Avadhuta Upanishad

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Die Avadhuta Upanishad (Sanskrit: अवधूतोपनिषत्, avadhūtopaniṣat) gehört zur Gruppe der Sannyasa Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Krishna Yajurveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.

Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Bedeutung des Namens Avadhuta; Handeln ohne Anhaftung; Überschreitung äußerer Normen durch Erkenntnis, nicht durch Willkür. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Die Avadhuta Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Avadhuta Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.

Eröffnungsvers der Avadhuta Upanishad gauṇamukhyāvadhūtālihṛdayāmbujavarti yat |
tattraipadaṃ brahmatattvaṃ svamātramavaśiṣyate ||

Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – welches; gauṇamukhyāvadhūtālihṛdayāmbujavarti tattraipadaṃ brahmatattvaṃ svamātramavaśiṣyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt.“.

Shanti-Mantra der Avadhuta Upanishad oṃ saha nāvavatu || saha nau bhunaktu || saha vīryaṃ karavāvahai ||
tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); – nicht; möge nicht; śāntiḥ – Frieden; saha nāvavatu nau bhunaktu vīryaṃ karavāvahai tejasvināvadhītamastu vidviṣāvahai – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, …“.

Textabschnitt 1 Avadhuta Upanishad hariḥ oṃ atha ha sāṃkṛtirbhagavantamavadhūtaṃ dattātreyaṃ
parisametya papraccha bhagavanko'vadhūtasya kā sthitiḥ kiṃ
lakṣma kiṃ saṃsaraṇamiti |
taṃ hovāca bhagavo dattātreyaḥ
paramakāruṇikaḥ ||

Dann wird gesagt, Samkriti näherte sich dem ehrwürdigen Avadhuta, Dattatreya, und fragte: Ehrwürdiger Herr, wer ist ein Avadhuta? Was ist sein Zustand? Was ist seine Eigenschaft? Und was ist seine weltliche Existenz? Darauf antwortete der ehrwürdige Dattatreya, der mitfühlendste: Der Avadhuta wird so genannt, weil er unsterblich [akshara] ist; er ist der größte [varenya]; er hat weltliche Bande abgelegt [dhuta Samsara bandhana];

Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); atha – nun; sodann; ha – wahrlich; überlieferte Erzählpartikel; papraccha – fragte; sthitiḥ – Zustand, Verfassung; kiṃ – was; hovāca – sprach; sāṃkṛtirbhagavantamavadhūtaṃ dattātreyaṃ parisametya bhagavanko'vadhūtasya kā lakṣma saṃsaraṇamiti taṃ bhagavo dattātreyaḥ paramakāruṇikaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dann wird gesagt, Samkriti näherte sich dem ehrwürdigen Avadhuta, Dattatreya, und fragte: Ehrwürdiger Herr, wer ist ein Avadhuta? Was ist sein Zustand? Was ist seine Eigenschaft? Und was ist seine weltliche Existenz? …“.

1. Vers Avadhuta Upanishad akṣaratvādvareṇyatvāddhṛtasaṃsārabandhanāt |
tattvamasyādilakṣyatvādavadhūta itīryate || 1 ||

Er wird Avadhuta genannt, weil er das Unvergängliche und Erlesene ist, die Bindung an Samsara abgeschüttelt hat und das Ziel der großen Aussage „Du bist Das“ und ähnlicher Lehrsätze ist.

Wort-für-Wort-Erläuterung: akṣaratvādvareṇyatvāddhṛtasaṃsārabandhanāt tattvamasyādilakṣyatvādavadhūta itīryate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Er wird Avadhuta genannt, weil er das Unvergängliche und Erlesene ist, die Bindung an Samsara abgeschüttelt hat und das Ziel der großen Aussage „Du bist Das“ und ähnlicher Lehrsätze ist.“.

2. Vers Avadhuta Upanishad yo vilaṅghyāśramānvarṇānātmanyeva sthitaḥ sadā |
ativarṇāśramī yogī avadhūtaḥ sa kathyate || 2 ||

Der Yogi, der gesellschaftliche Stände und Lebensstufen überschritten hat und stets allein im eigenen Atman gegründet bleibt, wird Avadhuta genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sthitaḥ – befindlich, verweilend; sadā – immer; yogī – der Yogi; avadhūtaḥAvadhuta, von Bindungen Freier; kathyate – wird bezeichnet; yo vilaṅghyāśramānvarṇānātmanyeva ativarṇāśramī sa – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Yogi, der gesellschaftliche Stände und Lebensstufen überschritten hat und stets allein im eigenen Atman gegründet bleibt, wird Avadhuta genannt.“.

3. Vers Avadhuta Upanishad tasya priyaṃ śiraḥ kṛtvā modo dakṣiṇapakṣakaḥ |
pramoda uttaraḥ pakṣa ānando goṣpadāyate || 3 ||

Sein Geliebtes bildet gleichsam den Kopf, Freude seinen rechten Flügel, große Freude seinen linken Flügel; Glückseligkeit wird für ihn so selbstverständlich wie die kleine Vertiefung einer Kuhspur.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tasya – dessen; von ihm; śiraḥ – Kopf; kṛtvā – getan habend; nachdem er getan hat; priyaṃ modo dakṣiṇapakṣakaḥ pramoda uttaraḥ pakṣa ānando goṣpadāyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sein Geliebtes bildet gleichsam den Kopf, Freude seinen rechten Flügel, große Freude seinen linken Flügel; Glückseligkeit wird für ihn so selbstverständlich wie die kleine Vertiefung einer Kuhspur.“.

4. Vers Avadhuta Upanishad gopālasadṛśāṃ śīrṣe nāpi madhye na cāpyadhaḥ |
brahmapucchaṃ pratiṣṭheti pucchākāreṇa kārayet || 4 ||

Das „Brahman als Schwanz und Stütze“ soll weder am Kopf noch in der Mitte noch unten angesetzt, sondern sinnbildlich als tragender Abschluss verstanden werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: madhye – in der Mitte; na – nicht; gopālasadṛśāṃ śīrṣe nāpi cāpyadhaḥ brahmapucchaṃ pratiṣṭheti pucchākāreṇa kārayet – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Das „Brahman als Schwanz und Stütze“ soll weder am Kopf noch in der Mitte noch unten angesetzt, sondern sinnbildlich als tragender Abschluss verstanden werden.“.

5. Vers Avadhuta Upanishad evaṃ catuṣpathaṃ kṛtvā te yānti paramāṃ gatim |
na karmaṇā na prajayā dhanena tyāgenaike amṛtatvamānaśuḥ || 5 ||

Nachdem sie diesen vierfachen Weg verwirklicht haben, gelangen sie zum höchsten Ziel. Nicht durch Werke, Nachkommenschaft oder Besitz, sondern allein durch Entsagung erlangten manche die Unsterblichkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evaṃ – so, auf diese Weise; kṛtvā – getan habend; nachdem er getan hat; te – sie; dir (je nach Zusammenhang); yānti – sie gelangen; paramāṃ – höchste; gatim – stätte, zum Ziel; na – nicht; catuṣpathaṃ karmaṇā prajayā dhanena tyāgenaike amṛtatvamānaśuḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Nachdem sie diesen vierfachen Weg verwirklicht haben, gelangen sie zum höchsten Ziel. Nicht durch Werke, Nachkommenschaft oder Besitz, sondern allein durch Entsagung erlangten manche die Unsterblichkeit.“.

