Triputa Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Triputa Puja nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um die dreifache Kraft von Fülle, Bewusstsein und liebender Hinwendung zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Ein nach P2-0171 angelegtes Yantra, Arghya-Wasser und Muschel, Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.

Umfang und Überlieferung

Verwendet wird die am Abschnittsbeginn genannte Shri-Maya-Madana-Folge. Die im letzten Satz erwähnten anderen Anlaute sind keine zusätzlichen Rezitationen dieser Durchführung.

Hauptmantra

śrīṃ hrīṃ klīṃ

Bedeutung und Funktion: Drei Bijas: Shrim, Hrim und Klim. Sie werden als Shri, Maya und Madana bezeichnet; sie bilden keinen wörtlich übersetzbaren Satz.

Durchführung

  1. Zeichne das Sechseck mit dem Grundmantra in der Mitte und an den sechs Ecken; ergänze acht Blätter mit den langen Vokalen und die viertorige Umfassung (P2-0171).
  2. Führe die Vorbereitung bis zum Pitha Nyasa aus. Setze Sammohana auf den Kopf, Gayatri an den Mund und Triputa ins Herz. Die Folge Shrim, Hrim, Klim wird für die sechs Handstellen zweimal durchlaufen (P2-0172).
  3. Vergegenwärtige Triputa unter dem Wunschbaum mit sechs Händen, drei Augen und mitfühlendem Blick. Bringe zunächst die Gaben geistig dar; stelle danach das Arghya bereit (P2-0173).
  4. Verehre den Sitz mit den Bhuvaneshvari-Kräften. Rufe die Göttin an und bringe die Gaben bis zu fünf Blumenhandvoll dar. Verehre dann an den sechs Ecken Lakshmi, Hari, Gauri, Shiva, Rati und Kama; anschließend die beiden Schätze, Glieder, Mütter und weiblich vorgestellten Richtungshüter (P2-0174–0176).
  5. Beende die äußere Verehrung mit Räucherwerk, Licht, Speise und der vorgesehenen Entlassung. Die 1.200.000 Japa und 12.000 Homa gehören zur gesonderten Purascharana-Verpflichtung, nicht zu einer einzelnen Puja.

Formeln und Zuordnungen

Ausgeschriebener Hand- und Gliedernyasa

Die folgende Auflösung folgt P2-0172. Sie ergänzt die dort ausgeschriebene Anfangsformel nach der ausdrücklich genannten Fortsetzungsregel. Sprich bei jeder Berührung die vollständige Formel. Der Handnyasa folgt der Fingerreihe; anschließend folgt der Gliedernyasa. Bei Schutzpanzer und Waffe wird die erlernte Schutzgebärde ausgeführt. Die Bijas sind Keimsilben. Sie haben hier keine Satzübersetzung. Die nachfolgenden Wörter benennen die Finger beziehungsweise Körperstellen; namaḥ ist die Verehrung, svāhā und vaṣaṭ sind Weihe- und Darbringungsrufe, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ die jeweiligen rituellen Abschlüsse.

Handnyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
beide Daumen śrīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
beide Zeigefinger hrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā
beide Mittelfinger klīṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
beide Ringfinger śrīṃ anāmikābhyāṃ huṃ
beide kleinen Finger hrīṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Handflächen und Handrücken klīṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ

Gliedernyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
Herz śrīṃ hṛdayāya namaḥ
Kopf hrīṃ śirase svāhā
Haarlocke / Scheitel klīṃ śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer śrīṃ kavacāya huṃ
drei Augen hrīṃ netratrayāya vauṣaṭ
Waffe / Schutzkreis klīṃ astrāya phaṭ

Rishi-Zuordnung

Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra ein, wie im Bhuvaneśvarīmantra beschrieben, und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf: „sammohanāya ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Sammohana“; am Mund: „gāyatryai chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen: „tripuṭāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Tripuṭā“. Dann der Handnyāsa: śrīṃ an beiden Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; klīṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śrīṃ an den Ringfingern mit huṃ; hrīṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; klīṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso an den sechs Gliedern, beginnend mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“. Im Nibandha heißt es: Sammohana ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Tripuṭā die Gottheit. Mit ihren zweimal gesprochenen drei Bījas werden der Reihe nach die sechs Glieder gebildet. (P2-0172).

