Shiva Puja mit Om Namah Shivaya nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Shiva Puja mit Om Namah Shivaya nach dem Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Shiva mit dem sechssilbigen Om Namah Shivaya und den fünf Gottesgestalten zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Vorbereitung und Ritualmittel

Shaivischer Kultsitz, Wasser und Arghya-Gefäß, Blumen, Duftstoff, Räucherwerk, Lampe und Speise.

Umfang und Überlieferung

Die Vorlage unterscheidet den fünfsilbigen Kern und die sechssilbige Form mit Om. Die Nyasas und die hier dargestellte Puja folgen der sechssilbigen Form (P2-0626–0632). Die genannte Purascharana setzt nach P2-0632 ausdrücklich die Einweihung auf dem shaivischen Weg voraus.

Hauptmantra

oṃ namaḥ śivāya

Bedeutung und Funktion: Om, Verehrung Shiva. Die Ritualordnung verwendet die sechssilbige Form einschließlich Om; der fünfsilbige Kern lautet namah shivaya.

Durchführung

  1. Vollziehe die vorausgesetzten Morgenhandlungen bis zur Atemregelung. Setze die neun shaivischen Sitzkräfte nach P2-0586 ein und verehre den Sitz mit der dort ausgeschriebenen Formel.
  2. Berühre für den Rishi Nyasa Kopf, Mund und Herz: Ordne der Reihe nach Vamadeva, Pankti und Ishana zu (P2-0627). Sprich die jeweiligen Verehrungsformeln des Belegs.
  3. Vollziehe den Hand- und Gliedernyasa mit den unten ausgeschriebenen Formeln (P2-0628). Schließe die fünf Gestalten, Kalas und weiteren Nyasas in der Quellenreihenfolge an.
  4. Vergegenwärtige den silberberghellen, fünfgesichtigen Shiva mit Mondsichel, Beil, Antilope, Gewährung und Furchtlosigkeit auf dem Lotus (P2-0630). Bringe Duft, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise zunächst geistig dar.
  5. Richte das Arghya in einem geeigneten Gefäß ein und verehre den äußeren Sitz. Meditiere erneut, rufe die Gottheit an und bringe die Gaben bis zu fünf Blumenhandvoll dar.
  6. Verehre die Glieder und Umkreise in der Reihenfolge von P2-0631. Die besonderen Namen und Positionen sind unmittelbar unter „Umkreis und Abschluss“ aufgelöst. Schließe mit Räucherwerk, Licht, Speise und der vorgeschriebenen Entlassung.
  7. Für auf dem shaivischen Weg Eingeweihte nennt P2-0632 3.600.000 Japa und 36.000 Feueropfer mit Ghee-Milchreis; die Zahl ist ausdrücklich ein Hundertstel und wird nicht verändert.

Formeln und Zuordnungen

Ausgeschriebener Hand- und Gliedernyasa

Die folgende Auflösung folgt P2-0628. Sie ergänzt die dort ausgeschriebene Anfangsformel nach der ausdrücklich genannten Fortsetzungsregel. Sprich bei jeder Berührung die vollständige Formel. Der Handnyasa folgt der Fingerreihe; anschließend folgt der Gliedernyasa. Bei Schutzpanzer und Waffe wird die erlernte Schutzgebärde ausgeführt. Die Bijas sind Keimsilben. Sie haben hier keine Satzübersetzung. Die nachfolgenden Wörter benennen die Finger beziehungsweise Körperstellen; namaḥ ist die Verehrung, svāhā und vaṣaṭ sind Weihe- und Darbringungsrufe, huṃ, vauṣaṭ und phaṭ die jeweiligen rituellen Abschlüsse.

Handnyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
beide Daumen oṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
beide Zeigefinger naṃ tarjanībhyāṃ svāhā
beide Mittelfinger maṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
beide Ringfinger śiṃ anāmikābhyāṃ huṃ
beide kleinen Finger vāṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Handflächen und Handrücken yaṃ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ

Gliedernyasa

Berührung / Zuordnung Vollständige Formel
Herz oṃ hṛdayāya namaḥ
Kopf naṃ śirase svāhā
Haarlocke / Scheitel maṃ śikhāyai vaṣaṭ
Schutzpanzer śiṃ kavacāya huṃ
drei Augen vāṃ netratrayāya vauṣaṭ
Waffe / Schutzkreis yaṃ astrāya phaṭ

Umkreis und Abschluss

Nach der śaivischen Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden verehrt man wie zuvor die fünf Gestalten, beginnend mit Īśāna; auf den Staubfäden die Kräfte, beginnend mit Nivṛtti. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: oṃ am Herzen mit namaḥ, naṃ am Kopf mit svāhā, maṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ, śiṃ am Schutzpanzer mit huṃ, vāṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ und yaṃ an der Waffe mit phaṭ. Danach verehrt man Ananta und die übrigen wie zuvor; Umā und die übrigen im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn. Dann Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Schließlich vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung. (P2-0631; deutsche Auflösung der Vorschrift.)

