Jagat: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Jagat''' ([[Sanskrit]]: jagat ''n.'') Welt, Schöpfung, Menschen und Tiere, Erde
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Jagat ist das manifeste Universum, die Welt wie sie sich präsentiert, das Göttliche, das sich als das All ausbreitet. Jagat ist die Schöpfung, das Universum; die Welt des Veränderlichen; die wechselnde, vorübergehende Welt.


'''Jagat''' ([[Sanskrit]]: jagat जगत् ''adj.'' u. ''n.'') gehend, beweglich, sich bewegend, lebendig; das Bewegliche, das Lebendige, die Welt, Schöpfung, Menschen und Tiere, die(se) Erde, manifestes Universum; (im [[Dual]]:) Himmel und Unterwelt.
''Jagat'' ist das manifeste Universum. Nach dem [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/jnana-yoga-philosophie/ Vedanta] ist Jagat nur eine [[Illusion]], eine Projektion auf [[Brahman]], durch die Kraft der [[Maya]].
Jagat wird oft auch im Kontext von [https://www.yoga-vidya.de/tantra/ Tantra] bzw. [[Shaktismus]] verwendet:
* [[Jagadamba]] ist die "Mutter ([[Amba]]) des Universums (Jagat)" und ist ein Beiname von [http://www.yoga-vidya.de/Bilder/Galerien/Durga.html Durga]
* Jagan[[mohini]] ist ein anderer Name von Durga und bedeutet: Diejenige, welche die ganze Welt verzaubert (Mohini)
Während im Vedanta Jagat, die Welt als unwirklich bzw. vergänglich angesehen wird, wird sie im Tantra als Manifestation der Göttin ([[Devi]]) verehrt.
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==Sukadev über Jagat==
''Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Jagat''
Jagat – das, was sich bewegt, Jagat – das sich Bewegende, Jagat – die Welt. Jagat ist einer der wichtigen Ausdrücke im [https://www.yoga-vidya.de/seminare/interessengebiet/jnana-yoga-philosophie/ Vedanta], Jagat ist einer der wichtigen Ausdrücke auch im [[Bhakti Yoga]]. Jagat, wörtlich also, das, was sich bewegt. Und das, was sich bewegt, ist letztlich die Welt. Und die Welt, das Universum, ist in ständiger Veränderung begriffen. Wenn du wissen willst, was wirklich ist, was nicht wirklich ist, kann man sagen, das, was sich bewegt, ist nur relativ wirklich. Denn, wann auch immer es ist, es ist im nächsten Moment anders. Was in einem Moment ist und im nächsten Moment nicht ist, hat nur eine vorübergehende Existenz.
[[Bewusstsein]] an sich ist das, was sich nicht bewegt. Bewusstsein bleibt gleich. [[Gott]] als Bewusstsein bleibt gleich, die Welt verändert sich. So ist diese sich ändernde Welt letztlich auch eine [[Maya|Illusion]], denn ändern heißt, sich ändern in [[Zeit]] und Raum. Zeit und Raum sind die Dimensionen, in denen der menschliche [[Geist]] die Welt wahrnimmt. Die Welt ist nicht eigentlich in Zeit und Raum, obgleich die Welt sich als Welt bewegt. Aber es gibt nicht wirklich eine Welt in Zeit und Raum. Zeit und Raum sind nämlich auch relativ.
Angenommen, du bist mit jemandem zusammen, den du gern magst, dann verläuft die Zeit sehr geschwind, ein paar Stunden sind wie in einer Minute vergangen. Angenommen, du wartest auf diesen Menschen, dann ist eine Minute so wie Stunden. Daher, Zeit ist relativ. Und wenn du in tiefer [[Meditation]] in vollständiger [[Gegenwart]] bist, dann erscheint die Zeit gleichzeitig unendlich lang und sie erscheint gleichzeitig sehr, sehr kurz. Daher, Zeit ist relativ, Raum ist relativ. Was sich verändert in Zeit und Raum, ist nicht wirklich wirklich.