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0170 · 65
atha tripuṭāmantrāḥ
śrīmāyāmadanaiḥ prokto mantro bījatryātmakaḥ
|| 65 ||

Nun die Tripuṭāmantras: Das aus drei Bījas bestehende Mantra wird aus Śrī, Māyā und Madana gebildet: śrīṃ hrīṃ klīṃ.


P2-0171 · 66
tatra pūjāyantram: (citra 16)
taduktaṃ daśapaṭalyām:
ṣaṭkoṇaṃ pūrvāmālikhya madhye vidyāṃ likhetsudhīḥ |
vīpsayā tāntu ṣaṭkoṇakoṇeṣu kramato likhet |
vāhye vasudalaṃ kuryāddīrghasvaravibhūṣitam |
caturasraṃ caturdvārabhūṣitaṃ maṇḍalaṃ likhet |
madhye devīṃ samāvāhya dhyāyetsarvaṃ samṛddhidām
|| 66 ||

Das Pūjāyantra wird in der Vorlage mit Abbildung 16 bezeichnet. In der Daśapaṭalī heißt es: Zuerst soll der Einsichtige ein Sechseck zeichnen und die Vidyā in seine Mitte schreiben. Dieselbe schreibt er wiederholt der Reihe nach in die sechs Ecken. Außen zeichnet er einen achtblättrigen Lotus, geschmückt mit den langen Vokalen, und ein quadratisches Maṇḍala mit vier Toren. In der Mitte ruft man die Göttin an und meditiert über sie als die Spenderin aller Fülle.


P2-0172 · 67
asyāḥ pūjāprayogaḥ:
tataḥ prātaḥ kṛtyādi pīṭhanyāsāntaṃ karma vidhāya
bhuvaneśvarīmantroktajayādipīṭhamanvantaṃ vinyasya
ṛṣyādinyāsaṃ kuryāt |
tadyathā:
śirasi sammohanāya ṛṣaye namaḥ, mukhe gāyatryai chandase namaḥ
hṛdi tripuṭāyai devatāyai namaḥ |
tataḥ karāṅganyāsau:
śrīṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ |
hrīṃ tarjanībhyāṃ svāhā klīṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ, śrīṃ
anāmikābhyāṃ huṃ, hrīṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ, klīṃ
karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ |
evaṃ śrīṃ hṛdayāya namaḥ ityādi |
tathā ca nibandhe:
ṛṣiḥ sammohanaśchando gāyatrī devatā punaḥ tripuṭākhyā
dviruktaistadbījairaṅgāni ṣaṭkramāt
|| 67 ||

Ihr Verehrungsverfahren: Nach den morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa setzt man Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra ein, wie im Bhuvaneśvarīmantra beschrieben, und vollzieht den Sehernyāsa. Auf dem Kopf: „sammohanāya ṛṣaye namaḥ – Verehrung dem Seher Sammohana“; am Mund: „gāyatryai chandase namaḥ – Verehrung dem Versmaß Gāyatrī“; am Herzen: „tripuṭāyai devatāyai namaḥ – Verehrung der Gottheit Tripuṭā“. Dann der Handnyāsa: śrīṃ an beiden Daumen mit namaḥ; hrīṃ an den Zeigefingern mit svāhā; klīṃ an den Mittelfingern mit vaṣaṭ; śrīṃ an den Ringfingern mit huṃ; hrīṃ an den kleinen Fingern mit vauṣaṭ; klīṃ an Handflächen und Handrücken mit phaṭ. Ebenso an den sechs Gliedern, beginnend mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ – Verehrung dem Herzen“. Im Nibandha heißt es: Sammohana ist der Seher, Gāyatrī das Versmaß, Tripuṭā die Gottheit. Mit ihren zweimal gesprochenen drei Bījas werden der Reihe nach die sechs Glieder gebildet.