Arghya-Gefäß

Für Shiva und Surya schließt P2-0590 die Muschel als Arghya-Gefäß ausdrücklich aus. Verwende hier ein anderes geeignetes Arghya-Gefäß. Der Nachweis steht im Abschnitt P2-0590 der Gesamtausgabe; dies ist eine Gefäßregel, kein zusätzlicher Ritus.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P2-0626 · 4
athāparamantraḥ
hṛdayaṃ vaparaṃ sākṣi lānto'nantānvito marut |
pañcākṣaro manuḥ proktastārādyo'yaṃ ṣaḍakṣaraḥ
|| 4 ||

Ein weiteres Mantra: Herzformel, der folgende va-Laut mit Auge, der Endlaut der la-Reihe und Wind mit Ananta bilden das fünfsilbige Mantra; mit Tārā davor ist es sechssilbig. Der folgende Nyāsa bestätigt oṃ namaḥ śivāya. [Die Verschlüsselung „vaparaṃ sākṣi“ ist beschädigt; die ausgeschriebene Lautfolge des nächsten Abschnitts klärt die Mantraform.]


P2-0627 · 5
asya pūjā:
prātaḥkṛtyādi - śaivoktapīṭhamanvantaṃ samāpya ṛṣyādinyāsaṃ
kuryāt |
śirasi vāmadevāya ṛṣaye namaḥ |
mukhe paṃkticchandase namaḥ, hṛdi īśānāya devatāyai namaḥ
|| 5 ||

Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen und der śaivischen Folge bis zum Sitzmantra folgt der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund und Īśāna am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel.


P2-0628 · 6
tato mūrttinyāsaḥ:
tarjanyoḥ naṃ tatpuruṣāya namaḥ |
madhyamayoḥ maṃ aghorāya namaḥ |
kaniṣṭhayoḥ śiṃ sadyojātāya namaḥ |
anāmikayoḥ vāṃ vāmadevāya namaḥ |
aṃguṣṭhayoḥ yaṃ īśānāya namaḥ |
tathā ca nibandhe:
tāḥ syustatpuruṣāghorasadyovāmeśasaṃjñakāḥ |
mantravarṇādikā nyasetpañcamūrtīryathākramam ||
tarjanīmadhyamayorantyānāmikāṃguṣṭhake punaḥ |
evaṃ vaktre hṛdaye pādadvaye guhye mūrdhni tā nyaset |
evaṃ prāgyāmyavāruṇodīcyamadhyavaktreṣu tā nyaset ||
tataḥ karāṅganyāsau:
oṃ aṃguṣṭhābhyā namaḥ |
naṃ tarjanībhyāṃ svāhā ityādi |
evaṃ hṛdayādiṣu |
tathā ca nibandhe:
ṣaḍbhirvarṇaiḥ ṣaḍaṅgāni kuryānmantrasya deśikaḥ |
tato golakanyāsaḥ:
hṛdi oṃ namaḥ, vaktre naṃ namaḥ, aṃsayoḥ maṃ namaḥ śiṃ namaḥ,
ūrvo vāṃ namaḥ yaṃ namaḥ |
evaṃ kaṇṭhe nābhau pārśvadvaye pṛṣṭhe hṛdi mūrdhni vadane
netrayoḥ nasoḥ |
evaṃ karapatsandhiṣu sāgreṣu |
evaṃ śirovadanahṛtkukṣi ūrupādadvayeṣu ca |
evaṃ hṛdi vaktre ṭaṅkamṛgābhayavareṣu |
evaṃ vaktrāṃsahṛtpādorujaṭhareṣu |
tataḥ punarapi mūrdhniṃ bhālodarahṛdguhyeṣu ca tāḥ
pañcamūrtīrnyaset
|| 6 ||