So ist Jagat, also die Welt, das sich Bewegende, nur von einer relativen Wirklichkeit. Bei [[Shankaracharya]] heißt es: „Brahma Satyam. Brahman allein ist wirklich. Jagan Mithya. Die Welt, als sich Bewegendes und sich Veränderndes, ist Illusion, ist Täuschung. [[Jiva]] Brahmaiva Na Parah. Jiva, das Individuum, ist nicht anderes als Brahman allein.“ Aber Jagat ist nicht einfach nur eine Illusion, Jagat wird beherrscht durch [[Ishvara]], durch Gott, durch den [[Herr]]n. Die Welt wird gesteuert durch eine göttliche Kraft. Diese kann man auch bezeichnen als [[Jagadamba]]. Jagadamba, also die Mutter des Universums. Das Universum hat eine Mutter und diese Mutter ist Jagadamba, [[Durga]], [[Devi]], auch [[Lakshmi]] genannt, [[Kali]]. Jagat - das Universum. Jagat – das sich Bewegende. Jagat – die Welt.
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== Jagat जगत् jagat Aussprache==
Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Jagat, जगत्, jagat ausgesprochen wird:
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==Weblinks==
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*[http://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/4-kapitel-vers-13/ Hatha Yoga Pradipika 4.13]
*[http://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/4-kapitel-vers-58/ Hatha Yoga Pradipika 4.58]
==Siehe auch==
*[[Jagadamba]]
*[[Jagannatha]]
*[[Jagattraya]]
*[[Jagrat]]
*[[gam]]
*[[Vishva]]
*[[Amrita Siddhi Sanskrittext und Übersetzung#Viveka 31 Vers 1: Namenserklärung der vierten Stufe|Amrita Siddhi Vers 31.1]]
*[[Goraksha Paddhati|Goraksha Paddhati Vers 2.66]]
*[[HYP Jahresgruppe|Hatha Yoga Pradipika Sanskrittext und Übersetzung]]   
*[[Wörterbuchform]]
*[[Sanskrit Kurs Lektion 36]]
*[[Sanskrit Kurs Lektion 47]]
==Literatur==
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p115_Spirituelles-Woerterbuch---Sanskrit-Deutsch/&XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Martin Mittwede, Spirituelles Wörterbuch Sanskrit-Deutsch]
*[https://www.yoga-vidya.de/shop/product_info.php?info=p848_Das-Yoga-Lexikon/&XTCsid=a793ba3e94d6e68c68e3244b0615a13f Wilfried Huchzermeyer, Das Yoga-Lexikon]
* [[Carl Capeller]]: [[Sanskrit Wörterbuch]], nach den Petersburger Wörterbüchern bearbeitet, Strassburg : Trübner, 1887
==Seminare==
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:In diesem Workshop erlernen und praktizieren wir eine Serie von fünf energetisierenden Übungen, die mit Körper, Aufmerksamkeit und Atmung arbeiten. Diese TSA LUNG genannte und ursprünglich aus Tibet stammende Praxis dient zur Aktivierung und Reinigung der Chakras und zur Harmonisierung ...
:Dr phil Oliver Hahn
===[https://www.yoga-vidya.de/seminare/leiter/dr-phil-oliver-hahn/ Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - Online]===
'''<strong>[https://www.yoga-vidya.de/seminare/seminar/jahresgruppe-sanskrit-lektuere-der-amrita-siddhi-2-online-l270106-1// 06.01.2027 - 15.12.2027 - Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI - Online]</strong>'''
:Die AMRITA SIDDHI ("Erlangung der Unsterblichkeit") ist ein bisher noch wenig bekannter Ur-Text zum Hatha Yoga, der aus einem tantrisch orientierten buddhistischen Umfeld stammt. Niedergeschrieben wurde er vermutlich im 11. Jahrhundert in Indien von Madhava Chandra. Der Verfasser lehrt in 36 kurzen Kapiteln die praktischen und theoretischen Grundlagen ...
:Dr phil Oliver Hahn


