Sexismus: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
'''Sexismus''' | '''Sexismus''' bezeichnet die Abwertung, Benachteiligung oder Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund geschlechtsbezogener Zuschreibungen. Sexismus steht in engem Zusammenhang mit [[Diskriminierung]], gesellschaftlichen [[Stereotyp]]en und traditionellen [[Geschlechterrolle]]n und berührt grundlegende Fragen von [[Gleichberechtigung]], [[Menschenwürde]] und [[Respekt]]. | ||
== Sexismus – Bedeutung und Definition == | |||
Sexismus ist eine Form der [[Diskriminierung]], bei der Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund von Vorstellungen darüber, wie Frauen und Männer angeblich sind oder sein sollten, unterschiedlich bewertet und behandelt werden. Sexismus kann sich in persönlichen Einstellungen und Äußerungen ebenso zeigen wie in gesellschaftlichen Normen, sozialen Strukturen oder institutionellen Praktiken. | |||
Historisch und gesellschaftlich waren und sind insbesondere Frauen von sexistischen Benachteiligungen betroffen. Der Begriff Sexismus wurde deshalb stark durch die [[Frauenbewegung]] und den [[Feminismus]] geprägt. Grundsätzlich können jedoch Menschen unterschiedlichen Geschlechts von geschlechtsbezogenen Vorurteilen, Abwertungen und Benachteiligungen betroffen sein. | |||
Entscheidend ist nicht jede Wahrnehmung oder Beschreibung von Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Sexistisch werden Vorstellungen insbesondere dann, wenn aus dem Geschlecht pauschale Aussagen über Fähigkeiten, Wert, gesellschaftliche Rolle oder angemessenes Verhalten eines Menschen abgeleitet werden und daraus Abwertung oder Benachteiligung entsteht. | |||
=== Wie entsteht Sexismus? === | |||
Vorstellungen darüber, welche Eigenschaften, Aufgaben und Verhaltensweisen zu Frauen oder Männern passen, werden innerhalb einer Gesellschaft über lange Zeiträume geprägt. Familie, Erziehung, soziale Umgebung, Religion, Kultur, Medien und gesellschaftliche Institutionen können solche Vorstellungen vermitteln und weitergeben. | |||
Dabei können [[Geschlechterrolle]]n Orientierung bieten, sie können aber auch einengend wirken, wenn sie als starre Vorgaben verstanden werden. Aussagen wie „Frauen sind eben ...“ oder „Männer können nicht ...“ reduzieren sehr unterschiedliche Menschen auf vermeintlich allgemeingültige Eigenschaften ihres Geschlechts. | |||
Solche Vorstellungen können so selbstverständlich erscheinen, dass sie kaum noch bewusst wahrgenommen werden. [[Selbstreflexion]] hilft deshalb, eigene Erwartungen zu hinterfragen: Beurteile ich einen Menschen aufgrund seiner tatsächlichen Persönlichkeit und Fähigkeiten oder aufgrund einer Vorstellung davon, wie eine Frau oder ein Mann vermeintlich sein sollte? | |||
=== Sexismus, Vorurteile und Geschlechterstereotype === | |||
[[Vorurteil]]e und [[Stereotyp]]e spielen bei Sexismus eine wichtige Rolle. Geschlechterstereotype schreiben Frauen und Männern bestimmte Eigenschaften zu. Frauen können beispielsweise pauschal als emotional, fürsorglich oder weniger durchsetzungsfähig und Männer als rational, stark oder weniger einfühlsam dargestellt werden. | |||
Auch scheinbar positive Zuschreibungen können Menschen begrenzen. Die Annahme, Frauen seien grundsätzlich fürsorglicher oder Männer grundsätzlich belastbarer, mag zunächst wertschätzend erscheinen. Sie kann jedoch dazu führen, dass individuelle Fähigkeiten übersehen und bestimmte Aufgaben oder Erwartungen allein aufgrund des Geschlechts zugeordnet werden. | |||
Geschlechterstereotype betreffen daher nicht nur die Bewertung eines Menschen, sondern auch Erwartungen daran, wie jemand leben, fühlen, arbeiten oder Beziehungen gestalten sollte. | |||
=== Formen von Sexismus === | |||