P2-0173 · 68
tato dhyānam:
pārijātavane ramye maṇḍape maṇikuṭṭime |
ratnasiṃhāsane ramye padme ṣaṭkoṇaśobhite |
adhastātkalpavṛkṣasya niṣṇṇāṃ devatāṃ smaret |
cāpaṃ pāśāmbujasarasijānyaṃkuśaṃ puṣpabāṇān,
saṃvibhrāṇāṃ karasarasijaiḥ ratnamauliṃ trinetrām |
hemābjābhāṃ kucabhāranatāṃ ratnamañjīrakāñcīṃ,
graiveyādyairvilasitatanuṃ bhāvayecchaktimādyām ||
cāmarādarśatāmbūlakaraṇḍakasamudgakān |
vahantībhiḥ kucārttābhirdūtībhiḥ parivāritām |
karuṇāmṛtavarṣiṇyā paśyantīṃ sādhakaṃ dṛśā |
ambujaṃ padmaṃ na tu śaṅkhaṃ, dadhatīṃ padmayugalamiti
dakṣiṇāmūrtivacanāt |
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya śaṅkhasthāpanaṃ kuryāt
|| 68 ||

Die Meditation: Man vergegenwärtigt sich die Gottheit unter dem wunscherfüllenden Baum, in einem lieblichen Pārijātahain, in einem Pavillon mit Edelsteinboden, auf einem schönen Juwelenthron und einem Lotus, den ein Sechseck schmückt. Man meditiert über die ursprüngliche Kraft: In ihren Lotushänden trägt sie Bogen, Schlinge, zwei Lotusse, Stachel und Blumenpfeile. Sie trägt eine Edelsteinkrone und besitzt drei Augen; ihr Glanz gleicht einem goldenen Lotus. Die Last ihrer Brüste lässt sie sich neigen; juwelenbesetzte Fußringe, Gürtel, Halsschmuck und weitere Schmuckstücke zieren ihren Körper. Sie ist von Botinnen umgeben, die unter der Last ihrer Brüste stehen und Yakschweifwedel, Spiegel, Beteldosen und Kästchen tragen. Mit einem Blick, der den Nektar des Mitgefühls regnen lässt, schaut sie den Praktizierenden an. „Ambuja“ bezeichnet einen Lotus, keine Muschel, denn Dakṣiṇāmūrti sagt: „Sie trägt zwei Lotusse.“ Nachdem man so meditiert und mit geistigen Gaben verehrt hat, stellt man die Muschel auf.


P2-0174 · 69
tataḥ sāmānyapūjāpaddhatyukta pīṭhapūjā vidhyāya keśareṣu
bhuvaneśvarīmantroktajayādipīṭhamanvantaṃ sampūjya
punardhyātvā āvāhanādi - pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ
vidhāya āvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tadyathā:
agnyādiṣaṭkoṇeṣu oṃ lakṣmyai namaḥ, oṃ haraye namaḥ, evaṃ gauryai,
śivāya, ratyai, kāmāya, ṣaṭkoṇasyobhayataḥ pārśvayoḥ oṃ
śaṅkhanidhaye namaḥ, oṃ padmanidhaye namaḥ |
tataḥ keśareṣu agnyādikoṇacatuṣṭayeṣu madhye dikṣu ca śrīṃ
hṛdayāya namaḥ |
ityādinā ṣaḍaṅgāni pūjayet
|| 69 ||

Dann vollzieht man die Sitzverehrung nach dem allgemeinen Pūjāverfahren. Auf den Staubfäden verehrt man Jayā und die übrigen Kräfte bis zum Sitzmantra nach dem Bhuvaneśvarīverfahren, meditiert erneut und vollzieht die Handlungen von der Anrufung bis zur Darbringung der fünf Handvoll Blumen. Dann folgt die Umkreisverehrung. An den sechs Ecken, im Südosten beginnend, verehrt man mit oṃ und namaḥ Lakṣmī, Hari, Gaurī, Śiva, Rati und Kāma. Beiderseits des Sechsecks verehrt man den Muschelschatz und den Lotusschatz. Auf den Staubfäden in den vier Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen verehrt man die sechs Glieder mit „śrīṃ hṛdayāya namaḥ“ und den folgenden Formeln.