Textabschnitt 2 Avadhuta Upanishad svairaṃ svairaviharaṇaṃ tatsaṃsaraṇam |
sāṃbarā vā digaṃbarā vā |
na teṣāṃ dharmādharmau na medhyāmedhau |
sadā
sāṃgrahaṇyeṣṭyāśvamedhamantayāgaṃ yajate |
sa mahāmakho mahāyogaḥ |
kṛtsnametaccitraṃ karma|
svairaṃ na vigāyettanmahāvratam |
na sa mūḍhavallipyate |

Durch qualvolles, korrektes Wissen [samgrahaneshti] (der Avadhuta) führt Ashvamedha-Opfer in sich selbst aus. Das ist das größte Opfer und das große Yoga. Nichts von dieser außergewöhnlichen, freien Handlung (seiner) sollte offenbart werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – oder; na – nicht; teṣāṃ – ihre; sadā – immer; karmaKarma, Handlung und Wirkung; svairaṃ svairaviharaṇaṃ tatsaṃsaraṇam sāṃbarā digaṃbarā dharmādharmau medhyāmedhau sāṃgrahaṇyeṣṭyāśvamedhamantayāgaṃ yajate sa mahāmakho mahāyogaḥ kṛtsnametaccitraṃ vigāyettanmahāvratam mūḍhavallipyate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Durch qualvolles, korrektes Wissen [samgrahaneshti] (der Avadhuta) führt Ashvamedha-Opfer in sich selbst aus. Das ist das größte Opfer und das große Yoga. Nichts von dieser außergewöhnlichen, freien Handlung (seiner) …“.

6. Vers Avadhuta Upanishad yathā raviḥ sarvarasānprabhuṅkte
hutāśanaścāpi hi sarvabhakṣaḥ |
tathaiva yogī viṣayānprabhuṅkte
na lipyate puṇyapāpaiśca śuddhaḥ || 6 ||

Wie die Sonne alle Säfte aufnimmt und das Feuer alles verzehrt, so kann der reine Yogi die Sinnesgegenstände erfahren, ohne von Verdienst oder Verfehlung befleckt zu werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yathā – wie; hi – denn; gewiss; tathaiva – ebenso; yogī – der Yogi; na – nicht; raviḥ sarvarasānprabhuṅkte hutāśanaścāpi sarvabhakṣaḥ viṣayānprabhuṅkte lipyate puṇyapāpaiśca śuddhaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wie die Sonne alle Säfte aufnimmt und das Feuer alles verzehrt, so kann der reine Yogi die Sinnesgegenstände erfahren, ohne von Verdienst oder Verfehlung befleckt zu werden.“.

7. Vers Avadhuta Upanishad āpūryamāṇamacalapratiṣṭhaṃ
samudramāpaḥ praviśanti yadvat |
tadvatkāmā yaṃ praviśanti sarve
sa śāntimāpnoti na kāmakāmī || 7 ||

Wie die Wasser in den sich füllenden und doch unbeweglich gegründeten Ozean einströmen, so erlangt derjenige Frieden, in den alle Wünsche eingehen – nicht der, der den Wünschen nachjagt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: praviśanti – sie treten ein; sarve – alle; na – nicht; āpūryamāṇamacalapratiṣṭhaṃ samudramāpaḥ yadvat tadvatkāmā yaṃ sa śāntimāpnoti kāmakāmī – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wie die Wasser in den sich füllenden und doch unbeweglich gegründeten Ozean einströmen, so erlangt derjenige Frieden, in den alle Wünsche eingehen – nicht der, der den Wünschen nachjagt.“.

8. Vers Avadhuta Upanishad na nirodho na cotpattirna baddho na ca sādhakaḥ |
na mumukṣurna vai mukta ityeṣā paramārthatā || 8 ||

Es gibt weder Auflösung noch Entstehung, weder einen Gebundenen noch einen Übenden, weder einen Befreiungssucher noch einen Befreiten: Das ist die höchste Wahrheit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; ca – und; vai – wahrlich; gewiss; mukta – frei; nirodho cotpattirna baddho sādhakaḥ mumukṣurna ityeṣā paramārthatā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Es gibt weder Auflösung noch Entstehung, weder einen Gebundenen noch einen Übenden, weder einen Befreiungssucher noch einen Befreiten: Das ist die höchste Wahrheit.“.

9. Vers Avadhuta Upanishad aihikāmuṣmikavrātasiddhai mukteśca siddhaye |
bahukṛtyaṃ purā syānme tatsarvamadhunā kṛtam || 9 ||

Früher hatte ich viele Pflichten, um Ziele in dieser und der jenseitigen Welt sowie die Befreiung zu erlangen; jetzt ist dies alles vollbracht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: siddhaye – zur Vollendung, zur Verwirklichung, zum Erfolg; aihikāmuṣmikavrātasiddhai mukteśca bahukṛtyaṃ purā syānme tatsarvamadhunā kṛtam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Früher hatte ich viele Pflichten, um Ziele in dieser und der jenseitigen Welt sowie die Befreiung zu erlangen; jetzt ist dies alles vollbracht.“.

10. Vers Avadhuta Upanishad tadeva kṛtakṛtyatvaṃ pratiyogipuraḥsaram |
anusandadhadevāyamevaṃ tṛpyati nityaśaḥ || 10 ||

Eben dies ist das Erfülltsein dessen, was zu tun war. Indem er es im Gegensatz zum früheren unerfüllten Zustand betrachtet, bleibt er immerdar zufrieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tadeva – dasselbe; kṛtakṛtyatvaṃ pratiyogipuraḥsaram anusandadhadevāyamevaṃ tṛpyati nityaśaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Eben dies ist das Erfülltsein dessen, was zu tun war. Indem er es im Gegensatz zum früheren unerfüllten Zustand betrachtet, bleibt er immerdar zufrieden.“.

11. Vers Avadhuta Upanishad duḥkhino'jñāḥ saṃsarantu kāmaṃ putrādyapekṣayā |
paramānandapūrṇo'haṃ saṃsarāmi kimicchayā || 11 ||

Mögen die Unwissenden, die wegen des Verlangens nach Kindern und anderem leiden, nach Wunsch im Samsara wandern. Ich bin von höchster Glückseligkeit erfüllt – aus welchem Wunsch sollte ich noch wandern?

Wort-für-Wort-Erläuterung: duḥkhino'jñāḥ saṃsarantu kāmaṃ putrādyapekṣayā paramānandapūrṇo'haṃ saṃsarāmi kimicchayā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mögen die Unwissenden, die wegen des Verlangens nach Kindern und anderem leiden, nach Wunsch im Samsara wandern. Ich bin von höchster Glückseligkeit erfüllt – aus welchem Wunsch sollte ich noch wandern?“.

12. Vers Avadhuta Upanishad anutiṣṭhantu karmāṇi paralokayiyāsavaḥ |
sarvalokātmakaḥ kasmādanutiṣṭhāmi kiṃ katham || 12 ||

Mögen diejenigen Werke vollziehen, die in andere Welten gelangen wollen. Da ich das Selbst aller Welten bin: Weshalb, was und wie sollte ich noch vollziehen?

Wort-für-Wort-Erläuterung: karmāṇi – Handlungen; kiṃ – was; katham – wie?; anutiṣṭhantu paralokayiyāsavaḥ sarvalokātmakaḥ kasmādanutiṣṭhāmi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mögen diejenigen Werke vollziehen, die in andere Welten gelangen wollen. Da ich das Selbst aller Welten bin: Weshalb, was und wie sollte ich noch vollziehen?“.

13. Vers Avadhuta Upanishad vyācakṣatāṃ te śāstrāṇi vedānadhyāpayantu vā |
ye'trādhikāriṇo me tu nādhikāro'kriyatvataḥ || 13 ||

Mögen die dazu Befähigten die Lehrschriften auslegen oder die Veden lehren. Ich aber habe dazu keinen Auftrag, denn ich bin ohne Täterschaft.