Sexismus kann offen oder subtil auftreten. Manche Formen sind unmittelbar als Abwertung erkennbar, andere sind in alltäglichen Gewohnheiten oder gesellschaftlichen Strukturen eingebettet. | |||
==== Individueller Sexismus ==== | |||
Individueller Sexismus zeigt sich in Einstellungen, Äußerungen und Handlungen einzelner Menschen. Dazu gehören beispielsweise abwertende Bemerkungen über Frauen oder Männer, sexistische Witze, die Herabsetzung aufgrund des Geschlechts oder die Annahme, bestimmte Fähigkeiten seien einem Menschen allein aufgrund seines Geschlechts nicht zuzutrauen. | |||
Auch unterschiedliche Maßstäbe können Ausdruck sexistischer Vorstellungen sein. Ein Verhalten, das bei einem Mann als selbstbewusst beurteilt wird, kann beispielsweise bei einer Frau als unangemessen gelten – oder umgekehrt. | |||
==== Alltagssexismus ==== | |||
Als '''Alltagssexismus''' werden sexistische Erfahrungen und Verhaltensweisen bezeichnet, die im täglichen Zusammenleben auftreten und mitunter gerade deshalb wenig wahrgenommen werden. | |||
Dazu können abwertende oder stereotypisierende Bemerkungen, unerwünschte Kommentare über das Aussehen, geschlechtsbezogene Erwartungen oder das wiederholte Übergehen einer Person aufgrund ihres Geschlechts gehören. | |||
Ein einzelner Vorfall mag geringfügig erscheinen. Wiederholen sich solche Erfahrungen jedoch, können sie gesellschaftliche Vorstellungen darüber festigen, wem welche Rolle, Kompetenz oder Bedeutung zugeschrieben wird. | |||
==== Institutioneller und struktureller Sexismus ==== | |||
Von institutionellem oder strukturellem Sexismus wird gesprochen, wenn gesellschaftliche Regeln, Strukturen oder eingeübte Praktiken dazu führen, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Chancen oder Möglichkeiten erhalten. | |||
Dies kann beispielsweise Bildung, Beruf, Einkommen, politische Teilhabe, Familienarbeit oder gesellschaftliche Machtverhältnisse betreffen. Dabei muss nicht zwingend eine bewusste sexistische Absicht einzelner Personen vorliegen. Auch historisch entstandene Strukturen können Ungleichheiten fortsetzen. | |||
=== Sexismus und Diskriminierung === | |||
[[Diskriminierung]] bezeichnet die Benachteiligung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale oder Gruppenzuschreibungen. Sexismus ist eine spezifische Form geschlechtsbezogener Diskriminierung. | |||
Dabei können sich Vorurteile, [[Stigmatisierung]] und Diskriminierung gegenseitig verstärken. Wird beispielsweise angenommen, eine Person sei aufgrund ihres Geschlechts für eine bestimmte Aufgabe weniger geeignet, kann eine stereotype Vorstellung zu einer tatsächlichen Benachteiligung führen. | |||
Nicht jede Ungleichheit zwischen Frauen und Männern ist automatisch das Ergebnis von Sexismus. Um gesellschaftliche Unterschiede beurteilen zu können, müssen deshalb die jeweiligen Ursachen und Zusammenhänge betrachtet werden. | |||
=== Sexismus und sexuelle Belästigung === | |||
Sexismus und sexuelle Belästigung sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Sexismus umfasst ein breites Spektrum geschlechtsbezogener Abwertungen, Vorurteile und Benachteiligungen. [[Sexuelle Belästigung]] bezeichnet dagegen unerwünschtes sexualisiertes Verhalten, durch das persönliche [[Grenze]]n verletzt werden. | |||
Sexistische Vorstellungen können ein Umfeld begünstigen, in dem sexuelle Grenzüberschreitungen verharmlost oder nicht ernst genommen werden. Dennoch sollte nicht jede sexistische Bemerkung mit sexueller Belästigung gleichgesetzt werden und nicht jede Form sexueller Belästigung allein über Sexismus erklärt werden. | |||
Entscheidend ist die Achtung der persönlichen Grenzen und der [[Würde]] jedes Menschen. | |||
=== Folgen von Sexismus === | |||