P2-0175 · 70
tataḥ patreṣu brāhmyādyā mātaraḥ pūjyāḥ |
tathā ca nibandhe:
hṛllekhāvihite pīṭhe pūjayettāṃ samāhitaḥ |
agnyādiṣaṭsu koṇeṣu lakṣmyādyā pūjayeddhruvam |
lakṣmīṃ hemaprabhāṃ tanvīṃ sa - varābjayugābhayām |
śaṅkhacakragadāmbhojadharaṃ hemanibhaṃ harim |
pāśāṃkuśābhayābhīṣṭadharāṃ gaurīṃ javāruṇām |
mṛgaṭaṅkābhayābhiṣṭadharaṃ hemanibhaṃ haram |
nīlotpalakarāṃ saumyāṃ ratiṃ kāñcanasannibhām |
dhṛtapāśāṃkuśeṣvāsaṃ puṣpeṣumaruṇaṃ smaran |
pūrvavannidhiyugmantu yajedubhayapārśvaryoḥ |
bahiraṅgāni sampūjya pūjyāḥ patreṣu mātara iti |
tadbahirindrādīnvanitā rūpānpūjayet
|| 70 ||

Danach werden auf den Blättern die Mütter, beginnend mit Brāhmī, verehrt. Im Nibandha heißt es: Gesammelt soll man die Göttin auf dem für Hṛllekhā vorgeschriebenen Sitz verehren. An den sechs Ecken, beginnend im Südosten, soll man stets Lakṣmī und die übrigen verehren: Lakṣmī, schlank und goldglänzend, mit Gewährung, zwei Lotussen und Furchtlosigkeit; Hari, goldglänzend, mit Muschel, Rad, Keule und Lotus; Gaurī, rot wie die Javāblüte, mit Schlinge, Stachel, Furchtlosigkeit und Wunscherfüllung; Hara, goldglänzend, mit Antilope, Beil, Furchtlosigkeit und Wunscherfüllung; Rati, mild und goldfarben, mit blauem Lotus in der Hand; Smara, rot, mit Schlinge, Stachel, Bogen und Blumenpfeilen. Beide Schätze verehrt man wie zuvor zu beiden Seiten. Nachdem man außen die Glieder verehrt hat, verehrt man die Mütter auf den Blättern. Außerhalb davon verehrt man Indra und die übrigen in weiblicher Gestalt.


P2-0176 · 72
nibhandhe:
lokeśānvanitārūpānarcayetsaumyavigrahān |
tato dhūpādi visarjanāntaṃ karma samāpayet |
asya puraścaraṇajapo dvādaśalakṣaḥ |
tathā ca:
bhānulakṣaṃ japedenaṃ manuṃ tāvatsahasrakam |
vilvāragvadhasambhūtairmadhurāktaiḥ samidvaraiḥ |
javāpuṣpaiśca juhuyāttoṣayedvasunā gurum |
āragvadhaḥ śoṇāluḥ |
ayaṃ mantrastridhā bhavati |
parādirvā bhaveddevi kāmādirvā bhavediyamiti
dakṣiṇāmūrtivacanāt
|| 72 ||

Im Nibandha heißt es: Man soll die Weltenherren in weiblicher Gestalt und mit mildem Körper verehren. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. Das Puraścaraṇajapa beträgt zwölf Lakh, also 1.200.000 Wiederholungen. Dazu heißt es: Man wiederholt dieses Mantra zwölf Lakh-mal und opfert zwölftausendmal mit vorzüglichen Hölzern von Bilva und Āragvadha, die mit den süßen Stoffen bestrichen sind, sowie mit Javāblüten. Den Guru erfreut man mit Reichtum. Āragvadha ist Śoṇālu. Dieses Mantra kommt in drei Formen vor, denn Dakṣiṇāmūrti sagt: „Göttin, es kann auch mit Parā beginnen oder mit Kāma.“


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0130 · 24
bhuvaneśvarī padārthamāha dakṣiṇāmūrttisaṃhitāyām:
vyomabīje maheśāni kailāsādi pratiṣṭhitam |
vahnibījātsuvarṇādi niṣpannaṃ bahudhā priye |
tenāyaṃ varttate loko bhūmimaṇḍalasaṃsthitaḥ |
tūryasvareṇa pātāle śeṣarūpeṇa dhāryate |
mahābhūmaṇḍalaṃ tasmātpātālasyā'pi nāyikā |
ata eva maheśāni bhuvanādhīśvarī priye |
matāntaramāha:
hakāro vyoma tūryeṇa svareṇānilasambhavaḥ |
vikāre sati repheṇa sākṣadvahnisvarūpiṇī |
vahnibījaṃ vasudheyaṃ tasmādrephañca sundari |
ata eva maheśāni savāyoḥ samatā bhavet |
vinducakrāmṛtāddevi plāvayantī jagattrayam |
dravarūpī bhavettasmātplavantī cārddhamātrayā |
ata eva maheśāni bhuvaneśīti kathyate
|| 24 ||

