |
sthitasthāpanamuddiṣṭaṃ jīrṇe cotthāpanaṃ bhavet || 4 ||

āsthāpanaṃ syād vyaktānāṃ viṣṇvādīnāṃ ca tat tathā |
athottarāyaṇe pūrvapakṣe lagne guṇānvite || 5 ||

praśastatithinakṣatravārayogadinādike doṣairguṇaiśca pūrvoktairhīne yukte susammate || 6 ||

yajamānānukūle ca pratiṣṭhākarma śasyate |
prāsādasyāgrataḥ kuryāccaturaśraṃ tu maṇḍapam || 7 ||

p. 422)

praśastataruvaṃśādyairnūtanaiḥ sumanoramam |
hastādinavahastāntaliṅgānāṃ prathamatrike || 8 ||

vasunandadiśāhastairathārkamanuṣoḍaśaiḥ |
tṛtīye syād ghṛtikṛtikaraiścotkṛtisammitaiḥ || 9 ||

paryantabhittisaṃyuktaṃ caturdigdvāraśobhitam |
ekāśītipadāṃśasya syānmadhya[kh: tta]navakena tu || 10 ||

rasārkaṣoḍaśāṃśoccāṃ vediṃ kuryānmanoramām |
kuṇḍāṣṭakaṃ tu pūrvādidikṣu kuryād yathākramam || 11 ||

vedāśrayonikhaṇḍendutryaśraṃ vṛttaṃ ṣaḍaśrakam |
padmākāraṃ ca vasvaśraṃ navamaṃ caturaśrakam || 12 ||

taccendreśānayormadhye prāṅmukheṃ'śe vidhīyate |
rakṣovaruṇayormadhye liṅge syāt paścimāmukhe || 13 ||

sarvāṇi caturaśrāṇi vṛttānītyapi kecana |
kaniṣṭhāditriliṅgānāṃ ratnyaratnikarāṇi tu || 14 ||

kaniṣṭhādīni kuṇḍāni syurvātrāhutisaṃkhyayā |
syuḥ pañcamūrtipakṣe tu pañca kuṇḍāni tānyapi || 15 ||

caturaśrāṇi dikṣvīśaśakramadhye tu pañcakam |
ekaṃ vaindryāṃ bhavet kuṇḍamaśaktau vā kaniṣṭhake || 16 ||

prāgudīcyāṃ tu vodīcyāmadhivāsanamaṇḍapāt |
kuryādardhapramāṇena tadvat srapanamaṇḍapam || 17 ||

tasyaikakoṣṭhapaṅktiṃ tu tyaktvātha parito bahiḥ |
snānavediṃ ṣaḍaṃśoccāṃ paritastu rasāṃśakaiḥ || 18 ||

uccavyāsasamāṃ kuryācchobhanāṃ tu vitardikām |
jalanirgamanālaṃ ca bhaveduttarataḥ śubham || 19 ||

kuṇḍasaṃkhyāsamaṃ kuryāt sruksruvādyaṃ pṛthak pṛthak |
nidrākumbhaṃ śāntikumbhāñchivakumbhāstravardhanīḥ || 20 ||

vidyeśalokapālānāṃ kumbhān vā toraṇāśritān |
abhyaṅgapātraṃ vastrāṇi tadvaccaivāṣṭamaṅgalam || 21 ||

p. 423)

taṇḍulāṃśca carusthālīḥ kalaśān pañcagavyakam |
navaratnāni ca svarṇaṃ prabhūte madhusarpiṣī || 22 ||

parvatāgranadītīrakulīrahradatīrthajāḥ |
vṛṣebhaśṛṅgavalmīkasarastīrabhuvo mṛdaḥ || 23 ||

aṣṭau samudrasaritāṃ tīrthānāṃ salilāni ca |
tataḥ kṣīrāgajambvāmratvacaḥ kisalayāni ca || 24 ||

raupyapātradvayaṃ hemaśalāke bhadrapīṭhakam |
sarvauṣadhīrdhātubījalohāni musalādikam || 25 ||

gṛhopaskarajātaṃ yadanuktamapi cāharet |
amatrayantrikādhārān [kh: kādhikārān] gulakhaṇḍaṃ ca guggulum || 26 ||

candanāgarukarpūrakuṅkumaṃ yogapaṭṭikām |
tāmbūlaṃ kramukaṃ tailaṃ khaṭvāṃ vā phalakāṃ navām || 27 ||

navakambaladevāṅgapaṭṭādyaṃ sayanocitam |
sarvamuttaravedyāṃ tu lakṣaṇoddhāramaṇḍape || 28 ||

vinyasennavakoṣṭheṣu śivakoṣṭhādiṣu kramāt |
madhye tu śivakoṣṭhaṃ syāt prāgādyaṣṭadiśāsvapi || 29 ||

sādeśeśvaravidyākhyamāyākālaniyāmikāḥ |
puruṣaḥ prakṛtiśca syustattvāntaṃ koṣṭhakāni tu || 30 ||

dugdhādipañcagavyāni madhye dikkoṣṭhakeṣu ca |
jalaṃ homopakaraṇaṃ vāso dhūpopayogi yat || 31 ||

āgneye ttvatha nair-ṛtye dīpanīrājanādikam |
tvakkaṣāyādyamanile caiśe syāccandanādikam || 32 ||

anyacca kārakavrātaṃ yathoddeśaṃ nidhāpayet |
syuḥ plakṣodumbarāśvatthanyagrodhaistoraṇāni tu || 33 ||

śāntibhūtibalārogyanāmānyaindrāditaḥ kramāt |
kaniṣṭhāditriliṅgānāṃ śarartumunikiṣkubhiḥ || 34 ||

tuṅgāni tu tadardhāntarvistārāṇi śubhāni ca |
nandarudrātijagatītuṅgaśūlānyanukramāt || 35 ||

p. 424)

vasupaṅktiṃjagatyaṃśaistacchūlāntaravistṛtiḥ |
śūlānāmaryamā mitrastvaṣṭā bhagapurandarau || 36 ||

parjanyaviṣṇū savitā dhāteśo [teśāvaru] varuṇastathā |
pūṣā ca devatāḥ proktāḥ prāgādyeṣu tryastrayaḥ || 37 ||

samūlān kadalīstambhān phalapallavamaṇditān |
sāla[lā]vālujalān dvaudvau [kh: vau] sthāpayet toraṇāśrayān || 38 ||

tato dukūladevāṅgapaṭṭavastrādibhirnavaiḥ |
yathāśobhaṃ vibhūṣyordhvamadhivāsanamaṇḍapam || 39 ||

stambhānapyahatairvastrairācchādya kṣālitaiḥ sitaiḥ |
muktādāmasragālambapūgapuṣpādyalaṅkṛtam || 40 ||

darbhasrajā ca paritaḥ saṃveṣṭyāstramanusmaran |
darbhasandarbhamārjanyā sapalāśapalāśayā || 41||

aindrādyaiśānaparyantaṃ mārjayitvā pradakṣiṇam |
gāyatryā copalipyāntargālitodakagomayaiḥ || 42 ||

āpaḥ punantvityādyena prokṣayed gandhavāriṇā |
iṣetvetyādinā darbhairakṣataiḥ kusumaiḥ sitaiḥ || 43 ||

vikīryāstreṇa vā bhūmau siddhārthaiḥ parito'strataḥ |
tato'dhivāsanaṃ kuryādācāryo mūrtipairyutaḥ || 44 ||

vedavidyāvratasnātān kulīnāñ śubhalakṣaṇān |
nātyantabālavṛddhāṃśca śrutavṛttādibhūṣitān || 45 ||

pūrvoktamantraistānaṣṭau varayitvābhipūjya ca |
pañca vā pañcapakṣe tān mantraistaireva pañcabhiḥ || 46 ||

vastrāṅgulīyakaṭakairbhūṣayedapi śaktitaḥ |
saptame pañcame vāhni pūrvaṃ kṛtvāṅkurārpaṇam || 47 ||

ācāryo yajamānena pūrvavat prārthito'rcitaḥ |
kṛtanityakriyaḥ srātvā vāgyato maṇḍapāntike || 48 ||

p. 425)

prakṣālya pāṇicaraṇān samācamya prasannadhīḥ |
sthaṇḍile maṇḍapād bāhye gaṇeśaṃ samyagarcayet || 49 ||

sraggandhadhūpadīpādyaiḥ phalamodakalaḍḍukaiḥ |
nirvighnaṃ prārthayet karma labdhānujñastato guruḥ || 50 ||

yoge yogeti vā (yogaḥ?) mūlād yojayet toraṇān kramāt |
devasya tveti vā svāṅgaiḥ śūlairāyojayedapi || 51 ||

ācchādyāhatavāsobhiścūtāśvatthadalairapi |
uttiṣṭhabrahmaṇomantrāt [k: n] prāgādyantāṃstu vinyaset || 52 ||

āpūrya gartānākoṭya mūlānyālipya gomayāt |
dhvajān dikṣu tathā madhye lokapālāyudhāṅkitān || 53 ||

śvetendracāpasaṃraktakṛṣṇaśyāmaladhūmrakān |
pītapadmāruṇān pāṇḍutāpiñchadhavalaprabhān || 54 ||

madhye pāśupatāstreṇāpyaghorāstreṇa pātayet |
adhyardhatoraṇāduccā dhvajāḥ sarve patākinaḥ || 55 ||

dhvajādhipatayo bhṛṅgī mahāsenavṛṣau tataḥ |
nandīśaśca mahākālaḥ kumbhodaramahodarau || 56 ||

vīrabhadrastathā brahmā vāstvīśaśceti kīrtitāḥ |
atha mūrttidharairviprairvedikāyāstu madhyataḥ || 57 ||

svavedavihitaṃ pūrvaṃ puṇyāhaṃ kārayed guruḥ |
kulaśīlaśrutācārasaṃpannāḥ śubhalakṣaṇāḥ || 58 ||

dvātriṃśat ṣoḍaśāṣṭau vā brāhmaṇā vedapāragāḥ |
kṛcchrādivratasaṃśuddhā vṛtāḥ prāgeva pūjitāḥ || 59 ||

prāgdakṣiṇottarapratyagupaviṣṭā dṛḍhavratāḥ |
kuryuradhyayanasyādau svaśākhānumataṃ diśi || 60 ||

pratiṣṭhāṅgatayoddiśya puṇyāhaṃ bahvṛcādikam |
guruḥ puṇyāhasalilairmaṇḍapāntaḥ pradakṣiṇam || 61 ||

prokṣayed darbhakūrcena toraṇādyaṃ ca bāhyataḥ |
tadaivādhyayanaṃ viprāḥ prārabheran yathādiśam || 62 ||

p. 426)

sāmānyārghyamathāpādya gandhapuṣpākṣatādibhiḥ |
dhvajānanu yajet pūrvaṃ tārasvākhyānamontakam || 63||

śāntyāditoraṇāṃśceṣṭvā svākhyābhiḥ śūlagān ravīn |
tatastoraṇaśākhānāṃ mūlakumbheṣu pūjayet || 64||

mahodaramahākāyau mahākaṇṭhaṃ mahodaram |
agninetraṃ cāgnijihvaṃ virūpākṣamathottare || 65 ||

viśālākṣaṃ ca pūrvādikramādaṣṭau gaṇeśvarān |
sahasravīcīṃ vimalāṃ śatadhārāṃ pramodinīm || 66 ||

dvārāṇāṃ saumyakumbheṣu pūjayed dvāradevatāḥ |
kumbhakarṇaṃ bhadrakarṇaṃ śvetakarṇaṃ ca nāmabhiḥ || 67 ||

gokarṇamapi pūrvādidvāradakṣiṇakumbhagān |
tatastālatrayacchoṭipārṣṇighātanirīkṣitaiḥ || 68 ||

divyāntarikṣabhūmiṣṭhān vighnān drāragatān haret |
paścimadvāramāsādya nārācāstraṃ prayojayet || 69 ||

aspṛśan dehalīmantarvāmaśākhāśrito viśet |
vinyasyāstraṃ tu dehalyāṃ parikramya pradakṣiṇam || 70 ||

prāṅmukho nair-ṛte sthitvā vāstvīśaṃ bhuvi pūjayet |
vāstudaivādhipaṃ madhye brahmāṇaṃ svāsanaṃ tathā || 71 ||

uttarāśāmukhaṃ tasmādupaviśya prasannadhīḥ |
bhūtaśuddhiṃ ca kṛtvādau sakalīkaraṇaṃ tataḥ || 72 ||

tarjanyā maṇḍapād bāhye vapramastrād vidhāya tu |
mūlābimantritoṣṇīṣamuttarīyaṃ ca dhārayan || 73 ||

viśeṣārghyaṃ samāpādya tena prokṣitamastakaḥ |
dakṣiṇe candanālipte śivahastaṃ vidhāya tu || 74 ||

tejorūpaṃ tu śāntyantaṃ śivamuccārya saṃsmaran |
tamātmamūrdhni vinyasya śivo'hamiti bhāvayan || 75 ||

tattvadṛṣṭyā tu nikhilaṃ maṇḍapādyaṃ vilokya tu |
jñānakhaḍgakaraḥ prāgvat pañcakoṣṭhe yathāvidhi || 76 ||

p. 427)

pañcagavya samāsādya nair-ṛtyāṃ maṇḍape sthitaḥ |
nikṣipya vikirānaiśe śivakumbhāstravardhanī || 77 ||

calāsane samāpūrya śivābhyāṃ samadhiṣṭhite |
pūjayed gandhapuṣpādyairvṛṣakesarivāhane || 78 ||

tataḥ praśāntaśiśiraparjanyāśokasaṃjñitān |
sañjīvanāmṛtārtheśakusmān dvāreṣu yugmaśaḥ || 79 ||

vinyasyobhayatasteṣu nandyādīn dvārapān yajet |
nandīśaṃ ca mahākālaṃ bhṛṅgīśaṃ ca gajānanam || 80 ||

vṛṣabhaṃ ṣaṇmukhaṃ devīcaṇḍau pūrvāditaḥ kramāt |
svadigvinyastakumbheṣu śakrādīn daśa dikpatīn || 81 ||

āvāhyābharcya vardhanyā kumbhaṃ prāgvat pradakṣiṇam |
paribhrāmya tu vinyasya kumbhaṃ darbhopasaṃhṛtaiḥ || 82 ||

vikirairāsanaṃ kṛtvā vardhanīṃ tatra vinyaset |
tataḥ śakrādilokeśāñ śivājñāṃ śrāvayet kramāt || 83 ||

oṃ |

bho bho śakra ! tvayā svasyāṃ diśi vighnapraśāntaye |
sthātavyaṃ sāvadhānena tvāyāgāntaṃ śivājñayā || 84 ||

ityādinā brahmānantāntaṃ svasvanāmabhiḥ śrāvayet |

tato gandhādibhiḥ samyagiṣṭvā kumbhaṃ ca vardhanīm |
nivedyāntaṃ tatastasmai jñānakhaḍgaṃ samarpayet || 85 ||

prārthayedapi cānena

oṃ |

āyāgāntaṃ tvayā śambho ! sthātavyaṃ sagaṇena tu |
sasutena sahāmbena yāgādhyakṣeṇa śaṅkaraḥ ! || 86 ||

tathetyuktaḥ śivena tu |

arghyaṃ nidhāya kumbhāgre vikirairyāgamaṇḍapāt || 87 ||

jvaladastrātmakairvighnān nirastān dūrataḥ smaret |
tato madhyamakuṇḍāgra upaviśya yathāvidhi || 88 ||

p. 428)

yathāvat saṃskṛte kuṇḍe samādhāya śivānalam |
nāmāntaṃ pañcasaṃskāraiḥ saṃskṛtyārādhya taṃ guruḥ || 89 ||

madhyādinavadiksaṃsthaṃ pañcadhā vā vibhājitam |
tattaddiganalāṃśāṃstu tattatkuṇḍe nidhāpayet || 90 ||

tato madhyamakuṇḍāgnau śivamāvāhya deśikaḥ |
mantrāṇāṃ tarpaṇaṃ kuryāt tacca mūlaṃ śivāntikam || 91 ||

caturthyāgnipriyāntaṃ syāt tena tvaṣṭottaraṃ śatam |
hutvā brahmāṅgamantrāṇāṃ taddaśāṃśaṃ juhoti ca || 92 ||

saṃsthāpya pratikuṇḍaṃ tu śāntikumbhāñchivāstrataḥ |
saṃpātābhihutān kṛtvā gururmūrtidharaiḥ saha || 93 ||

hutvā pūrṇāṃhutiṃ yāyāllakṣaṇoddhāramaṇḍapam |
taccottare'thavaiśānyāmadhivāsanamaṇḍapāt || 94 ||

kuryād veditrayopetaṃ lakṣaṇoddhāramaṇḍapam |
tasmin dakṣiṇavedyāṃ tu liṅgaṃ pīṭhe nidhāya tu || 95 ||

pīṭhaṃ ca taddakṣiṇataḥ kuryādākāraśodhanam |
aṣṭamṛdbhiḥ puroktābhiḥ kaṣāyaiśca kramoditaiḥ || 96 ||

gomūtragomayābhyāṃ ca puṣpadhūpajalāntaraiḥ |
snāpayitvā dvitīyāyāṃ vedyāṃ vā sthaṇḍile kṛte || 97 ||

