Durga Nityarchana Krama
Durga Nityarchana Krama (Sanskrit: दुर्गानित्यार्चनक्रम durgānityārcanakrama m.), „Abfolge der täglichen Verehrung Durgās“, ist ein kompaktes tantrisches Ritualhandbuch zur täglichen Durgā-Pūjā. Die Muktabodha-Datei M00545 basiert auf dem NGMCP-Manuskript 5-6785, Reel B 368/28, und bezeichnet den Text ausdrücklich als Ritual Manual.
Die bereitgestellte digitale Fassung ist am Anfang unvollständig: Sie setzt erst auf Seite beziehungsweise Blatt 4 ein. Der überlieferte Teil entfaltet jedoch einen bemerkenswert geschlossenen Ritualweg – von Tarpaṇa, Vibhūti und Bhūtaśuddhi über Kundalini, Sushumna, Prāṇapratiṣṭhā und Mātṛkā-Nyāsa bis zur eigentlichen Durgā-Yantra-Pūjā, Āvaraṇa-Verehrung, Naivedya, Ārātrika und schließlich zur vollständigen Ātma-Samarpaṇa.



Bedeutung des Durga Nityarchana Krama
Nityārcana bedeutet regelmäßige, tägliche Verehrung. Krama ist eine Abfolge oder festgelegte Ordnung. Das Werk beschreibt daher nicht nur einzelne Mantras, sondern einen zusammenhängenden Ritualprozess.
Besonders charakteristisch ist die Verbindung von drei Ebenen:
- Körper und Yoga: Bhūtaśuddhi, Prāṇa, Kuṇḍalinī, Suṣumṇā und Chakras;
- Mantra und Nyāsa: Prāṇapratiṣṭhā, Mātṛkā, Bījas und Ṣaḍaṅga;
- Bhakti und Pūjā: Durgā-Yantra, Āvaraṇa, Dhūpa, Dīpa, Naivedya und Ātma-Samarpaṇa.
Die äußere Verehrung wird dadurch Schritt für Schritt mit einer inneren Identifikation mit der Göttin verbunden.
Hinweis zur Textgrundlage
Die Muktabodha-Transkription beginnt erst mit dem erhaltenen Abschnitt auf Seite/Blatt 4. Ein davor liegender Teil des Rituals fehlt in der gelieferten Quelle. Dieser Artikel ergänzt den verlorenen Anfang nicht aus anderen Texten. Ab dem erhaltenen Einsatz wird der gesamte in den beiden bereitgestellten Dateien vorhandene Text wiedergegeben.
Vollständiger deutscher Text
Erhaltener Beginn – Tarpaṇa, Sonne, Iṣṭa-Devatā und Āsana
Die erhaltene Muktabodha-Fassung setzt mitten im Ritual ein. Zunächst wird Durgā dreimal mit Tarpaṇa geehrt; anschließend wird einmal ihre ganze Gefolgschaft gesättigt. Danach verneigt sich der Übende vor seiner eigenen Iṣṭa-Devatā und vor der Sonne.
Nach dem Verlassen des Wassers werden reine, gewaschene Gewänder angelegt. Der Sitz wird mit dem Mantra an die Ādhāra-Śakti, die auf dem Lotus sitzt, verehrt.
Dann folgt die bekannte Āsana-Stuti: „O Erde, von dir werden die Welten getragen; du selbst wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich, o Göttin, und heilige diesen Sitz.“ Danach setzt sich der Sādhaka auf den verehrten Sitz.
Vibhūti und die fünf Gesichter Śivas
Nun wird Vibhūti, heilige Asche, getragen. Dabei werden die fünf Śiva-Aspekte Sadyojāta, Vāmadeva, Aghora, Tatpuruṣa und Īśāna verschiedenen Körperstellen zugeordnet: Haupt, Stirn, Brust sowie rechter und linker Arm.
Danach wird links die Guru-Linie verehrt: Guru, Parama-Guru und Parāpara-Guru. Rechts beziehungsweise im weiteren Raum folgen Gaṇeśa und auf dem Scheitel die Durgā-Gottheit.
Reinigung der Hände, Digbandha und Feuerkreis
Mit einem Schutzmantra und mit Duft und Blumen werden die Hände gereinigt. Es folgen dreifache Tālās und ein Digbandha in die zehn Richtungen. Mit dem Bīja raṃ wird ein Feuerwall aus Wasser visualisiert, der den rituellen Raum schützt.
Bhūtaśuddhi – der Körper wird zum heiligen Raum
Der Sādhaka hält die Hände geöffnet auf dem Schoß und visualisiert mit dem Haṃsa-Mantra den Jīvātman als kleine Flamme. Diese Flamme wird gemeinsam mit der im Mūlādhāra ruhenden Kuṇḍalinī auf dem Weg der Suṣumṇā nach oben geführt.
Dabei werden sechs Chakras durchschritten: Mūlādhāra, Svādhiṣṭhāna, Maṇipūra, Anāhata, Viśuddha und Ājñā. Schließlich wird der Jīvātman in das Parātman-Prinzip im nach unten geöffneten tausendblättrigen Lotus des Hauptes hineingeführt.
Die fünf Element-Maṇḍalas im Körper
Vom Fuß bis zum Knie wird ein gelbes, quadratisches Erd-Maṇḍala mit dem Bīja laṃ meditiert.
Vom Knie bis zum Nabel erscheint das Wasser-Maṇḍala: halbmondförmig, weiß und mit dem Bīja vaṃ.
Vom Nabel bis zum Herzen folgt das Feuer-Maṇḍala: dreieckig, rot und mit raṃ.
Vom Herzen bis zwischen die Augenbrauen wird das Luft-Maṇḍala meditiert: rauchfarben, kreisförmig und mit yaṃ.
Vom Brauenraum bis zum Brahmarandhra erscheint das Raum-Maṇḍala: kreisförmig, blau und mit haṃ.
Auflösung der vierundzwanzig Tattvas
Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum; Geruch, Geschmack, Form, Berührung und Klang; Nase, Zunge, Auge, Haut und Ohr; Sprache, Hand, Fuß, Ausscheidungs- und Fortpflanzungsorgan; Prakṛti, Manas, Buddhi und Ahaṃkāra – diese vierundzwanzig Tattvas werden der Reihe nach in ihre Ursachen zurückgeführt und aufgelöst.
Atemfolge mit Vāyu-, Agni-, Candra-, Varuṇa- und Pṛthvī-Bīja
Mit dem rauchfarbenen Vāyu-Bīja yaṃ wird durch das linke Nasenloch eingeatmet. Sechzehn Wiederholungen begleiten das Einatmen; mit vierundsechzig Wiederholungen wird der Atem gehalten. Dabei wird der dunkle „Pāpa-Puruṣa“, das Bild karmischer Unreinheit, ausgetrocknet. Mit zweiunddreißig Wiederholungen wird durch das rechte Nasenloch ausgeatmet.
Danach wird im rechten Nasenloch das rote Feuer-Bīja raṃ meditiert. Wieder folgen sechzehn Wiederholungen beim Einatmen und vierundsechzig beim Halten. Der alte Körper samt Pāpa-Puruṣa wird im inneren Feuer verbrannt. Mit zweiunddreißig Wiederholungen wird die Asche durch das linke Nasenloch ausgeatmet.
Anschließend wird ein weißes Mond-Prinzip zur Stirn geführt. Durch das Varuṇa-Bīja vaṃ strömt aus diesem inneren Mond Nektar. Aus diesem Nektar, der als Mātṛkā-Lautkraft verstanden wird, wird der ganze Körper neu aufgebaut.
Mit laṃ wird der neue Körper gefestigt. Mit haṃ wird der Raum-Aspekt erinnert. Schließlich werden mit so'ham Jīvātman, Kuṇḍalinī und die vierundzwanzig Tattvas wieder an ihren jeweiligen Orten eingesetzt.
Prāṇapratiṣṭhā – Wiederbelebung des geheiligten Körpers
Nun folgt die Prāṇapratiṣṭhā. Als Ṛṣis werden Brahmā, Viṣṇu und Maheśvara genannt; als Chandas Ṛg-, Yajur- und Sāma-Veda; Devatā ist Prāṇa-Śakti. Āṃ ist Bīja, hrīṃ die Śakti und kroṃ das Kīlaka.
Diese Elemente werden an Kopf, Mund, Herz, Genitalbereich, Füße und ganzen Körper gelegt.
Kara- und Aṅga-Nyāsa der Elemente, Sinne und Kräfte
Die Sanskrit-Lautgruppen werden systematisch den fünf Elementen, Sinnesqualitäten, Sinnesorganen, Handlungsorganen sowie mentalen Funktionen zugeordnet. Dieselben Lautgruppen werden zunächst an die Finger und dann an Herz, Haupt, Haarspitze, Schutzmantel, drei Augen und die Waffe gelegt.
Die Formel verbindet dabei Mātṛkā, Kosmos und Körper: Der Körper des Sādhaka wird zum verdichteten Universum.
Lebensformel: „Mein Jīva sei hier gegenwärtig“
Mit einer langen Bīja-Folge und Haṃsa-Formeln legt der Übende die Hand auf das Herz. Er erklärt: „Mein Jīva ist hier gegenwärtig.“ Danach werden alle Sinne, Sprache, Geist, Auge, Ohr, Geruchssinn und Prāṇa eingeladen, zu kommen und lange in Wohlsein zu verweilen.
Antar-Mātṛkā-Nyāsa
Es folgt die innere Mātṛkā-Vidyā. Brahmā ist Ṛṣi, Gāyatrī das Chandas, Mātṛkā die Devatā. Die Konsonanten gelten als Bījas, die Vokale als Śaktis.
Nach Finger- und Aṅga-Nyāsa werden die Laute in die Chakras gelegt:
Im Viśuddha-Cakra mit sechzehn Blättern die sechzehn Vokale.
Im zwölfblättrigen Anāhata die Lautreihe von kaṃ bis ṭhaṃ.
Im zehnblättrigen Maṇipūra die Reihe von ḍaṃ bis phaṃ.
Im sechsblättrigen Svādhiṣṭhāna baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ.
Im vierblättrigen Mūlādhāra vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ.
Im zweiblättrigen Ājñā-Cakra haṃ kṣaṃ.
Dhyāna der Vāgdevatā
Die Göttin der Sprache wird als dreiaugige, strahlende Gestalt meditiert. Die fünfzig Buchstaben bilden symbolisch ihre Glieder. Sie trägt in ihren Lotushänden Mudrā, Akṣamālā, einen mit Nektar gefüllten Krug und Vidyā. Eine Mondsichel schmückt ihr Haupt.
Sṛṣṭi-Mātṛkā-Nyāsa
Nach dem inneren Mātṛkā-Nyāsa folgt der Sṛṣṭi-Mātṛkā-Nyāsa. Wieder werden Brahmā, Gāyatrī, Mātṛkā-Sarasvatī, die Konsonanten als Bījas und die Vokale als Śaktis genannt.
Nun werden die einzelnen Sanskritlaute auf den sichtbaren Körper verteilt: Kopf, Mund, Augen, Ohren, Nasenöffnungen, Wangen, Lippen, Zahnreihen, Arme, Hände, Finger, Beine, Knie, Knöchel, Zehen, Flanken, Rücken, Nabel, Bauch, Herz, Schultern und schließlich ganze Körperachsen.
Der menschliche Körper wird auf diese Weise zum lebendigen Schriftkörper der Devī.
Übergang zur eigentlichen Durgā-Pūjā
Nach dem Nyāsa der jeweiligen Mūla-Mantra-Rṣi-, Chandas- und Devatā-Zuordnungen beginnt die Pūjā.
Mit duṃ werden Ātma-Tattva, Vidyā-Tattva und Śiva-Tattva verehrt. Danach wird eine Lampe entzündet und mit einer Hymne an den unendlichen tausendgestaltigen Puruṣa verehrt.
Kalaśa, Gaṇeśa, Varuṇa, Navagrahas und Mātṛkās
Ein Kalaśa wird aufgestellt. An seinem Bereich wird Gaṇeśa angerufen und verehrt; am Gefäßmund Varuṇa. Danach folgen die neun Planeten und die sechzehn Mütter von Gaurī an.