Sexismus kann die persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen beeinträchtigen. Wenn Fähigkeiten aufgrund des Geschlechts unterschiedlich eingeschätzt werden, können daraus Einschränkungen in Bildung, Beruf, Familie und sozialem Leben entstehen. | |||
Auch die wiederholte Erfahrung, nicht als individuelle Persönlichkeit, sondern vor allem als Frau oder Mann beurteilt zu werden, kann belastend sein. Menschen können beginnen, gesellschaftliche Erwartungen selbst zu übernehmen und ihre eigenen Fähigkeiten oder Möglichkeiten entsprechend einzuschränken. | |||
Geschlechterstereotype können dabei Frauen und Männer auf unterschiedliche Weise begrenzen. Die Vorstellung, Männer müssten beispielsweise immer stark, konkurrenzfähig und emotional kontrolliert sein, kann ebenso einengend wirken wie die Erwartung, Frauen müssten sich besonders fürsorglich, zurückhaltend oder angepasst verhalten. | |||
=== | === Sexismus erkennen === | ||
Offene sexistische Abwertung ist meist leicht erkennbar. Schwieriger sind alltägliche Vorstellungen und Erwartungen, die über lange Zeit selbstverständlich geworden sind. | |||
Hilfreich kann die Frage sein: Würde ich dieselbe Eigenschaft oder dasselbe Verhalten genauso beurteilen, wenn diese Person ein anderes Geschlecht hätte? | |||
Auch Verallgemeinerungen können Hinweise geben. Aussagen darüber, dass Frauen oder Männer „von Natur aus“ bestimmte gesellschaftliche Rollen übernehmen sollten oder bestimmte Fähigkeiten grundsätzlich nicht besäßen, lassen wenig Raum für individuelle Unterschiede. | |||
Sexismus zu erkennen bedeutet dabei nicht, Unterschiede zwischen Menschen oder Geschlechtern grundsätzlich zu leugnen. Entscheidend ist vielmehr, ob aus tatsächlichen oder angenommenen Unterschieden eine pauschale Bewertung, Begrenzung oder Ungleichbehandlung entsteht. | |||
=== Umgang mit Sexismus === | |||
Wie Menschen auf Sexismus reagieren, hängt von der jeweiligen Situation ab. Wer selbst betroffen ist, muss nicht jede sexistische Bemerkung kommentieren, andere Menschen aufklären oder sich auf eine Auseinandersetzung einlassen. | |||
Die eigenen [[Grenze]]n und die persönliche [[Sicherheit]] dürfen dabei im Vordergrund stehen. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, eine Bemerkung anzusprechen, Unterstützung bei anderen zu suchen, einen Vorfall zu dokumentieren oder sich an eine zuständige Beratungs- oder Ansprechstelle zu wenden. | |||
Wer sexistisches Verhalten gegenüber anderen beobachtet, kann ebenfalls Unterstützung anbieten oder eine abwertende Aussage hinterfragen. Dabei muss nicht jede Situation durch Konfrontation gelöst werden. Manchmal kann bereits eine ruhige Nachfrage sichtbar machen, welche pauschale Annahme hinter einer Aussage steht. | |||
Respektvoller Umgang bedeutet dabei nicht, problematisches Verhalten hinzunehmen. [[Respekt]] gegenüber einem Menschen und eine klare Grenze gegenüber seinem Verhalten können gleichzeitig bestehen. | |||
'''Sexismus''' - woher kommt das? Wie kann man das überwinden? Sexismus ist ein Begriff aus der amerikanischen [[Frauenbewegung]]. Sexismus ist eine Bezeichnung für alle [[Form]]en der [[Unterdrückung]] und [[Benachteiligung]] der [[Frau]]en aufgrund ihres [[Geschlecht]]s. Sexismus ist auch eine [[Bezeichnung]] für alle Arten von [[Vorurteil]]en aufgrund vom [[Geschlecht]], meist jedoch verwendet als Bezeichnung für Vorurteile gegenüber Frauen. | |||
Sexismus kann | |||
[[Datei:Pastries_Keks_Liebe.jpg|thumb|[[Liebe]] hilft beim Umgang mit Sexismus]] | |||