śālibhistaṇḍulaiścāpi tasmilliṁṅgaṃ nidhāya tu |
pūrvoktena vidhānena lakṣaṇoddhāramācaret || 98 ||

athāṣṭau vā catasro vā nāryo maṅgalyalakṣaṇāḥ |
darbhaiḥ spṛśeyustalliṅgaṃ kuryurnīrājanaṃ tathā || 99 ||

santāḍyāstreṇārghyatoyaiḥ kavacenāvakuṇṭhya tu |
svamantreṇāthavākuryāt pūjāṃ sādhāraṇena vā || 100 ||

gomūtragomayakṣīradadhyājyamadhubhiḥ pṛthak |
pañcagavyakuśāmbubhyāṃ gandhādbhiścābhiṣecayet || 101 ||

tato vasanagandhasragdhūpadīpopahārakaiḥ |
iṣṭvā rathādāvāropya bherīpaṭahaḍiṇḍimaiḥ || 102 ||

p. 429)

jhallarītimilāśaṅkhatālamardalakāhalaiḥ |
veṇumaḍḍukavīṇādivāditradhvanimaṅgalaiḥ || 103 ||

gītanṛttajayāśīrbhiḥ pradīpacchatracāmaraiḥ |
prekṣaṇīyairdhvajaiścānyairgrāmādestu pradakṣiṇam || 104 ||

kṛtvā jalādhivāsārthaṃ nadītīrthahradādikam |
āsādya tīre svālipte devaṃ saṃsthāpya pūjayet || 105 ||

prāgeva jalamadhye tu nābhidaghnacatuṣpadīm |
prapāṃ kṛtvā tu tanmadhye pīṭhādau śāyayecchivam || 106 ||

veṣṭitaṃ vasanairdarbhaiḥ prākchīrṣaṃ cordhvasūtrakam |
tatpārśve vinyaset pīṭhaṃ darbhavastrādibhūṣitam || 107 ||

rakṣāyai kalaśānaṣṭau lokapālādhidaivatān |
vinyasya dikṣu saṃpūjya parito rakṣiṇastathā || 108 ||

pañcatridvyekarātraṃ vā dinārdhaṃ yāmameva vā |
atītyottārayelliṅgaṃ tīre vinyasya pūjayet || 109 ||

saṃsnāpya pañcagavyādyairnavabhiḥ kalaśairapi |
ālipya gandhapaṅktena raktakauśeyavāsasā || 110 ||

ācchādya hemamālābhiralaṅkṛtyābhipūjya ca |
rathādiyānamāropya nṛttagītādimaṅgalaiḥ || 111 ||

stutibhirbrahmaghoṣaiśca grāmādestu pradakṣiṇam |
liṅgaṃ tu kārayet tatra hiraṇyavasanādikam || 112 ||

kapardapūgatāmbūlarūpyalājākṣatādikam |
kiranto yajamānādyāḥ puṣpavṛṣṭīśca puṣkalāḥ || 113 ||

gururdevāgrato gacched yajamānaśca pṛṣṭhataḥ |
sāmānyārghyajalairmārgaṃ siñceyurmūrtidhārakāḥ || 114 ||

snānamaṇḍapamāsādya paribhrāmya pradakṣiṇam |
pratīcyāṃ maṇḍapadvāri devaṃ samavatārayet || 115 ||

arghyaṃ tu pādayordattvā maṇḍapāntaḥ praveśayet |
tanmadhye bhadrapīṭhasya vivare sthāpayecchivam || 116 ||

p. 430)

pīṭhaṃ ca dakṣiṇe bhāge gandhādyaiḥ pūjayedapi |

iti pratiṣṭhāvidhimaṇḍapādikaṃ sakārakaṃ cākaraśodhanaṃ tathā |
yathāvaduktaṃ ca jalādhivāsanaṃ vicārya naikāḥ śivatantrapaddhatīḥ || 117 1/2 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde pratiṣṭhāvidhilakṣaṇapaṭalaḥ pañcacatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 46: Waschung, Lagerung und Einsetzung der Prinzipien

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 46: Waschung, Lagerung und Einsetzung der Prinzipien
Die vorbereitende Weihe verbindet das Baden des Lingas mit der Betrachtung seiner drei Bereiche als Träger von Prinzipien und Gottheiten. Das Kapitel enthält verschiedene Zuordnungen je nach Ziel und Gottheit der Einsetzung. Die Mantrabenennungen, abgekürzten Formeln und ausgeschriebenen Anrufungen werden unterschieden.

Kapiteleingang. Nun das sechsundvierzigste Kapitel.

Kriyapada 46, Vers 1. Der Acharya bade mit den Gestalthütern, sei heiteren Geistes, wasche die Füße, vollziehe Achamana und trete in die Waschhalle ein.

Kriyapada 46, Vers 2. Zuerst lasse er die Segensverkündung sprechen und verehre Ganesha im Süden. Er vollziehe das Auswerfen der Streugaben, stelle Shiva-Krug und Vardhani auf

Kriyapada 46, Vers 3. und verehre sie. Nachdem durch ihre Umtragung die Halle geschützt ist, ordne er im Osten neunundvierzig Krüge an.

Kriyapada 46, Vers 4. Mit je zehn nach Osten und Norden verlaufenden Schnüren entstehen in der Mitte neun Felder; in den Richtungen werden zwei Reihen zu drei angegeben. [Die Rasterbeschreibung ist in der gelieferten Lesung und ihrer Variante unterschiedlich gefasst.]

Kriyapada 46, Vers 5. Die Reihen werden so bereinigt, dass vier Wege entstehen; in den Richtungen jeweils sechs Felder, an jeder Ecke vier. [Die Quelle selbst kennzeichnet den Satz zur Weganlage als fraglich.]

Kriyapada 46, Vers 6. In der mittleren Neunergruppe fülle man die Krüge von Osten an mit Pflanzensud, Kuhurin, den fünf Kuhprodukten, Milch,

Kriyapada 46, Vers 7. Asche, Dickmilch, Erde und Kusha-Wasser. Man vergegenwärtige in ihnen die sieben Meere und im achten den Garbha-Ozean.

Kriyapada 46, Vers 8. Den Brahma-Krug in der Mitte fülle man mit Duftwasser. Im zweiten Kreis stehen geklärte Butter, Kuhdung, Honig und Zuckerrohrsaft,

Kriyapada 46, Vers 9. Edelsteinwasser, Kokoswasser, Zitronatzitrone, Granatapfel, Banane, Zitrone, Jackfrucht und Bilva,

Kriyapada 46, Vers 10. ferner Sandel-, Agaru-, Kampfer- und Safranwasser: sechzehn Krüge. Den dritten Kreis aus einer durch Sankriti bezeichneten Krugzahl

Kriyapada 46, Vers 11. fülle man unter Vergegenwärtigung der heiligen Gewässer von Ganga an: Ganga, Shatadru, Yamuna, Narmada, Sarasvati,

Kriyapada 46, Vers 12. Gomati, Sarayu, Sindhu, Shona, Tapi, Parushni, Godavari, Krishnaveni, Nanda, Bhimarathi,

Kriyapada 46, Vers 13. Tungabhadra, Vegavati, Kaveri, Tamraparni, Prabhasa, Naimisha, Gokarna und Tripushkara,

Kriyapada 46, Vers 14. dazu Kedara. Diese vergegenwärtige man der Reihe nach in den Krügen von Osten an. Die mittlere Neunergruppe setze man mit den Brahma- und Gliedermantras in den jeweiligen Richtungen ein und verehre sie.

Kriyapada 46, Vers 15. Die Krüge des zweiten Kreises verehre man mit den Vidyeshvaras und den acht Gestalten; die des dritten mit den Prinzipien von Shakti bis Erde,

Kriyapada 46, Vers 16. ausgenommen die zehn Sinnesvermögen und den Geist. Die Anrufungen beginnen mit dem heiligen Urlaut, nennen den jeweiligen Namen und enden mit „Verehrung“. Damit verehre man die Krüge, die Darbha-Pinsel tragen und mit Schnur umwunden sind.

Kriyapada 46, Vers 17. Sie enthalten Gold und Edelsteine, tragen Gewänder, Sandelpaste und Girlanden, Mango- und Ashvattha-Blätter, Deckel, Früchte und unversehrte Körner.

Kriyapada 46, Vers 18. Man fülle die Krüge ordnungsgemäß und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Dann bereite man im Westen neun Felder,

Kriyapada 46, Vers 19. stelle neun Krüge auf, mit den acht Gestaltherren ringsum und Shiva in der Mitte. Der Lehrer fülle und verehre sie.

Kriyapada 46, Vers 20. In fünf Feldern im Nordosten fülle man fünf Krüge der Reihe nach mit den fünf Nektarstoffen unter den fünf Brahmamantras und verehre sie mit goldenen Pinseln.

Kriyapada 46, Vers 21. Im Osten setze man auf einem Opferplatz das Feuer nach der Vorschrift ein, rufe Shiva samt Gliedern hinein und opfere Brennhölzer, geklärte Butter, Sesam und gekochte Opferspeise

Kriyapada 46, Vers 22. mit der Mantra-Samhita. Mit dem Wurzelmantra opfere man einhundertachtmal, mit den Brahma- und Gliedermantras ein Zehntel davon. Die herabgefallene geklärte Butter

Kriyapada 46, Vers 23. gebe man mit einer Kusha-Spitze in den Brahma-Krug. Dann vollziehe man das Bad, gebe Arghya, berühre den Kopf mit dem Herzmantra und entferne Blüten und weiteres.

Kriyapada 46, Vers 24. Zuerst mit den Mantraanfängen „Ihr Wasser seid …“, dann mit den Nektarstoffen unter den Brahmamantras; zwischen den Waschungen mit Wasser und Räucherwerk. Blüten sollen dafür sorgen, dass der Kopf nicht leer bleibt.

Kriyapada 46, Vers 25. So begieße man ihn, vollziehe das Vollopfer und verehre Shankara. Dann folge die Waschung mit den neunundvierzig Krügen in ihrer Aufstellungsreihenfolge.

Kriyapada 46, Vers 26. Mit Pflanzensud, den fünf Kuhprodukten, Asche und Erde unter der Vyomavidya; mit Kuhurin unter der Gayatri und mit Milch unter „Schwelle an …“.

Kriyapada 46, Vers 27. Mit Dickmilch unter „Den Dadhikravan …“, mit Kusha-Wasser unter „Des Gottes …“. Im zweiten Kreis ebenso mit geklärter Butter unter „Glanz bist du …“.

Kriyapada 46, Vers 28. Mit Honig unter „Süß wehen die Winde …“, mit Kuhdung unter „Die durch Duft Zugängliche …“, mit Zuckerrohrsaft unter dem Wurzelmantra, mit Edelsteinwasser unter „Durch den dunklen …“.

Kriyapada 46, Vers 29. Mit Fruchtwasser unter den Brahmamantras, mit Sandelwasser und weiterem unter dem Shri-Sukta. Dazwischen verehre man mit Wasser und Räucherwerk. Mit den Krügen des dritten Kreises

Kriyapada 46, Vers 30. bade man Shiva unter den elf Abschnitten des Rudra. Mit Duftstoffen und weiteren Gaben bis zur Speisegabe verehre man ihn; unter Instrumentenklang

Kriyapada 46, Vers 31. schwenke man das Licht. Dann begieße man den Herrn der Götter mit dem Wasser des Brahma-Krugs unter dem Wurzelmantra, der mit dem Fünfsilbigen endet.

Kriyapada 46, Vers 32. Wieder verehre man mit Duftstoffen und den weiteren Gaben, bade ihn mit der westlichen Neunergruppe unter den Pavamani-Mantras und mit dem mittleren Krug nochmals unter den Brahmamantras.

Kriyapada 46, Vers 33. Erneut verehre man Shankara bis zur Speisegabe. Nach der Zustimmung von Shiva und Shakti im Krug

Kriyapada 46, Vers 34. begieße man den Sockel aus der Vardhani mit Gauris eigenem Mantra, umschlossen vom Urlaut und ihrem Keimlaut. Dann bade man Shiva aus dem Shiva-Krug

Kriyapada 46, Vers 35. mit der Mantra-Samhita bis zur Vyomavidya. Unter Aghora bestreiche man Linga und Sockel mit Duftpaste. [Die Quelle markiert den Abschluss mit Vyomavidya als fraglich.]

Kriyapada 46, Vers 36. Unter Vamadeva schmücke man mit Gewändern und weiteren Gaben, unter Isha verehre man mit Blüten, unter Tatpurusha bringe man Räucherwerk, Licht und Speise dar.

Kriyapada 46, Vers 37. Mit der duftbestrichenen Shiva-Hand und der Gayatri berühre man das Linga in den vier Richtungen und in seinen drei Teilen, jeweils unter Vergegenwärtigung des Zugehörigen.

Kriyapada 46, Vers 38. Mit weißen duftenden Blüten, Girlanden, Räucherwerk, geschwenktem Licht und Teigleuchten verehre man es und lasse die Segensverkündung sprechen.

Kriyapada 46, Vers 39. Man bedecke das Linga mit zwei Tüchern und lasse es durch Brahmanen unter dem Mantraanfang „Erhebe dich, Brahmanaspati …“ und glückverheißendem Instrumentenspiel aufheben.

Kriyapada 46, Vers 40. Mit Gesang und Tanz bringe man den Herrn zur Lagerungshalle, nehme ihn am Westtor unter dem genannten Mantraanfang herab und verehre ihn. [Die Mantrabezeichnung und das folgende Verb sind in der gelieferten Lesung beschädigt; eine vollständige Formel wird nicht ergänzt.]

Kriyapada 46, Vers 41. Zuvor stelle man auf der Schlafplattform, auf einem svastikaförmigen Opferplatz aus unenthülstem und enthülstem Reis, ein elfenbeinernes Bettgestell oder ein festes neues Brett auf.

Kriyapada 46, Vers 42. Mit Decken, Wolle, Seide und weiteren Stoffen bereite man darauf ein schönes Lager mit Kissen und oberem Tuch.

Kriyapada 46, Vers 43. In den Richtungen lege man die acht Glückszeichen nieder: Muschel, Rad, Fahne, Spiegel, Stier, Elefantenhaken, Yakhaarfächer und Fischpaar.

Kriyapada 46, Vers 44. Dann bringe der Acharya mit den Gestalthütern das Linga hinein und lege es unter dem Kopfmantra auf das Bett; mit dem Shikha-Mantra gebe er das Kissen.

Unnummerierter Beginn von Vers 45. Mit dem Schutzmantra decke er es zu und verehre bis zur Speisegabe.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari innerhalb von Vers 45. „Man lege es auf dem Bett mit dem Gesicht zum Tempel nieder und verbinde es unter dem Vama-Mantra vorschriftsmäßig mit dem höchsten Bewusstsein. Nach der Schöpfungsfolge stelle man sich darin die vollständige Gestalt vor: mit den sechs Wegen, leuchtend durch die fünf Brahmamantras, in der Gestalt des Vyomavyapin-Mantras, gegliedert durch die drei Prinzipien.“

Kriyapada 46, Schluss von Vers 45. Man bringe alle häuslichen Gerätschaften herbei und lege sie bereit.

Kriyapada 46, Vers 46. An den Füßen stelle man eine silberne Schale mit Honig und geklärter Butter auf. Man verehre unter Mrityunjaya samt Herzmantra und unter „Ihr Wasser seid …“.

Kriyapada 46, Vers 47. Nahe dem Kopf fülle man unter dem Waffenmantra den Schlafkrug. Auch Shiva-Krug und Waffen-Vardhani fülle und verehre man dort.

Kriyapada 46, Vers 48. Die Krüge der Vidyeshvaras stehen rings um das Linga an ihren jeweiligen Orten. Mit Girlanden markiere man die Grenzen, um die Prinzipien von Atman an erkennbar zu machen.

Kriyapada 46, Vers 49. An die Eingänge stelle man jeweils zwei kleine Krüge, an die Ecken Keimschalen und an die Torbögen je zwei Schüsseln mit glückverheißenden Keimlingen.