Wort-für-Wort-Erläuterung: te – sie; dir (je nach Zusammenhang); – oder; me – mir; tu – aber; hingegen; vyācakṣatāṃ śāstrāṇi vedānadhyāpayantu ye'trādhikāriṇo nādhikāro'kriyatvataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mögen die dazu Befähigten die Lehrschriften auslegen oder die Veden lehren. Ich aber habe dazu keinen Auftrag, denn ich bin ohne Täterschaft.“.

14. Vers Avadhuta Upanishad nidrābhikṣe snānaśauce necchāmi na karomi ca |
draṣṭāraścetkalpayantu kiṃ me syādanyakalpanāt || 14 ||

Ich wünsche und vollziehe weder Schlafen und Betteln noch Baden und Reinigen. Wenn Beobachter mir solches zuschreiben, mögen sie es tun; was geschieht mir durch die Vorstellung anderer?

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; ca – und; kiṃ – was; me – mir; nidrābhikṣe snānaśauce necchāmi karomi draṣṭāraścetkalpayantu syādanyakalpanāt – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich wünsche und vollziehe weder Schlafen und Betteln noch Baden und Reinigen. Wenn Beobachter mir solches zuschreiben, mögen sie es tun; was geschieht mir durch die Vorstellung anderer?“.

15. Vers Avadhuta Upanishad guñjāpuñjādi dahyeta nānyāropitavahninā |
nānyāropitasaṃsāradharmā naivamahaṃ bhaje || 15 ||

Ein Haufen Gunja-Samen verbrennt nicht durch ein Feuer, das man etwas anderem zuschreibt. Ebenso nehme ich die nur zugeschriebenen Eigenschaften des Samsara nicht als die meinen an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; guñjāpuñjādi dahyeta nānyāropitavahninā nānyāropitasaṃsāradharmā naivamahaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ein Haufen Gunja-Samen verbrennt nicht durch ein Feuer, das man etwas anderem zuschreibt. Ebenso nehme ich die nur zugeschriebenen Eigenschaften des Samsara nicht als die meinen an.“.

16. Vers Avadhuta Upanishad śṛṇvantvajñātatattvāste jānankasmāñchṛṇomyaham |
manyantāṃ saṃśayāpannā na manye'hamasaṃśayaḥ || 16 ||

Mögen diejenigen hören, die die Wirklichkeit nicht kennen; warum sollte ich hören, da ich sie kenne? Mögen die Zweifelnden nachdenken; ich, der zweifelsfrei ist, brauche es nicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; śṛṇvantvajñātatattvāste jānankasmāñchṛṇomyaham manyantāṃ saṃśayāpannā manye'hamasaṃśayaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mögen diejenigen hören, die die Wirklichkeit nicht kennen; warum sollte ich hören, da ich sie kenne? Mögen die Zweifelnden nachdenken; ich, der zweifelsfrei ist, brauche es nicht.“.

17. Vers Avadhuta Upanishad viparyasto nididhyāse kiṃ dhyānamaviparyaye |
dehātmatvaviparyāsaṃ na kadācidbhajāmyaham || 17 ||

Wer einer Verwechslung unterliegt, soll tief meditieren; wozu aber Meditation, wenn keine Verwechslung besteht? Die irrige Gleichsetzung von Körper und Selbst nehme ich niemals an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kiṃ – was; na – nicht; viparyasto nididhyāse dhyānamaviparyaye dehātmatvaviparyāsaṃ kadācidbhajāmyaham – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer einer Verwechslung unterliegt, soll tief meditieren; wozu aber Meditation, wenn keine Verwechslung besteht? Die irrige Gleichsetzung von Körper und Selbst nehme ich niemals an.“.

18. Vers Avadhuta Upanishad ahaṃ manuṣya ityādivyavahāro vināpyamum |
viparyāsaṃ cirābhyastavāsanāto'vakalpate || 18 ||

Der alltägliche Sprachgebrauch „Ich bin ein Mensch“ kann auch ohne diese Verwechslung fortbestehen, weil er aus lange eingeübten Eindrücken hervorgeht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ahaṃ manuṣya ityādivyavahāro vināpyamum viparyāsaṃ cirābhyastavāsanāto'vakalpate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der alltägliche Sprachgebrauch „Ich bin ein Mensch“ kann auch ohne diese Verwechslung fortbestehen, weil er aus lange eingeübten Eindrücken hervorgeht.“.

19. Vers Avadhuta Upanishad ārabdhakarmaṇi kṣīṇe vyavahāro nivartate |
karmakṣaye tvasau naiva śāmeddhyānasahasrataḥ || 19 ||

Wenn das bereits begonnene Karma erschöpft ist, endet auch dieser gewöhnliche Sprachgebrauch. Vor dem Ende des Karmas verstummt er nicht einmal durch tausend Meditationen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: naiva – nicht so; ārabdhakarmaṇi kṣīṇe vyavahāro nivartate karmakṣaye tvasau śāmeddhyānasahasrataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn das bereits begonnene Karma erschöpft ist, endet auch dieser gewöhnliche Sprachgebrauch. Vor dem Ende des Karmas verstummt er nicht einmal durch tausend Meditationen.“.

20. Vers Avadhuta Upanishad viralatvaṃ vyavahṛteriṣṭaṃ ceddhyānamastu te |
bādhikarmavyavahṛtiṃ paśyandhyāyāmyahaṃ kutaḥ || 20 ||

Wenn du eine Verringerung weltlicher Betätigung wünschst, mag Meditation für dich sinnvoll sein. Da ich weltliches Handeln nicht als Hindernis sehe, weshalb sollte ich deswegen meditieren?

Wort-für-Wort-Erläuterung: te – sie; dir (je nach Zusammenhang); kutaḥ – woher?, wie sollte?; viralatvaṃ vyavahṛteriṣṭaṃ ceddhyānamastu bādhikarmavyavahṛtiṃ paśyandhyāyāmyahaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn du eine Verringerung weltlicher Betätigung wünschst, mag Meditation für dich sinnvoll sein. Da ich weltliches Handeln nicht als Hindernis sehe, weshalb sollte ich deswegen meditieren?“.

Textabschnitt 3 Avadhuta Upanishad vikṣepo nāsti yasmānme na samādhistato mama |
vikṣepo vā samādhirvā manasaḥ syādvikāriṇaḥ |

darum sollte ich, dem weltliche Geschäfte kein Hindernis bieten, kontemplieren? Weil ich keine Ablenkungen habe, brauche ich keine Konzentration, Ablenkung oder Konzentration des Geistes, der sich verändert.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nāsti – ist nicht; existiert nicht; na – nicht; mama – mein; – oder; vikṣepo yasmānme samādhistato samādhirvā manasaḥ syādvikāriṇaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „darum sollte ich, dem weltliche Geschäfte kein Hindernis bieten, kontemplieren? Weil ich keine Ablenkungen habe, brauche ich keine Konzentration, Ablenkung oder Konzentration des Geistes, der sich verändert.“.

21. Vers Avadhuta Upanishad nityānubhavarūpasya ko me'trānubhavaḥ pṛthak || 21 ||

Da es für mich keine Zerstreuung gibt, gibt es für mich auch keinen besonderen Samadhi. Zerstreuung und Sammlung gehören zum wandelbaren Geist; welche gesonderte Erfahrung sollte es für mich geben, dessen Natur ewiges Erfahren ist?

Wort-für-Wort-Erläuterung: nityānubhavarūpasya ko me'trānubhavaḥ pṛthak – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Da es für mich keine Zerstreuung gibt, gibt es für mich auch keinen besonderen Samadhi. Zerstreuung und Sammlung gehören zum wandelbaren Geist; welche gesonderte Erfahrung sollte es für mich geben, dessen Natur ewiges …“.