Der Sādhaka formuliert seinen Saṅkalpa: Zur Freude seiner Iṣṭa-Devatā und zur Erlangung des Gewünschten will er Śrī Durgā mit den verfügbaren Upacāras verehren.
Arghya-Maṇḍala – Feuer, Sonne und Mond
Vor dem Übenden wird links ein Maṇḍala aus Dreieck, Sechseck, Kreis und Quadrat gezeichnet. Ādhāra-Śakti wird mit Blumen und Akṣata verehrt.
Dann wird das Arghya-Gefäß auf einer Tripadikā aufgestellt. Zuerst werden Agni und seine zehn Kalās verehrt, danach Sūrya und seine zwölf Kalās.
Das Gefäß wird mit reinem Wasser gefüllt, während die Sanskrit-Laute in umgekehrter Reihenfolge von Kṣa bis A rezitiert werden.
Anschließend wird Candra mit seinen sechzehn Kalās angerufen; das Wasser gilt nun als Amṛta.
Anrufung der heiligen Flüsse
Die bekannten heiligen Flüsse werden angerufen: Gaṅgā, Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī. Sie sollen in diesem Wasser gegenwärtig sein.
Mit Aṅkuśa-Mudrā und einem weiteren Mantra werden die Tīrthas in das Wasser eingeladen. Darin wird die Devatā meditiert und dreimal mit dem Mūla-Mantra verehrt.
Das Wasser wird durch Matsya-, Dhenu-, Yoni- und Śaṅkha-Mudrā weiter geheiligt.
Reinigung durch Erinnerung an das Göttliche
Mit der bekannten Formel „Ob unrein oder rein, in welchem Zustand auch immer – wer Puṇḍarīkākṣa erinnert, wird innen und außen rein“ werden Pūjā-Materialien und der eigene Körper besprengt.
Saṅkalpa zur Durgā-Pūjā
Noch einmal werden Ort, Zeit, Monat, Tithi und Wochentag innerlich erinnert. Der Sādhaka nennt symbolisch Gotra und Namen und erklärt: Zur Freude der Iṣṭa-Devatā und für die Erfüllung heilsamer Wünsche vollziehe ich die Pūjā der ehrwürdigen Durgā.
Durgā-Yantra
Nun wird mit Sandelholz ein Yantra gezeichnet: ein achtblättriger Lotus mit Zentrum und äußerem Bhūpura.
In den Kesara-Bereichen werden acht beziehungsweise neun Kräfte verehrt: Prabhā, Māyā, Jayā, Sūkṣmā, Viśuddhā, Nandinī, Suprabhā, Vijayā und Sarvasiddhidā.
Im Zentrum wird der große Löwe verehrt, mit Vajra-Klauen und -Zähnen und als Waffenträger der Göttin.
Āvāhana der Durgā
Die in der Meditation beschriebene Durgā wird angerufen und durch Prāṇapratiṣṭhā belebt.
Das Gebet lautet: „O Herrin der Götter, für die Hingebung leicht zugänglich, von deinem Gefolge umgeben: Solange ich dich verehre, mögest du hier beständig gegenwärtig bleiben.“
Bade- und Upacāra-Pūjā
Das Durgā-Yantra erhält Pādya, Arghya, Ācamana, Madhuparka, reines Wasser, Udvartana, Bad und erneutes Ācamana.
Danach folgen Gewand, Duft, Akṣata, Sindūra und Blumen. Mit dem Mūla-Mantra werden fünf Puṣpāñjalis dargebracht.
Ṣaḍaṅga-Mantras der Durgā
Die sechs Glieder der Göttin werden mit Formen von hrāṃ/hrīṃ/hrūṃ/hraiṃ/hrauṃ zusammen mit hrīṃ duṃ durgāyai verehrt: Herz, Haupt, Śikhā, Kavaca, drei Augen und Astra.
Acht Kräfte auf den Lotusblättern
Auf den Blättern werden Jayā, Vijayā, Kīrti, Prīti, Pramā, Śraddhā, Medhā und Śruti verehrt.
An den Blattspitzen erscheinen acht Waffen: Śaṅkha, Cakra, Gadā, Khaḍga, Pāśa, Aṅkuśa, Śara und Cāpa.
Richtungswächter und Waffen
Außerhalb des Lotus werden Indra, Agni, Yama, Nirṛti, Varuṇa, Vāyu, Kubera und Īśāna verehrt. Brahmā und Ananta erhalten Zwischenpositionen.
Dann werden Vajra, Śakti, Daṇḍa, Khaḍga, Pāśa, Aṅkuśa, Gadā, Triśūla, Padma und Cakra verehrt.
Gebet nach der Āvaraṇa-Pūjā
Der Sādhaka bittet die zufluchtliebende Göttin: „Schenke mir die gewünschte Vollendung. In Hingabe bringe ich dir die gesamte Āvaraṇa-Verehrung dar.“
Dhūpa, Dīpa und Glocke
Räucherwerk wird nach Reinigung des Gefäßes der mit allen Gliedern und ihrem Gefolge gegenwärtigen Durgā dargebracht.
Die Glocke wird mit einer Formel an die Mutter des Weltklanges verehrt. Während sie mit der linken Hand geläutet wird, wird der Dhūpa vom Fuß bis zum Nabel, das Licht vom Fuß bis zu den Augen geführt. Räuchergefäß und Lampe werden entsprechend links und rechts der Gottheit platziert.
Naivedya
Nun werden Wasser, Ghee, Pāyasa oder andere vorhandene Speisen gebracht. Nach Ācamana wird das Naivedya besprengt, achtmal mit dem Mūla-Mantra versehen und durch Dhenu-Mudrā als Amṛta geheiligt.
Der Sādhaka berührt das Gefäß, stellt sich vor, dass Licht aus dem Mund der Göttin hervorgeht, und bringt die Speise der mit allen Gliedern und ihrem Gefolge gegenwärtigen Durgā dar.
Mit der rechten Hand werden die fünf Prāṇa-Mudrās gezeigt. Danach erhält die Göttin erneut Ācamana.
Japa, Nirmālya und königliche Upacāras
Nach Japa des Mūla-Mantras wird ein Teil des Naivedya der Śeṣikā beziehungsweise Nirmālya-Bhojinī im Nordostbereich gegeben.
Danach folgen Tāmbūla, Schirm, Cāmara, Spiegel und Ārātrika.
Ātma-Samarpaṇa – der ganze Mensch wird zur Gabe
Nun erreicht das Ritual seinen inneren Höhepunkt.
Buddhi mit ihren Vāsanās wird als Spiegel dargebracht. Die Bewegungen des Geistes werden als Tanz verstanden. Klang wird zu Musik. Die Lotusblätter werden zu Schirmen.
Die Suṣumṇā wird als Banner gedacht, die Prāṇas als Cāmaras. Ahaṃkāra wird zum Elefanten, Dynamik zum Wagen, die Sinne zu Pferden, ihre Objekte zum Weg. Manas ist der Zügel und Viveka der Wagenlenker.
Alles andere wird ebenfalls als Zubehör der Göttin verstanden.
Die innerste Pūjā
Dann folgt ein besonders schöner Vers:
„Mögen meine Sinne deine Blumen sein, o Göttin; der Guru sei der Duft, dieser Körper der Räucherstoff, das Herz die Lampe. Prāṇa und das innere Ich werden zu den weiteren Gaben. Möge nun dieser Jīva selbst die Frucht der Pūjā werden.“
Hier wird äußere Pūjā vollständig verinnerlicht. Nicht nur Blumen und Licht werden geopfert – der eigene Jīva wird zur Gabe.
Gebete an Durgā
Es folgen mehrere kurze Gebete.
Die mit Kuṅkuma und Sandelholz verehrte Durgā wird angerufen; der Vers endet mit der Zufluchtsformel „Durgā, ich habe bei dir Zuflucht genommen.“
Dann bittet der Sādhaka: „Gib mir Schönheit, gib mir Sieg, gib mir Glück, o Bhagavatī. Gib mir Kinder, gib mir Reichtum, gib mir alle erwünschten Güter.“
Schließlich wird sie angerufen als Mahiṣa-Töterin, Mahāmāyā, Cāmuṇḍā und Muṇḍamālinī. Sie möge Lebensdauer, Gesundheit und Fülle schenken.
Vollständige Selbsthingabe
Mit Wasser in der Hand wird alles, was zuvor im Wach-, Traum- und Tiefschlafzustand durch Geist, Sprache und Handlung, durch Hände, Füße, Leib und Körperfunktionen gedacht, gesagt oder getan wurde, Śrī Durgā dargebracht.
Damit wird die Pūjā zu einer vollständigen Selbstübergabe.
Pradakṣiṇā, Namaskāra und Rückführung der Göttin
Nach Pradakṣiṇā und Verneigung wird das Arghya-Gefäß geehrt.
Mit Saṃhāra-Mudrā wird die Göttin gebeten: „Gehe, gehe zum höchsten Ort, zu deinem eigenen Sitz, o höchste Herrin, zu jenem höchsten Zustand, den selbst Brahmā und die anderen Götter nicht kennen.“
Doch sie wird nicht einfach „fortgeschickt“. Die im Yantra und in der Blume gegenwärtig gedachte Lichtgestalt wird an die Nase geführt und über den Atemweg in das Herz zurückgenommen.
Damit führt der Text die äußere Pūjā in eine innere Rückführung zur Herzmitte.
Der Sādhaka spricht sinngemäß: Möge Śrī Bhagavatī Durgā durch diese Pūjā erfreut sein. Er trägt Tilaka, nimmt Caraṇodaka und etwas Naivedya zu sich und meditiert schließlich, dass Durgā nicht von seinem eigenen tiefsten Selbst getrennt ist.
So endet der erhaltene Abschnitt des Nityārcana-Krama.
Śubham – möge es glückverheißend sein.
Hinweis zu Schreibvarianten der Quelle
Die Muktabodha-Dateien enthalten einzelne ungewöhnliche Schreibungen und kleine Inkonsistenzen, etwa bei Lautfolgen, Bīja-Schreibung und einzelnen Wörtern. Diese werden im vollständigen Sanskritteil nicht stillschweigend vereinheitlicht. Normalisierte Formen erscheinen nur in erklärenden deutschen Abschnitten, wenn der Zusammenhang eindeutig ist.
Vollständiger Sanskrittext in Umschrift
Die folgende Umschrift gibt den gesamten erhaltenen Muktabodha-Text ab dem vorhandenen Einsatz wieder. Technische Seitenmarker wurden nur in der Wiki-Darstellung entfernt; der Sanskritwortlaut selbst bleibt erhalten.