Kriyapada 46, Vers 50 und unnummerierte Erläuterung. Außerhalb des Schlafkrugs und der Vidyeshvara-Krüge fertige man drei Schutzumfassungen aus Asche, Kusha-Gras und Sesam und setze darin die Welthüter ein; gemeint sind auch ihre Waffen.

Kriyapada 46, Vers 51. Die Rezitierenden tragen die Veden in den Richtungen von Osten an vor; an den Ecken Rudra, Kadrudra, Bharunda und Camaka.

Kriyapada 46, Vers 52. Dann setze sich der Acharya mit den Gestalthütern nach Osten oder Norden gewandt auf einen Sitz und vergegenwärtige die drei Teile des Lingas.

Kriyapada 46, Vers 53. In Brahma-, Vishnu- und Ishvara-Anteil setze er die Prinzipien von Atman an bis zu ihren jeweiligen Grenzen ein, zusammen mit ihren Herren, Gestalten und Gestaltherren.

Kriyapada 46, Vers 54. Das Atma-Prinzip bis einschließlich Maya setze er in den Brahma-Anteil ein: mit Urlaut und Herz-Keimlaut, der Bezeichnung „Atma-Prinzip“ und abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 55. Ebenso: „Verehrung Brahma, dem Herrn des Atma-Prinzips!“ Nachdem man Brahma eingesetzt hat, folgen Urlaut und Kopfmantra.

Kriyapada 46, Vers 56. Das Vidya-Prinzip bis Sadesha setze man im Dativ mit abschließendem „Verehrung“ ein. Dann spreche man mit Urlaut und Kopfmantra: „Dem Herrn des Vidya-Prinzips,

Kriyapada 46, Vers 57. Vishnu, Verehrung!“ und setze ihn in den Vishnu-Anteil ein. Das Shiva-Prinzip bis Shiva setze man mit Urlaut und Shikha-Mantra voraus,

Kriyapada 46, Vers 58. im Dativ und mit dem Abschluss „Verehrung Rudra, dem Herrn des Shiva-Prinzips!“ in den Rudra-Anteil ein. [Die Wortfolge vor dem Herrennamen ist in der Quelle beschädigt und mit einer fraglichen Variante versehen. Keine sichere vollständige Sanskritformel wird daraus rekonstruiert.]

Kriyapada 46, Vers 59. Die acht Gestalten heißen Erde, Feuer, Opferherr, Sonne, Wasser, Wind, Mond und Raum. Man setze sie jeweils in den drei Gliedern ein.

Kriyapada 46, Vers 60. Die acht Gestalthüter heißen Sharva, Pashupati, Ugra, Rudra, Bhava, Ishana, Mahadeva und Bhima.

Kriyapada 46, Vers 61. Beim Achtersystem setze man sie der Reihe nach von Osten bis Nordosten mit Urlaut und Herz-Keimlaut voraus, ihrem jeweiligen Namen und abschließendem „Verehrung“ ein.

Kriyapada 46, Vers 62. Mit der Nishthura-Mudra binde man sie fest und verehre sie mit Duftstoffen und weiteren Gaben. Bei Shivas Einsetzung im Fünfersystem heißen die Gestalten

Kriyapada 46, Vers 63. Erde, Wasser, Feuer, Wind und Raum; ihre Herren sind Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva.

Kriyapada 46, Vers 64. Wird die Einsetzung für einen nach Befreiung Strebenden im Fünfersystem vollzogen, sind die fünf Kalas von Nivritti an die Gestalten, ihre Hüter

Kriyapada 46, Vers 65. die fünf von Sadyojata an, in ihren Richtungen von Westen an. Danach setze man in den nördlich des Lingas befindlichen Sockel, der wie das Linga gebadet,

Kriyapada 46, Vers 66. in der Mitte seiner Öffnung mit dem Yoni-Zeichen versehen und vorschriftsmäßig verehrt wurde, ebenso in den Brahma-Stein an der Linga-Basis,

Kriyapada 46, Vers 67. die jeweiligen Prinzipienherren, Gestalten und Gestaltherren ein. Dort setze man die Herrinnen der Prinzipien von Atman an zusammen mit Handeln, Erkennen und Wollen ein,

Kriyapada 46, Vers 68. ferner die Gestalten von Erde an und ihre Herrinnen von Dharika an: Dharika, Diptimati, Ugra, Jyotsna, Cetana,

Kriyapada 46, Vers 69. Balotkata, Dhatri und Vibhu sind die acht Gestaltherrinnen. Bei der Einsetzung für einen Sadhaka, der Genuss anstrebt, auf dem reinen Weg

Kriyapada 46, Vers 70. von Shuddhavidya bis Shakti gelten die Vidyeshvaras als Gestalthüter. Ihre Herrinnen auf dem Sockel heißen der Reihe nach Ananta und die folgenden,

Kriyapada 46, Vers 71. mit weiblichen Namensformen. Ebenso beim Fünfersystem: Vama, Jyeshtha, Kriya, Jnana und Iccha; diese werden als sechs genannt. [Die Vorlage nennt nur fünf Namen, bezeichnet sie jedoch als sechs. Keine weitere Göttin wird ergänzt.]

Kriyapada 46, Vers 72. Bei der Einsetzung von Gottheiten, die auf dem rein-unreinen Weg von Purusha bis Maya angesiedelt sind, gibt es die folgenden Gestalthüter.

Kriyapada 46, Vers 73. Angushthamana, Bhuvanesha, Isha, Ekapinga, Ikshanakrit, Bhava, Bhava, Mahadeva und Mahadyuti werden bei wunschbezogenen Einsetzungen als Gestalthüter genannt. [Die Namenfolge ist in der gelieferten Wortfügung nicht sicher zu trennen; Bhava erscheint zweimal. Eine normierte Achterliste wird nicht hergestellt.]

Kriyapada 46, Vers 74. Bei der Einsetzung von Gottheiten auf dem unreinen Weg, von Erde bis Prakriti, sind Kapalisha und die folgenden die Gestalthüter:

Kriyapada 46, Vers 75. Kapalisha, Agnirudra, Yama, Nirriti, Bala, Shighra, Nidhisha und als achter Vidyadhipati.

Kriyapada 46, Vers 76. Bei der Einsetzung von Vasus, Adityas, Rudras, Yakshas, Schlangenherren, Rakshasas, Menschen und weiteren Gestalten gelten Indra und die folgenden als Gestalthüter.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 76. Gemeint sind die acht Welthüter von Indra an.

Kriyapada 46, Vers 77. Wird eine Einsetzung zum Zweck niederer schädigender Riten oder ähnlicher Ziele vorgenommen, sind die acht Bhairavas von Asitanga an die Gestalthüter.

Kriyapada 46, Vers 78. Asitanga, Ruru, Canda, Krodhana, Unmatta-Bhairava, Kapalin, Bhishana und als achter Samhara.

Kriyapada 46, Vers 79. Bei Einsetzungen furchterregender Bildgestalten sind Tama und die folgenden die Gestaltherrinnen: Tama, Moha, Kshaya, Nishtha und Mrityu,

Kriyapada 46, Vers 80. Maya, Maya und Jvara. Die Gestalten sind weiterhin Erde und die folgenden. Beim Fünfersystem der furchterregenden Formen sind es Tama, Moha, Ghora,

Kriyapada 46, Vers 81. Arati und Jvara als Gestaltherrinnen, der Reihe nach. Bei der Einsetzung von Bildgestalten gilt dieselbe Vorschrift. [Maya wird in der Achterliste zweimal genannt; die Lesung bleibt erhalten.]

Kriyapada 46, Vers 82. Die drei Bereiche werden dabei bis zu Knie, Hals und Kopf vergegenwärtigt. Bei weiblichen Bildgestalten setze man die Handlungskraft auf den Sockel

Unnummerierter Beginn von Vers 83 und Abschnittsbezeichnung. und die Erkenntniskraft in den Körper; das Übrige vollziehe man wie beim Sockel. Abschnitt über die Einsetzung der Prinzipien, Prinzipienherren, Gestalten und Gestaltherren.

Kriyapada 46, Schluss von Vers 83 und Vers 84. Nachdem man so Prinzipien, ihre Herren, Gestalten und Gestalthüter eingesetzt hat, verehre man sie mit Urlaut, jeweiligem Namen und abschließendem „Verehrung“. Man betrachte die Prinzipien und die übrigen als im Linga und den weiteren Trägern gegenwärtig.

Kriyapada 46, Vers 85. Dann gehe man zu den Feuergruben, rufe Prinzipien, Prinzipienherren und weitere der Reihe nach hinein und opfere ihnen einzeln geklärte Butter.

Unnummerierte Überleitung. Nämlich:

Kriyapada 46, Vers 86. Mit Urlaut und Herzmantra voraus setze man die tragende Shakti ins Feuer ein, verehre sie und opfere dreimal. Dann setze man das Atma-Prinzip ein.

Kriyapada 46, Vers 87. Mit „Dem Herrn des Atma-Prinzips, Brahma, Verehrung!“ rufe man ihn herbei und verehre ihn. Ebenso rufe man die Gestalten von Erde an und ihre Herren

Kriyapada 46, Vers 88. der Reihe nach und verehre sie. Für Prinzipien und die weiteren opfere man einhundertachtmal geklärte Butter, halb so oft oder ein Viertel davon.

Kriyapada 46, Vers 89. So opfern die Gestalthüter jeweils mit ihren eigenen Gestaltmantras. Danach gehen Acharya und die übrigen gemeinsam zum Linga.

Kriyapada 46, Vers 90. Mit den Wurzelenden des Kusha-Grases berühren sie ihre jeweiligen Gestaltbereiche und wiederholen die Gestalt- und Gestaltherrenmantras so oft, wie Opfergaben dargebracht wurden.

Kriyapada 46, Vers 91 und Formelanfang. Brahma als Prinzipienherrn lasse man eigens Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Atma-Prinzips, Brahma! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 92 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Verehrung Brahma!“ Mit dem Wurzelmantra berühren sie die Gestaltbereiche mit den Kusha-Wurzelenden.

Kriyapada 46, Vers 93 mit eingeschobener Formel. Die Linga-Basis besprengen sie einzeln mit Wasser aus den Friedenskrügen. Dann gehen sie wieder zur Feuergrube und vergegenwärtigen die beiden Prinzipien: „Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung dem Atma- und dem Vidya-Prinzip!“

Kriyapada 46, Vers 94. Man verbinde den reinen und unreinen Bereich und setze das Vidya-Prinzip ein, wie zuvor mit Urlaut und Herzmantra voraus und abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 95. Mit „Dem Herrn des Vidya-Prinzips, Vishnu, Verehrung!“ verehre man ihn und opfere geklärte Butter. Ebenso rufe man Gestalten und Gestaltherren

Kriyapada 46, Vers 96. und opfere wie zuvor. Wieder zum Linga gegangen, berühren sie dessen Mitte mit der Mitte der Kusha-Halme und wiederholen

Kriyapada 46, Vers 97. die Gestalt- und Gestalthütermantras. Dann lasse man eigens Shivas Gebot hören: „Herr des Vidya-Prinzips, höre, Vishnu! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 98 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Mit dem heiligen Urlaut: Verehrung Vishnu!“ Wie zuvor besprengen sie mit dem Wasser der Friedenskrüge unter dem Wurzelmantra.

Kriyapada 46, Vers 99. Wieder gehe man zur Feuergrube, vergegenwärtige den reinen und unreinen Bereich und verbinde die Prinzipien namens Vidya und Shiva mit abschließendem „Verehrung“.

Kriyapada 46, Vers 100. Man stelle das Shiva-Prinzip gegenwärtig, verehre und opfere wie zuvor. Auch die Gestalten und Gestaltherren setze man ein und opfere ihnen einzeln wie zuvor.

Kriyapada 46, Vers 101. Dann gehe man zum Linga, berühre den Rudra-Anteil mit den Kusha-Spitzen und wiederhole die Wurzelmantras entsprechend der Opferzahl.

Kriyapada 46, Vers 102. Man besprenge mit dem Wasser der Friedenskrüge und lasse Shivas Gebot hören: „Mit dem heiligen Urlaut: Herr des Shiva-Prinzips, höre, Rudra! Solange dieses Linga auf Erden

Kriyapada 46, Vers 103 mit Formelfortsetzung. fehlerfrei und fest gegründet bleibt, sollst du auf Shivas Gebot hier bleiben. Verehrung Rudra!“ Ebenso setze man auf dem Sockel als Shakti die Prinzipien und weiteren mit den jeweiligen Gestalten ein.

Unnummerierte Fortsetzung nach Vers 103. Man reinige durch Berührung und lasse auch dort Shivas Gebot hören. Dann opfere man mit den Brahmamantras von Sadyojata an und den Gliedermantras in ihren Richtungen tausend-, fünfhundert- oder hundertmal geklärte Butter, ebenso mit den Vyahritis.

Unnummeriertes Zitat aus der Manjari nach Vers 103. „Mit den einzeln gesprochenen Vyahritis opfere man jeweils tausend Palasha-, Udumbara- und Ashvattha-Brennhölzer, oder solche, die in Milch, geklärte Butter und Honig getaucht sind. Ebenso opfere man Sesam. Mit den Mantras der acht Gestalten, der Gestaltenherren, der Gana-Herren, der Richtungshüter und der Waffen von Vajra an opfere der Guru der Reihe nach mit Hingabe geklärte Butter.“

Kriyapada 46, Verse 104–105. Gekochte Opferspeise, Puffreis, geröstetes Mehl, Senfsamen, Sesam, Gerste und Reis opfere man in den jeweiligen Richtungen mit den Mantras wie zuvor. Mit allen Stoffen zusammen vollziehe man unter dem eigenen Wurzelmantra das Vollopfer.

Kriyapada 46, Vers 106. Dann erhebe sich der Guru und spreche am rechten Ohr des Gottes, mit Urlaut und Herzmantra voraus, die Erkenntniskraft und die Bezeichnung „dem Selbst aus Klang“.

Kriyapada 46, Vers 107. Mit „Verehrung Shiva!“ übergebe er die vollzogene Handlung: „Mit dem heiligen Urlaut: Erhabener, in allen drei Teilen habe ich die Handlung ausgeführt.

Kriyapada 46, Vers 108. Durch deine Gnade möge sie ganz vollkommen werden, Herr!“ So übergebe man sie, binde mit der Nishthura-Mudra fest und verehre mit Duftstoffen und weiteren Gaben

Kriyapada 46, Vers 109. bis zur Speisegabe. Man gebe vorschriftsmäßig eine kleine Bali-Gabe in den Richtungen und verbringe die Nacht wach mit Tanz, Gesang, Unterhaltung und weiteren Darbietungen.

Unnummerierter Schlussvers. So wurden im Zusammenhang mit Shambhus Weihe die anfängliche Waschung und die weiteren Handlungen sowie das gesamte Verfahren zur Einsetzung der Prinzipien beschrieben, durch das die vorbereitende Lagerung vollendet wird.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das sechsundvierzigste Kapitel über die vorbereitende Lagerung.