Sexismus wird auch als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts definiert. Etwas vornehmer formuliert es Wikipedia (2014): Unter Sexismus versteht man die soziale [[Konstruktion]] von sexuellen Unterschieden zwischen [[Mensch]]en und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in [[Frau]]en und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit allein aufgrund ihres biologischen Geschlechts. | |||
Im Deutschen gibt es auch eine Zweitbedeutung des Begriffs Sexismus, die aber heutzutage seltener geworden ist: Als Sexismus kann auch verstanden werden, dass überall [[Sex]] eine große Rolle spielt. Die [[Aufladung]] des öffentlichen [[Raum]]es mit Fotos von halbnackten [[Frau]]en, von attraktiven Männern, die ständige [[Werbung]] mit sexuellen Anzüglichkeiten, all das kann man auch als Sexismus bezeichnen. Für manche Angehörigen anderer [[Kultur]]en erscheint die westliche Kultur manchmal sexbesessen zu sein. Andererseits stellt man immer wieder fest, dass in Kulturen, in denen [[Sexualität]] aus der öffentlichen [[Wahrnehmung]] verbannt ist, hinter verschlossenen Türen gar nicht mal selten sexuelle [[Gewalt]], sexuelle Übergriffe existieren. | |||
==Umgang mit Sexismus bei Anderen== | |||
Vielleicht ist in deiner Umgebung ein [[Mensch]], der zum [[Beispiel]] immer wieder abfällig über [[Frau]]en spricht. Der Stereotypen hat, öfters Frauen anmacht, aufzieht und so weiter. Wie gehst du damit um? Eine Möglichkeit wäre mit dem [[Mensch]]en im Privaten zu [[sprechen]] und ihm zu sagen, dass du es nicht gut findest, wie er mit Anderen umgeht. Wenn du [[selbst]] davon betroffen bist, dann kannst du es auch mal kurz sagen oder du erzählst es zum [[Beispiel]] dem Vorgesetzten des Anderen. Oder du sprichst mit Kollegen darüber und beratschlagst, was du machen kannst. Oder du sagst einfach mal in der [[Öffentlichkeit]] deine [[Meinung]]. Und eine andere Möglichkeit wäre, es einfach zu ignorieren. Souverän, selbstbewusst zu handeln und so kannst du alle Stereotypen gut überwinden. | |||
{{#ev:youtube|vZJwy5RfEfo}} | |||
===Weitere Informationen zu Yoga und Meditation=== | ===Weitere Informationen zu Yoga und Meditation=== | ||
* [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation] - Viele Infos und praktische Anleitungen | * [https://www.yoga-vidya.de/meditation/ Meditation] - Viele Infos und praktische Anleitungen | ||
Version vom 14. September 2026, 09:25 Uhr
Sexismus bezeichnet die Abwertung, Benachteiligung oder Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund geschlechtsbezogener Zuschreibungen. Sexismus steht in engem Zusammenhang mit Diskriminierung, gesellschaftlichen Stereotypen und traditionellen Geschlechterrollen und berührt grundlegende Fragen von Gleichberechtigung, Menschenwürde und Respekt.
Sexismus – Bedeutung und Definition
Sexismus ist eine Form der Diskriminierung, bei der Menschen aufgrund ihres Geschlechts oder aufgrund von Vorstellungen darüber, wie Frauen und Männer angeblich sind oder sein sollten, unterschiedlich bewertet und behandelt werden. Sexismus kann sich in persönlichen Einstellungen und Äußerungen ebenso zeigen wie in gesellschaftlichen Normen, sozialen Strukturen oder institutionellen Praktiken.
Historisch und gesellschaftlich waren und sind insbesondere Frauen von sexistischen Benachteiligungen betroffen. Der Begriff Sexismus wurde deshalb stark durch die Frauenbewegung und den Feminismus geprägt. Grundsätzlich können jedoch Menschen unterschiedlichen Geschlechts von geschlechtsbezogenen Vorurteilen, Abwertungen und Benachteiligungen betroffen sein.
Entscheidend ist nicht jede Wahrnehmung oder Beschreibung von Unterschieden zwischen den Geschlechtern. Sexistisch werden Vorstellungen insbesondere dann, wenn aus dem Geschlecht pauschale Aussagen über Fähigkeiten, Wert, gesellschaftliche Rolle oder angemessenes Verhalten eines Menschen abgeleitet werden und daraus Abwertung oder Benachteiligung entsteht.