durgādevīṃ tarpayāmi | iti triḥ tarpaṇaṃ datvā | śrīdurgāparivarāṃstarpayāmi
iti sakṛtsaṃtarpya | sveṣṭadevatāṃ sūryaṃ ca praṇamet | tato jalāduttiryadhauta
vastrāṇi paridhāya | hrīṃ ādhāraśakti kamalāsanāya namaḥ | ityāsanaṃ
saṃpūjya |
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devitvaṃ viṣṇunā dhṛtā ||
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam || 1 ||
iti stutvā | āsane upaviśya |
p. 5a)
vibhūti dhāraṇaṃ kuryāt | tadyathā | hauṃ sadyojātāya namaḥ śivāya śirasi |
hauṃ vāmadevāya namaḥ śivāya lalāṭe | hauṃ aghorāya namaḥ śivāya
vakṣasi | hauṃ tatpuruṣāya namaḥ śivāya dakṣiṇavāhau | hauṃ īśānāya
namaḥ śivāya vāmavāhau | iti maṃtreṇa vibhūti dhāraṇaṃ kṛtvā | vāme
śrīgurubhyo namaḥ | paramagurubhyo namaḥ | parāparagurubhyo namaḥ dakṣiṇe |
p. 5b)
gaṃ gaṇeśāya namaḥ | mūrddhni śrīdurgādevatāyai namaḥ | iti nasvā | phaḍiti
maṃtreṇa gandhapuṣpābhyāṃ karau saṃśodhya ūrddhorddhvatālatrayaṃ
datvā | choṭikābhirdaśadigbandhanaṃ vidhāya | ramiti maṃtreṇa jaladhārayā
vahniprākāraṃ vicintya | bhūtaśuddhiṃ kuryāt | tadyathā | aṃke uttānau karau
kṛtvā | haṃ sa iti maṃtreṇa jīvātmānaṃ dīpakalikākāraṃ |
p. 6a)
mūlādhārāvasthita kuṃḍalinyā saha suṣumṇāvarttmanā mūlādhāra
svādhiṣṭhāna maṇipūraka anāhata viśuddhājñākhya ṣaṭcakrāṇi bhitvā
śirovasthitādhomukha sahasradalakamalakarṇikāntargata parātmani saṃyojya |
svaśarīre pādādi jānuparyantaṃ caturasraṃ pītavarṇaṃ vajralāṃchitaṃ laṃ
bījaṃ pārthivamaṇḍalaṃ dhyāyet | jānvādi nābhiparyantaṃ
p. 6b)
arddhacandrākāraṃ śubhraṃ padmadvayāṃkitaṃ vaṃ bījaṃ jalamaṃḍalaṃ
dhyāyet | nābherhṛdayaparyantaṃ trikoṇaṃ svastikāṃkitaṃ raktavarṇaṃ raṃ
bījaṃ vahnimaṇḍalaṃ dhyāyet | hṛdayādbhrūmadhyaparyantaṃ dhūmravarṇaṃ
vartulaṃ ṣaḍbindu lāṃchitaṃ yaṃ bījaṃ vāyumaṃḍalaṃ dhyāyet |
bhrūmadhyādbrahmarandhraparyantaṃ vartulaṃ nīlavarṇaṃ haṃ bījaṃ
gaganamaṇḍalaṃ dhyāyet | tataḥ pṛthivyaptejo
p. 7a)
vāyvākāśagandharasarūpasparśaśabdanāsikājihvācakṣustvak
śrotravākpāṇipādapāyūpastha prakṛti manobuddhi ahaṃkāreti caturviṃśati
tatvāni kāraṇakrameṇa tatraivalīnāni vibhāvya | yaṃ iti dhūmravarṇaṃ
vāyubījaṃ vāmanāsāpuṭe vicintya | tasya ṣoḍaśavārajapena dehamāpūrya
nāsāpuṭau dhṛtvā catuḥṣaṣṭivāra japena kuṃbhakaṃ kṛtvā |
p. 7b)
vāmakukṣistha kṛṣṇavarṇa pāpapuruṣe sahadehaṃ saṃśoṣya
dvātriṃśadvārajapena dakṣanāsayā vāyurecayet | dakṣanāsāpuṭe ramiti
vahnibījaṃ raktavarṇaṃ dhyātvā | tasya ṣoḍaśavārajapena dehamāpūrya
nāsāpuṭau dhṛtvā | catuḥṣaṣṭivārajapena kuṃbhakaṃ kṛtvā | pāpena
sahadehaṃ dagdhvā tasya dvātriṃśadvārajapena vāmanāsayā bhasmanā
vāyuṃ recayet | yamiti candrabīje śuklavarṇaṃ vāmanāsikāyāṃ
p. 8a)
dhṛtvā ṣoḍaśavārajapena lalāṭe candraṃ nītvā vamiti varuṇabījasya
catuḥṣaṣṭivārajapena tasmāt lalāṭacandrākulitasudhayā mātṛkāvarṇātmikayā
samastadehaṃ viracayya | lamiti pṛthvībījasya dvātriśadvārajapena dehaṃ
sudṛḍhaṃ
p. 8b)
vibhāvya dakṣiṇanāsāpuṭena vāyuṃ recayet | tatohaṃ iti ākāśabījaṃ smaran
sarvāṇyaṃgāni racitāni vibhāvayet | tataḥ sohamiti maṃtreṇa kuṃḍalinyā saha
jīvātmānaṃ caturviṃśati tatvāni ca svasvasthānasthitāni vibhāvya |
prāṇapratiṣṭhāṃ kuryāt | tadyathā | asya śrīprāṇapratiṣṭhā maṃtrasya
brahmaviṣṇumaheśvarā ṛṣayaḥ ṛgyajuḥsāmāni
p. 9a)
chandāṃsi prāṇaśaktirdevatā āṃ bījaṃ hrīṃ śaktiḥ kroṃ kīlaṃ
prāṇasthāpane viniyogaḥ | śirasi brahmaviṣṇumaheśvarebhyo ṛṣibhyo namaḥ
mukhe | ṛgyajuḥsāmabhyaśchandobhyo namaḥ hṛdi | prāṇaśaktyai devatāyai
namaḥ guhye | āṃ bījāya namaḥ pādayoḥ | hrīṃ śaktaye namaḥ sarvāṃge |
kroṃ kīlakāya namaḥ | aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ nabhovāyvagnivāri
bhūmyātmane
p. 9b)
aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ | iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ṅaṃ īṃ
śabdasparśarūparasagandhātmane tarjanībhyāṃ svāhā |
uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śrotratvaṅnayanajihvāghrāṇātmane
madhyamābhyāṃ vaṣaṭ | eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ
vākpāṇipādapāyupasthātmane anāmikābhyāṃ huṃ | oṃ paṃ phaṃ baṃ
bhaṃ maṃ auṃ vaktavyādānagamanavisargānandātmane kaniṣṭhikābhyāṃ
vauṣaṭ | aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ
p. 10a)
kṣaṃ aṃḥ manobuddhyahaṃkāra cittavijñānātmane
karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ | aṃ kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ nabho
vāyvagnivāribhūmyātmane hṛdayāya namaḥ | iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ
īṃ śabdasparśarūparasagaṃdhātmane śirase svāhā |
uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śrotratvaṅnayanajihvāghrāṇātmane
śikhāyai vaṣaṭ | eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ
vākpāṇipādapāyūpasthātmane kavacāya huṃ | oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ
auṃ
p. 10b)
vaktavyādānavisargānandātmane netratrayāya vauṣaṭ | oṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ
śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ kṣaṃ aṁ manobudhyahaṃkāracintātmane astrāya phaṭ | iti
nyāsaṃ kṛtvā | siṃhasthā iti | hṛdaye hastaṃ nidhāya āṁ hrīṁ kroṁ yaṃ raṃ laṃ
vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṁ oṃ kṣaṃ saṃ haṃ saḥ hrīṁ oṃ haṃ saḥ mama jīva iha
sthitaḥ | āṁ hrīṁ kroṁ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṁ aṃ saṃ haṃ saḥ oṃ
haṃ saḥ mama
p. 11a)
sarvendriyāṇi | āṁ hrīṁ kroṁ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ hoṁ aṃ kṣaṃ saṃ
haṃ saḥ hrīṁ oṃ haṃ saḥ mama vāṅmanaścakṣuśrotraghrāṇaprāṇā ityāgatya
sukhaṃ ciraṃ tiṣṭhantu svāhā | oṃ kṣaṃ saṃ haṃ saḥ hrīṁ oṃ iti
p. 11b)
prāṇapratiṣṭhāṃ kṛtvā | antarmātṛkā nyāsaṃ kuryāt | tadyathā | asya śrī
aṃtarmātṛvidyāyāḥ brahmā-ṛṣirgāyatrīchandaḥ antarmātṛkādevatā halbhyo
bījāni svarāḥ śaktayaḥ mātṛkānyāse viniyogaḥ | śirasi brahmaṇe ṛṣaye
namaḥ | mukhe gāyatrīchandase namaḥ | hṛdi mātṛkāyai devatāyai namaḥ | guhye
halbhyo bījebhyo namaḥ | pādayoḥ svarebhyaḥ
p. 12a)
śaktibhyo namaḥ sarvāṅge | avyaktāya kīlakāya namaḥ | aṃ kaṃ khaṃ gaṃ
ghaṃ ṅaṃ āṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ | iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ
tarjanībhyāṃ svāhā | uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ madhyamābhyāṃ
vaṣaṭ | eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ aiṃ anāmikābhyāṃ hum | oṃ paṃ phaṃ
baṃ bhaṃ maṃ auṃ kaniṣṭhikābhyāṃ vauṣaṭ | aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ
śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aṃḥ karatalakarapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ | aṃ kaṃ
khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ āṃ hṛdayāya namaḥ | iṃ caṃ chaṃ jaṃ jhaṃ ñaṃ īṃ
śirase svāhā |
p. 12b)
uṃ ṭaṃ ṭhaṃ ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ ūṃ śikhāyai vaṣaṭ | eṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ
naṃ aiṃ kavacāya huṃ | oṃ paṃ phaṃ baṃ bhaṃ maṃ auṃ netratrayāya
vauṣaṭ | aṃ yaṃ raṃ laṃ vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ haṃ laṃ kṣaṃ aṃḥ astrāya
phaṭ ||
dhyānam ||
paṃcāśallipibhirvibhakta mukhadoḥ yanmadhyavakṣasthalāṃ
bhāsvanmaulinibaddha candraśakalāmāpīna tuṅgastanīm ||