Besinnung zu Kapitel 46

Das abschließende Gebet verbindet geleistete Arbeit mit Offenheit: Die Handlung ist ausgeführt, ihre Vollkommenheit wird erbeten. Für heutige Yoga-Aspiranten kann darin eine Haltung liegen, sorgfältig zu üben und zugleich die Begrenztheit des eigenen Tuns anzuerkennen. Die vielschichtige Einsetzung von Prinzipien bleibt ein bestimmter historischer Ritus; die Besinnung daraus ist eine heutige Anregung.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 46: Waschung, Lagerung und Einsetzung der Prinzipien
Die vorbereitende Weihe verbindet das Baden des Lingas mit der Betrachtung seiner drei Bereiche als Träger von Prinzipien und Gottheiten. Das Kapitel enthält verschiedene Zuordnungen je nach Ziel und Gottheit der Einsetzung. Die Mantrabenennungen, abgekürzten Formeln und ausgeschriebenen Anrufungen werden unterschieden.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha ṣaṭcatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

atha mūrtidharaiḥ sārdhaṃ snātvācāryaḥ prasannadhīḥ |
kṣālitāṅghriḥ samācamya praviśya snānamaṇḍapam || 1 ||

puṇyāhaṃ vācayitvāgre gaṇeśaṃ dakṣiṇe yajet |
vidhāya vikirakṣepaṃ śivakumbhaṃ ca vardhanīm || 2 ||

nidhāyābhyarcya tadbhrāntyā kṛtarakṣe tu maṇḍape |
prācyāmekonapañcāśat kalaśān vinyaset kramāt || 3 ||

prācinottaragaiḥ sūtrairdaśabhirdaśabhiḥ pṛthak |
madhye syurnavakoṣṭhāni dikṣu paṅktidvayatrayam [kh: koṣṭhatrayam trayam] || 4 ||

saṃsthāpya mārjayet paṅktiryathā vithīcatuṣṭayam (?) |
padaṣaṭkaṃ pṛthag dikṣu koṇe koṇe catuṣpadam || 5 ||

navakasya tu pūrvādikalaśe pūrayet kramāt |
kaṣāyaṃ caiva gomūtraṃ pañcagavyaṃ tathā payaḥ || 6 ||

bhūtiṃ dadhi tadā mṛtsnāḥ kuśāmbhaśca smarecca tān |
samudrān sapta garbhābdhimaṣṭamaṃ kalaśaṃ smaret || 7 ||

madhye tu brahmakalaśaṃ pūrayed gandhacāribhiḥ |
dvitīyāvaraṇe tvājyaṃ gomayaṃ madhu caikṣavam || 8 ||

ratnodakaṃ nālikeraṃ mātuluṅgaṃ ca dāḍimam |
rambhāphalaṃ ca jambīraṃ panasaṃ bilvameva ca || 9 ||

candanāagarukarpūrakuṅkumāmbhāṃsi ṣodaśa |
tṛtīyāvaraṇasthāṃstu ghaṭān saṅkṛtisaṃkhyakān || 10 ||

p. 431)

gaṅgādikāni tīrthāni saṃsmṛtya paripūrayet |
gaṅgāṃ śatadruṃ yamunāṃ narmadāṃ ca sarasvatīm || 11 ||

gomatīṃ sarayūṃ sindhuṃ śoṇāṃ tāpīṃ paruṣṇikām |
godāvarīṃ kṛṣṇaveṇīṃ nandāṃ bhīmarathīmapi || 12 ||

tuṅgabhadrāṃ vegavatīṃ kāverīṃ tāmraparṇikām |
prabhāsaṃ naimiśaṃ cātha gokarṇaṃ ca tripuṣkaram || 13 ||

kedāraṃ caiva pūrvādikumbheṣu kramaśaḥ smaret |
svāśāsu brahmabhiścāṅgairvinyasya navakaṃ yajet || 14 ||

dvitīyāvaraṇe kumbhān vidyeśaiścāṣṭamūrtibhiḥ |
tṛtīyāvaraṇe tattvaiḥ śaktyādyaistu dharontakaiḥ || 15 ||

daśendriyamanovarjaistārasvākhyānamontakaiḥ |
vinyastaistairyajet kumbhān sakūrcān sūtraveṣṭitān || 16 ||

sahemaratnavasanāṃścandanasragalaṅkṛtān |
sacūtapippaladalān sapidhānaphalākṣatān || 17 ||

kumbhān yathāvadāpūrya gandhādyairabhīpūjayet |
atha paścimabhāge tu kṛtvā nava padāni tu || 18 ||

kalaśānāṃ tu navakaṃ mūrtīśāṣṭakasaṃyutam |
madhye śivenaṃ saṃyuktamāpūryābhyarcya deśikaḥ || 19 ||

pañcakoṣṭheṣvathaiśānyāṃ kumbhān pañcāmṛtaiḥ kramāt |
pañcabrahmabhirāpūrya hemakūrcānvitān yajet || 20 ||

prācyāṃ tu sthaṇḍile vahniṃ pratiṣṭhāpya yathāvidhi |
śivaṃ sāṅgaṃ samāvāhya samidājyatilāṃścarūn || 21 ||

mantrasaṃhitayā hutvā mūlenāṣṭaśatāhutīḥ |
brahmāṅgaiśca daśāṃśena hutvā saṃpātitaṃ ghṛtam || 22 ||

brahmakumbhe kuśāgreṇa kṣiptvā snānamathācaret |
arghyaṃ dattvā hṛdā mūrdhni puṣpādyamapanīya tu || 23 ||

āpohiṣṭhādibhiḥ pūrvamamṛtairbrahmabhistataḥ |
jaladhūpāntaraṃ puṣpairaśūnyaṃ mastakaṃ yathā || 24 ||

p. 432)

tathābhiṣicya pūrṇāṃ tu hutvā saṃpūjya śaṅkaram |
tatastvekonapañcāśatkalaśaiḥ sthāpanakramāt || 25 ||

kaṣāyagavyabhasitamṛtsnābhirvyomavidyayā |
gomūtreṇāpi gāyatryā cāpyāyasveti dugdhataḥ || 26 ||

dadhikrāvṇeti dadhnā tu devasyatvā kuśāmbhasā |
dvitīyāvaraṇe tadvat tejo'sīti ghṛtena tu || 27 ||

madhuvāteti madhunā gandhadvāreti gomayāt |
aikṣaveṇa tu mūlena ākṛṣṇeneti ratnakāt || 28 ||

brahmabhistu phalāmbhobhiḥ śrīsūktāccandanādikaiḥ |
jaladhūpāntaraṃ ceṣṭvā tṛtīyāvaraṇe ghaṭaiḥ || 29 ||

ekādaśānuvākaistu rudrasya snāpayecchivam |
gandhādyairupahārāntamiṣṭvā tūryādinisvanaiḥ || 30 ||

ārātrikaṃ samuttārya tato brahmaghaṭāmbhasā |
pañcākṣarāntaṃ mūlena deveśamabhiṣecayet || 31||

punarabhyarcya gandhādyaiḥ pāścātyanavakena tu |
snāpayet pāvamānībhirmadhyena brahmabhiḥ punaḥ || 32 ||

gandhādyairupahārāntaṃ punarabhyarcya śaṅkaram |
anujñātastu kumbhasthaśivena śivayāpi ca || 33 ||

gauryāstārasvabījādisaṃpūṭaṃ tu svamantrataḥ |
vardhanyāṃ piṇḍikāṃ siktvā tataḥ śivaghaṭena tu || 34 ||

snāpayed vyomavidyānto (?) mantrasaṃhitayā śivam |
aghoreṇa tu gandhena liṅgaṃ pāṭhaṃ ca lepayet || 35 ||

vāmenābhūṣya vstrādyaisaśena kusumairyajet |
dhūpadīpanivedyāni puruṣeṇa tu dāpayet || 36 ||

sagandhaśivahastena gāyatryāsya caturdiśam |
liṅgasya tu trikhaṇḍeṣu tattat saṃsmṛtya saṃspṛśet || 37 ||

p. 433)

śuklaiḥ sugandhaiḥ kusumaiḥ sragdhūpārātrikairapi |
nīrājya piṣṭadīpādyaiḥ puṇyāhaṃ vācayet tataḥ || 38 ||

vstrābhyāṃ liṅgamācchādyāthotiṣṭhabrahmaṇaspate |
ityādinā dvijairliṅgamutthāpyātodyamaṅgalaiḥ || 39 ||

gītairnṛttaiśca nītveśamadhivāsanamaṇḍapam |
paścimadvāryu [kh: dvāraditya] datyādyādavatāryā (rgha? rca) yecchiam || 40 ||

pūrvaṃ śayanavedyāṃ tu svastike śālitaṇḍulaiḥ |
sthaṇḍile dantakhaṭvāṃ vā phalakāṃ vā dṛḍhāṃ navām || 41 ||

nidhāya kambalaiścorṇaiḥ kauśeyādyaiḥ samāstṛtām |
śayyāṃ viracayed ramyāṃ sopadhānottaracchadām || 42 ||

śaṅkhaṃ cakraṃ dhvajaṃcātha darpaṇaṃ vṛṣabhāṅkuśau |
cāmare matsyayugmaṃ ca nyased dikṣvaṣṭamaṅgalam || 43 ||

tato liṅgaṃ praveśyāntarācāryaḥ saha mūrtipaiḥ |
śāyayecchirasā talpe śikhayāsyopadhānakam || 44 ||

dattvā tu varmaṇācchādya naivedyāntaṃ tu pūjayet |

atra mañjaryām -

prāsādābhimukhaṃ niveśya śayane vāmena mantreṇa ta- ccaitanyaṃ paramaṃ niyojya vidhivat tasmin ṣaḍadhvānvitam |
pañcabrahmavirājitaṃ ca sakalaṃ saṃkalpya sṛṣṭikramād vyomavyāpimanusvarūpiṇamamuṃ tattvaistribhirbhājitam ||

iti |

gṛhopakaraṇaṃ sarvamānīya vinidhāya tu || 45 ||

madhvājyapūritaṃ pātraṃ raupyaṃ dadyāt tu pādayoḥ |
mṛtyuñjayena sahṛdā cāpohiṣṭheti cārcayet || 46 ||

śirassamīpe nidrākhyaṃ kumbhamastreṇa pūrayet |
śivakumbhāstravardhanyau tatraivāpūrya pūjayet || 47 ||

p. 434)

vidyeśakumbhān parito liṅgasya svasvagocare |
ātmāditattvavijñaptyai sragbhiḥ sīmāḥ prakalpayet || 48 ||

dvāreṣu ghaṭike dvedve koṇeṣvaṅkurapālikāḥ |
toraṇeṣu śarāve dve sthāpayenmaṅgalāṅkuraiḥ || 49 ||

nidrāvidyeśakumbhānāṃ bāhye bhūtyā kuśaistilaiḥ |
prākāratritayaṃ kṛtvā teṣu lokādhipān nyaset || 50 ||

tadastrāṇyapīti yāvat |

adhyetāraḥ paṭheyuśca vedān prāgādidiggatāḥ |
koṇeṣu rudraṃ kadrudraṃ bhāruṇḍaṃ camakāṃstathā || 51 ||

athācāryo mūrttidharaiḥ prāṅmukho vāpyudaṅmukhaḥ |
upaviśyāsane paścālliṅge bhāgatrayaṃ smaret || 52 ||

brahmaviṣṇvīśabhāgeṣu tattvāntyātmādikāni tu |
tattveśvarairmūrtibhiśca nyasyenmūrttiśvarān saha || 53 ||

māyāntamātmatattvaṃ ca brahmabhāge tu vinyaset |
tatra tāraṃ ca hṛdbījamātmatattvaṃ namontakam || 54 ||

tathātmatattveśvarāya brahmaṇe nama ityapi |
brahmāṇameva vinyasya tatastāraṃ śironvitam || 55 ||

vidyātattvaṃ sadeśāntaṃ caturthyā tu namontakam |
vinyasya tāraṃ śirasā vidyātattveśvarāya ca || 56 ||

viṣṇave nama ityuktvā viṣṇubhāge tu vinyaset |
śivāntaṃ śivatattvaṃ tu praṇavena śikhādikam || 57 ||

caturthyantaṃ tathaivohaṃ [k: haṃ hūṃ śi] (?) śivatattvādhipāya ca |
rudrāya nama ityantaṃ rudrabhāge tu vinyaset || 58 ||

bhūmyagniyajamānarkajalavāyvindukhābhidhāḥ |
mūrtīstu vinyasedaṣṭau triṣvaṅgeṣu pṛthak pṛthak || 59 ||

śarvaṃ paśupatiṃ cograṃ rudraṃ caiva bhavaṃ tathā |
īśānaṃ ca mahādevaṃ bhīmaṃ cetyaṣṭamūrtipān || 60 ||

p. 435)

tārahṛdbījapūrvaṃ tu prāgādīśāntakaṃ kramāt |
vinyasedaṣṭapakṣe tu svākhyāmantrairnamontakam || 61 ||

nirodhayenniṣṭhurayā gandhādyaiścābhipūjayet |
śivasyaiva pratiṣṭhāyāṃ pañcapakṣe tu mūrtayaḥ || 62 ||

bhūmyambuvahnipavanavyomākhyāḥ syustadīśvarāḥ |
brahmā viṣṇustathā rudra īśvaraśca sadāśivaḥ || 63 ||

mumukṣoḥ pañcapakṣeṇa pratiṣṭhā kriyate yadā |
nivṛttyādyāḥ kalāḥ pañca mūrtayo mūrtipā api || 64 ||

sadyojātādayaḥ pañca paścimādisvadiggatāḥ |
tato liṅgottarasthāyāṃ snapitāyāṃ tu liṅgavat || 65 ||

randhramadhye bhagāṅkāyāṃ pūjitāyāṃ yathāvidhi |
tadvad brahmaśilāyāṃ ca sthitāyāṃ liṅgamūlataḥ || 66 ||

tattattattveśvarān mūrtimūrttīśānapi vinyaset |
tatrāpyātmāditattveśīṃ kriyājñānecchayā saha || 67 ||

vinyasya kṣmādimūrttīśca mūrttīśīrdhārikādikāḥ |
dhārikā dīptimatyugrā jyotsnākhyā cetanā tathā || 68 ||

balotkaṭā ca dhātrī [kh: pā] ca vibhuścetyaṣṭa mūrtipāḥ |
sādhakasya pratiṣṭhāyāṃ bhogecchoḥ śuddha(ma? va)rtmani || 69 ||

śuddhavidyādiśaktyante vidyeśā mūrtipāḥ smṛtāḥ |
mūrtīśvaryastu tasyaiva pīṭhe'nantādayaḥ kramāt || 70 ||

strīliṅgāntoditāstadvat pañcapakṣe'pi mūrtipāḥ |
vāmā jyeṣṭhā kriyājñāne ceccheti ṣaṭhitāstvimāḥ || 71 ||

puruṣādyāstu māyānte śuddhāśuddhe'dhvani sthitāḥ |
yāḥ kāścid devatāstāsāṃ pratiṣṭhāyāṃ tu mūrtipāḥ || 72 ||

aṅguṣṭhamāno bhuvaneśa īśaḥ syādekapiṅgekṣaṇakṛd bhavaśca |
bhavo mahādevamahādyutī ca kāmyapratiṣṭhāsu ca mūrtipāḥ syuḥ || 73 ||

p. 436)

aśuddhe'dhvani pṛthvyādau prakṛtyante sthitāstu yāḥ |
devatāstatpratiṣṭhāyāṃ kapālīśādimūrtipāḥ || 74 ||

kapālīśo'gnirudraśca yamo nir-ṛtireva ca |
balaḥ śīghro nidhīśaśca vidyādhipatiraṣṭamaḥ || 75 ||

vasvādityādirudrāṇāṃ yakṣabhogīndrarakṣasām |
narādīnāṃ pratiṣṭhāyāmindrādyā mūrtipāḥ smṛtāḥ || 76 ||

indrādayoṣṭau lokapālā iti yāvat |

kṣudrābhicārādyuddeśāt pratiṣṭhā kriyate yadā |
tatra syurmūrtipāstvaṣṭāvasitāṅgādibhairavāḥ || 77 ||

asitāṅgo ruruścaṇḍaḥ krodhanonmattabhairavau |
kapālī bhīṣaṇaścaiva saṃhārākhyo'ṣṭamaḥ smṛtaḥ || 78 ||

pratimānāmathogrāṇāṃ pratiṣṭhāsu [k: stu] tamādikāḥ [kh: tāḥ] |
mūrtīśvaryastamā mohā kṣayā niṣṭhā ca mṛtyunā || 79 ||

mayā mayā jvarā ca syuḥ pṛthvyādyā eva mūrtayaḥ |
ugrāṇāṃ pañcapakṣe tu tamā mohā ca ghorayā || 80 ||

aratiśca jvarā ceti mūrtīśvaryaḥ kramoditāḥ |
pratimānāṃ pratiṣṭhāsu samāno'yaṃ vidhirmataḥ || 81 ||

tribhāgabhāvanā tatra jānukaṇṭhaśirovadhiḥ |
strīberāṇāṃ pratiṣṭhāsu kiryāśaktiṃ tu pīṭhagām || 82 ||

dehe jñānī ca vinyasya kuryāccheṣaṃ tu pīṭhavat |

tattvatattveśvaramūrtimūrttīśvaranyāsādhikāraḥ |

evaṃ vinyasya tattvāni tadīśān mūrttimūrttipān || 83 ||

tārādibhirnamontaistu tattannāmabhirarcayet |
tattvādīnāmavasthānaṃ liṅgādau tatra bhāvayet || 84 ||

atha kuṇḍāntikaṃ gatvā tattvatattveśvarādikam |
kramādāvāhya kuṇḍeṣu ghṛtena juhuyuḥ pṛthak || 85 ||

p. 437)

tadyathā -

tārahṛtpūrvamādhāraśaktiṃ vinyasya cānale |
iṣṭvā trirāhutīrhutvā ātmatattvaṃ tu vinyaset || 86 ||