Wie entsteht Sexismus?
Vorstellungen darüber, welche Eigenschaften, Aufgaben und Verhaltensweisen zu Frauen oder Männern passen, werden innerhalb einer Gesellschaft über lange Zeiträume geprägt. Familie, Erziehung, soziale Umgebung, Religion, Kultur, Medien und gesellschaftliche Institutionen können solche Vorstellungen vermitteln und weitergeben.
Dabei können Geschlechterrollen Orientierung bieten, sie können aber auch einengend wirken, wenn sie als starre Vorgaben verstanden werden. Aussagen wie „Frauen sind eben ...“ oder „Männer können nicht ...“ reduzieren sehr unterschiedliche Menschen auf vermeintlich allgemeingültige Eigenschaften ihres Geschlechts.
Solche Vorstellungen können so selbstverständlich erscheinen, dass sie kaum noch bewusst wahrgenommen werden. Selbstreflexion hilft deshalb, eigene Erwartungen zu hinterfragen: Beurteile ich einen Menschen aufgrund seiner tatsächlichen Persönlichkeit und Fähigkeiten oder aufgrund einer Vorstellung davon, wie eine Frau oder ein Mann vermeintlich sein sollte?
Sexismus, Vorurteile und Geschlechterstereotype
Vorurteile und Stereotype spielen bei Sexismus eine wichtige Rolle. Geschlechterstereotype schreiben Frauen und Männern bestimmte Eigenschaften zu. Frauen können beispielsweise pauschal als emotional, fürsorglich oder weniger durchsetzungsfähig und Männer als rational, stark oder weniger einfühlsam dargestellt werden.
Auch scheinbar positive Zuschreibungen können Menschen begrenzen. Die Annahme, Frauen seien grundsätzlich fürsorglicher oder Männer grundsätzlich belastbarer, mag zunächst wertschätzend erscheinen. Sie kann jedoch dazu führen, dass individuelle Fähigkeiten übersehen und bestimmte Aufgaben oder Erwartungen allein aufgrund des Geschlechts zugeordnet werden.
Geschlechterstereotype betreffen daher nicht nur die Bewertung eines Menschen, sondern auch Erwartungen daran, wie jemand leben, fühlen, arbeiten oder Beziehungen gestalten sollte.
Formen von Sexismus
Sexismus kann offen oder subtil auftreten. Manche Formen sind unmittelbar als Abwertung erkennbar, andere sind in alltäglichen Gewohnheiten oder gesellschaftlichen Strukturen eingebettet.
Individueller Sexismus
Individueller Sexismus zeigt sich in Einstellungen, Äußerungen und Handlungen einzelner Menschen. Dazu gehören beispielsweise abwertende Bemerkungen über Frauen oder Männer, sexistische Witze, die Herabsetzung aufgrund des Geschlechts oder die Annahme, bestimmte Fähigkeiten seien einem Menschen allein aufgrund seines Geschlechts nicht zuzutrauen.
Auch unterschiedliche Maßstäbe können Ausdruck sexistischer Vorstellungen sein. Ein Verhalten, das bei einem Mann als selbstbewusst beurteilt wird, kann beispielsweise bei einer Frau als unangemessen gelten – oder umgekehrt.
Alltagssexismus
Als Alltagssexismus werden sexistische Erfahrungen und Verhaltensweisen bezeichnet, die im täglichen Zusammenleben auftreten und mitunter gerade deshalb wenig wahrgenommen werden.
Dazu können abwertende oder stereotypisierende Bemerkungen, unerwünschte Kommentare über das Aussehen, geschlechtsbezogene Erwartungen oder das wiederholte Übergehen einer Person aufgrund ihres Geschlechts gehören.
Ein einzelner Vorfall mag geringfügig erscheinen. Wiederholen sich solche Erfahrungen jedoch, können sie gesellschaftliche Vorstellungen darüber festigen, wem welche Rolle, Kompetenz oder Bedeutung zugeschrieben wird.