mudrāmakṣaguṇaṃ sudhāḍhyakalaśaṃ vidyāṃ ca hastāmbujair
p. 13a)
vibhrāṇāṃ viśada prabhāṃ trinayanāṃ vāgdevatāmāśraye || 1 ||
iti dhyātvā |
kaṃṭhadeśe ṣoḍaśadalakamale viśuddhacakre aṃ āṃ iṃ īṃ uṃ ūṃ ṛṃ ṝṃ
ḷṃ ḹṃ eṃ aiṃ oṃ auṃ aṃ aḥ prādakṣiṇyena manasā vinyaset | hṛdi |
anāhatacakre dvādaśadalakamale | kaṃ khaṃ gaṃ ghaṃ ṅaṃ caṃ chaṃ jaṃ
jhaṃ ñaṃ ṭaṃ ṭhaṃ iti vinyaset | nābhau | maṇipūracakre daśadalakamale
| ḍaṃ ḍhaṃ ṇaṃ taṃ thaṃ daṃ dhaṃ naṃ paṃ phaṃ iti vinyaset | liṃgadeśe |
svādhiṣṭhāna caktre
p. 13b)
ṣaḍdalakamale baṃ bhaṃ maṃ yaṃ raṃ laṃ iti nyaset | gudadvāre |
mūlādhāracakre caturdalakamale | vaṃ śaṃ ṣaṃ saṃ iti nyaset | bhrūmadhye |
ājñācakre dvidalakamale | haṃ kṣaṃ iti nyaset | ityantarmātṛkānyāsaṃ
vidhāya | sṛṣṭimātṛkānyāsaṃ kuryāt | tadyathā |
asya śrīsṛṣṭimātṛkā sarasvatī maṃtrasya brahmā-ṛṣirgāyatrīchando
mātṛkāsarasvatīdevatā halbhyo bījāni svarāḥ śaktayaḥ
p. 14a)
sṛṣṭimātṛkānyāse viniyogaḥ | nyāsa dhyānaṃ ca antarmātṛkā vadatrāpi
kṛtvā nyaset | aṃ namaḥ śirasi | āṃ namo mukhe | iṃ namo dakṣiṇanetre | īṃ
namo vāmanetre | uṃ namo dakṣiṇakarṇe | ūṃ namo vāmakarṇe | ṛṃ namo
dakṣiṇanāsikāyāṃ | ṝṃ namo vāmanāsikāyāṃ | ḷṃ namo dakṣiṇakapole
| ḹṃ namo vāmakapole | eṃ nama ūrddhvoṣṭhe | aiṃ namaḥ adharoṣṭhe | oṃ
namaḥ ūrddhvadantapaṃktau |
p. 14b)
auṃ namaḥ adhodantapaṃktau | aṃ namaḥ śirasi | aṃḥ namaḥ mukhe | kaṃ namo
dakṣabāhumūle | khaṃ namaḥ kūrpare | gaṃ namo maṇibandhe | ghaṃ namaḥ
aṃgulimūle | ṅaṃ namaḥ aṃgulyagre | caṃ namo vāmabāhumūle | chaṃ
namaḥ kūrpare | jaṃ namo maṇibandhe | jhaṃ namaḥ aṃgulimūle | ñaṃ namaḥ
aṃgulyagre | ṭaṃ namo dakṣiṇapādamūle | ṭhaṃ namo jānuni | ḍaṃ namaḥ
gulphe | ḍhaṃ namaḥ aṃgulimūle | ṇaṃ namaḥ aṃgulyagre |
p. 15a)
taṃ namo vāmapādamūle | thaṃ namo jānuni | daṃ namo gulphe | dhaṃ namaḥ
aṃgulimūle | naṃ namaḥ aṃgulyagre | paṃ namo dakṣiṇakukṣau | phaṃ namo
vāmakukṣau | baṃ namaḥ pṛṣṭhe | bhaṃ namo nābhau | maṃ namaḥ udare | yaṃ
namo hṛdi | raṃ namo dakṣāṃse | laṃ namaḥ kakudi | vaṃ namo vāmāṃse |
śaṃ namo hṛdayādidakṣiṇabāhau | ṣaṃ namo hṛdayādivāmabāhau | saṃ namo
hṛdayādidakṣiṇapāde | haṃ namo hṛdayādi vāmapāde | laṃ
p. 15b)
namo hṛdayādi udare | kṣaṃ namo hṛdayādi mukhe | iti sṛṣṭimātṛkānyāsaṃ
vidhāya |
svamūlamaṃtrokta ṛṣyādi nyāsa japādikaṃ kṛtvā | pūjāṃ kuryāt | tadyathā |
duṃ ātmatatvāya namaḥ | duṃ vidyātatvāya namaḥ | duṃ śivatatvāya namaḥ |
ityācamya | dīpaṃ prajvālya |
namostvanantāya sahasramūrtaye sahasrapādākṣiśiroruvāhave ||
sahasranāmne puruṣāya sāsvate sahasrakoṭi yugadhāriṇe namaḥ || 2 ||
p. 16a)
iti dīpaṃ saṃpūjya | kalaśaṃ saṃsthāpya | skaṃdhadeśe | gaṃ gaṇeśāya
namaḥ | iti gaṇeśamāvāhya saṃpūjya | kalaśamukhe | vaṃ varuṇāya namaḥ |
ityāvāhya pūjayet | tatraiva | sūryādi navagrahān | gauryādi ṣoḍaśamātṛ
āvāhya pūjayet | tatsaditi māsapakṣādyullikhya | yathānāmagotraḥ
yathānāmavarmā ahaṃ mama iṣṭadevatā prītidvārā sakalābhīṣṭasiddhaye
yathā militopacāraiḥ
p. 16b)
śrīdurgādevatāyāḥ pūjanamahaṃ kariṣye | iti saṃkalpaṃ
vidhāyārghasthāpanaṃ kuryāt | tadyathā | svāgrataḥ kiṃcidvāmabhāge |
candanādinā trikoṇaṣaṭkoṇavṛtta caturasrātmakaṃ maṃḍalaṃ kṛtvā
puṣpākṣataiḥ ādhāraśaktaye namaḥ | iti saṃpūjya | tripadikāṃ mūlena
prakṣālya | maṃ agnimaṃḍalāya daśakalātmane śrīdurgārghapātrāsanāya
namaḥ | iti tripadikāṃ pratiṣṭhāpya | tatra agnerdhūmrādi daśakalābhyo
p. 17a)
namaḥ | iti saṃpūjya | arghapātraṃ phaḍiti prakṣālya | sūryamaṃḍalāya
dvādaśakalātmane śrīdurgārghapātrāya namaḥ | ityarghapātramādhāre
nidhāya | tatra tapinyādi dvādaśakalābhyo namaḥ | iti saṃpūjya | kṣaṃ laṃ haṃ
saṃ ṣaṃ śaṃ vaṃ laṃ raṃ yaṃ maṃ bhaṃ baṃ phaṃ paṃ naṃ dhaṃ daṃ
thaṃ taṃ ṇaṃ ḍhaṃ ḍaṃ ṭhaṃ ṭaṃ ñaṃ jhaṃ jaṃ chaṃ caṃ ṅaṃ ghaṃ
gaṃ khaṃ kaṃ aṃḥ aṃ auṃ oṃ aiṃ eṃ ḹṃ ḷṃ ṝṃ ṛṃ ūṃ uṃ īṃ iṃ
āṃ aṃ iti prātilomyenoccaran śuddhodakenārghapātraṃ sampūrya |
p. 17b)
uṃ candramaṃḍalāya ṣoḍaśakalātmane śrīdurgārghapātrāmṛtāya namaḥ | iti
saṃpūjyaṃ | tatraiva jale amṛtādi ṣoḍaśakalābhyo namaḥ | iti saṃpūjya |
gaṃge ca yamune caiva godāvari sarasvati ||
narmade sindhu kāveri jalesminsannidhiṃ kuru || 1 ||
aṃkuśamudrayā kromiti maṃtreṇa sūryamaṃḍalaṃ bhītvā |
brahmāṇḍodara tīrthāni karaiḥ spṛṣṭāni te rave ||
tena satyena me deva tīrthaṃ dehi * vākara ||
p. 18a)
iti maṃtreṇa tīrthānyāvāhya | tatra jale devatāṃ dhyātvā | mūlena
triḥpuṣpākṣatādibhiḥ saṃpūjya | dakṣahastena jalaṃ spṛṣṭvā mūlena
trirabhimaṃtrya matsyamudrayāchādya | vamiti dhenumudrayāmṛtīkṛtya |
yonimudrāṃ śaṃkhamudrāṃ ca pradarśya | tatra jalena |
apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṃ gatopi vā |
yaḥ smaret puṃḍarīkākṣaṃ savāhyābhyaṃtareṣu ca ||
iti pūjāsāmagrī ātmānaṃ ca siṃcet ||
p. 18b)
tataḥ oṃ tatsaditi deśakālamāsatithivārādi pūrvakaṃ smṛtvā |
amukagotromukavarmā ahaṃ mama iṣṭadevatā prītidvārā
sakalābhīṣṭasiddhyarthaṃ yathā militopacāraiḥ śrīdurgādevatāyāḥ
pūjanamahaṃ kariṣye | iti saṃkalpaṃ vidhāya |
candanādinā | sakarṇikaṃ aṣṭadalaṃ tadvāhye bhūḥpuraṃ cālikhya | tatra
candanākṣata puṣpādinā
p. 19a)
keśareṣu | āṃ prabhāyai namaḥ | īṃ māyāyai namaḥ | ūṃ jayāyai namaḥ |
eṃ sūkṣmāyai namaḥ | aiṃ viśuddhāyai namaḥ | oṃ naṃdinyai namaḥ | auṃ
suprabhāyai namaḥ | aṃ vijayāyai namaḥ | aṃḥ sarvasiddhidāyai namaḥ sarvatra |
madhye | oṃ vajranakhadaṃṣṭrāyudhāya mahāsiṃhāya huṃ phaṭ namaḥ | iti
pūjayet | tato dhyānokta devatāmāvāhya pūrvokta prāṇapratiṣṭhāṃ kṛtvā |
deveśi bhaktisulabhe parivāra samanvite |
yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthirā bhava ||
p. 19b)
ityāvāhya | durgāyaṃtraṃ pādyādibhiḥ pūjayet | mūlamuccārya śrīdurgāyai
pādyaṃ samarpayāmi namaḥ | evaṃ arghyaṃ ācamanīyaṃ madhuparkaṃ
śuddhodakaṃ udvartanam snānīyaṃ punarācamanīyaṃ samarpayāmi | iti
saṃsnāpya | aṃgaprochanaṃ vibhāvya | mūlāṃte durgāyai vastraṃ
samarpayāmi namaḥ | gandhaṃ akṣatān siṃdūraṃ puṣpāṇi | tato mūlena
p. 20a)
paṃcapuṣpāṃjalīṃ datvā | hrāṃ hrīṃ duṃ durgāyai hṛdayāya namaḥ | hrīṃ
hrīṃ duṃ durgāyai śirase svāhā | hrūṃ hrīṃ duṃ durgāyai śikhāyai vaṣaṭ |
hraiṃ hrīṃ duṃ durgāyai kavacāya huṃ | hrauṃ hrīṃ duṃ durgāyai
netratrayāya vauṣaṭ | hraṃḥ hrīṃ duṃ durgāyai astrāya phaṭ | ityādi pūjayet |
tataḥ patreṣu pūrvādi | jaṃ jayāyai namaḥ | viṃ vijayāyai namaṃ | kiṃ kīrtyai
namaḥ | prīṃ prītyai namaḥ | praṃ pramāyai namaḥ | śaṃ śraddhāyai namaḥ |
maṃ medhāyai namaḥ | śaṃ śrutyai namaḥ |
p. 20b)
patrāgreṣu pūrvādi | śaṃ śaṃkhāya namaḥ | caṃ cakrāya namaḥ | gaṃ
gadāyai namaḥ | khaṃ khaḍgāya namaḥ | paṃ pāśāya namaḥ | aṃ aṅkuśāya
namaḥ | śaṃ śarāya namaḥ | caṃ cāpāya namaḥ | tadvāhye | indrāya namaḥ |
agnaye namaḥ | yamāya namaḥ | nir-ṛtaye namaḥ | varuṇāya namaḥ | vāyave
namaḥ | kuberāya namaḥ | īśānāya namaḥ | pūrveśānayormadhye brahmaṇe
namaḥ | nir-ṛti varuṇayormadhye
p. 21a)
anantāya namaḥ | anenaiva krameṇa | vajrāya namaḥ | śaktaye namaḥ | daṃḍāya
namaḥ | khaḍgāya namaḥ | pāśāya namaḥ | aṃkuśāya namaḥ | gadāyai namaḥ
| triśūlāya namaḥ | padmāya namaḥ | cakrāya namaḥ | ityādi saṃpūjya |
abhīṣṭasiddhiṃ me dehi śaraṇāgatavatsale |
bhaktyāsamarpayet tubhyaṃ samastāvaraṇārcanam ||