Textabschnitt 4 Avadhuta Upanishad kṛtaṃ kṛtyaṃ prāpaṇīyaṃ prāptamityeva nityaśaḥ |
vyavahāro laukiko vā śāstrīyo vānyathāpi vā |

Was getan werden muss, ist getan, was gewonnen werden muss, ist für immer gewonnen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – oder; kṛtaṃ kṛtyaṃ prāpaṇīyaṃ prāptamityeva nityaśaḥ vyavahāro laukiko śāstrīyo vānyathāpi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Was getan werden muss, ist getan, was gewonnen werden muss, ist für immer gewonnen.“.

22. Vers Avadhuta Upanishad mamākarturalepasya yathārabdhaṃ pravartatām || 22 ||

Was zu tun war, ist getan; was zu erlangen war, ist erlangt. Weltliche, schriftgemäße oder andere Vorgänge mögen ihren begonnenen Lauf nehmen: Ich bin weder Handelnder noch von ihnen befleckt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mamākarturalepasya yathārabdhaṃ pravartatām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Was zu tun war, ist getan; was zu erlangen war, ist erlangt. Weltliche, schriftgemäße oder andere Vorgänge mögen ihren begonnenen Lauf nehmen: Ich bin weder Handelnder noch von ihnen befleckt.“.

23. Vers Avadhuta Upanishad athavā kṛtakṛtye'pi lokānugrahakāmyayā |
śāstrīyeṇaiva mārgena varte'haṃ mama kā kṣatiḥ || 23 ||

Oder ich mag, obwohl alles vollbracht ist, zum Wohl der Welt weiterhin auf dem von den Schriften gewiesenen Weg leben. Welcher Schaden könnte mir daraus entstehen?

Wort-für-Wort-Erläuterung: mama – mein; athavā kṛtakṛtye'pi lokānugrahakāmyayā śāstrīyeṇaiva mārgena varte'haṃ kā kṣatiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Oder ich mag, obwohl alles vollbracht ist, zum Wohl der Welt weiterhin auf dem von den Schriften gewiesenen Weg leben. Welcher Schaden könnte mir daraus entstehen?“.

24. Vers Avadhuta Upanishad devārcanasnānaśaucabhikṣādau vartatāṃ vapuḥ |
tāraṃ japatu vāktadvatpaṭhatvāmnāyamastakam || 24 ||

Der Körper mag sich mit Gottesverehrung, Baden, Reinigung und Betteln befassen; die Rede mag das befreiende Mantra wiederholen oder die Upanishaden rezitieren.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vapuḥ – der Körper; devārcanasnānaśaucabhikṣādau vartatāṃ tāraṃ japatu vāktadvatpaṭhatvāmnāyamastakam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Körper mag sich mit Gottesverehrung, Baden, Reinigung und Betteln befassen; die Rede mag das befreiende Mantra wiederholen oder die Upanishaden rezitieren.“.

25. Vers Avadhuta Upanishad viṣṇuṃ dhyāyatu dhīryadvā brahmānande vilīyatām |
sākṣyahaṃ kiṃcidapyatra na kurve nāpi kāraye || 25 ||

Der Geist mag über Vishnu meditieren oder in der Glückseligkeit Brahmans aufgehen. Ich bin der Zeuge: Ich tue darin nichts und veranlasse auch nichts.

Wort-für-Wort-Erläuterung: na – nicht; viṣṇuṃ dhyāyatu dhīryadvā brahmānande vilīyatām sākṣyahaṃ kiṃcidapyatra kurve nāpi kāraye – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Der Geist mag über Vishnu meditieren oder in der Glückseligkeit Brahmans aufgehen. Ich bin der Zeuge: Ich tue darin nichts und veranlasse auch nichts.“.

26. Vers Avadhuta Upanishad kṛtakṛtyatayā tṛptaḥ prāptaprāpyatayā punaḥ |
tṛpyannevaṃ svamanasā manyatesau nirantaram || 26 ||

Zufrieden, weil alles zu Tuende getan und alles zu Erlangende erlangt ist, denkt er mit seinem eigenen Geist unablässig auf diese Weise:

Wort-für-Wort-Erläuterung: punaḥ – wieder, dann; nirantaram – fortgesetzt; kṛtakṛtyatayā tṛptaḥ prāptaprāpyatayā tṛpyannevaṃ svamanasā manyatesau – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Zufrieden, weil alles zu Tuende getan und alles zu Erlangende erlangt ist, denkt er mit seinem eigenen Geist unablässig auf diese Weise:“.

27. Vers Avadhuta Upanishad dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ nityaṃ svātmānamañjasā vedmi |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ brahmānando vibhāti me spaṣṭam || 27 ||

Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Beständig erkenne ich unmittelbar mein eigenes Selbst. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Die Glückseligkeit Brahmans leuchtet klar in mir.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nityaṃ – immer; beständig; vibhāti – erscheint; me – mir; dhanyo'haṃ svātmānamañjasā vedmi brahmānando spaṣṭam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Beständig erkenne ich unmittelbar mein eigenes Selbst. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Die Glückseligkeit Brahmans leuchtet klar in mir.“.

28. Vers Avadhuta Upanishad dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ duḥkhaṃ sāṃsārikaṃ na vīkṣe'dya |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ svasyājñānaṃ palāyitaṃ kvāpi || 28 ||

Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Heute sehe ich kein Leid des Samsara. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Meine Unwissenheit ist davongeflohen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: duḥkhaṃ – Leid; Schmerz; na – nicht; dhanyo'haṃ sāṃsārikaṃ vīkṣe'dya svasyājñānaṃ palāyitaṃ kvāpi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Heute sehe ich kein Leid des Samsara. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Meine Unwissenheit ist davongeflohen.“.

29. Vers Avadhuta Upanishad dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ kartavyaṃ me na vidyate kiṃcit |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ prāptavyaṃ sarvamatra sampannam || 29 ||

Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Für mich bleibt keinerlei Pflicht. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Alles zu Erlangende ist hier erlangt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kartavyaṃ – sollten; me – mir; na – nicht; vidyate – ist vorhanden; dhanyo'haṃ kiṃcit prāptavyaṃ sarvamatra sampannam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Für mich bleibt keinerlei Pflicht. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Alles zu Erlangende ist hier erlangt.“.

30. Vers Avadhuta Upanishad dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ tṛpterme kopamā bhavelloke |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ dhanyo dhanyaḥ punaḥ punardhanyaḥ || 30 ||

Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Was in der Welt könnte meiner Zufriedenheit gleichen? Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich – immer wieder gesegnet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: punaḥ – wieder, dann; dhanyo'haṃ tṛpterme kopamā bhavelloke dhanyo dhanyaḥ punardhanyaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Was in der Welt könnte meiner Zufriedenheit gleichen? Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich – immer wieder gesegnet.“.

31. Vers Avadhuta Upanishad aho puṇyamaho puṇyaṃ phalitaṃ phalitaṃ dṛḍham |
asya puṇyasya sampatteraho vayamaho vayam || 31 ||

Welch ein Verdienst, welch ein Verdienst! Es hat Frucht getragen, fest und wahrhaftig Frucht getragen. Welch ein Reichtum dieses Verdienstes; welch ein Zustand ist uns zuteilgeworden!

Wort-für-Wort-Erläuterung: puṇyaṃ – punya; dṛḍham – fest, beständig; asya – sein, von diesem; aho puṇyamaho phalitaṃ puṇyasya sampatteraho vayamaho vayam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Welch ein Verdienst, welch ein Verdienst! Es hat Frucht getragen, fest und wahrhaftig Frucht getragen. Welch ein Reichtum dieses Verdienstes; welch ein Zustand ist uns zuteilgeworden!“.