Institutioneller und struktureller Sexismus
Von institutionellem oder strukturellem Sexismus wird gesprochen, wenn gesellschaftliche Regeln, Strukturen oder eingeübte Praktiken dazu führen, dass Menschen aufgrund ihres Geschlechts unterschiedliche Chancen oder Möglichkeiten erhalten.
Dies kann beispielsweise Bildung, Beruf, Einkommen, politische Teilhabe, Familienarbeit oder gesellschaftliche Machtverhältnisse betreffen. Dabei muss nicht zwingend eine bewusste sexistische Absicht einzelner Personen vorliegen. Auch historisch entstandene Strukturen können Ungleichheiten fortsetzen.
Sexismus und Diskriminierung
Diskriminierung bezeichnet die Benachteiligung von Menschen aufgrund bestimmter Merkmale oder Gruppenzuschreibungen. Sexismus ist eine spezifische Form geschlechtsbezogener Diskriminierung.
Dabei können sich Vorurteile, Stigmatisierung und Diskriminierung gegenseitig verstärken. Wird beispielsweise angenommen, eine Person sei aufgrund ihres Geschlechts für eine bestimmte Aufgabe weniger geeignet, kann eine stereotype Vorstellung zu einer tatsächlichen Benachteiligung führen.
Nicht jede Ungleichheit zwischen Frauen und Männern ist automatisch das Ergebnis von Sexismus. Um gesellschaftliche Unterschiede beurteilen zu können, müssen deshalb die jeweiligen Ursachen und Zusammenhänge betrachtet werden.
Sexismus und sexuelle Belästigung
Sexismus und sexuelle Belästigung sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Sexismus umfasst ein breites Spektrum geschlechtsbezogener Abwertungen, Vorurteile und Benachteiligungen. Sexuelle Belästigung bezeichnet dagegen unerwünschtes sexualisiertes Verhalten, durch das persönliche Grenzen verletzt werden.
Sexistische Vorstellungen können ein Umfeld begünstigen, in dem sexuelle Grenzüberschreitungen verharmlost oder nicht ernst genommen werden. Dennoch sollte nicht jede sexistische Bemerkung mit sexueller Belästigung gleichgesetzt werden und nicht jede Form sexueller Belästigung allein über Sexismus erklärt werden.
Entscheidend ist die Achtung der persönlichen Grenzen und der Würde jedes Menschen.
Folgen von Sexismus
Sexismus kann die persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen beeinträchtigen. Wenn Fähigkeiten aufgrund des Geschlechts unterschiedlich eingeschätzt werden, können daraus Einschränkungen in Bildung, Beruf, Familie und sozialem Leben entstehen.
Auch die wiederholte Erfahrung, nicht als individuelle Persönlichkeit, sondern vor allem als Frau oder Mann beurteilt zu werden, kann belastend sein. Menschen können beginnen, gesellschaftliche Erwartungen selbst zu übernehmen und ihre eigenen Fähigkeiten oder Möglichkeiten entsprechend einzuschränken.
Geschlechterstereotype können dabei Frauen und Männer auf unterschiedliche Weise begrenzen. Die Vorstellung, Männer müssten beispielsweise immer stark, konkurrenzfähig und emotional kontrolliert sein, kann ebenso einengend wirken wie die Erwartung, Frauen müssten sich besonders fürsorglich, zurückhaltend oder angepasst verhalten.
Sexismus erkennen
Offene sexistische Abwertung ist meist leicht erkennbar. Schwieriger sind alltägliche Vorstellungen und Erwartungen, die über lange Zeit selbstverständlich geworden sind.
Hilfreich kann die Frage sein: Würde ich dieselbe Eigenschaft oder dasselbe Verhalten genauso beurteilen, wenn diese Person ein anderes Geschlecht hätte?
Auch Verallgemeinerungen können Hinweise geben. Aussagen darüber, dass Frauen oder Männer „von Natur aus“ bestimmte gesellschaftliche Rollen übernehmen sollten oder bestimmte Fähigkeiten grundsätzlich nicht besäßen, lassen wenig Raum für individuelle Unterschiede.
Sexismus zu erkennen bedeutet dabei nicht, Unterschiede zwischen Menschen oder Geschlechtern grundsätzlich zu leugnen. Entscheidend ist vielmehr, ob aus tatsächlichen oder angenommenen Unterschieden eine pauschale Bewertung, Begrenzung oder Ungleichbehandlung entsteht.