iti devasya caraṇayorarghodakaṃ kṛtvā | dhūpaṃ samarpayet | dhūpapātraṃ
phaḍiti saṃprokṣya namaḥ |
p. 21b)
iti saṃpūjya mūlāṃte sāṃgāyai saparivārāyai śrīdurgāyai dhūpaṃ
samarpayāmi namaḥ | arghodakena samarpayet | jagaddhvani maṃtramātassvāhā |
iti ghaṃṭāṃ saṃpūjya | vāmahastena tāṃ vādayan | devasya pādādi
nābhiparyantaṃ dhūpaṃ dadyāt | anenaiva krameṇa dīpaṃ pādādi
netraparyaṃtaṃ dhūpapātraṃ devasya vāmabhāge dīpapātraṃ dakṣiṇe
sthāpayet |
tataḥ sajalaṃ saghṛtaṃ pāyasādi yathā
p. 22a)
labdhaṃ vā naivedyamānīya | mūlenācamanīyaṃ devatāyai dattvā | phaḍiti
saṃprokṣya | mūlamaṃtramaṣṭadhā japtvā | dhenumudrayā vaṃ ityamṛtīkṛtya
namaḥ iti saṃpūjya | vāmāṃguṣṭhena pātraṃ pṛśan | devamukhāttejo
niḥsṛtaṃ vibhāvya sāṃgāyai saparivārāyai śrīdurgāyai idaṃ naivedyaṃ
samarpayāmi namaḥ | ityarghodakenotsṛjya | dakṣahastena prāṇādipaṃcamudrāḥ
pradarśayet | mūlenācamanīyaṃ datvā |
p. 22b)
prāvaraṇaṃ dhṛtvā | yathāśakti mūlamaṃtraṃ japitvā prāvaraṇamapasārya
pūrvokta ṛṣyādi nyāsānvidhāyācamya īśānabhāge | nirmālya bhojine
śeṣikāyai namaḥ | iti naivedyāṃśaṃ datvā | mūlena upāyanaṃ tāmbūlaṃ |
chatraṃ cāmaraṃ ādarśaṃ pradarśayet | mūlena ārārtikaṃ kṛtvā |
buddhiḥ savāsanā kḷptā darpaṇaṃ maṃgalāni ca |
manovṛtirvicitrā te nṛtyarūpeṇa kalpitā ||
p. 23a)
dhvanayogītarūpeṇa śabdāvādya prabhedataḥ ||
chatrāṇi tava padmāni kalpitāni mayā prabho ||
suṣumṇā dhvajarūpeṇa prāṇādyāścāmarātmanā ||
ahaṃkāro gajatvena vegaḥ kḷpto rathātmanā ||
indriyāṇyaśvarūpāṇi śabdādīn rathavartmanā ||
manaḥpragraharūpeṇa vivekaḥ sārathistvayam ||
sarvamanyat tathā kḷptaṃ tavopakaraṇātmanā ||
ityātmārpaṇa maṃtrān paṭhitvā ||
p. 23b)
puṣpāṇi santu mama devi sadendriyāṇi dhūpo gururvapuridaṃ hṛdayaṃ pradīpaḥ
prāṇāhaṃvīṣikaruṇāni navākṣatāste pūjā phalaṃ bhajatu sāṃpratameṣa
jīvaḥ ||
kuṃkumena samālabdhe candanena vilepite ||
bilvapatra kṛtā piṃḍa durgehaṃ śaraṇāgataḥ ||
rūpaṃ dehi jayaṃ dehi bhagaṃ bhagavati dehi me ||
putrān dehi dhanaṃ dehi sarvān kāmāṃśca dehi me ||
mahiṣaghni mahāmāye cāmuṃḍe muṃḍamālini ||
āyurārogyamaiśvaryaṃ dehi devi namostute ||
p. 24)
iti puṣpāṃjaliṃ datvā |
culukodakamādāya | itaḥ pūrvaṃ prāṇabuddhi dehadharmādhikārato
jāgratsvapnasuṣuptyavasthāsu manasāvācākarmaṇā hastābhyāṃ
padbhyāmudareṇa śiśnā yatsmṛtaṃ yaduktaṃ yatkṛtaṃ tatsarvaṃ
śrīdurgādevatāyai samarpitamastu | iti datvā | pradakṣiṇāṃ kṛtvā | praṇamya |
arghaṃ gṛhītvā | trirbhrāmya parāṅmukhaṃ dhṛtvā | śrīdurgādyarghapātrāya
namaḥ | ityarghapātraṃ saṃpūjya |
p. 25)
saṃhāramudrāṃ vadhvā |
gaccha gaccha paraṃ sthānaṃ svasthānaṃ parameśvari ||
yatra brahmādayo devāḥ na viduḥ paramaṃ padam ||
iti paṭhitvā yaṃtraṃ puṣpaṃ gṛhītvā nāsāpuṭe saṃyojyapuṣpeṇāhṛtaṃ
tejorūpaṃ nāsādhvanā hṛdgataṃ vibhāvayet | anayā pūjayā śrībhagavatī
durgā prīyatāmityuktā | mūlena tilakaṃ kṛtvā caraṇodakaṃ pītvā | naivedyaṃ
kiṃcit svayaṃ bhuktā śrīdurgā bhinnamātmānaṃ bhāvayediti nityārcana
kramaḥ saṃkṣepaḥ ||
śubham ||
Vollständiger Sanskrittext in Devanagari
दुर्गादेवीं तर्पयामि | इति त्रिः तर्पणं दत्वा | श्रीदुर्गापरिवरांस्तर्पयामि
इति सकृत्संतर्प्य | स्वेष्टदेवतां सूर्यं च प्रणमेत् | ततो जलादुत्तिर्यधौत
वस्त्राणि परिधाय | ह्रीं आधारशक्ति कमलासनाय नमः | इत्यासनं
संपूज्य |
पृथ्वि त्वया धृता लोका देवित्वं विष्णुना धृता ||
त्वं च धारय मां देवि पवित्रं कुरु चासनम् || १ ||
इति स्तुत्वा | आसने उपविश्य |
प्. ५अ)
विभूति धारणं कुर्यात् | तद्यथा | हौं सद्योजाताय नमः शिवाय शिरसि |
हौं वामदेवाय नमः शिवाय ललाटे | हौं अघोराय नमः शिवाय
वक्षसि | हौं तत्पुरुषाय नमः शिवाय दक्षिणवाहौ | हौं ईशानाय
नमः शिवाय वामवाहौ | इति मंत्रेण विभूति धारणं कृत्वा | वामे
श्रीगुरुभ्यो नमः | परमगुरुभ्यो नमः | परापरगुरुभ्यो नमः दक्षिणे |
प्. ५ब्)
गं गणेशाय नमः | मूर्द्ध्नि श्रीदुर्गादेवतायै नमः | इति नस्वा | फडिति
मंत्रेण गन्धपुष्पाभ्यां करौ संशोध्य ऊर्द्धोर्द्ध्वतालत्रयं
दत्वा | छोटिकाभिर्दशदिग्बन्धनं विधाय | रमिति मंत्रेण जलधारया
वह्निप्राकारं विचिन्त्य | भूतशुद्धिं कुर्यात् | तद्यथा | अंके उत्तानौ करौ
कृत्वा | हं स इति मंत्रेण जीवात्मानं दीपकलिकाकारं |
प्. ६अ)
मूलाधारावस्थित कुंडलिन्या सह सुषुम्णावर्त्त्मना मूलाधार
स्वाधिष्ठान मणिपूरक अनाहत विशुद्धाज्ञाख्य षट्चक्राणि भित्वा
शिरोवस्थिताधोमुख सहस्रदलकमलकर्णिकान्तर्गत परात्मनि संयोज्य |
स्वशरीरे पादादि जानुपर्यन्तं चतुरस्रं पीतवर्णं वज्रलांछितं लं
बीजं पार्थिवमण्डलं ध्यायेत् | जान्वादि नाभिपर्यन्तं
प्. ६ब्)
अर्द्धचन्द्राकारं शुभ्रं पद्मद्वयांकितं वं बीजं जलमंडलं
ध्यायेत् | नाभेर्हृदयपर्यन्तं त्रिकोणं स्वस्तिकांकितं रक्तवर्णं रं
बीजं वह्निमण्डलं ध्यायेत् | हृदयाद्भ्रूमध्यपर्यन्तं धूम्रवर्णं
वर्तुलं षड्बिन्दु लांछितं यं बीजं वायुमंडलं ध्यायेत् |
भ्रूमध्याद्ब्रह्मरन्ध्रपर्यन्तं वर्तुलं नीलवर्णं हं बीजं
गगनमण्डलं ध्यायेत् | ततः पृथिव्यप्तेजो
प्. ७अ)
वायवाकाशगन्धरसरूपस्पर्शशब्दनासिकाजिह्वाचक्षुस्त्वक्
श्रोत्रवाक्पाणिपादपायूपस्थ प्रकृति मनोबुद्धि अहंकारेति चतुर्विंशति
तत्वानि कारणक्रमेण तत्रैवलीनानि विभाव्य | यं इति धूम्रवर्णं
वायुबीजं वामनासापुटे विचिन्त्य | तस्य षोडशवारजपेन देहमापूर्य
नासापुटौ धृत्वा चतुःषष्टिवार जपेन कुंभकं कृत्वा |
प्. ७ब्)
वामकुक्षिस्थ कृष्णवर्ण पापपुरुषे सहदेहं संशोष्य
द्वात्रिंशद्वारजपेन दक्षनासया वायुरेचयेत् | दक्षनासापुटे रमिति
वह्निबीजं रक्तवर्णं ध्यात्वा | तस्य षोडशवारजपेन देहमापूर्य
नासापुटौ धृत्वा | चतुःषष्टिवारजपेन कुंभकं कृत्वा | पापेन
सहदेहं दग्ध्वा तस्य द्वात्रिंशद्वारजपेन वामनासया भस्मना
वायुं रेचयेत् | यमिति चन्द्रबीजे शुक्लवर्णं वामनासिकायां
प्. ८अ)
धृत्वा षोडशवारजपेन ललाटे चन्द्रं नीत्वा वमिति वरुणबीजस्य
चतुःषष्टिवारजपेन तस्मात् ललाटचन्द्राकुलितसुधया मातृकावर्णात्मिकया
समस्तदेहं विरचयय | लमिति पृथ्वीबीजस्य द्वात्रिशद्वारजपेन देहं
सुदृढं
प्. ८ब्)
विभाव्य दक्षिणनासापुटेन वायुं रेचयेत् | ततोहं इति आकाशबीजं स्मरन्
सर्वाण्यंगानि रचितानि विभावयेत् | ततः सोहमिति मंत्रेण कुंडलिन्या सह
जीवात्मानं चतुर्विंशति तत्वानि च स्वस्वस्थानस्थितानि विभाव्य |
प्राणप्रतिष्ठां कुर्यात् | तद्यथा | अस्य श्रीप्राणप्रतिष्ठा मंत्रस्य
ब्रह्मविष्णुमहेश्वरा ऋषयः ऋग्यजुःसामानि
प्. ९अ)
छन्दांसि प्राणशक्तिर्देवता आं बीजं ह्रीं शक्तिः क्रों कीलं
प्राणस्थापने विनियोगः | शिरसि ब्रह्मविष्णुमहेश्वरेभ्यो ऋषिभ्यो नमः
मुखे | ऋग्यजुःसामभ्यश्छन्दोभ्यो नमः हृदि | प्राणशक्त्यै देवतायै
नमः गुह्ये | आं बीजाय नमः पादयोः | ह्रीं शक्तये नमः सर्वांगे |
क्रों कीलकाय नमः | अं कं खं गं घं ङं आं नभोवायवग्निवारि
भूम्यात्मने
प्. ९ब्)
अंगुष्ठाभ्यां नमः | इं चं छं जं झं ङं ईं
शब्दस्पर्शरूपरसगन्धात्मने तर्जनीभ्यां स्वाहा |
उं टं ठं डं ढं णं ऊं श्रोत्रत्वङ्नयनजिह्वाघ्राणात्मने
मध्यमाभ्यां वषट् | एं तं थं दं धं नं ऐं
वाक्पाणिपादपायुपस्थात्मने अनामिकाभ्यां हुं | ओं पं फं बं
भं मं औं वक्तव्यादानगमनविसर्गानन्दात्मने कनिष्ठिकाभ्यां
वौषट् | अं यं रं लं वं शं षं सं हं लं
प्. १०अ)
क्षं अंः मनोबुद्ध्यहंकार चित्तविज्ञानात्मने
करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् | अं कं खं गं घं ङं आं नभो
वायवग्निवारिभूम्यात्मने हृदयाय नमः | इं चं छं जं झं ञं
ईं शब्दस्पर्शरूपरसगंधात्मने शिरसे स्वाहा |
उं टं ठं डं ढं णं ऊं श्रोत्रत्वङ्नयनजिह्वाघ्राणात्मने
शिखायै वषट् | एं तं थं दं धं नं ऐं
वाक्पाणिपादपायूपस्थात्मने कवचाय हुं | ओं पं फं बं भं मं
औं
प्. १०ब्)
वक्तव्यादानविसर्गानन्दात्मने नेत्रत्रयाय वौषट् | ओं यं रं लं वं
शं षं सं हं क्षं अं मनोबुध्यहंकारचिन्तात्मने अस्त्राय फट् | इति