32. Vers Avadhuta Upanishad aho jñānamaho jñānamaho sukhamaho sukham |
aho śāstramaho śāstramaho gururaho guruḥ || 32 ||

Welch eine Erkenntnis, welch eine Erkenntnis! Welch ein Glück, welch ein Glück! Welch eine Schrift, welch eine Schrift! Welch ein Guru, welch ein Guru!

Wort-für-Wort-Erläuterung: sukham – Freude; Wohl; guruḥGuru, Lehrer; aho jñānamaho sukhamaho śāstramaho gururaho – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Welch eine Erkenntnis, welch eine Erkenntnis! Welch ein Glück, welch ein Glück! Welch eine Schrift, welch eine Schrift! Welch ein Guru, welch ein Guru!“.

Textabschnitt 5 Avadhuta Upanishad iti ya idamadhīte so'pi kṛtakṛtyo bhavati |
surāpānātpūto bhavati |
svarṇasteyātpūto bhavati |
brahmahatyātpūto bhavati |
kṛtyākṛtyātpūto bhavati |
evaṃ viditvā svecchācāraparo
bhūyādoṃsatyamityupaniṣat ||
oṃ saha nāvavatu ||
saha nau bhunaktu ||
saha vīryaṃ karavāvahai ||

Wer dies studiert, erreicht auch alles, was erreicht werden muss. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Trinkens von Alkohol. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Diebstahls von Gold. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Tötens eines Brahmanen. Er wird frei von Handlungen, ordiniert oder verboten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; bhavati – wird; ist; evaṃ – so, auf diese Weise; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); ya idamadhīte so'pi kṛtakṛtyo surāpānātpūto svarṇasteyātpūto brahmahatyātpūto kṛtyākṛtyātpūto viditvā svecchācāraparo bhūyādoṃsatyamityupaniṣat saha nāvavatu nau bhunaktu vīryaṃ karavāvahai – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer dies studiert, erreicht auch alles, was erreicht werden muss. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Trinkens von Alkohol. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Diebstahls von Gold. Er wird frei von …“.

Shanti-Mantra der Avadhuta Upanishad tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – nicht; möge nicht; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); śāntiḥ – Frieden; tejasvināvadhītamastu vidviṣāvahai – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, …“.

Schlussformel der Avadhuta Upanishad ityavadhūtopaniṣatsamāptā ||

Hier endet die Avadhuta Upanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ityavadhūtopaniṣatsamāptā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Avadhuta Upanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.“.

Avadhuta Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt. Als Sannyasa Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Krishna Yajurveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die Schrift gehört zur vielschichtigen Gruppe der Sannyasa-Upanishaden. Ohne eine kritische Untersuchung aller Handschriften ist nur eine vorsichtige Einordnung in das erste Jahrtausend n. Chr. möglich; einzelne Lehren können älter, die erhaltene Fassung aber jünger sein. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet Bedeutung des Namens Avadhuta; Handeln ohne Anhaftung; Überschreitung äußerer Normen durch Erkenntnis, nicht durch Willkür. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Avadhuta Upanishad besonders neben Parabrahma Upanishad, Kundika Upanishad, Kathashruti Upanishad, Paramahamsaparivrajaka Upanishad, Sannyasa Upanishad, Turiyatita Upanishad, Yajnavalkya Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Avadhuta Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Bedeutung des Namens Avadhuta; Handeln ohne Anhaftung; Überschreitung äußerer Normen durch Erkenntnis, nicht durch Willkür – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Avadhuta Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Avadhuta Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Avadhuta Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

गौणमुख्यावधूतालिहृदयाम्बुजवर्ति यत् ।
तत्त्रैपदं ब्रह्मतत्त्वं स्वमात्रमवशिष्यते ॥

ॐ सह नाववतु ॥ सह नौ भुनक्तु ॥ सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनावधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

हरिः ॐ अथ ह सांकृतिर्भगवन्तमवधूतं दत्तात्रेयं
परिसमेत्य पप्रच्छ भगवन्कोऽवधूतस्य का स्थितिः किं
लक्ष्म किं संसरणमिति । तं होवाच भगवो दत्तात्रेयः
परमकारुणिकः ॥

अक्षरत्वाद्वरेण्यत्वाद्धृतसंसारबन्धनात् ।
तत्त्वमस्यादिलक्ष्यत्वादवधूत इतीर्यते ॥ १॥

यो विलङ्घ्याश्रमान्वर्णानात्मन्येव स्थितः सदा ।
अतिवर्णाश्रमी योगी अवधूतः स कथ्यते ॥ २॥

तस्य प्रियं शिरः कृत्वा मोदो दक्षिणपक्षकः ।
प्रमोद उत्तरः पक्ष आनन्दो गोष्पदायते ॥ ३॥

गोपालसदृशां शीर्षे नापि मध्ये न चाप्यधः ।
ब्रह्मपुच्छं प्रतिष्ठेति पुच्छाकारेण कारयेत् ॥ ४॥

एवं चतुष्पथं कृत्वा ते यान्ति परमां गतिम् ।
न कर्मणा न प्रजया धनेन त्यागेनैके अमृतत्वमानशुः ॥ ५॥

स्वैरं स्वैरविहरणं तत्संसरणम् । सांबरा वा दिगंबरा वा ।
न तेषां धर्माधर्मौ न मेध्यामेधौ । सदा
सांग्रहण्येष्ट्याश्वमेधमन्तयागं यजते ।
स महामखो महायोगः । कृत्स्नमेतच्चित्रं कर्म।
स्वैरं न विगायेत्तन्महाव्रतम् । न स मूढवल्लिप्यते ।
यथा रविः सर्वरसान्प्रभुङ्क्ते
हुताशनश्चापि हि सर्वभक्षः ।
तथैव योगी विषयान्प्रभुङ्क्ते
न लिप्यते पुण्यपापैश्च शुद्धः ॥ ६॥

आपूर्यमाणमचलप्रतिष्ठं
समुद्रमापः प्रविशन्ति यद्वत् ।
तद्वत्कामा यं प्रविशन्ति सर्वे
स शान्तिमाप्नोति न कामकामी ॥ ७॥

न निरोधो न चोत्पत्तिर्न बद्धो न च साधकः ।
न मुमुक्षुर्न वै मुक्त इत्येषा परमार्थता ॥ ८॥

ऐहिकामुष्मिकव्रातसिद्धै मुक्तेश्च सिद्धये ।
बहुकृत्यं पुरा स्यान्मे तत्सर्वमधुना कृतम् ॥ ९॥

तदेव कृतकृत्यत्वं प्रतियोगिपुरःसरम् ।
अनुसन्दधदेवायमेवं तृप्यति नित्यशः ॥ १०॥

दुःखिनोऽज्ञाः संसरन्तु कामं पुत्राद्यपेक्षया ।
परमानन्दपूर्णोऽहं संसरामि किमिच्छया ॥ ११॥

अनुतिष्ठन्तु कर्माणि परलोकयियासवः ।
सर्वलोकात्मकः कस्मादनुतिष्ठामि किं कथम् ॥ १२॥

व्याचक्षतां ते शास्त्राणि वेदानध्यापयन्तु वा ।
येऽत्राधिकारिणो मे तु नाधिकारोऽक्रियत्वतः ॥ १३॥

निद्राभिक्षे स्नानशौचे नेच्छामि न करोमि च ।
द्रष्टारश्चेत्कल्पयन्तु किं मे स्यादन्यकल्पनात् ॥ १४॥

गुञ्जापुञ्जादि दह्येत नान्यारोपितवह्निना ।
नान्यारोपितसंसारधर्मा नैवमहं भजे ॥ १५॥