Umgang mit Sexismus
Wie Menschen auf Sexismus reagieren, hängt von der jeweiligen Situation ab. Wer selbst betroffen ist, muss nicht jede sexistische Bemerkung kommentieren, andere Menschen aufklären oder sich auf eine Auseinandersetzung einlassen.
Die eigenen Grenzen und die persönliche Sicherheit dürfen dabei im Vordergrund stehen. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, eine Bemerkung anzusprechen, Unterstützung bei anderen zu suchen, einen Vorfall zu dokumentieren oder sich an eine zuständige Beratungs- oder Ansprechstelle zu wenden.
Wer sexistisches Verhalten gegenüber anderen beobachtet, kann ebenfalls Unterstützung anbieten oder eine abwertende Aussage hinterfragen. Dabei muss nicht jede Situation durch Konfrontation gelöst werden. Manchmal kann bereits eine ruhige Nachfrage sichtbar machen, welche pauschale Annahme hinter einer Aussage steht.
Respektvoller Umgang bedeutet dabei nicht, problematisches Verhalten hinzunehmen. Respekt gegenüber einem Menschen und eine klare Grenze gegenüber seinem Verhalten können gleichzeitig bestehen.
Sexismus - woher kommt das? Wie kann man das überwinden? Sexismus ist ein Begriff aus der amerikanischen Frauenbewegung. Sexismus ist eine Bezeichnung für alle Formen der Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Sexismus ist auch eine Bezeichnung für alle Arten von Vorurteilen aufgrund vom Geschlecht, meist jedoch verwendet als Bezeichnung für Vorurteile gegenüber Frauen.

Sexismus wird auch als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts definiert. Etwas vornehmer formuliert es Wikipedia (2014): Unter Sexismus versteht man die soziale Konstruktion von sexuellen Unterschieden zwischen Menschen und die daraus abgeleiteten Normen und Handlungsweisen. Der Sexismus unterteilt alle Menschen anhand ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale in Frauen und Männer, unterstellt ihnen damit eine grundlegende Unterschiedlichkeit allein aufgrund ihres biologischen Geschlechts.
Im Deutschen gibt es auch eine Zweitbedeutung des Begriffs Sexismus, die aber heutzutage seltener geworden ist: Als Sexismus kann auch verstanden werden, dass überall Sex eine große Rolle spielt. Die Aufladung des öffentlichen Raumes mit Fotos von halbnackten Frauen, von attraktiven Männern, die ständige Werbung mit sexuellen Anzüglichkeiten, all das kann man auch als Sexismus bezeichnen. Für manche Angehörigen anderer Kulturen erscheint die westliche Kultur manchmal sexbesessen zu sein. Andererseits stellt man immer wieder fest, dass in Kulturen, in denen Sexualität aus der öffentlichen Wahrnehmung verbannt ist, hinter verschlossenen Türen gar nicht mal selten sexuelle Gewalt, sexuelle Übergriffe existieren.
Umgang mit Sexismus bei Anderen
Vielleicht ist in deiner Umgebung ein Mensch, der zum Beispiel immer wieder abfällig über Frauen spricht. Der Stereotypen hat, öfters Frauen anmacht, aufzieht und so weiter. Wie gehst du damit um? Eine Möglichkeit wäre mit dem Menschen im Privaten zu sprechen und ihm zu sagen, dass du es nicht gut findest, wie er mit Anderen umgeht. Wenn du selbst davon betroffen bist, dann kannst du es auch mal kurz sagen oder du erzählst es zum Beispiel dem Vorgesetzten des Anderen. Oder du sprichst mit Kollegen darüber und beratschlagst, was du machen kannst. Oder du sagst einfach mal in der Öffentlichkeit deine Meinung. Und eine andere Möglichkeit wäre, es einfach zu ignorieren. Souverän, selbstbewusst zu handeln und so kannst du alle Stereotypen gut überwinden.
Weitere Informationen zu Yoga und Meditation
- Meditation - Viele Infos und praktische Anleitungen
- Yoga Übungen
- Yogaschulen und Yoga Zentren