न्यासं कृत्वा | सिंहस्था इति | हृदये हस्तं निधाय आं ह्रीं क्रों यं रं लं
वं शं षं सं हों ओं क्षं सं हं सः ह्रीं ओं हं सः मम जीव इह
स्थितः | आं ह्रीं क्रों यं रं लं वं शं षं सं हों अं सं हं सः ओं
हं सः मम
प्. ११अ)
सर्वेन्द्रियाणि | आं ह्रीं क्रों यं रं लं वं शं षं सं हों अं क्षं सं
हं सः ह्रीं ओं हं सः मम वाङ्मनश्चक्षुश्रोत्रघ्राणप्राणा इत्यागत्य
सुखं चिरं तिष्ठन्तु स्वाहा | ओं क्षं सं हं सः ह्रीं ओं इति
प्. ११ब्)
प्राणप्रतिष्ठां कृत्वा | अन्तर्मातृका न्यासं कुर्यात् | तद्यथा | अस्य श्री
अंतर्मातृविद्यायाः ब्रह्मा-ऋषिर्गायत्रीछन्दः अन्तर्मातृकादेवता हल्भ्यो
बीजानि स्वराः शक्तयः मातृकान्यासे विनियोगः | शिरसि ब्रह्मणे ऋषये
नमः | मुखे गायत्रीछन्दसे नमः | हृदि मातृकायै देवतायै नमः | गुह्ये
हल्भ्यो बीजेभ्यो नमः | पादयोः स्वरेभ्यः
प्. १२अ)
शक्तिभ्यो नमः सर्वाङ्गे | अव्यक्ताय कीलकाय नमः | अं कं खं गं
घं ङं आं अंगुष्ठाभ्यां नमः | इं चं छं जं झं ञं ईं
तर्जनीभ्यां स्वाहा | उं टं ठं डं ढं णं ऊं मध्यमाभ्यां
वषट् | एं तं थं दं धं नं ऐं अनामिकाभ्यां हुम् | ओं पं फं
बं भं मं औं कनिष्ठिकाभ्यां वौषट् | अं यं रं लं वं
शं षं सं हं लं क्षं अंः करतलकरपृष्ठाभ्यां फट् | अं कं
खं गं घं ङं आं हृदयाय नमः | इं चं छं जं झं ञं ईं
शिरसे स्वाहा |
प्. १२ब्)
उं टं ठं डं ढं णं ऊं शिखायै वषट् | एं तं थं दं धं
नं ऐं कवचाय हुं | ओं पं फं बं भं मं औं नेत्रत्रयाय
वौषट् | अं यं रं लं वं शं षं सं हं लं क्षं अंः अस्त्राय
फट् ||
ध्यानम् ||
पंचाशल्लिपिभिर्विभक्त मुखदोः यन्मध्यवक्षस्थलां
भास्वन्मौलिनिबद्ध चन्द्रशकलामापीन तुङ्गस्तनीम् ||
मुद्रामक्षगुणं सुधाढ्यकलशं विद्यां च हस्ताम्बुजैर्
प्. १३अ)
विभ्राणां विशद प्रभां त्रिनयनां वाग्देवतामाश्रये || १ ||
इति ध्यात्वा |
कंठदेशे षोडशदलकमले विशुद्धचक्रे अं आं इं ईं उं ऊं ऋं ॠं
ऌं ॡं एं ऐं ओं औं अं अः प्रादक्षिण्येन मनसा विन्यसेत् | हृदि |
अनाहतचक्रे द्वादशदलकमले | कं खं गं घं ङं चं छं जं
झं ञं टं ठं इति विन्यसेत् | नाभौ | मणिपूरचक्रे दशदलकमले
| डं ढं णं तं थं दं धं नं पं फं इति विन्यसेत् | लिंगदेशे |
स्वाधिष्ठान चक्त्रे
प्. १३ब्)
षड्दलकमले बं भं मं यं रं लं इति न्यसेत् | गुदद्वारे |
मूलाधारचक्रे चतुर्दलकमले | वं शं षं सं इति न्यसेत् | भ्रूमध्ये |
आज्ञाचक्रे द्विदलकमले | हं क्षं इति न्यसेत् | इत्यन्तर्मातृकान्यासं
विधाय | सृष्टिमातृकान्यासं कुर्यात् | तद्यथा |
अस्य श्रीसृष्टिमातृका सरस्वती मंत्रस्य ब्रह्मा-ऋषिर्गायत्रीछन्दो
मातृकासरस्वतीदेवता हल्भ्यो बीजानि स्वराः शक्तयः
प्. १४अ)
सृष्टिमातृकान्यासे विनियोगः | न्यास ध्यानं च अन्तर्मातृका वदत्रापि
कृत्वा न्यसेत् | अं नमः शिरसि | आं नमो मुखे | इं नमो दक्षिणनेत्रे | ईं
नमो वामनेत्रे | उं नमो दक्षिणकर्णे | ऊं नमो वामकर्णे | ऋं नमो
दक्षिणनासिकायां | ॠं नमो वामनासिकायां | ऌं नमो दक्षिणकपोले
| ॡं नमो वामकपोले | एं नम ऊर्द्ध्वोष्ठे | ऐं नमः अधरोष्ठे | ओं
नमः ऊर्द्ध्वदन्तपंक्तौ |
प्. १४ब्)
औं नमः अधोदन्तपंक्तौ | अं नमः शिरसि | अंः नमः मुखे | कं नमो
दक्षबाहुमूले | खं नमः कूर्परे | गं नमो मणिबन्धे | घं नमः
अंगुलिमूले | ङं नमः अंगुल्यग्रे | चं नमो वामबाहुमूले | छं
नमः कूर्परे | जं नमो मणिबन्धे | झं नमः अंगुलिमूले | ञं नमः
अंगुल्यग्रे | टं नमो दक्षिणपादमूले | ठं नमो जानुनि | डं नमः
गुल्फे | ढं नमः अंगुलिमूले | णं नमः अंगुल्यग्रे |
प्. १५अ)
तं नमो वामपादमूले | थं नमो जानुनि | दं नमो गुल्फे | धं नमः
अंगुलिमूले | नं नमः अंगुल्यग्रे | पं नमो दक्षिणकुक्षौ | फं नमो
वामकुक्षौ | बं नमः पृष्ठे | भं नमो नाभौ | मं नमः उदरे | यं
नमो हृदि | रं नमो दक्षांसे | लं नमः ककुदि | वं नमो वामांसे |
शं नमो हृदयादिदक्षिणबाहौ | षं नमो हृदयादिवामबाहौ | सं नमो
हृदयादिदक्षिणपादे | हं नमो हृदयादि वामपादे | लं
प्. १५ब्)
नमो हृदयादि उदरे | क्षं नमो हृदयादि मुखे | इति सृष्टिमातृकान्यासं
विधाय |
स्वमूलमंत्रोक्त ऋष्यादि न्यास जपादिकं कृत्वा | पूजां कुर्यात् | तद्यथा |
दुं आत्मतत्वाय नमः | दुं विद्यातत्वाय नमः | दुं शिवतत्वाय नमः |
इत्याचम्य | दीपं प्रज्वाल्य |
नमोस्त्वनन्ताय सहस्रमूर्तये सहस्रपादाक्षिशिरोरुवाहवे ||
सहस्रनाम्ने पुरुषाय सास्वते सहस्रकोटि युगधारिणे नमः || २ ||
प्. १६अ)
इति दीपं संपूज्य | कलशं संस्थाप्य | स्कंधदेशे | गं गणेशाय
नमः | इति गणेशमावाह्य संपूज्य | कलशमुखे | वं वरुणाय नमः |
इत्यावाह्य पूजयेत् | तत्रैव | सूर्यादि नवग्रहान् | गौर्यादि षोडशमातृ
आवाह्य पूजयेत् | तत्सदिति मासपक्षाद्युल्लिख्य | यथानामगोत्रः
यथानामवर्मा अहं मम इष्टदेवता प्रीतिद्वारा सकलाभीष्टसिद्धये
यथा मिलितोपचारैः
प्. १६ब्)
श्रीदुर्गादेवतायाः पूजनमहं करिष्ये | इति संकल्पं
विधायार्घस्थापनं कुर्यात् | तद्यथा | स्वाग्रतः किंचिद्वामभागे |
चन्दनादिना त्रिकोणषट्कोणवृत्त चतुरस्रात्मकं मंडलं कृत्वा
पुष्पाक्षतैः आधारशक्तये नमः | इति संपूज्य | त्रिपदिकां मूलेन
प्रक्षाल्य | मं अग्निमंडलाय दशकलात्मने श्रीदुर्गार्घपात्रासनाय
नमः | इति त्रिपदिकां प्रतिष्ठाप्य | तत्र अग्नेर्धूम्रादि दशकलाभ्यो
प्. १७अ)
नमः | इति संपूज्य | अर्घपात्रं फडिति प्रक्षाल्य | सूर्यमंडलाय
द्वादशकलात्मने श्रीदुर्गार्घपात्राय नमः | इत्यर्घपात्रमाधारे
निधाय | तत्र तपिन्यादि द्वादशकलाभ्यो नमः | इति संपूज्य | क्षं लं हं
सं षं शं वं लं रं यं मं भं बं फं पं नं धं दं
थं तं णं ढं डं ठं टं ञं झं जं छं चं ङं घं
गं खं कं अंः अं औं ओं ऐं एं ॡं ऌं ॠं ऋं ऊं उं ईं इं
आं अं इति प्रातिलोम्येनोच्चरन् शुद्धोदकेनार्घपात्रं सम्पूर्य |
प्. १७ब्)
उं चन्द्रमंडलाय षोडशकलात्मने श्रीदुर्गार्घपात्रामृताय नमः | इति
संपूज्यं | तत्रैव जले अमृतादि षोडशकलाभ्यो नमः | इति संपूज्य |
गंगे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति ||
नर्मदे सिन्धु कावेरि जलेस्मिन्सन्निधिं कुरु || १ ||
अंकुशमुद्रया क्रोमिति मंत्रेण सूर्यमंडलं भीत्वा |
ब्रह्माण्डोदर तीर्थानि करैः स्पृष्टानि ते रवे ||
तेन सत्येन मे देव तीर्थं देहि * वाकर ||
प्. १८अ)
इति मंत्रेण तीर्थान्यावाह्य | तत्र जले देवतां ध्यात्वा | मूलेन
त्रिःपुष्पाक्षतादिभिः संपूज्य | दक्षहस्तेन जलं स्पृष्ट्वा मूलेन
त्रिरभिमंत्र्य मत्स्यमुद्रयाछाद्य | वमिति धेनुमुद्रयामृतीकृत्य |
योनिमुद्रां शंखमुद्रां च प्रदर्श्य | तत्र जलेन |
अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोपि वा |
यः स्मरेत् पुंडरीकाक्षं सवाह्याभ्यंतरेषु च ||
इति पूजासामग्री आत्मानं च सिंचेत् ||
प्. १८ब्)
ततः ओं तत्सदिति देशकालमासतिथिवारादि पूर्वकं स्मृत्वा |
अमुकगोत्रोमुकवर्मा अहं मम इष्टदेवता प्रीतिद्वारा
सकलाभीष्टसिद्ध्यर्थं यथा मिलितोपचारैः श्रीदुर्गादेवतायाः
पूजनमहं करिष्ये | इति संकल्पं विधाय |
चन्दनादिना | सकर्णिकं अष्टदलं तद्वाह्ये भूःपुरं चालिख्य | तत्र
चन्दनाक्षत पुष्पादिना
प्. १९अ)
केशरेषु | आं प्रभायै नमः | ईं मायायै नमः | ऊं जयायै नमः |
एं सूक्ष्मायै नमः | ऐं विशुद्धायै नमः | ओं नंदिन्यै नमः | औं
सुप्रभायै नमः | अं विजयायै नमः | अंः सर्वसिद्धिदायै नमः सर्वत्र |
मध्ये | ओं वज्रनखदंष्ट्रायुधाय महासिंहाय हुं फट् नमः | इति
पूजयेत् | ततो ध्यानोक्त देवतामावाह्य पूर्वोक्त प्राणप्रतिष्ठां कृत्वा |
देवेशि भक्तिसुलभे परिवार समन्विते |
यावत् त्वां पूजयिष्यामि तावत् त्वं सुस्थिरा भव ||
प्. १९ब्)
इत्यावाह्य | दुर्गायंत्रं पाद्यादिभिः पूजयेत् | मूलमुच्चार्य श्रीदुर्गायै
पाद्यं समर्पयामि नमः | एवं अर्घ्यं आचमनीयं मधुपर्कं
शुद्धोदकं उद्वर्तनम् स्नानीयं पुनराचमनीयं समर्पयामि | इति
संस्नाप्य | अंगप्रोछनं विभाव्य | मूलांते दुर्गायै वस्त्रं
समर्पयामि नमः | गन्धं अक्षतान् सिंदूरं पुष्पाणि | ततो मूलेन
प्. २०अ)
पंचपुष्पांजलीं दत्वा | ह्रां ह्रीं दुं दुर्गायै हृदयाय नमः | ह्रीं
ह्रीं दुं दुर्गायै शिरसे स्वाहा | ह्रूं ह्रीं दुं दुर्गायै शिखायै वषट् |
ह्रैं ह्रीं दुं दुर्गायै कवचाय हुं | ह्रौं ह्रीं दुं दुर्गायै
नेत्रत्रयाय वौषट् | ह्रंः ह्रीं दुं दुर्गायै अस्त्राय फट् | इत्यादि पूजयेत् |
ततः पत्रेषु पूर्वादि | जं जयायै नमः | विं विजयायै नमं | किं कीर्त्यै