शृण्वन्त्वज्ञाततत्त्वास्ते जानन्कस्माञ्छृणोम्यहम् ।
मन्यन्तां संशयापन्ना न मन्येऽहमसंशयः ॥ १६॥

विपर्यस्तो निदिध्यासे किं ध्यानमविपर्यये ।
देहात्मत्वविपर्यासं न कदाचिद्भजाम्यहम् ॥ १७॥

अहं मनुष्य इत्यादिव्यवहारो विनाप्यमुम् ।
विपर्यासं चिराभ्यस्तवासनातोऽवकल्पते ॥ १८॥

आरब्धकर्मणि क्षीणे व्यवहारो निवर्तते ।
कर्मक्षये त्वसौ नैव शामेद्ध्यानसहस्रतः ॥ १९॥

विरलत्वं व्यवहृतेरिष्टं चेद्ध्यानमस्तु ते ।
बाधिकर्मव्यवहृतिं पश्यन्ध्यायाम्यहं कुतः ॥ २०॥

विक्षेपो नास्ति यस्मान्मे न समाधिस्ततो मम ।
विक्षेपो वा समाधिर्वा मनसः स्याद्विकारिणः ।
नित्यानुभवरूपस्य को मेऽत्रानुभवः पृथक् ॥ २१॥

कृतं कृत्यं प्रापणीयं प्राप्तमित्येव नित्यशः ।
व्यवहारो लौकिको वा शास्त्रीयो वान्यथापि वा ।
ममाकर्तुरलेपस्य यथारब्धं प्रवर्तताम् ॥ २२॥

अथवा कृतकृत्येऽपि लोकानुग्रहकाम्यया ।
शास्त्रीयेणैव मार्गेन वर्तेऽहं मम का क्षतिः ॥ २३॥

देवार्चनस्नानशौचभिक्षादौ वर्ततां वपुः ।
तारं जपतु वाक्तद्वत्पठत्वाम्नायमस्तकम् ॥ २४॥

विष्णुं ध्यायतु धीर्यद्वा ब्रह्मानन्दे विलीयताम् ।
साक्ष्यहं किंचिदप्यत्र न कुर्वे नापि कारये ॥ २५॥

कृतकृत्यतया तृप्तः प्राप्तप्राप्यतया पुनः ।
तृप्यन्नेवं स्वमनसा मन्यतेसौ निरन्तरम् ॥ २६॥

धन्योऽहं धन्योऽहं नित्यं स्वात्मानमञ्जसा वेद्मि ।
धन्योऽहं धन्योऽहं ब्रह्मानन्दो विभाति मे स्पष्टम् ॥ २७॥

धन्योऽहं धन्योऽहं दुःखं सांसारिकं न वीक्षेऽद्य ।
धन्योऽहं धन्योऽहं स्वस्याज्ञानं पलायितं क्वापि ॥ २८॥

धन्योऽहं धन्योऽहं कर्तव्यं मे न विद्यते किंचित् ।
धन्योऽहं धन्योऽहं प्राप्तव्यं सर्वमत्र सम्पन्नम् ॥ २९॥

धन्योऽहं धन्योऽहं तृप्तेर्मे कोपमा भवेल्लोके ।
धन्योऽहं धन्योऽहं धन्यो धन्यः पुनः पुनर्धन्यः ॥ ३०॥

अहो पुण्यमहो पुण्यं फलितं फलितं दृढम् ।
अस्य पुण्यस्य सम्पत्तेरहो वयमहो वयम् ॥ ३१॥

अहो ज्ञानमहो ज्ञानमहो सुखमहो सुखम् ।
अहो शास्त्रमहो शास्त्रमहो गुरुरहो गुरुः ॥ ३२॥

इति य इदमधीते सोऽपि कृतकृत्यो भवति । सुरापानात्पूतो भवति ।
स्वर्णस्तेयात्पूतो भवति । ब्रह्महत्यात्पूतो भवति ।
कृत्याकृत्यात्पूतो भवति । एवं विदित्वा स्वेच्छाचारपरो
भूयादोंसत्यमित्युपनिषत् ॥

ॐ सह नाववतु ॥ सह नौ भुनक्तु ॥ सह वीर्यं करवावहै ॥

तेजस्विनावधीतमस्तु मा विद्विषावहै ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

इत्यवधूतोपनिषत्समाप्ता ॥

Avadhuta Upanishad – vollständiger Text in IAST

gauṇamukhyāvadhūtālihṛdayāmbujavarti yat |
tattraipadaṃ brahmatattvaṃ svamātramavaśiṣyate ||

oṃ saha nāvavatu || saha nau bhunaktu || saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

hariḥ oṃ atha ha sāṃkṛtirbhagavantamavadhūtaṃ dattātreyaṃ
parisametya papraccha bhagavanko'vadhūtasya kā sthitiḥ kiṃ
lakṣma kiṃ saṃsaraṇamiti | taṃ hovāca bhagavo dattātreyaḥ
paramakāruṇikaḥ ||

akṣaratvādvareṇyatvāddhṛtasaṃsārabandhanāt |
tattvamasyādilakṣyatvādavadhūta itīryate || 1 ||

yo vilaṅghyāśramānvarṇānātmanyeva sthitaḥ sadā |
ativarṇāśramī yogī avadhūtaḥ sa kathyate || 2 ||

tasya priyaṃ śiraḥ kṛtvā modo dakṣiṇapakṣakaḥ |
pramoda uttaraḥ pakṣa ānando goṣpadāyate || 3 ||

gopālasadṛśāṃ śīrṣe nāpi madhye na cāpyadhaḥ |
brahmapucchaṃ pratiṣṭheti pucchākāreṇa kārayet || 4 ||

evaṃ catuṣpathaṃ kṛtvā te yānti paramāṃ gatim |
na karmaṇā na prajayā dhanena tyāgenaike amṛtatvamānaśuḥ || 5 ||

svairaṃ svairaviharaṇaṃ tatsaṃsaraṇam | sāṃbarā vā digaṃbarā vā |
na teṣāṃ dharmādharmau na medhyāmedhau | sadā
sāṃgrahaṇyeṣṭyāśvamedhamantayāgaṃ yajate |
sa mahāmakho mahāyogaḥ | kṛtsnametaccitraṃ karma|
svairaṃ na vigāyettanmahāvratam | na sa mūḍhavallipyate |
yathā raviḥ sarvarasānprabhuṅkte
hutāśanaścāpi hi sarvabhakṣaḥ |
tathaiva yogī viṣayānprabhuṅkte
na lipyate puṇyapāpaiśca śuddhaḥ || 6 ||

āpūryamāṇamacalapratiṣṭhaṃ
samudramāpaḥ praviśanti yadvat |
tadvatkāmā yaṃ praviśanti sarve
sa śāntimāpnoti na kāmakāmī || 7 ||

na nirodho na cotpattirna baddho na ca sādhakaḥ |
na mumukṣurna vai mukta ityeṣā paramārthatā || 8 ||

aihikāmuṣmikavrātasiddhai mukteśca siddhaye |
bahukṛtyaṃ purā syānme tatsarvamadhunā kṛtam || 9 ||

tadeva kṛtakṛtyatvaṃ pratiyogipuraḥsaram |
anusandadhadevāyamevaṃ tṛpyati nityaśaḥ || 10 ||

duḥkhino'jñāḥ saṃsarantu kāmaṃ putrādyapekṣayā |
paramānandapūrṇo'haṃ saṃsarāmi kimicchayā || 11 ||

anutiṣṭhantu karmāṇi paralokayiyāsavaḥ |
sarvalokātmakaḥ kasmādanutiṣṭhāmi kiṃ katham || 12 ||

vyācakṣatāṃ te śāstrāṇi vedānadhyāpayantu vā |
ye'trādhikāriṇo me tu nādhikāro'kriyatvataḥ || 13 ||

nidrābhikṣe snānaśauce necchāmi na karomi ca |
draṣṭāraścetkalpayantu kiṃ me syādanyakalpanāt || 14 ||

guñjāpuñjādi dahyeta nānyāropitavahninā |
nānyāropitasaṃsāradharmā naivamahaṃ bhaje || 15 ||