ātmatattvādhipāyānte brahmaṇe ca namontakam |
āvāhyābhyarcya pṛthvyādimūrttimūrttyadhipānapi || 87 ||

kramādāvāhya saṃpūjya ghṛtenāṣṭottaraṃ śatam |
tadardhaṃ vā tato'rdhaṃ vā tattvādīnāṃ juhoti ca || 88 ||

pṛthaṅ mūrtidharāṃstvevaṃ juhuyuḥ svasvamūrttibhiḥ |
athācāryādayaḥ sarve gatvā liṅgāntikaṃ saha || 89 ||

svasvamūrttipradeśeṣu saṃspṛśya kuśamūlataḥ |
japeyurmūrttimūrttīśamantrānāhutisaṃkhyayā || 90 ||

tattvādhipaṃ tu brahmāṇaṃ śivājñāṃ śrāvayet pṛthak |

om

ātmatattvādhipa ! brahman ! yāvalliṅgamidaṃ bhuvi || 91 ||

nirdoṣaṃ susthitaṃ tāvat tvayā stheyaṃ śivājñayā |

oṃ brahmaṇe namaḥ iti |

spṛśanto mūlamantreṇa kuśamūlena mūrtiṣu || 92 ||

liṅgamūle prokṣayeyuḥ śāntikumbhajalaiḥ pṛthak |

punaḥ kuṇḍāntikaṃ gatvā

om ātmatattvavidyātattvābhyāṃ namaḥ |

iti tattve vibhāvya tu || 93 ||

śuddhāśuddhe tu sandhāya vidyātattvaṃ tu vinyaset |
tārahṛtpūrvakaṃ prāgvad vidyātattvaṃ namontakam || 94 ||

vidyātattvādhipāyeti viṣṇave nama ityapi |
iṣṭvā hutvā tathājyena mūrttimūrttīśvarāṃstathā || 95 ||

āvāhya juhuyāt prāgvat prāgvalliṅgasamīpagāḥ |
kuśamadhyena liṅgasya japeyurmadhyamaspṛśaḥ || 96 ||

mūrtimūrtipamantrāṃstu śivājñāṃ śrāvayet pṛthak |
vidyātattveśa ! bho viṣṇo ! yāvalliṅgamidaṃ bhuvi || 97 ||

p. 438)

nirdoṣaṃ susthitaṃ tāvat tvayā stheyaṃ śivājñayā |

oṃ viṣṇave nama iti |

śāntikumbhāmbhasā prāgvat prokṣayeyuśca mūlataḥ || 98 ||

prāgvat kuṇḍāntikaṃ gatvā śuddhāśuddhe vibhāvya tu |
vidyāśivākhye tattve tu sandhāya ca namontakam || 99 ||

śivatattvamupasthāpya prāgvadiṣṭvā juhotu ca |
vinyasya mūrttimūrttīśān pūrvavajjuhuyuḥ pṛthak || 100 ||

liṅgāntikaṃ tathā gatvā mūlamantrān kuśāgrataḥ |
rudrabhāgaṃ spṛśanto'tha japeyurhutasaṃkhyayā || 101 ||

śāntikumbhāmbhasā prokṣya śivājñāṃ śrāvayantu ca |

om

śivatattveśa ! bho rudra ! yāvalliṅgamidaṃ bhuvi || 102 ||

nirdoṣaṃ susthitaṃ tāvat tvayā stheyaṃ śivājñayā |

oṃ rudrāya nama iti |

evaṃ pīṭhe śivāyāṃ ca tattvādyaṃ svasvamūrttibhiḥ || 103 ||

vinyasya śodhayet spṛṣṭvā śivājñāṃ śrāvayedapi ||

atha sadyādibrahmabhiraṅgaiśca svasvadikṣu sahasraṃ tadardhaṃ śataṃ vājyena juhuyāt vyāhṛtibhiśca |

atra mañjaryāṃ -

vyastairvyāhṛtibhiḥ palāśasamidhaścaudumbarāḥ paippalāḥ pratyekaṃ juhuyāt sahasramathavā kṣīrājyamadhvāplutāḥ |

evaṃ tilaistu juhuyādatha cāṣṭamūrtimantraiśca mūrtigaṇanāthadiśādhipaiśca |
vajrādiśastramanubhiśca yathākrameṇa cājyena tatra juhuyād gururādareṇa ||

caruṃ lājāṃśca saktūṃśca siddhārthāṃśca tilān yavān || 104 ||

brīhīṃśca juhuyāt svasvadikṣu mantrairyathāpuram |
sarvadravyaiśca militaiḥ pūrṇāṃ hutvā svamūlataḥ || 105 ||

utthāya tvatha devasya dakṣiṇe śravaṇe guruḥ |
tārahṛtpūrvakaṃ jñānaśaktiṃ śabdamayātmane || 106 ||

p. 439)

śivāya nama ityuktvā kṛtaṃ karma samarpayet |

oṃ

bhāgatraye'pi bhagavan ! karma nirvartitaṃ mayā || 107 ||

tvatprasādena tat sarvaṃ sampūrṇaṃ bhavatu prabho ! |

ityarpayet |

iti niṣṭhurayā ruddhvā gandhādyairabhipūjya tu || 108 ||

nivedyāntaṃ baliṃ kiñcid dattvā dikṣu yathāvidhi |
nṛttagītavinodādyairvinidro gamayenniśām || 109||

itthaṃ pratiṣṭhāmadhikṛtya śambhoruktaṃ tadādisnapanādipūrvam |
tattvādivinyāsavidhiśca sarvo yenādhivāsasya vidhiḥ prasidhyet ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasāre kriyāpāde adhivāsanapaṭalaḥ ṣaṭcatvāriṃśaḥ ||

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.

Kapitel 47: Die Einsetzung des Linga

Ritual / Kriya – deutsche Handlungsfolge
Kriyapada, Kapitel 47: Die Einsetzung des Linga
Dieses Kapitel beschreibt die eigentliche Pratishtha, die rituelle Einsetzung des Shiva-Linga. Räumliche Ausrichtung, materieller Halt und innere Meditation bilden darin eine zusammenhängende Handlung. Die abschließenden Tage gelten der Verehrung, dem Ausgleich möglicher Fehler und der Versorgung aller Beteiligten.

Kriyapada 47, Vers 1. Am nächsten Morgen baden der Acharya und die Träger der Gottesgestalten gemeinsam; ebenso badet der Auftraggeber mit seinen Söhnen und weiteren Angehörigen, noch vor dem für die Einsetzung bestimmten Zeitpunkt.

Kriyapada 47, Vers 2. Der Lehrer erreicht den Tempel, spricht Shivas Waffenmantra, vertreibt durch seinen Blick die Hindernisse und betritt das Gotteshaus.

Kriyapada 47, Vers 3 mit unnummerierter Einleitung. Er bestimme Shivas Mittelpunkt und lege dort den Brahma-Stein nieder. Das geschieht so: Im inneren Heiligtum bestimme er nach allen vier Richtungen den auf die Tür bezogenen Bereich.

Kriyapada 47, Vers 4. Diesen teile er durch zweiundzwanzig nach Osten und nach Norden verlaufende Schnüre. Das dabei entstehende mittlere Feld heißt Brahmas Feld.

Kriyapada 47, Vers 5. Dieses teile er mit östlich und nördlich verlaufenden Schnüren jeweils sechsfach. So entstehen sechsunddreißig Felder. In ihrer Mitte

Kriyapada 47, Vers 6. liegt der Schnittpunkt der östlichen und nördlichen Schnur, Brahmas Stelle. Gerade diesen Mittelpunkt vermeide man bei der Einsetzung Shivas und der anderen Gottheiten.

Kriyapada 47, Vers 7. Würde jemand aus Verblendung oder Nachlässigkeit das Linga oder ein anderes Bild in Brahmas Mittelpunkt einsetzen, so brächte dies nach der hier gelehrten Deutung dem Reich, dem Auftraggeber und dem König Verderben.

Kriyapada 47, Vers 8. Das Feld nordöstlich von Brahmas Stelle hat in seiner nordöstlichen Ecke einen Schnurschnittpunkt. Bei der Einsetzung soll die Mitte des Linga genau dorthin kommen.

Kriyapada 47, Vers 9. So erkenne man Shivas Mittelpunkt und setze Shiva dort ein. Den Innenraum des Heiligtums teile man in sieben mal sieben Felder.

Kriyapada 47, Vers 10. Das mittlere Feld ist das Brahma-Feld. Die acht Felder darum sind der göttliche Bereich. Die nächste Umfassung mit sechzehn Feldern

Kriyapada 47, Vers 11. heißt der menschliche Bereich. Die äußere Umfassung mit der Sankriti-Zahl von Feldern heißt der Bereich der Pishachas. Nun wird die Einsetzung in diesen Bereichen erklärt. [Die nachfolgende Maya-Stelle nennt für Sankriti ausdrücklich vierundzwanzig.]

Kriyapada 47, Vers 12. Im Brahma-Bereich erfolgt Shivas Einsetzung, im göttlichen Bereich diejenige Vishnus. Im menschlichen Bereich können alle Götter stehen, im Pishacha-Bereich die Mütter und Rakshasas.

Unnummerierte Fortsetzung zu Vers 12. Auch für göttliche Wesen, Gandharvas, Yakshas, Nagas und weitere Wesen wird dieser Bereich empfohlen.

Unnummeriertes Zitat Mayas vor Vers 13. „Im Heiligtum mit sieben mal sieben Anteilen ist das mittlere Feld Brahmas Bereich; der göttliche Bereich umfasst acht Anteile. Der menschliche Bereich hat sechzehn Anteile, der äußere Pishacha-Bereich vierundzwanzig. Shiva gehört in Brahmas Bereich, Vishnu in den göttlichen. Alle Götter können im menschlichen Bereich aufgestellt werden. Im Pishacha-Bereich stehen die Mütter, Asuras und weitere Wesen, Rakshasas, Yakshas, Gandharvas und Nagas.“

Kriyapada 47, Verse 13–14. Südlich von Shivas Mittelpunkt und nördlich von Brahmas Schnur spanne man eine östlich gerichtete Schnur gleichmäßig durch die Mitte der Felder. Darauf setze man Vishnu und die weiteren Gottheiten der Reihe nach jeweils in die Mitte ihres eigenen Feldes.

Kriyapada 47, Vers 15. In den östlichen Feldern stelle man die Götter mit dem Gesicht nach Westen auf, in den westlichen nach Osten, in den südlichen nach Norden,

Kriyapada 47, Vers 16, erster Teil. in den nördlichen nach Süden: Vishnu und die anderen jeweils sachgemäß der Reihe nach.

Abschnittsabschluss. Die Bestimmung von Shivas Mittelpunkt.

Kriyapada 47, Vers 16, zweiter Teil, und Vers 17. Nun schaffe man im Brahma-Stein passende Vertiefungen in den jeweiligen Richtungen und in der Mitte, damit die Edelsteine und weiteren Stoffe eingelegt werden können. Die Mitte des Steins soll dabei mit Shivas zuvor bestimmtem Mittelpunkt übereinstimmen.

Kriyapada 47, Vers 18. Unter reichem Instrumentenklang und Veda-Rezitation setze der Guru ihn zusammen mit den Gestaltträgern ein, nach Norden oder Osten gewandt.

Kriyapada 47, Vers 19. Er spreche den heiligen Urlaut und „Verehrung, du Allgegenwärtige! Du Feste, Unbewegliche, Beständige!“, sodann den Erdkeim mit abschließendem Bindu, die Hrillekha und die Opferendung, die als Gattin des Feuers bezeichnet wird.

Kriyapada 47, Vers 20. Ebenso spreche er den Urlaut, den Herzkeim, „der tragenden Shakti“ mit abschließender Verehrung, sowie „der unendlichen Shakti“, ebenfalls mit Verehrung.

Kriyapada 47, Vers 21 mit Formeleingang. Nachdem er den Brahma-Stein aufgestellt hat, berühre und bespräche er ihn so: „Mit dem heiligen Urlaut: Du selbst bist die höchste Shakti, du selbst trägst den Sitz.

Kriyapada 47, Vers 22. Göttin, auf Shivas Gebot sollst du hier immer bleiben!“ In ihr vergegenwärtige er den gesamten Wirklichkeitsweg bis zu Shuddhavidya.

Kriyapada 47, Vers 23. Dann lege er die fünf Stoffgruppen von den Edelsteinen an der Reihe nach ein: Diamant, Sonnenstein, Nila, Mahanila, Perle,

Kriyapada 47, Vers 24. Pushyaraga, Mastaka, Vaidurya und Padmaraga, von Indras bis zu Ishanas Richtung. Manikya ist für die Mitte vorgesehen. [Die gelieferte Reihe nennt vor dem Mittelstein neun Namen für acht Richtungen; keine Zuordnung wird ergänzt.]

Kriyapada 47, Vers 25. Kupfer, Eisen, Zinn, Silber, Messing, Bronze, Blei, Devaloha und Gold folgen von Osten bis zur Mitte.

Kriyapada 47, Vers 26. Tala, Shila, Torika, Makshika, Hemamakshika, roter Ocker, Schwefel, Glimmer und als neunter Stoff Quecksilber sind vorgesehen. [Mehrere Mineralnamen bleiben ohne gesicherte moderne Stoffgleichsetzung.]

Kriyapada 47, Vers 27. Als Pflanzenstoffe lege man Ushira, Harikranta, rotes Sandelholz, Agaru, Shariba, Utpala, Maleya, Ruk und Shankhakusuma ein. [Die letzten Namen stehen in einer schwer trennbaren Folge; ihre botanische Bestimmung bleibt offen.]

Kriyapada 47, Vers 28. Danach lege man Reis, Weizen, Sesam, Masha-Bohnen, Mungbohnen, Gerste, Shyama und Shali-Reis von Indras Richtung an ein.

Kriyapada 47, Verse 29–30. Bei verkürzter Weihe oder wenn die Edelsteine und anderen Stoffe nicht verfügbar sind, lege man aus den fünf Gruppen Diamant, Gold, Quecksilber, Harikranta und Gerste in die mittlere Vertiefung. Die einzelnen Stoffgruppen lege man mit den Kalas von Sadyojata an ein,

Kriyapada 47, Vers 31. in der Mitte mit den Brahmamantras von Sadyojata an oder mit den Namen der Weltenhüter. In die mittlere Vertiefung lege man eine goldene Schildkröte oder einen goldenen Stier

Kriyapada 47, Vers 32. unter dem Ananta-Mantra. In Osten, Süden, Westen und Norden lege man einen goldenen Stier, eine Axt, eine Gebetskette und einen Dreizack

Kriyapada 47, Vers 33. unter den Kalas von Nivritti an. Man bestreiche den Stein mit Milchreis und bedecke ihn unter dem Schutzmantra mit einem neuen, reinen Tuch.

Kriyapada 47, Vers 34. Man verehre ihn mit Duftstoffen und weiteren Gaben bis zur Speisegabe. Als Bali in den Richtungen gebe man der Reihe nach Krisara, Kuchen, Puffreis, Wasser, geröstetes Getreide, Kurkumamehl

Kriyapada 47, Vers 35 mit Formeleingang. sowie Zuckerrohrsaft und Speise unter den Namen der Richtungshüter: „Mit dem heiligen Urlaut: Indem ihr den Gott Rudra voranstellt, nehmt diese Bali-Gabe an!

Kriyapada 47, Vers 36 mit Formelfortsetzung. Alle Wesen bis hin zu den Pishachas verehren wir hier. Verehrung allen Wesen, die in sämtlichen Richtungen wohnen!“ Nachdem er so in jeder Richtung gegeben hat, bade er, nehme den rituellen Wasserschluck und sei heiteren Sinnes.

Kriyapada 47, Vers 37. Mit dem Waffenmantra bringe er hundert Opfer dar, um Fehler am Stein, an den Schnüren und anderen Dingen zu tilgen. Dann hebe er das Linga mit dem Herzmantra auf und bringe mit dem Kopfmantra das Ehrenwasser dar.

Kriyapada 47, Vers 38. Er preise es mit Worten und Glücksrufen wie „Sieg!“, unter Gesang, Instrumentenklang und weiteren Darbietungen. Gold, Edelsteine, Gewänder und andere Gaben

Kriyapada 47, Vers 39. werfen der Auftraggeber und die anderen aus, während sie den Gott rechtsherum führen. Mit den Gestalthütern lasse der Acharya ihn am Eingang nieder,

Kriyapada 47, Vers 40. setze ihn auf den glückverheißenden Sockel und spreche: „Mögest du fest stehen!“ Bei einem noch nicht mit dem oberen Aufbau versehenen Eingang bringe man

Kriyapada 47, Vers 41. Linga und Sockel hinein, ohne Türpfosten oder weitere Bauteile zu berühren. Berühren Linga oder Sockel die Schwelle, einen Pfosten, die Wand oder den oberen Türbalken,

Kriyapada 47, Vers 42. so gilt dies als schwerer Fehler. Zu seinem Ausgleich opfere man mit den Brahma-, Wurzel- und Gliedermantras und gebe eine Opfergabe an die Priester.