Die Bedeutung des Namens Bhuvaneśvarī wird in der Dakṣiṇāmūrtisaṃhitā erklärt: Große Herrin, im Raumbīja sind Kailāsa und die übrigen Orte gegründet. Aus dem Feuerbīja entstehen Gold und weitere Stoffe in vielerlei Gestalt, Geliebte. Dadurch besteht diese auf der Erdensphäre gegründete Welt. Durch den vierten Vokal wird die große Erdensphäre in der Unterwelt in Gestalt Śeṣas getragen; daher ist sie auch Herrin der Unterwelt. Eben deshalb ist sie, große Herrin, die geliebte Herrscherin der Welten. Eine andere Auffassung lautet: Der Laut ha ist Raum; durch den vierten Vokal entsteht der Wind. Wenn die Verwandlung durch ra erfolgt, ist sie unmittelbar von Feuergestalt. Dieses Feuerbīja ist die Erde; deshalb steht ra dafür, Schöne. Daher, große Herrin, kommt Gleichheit mit dem Wind zustande. Göttin, sie überflutet die drei Welten mit dem Nektar des Bindu-Kreises. Deshalb nimmt sie flüssige Gestalt an und lässt sie mit der halben Mātrā überschwemmen. Eben darum, große Herrin, wird sie Bhuvaneśī genannt. [„savāyoḥ samatā“ und „vasudheyaṃ“ sind unsichere Lesungen; die ungewöhnliche Elementzuordnung wird nicht stillschweigend verändert.]


P2-0131 · 25
asyāḥ pūjāprayogaḥ:
sāmānyapūjāpaddhatyuktakrameṇa prātaḥkṛtyādi
pīṣṭhanyāsāntaṃ karmaṃ vidhāya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu
madhye ca pīṭhaśaktīrnyaset |
tadyathā:
jayā vijayā ajitā aparājitā nityā vilāsinī dogdhrī aghorā maṅgalā |
vākyantu:
oṃ jayāya namaḥ ityādi |
karṇikāyāṃ hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ
|| 25 ||

Ihr Verehrungsverfahren: Nachdem man entsprechend dem allgemeinen Pūjāverfahren die morgendlichen Handlungen bis zum Sitznyāsa ausgeführt hat, setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus und in seine Mitte die Sitzkräfte: Jayā, Vijayā, Ajitā, Aparājitā, Nityā, Vilāsinī, Dogdhrī, Aghorā und Maṅgalā. Die Formel lautet „oṃ jayāya namaḥ“ und entsprechend weiter: Oṃ, Verehrung Jayā. Auf dem Fruchtboden: „hrīṃ sarvaśaktikamalāsanāya namaḥ – Hrīṃ, Verehrung dem Lotussitz aller Kräfte“. [Die Vorlage verwendet hier bei Jayā „jayāya“, später jedoch „jayāyai“.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0170 · 65
अथ त्रिपुटामन्त्राः
श्रीमायामदनैः प्रोक्तो मन्त्रो बीजत्र्यात्मकः
॥ ६५ ॥

P2-0171 · 66
तत्र पूजायन्त्रम्: (चित्र १६)
तदुक्तं दशपटल्याम्:
षट्कोणं पूर्वामालिख्य मध्ये विद्यां लिखेत्सुधीः ।
वीप्सया तान्तु षट्कोणकोणेषु क्रमतो लिखेत् ।
वाह्ये वसुदलं कुर्याद्दीर्घस्वरविभूषितम् ।
चतुरस्रं चतुर्द्वारभूषितं मण्डलं लिखेत् ।
मध्ये देवीं समावाह्य ध्यायेत्सर्वं समृद्धिदाम्
॥ ६६ ॥