śṛṇvantvajñātatattvāste jānankasmāñchṛṇomyaham |
manyantāṃ saṃśayāpannā na manye'hamasaṃśayaḥ || 16 ||

viparyasto nididhyāse kiṃ dhyānamaviparyaye |
dehātmatvaviparyāsaṃ na kadācidbhajāmyaham || 17 ||

ahaṃ manuṣya ityādivyavahāro vināpyamum |
viparyāsaṃ cirābhyastavāsanāto'vakalpate || 18 ||

ārabdhakarmaṇi kṣīṇe vyavahāro nivartate |
karmakṣaye tvasau naiva śāmeddhyānasahasrataḥ || 19 ||

viralatvaṃ vyavahṛteriṣṭaṃ ceddhyānamastu te |
bādhikarmavyavahṛtiṃ paśyandhyāyāmyahaṃ kutaḥ || 20 ||

vikṣepo nāsti yasmānme na samādhistato mama |
vikṣepo vā samādhirvā manasaḥ syādvikāriṇaḥ |
nityānubhavarūpasya ko me'trānubhavaḥ pṛthak || 21 ||

kṛtaṃ kṛtyaṃ prāpaṇīyaṃ prāptamityeva nityaśaḥ |
vyavahāro laukiko vā śāstrīyo vānyathāpi vā |
mamākarturalepasya yathārabdhaṃ pravartatām || 22 ||

athavā kṛtakṛtye'pi lokānugrahakāmyayā |
śāstrīyeṇaiva mārgena varte'haṃ mama kā kṣatiḥ || 23 ||

devārcanasnānaśaucabhikṣādau vartatāṃ vapuḥ |
tāraṃ japatu vāktadvatpaṭhatvāmnāyamastakam || 24 ||

viṣṇuṃ dhyāyatu dhīryadvā brahmānande vilīyatām |
sākṣyahaṃ kiṃcidapyatra na kurve nāpi kāraye || 25 ||

kṛtakṛtyatayā tṛptaḥ prāptaprāpyatayā punaḥ |
tṛpyannevaṃ svamanasā manyatesau nirantaram || 26 ||

dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ nityaṃ svātmānamañjasā vedmi |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ brahmānando vibhāti me spaṣṭam || 27 ||

dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ duḥkhaṃ sāṃsārikaṃ na vīkṣe'dya |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ svasyājñānaṃ palāyitaṃ kvāpi || 28 ||

dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ kartavyaṃ me na vidyate kiṃcit |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ prāptavyaṃ sarvamatra sampannam || 29 ||

dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ tṛpterme kopamā bhavelloke |
dhanyo'haṃ dhanyo'haṃ dhanyo dhanyaḥ punaḥ punardhanyaḥ || 30 ||

aho puṇyamaho puṇyaṃ phalitaṃ phalitaṃ dṛḍham |
asya puṇyasya sampatteraho vayamaho vayam || 31 ||

aho jñānamaho jñānamaho sukhamaho sukham |
aho śāstramaho śāstramaho gururaho guruḥ || 32 ||

iti ya idamadhīte so'pi kṛtakṛtyo bhavati | surāpānātpūto bhavati |
svarṇasteyātpūto bhavati | brahmahatyātpūto bhavati |
kṛtyākṛtyātpūto bhavati | evaṃ viditvā svecchācāraparo
bhūyādoṃsatyamityupaniṣat ||

oṃ saha nāvavatu || saha nau bhunaktu || saha vīryaṃ karavāvahai ||

tejasvināvadhītamastu mā vidviṣāvahai ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

ityavadhūtopaniṣatsamāptā ||

Avadhuta Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers der Avadhuta Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt.

Shanti-Mantra der Avadhuta Upanishad
Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Textabschnitt 1 Avadhuta Upanishad
Dann wird gesagt, Samkriti näherte sich dem ehrwürdigen Avadhuta, Dattatreya, und fragte: Ehrwürdiger Herr, wer ist ein Avadhuta? Was ist sein Zustand? Was ist seine Eigenschaft? Und was ist seine weltliche Existenz? Darauf antwortete der ehrwürdige Dattatreya, der mitfühlendste: Der Avadhuta wird so genannt, weil er unsterblich [akshara] ist; er ist der größte [varenya]; er hat weltliche Bande abgelegt [dhuta Samsara bandhana];

1. Vers Avadhuta Upanishad
Er wird Avadhuta genannt, weil er das Unvergängliche und Erlesene ist, die Bindung an Samsara abgeschüttelt hat und das Ziel der großen Aussage „Du bist Das“ und ähnlicher Lehrsätze ist.

2. Vers Avadhuta Upanishad
Der Yogi, der gesellschaftliche Stände und Lebensstufen überschritten hat und stets allein im eigenen Atman gegründet bleibt, wird Avadhuta genannt.

3. Vers Avadhuta Upanishad
Sein Geliebtes bildet gleichsam den Kopf, Freude seinen rechten Flügel, große Freude seinen linken Flügel; Glückseligkeit wird für ihn so selbstverständlich wie die kleine Vertiefung einer Kuhspur.

4. Vers Avadhuta Upanishad
Das „Brahman als Schwanz und Stütze“ soll weder am Kopf noch in der Mitte noch unten angesetzt, sondern sinnbildlich als tragender Abschluss verstanden werden.

5. Vers Avadhuta Upanishad
Nachdem sie diesen vierfachen Weg verwirklicht haben, gelangen sie zum höchsten Ziel. Nicht durch Werke, Nachkommenschaft oder Besitz, sondern allein durch Entsagung erlangten manche die Unsterblichkeit.

Textabschnitt 2 Avadhuta Upanishad
Durch qualvolles, korrektes Wissen [samgrahaneshti] (der Avadhuta) führt Ashvamedha-Opfer in sich selbst aus. Das ist das größte Opfer und das große Yoga. Nichts von dieser außergewöhnlichen, freien Handlung (seiner) sollte offenbart werden.

6. Vers Avadhuta Upanishad
Wie die Sonne alle Säfte aufnimmt und das Feuer alles verzehrt, so kann der reine Yogi die Sinnesgegenstände erfahren, ohne von Verdienst oder Verfehlung befleckt zu werden.

7. Vers Avadhuta Upanishad
Wie die Wasser in den sich füllenden und doch unbeweglich gegründeten Ozean einströmen, so erlangt derjenige Frieden, in den alle Wünsche eingehen – nicht der, der den Wünschen nachjagt.

8. Vers Avadhuta Upanishad
Es gibt weder Auflösung noch Entstehung, weder einen Gebundenen noch einen Übenden, weder einen Befreiungssucher noch einen Befreiten: Das ist die höchste Wahrheit.

9. Vers Avadhuta Upanishad
Früher hatte ich viele Pflichten, um Ziele in dieser und der jenseitigen Welt sowie die Befreiung zu erlangen; jetzt ist dies alles vollbracht.

10. Vers Avadhuta Upanishad
Eben dies ist das Erfülltsein dessen, was zu tun war. Indem er es im Gegensatz zum früheren unerfüllten Zustand betrachtet, bleibt er immerdar zufrieden.