Kriyapada 47, Vers 43. Dann bringe man das Linga hinein, ohne die Pfosten oder andere Bauteile zu berühren. Wenn die Wand noch nicht begonnen und die Tür noch nicht errichtet ist,

Kriyapada 47, Vers 44. bringe man den Gott durch die für die Tür vorgesehene Stelle hinein. Dann verehre man den Brahma-Stein und entferne mit dem Waffenmantra sein bedeckendes Tuch.

Kriyapada 47, Vers 45. Das Linga werde so mit einer geeigneten Vorrichtung ausgerichtet, dass es mühelos in die Vertiefung des Steins eingeführt werden kann.

Kriyapada 47, Vers 46. Wenn die genau bestimmte günstige Zeit gekommen ist, vollziehe der Acharya dies mit den Gestaltträgern und vergegenwärtige sich: „Ich bin Shiva.“

Kriyapada 47, Vers 47. Er meditiere die Einheit von Shiva und Shakti und erkenne im Stein die Shakti. Er überschreite Herz, Kehle, Gaumen, Brauenmitte und Brahmarandhra,

Kriyapada 47, Vers 48. lasse dabei die Ursachenmächte von Brahma an zurück und meditiere seinen eigenen Mantra bis zum Ungegliederten. Ihn sprechend setze er das Linga mit heiterem Sinn ein.

Kriyapada 47, Vers 49. Auf dem Weg der Entfaltung, in der Reihenfolge Ishana, Purusha und so fort, vergegenwärtige er im Linga den Wirklichkeitsweg der Prinzipien von Shakti an.

Kriyapada 47, Vers 50. Mit reinem Sand fülle er die Öffnung des Steins aus und verdichte sie immer wieder mit einem goldenen Stab.

Kriyapada 47, Vers 51. Den Sockel führe man an hängenden Seilen bis über die Spitze des Linga und senke ihn zur genau bestimmten günstigen Zeit langsam über das Linga herab.

Kriyapada 47, Vers 52. Dabei vergegenwärtige man in der Reihenfolge der Entfaltung den Mantra aus Urlaut, Shakti-Keim, der Wendung „der Kraft des Handelns“ und dem Schluss „Verehrung Uma!“

Kriyapada 47, Vers 53. Diesen sprechend verbinde man den Sockel mit dem Linga. Werden Linga oder Sockel während der Aufstellung verschoben,

Kriyapada 47, Vers 54. so vollziehe man die Befriedung mit dem Mantra des Hüters jener Richtung, in die sie gerückt sind. Mit Schnüren sichere man sie an ihrem eigenen Platz.

Kriyapada 47, Vers 55. Man opfere zweihundert- oder dreihundertmal geklärte Butter und Sesam und gebe dem Einsetzer die rituelle Vergütung: für die Richtungen von Osten an einen Elefanten, auch einen aus Gold,

Kriyapada 47, Vers 56. Gold, einen Büffel, einen Ziegenbock, eine Perlenkette, Messing, eine Milchkuh und Silber, jeweils in der genannten Reihenfolge.

Kriyapada 47, Vers 57. Nachdem er sich vor dem zur Einheit gelangten Linga und Sockel verneigt hat, opfere der Acharya hundertmal geklärte Butter mit den Brahma- und Wurzelmantras sowie den weiteren Mantras.

Kriyapada 47, Vers 58. Wieder zum Herrn der Götter tretend, verneige sich der Guru und bitte um Fehlerlosigkeit: „Sei gnädig bei diesem Werk; verzeih die Verfehlung, o Herr!“

Kriyapada 47, Vers 59. Dann fülle er die Öffnung noch ein wenig mit Sand und schließe sie vollständig, ohne Zwischenraum, mit der achtteiligen Bindemasse.

Kriyapada 47, Vers 60. Lackharz, Sarja-Harz, Muschelschale, Sand, Triphala-Saft und Kundurushka werden zusammen zerrieben: Dies heißt „diamantfester Mörtel“.

Unnummerierte Erläuterung nach Vers 60. Das bedeutet: ungekocht. Oder man verwende Folgendes.

Kriyapada 47, Vers 61. Lackharz, Sarja-Harz, Wachs, Zuckerpulver, Guggulu, roter Ocker, Rohzucker und Öl heißen die achtteilige Bindemasse.

Kriyapada 47, Vers 62 mit Prosaübergang. Vom letzten Bestandteil aus sollen die Anteile zunehmen; die gekochte Masse werde klebrig. Ferner: Lackharz, Rohzucker, Bienenwachs und Guggulu nehme man zu gleichen Anteilen.

Kriyapada 47, Vers 63. Sarja-Pulver komme in gleicher Menge hinzu, roter Ocker in der halben Menge davon. Zur rechten Zeit gebe man Öl im halben Maß sämtlicher Stoffe hinzu.

Kriyapada 47, Vers 64. In einem eisernen Gefäß koche man alles über mildem Feuer und rühre mit einem eisernen Löffel. Auch hier muss der Kundige den klebrigen Kochzustand erkennen.

Kriyapada 47, Vers 65. Eine dieser Bindemassen bringe man ein und mache die Verbindung von Linga und Sockel fest und fugenlos, sodass kein Wasser eindringt.

Kriyapada 47, Vers 66. Oder man schließe die Zwischenräume mit Bleiblechen. Nachdem man durch sachgemäßes Erwägen und Gegenprüfen vorgegangen ist, wasche man das Linga.

Kriyapada 47, Vers 67. Man übergieße es mit dem Wasser des Schlafkruges, auch mit etwas Friedenswasser, Ehrenwasser und den fünf Nektaren, jeweils mit Wasser und Räucherung dazwischen.

Kriyapada 47, Vers 68. Man reibe es mit Gersten- und Weizenmehl sowie weiteren Stoffen ab und übergieße es. Dann hole man den Shiva-Krug und die Vardhani vom Lageraltar herbei.

Kriyapada 47, Vers 69. Mit ihnen übergieße man den Herrn, danach mit den Krügen der Vidyeshvaras. Ebenso übergieße man unterhalb des Sockels in den jeweiligen Richtungen der Reihe nach.

Kriyapada 47, Vers 70. Die Friedenskrüge stelle man wieder an ihre eigenen Plätze. Man bringe Ehrenwasser dar, verehre und gebe die Bali-Gabe … [Die Vorlage markiert hier selbst eine Lücke durch Sternchen; der Satzschluss lässt sich nicht vollständig übersetzen.]

Kriyapada 47, Vers 71. Mit der Faust berühre man den Sockel, mit der Daumenspitze Shiva. Im Linga vergegenwärtige man Shiva und im Sockel Parvati.

Kriyapada 47, Vers 72. Shivas Mantra besteht aus dem Urlaut, dem Wurzelmantra und dem Schluss „Verehrung Shiva!“ Der andere besteht aus Urlaut, Shakti-Keim und „Verehrung der Kraft des Handelns, Uma!“

Kriyapada 47, Vers 73. Für jemanden, der Genuss wünscht, verbinde man die beiden Mantras in dieser Reihenfolge; zur Befreiung verbinde man sie umgekehrt. Dann setze man in die drei Teile, beginnend mit dem als „Ka“ bezeichneten,

Kriyapada 47, Vers 74. wie zuvor der Reihe nach die Prinzipien vom Atman an und ihre Herren ein. In den Sockel setze man die tragende Kraft, Ananta, Dharma und die weiteren sowie Vama und die anderen Kräfte ein.

Kriyapada 47, Vers 75. In das Linga setze man die Mantras der Gestalt und des Wissensleibes mit vorausgehendem Urlaut und Herzmantra ein. Gestalt und Wissensleib vergegenwärtige man mit den fünf Kalas und den sechs Wirklichkeitswegen,

Kriyapada 47, Vers 76. alles als Durchdrungenes und Durchdringendes betrachtend, und verbinde es. Die Gestalt umfasst die Prinzipien bis zu Shakti; die zehn Richtungen sind der Kreis ihrer Arme.

Kriyapada 47, Vers 77. Ihre Gesichter sind die fünf Offenbarungsströme; ihr göttlicher Leib besteht aus den fünf Mantras. Nivritti bildet Füße, Unterschenkel und Oberschenkel, Pratishtha Hüfte und die anschließenden Körperbereiche.

Kriyapada 47, Vers 78. Vidya bildet Herz, Brust und Schultern; Shanti ist ihr Lotusgesicht. Die Kala Shantyatita ist ihr Haupt, der Weltenweg ihre Körperbehaarung.

Kriyapada 47, Vers 79. Der Weg der Laute und Mantras ist ihr Blut; der Weg der Wörter bildet Fleisch, Gefäße und weitere Körperteile. Der Prinzipienweg bildet Mark, Samen und Knochen. So gilt sie als Verkörperung aller Wirklichkeitswege.

Kriyapada 47, Vers 80. Aus dem Lotus des eigenen Herzens vergegenwärtige man den Wurzelmantra, mit Shiva am Dvadashanta verbunden, als verdichtetes Bewusstsein, höchstes, unversehrtes Licht.

Kriyapada 47, Vers 81. Von dort führe man ihn in die zusammengelegten, mit Blumen gefüllten Hände, weiter zum Haupt des Herrn und durch den Kanalweg ins Innere des Linga, in den Herzlotus der Gestalt.

Kriyapada 47, Vers 82. Dort setze man ihn ein, sodann überall in die Gestalt und die Glieder in diese Gestalt. Man bilde den Laut, der als Ende der mit „Sha“ bezeichneten Folge bestimmt ist, mit dem sechsten Vokal und Bindu, dazu „Verehrung der Bewusstseinskraft!“ [Die Lautchiffre wird nicht zu einer vermeintlich gesicherten Rezitationsformel ergänzt.]

Kriyapada 47, Vers 83. Diesen mit vorangestelltem Urlaut sprechend, setze man ihn das ganze Linga durchdringend ein und halte ihn wie zuvor fest. Dann reibe man Shiva mit den aus Teig und weiteren Stoffen geformten

Kriyapada 47, Vers 84. Waffen der Weltenhüter unter ihren jeweiligen Mantras ab, ebenso mit Nandyavarta, blauem Lotus, Wasserlotus, Shrivatsa, Svastika und Lotus,

Kriyapada 47, Vers 85. mit Spiegel und Fliegenwedel. Diese Teigformen werden mit dem Aghorastra besprochen. Nach dem Abreiben bade man Shiva vorschriftsmäßig mit duftendem Wasser. [Die Lotusbezeichnungen wiederholen sich in der Quelle; keine Form wird gestrichen.]

Kriyapada 47, Vers 86. Mit Gewändern, Schmuck, Duftstoffen und den vorgeschriebenen Diensten verehre man den Gott bis zur Speisegabe und wiederhole den Mantra hundertachtmal.

Kriyapada 47, Vers 87. Man gebe ihm einen Namen, der mit dem Namen des Auftraggebers beginnt und mit der Bezeichnung des Herrseins endet, und bitte: „Sei in diesem stets gegenwärtig!“

Kriyapada 47, Vers 88. Nachdem der Gott mit „So sei es“ zugestimmt hat, trete der Guru zur Feuergrube und opfere mit dem Wurzelmantra und Umas Mantra geklärte Butter und Milchreis.

Kriyapada 47, Vers 89. Im Osten setze er den Stier ein, im Süden Lakulishvara, im Südwesten Ganesha und die Weltenhüter jeweils in ihren eigenen Richtungen.

Kriyapada 47, Vers 90. Die Mütter stelle er westlich von Yamas Platz auf, Shasta auf Mrigas Feld und Guha auf Bhallatas Feld. Dann sollen die Gestalthüter in den acht Richtungen von Osten an

Kriyapada 47, Vers 91. auf den Opferflächen Feuer anlegen und jeweils gesondert opfern: im Osten mit dem Mantraanfang „Indra, die Tatkraft uns …“, im Südosten mit „Agni als Boten …“,

Kriyapada 47, Vers 92. im Süden mit „Am Himmelsgewölbe der schön Geflügelte …“, im Südwesten mit „Nicht uns hinweg …“, im Westen mit „Den sie beschützen …“, im Nordwesten mit „Vayu, komm her …“,

Kriyapada 47, Vers 93. im Norden mit „Soma, den König …“, im Nordosten mit „Den Dreiäugigen …“. Als Brennhölzer dienen Palasha, Khadira, Ashvattha, Plaksha, Nyagrodha, Bilva,

Kriyapada 47, Vers 94. Udumbara und Kashmarya, diese acht in der genannten Reihenfolge. In der Mitte opfere man alle Stoffe mit den Glieder-, Brahma- und Wurzelmantras.

Kriyapada 47, Vers 95. Mit denselben Stoffen opfere man unter den Mantras der Weltenhüter in den Richtungen. Nachts gebe man den Ganas die Bali-Gabe, der Reihe nach von Osten an.

Abschnittsabschluss. Der erste Tag.

Kriyapada 47, Vers 96. Am zweiten Tag bade der Guru gemeinsam mit den Gestaltträgern und verehre Shiva nach der täglichen Vorschrift ordnungsgemäß.

Kriyapada 47, Vers 97. Um das Werk lückenlos zu machen, opfere man in den Feuergruben des Ostens, Südens, Westens und Nordens der Reihe nach geklärte Butter mit Shivas Waffenmantra, Aghoras Waffenmantra,

Kriyapada 47, Vers 98. dem Pashupata-Waffenmantra und dem Wurzelmantra. In den Gruben vom Südosten an opfere man mit Aghorastra, Savitri, Shivas Gebot

Kriyapada 47, Vers 99. und Gayatri beziehungsweise Gauris Gayatri tausendmal. Zu den drei Tageszeiten verehre man den Gott und gebe nachts den Wesen die Bali-Gabe. [Die Mantrareihe und ihre Verteilung sind im gelieferten Satz nicht eindeutig gegliedert; keine zusätzliche Richtungszuordnung wird erfunden.]

Kriyapada 47, Vers 100. Auch am dritten Tag verehre man den Gott wie zuvor nach der Vorschrift und opfere zur Befriedung der Richtungen geklärte Butter in den Gruben von Osten an.

Kriyapada 47, Vers 101. Mit den Brahma- und Gliedermantras und den jeweils eigenen Mantras opfere man in jeder Grube tausendmal, gekochte Opferspeise im Umfang eines Zehntels davon. Die Bali-Gabe gebe man wie zuvor.

Kriyapada 47, Vers 102. Am vierten Tag verehre man Shiva mit besonderem Aufwand. Man bade den Gott ordnungsgemäß mit einer Anzahl von Krügen bis zu hundertacht,

Kriyapada 47, Vers 103. oder mit einundachtzig, neunundvierzig, fünfundzwanzig oder neun, nach dem eigenen Vermögen und entsprechend dem jeweiligen Linga.

Kriyapada 47, Vers 104. Die Waschung geschehe so, wie später im Kapitel über das Baden erklärt wird. Die große Speisegabe soll dem Umfang der Waschung entsprechen.

Kriyapada 47, Vers 105. In jeder Grube opfere man mit Vagishvari tausendmal geklärte Butter, mit den Brahma- und Gliedermantras wie zuvor. Im Shiva-Feuer koche man die Opferspeise.

Kriyapada 47, Vers 106, erstes Vorkommen. Nachdem man dem Gott Ehrenwasser dargebracht hat, teile man den Rest in neun Teile. Guru und Gestalthüter opfern nach Vermögen in jeder Grube.

Kriyapada 47, Vers 106, zweites Vorkommen. Mit den acht am zweiten Tag genannten Mantras, beginnend mit Shivas Waffenmantra, opfere man nach Vermögen geklärte Butter und bringe jeweils gesondert das Vollopfer dar. [Die Quelle nummeriert beide Verse mit 106; eine Marke 107 fehlt.]

Kriyapada 47, Vers 108. Man entferne die gebrauchten Opfergaben, bade den Gott, lege die acht Blumen auf und gebe die Bali-Gabe in den Richtungen. Sodann lockere man den eigenen Mantra in der Gestalt, unter Wahrung seiner Beziehung zu ihr,

Kriyapada 47, Vers 109. und verehre Canda im Linga: blau, viergesichtig und in jedem Gesicht dreiäugig,

Kriyapada 47, Vers 110. vierarmig, mit leuchtenden Gesichtern, dem Mond auf dem Haarknoten, Gebetskette, Dreizack, Beil und Wassergefäß tragend,

Kriyapada 47, Vers 111. mit Schlangen als heiliger Schnur und Armreifen sowie mit rotem Gewand geschmückt. So meditiere man ihn, hole ihn aus dem Linga und setze ihn in den Lotus des eigenen Herzens.

Kriyapada 47, Vers 112. Man stelle Candas Bild im Shiva-Heiligtum an seinem eigenen Platz im Nordosten auf den Lotussitz der tragenden Shakti. In sein Herz

Kriyapada 47, Vers 113. führe man Canda aus dem eigenen Herzen durch den Kanalweg ein. Man verehre ihn mit den hauptsächlichen Diensten, der Reihe nach von Sitz und Ehrenwasser an.