P2-0172 · 67
अस्याः पूजाप्रयोगः:
ततः प्रातः कृत्यादि पीठन्यासान्तं कर्म विधाय
भुवनेश्वरीमन्त्रोक्तजयादिपीठमन्वन्तं विन्यस्य
ऋष्यादिन्यासं कुर्यात् ।
तद्यथा:
शिरसि सम्मोहनाय ऋषये नमः, मुखे गायत्र्यै छन्दसे नमः
हृदि त्रिपुटायै देवतायै नमः ।
ततः कराङ्गन्यासौ:
श्रीं अंगुष्ठाभ्यां नमः ।
ह्रीं तर्जनीभ्यां स्वाहा क्लीं मध्यमाभ्यां वषट्, श्रीं
अनामिकाभ्यां हुं, ह्रीं कनिष्ठाभ्यां वौषट्, क्लीं
करतलपृष्ठाभ्यां फट् ।
एवं श्रीं हृदयाय नमः इत्यादि ।
तथा च निबन्धे:
ऋषिः सम्मोहनश्छन्दो गायत्री देवता पुनः त्रिपुटाख्या
द्विरुक्तैस्तद्बीजैरङ्गानि षट्क्रमात्
॥ ६७ ॥

P2-0173 · 68
ततो ध्यानम्:
पारिजातवने रम्ये मण्डपे मणिकुट्टिमे ।
रत्नसिंहासने रम्ये पद्मे षट्कोणशोभिते ।
अधस्तात्कल्पवृक्षस्य निष्ण्णां देवतां स्मरेत् ।
चापं पाशाम्बुजसरसिजान्यंकुशं पुष्पबाणान्,
संविभ्राणां करसरसिजैः रत्नमौलिं त्रिनेत्राम् ।
हेमाब्जाभां कुचभारनतां रत्नमञ्जीरकाञ्चीं,
ग्रैवेयाद्यैर्विलसिततनुं भावयेच्छक्तिमाद्याम् ॥
चामरादर्शताम्बूलकरण्डकसमुद्गकान् ।
वहन्तीभिः कुचार्त्ताभिर्दूतीभिः परिवारिताम् ।
करुणामृतवर्षिण्या पश्यन्तीं साधकं दृशा ।
अम्बुजं पद्मं न तु शङ्खं, दधतीं पद्मयुगलमिति
दक्षिणामूर्तिवचनात् ।
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य शङ्खस्थापनं कुर्यात्
॥ ६८ ॥

P2-0174 · 69
ततः सामान्यपूजापद्धत्युक्त पीठपूजा विध्याय केशरेषु
भुवनेश्वरीमन्त्रोक्तजयादिपीठमन्वन्तं सम्पूज्य
पुनर्ध्यात्वा आवाहनादि - पञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं
विधाय आवरणपूजां कुर्यात् ।
तद्यथा:
अग्न्यादिषट्कोणेषु ॐ लक्ष्म्यै नमः, ॐ हरये नमः, एवं गौर्यै,
शिवाय, रत्यै, कामाय, षट्कोणस्योभयतः पार्श्वयोः ॐ
शङ्खनिधये नमः, ॐ पद्मनिधये नमः ।
ततः केशरेषु अग्न्यादिकोणचतुष्टयेषु मध्ये दिक्षु च श्रीं
हृदयाय नमः ।
इत्यादिना षडङ्गानि पूजयेत्
॥ ६९ ॥

P2-0175 · 70
ततः पत्रेषु ब्राह्म्याद्या मातरः पूज्याः ।
तथा च निबन्धे:
हृल्लेखाविहिते पीठे पूजयेत्तां समाहितः ।
अग्न्यादिषट्सु कोणेषु लक्ष्म्याद्या पूजयेद्ध्रुवम् ।
लक्ष्मीं हेमप्रभां तन्वीं स - वराब्जयुगाभयाम् ।
शङ्खचक्रगदाम्भोजधरं हेमनिभं हरिम् ।
पाशांकुशाभयाभीष्टधरां गौरीं जवारुणाम् ।
मृगटङ्काभयाभिष्टधरं हेमनिभं हरम् ।
नीलोत्पलकरां सौम्यां रतिं काञ्चनसन्निभाम् ।
धृतपाशांकुशेष्वासं पुष्पेषुमरुणं स्मरन् ।
पूर्ववन्निधियुग्मन्तु यजेदुभयपार्श्वर्योः ।
बहिरङ्गानि सम्पूज्य पूज्याः पत्रेषु मातर इति ।
तद्बहिरिन्द्रादीन्वनिता रूपान्पूजयेत्
॥ ७० ॥