[[Kategorie:Glossar]]
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[[Kategorie:Sanskrit]]
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Aktuelle Version vom 25. Mai 2026, 10:51 Uhr

Jagat ist das manifeste Universum, die Welt wie sie sich präsentiert, das Göttliche, das sich als das All ausbreitet. Jagat ist die Schöpfung, das Universum; die Welt des Veränderlichen; die wechselnde, vorübergehende Welt.

Jagat (Sanskrit: jagat जगत् adj. u. n.) gehend, beweglich, sich bewegend, lebendig; das Bewegliche, das Lebendige, die Welt, Schöpfung, Menschen und Tiere, die(se) Erde, manifestes Universum; (im Dual:) Himmel und Unterwelt.

Jagat ist das manifeste Universum. Nach dem Vedanta ist Jagat nur eine Illusion, eine Projektion auf Brahman, durch die Kraft der Maya.

Jagat wird oft auch im Kontext von Tantra bzw. Shaktismus verwendet:

  • Jaganmohini ist ein anderer Name von Durga und bedeutet: Diejenige, welche die ganze Welt verzaubert (Mohini)

Während im Vedanta Jagat, die Welt als unwirklich bzw. vergänglich angesehen wird, wird sie im Tantra als Manifestation der Göttin (Devi) verehrt.


Sukadev über Jagat

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Jagat

Jagat – das, was sich bewegt, Jagat – das sich Bewegende, Jagat – die Welt. Jagat ist einer der wichtigen Ausdrücke im Vedanta, Jagat ist einer der wichtigen Ausdrücke auch im Bhakti Yoga. Jagat, wörtlich also, das, was sich bewegt. Und das, was sich bewegt, ist letztlich die Welt. Und die Welt, das Universum, ist in ständiger Veränderung begriffen. Wenn du wissen willst, was wirklich ist, was nicht wirklich ist, kann man sagen, das, was sich bewegt, ist nur relativ wirklich. Denn, wann auch immer es ist, es ist im nächsten Moment anders. Was in einem Moment ist und im nächsten Moment nicht ist, hat nur eine vorübergehende Existenz.

Bewusstsein an sich ist das, was sich nicht bewegt. Bewusstsein bleibt gleich. Gott als Bewusstsein bleibt gleich, die Welt verändert sich. So ist diese sich ändernde Welt letztlich auch eine Illusion, denn ändern heißt, sich ändern in Zeit und Raum. Zeit und Raum sind die Dimensionen, in denen der menschliche Geist die Welt wahrnimmt. Die Welt ist nicht eigentlich in Zeit und Raum, obgleich die Welt sich als Welt bewegt. Aber es gibt nicht wirklich eine Welt in Zeit und Raum. Zeit und Raum sind nämlich auch relativ.

Angenommen, du bist mit jemandem zusammen, den du gern magst, dann verläuft die Zeit sehr geschwind, ein paar Stunden sind wie in einer Minute vergangen. Angenommen, du wartest auf diesen Menschen, dann ist eine Minute so wie Stunden. Daher, Zeit ist relativ. Und wenn du in tiefer Meditation in vollständiger Gegenwart bist, dann erscheint die Zeit gleichzeitig unendlich lang und sie erscheint gleichzeitig sehr, sehr kurz. Daher, Zeit ist relativ, Raum ist relativ. Was sich verändert in Zeit und Raum, ist nicht wirklich wirklich.

So ist Jagat, also die Welt, das sich Bewegende, nur von einer relativen Wirklichkeit. Bei Shankaracharya heißt es: „Brahma Satyam. Brahman allein ist wirklich. Jagan Mithya. Die Welt, als sich Bewegendes und sich Veränderndes, ist Illusion, ist Täuschung. Jiva Brahmaiva Na Parah. Jiva, das Individuum, ist nicht anderes als Brahman allein.“ Aber Jagat ist nicht einfach nur eine Illusion, Jagat wird beherrscht durch Ishvara, durch Gott, durch den Herrn. Die Welt wird gesteuert durch eine göttliche Kraft. Diese kann man auch bezeichnen als Jagadamba. Jagadamba, also die Mutter des Universums. Das Universum hat eine Mutter und diese Mutter ist Jagadamba, Durga, Devi, auch Lakshmi genannt, Kali. Jagat - das Universum. Jagat – das sich Bewegende. Jagat – die Welt.

Jagat जगत् jagat Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Jagat, जगत्, jagat ausgesprochen wird:

Weblinks

Pranayama

Siehe auch

Literatur

Seminare

Kundalini Yoga

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Dr phil Oliver Hahn

Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI 2 - Online

06.01.2027 - 15.12.2027 - Jahresgruppe Sanskrit - Lektüre der AMRITA SIDDHI - Online

Die AMRITA SIDDHI ("Erlangung der Unsterblichkeit") ist ein bisher noch wenig bekannter Ur-Text zum Hatha Yoga, der aus einem tantrisch orientierten buddhistischen Umfeld stammt. Niedergeschrieben wurde er vermutlich im 11. Jahrhundert in Indien von Madhava Chandra. Der Verfasser lehrt in 36 kurzen Kapiteln die praktischen und theoretischen Grundlagen ...
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