Unnummerierter Übergang. Dies geschieht folgendermaßen.

Kriyapada 47, Vers 114. Der Sitzmantra lautet dem Sinn nach „Verehrung Candas Sitz!“, der Gestaltmantra entsprechend für Candas Gestalt. Der Wurzelmantra beginnt mit der als Dhuni bezeichneten Lautform, danach folgt Candeshvara

Kriyapada 47, Vers 115. im Dativ, der Haarschopf-Keim, die schneidende Waffenlautfolge und die Verehrungsendung. Die Gliedermantras beginnen mit dem Wort Canda, danach folgen der Reihe nach Herz und die weiteren Glieder

Kriyapada 47, Vers 116. im Dativ, die beiden Waffenlaute und die Verehrungsendung: so die fünf Formeln. Mit ihnen verehre man in der Reihenfolge von Sitz und weiteren Gaben, mit Waschung und den übrigen Diensten.

Kriyapada 47, Vers 117. Man bringe ihm Speise und die von Shivas Verehrung stammenden Blumen und weiteren Gaben dar. Dann bade man das Linga und entfache die Mantras erneut wie zuvor.

Kriyapada 47, Vers 118. Nach der Verehrung mit Duftstoffen, Blumen und weiteren Gaben und der Darbringung der Speise gebe der Acharya sieben Opfer in die mittlere Grube.

Unnummerierter Übergang. Nämlich so.

Kriyapada 47, Vers 119. „Fest“, „allgegenwärtig“, „unermesslich“, „anfangslos erwacht“, „ewig“, „unvergänglich“

Kriyapada 47, Vers 120. und „stets erfüllt“: An diese sieben Bezeichnungen wird jeweils „Sei es! Svaha!“ angefügt. Das sind die Mantras. Mit ihnen opfere man geklärte Butter und berühre unter denselben Formeln Shiva.

Kriyapada 47, Vers 121. Tausendmal, halb so oft oder hundertmal opfere man geklärte Butter mit Aghorastra und den Vyahritis; dann bringe man erneut das Vollopfer dar.

Kriyapada 47, Vers 122. Die jeweiligen Mantra-Feuer entlasse man aus den Gruben in den Lotus des eigenen Herzens. Ebenso entlasse man Shiva-Krug und Waffenmacht, die Weltenhüter und die Türgottheiten

Kriyapada 47, Vers 123. sowie die Gottheiten in Torbögen, Bannern und Krügen. Nachts gebe man den Wesen die Bali-Gabe und bade zusammen mit den Gestaltträgern.

Kriyapada 47, Vers 124. Man umschreite Shiva rechtsherum, verneige sich und bitte um seine Gunst. Dann erfreue man zunächst den Acharya mit Gold, Gewändern, Land, Schmuck und Fahrzeugen,

Kriyapada 47, Vers 125. ohne sein Vermögen geizig zu verbergen. Die Gestalthüter bedenke man mit einem Zehntel davon, die Veda-Rezitierenden mit der Hälfte dieses Anteils,

Kriyapada 47, Vers 126. die Mantrawiederholenden wiederum mit der Hälfte davon und die Helfenden mit der Hälfte dieses Anteils. Brahmanen, Träger religiöser Kennzeichen, Gläubige, Arme, Blinde und andere Bedürftige

Kriyapada 47, Vers 127. sowie weitere Menschen erfreue man nach Vermögen mit Gold und anderen Gaben. Mit seinem ganzen Vermögen, der Hälfte oder einem Drittel davon

Kriyapada 47, Vers 128. soll der Auftraggeber die Einsetzung des Linga voller Hingabe durchführen. Wer dazu imstande ist, sie aber aus Geiz vollzieht,

Kriyapada 47, Vers 129. erlangt ihre Frucht nicht, weil sein Sinn von Habgier besetzt ist. Danach sollen der Acharya und die anderen dem Auftraggeber die Frucht ihrer jeweiligen Handlung übergeben,

Kriyapada 47, Vers 130. mit Wasser und Blumen in den Händen. Anschließend soll der Auftraggeber, umgeben von seinen Söhnen und weiteren Angehörigen,

Kriyapada 47, Vers 131. dort die Mittel für die fortdauernde tägliche Verehrung und die weiteren Dienste bereitstellen. Wer so voller Hingabe und nach seinem Vermögen, mit dem Tempelbau beginnend,

Kriyapada 47, Vers 132. die Einsetzung des Linga vollzieht, erlangt in jener Welt seine ersehnten Freuden gemeinsam mit Söhnen, Freunden und anderen. Am Ende erreicht er die gewünschten Welten.

Kriyapada 47, Vers 133. So viele feinste Teilchen jener Tempelbau und seine weiteren Teile enthalten, so viele Tausende von Jahren genießt er Freuden und gelangt danach zu Shiva. [Dies ist die religiöse Verheißung des Textes, keine überprüfbare Wirkungszusage der Redaktion.]

Kriyapada 47, Vers 134. So ist die Einsetzung des Mondgekrönten ordnungsgemäß beschrieben, passend für Lingas der größten und der weiteren Größenklassen, nachdem die vorzüglichen, von Shiva verkündeten Tantras in ihren vielfältigen Formen bis zum Äußersten durchdacht wurden.

Kolophon. In der ehrwürdigen Ishanashivagurudeva Paddhati, der Essenz des Siddhanta, im Kriyapada: das siebenundvierzigste Kapitel über die Einsetzung.

Besinnung zu Kapitel 47

Am Ende steht nicht allein ein feierlicher Augenblick. Der Text fordert Mittel für die tägliche Verehrung und berücksichtigt auch die Helfenden und Bedürftigen. Für heutige Yoga-Aspiranten liegt darin eine verständliche Anregung: Ein guter Anfang gewinnt durch beständige Pflege und durch Aufmerksamkeit für die Menschen, die ihn mittragen. Die überlieferten Vermögensvorgaben gehören zum historischen Stiftungsritual; sie sind keine heutige Empfehlung, die eigene Lebensgrundlage aufzugeben.

Sanskrittext (IAST)
Kriyapada, Kapitel 47: Die Einsetzung des Linga
Dieses Kapitel beschreibt die eigentliche Pratishtha, die rituelle Einsetzung des Shiva-Linga. Räumliche Ausrichtung, materieller Halt und innere Meditation bilden darin eine zusammenhängende Handlung. Die abschließenden Tage gelten der Verehrung, dem Ausgleich möglicher Fehler und der Versorgung aller Beteiligten.

Zur deutschen Übersetzung dieses Kapitels

atha saptacatvāriṃśaḥ paṭalaḥ |

tataḥ prabhāta ācāryaḥ snāto mūrtidharaiḥ samam |
yajamānaśca putrādyaiḥ pūrvaṃ sthāpanalagnataḥ || 1 ||

uccārayañchivāstraṃ tu prāsādaṃ prāpya deśikaḥ |
vighnānuccā[kh: tpā]ṭayet paśyan praviśed devamandiram || 2 ||

śivamadhyaṃ tu niścitya tatra brahmaśilāṃ nyaset |

tadyathā -

dvārāṃśaṃ garbhabhavane niścitya tu caturdiśam || 3 ||

taddvāviṃśatisūtraistu prācīnaiścāpyudaṅmukhaiḥ |
vibhajet tatra yanmadhyakoṣṭhaṃ brahmāhvayaṃ smṛtam || 4 ||

tacca prācyairudīcīnaiḥ sūtraiḥ ṣoḍhā vibhajya tu |
ṣaṭtriṃśatkoṣṭhakāni syustatkoṣṭhānāṃ tu madhyataḥ || 5 ||

p. 440)

yaḥ prācyodīcyayoḥ sanvibrahmasthānaṃ tu sūtrayoḥ |
tad varjyaṃ hi pratiṣṭhāsu śivādīnāṃ tu madhyataḥ || 6 ||

yadi mohāt pramādād vā sthāpayed brahmamadhyagam |
liṅgādikaṃ tadā rājyakartṛrājavināśakṛt || 7||

brahmasthānād yadaiśānyāṃ koṣṭhaṃ tasyaiśakoṇagaḥ |
sūtrasandhiḥ pratiṣṭhāyāṃ liṅgamadhye yathā bhavet || 8 ||

śivamadhyaṃ tathā jñātvā tatraiva sthāpayecchivam |
saptasaptakakoṣṭhaṃ tu garbhāgāraṃ vibhājayet || 9 ||

brāhmaṃ tanmadhyakoṣṭhaṃ syāt tadbāhyaṃ vasukoṣṭhakam |
daivikaṃ syāccatadbāhyavṛtau ṣoḍaśakoṣṭhakaiḥ || 10 ||

mānuṣākhyaṃ tato bāhyavṛtau saṃkṛtikoṣṭhakaiḥ |
paiśācaṃ nāma tatra kṣetraṃ pratiṣṭhā caiṣu kathyate || 11 ||

brāhme śivapratiṣṭhā syād daive viṣṇorvidhīyate |
mānuṣe sarvadevānāṃ paiśāce mātṛrakṣasām || 12 ||

daivagandharvayakṣāṇāṃ nāgādīnāṃ ca śasyate |

atra mayaḥ |

garbhāgāre saptasaptāṃśakeṃ'śaṃ madhye brāhmaṃ daivikaṃ cāṣṭabhāgam |
mānuṣyaṃ tat ṣoḍaśāṃśaṃ tu bāhye paiśācaṃ syāt taccaturviṃśadaṃśam ||

śaivaṃ brāhme vaiṣṇavaṃ daivikāṃśe sarvaṃ devā mānuṣe sthāpanīyāḥ |
paiśācāṃśe mātaraścāsurādyā rakṣoyakṣāścāpi gandharvanāgāḥ ||

iti |

śivamadhyād dakṣiṇato brahmasūtrāt tathottare || 13||

prācīnaṃ sūtramāsphālya koṣṭhānāṃ madhyataḥ samam |
tasmin svasvapade madhye viṣṇvādīn sthāpayet kramāt || 14 ||

pratyaṅmukhāṃstu prācyeṣu padeṣu sthāpayet surān |
prāṅmukhāṃśca pratīcyeṣu yāmyeṣūdaṅmukhānapi || 15 ||

saumyeṣu dakṣiṇāsyāṃśca viṣṇvādīn yuktitaḥ kramāt |

śivamadhyādhikāraḥ |

atha brahmaśilāyāṃ tu ratnādinyāsasiddhaye || 16 ||

p. 441)

tattaddikṣu tathā madhye yuktyā gartāni kalpayet |
pūrvokte śivamadhye tu śilāmadhyaṃ yathā tathā || 17 ||

sthāpayet tūryaghoṣādyairvedaghoṣaiśca puṣkalaiḥ |
udaṅmukhaḥ prāṅmukho vā gururmūrtidharaiḥ saha || 18 ||

oṃ namo vyāpinītyuktvā sthire cetyacale dhruve |
bindvantaṃ cāpi bhūbajiṃ hṛllekhāṃ cāgnijāyayā || 19 ||

tāraṃ hṛdbījamādhāraśaktaye ca namontakam |
tathaivānantaśaktiṃ cāpyabhidhāya namorivatam || 20 ||

saṃsthāpya tu brahmaśilāṃ spṛṣṭvānenābhimantrayet |

oṃ

tvameva paramā śaktistvamevāsanadhārikā || 21 ||

śivājñayā tvayā devi ! sthātavyamiha sarvadā |
śuddhavidyāntamadhvānaṃ sarvaṃ tasyāṃ vibhāvya tu || 22 ||

ratnādipañcavargāṃstu vinyaset tu yathākramam |
vajraṃ cārkamaṇiṃ nīlaṃ mahānīlaṃ ca mauktikam || 23 ||

puṣyarāgaṃ mastakaṃ vaiḍūryaṃ padmarāgakam |
indrādīśānaparyantaṃ māṇikyaṃ madhyataḥ smṛtam || 24 ||

tāmrāyovaṅgarūpyāṇi pittalaṃ kāṃsyasīsake |
devalohaṃ suvarṇaṃ ca pūrvādyaṃ madhyamāntakam || 25 ||

tālaṃ śilā torikā ca mākṣikaṃ hemamākṣikam |
gairikaṃ gandhakaṃ cābhraṃ pārataṃ navamaṃ smṛtam || 26 ||

uśīraṃ ca harikrāntā raktacandanakāgarū |
śāribotpalamāleyarukchaṅkhakusumāhvayāḥ || 27 ||

oṣadhīrvinyaseccātha brīhīn godhūmakāṃstilān |
māṣamudgayavaśyāmāśālīścendrādi vinyaset || 28 ||

saṃkṣiptāsu pratiṣṭhāsu ratnādīnāmasambhave |
ratnādipañcavargebhyo vajraṃ hema ca pāratam || 29 ||

p. 442)

harikrāntāṃ yavāṃścaiva madhyagartte tu vinyaset |
ratnādivargān sadyādikalābhirvinyaset pṛthak || 30 ||

sadyādibrahmabhirmadhye lokeśākhyābhireva vā |
madhyagarte hemamayaṃ kūrmaṃ vṛṣabhameva vā || 31 ||

saṃsthāpyānantamantreṇa prāgyāmyāpyendudikṣvapi |
vṛṣabhaṃ paraśuṃ cākṣasrajaṃ śūlaṃ hiraṇmayam || 32 ||

nivṛttyādikalābhistu vinyasyālipya vai śilām |
pāyasenāhatasvacchavāsasācchādya varmaṇā || 33||

gandhādyaistu nivedyāntamiṣṭvā dadyād diśābalim |
kṛsarāpūpalājāmbudhānāhāridrasaktubhiḥ || 34 ||

kramāt sekṣurasānnena dattvā dikpatināmabhiḥ |

oṃ

devaṃ rudraṃ puraskṛtyaṃ pratigṛhṇantvimaṃ balim || 35 ||

paiśācāntāni bhūtāni sarvāṇīha yajāmahe |

sarvadigvāsibhyaḥ sarvabhūtebhyo namaḥ |

itthaṃ pratidiśaṃ dattvā snātvācamya prasannadhīḥ || 36 ||

śilāsūtrādidoṣaghnamastreṇa juhuyācchatam |
tato liṅgaṃ hṛdotthāpya sirasārghyaṃ pradāya ca || 37 ||

abhiṣṭutya ca taṃ vāgbhirjayaśabdādimaṅgalaiḥ |
gītavādyādinirghoṣairhemaratnāmbarādibhiḥ || 38 ||

kṣipadbhiryajamānādyairdevaṃ nītvā pradakṣiṇam |
ācāryo mūrttipaiḥ sārdhaṃ dāradeśe'vatārya tu || 39 ||

bhadrapīṭhe tu saṃsthāpya sthiro bhūyā itīrayet |
akṛtaprastare dvāredvāraśākhādikasya tu || 40 ||

asaṃsparśena talliṅgaṃ pīṭhaṃ cāntaḥ praveśayet |
dehalīṃ dvāraśākhe vā bhittiṃ vordhvamudumbaram || 41 ||

liṅgaṃ spṛśati pīṭhaṃ vā tadā doṣo mahānapi |
tacchāntyai brahmamūlāṅgairhutvā dattvā ca dakṣiṇām || 42 ||

p. 443)

asaṃsparśena śākhāderantarliṅgaṃ praveśayet |
anārabdhā yadā bhittirdvāraṃ cāpyakṛtaṃ yadā || 43 ||

dvāroddeśapradeśena tadā devaṃ praveśayet |
tato brahmaśilāmiṣṭvā hetināchāda[kh: di]nāmbaram || 44 ||

apanīya śilāśvabhre liṅgaṃ tu praviśed yadā |
anāyāsena tadyogyayantreṇa praguṇīkṛtam || 45 ||

tathā mūrtidharaiḥ sārdhamācāryo lagna āgate |
suniścitakṣaṇe tasmiñ chivo'hāmiti bhāvayan || 46 ||

śivaśaktyostadaikatvaṃ dhyāyañchaktiṃ śilāṃ smaran |
hṛtkaṇṭhatālubhrūmadhyabrahmarandhrāṇyatītya tu || 47 ||

brahmādikāraṇatyāgāt svamantraṃ niṣkalāntagam |
dhyāyannuccārayalliṁṅgaṃ pratiṣṭhāpya prasannadhīḥ || 48 ||

sṛṣṭimārgeṇa ceśānapuruṣādikrameṇa tu |
tattvādhvānaṃ tu śaktyādiṃ liṅgamūrttau vibhāvya tu || 49 ||