P2-0176 · 72
निभन्धे:
लोकेशान्वनितारूपानर्चयेत्सौम्यविग्रहान् ।
ततो धूपादि विसर्जनान्तं कर्म समापयेत् ।
अस्य पुरश्चरणजपो द्वादशलक्षः ।
तथा च:
भानुलक्षं जपेदेनं मनुं तावत्सहस्रकम् ।
विल्वारग्वधसम्भूतैर्मधुराक्तैः समिद्वरैः ।
जवापुष्पैश्च जुहुयात्तोषयेद्वसुना गुरुम् ।
आरग्वधः शोणालुः ।
अयं मन्त्रस्त्रिधा भवति ।
परादिर्वा भवेद्देवि कामादिर्वा भवेदियमिति
दक्षिणामूर्तिवचनात्
॥ ७२ ॥

P2-0130 · 24
भुवनेश्वरी पदार्थमाह दक्षिणामूर्त्तिसंहितायाम्:
व्योमबीजे महेशानि कैलासादि प्रतिष्ठितम् ।
वह्निबीजात्सुवर्णादि निष्पन्नं बहुधा प्रिये ।
तेनायं वर्त्तते लोको भूमिमण्डलसंस्थितः ।
तूर्यस्वरेण पाताले शेषरूपेण धार्यते ।
महाभूमण्डलं तस्मात्पातालस्याऽपि नायिका ।
अत एव महेशानि भुवनाधीश्वरी प्रिये ।
मतान्तरमाह:
हकारो व्योम तूर्येण स्वरेणानिलसम्भवः ।
विकारे सति रेफेण साक्षद्वह्निस्वरूपिणी ।
वह्निबीजं वसुधेयं तस्माद्रेफञ्च सुन्दरि ।
अत एव महेशानि सवायोः समता भवेत् ।
विन्दुचक्रामृताद्देवि प्लावयन्ती जगत्त्रयम् ।
द्रवरूपी भवेत्तस्मात्प्लवन्ती चार्द्धमात्रया ।
अत एव महेशानि भुवनेशीति कथ्यते
॥ २४ ॥

P2-0131 · 25
अस्याः पूजाप्रयोगः:
सामान्यपूजापद्धत्युक्तक्रमेण प्रातःकृत्यादि
पीष्ठन्यासान्तं कर्मं विधाय हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु
मध्ये च पीठशक्तीर्न्यसेत् ।
तद्यथा:
जया विजया अजिता अपराजिता नित्या विलासिनी दोग्ध्री अघोरा मङ्गला ।
वाक्यन्तु:
ॐ जयाय नमः इत्यादि ।
कर्णिकायां ह्रीं सर्वशक्तिकमलासनाय नमः
॥ २५ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0170–P2-0176; ergänzend P2-0130–P2-0131


Siehe auch

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01.01.2027 - 10.01.2027 Yogalehrer Weiterbildung Intensiv A1 - Jnana Yoga und Vedanta

Kompakte, vielseitige Weiterbildung für Yogalehrer rund um Jnana Yoga und Vedanta.
Tauche tief ein ins Jnana Yoga und Vedanta, studiere die indischen S…
Vedamurti Dr Olaf Schönert

Chakras

20.11.2026 - 22.11.2026 Heilreise durch die Chakren

Tauche ein in eine transformative Reise durch die sieben Hauptchakren und erfahre, wie du deine Energiezentren aktivieren, ausbalancieren und für dein …
Nese Niekrens, Gajendra Sebastian Niekrens
26.12.2026 - 01.01.2027 Kundalini Yoga Intensiv Praxis - Live Online

Intensives Praktizieren der im Mittelstufen-Seminar gelernten Übungen für noch tiefere Erfahrung und Erweiterung des Bewusstseins ohne viel Theorie. L…
Sukadev Bretz, Shaktipriya Vogt, Radharani Birkner

Energiearbeit

06.11.2026 - 08.11.2026 Kundalini Yoga Einführung

Gründliche Einführung in die Theorie und Praxis des Kundalini Yoga, Yoga der Energie. Die praktischen Übungen des Kundalini Yoga umfassen Pranayama (…
Arjuna Wingen
13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe

Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…
Manuel Hirning