11. Vers Avadhuta Upanishad
Mögen die Unwissenden, die wegen des Verlangens nach Kindern und anderem leiden, nach Wunsch im Samsara wandern. Ich bin von höchster Glückseligkeit erfüllt – aus welchem Wunsch sollte ich noch wandern?

12. Vers Avadhuta Upanishad
Mögen diejenigen Werke vollziehen, die in andere Welten gelangen wollen. Da ich das Selbst aller Welten bin: Weshalb, was und wie sollte ich noch vollziehen?

13. Vers Avadhuta Upanishad
Mögen die dazu Befähigten die Lehrschriften auslegen oder die Veden lehren. Ich aber habe dazu keinen Auftrag, denn ich bin ohne Täterschaft.

14. Vers Avadhuta Upanishad
Ich wünsche und vollziehe weder Schlafen und Betteln noch Baden und Reinigen. Wenn Beobachter mir solches zuschreiben, mögen sie es tun; was geschieht mir durch die Vorstellung anderer?

15. Vers Avadhuta Upanishad
Ein Haufen Gunja-Samen verbrennt nicht durch ein Feuer, das man etwas anderem zuschreibt. Ebenso nehme ich die nur zugeschriebenen Eigenschaften des Samsara nicht als die meinen an.

16. Vers Avadhuta Upanishad
Mögen diejenigen hören, die die Wirklichkeit nicht kennen; warum sollte ich hören, da ich sie kenne? Mögen die Zweifelnden nachdenken; ich, der zweifelsfrei ist, brauche es nicht.

17. Vers Avadhuta Upanishad
Wer einer Verwechslung unterliegt, soll tief meditieren; wozu aber Meditation, wenn keine Verwechslung besteht? Die irrige Gleichsetzung von Körper und Selbst nehme ich niemals an.

18. Vers Avadhuta Upanishad
Der alltägliche Sprachgebrauch „Ich bin ein Mensch“ kann auch ohne diese Verwechslung fortbestehen, weil er aus lange eingeübten Eindrücken hervorgeht.

19. Vers Avadhuta Upanishad
Wenn das bereits begonnene Karma erschöpft ist, endet auch dieser gewöhnliche Sprachgebrauch. Vor dem Ende des Karmas verstummt er nicht einmal durch tausend Meditationen.

20. Vers Avadhuta Upanishad
Wenn du eine Verringerung weltlicher Betätigung wünschst, mag Meditation für dich sinnvoll sein. Da ich weltliches Handeln nicht als Hindernis sehe, weshalb sollte ich deswegen meditieren?

Textabschnitt 3 Avadhuta Upanishad
darum sollte ich, dem weltliche Geschäfte kein Hindernis bieten, kontemplieren? Weil ich keine Ablenkungen habe, brauche ich keine Konzentration, Ablenkung oder Konzentration des Geistes, der sich verändert.

21. Vers Avadhuta Upanishad
Da es für mich keine Zerstreuung gibt, gibt es für mich auch keinen besonderen Samadhi. Zerstreuung und Sammlung gehören zum wandelbaren Geist; welche gesonderte Erfahrung sollte es für mich geben, dessen Natur ewiges Erfahren ist?

Textabschnitt 4 Avadhuta Upanishad
Was getan werden muss, ist getan, was gewonnen werden muss, ist für immer gewonnen.

22. Vers Avadhuta Upanishad
Was zu tun war, ist getan; was zu erlangen war, ist erlangt. Weltliche, schriftgemäße oder andere Vorgänge mögen ihren begonnenen Lauf nehmen: Ich bin weder Handelnder noch von ihnen befleckt.

23. Vers Avadhuta Upanishad
Oder ich mag, obwohl alles vollbracht ist, zum Wohl der Welt weiterhin auf dem von den Schriften gewiesenen Weg leben. Welcher Schaden könnte mir daraus entstehen?

24. Vers Avadhuta Upanishad
Der Körper mag sich mit Gottesverehrung, Baden, Reinigung und Betteln befassen; die Rede mag das befreiende Mantra wiederholen oder die Upanishaden rezitieren.

25. Vers Avadhuta Upanishad
Der Geist mag über Vishnu meditieren oder in der Glückseligkeit Brahmans aufgehen. Ich bin der Zeuge: Ich tue darin nichts und veranlasse auch nichts.

26. Vers Avadhuta Upanishad
Zufrieden, weil alles zu Tuende getan und alles zu Erlangende erlangt ist, denkt er mit seinem eigenen Geist unablässig auf diese Weise:

27. Vers Avadhuta Upanishad
Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Beständig erkenne ich unmittelbar mein eigenes Selbst. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Die Glückseligkeit Brahmans leuchtet klar in mir.

28. Vers Avadhuta Upanishad
Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Heute sehe ich kein Leid des Samsara. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Meine Unwissenheit ist davongeflohen.

29. Vers Avadhuta Upanishad
Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Für mich bleibt keinerlei Pflicht. Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Alles zu Erlangende ist hier erlangt.

30. Vers Avadhuta Upanishad
Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich: Was in der Welt könnte meiner Zufriedenheit gleichen? Gesegnet bin ich, gesegnet bin ich – immer wieder gesegnet.

31. Vers Avadhuta Upanishad
Welch ein Verdienst, welch ein Verdienst! Es hat Frucht getragen, fest und wahrhaftig Frucht getragen. Welch ein Reichtum dieses Verdienstes; welch ein Zustand ist uns zuteilgeworden!

32. Vers Avadhuta Upanishad
Welch eine Erkenntnis, welch eine Erkenntnis! Welch ein Glück, welch ein Glück! Welch eine Schrift, welch eine Schrift! Welch ein Guru, welch ein Guru!

Textabschnitt 5 Avadhuta Upanishad
Wer dies studiert, erreicht auch alles, was erreicht werden muss. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Trinkens von Alkohol. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Diebstahls von Gold. Er wird frei von von von den Verfehlungen des Tötens eines Brahmanen. Er wird frei von Handlungen, ordiniert oder verboten.

Shanti-Mantra der Avadhuta Upanishad
Om. Möge das Höchste uns beide beschützen. Möge es uns beide nähren. Mögen wir gemeinsam große Kraft entfalten. Möge unser Studium lichtvoll und fruchtbar sein. Mögen wir einander nicht ablehnen. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Schlussformel der Avadhuta Upanishad
Hier endet die Avadhuta Upanishad, die zum Krishna-Yajur-Veda gehört.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Avadhuta Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Avadhuta Upanishad richtet den Blick auf Dattatreyas Beschreibung des Avadhuta, der in der Freiheit des Selbst lebt. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Übe innere Entsagung vor äußerer Radikalität.
Vereinfache Besitz, Erwartungen und Selbstdarstellung. Äußere Formen des Sannyasa gehören in einen verantworteten traditionellen Zusammenhang; ihr innerer Kern – Nichtanhaftung, Wahrhaftigkeit und Dienst – ist für jeden Aspiranten zugänglich.

3. Verbinde Viveka mit Mitgefühl.
Unterscheide das Vergängliche vom Unvergänglichen, ohne Menschen oder weltliche Aufgaben abzuwerten. Reife Entsagung macht freundlich, klar und zuverlässig.

4. Pflege eine feste Meditationszeit.
Setze dich täglich zur Meditation, beobachte den Geist und ruhe als Zeuge. Beständigkeit ist wichtiger als demonstrative Strenge.

5. Suche qualifizierte Begleitung.
Weitreichende Gelübde, soziale Rückzüge und asketische Lebensformen sollten nicht aus einer momentanen Krise heraus übernommen werden. Besprich sie mit einem erfahrenen Lehrer und prüfe ihre ethischen Folgen.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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