śuddhābhiḥ sikaṃtābhistu śilārandhraṃ prapūrayet |
punaḥ saṃkṣudya saṃkṣudya randhraṃ hemaśalākayā || 50 ||

liṅgaśīrṣopagaṃ nītvā pīṭhaṃ lambanarajjubhiḥ |
suniścite tadā lagne śanairliṅge'vatārayet || 51 ||

tāraṃ ca śaktibījaṃ ca kriyāśaktyaipadaṃ tataḥ |
umāyai nama ityantaṃ mantraṃ sṛṣṭikramāt smaran || 52 ||

uccārayan piṇḍikāṃ tu liṅgena saha yojayet |
sthāpyamānaṃ yadā liṅgaṃ pīṭhaṃ vā cālitaṃ bhavet || 53 ||

yāṃ yāṃ diśaṃ saṃśritaṃ tat tattaddikpālamantrataḥ |
śāntiṃ kuryānnijasthāne sthirīkṛtya tu sūtrakaiḥ || 54 ||

dviśataṃ triśataṃ vājyaṃ tilān hutvā tu dakṣiṇām |
dadyādaindryādikānāṃ tu gajaṃ vā svarṇanirmitam || 55 ||

p. 444)

kāñcanaṃ mahiṣaṃ chāgaṃ muktāhāraṃ ca pittalam |
dhenuṃ payasvinī rūpyaṃ krameṇa sthāpakāya tu || 56 ||

tato liṅgaṃ ca pīṭhaṃ ca namaskṛtyaikatāṃ gatam |
ācāryo juhuyād brahmamūlādyaistu śataṃ ghṛtam || 57 ||

punarāgatya deveśaṃ natvā vijñāpayed guruḥ |
nirdoṣatāṃ prasīdāsminnaparādhaṃ kṣamasva bhoḥ || 58 ||

ityuktvā sikatābhistu kiñcid randhraṃ prapūrayet |
aśeṣamaṣṭabandhena nīrandhraṃ vidadhīta ca || 59 ||

lākṣā sarjarasaḥ śaṅkhaḥ sikatāstriphalārasaḥ |
kunduruṣkaṃ ca saṃpiṣṭaṃ vajralepo'yamīritaḥ || 60 ||

āma eveti yāvat |
athavā

lākṣā sarjarasaḥ sikthaṃ śarkarācūrṇaguggulūḥ |
gairikaṃ ca gulaṃ tailamaṣṭabandhaṃ itīritaḥ || 61 ||

antyād bhāgābhivṛddhiḥ syāt pākaścikkaṇavad bhavet |

api ca |

lākṣāgulamadhūcchiṣṭaguggulūnāṃ samāṃśakaiḥ || 62 ||

sarjacūrṇaṃ tu tulyaṃ syād gairikasya tadardhataḥ |
sarveṣāmardhamānena tailaṃ kāle niyojayet || 63 ||

ayaḥpātre paced yuktvā taddarvyā mṛduvahninā |
atrāpi cikkaṇīpāko vijñeyo nipuṇena hi || 64 ||

eteṣāmaṣṭabandhānāṃ kṣiptvaikaṃ dṛḍhatāṃ nayet |
liṅgapīṭhaṃ tu nīrandhraṃ nīraṃ tu na viśe(d ya)thā || 65 ||

athavā sīsapatraistu nīrandhrakaraṇaṃ smṛtam |
ūhapratyūhato yuktyā liṅgaṃ prakṣālya vai tataḥ || 66 ||

nidrākumbhenābhiṣicya kiṅcicchātyudakairapi |
arghyapañcāmṛtaiścaiva jaladhūpāntaraiḥ kramāt || 67 ||

yavagodhūmacūrṇādyairavaghṛṣyābhiṣecayet |
tataḥ śayanavedisthaṃ śivakumbhaṃ ca vardhanīm || 68 ||

p. 445)

samānīyābhiṣicyeśaṃ vidyeśakalaśaistataḥ|
pīṭhasyādhaḥ svadikṣvevamabhiṣicya yathākramam || 69 ||

śāntikumbhān punaḥ sveṣu sthāneṣveva tu vinyaset |
arghyaṃ dattvābhipūjyātha bali * * * * * yā || 70 ||

muṣṭyā pīṭhaṃ tu saṃspṛśya cāṅguṣṭhāgreṇa vai śivam |
liṅgaṃ śivamanusmṛtya pārvatīṃ piṇḍikāṃ smaret || 71 ||

tāraṃ mūle śivāyānte namomantraḥ śivasya tu |
tāraṃ śaktiḥ kriyāśaktyai umāyai nama ityapi || 72 ||

mantradvayaṃ tu sandadhyād bhuktikāmasya muktaye |
viparītaṃ tu sandheyamatha kāditribhāgake || 73 ||

ātmāditattvatattveśān vinyaset pūrvavat kramāt |
ādhārānantadharmādīn vāmādīn pīṭhagān nyaset || 74 ||

mūrtividyātanumanūn liṅge tārahṛdādikam |
mūrtiṃ vidyātanuṃ pañcakalābhiśca ṣaḍadhvabhiḥ || 75 ||

vyāpyavyāpakabhāvena sarvaṃ sañcintya yojayet |
mūrttiḥ śaktyantatattvaiḥ syād daśadigbāhumaṇḍalā || 76 ||

pañcasrotomukhī divyā pañcamantraśarīriṇī |
nivṛttipādajaṅghoruḥ pratiṣṭhājaghanādikā || 77 ||

vidyāhṛdayavakṣoṃsā śāntivakrasaroruhā |
śāntyatītakalāśīrṣā bhuvanādhvatanūruhā || 78 ||

varṇamantrādhvarudhirā padamāṃsasirādikā |
tattvādhvamajjaśuklāsthiraśeṣādhvamayī smṛtā || 79 ||

mūlamantraṃ svahṛtpadmād dvādaśāntaśivānvitam |
saṃsmṛtya caitanyaghanaṃ paraṃ jyotiranāmayam || 80 ||

tasmāt puṣpāñjaligataṃ kramānnītveśamastakam |
nāḍīmārgeṇa liṅgāntaṃ mūrtyā hṛtpaṅkajodare || 81 ||

saṃsthāpya sarvato mūrtau mūrtāvaṅgāni ca nyaset |
ṣāntaṃ ṣaṣṭhasvaropetaṃ binduṃ cicchaktaye namaḥ || 82 ||

p. 446)

tārādikamudīryainaṃ liṅgaṃ vyāptaṃ tu vinyaset |
nirodhya tu yathāpūrvamatha piṣṭādinirmitaiḥ || 83 ||

lokapālāyudhaiḥ svaiḥ svairmantrairudvartayecchivam |
nandyāvarttotpalāmbhojaśrīvatsasvastikāmbujaiḥ || 84 ||

ādarśacāmarābhyāṃ cāpyaghorāstrābhimantritaiḥ |
udvartya paiṣṭairgandhādbhiryathāvat snapayechivam || 85 ||

vastrabhūṣaṇagandhādyairupacārairyathoditaiḥ |
nivedyāntaṃ yajed devaṃ japeccāṣṭottaraṃ śatam || 86 ||

yajamānabhidhānādyaṃ nāmaiśvaryapadāntakam |
kṛtvā saṃprārthayedasmin sadā saṃnihito bhava || 87 ||

tatheti devānujñāto gatvā kuṇḍāntikaṃ guruḥ |
mūlena comāmantreṇa juhoti ghṛtapāyasam || 88 ||

prācyāṃ vṛṣaṃ pratiṣṭhāpya dakṣiṇe lakulīśvaram |
gaṇeśaṃ nair-ṛte lokapatīn svasvadiśāsvapi || 89 ||

mātṝryamāt paścimataḥ śāstāraṃ tu mṛge guham |
bhallāṭe sthāpayitvāṣṭadikṣu pūrvādiṣu kramāt || 90 ||

sthaṇḍileṣvagnimādhāya juhuyurmūrttipāḥ pṛthak |
indrakratuṃ na ityaindyāmagniṃ dūtaṃ tathānale || 91 ||

nāke suparṇe yāmye tu nair-ṛtyāṃ moṣuṇaḥ parā |
yaṃ rakṣantīṃti varuṇyāṃ vāyavāyāhi mārute || 92 ||

saumye tu somaṃ rājānamaiśānyāṃ tu triyambakam |
palāśakhadirāśvatthaplakṣanyagrodhabilvajāḥ || 93 ||

audumbaryaśca kāṣmaryaḥ samidho'ṣṭau yathākramam |
sarvadravyairjuhotyaṅgabrahmamūlaistu madhyataḥ || 94 ||

dravyaistaireva lokeśamantrairdikṣu juhoti ca |
rātrau gaṇebhyaśca baliṃ dadyāt pūrvāditaḥ kramāt || 95 ||

prathamamahaḥ |

p. 447)

atha dvitīyadivase gururmūrtidharaiḥ saha |
snātvā nityavidhānena śivamiṣṭvā yathāvidhi || 96 ||

acchidrikaraṇāya prāgyāmyāpyārtheśavahniṣu |
kuṇḍeṣu juhuyādājyaṃ śivāghorāstrimantrataḥ || 97 ||

tathā pāśupatāstreṇa mūlena ca yathākramam |
āgneyādiṣvaghorāstrāt sāvitryā ca śivājñayā || 98 ||

gāyatryā ca tathā gaurīgāyatryā ca sahasrakam |
trikālaṃ devamabhyarcya dattvā bhūtabaliṃ niśi || 99 ||

tṛtīye'pi dine prāgvadiṣṭvā devaṃ vidhānataḥ |
ājyenaindyādikuṇḍeṣu diśāṃ śāntyai juhoti ca || 100 ||

brahmāṅgaiḥ svasvamantraistu pratikuṇḍaṃ sahasrakam |
caruṃ caiva daśāṃśena baliṃ dadyācca pūrvavat || 101 ||

tataścaturthe divase saviśeṣaṃ śivaṃ yajet |
yathāvat kalaśairdevamaṣṭottaraśatāntakaiḥ || 102 ||

ekāśītyūnapañcāśatpañcaviṃśatibhistu vā |
navakenāthavā śaktyā tattalliṅgānusārataḥ || 103 ||

snāpayet snānapaṭale yathāgre vakṣyate tathā |
mahānaivedyakaṃ ca syāt snapanānuguṇaṃ yathā || 104 ||

pratikuṇḍaṃ ghṛtaṃ hutvā vāgīśvaryā sahasrakam |
brahmāṅgairjuhuyāt prāgvacchivāgnau śrapayeccarum || 105 ||

nivedyārghaṃ tu devāya śeṣaṃ tu navadhā kṛtam |
pratikuṇḍaṃ yathāśakti juhuyurgurumūrtipāḥ || 106 ||

śivāsnādyaṣṭamantraiśca dvitīyadivasoditaiḥ |
yathāśakti ghṛtaṃ hutvā pṛthak pūrṇāṃ juhoti ca || 106 ||

nirmālyamapanīyātha saṃsnāpyakusumāṣṭakam |
āropya digbaliṃ dattvā sāpekṣaṃ svamanuṃ tataḥ || 108 ||

mūrtau tu śithilīkṛtya caṇḍaṃ liṅge'bhipūjayet |
nīlavarṇaṃ caturvaktraṃ prativaktraṃ trilocanam || 109 ||

p. 448)

caturbhujaṃ pradīptāsyaṃ jaṭājūṭenduśekharam |
akṣasrakchūlaṭaṅkāṃśca bibhrāṇaṃ ca kamaṇḍalum || 110 ||

nāgopavītakaṭakaraktavastrābhibhūṣitam |
evaṃ dhyātvā tu talliṅgādāhṛtyātmahṛdambuje || 111 ||

niveśyaiśe nijasthāne caṇḍaberaṃ śivālayam |
ādhāraśaktikamalapīṭhe saṃsthāpya taddhṛdi || 112 ||

svahṛtsthaṃ caṇḍamānīya nāḍīmārgeṇa vinyaset |
pūjayeccāsanārghyādikramānmukhyopacārakaiḥ || 113 ||

tadyathā -

caṇḍāsanaṃ namontaṃ syāccaṇḍamūrtiśca tādṛśī |
mūlamantraśca dhunyādiścaṇḍeśvarapadaṃ tataḥ || 114 ||

caturthyantaṃ śikhābījaṃ phaṭkāraśca namonvitaḥ |
aṅgāni caṇḍaśabdādyaṃ hṛdayādīnyanukramāt || 115 ||

caturthyantāni huṃphaṭ ca namontaṃ tāni pañcabhiḥ |
āsanādikramādiṣṭvā snānādyairupacārakaiḥ || 116 ||

nivedyaśivanirmālyaiḥ puṣpādyaistaṃ prapūjayet |
atha liṅgaṃ tu saṃsnāpya mantrānuddipya pūrvavat || 117 ||

saṃpūjya gandhapuṣpādyairnaivedyaṃ ca pradāya tu |
ācāryo madhyame kuṇḍe dadyādāhutisaptakam || 118 ||

tadyathā -

sthiro'tha vyāpakastadvadaprameyastataḥ param |
anādibuddho nityaśca tataḥ syādavinaśvaraḥ || 119 ||

nityatṛptaśca saptānte bhava svāheti yojitāḥ |
mantrāḥ syurebhirhutvājyamaibhireva śivaṃ spṛśet || 120 ||

sahasraṃ vā tadardhaṃ vā śataṃ vā juhuyād ghṛtam |
aghorāstravyāhṛtibhiḥ pūrṇāṃ ca juhuyāt punaḥ || 121 ||

kuṇḍebhyaḥ svasvamantrāgninudvāsya svahṛdambuje |
tathaiva śivakumbhāstre lokeśān dvāradevatāḥ || 122 ||

p. 449)

toraṇadhvajakumbhasthā drevatāśca visarjayet |
niśi bhūtabaliṃ dattvā snātvā mūrttidharaiḥ saha || 123||

śivaṃ pradakṣiṇīkṛtya namaskṛtya prasādayet |
tato hiraṇyavasanakṣetrabhūṣaṇavāhanaiḥ || 124||

ācāryaṃ toṣayitvādau vittaśāṭhyavivarjitaḥ |
taddaśāṃśena mūrttīśānadhyetṝṃśca tadardhataḥ || 125 ||

jāpakāṃśca tadardhena śuśrūṣūṃśca tadardhataḥ |
brāhmaṇān liṅgino bhaktān dīnāndhādīṃstathārthinaḥ || 126 ||

anyānapi yathāśakti toṣayet kanakādibhiḥ |
sarvasvenāthavārdhena tṛtīyāṃśena vātmanaḥ || 127 ||

pratiṣṭhāṃ yajamānastu kuryālliṅgasya bhaktitaḥ |
vittaśāṭhyena yaḥ kuryāt pratiṣṭhāṃ śaktimānapi || 128 ||

na sa tatphalamāpnoti pralobhākrāntamānasaḥ |
tatastu yajamānāya svasvakarmaphalārpaṇam || 129 ||

ācāryādyāstadā kuryuḥ sapuṣpasalilaiḥ karaiḥ |
tata kartā svaputrādyaiḥ svajanaiścābhisaṃvṛtaḥ || 130 ||

nityapūjādisiddhyarthaṃ vibhavaṃ tatra kalpayet |
ya evaṃ kurute bhaktyā prāsādādyāṃ svaśaktitaḥ || 131 ||

liṅgapratiṣṭhāṃ so'muṣmilloṁke kāmānabhīpsitān |
avāpya putramitrādyairante lokānabhipsitān || 132 ||

prāpnoti tadvimānādau yāvantaḥ paramāṇavaḥ |
tāvad varṣasahasrāṇi bhogān prāpya śivaṃ vrajet || 133 ||

itthaṃ pratiṣṭhā kathitendumaulejyeṣṭhādiliṅgābhyucitā yathāvat |
śreṣṭhāni tantrāṇi śivoditāni kāṣṭhāntamālocya bahuprakāram || 134 ||

iti śrīmadīśānaśivagurudevapaddhatau siddhāntasasare kriyāpāde pratiṣṭhāpaṭalaḥ saptacatvāriṃśaḥ ||

p. 450)

Praxis-Erläuterung
Dieses Kapitel wird als Teil einer zusammenhängenden Śaiva-Kriyā gelesen. Maße, Materialien, Mantras, Nyāsas und Reihenfolgen werden nicht aus moderner Praxis ergänzt; maßgeblich bleibt die überlieferte Kapitelordnung.


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Textgrundlage
Grundlage sind die vollständigen Projektfassungen des Kriyāpāda der Īśānāśivagurudeva Paddhati: Kapitel 1–30 nach M00018 und Kapitel 31–64 nach M00233, jeweils mit deutscher Übersetzung und IAST. Originale Kapitelzählung, Lesarten, Maße und Ritualreihenfolgen werden beibehalten.

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