नमः | प्रीं प्रीत्यै नमः | प्रं प्रमायै नमः | शं श्रद्धायै नमः |
मं मेधायै नमः | शं श्रुत्यै नमः |
प्. २०ब्)
पत्राग्रेषु पूर्वादि | शं शंखाय नमः | चं चक्राय नमः | गं
गदायै नमः | खं खड्गाय नमः | पं पाशाय नमः | अं अङ्कुशाय
नमः | शं शराय नमः | चं चापाय नमः | तद्वाह्ये | इन्द्राय नमः |
अग्नये नमः | यमाय नमः | निर्-ऋतये नमः | वरुणाय नमः | वायवे
नमः | कुबेराय नमः | ईशानाय नमः | पूर्वेशानयोर्मध्ये ब्रह्मणे
नमः | निर्-ऋति वरुणयोर्मध्ये
प्. २१अ)
अनन्ताय नमः | अनेनैव क्रमेण | वज्राय नमः | शक्तये नमः | दंडाय
नमः | खड्गाय नमः | पाशाय नमः | अंकुशाय नमः | गदायै नमः
| त्रिशूलाय नमः | पद्माय नमः | चक्राय नमः | इत्यादि संपूज्य |
अभीष्टसिद्धिं मे देहि शरणागतवत्सले |
भक्त्यासमर्पयेत् तुभ्यं समस्तावरणार्चनम् ||
इति देवस्य चरणयोरर्घोदकं कृत्वा | धूपं समर्पयेत् | धूपपात्रं
फडिति संप्रोक्ष्य नमः |
प्. २१ब्)
इति संपूज्य मूलांते सांगायै सपरिवारायै श्रीदुर्गायै धूपं
समर्पयामि नमः | अर्घोदकेन समर्पयेत् | जगद्ध्वनि मंत्रमातस्स्वाहा |
इति घंटां संपूज्य | वामहस्तेन तां वादयन् | देवस्य पादादि
नाभिपर्यन्तं धूपं दद्यात् | अनेनैव क्रमेण दीपं पादादि
नेत्रपर्यंतं धूपपात्रं देवस्य वामभागे दीपपात्रं दक्षिणे
स्थापयेत् |
ततः सजलं सघृतं पायसादि यथा
प्. २२अ)
लब्धं वा नैवेद्यमानीय | मूलेनाचमनीयं देवतायै दत्त्वा | फडिति
संप्रोक्ष्य | मूलमंत्रमष्टधा जप्त्वा | धेनुमुद्रया वं इत्यमृतीकृत्य
नमः इति संपूज्य | वामांगुष्ठेन पात्रं पृशन् | देवमुखात्तेजो
निःसृतं विभाव्य सांगायै सपरिवारायै श्रीदुर्गायै इदं नैवेद्यं
समर्पयामि नमः | इत्यर्घोदकेनोत्सृज्य | दक्षहस्तेन प्राणादिपंचमुद्राः
प्रदर्शयेत् | मूलेनाचमनीयं दत्वा |
प्. २२ब्)
प्रावरणं धृत्वा | यथाशक्ति मूलमंत्रं जपित्वा प्रावरणमपसार्य
पूर्वोक्त ऋष्यादि न्यासान्विधायाचम्य ईशानभागे | निर्माल्य भोजिने
शेषिकायै नमः | इति नैवेद्यांशं दत्वा | मूलेन उपायनं ताम्बूलं |
छत्रं चामरं आदर्शं प्रदर्शयेत् | मूलेन आरार्तिकं कृत्वा |
बुद्धिः सवासना कॢप्ता दर्पणं मंगलानि च |
मनोवृतिर्विचित्रा ते नृत्यरूपेण कल्पिता ||
प्. २३अ)
ध्वनयोगीतरूपेण शब्दावाद्य प्रभेदतः ||
छत्राणि तव पद्मानि कल्पितानि मया प्रभो ||
सुषुम्णा ध्वजरूपेण प्राणाद्याश्चामरात्मना ||
अहंकारो गजत्वेन वेगः कॢप्तो रथात्मना ||
इन्द्रियाण्यश्वरूपाणि शब्दादीन् रथवर्त्मना ||
मनःप्रग्रहरूपेण विवेकः सारथिस्त्वयम् ||
सर्वमन्यत् तथा कॢप्तं तवोपकरणात्मना ||
इत्यात्मार्पण मंत्रान् पठित्वा ||
प्. २३ब्)
पुष्पाणि सन्तु मम देवि सदेन्द्रियाणि धूपो गुरुर्वपुरिदं हृदयं प्रदीपः
प्राणाहंवीषिकरुणानि नवाक्षतास्ते पूजा फलं भजतु सांप्रतमेष
जीवः ||
कुंकुमेन समालब्धे चन्दनेन विलेपिते ||
बिल्वपत्र कृता पिंड दुर्गेहं शरणागतः ||
रूपं देहि जयं देहि भगं भगवति देहि मे ||
पुत्रान् देहि धनं देहि सर्वान् कामांश्च देहि मे ||
महिषघ्नि महामाये चामुंडे मुंडमालिनि ||
आयुरारोग्यमैश्वर्यं देहि देवि नमोस्तुते ||
प्. २४)
इति पुष्पांजलिं दत्वा |
चुलुकोदकमादाय | इतः पूर्वं प्राणबुद्धि देहधर्माधिकारतो
जाग्रत्स्वप्नसुषुप्त्यवस्थासु मनसावाचाकर्मणा हस्ताभ्यां
पद्भ्यामुदरेण शिश्ना यत्स्मृतं यदुक्तं यत्कृतं तत्सर्वं
श्रीदुर्गादेवतायै समर्पितमस्तु | इति दत्वा | प्रदक्षिणां कृत्वा | प्रणम्य |
अर्घं गृहीत्वा | त्रिर्भ्राम्य पराङ्मुखं धृत्वा | श्रीदुर्गाद्यर्घपात्राय
नमः | इत्यर्घपात्रं संपूज्य |
प्. २५)
संहारमुद्रां वध्वा |
गच्छ गच्छ परं स्थानं स्वस्थानं परमेश्वरि ||
यत्र ब्रह्मादयो देवाः न विदुः परमं पदम् ||
इति पठित्वा यंत्रं पुष्पं गृहीत्वा नासापुटे संयोज्यपुष्पेणाहृतं
तेजोरूपं नासाध्वना हृद्गतं विभावयेत् | अनया पूजया श्रीभगवती
दुर्गा प्रीयतामित्युक्ता | मूलेन तिलकं कृत्वा चरणोदकं पीत्वा | नैवेद्यं
किंचित् स्वयं भुक्ता श्रीदुर्गा भिन्नमात्मानं भावयेदिति नित्यार्चन
क्रमः संक्षेपः ||
शुभम् ||
Zusammenfassende deutsche Übersetzung
Der Durga Nityarchana Krama ist ein Ritualhandbuch für die tägliche Verehrung der Göttin Durgā. Die erhaltene Muktabodha-Fassung beginnt erst auf Seite beziehungsweise Blatt 4, sodass der ursprüngliche Anfang fehlt. Der überlieferte Teil bietet dennoch einen fast geschlossenen Ablauf von vorbereitender Reinigung bis zur abschließenden Rückführung der Göttin ins Herz.
Der erste große Abschnitt behandelt die Reinigung und Sakralisierung des Körpers. Vibhūti, Guru, Gaṇeśa und Digbandha bereiten den Ritualraum vor. In der Bhūtaśuddhi steigt der Jīvātman gemeinsam mit Kuṇḍalinī durch die sechs Chakras in der Suṣumṇā zum Sahasrāra auf. Die fünf Elemente und vierundzwanzig Tattvas werden aufgelöst; danach wird der Körper aus Mondnektar und Mātṛkā-Kraft neu aufgebaut.
Es folgt Prāṇapratiṣṭhā. Die Sanskritlaute werden mit Elementen, Sinnesqualitäten, Organen und mentalen Funktionen verbunden. Antar-Mātṛkā-Nyāsa verteilt die Lautkräfte auf die Chakras, Sṛṣṭi-Mātṛkā-Nyāsa auf den ganzen Körper. Der Sādhaka wird so selbst zu einem geheiligten Mantra-Körper.
Erst dann beginnt die äußere Durgā-Pūjā. Ein Kalaśa wird aufgestellt, Gaṇeśa, Varuṇa, Navagrahas und Mātṛkās werden angerufen. Das Arghya-Wasser wird mit Feuer-, Sonnen- und Mondkalās sowie den heiligen Flüssen geheiligt.
Das Durgā-Yantra besteht aus einem achtblättrigen Lotus mit äußerem Bhūpura. Auf den Blättern erscheinen Kräfte wie Jayā, Vijayā, Kīrti, Prīti, Śraddhā und Medhā. Waffen, Richtungswächter und weitere Schutzmächte bilden die äußeren Āvaraṇas.
Nach Āvāhana und Prāṇapratiṣṭhā erhält Durgā Pādya, Arghya, Ācamana, Madhuparka, Bad, Gewand, Duft, Sindūra und Blumen. Es folgen Ṣaḍaṅga-Pūjā, Dhūpa, Dīpa, Naivedya, Japa und weitere Upacāras.
Der tiefste Teil des Textes ist die Ātma-Samarpaṇa-Passage. Buddhi wird zum Spiegel, Manas zum Zügel, Viveka zum Wagenlenker, die Sinne zu Blumen, Suṣumṇā zum Banner und die Prāṇas zu Cāmaras. Am Ende wird der Jīva selbst zur Frucht der Pūjā.
Die Göttin wird schließlich aus Yantra und Blume über den Atemweg in das eigene Herz zurückgeführt. Damit verbindet der Text äußeres Ritual und innere Meditation auf besonders schöne Weise: Durgā wird außen angerufen, verehrt und schließlich als im eigenen Herzen gegenwärtig erkannt.
Der spirituelle Aufbau der Nityarchana
Die erhaltene Ritualfolge lässt sich als innerer Weg lesen:
- Reinigung und Sammlung;
- Vergöttlichung des Körpers durch Bhūtaśuddhi;
- Wiederbelebung durch Prāṇapratiṣṭhā;
- Durchdringung des Körpers mit Mātṛkā;
- äußere Verehrung Durgās im Yantra;
- Āvaraṇa-Pūjā und Darbringung;
- Japa und Naivedya;
- Ātma-Samarpaṇa;
- Rückführung der Göttin ins Herz.
Gerade dieser letzte Schritt macht deutlich, dass die äußere Form nicht das Ende ist. Die verehrte Durgā wird schließlich im Herzen wiedergefunden.
Kundalini, Chakras und Bhutashuddhi
Die Bhūtaśuddhi gehört zu den ausführlichsten Abschnitten des Textes. Der Jīvātman wird als kleine Flamme vorgestellt und zusammen mit Kundalini durch Muladhara Chakra, Swadhisthana Chakra, Manipura Chakra, Anahata Chakra, Vishuddha Chakra und Ajna Chakra zum Sahasrāra geführt.
Die fünf Elemente werden in geometrischen Formen visualisiert:
- Erde – gelbes Quadrat, laṃ;
- Wasser – weißer Halbmond, vaṃ;
- Feuer – rotes Dreieck, raṃ;
- Luft – rauchfarbener Kreis, yaṃ;
- Raum – blauer Kreis, haṃ.
Danach werden die 24 Tattvas aufgelöst. Der alte Körper wird symbolisch ausgetrocknet und verbrannt; aus dem Nektar des inneren Mondes entsteht ein neuer, aus Mātṛkā-Kraft gebildeter Körper.
Dieser Prozess ist keine physische Zerstörung des Körpers, sondern eine Ritualvisualisierung der Reinigung und Neuschöpfung.
Matrika – der Körper als Sanskrit-Mantra
Ein besonderes Merkmal des Durga Nityarchana Krama ist die ausführliche Mātṛkā-Lehre.
Im Antar-Mātṛkā-Nyāsa werden die Sanskritlaute in die Chakras gelegt. Im Sṛṣṭi-Mātṛkā-Nyāsa werden sie auf den ganzen Körper verteilt.
So wird der Körper zum Lautleib der Göttin. Sprache, Körper und Kosmos werden nicht getrennt gedacht: Die Buchstaben sind Śaktis, und der Körper wird zu ihrem Tempel.
Das Durga-Yantra und die Avaranas
Das Yantra wird als achtblättriger Lotus mit äußerem Bhūpura beschrieben.
In den inneren Bereichen erscheinen Kräfte wie:
- Prabhā;
- Māyā;
- Jayā;
- Sūkṣmā;
- Viśuddhā;
- Nandinī;
- Suprabhā;
- Vijayā;
- Sarvasiddhidā.
Im Zentrum steht der große Löwe der Durgā.
Auf den Blättern werden Jayā, Vijayā, Kīrti, Prīti, Pramā, Śraddhā, Medhā und Śruti verehrt.
An den Blattspitzen erscheinen Śaṅkha, Cakra, Gadā, Khaḍga, Pāśa, Aṅkuśa, Pfeil und Bogen.
Außerhalb werden die Richtungswächter und weitere Waffen verehrt. Das Yantra bildet so einen vollständigen heiligen Kosmos um Durgā.
Atma-Samarpana – die tiefste Gabe
Der spirituell schönste Teil des Werkes liegt gegen Ende.
Die äußeren Ritualgegenstände werden nun als innere Kräfte verstanden:
- Buddhi wird zum Spiegel;
- Manovṛtti wird zum Tanz;
- Klang wird zur Musik;
- Suṣumṇā wird zum Banner;
- Prāṇas werden zu Cāmaras;
- Ahaṃkāra wird zum Elefanten;
- Dynamik wird zum Wagen;
- Sinne werden zu Pferden;
- Manas ist der Zügel;
- Viveka ist der Wagenlenker.
Damit wird die ganze Person zur Pūjā.
Die eigentliche Vollendung lautet: Der Jīva selbst wird zur Frucht der Verehrung.
Inspirierende Verse
Die Erde trägt den Sitz
pṛthvi tvayā dhṛtā lokā devitvaṃ viṣṇunā dhṛtā |
tvaṃ ca dhāraya māṃ devi pavitraṃ kuru cāsanam || 1 ||
Übersetzung: O Erde, von dir werden die Welten getragen; du selbst wirst von Viṣṇu getragen. Trage auch mich, o Göttin, und heilige diesen Sitz.
Anrufung der heiligen Flüsse
gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati |
narmade sindhu kāveri jale'smin sannidhiṃ kuru ||
Übersetzung: O Gaṅgā, Yamunā, Godāvarī, Sarasvatī, Narmadā, Sindhu und Kāverī – seid in diesem Wasser gegenwärtig.
Bleibe während meiner Verehrung gegenwärtig
deveśi bhaktisulabhe parivāra samanvite |
yāvat tvāṃ pūjayiṣyāmi tāvat tvaṃ susthirā bhava ||
Übersetzung: O Herrin der Götter, den Hingebungsvollen leicht zugänglich, von deinem Gefolge umgeben: Solange ich dich verehre, bleibe hier fest gegenwärtig.
Gebet nach der Avarana-Puja
abhīṣṭasiddhiṃ me dehi śaraṇāgatavatsale |
bhaktyā samarpaye tubhyaṃ samastāvaraṇārcanam ||
Übersetzung: Schenke mir die erwünschte Vollendung, du Liebende der Zuflucht Suchenden. In Hingabe bringe ich dir die gesamte Verehrung der Āvaraṇas dar.
Der innere Wagen
indriyāṇyaśvarūpāṇi śabdādīn rathavartmanā |
manaḥ pragraharūpeṇa vivekaḥ sārathistvayam ||
Übersetzung: Die Sinne sind die Pferde, die Sinnesobjekte der Weg; der Geist ist der Zügel und Viveka ist der Wagenlenker.
Der Jiva als Puja-Gabe
puṣpāṇi santu mama devi sadendriyāṇi dhūpo gururvapuridaṃ hṛdayaṃ pradīpaḥ |
prāṇā... navākṣatāste pūjāphalaṃ bhajatu sāṃpratameṣa jīvaḥ ||
Übersetzung sinngemäß: Mögen meine Sinne deine Blumen sein, der Guru der Duft, dieser Körper der Räucherstoff, das Herz die Lampe. Möge dieser Jīva selbst nun die Frucht der Pūjā werden.
Zuflucht zu Durga
kuṃkumena samālabdhe candanena vilepite |
bilvapatra kṛtā piṃḍa durge'haṃ śaraṇāgataḥ ||
Übersetzung: O Durgā, mit Kuṅkuma gesalbt und mit Sandelholz geschmückt – ich habe bei dir Zuflucht genommen.
Bitte um Schutz und Fülle
mahiṣaghni mahāmāye cāmuṇḍe muṇḍamālini |
āyurārogyamaiśvaryaṃ dehi devi namo'stute ||
Übersetzung: O Bezwingerin des Mahiṣa, große Māyā, Cāmuṇḍā, Trägerin der Schädelgirlande: Schenke Lebensdauer, Gesundheit und Fülle. Verehrung sei dir.
Wichtigste Mantras aus dem Durga Nityarchana Krama
Durga-Bija
duṃ
दुं
Das Bīja duṃ durchzieht die eigentliche Durgā-Pūjā.
Hamsa und Soham
haṃ sa
हं स
so'ham
सोऽहम्
Diese Formeln begleiten die Bhūtaśuddhi und die Wiederherstellung der Beziehung von Jīvātman und Kuṇḍalinī.
Die fünf Element-Bijas
laṃ – vaṃ – raṃ – yaṃ – haṃ
लं – वं – रं – यं – हं
Sie stehen für Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum.
Durga-Shadangamantras
hrāṃ hrīṃ duṃ durgāyai hṛdayāya namaḥ
ह्रां ह्रीं दुं दुर्गायै हृदयाय नमः
hrīṃ hrīṃ duṃ durgāyai śirase svāhā
ह्रीं ह्रीं दुं दुर्गायै शिरसे स्वाहा
hrūṃ hrīṃ duṃ durgāyai śikhāyai vaṣaṭ
ह्रूं ह्रीं दुं दुर्गायै शिखायै वषट्
hraiṃ hrīṃ duṃ durgāyai kavacāya huṃ
ह्रैं ह्रीं दुं दुर्गायै कवचाय हुं
hrauṃ hrīṃ duṃ durgāyai netratrayāya vauṣaṭ
ह्रौं ह्रीं दुं दुर्गायै नेत्रत्रयाय वौषट्
hraṃḥ hrīṃ duṃ durgāyai astrāya phaṭ
ह्रंः ह्रीं दुं दुर्गायै अस्त्राय फट्
Verwendung: Verehrung der sechs Glieder beziehungsweise Schutzaspekte der Göttin.
Bilder und Videos
Pūjā – Aufbau und Bedeutung
Dieses Yoga-Vidya-Video erläutert Aufbau und Grundlogik einer Pūjā und bietet eine moderne Ergänzung zum rituellen Zusammenhang des Textes.
Chakra-Energie-Meditation
Die moderne Yoga-Vidya-Meditation ergänzt die Bhūtaśuddhi-, Chakra- und Kuṇḍalinī-Passagen. Sie ist keine Rekonstruktion dieses historischen Ritualhandbuchs.
Durga Nityarchana Krama und andere Tantra-Schriften
Thematisch bestehen enge Beziehungen zu:
- Prapanchasara Tantra – Bhūtaśuddhi, Mātṛkā und Nyāsa;
- Sharada Tilaka Tantra – Mantra-, Nyāsa- und Pūjā-Systematik;
- Mantramahodadhi – Mantra und ritualisierte Devatā-Verehrung;
- Shaktananda Tarangini – Nitya-Pūjā, Bhūtaśuddhi, Nyāsa und innere Verehrung;
- Kularnava Tantra – Guru, Śakti und ritueller Kontext;
- Devi Mahatmyam – Durgā als große Göttin und Bezwingerin des Mahiṣa;
- Durga Saptashati – zentrale devotional-rituelle Durgā-Überlieferung;
- Pranatoshini Tantra – Devī-Mantras und Pūjā-Systematik.
Direkte literarische Abhängigkeit wird nur dort behauptet, wo sie in der vorliegenden Quelle selbst erkennbar ist.
Bedeutung für heutige Yoga-Aspiranten
Der Durga Nityarchana Krama ist ein traditionelles Ritualhandbuch und setzt Kenntnisse von Mantra, Nyāsa, Mudrā und Pūjā voraus.
Für heutige Yoga-Aspiranten können besonders folgende Gedanken inspirierend sein:
- Der Körper kann als heiliger Raum betrachtet werden.
- Atem und Konzentration sammeln zerstreute Energie.
- Mātṛkā macht Sprache selbst zu einer Form der Śakti.
- Die äußere Göttin und die innere Bewusstseinskraft gehören zusammen.
- Pūjā ist nicht nur Darbringung von Gegenständen – letztlich wird der ganze Mensch zur Gabe.
- Viveka wird im Text zum Wagenlenker des inneren Lebens.
- Die Göttin wird am Ende ins Herz zurückgeführt.
Für Meditation ist gerade dieser Schluss besonders wertvoll: Die verehrte Durgā bleibt nicht außerhalb. Ihre Lichtgestalt wird über den Atem in das Herz aufgenommen.
Abschließende Betrachtung
Der Durga Nityarchana Krama beginnt im erhaltenen Teil mit Reinigung und äußerer Vorbereitung. Doch sein innerer Weg führt weit darüber hinaus.
Zuerst wird der Körper durch Bhūtaśuddhi in seine Elemente aufgelöst und neu erschaffen. Dann wird er durch Mātṛkā-Nyāsa zum Lautkörper der Göttin. Danach erscheint Durgā im Yantra, erhält Blumen, Licht, Duft und Nahrung. Schließlich werden alle diese Gaben in den eigenen Menschen zurückübersetzt: Buddhi ist Spiegel, Manas Zügel, Viveka Wagenlenker, Suṣumṇā Banner, die Sinne Blumen.
Am Ende ist die wichtigste Gabe nicht das äußere Material. Der Jīva selbst wird dargebracht.
Und die Göttin, die zuvor im Yantra verehrt wurde, kehrt über den Atem in das Herz zurück. So verbindet diese kurze Ritualschrift Bhakti, Mantra, Kundalini, Puja und innere Meditation zu einem einzigen Weg der Durgā-Verehrung.
Textgrundlage
Muktabodha Indological Research Institute, Katalognummer M00545, durgānityārcanakrama. Grundlage: NGMCP manuscript 5-6785, Reel No. B 368/28. Die Metadaten bezeichnen den Text als „Ritual manual“. Das Manuskript wurde von Mark S. G. Dyczkowski ausgewählt und vom Muktabodha-Team unter Aufsicht von Anirban Dash digital erfasst; Revision 0 vom 25. September 2021. Die bereitgestellte digitale Fassung setzt erst auf Seite/Blatt 4 ein. Für Umschrift und Devanagari wurden ausschließlich die beiden Nutzerdateien verwendet.
Siehe auch
- Durga
- Devi
- Shakti
- Durga Puja
- Navaratri
- Devi Mahatmyam
- Durga Saptashati
- Puja
- Archana
- Mantra
- Bija
- Nyasa
- Matrika
- Bhuta Shuddhi
- Prana
- Pranayama
- Kundalini
- Sushumna
- Muladhara Chakra
- Ajna Chakra
- Sahasrara Chakra
- Yantra
- Avarana
- Homa
- Bhakti Yoga
- Meditation
- Shaktananda Tarangini
- Prapanchasara Tantra
- Sharada Tilaka Tantra
- Mantramahodadhi
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