Der Gestaltennyāsa: naṃ Tatpuruṣa an den Zeigefingern, maṃ Aghora an den Mittelfingern, śiṃ Sadyojāta an den kleinen Fingern, vāṃ Vāmadeva an den Ringfingern und yaṃ Īśāna an den Daumen, jeweils mit namaḥ. Das Zitat bestätigt diese fünf Gestalten mit den Mantralauten am Anfang und die Fingerfolge. Ebenso setzt man sie auf Gesicht, Herz, beide Füße, verborgene Stelle und Scheitel und auf die nach Osten, Süden, Westen, Norden und zur Mitte gerichteten Gesichter. Der Hand- und Gliedernyāsa beginnt mit oṃ an den Daumen mit namaḥ und naṃ an den Zeigefingern mit svāhā und wird entsprechend fortgesetzt; ebenso am Herzen. Der Nibandha erklärt, dass der Lehrer mit den sechs Mantralauten die sechs Glieder bildet. Dann der Golakanyāsa: oṃ am Herzen, naṃ am Gesicht, maṃ und śiṃ an beiden Schultern, vāṃ und yaṃ an beiden Oberschenkeln, jeweils mit namaḥ. Ebenso setzt man die sechs Laute auf Hals, Nabel, beide Seiten, Rücken und Herz; dann Scheitel, Gesicht, beide Augen und beide Nasenöffnungen; entsprechend auf Gelenke und Spitzen von Händen und Füßen; auf Kopf, Gesicht, Herz, Bauch, beide Oberschenkel und beide Füße; auf Herz, Gesicht, Beil, Antilope, Furchtlosigkeit und Gewährung; auf Gesicht, Schulter, Herz, Fuß, Oberschenkel und Bauch. Danach setzt man die fünf Gestalten erneut auf Scheitel, Stirn, Bauch, Herz und verborgene Stelle ein. [Die Listen sind teilweise zusammengezogen; die genannten Wiederholungen und Stellen bleiben erhalten.]


P2-0629 · 7
tato vyāpakanyāsaṃ kuryāt |
oṃ namo'stu bhūtāya jyotirliṅgāmṛtātmane |
caturmūrtivapuśchāyābhāsitāṅgāya sambhave |
ityanena vyāpakanyāsaṃ kuryāt
|| 7 ||

Dann vollzieht man den umfassenden Nyāsa mit: „oṃ namo'stu bhūtāya jyotirliṅgāmṛtātmane caturmūrtivapuśchāyābhāsitāṅgāya śambhave – Oṃ, Verehrung dem Seienden, dessen Wesen das Nektarlichtliṅga ist, dessen Glieder im Glanz seines viergestaltigen Körpers erstrahlen, Śambhu“. [Die Verbindung caturmūrtivapuśchāyā ist im Zusammenhang knapp und mehrdeutig.]


P2-0630 · 8
tato dhyānam:
dhyāyennityaṃ maheśaṃ rajatagirinibhaḥ cārucandrāvataṃsaṃ,
ratnākalpojjvalāṅgaṃ paraśumṛgavarābhītihastaṃ prasannam |
padmāsīnaṃ samantāt stutamamaragaṇairvyāghrakṛttiṃ vasānaṃ,
viśvādyaṃ viśvabījaṃ nikhila bhayaharaṃ pañcavaktraṃ trinetraṃ ||
evaṃ dhyātvā mānasaiḥ sampūjya, arghyasthāpanaṃ kuryāt
|| 8 ||

Die Meditation: Man meditiert stets über Maheśa, der dem Silberberg gleicht, die schöne Mondsichel als Schmuck trägt und mit Edelsteinschmuck strahlt. Freundlich trägt er in seinen Händen Beil und Antilope und zeigt Gewährung und Furchtlosigkeit. Er sitzt auf einem Lotus, wird ringsum von Götterscharen gepriesen und trägt Tigerfell. Er ist Ursprung und Samen des Universums, beseitigt alle Furcht, hat fünf Gesichter und drei Augen. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben und richtet das Arghya ein.


P2-0631 · 9
tataḥ śaivoktapīṭhapūjāṃ vidhāya punardhyātvā
āvāhanādipañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ
vidhāyāvaraṇapūjāmārabhet |
yathā:
karṇikāyāṃ pūrvavadīśānādi pañcamūrttīḥ sampūjya keśareṣu
nivṛtyādikalāṃ pūrvavatpūjayet |
tato'gnyādikoṇeṣu madhye dikṣu ca oṃ hṛdayāya namaḥ, naṃ śirase
svāhā, maṃ śikhāyai vaṣaṭ, śiṃ kavacāya huṃ, vāṃ netratrayāya
vauṣaṭ, yaṃ astrāya phaṭ |
iti pūjayet |
tataḥ pūrvavadanantādīnpūjayet |
tata uttarādikrameṇa vāmāvarttena umādīnpūjayet |
tato indrādīnvajrādīṃśca pūjayet |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 9 ||

Nach der śaivischen Sitzverehrung meditiert man erneut, vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen und beginnt die Umkreisverehrung. Auf dem Fruchtboden verehrt man wie zuvor die fünf Gestalten, beginnend mit Īśāna; auf den Staubfäden die Kräfte, beginnend mit Nivṛtti. In den Ecken, beginnend im Südosten, in der Mitte und in den Richtungen: oṃ am Herzen mit namaḥ, naṃ am Kopf mit svāhā, maṃ an der Haarlocke mit vaṣaṭ, śiṃ am Schutzpanzer mit huṃ, vāṃ an den drei Augen mit vauṣaṭ und yaṃ an der Waffe mit phaṭ. Danach verehrt man Ananta und die übrigen wie zuvor; Umā und die übrigen im Norden beginnend gegen den Uhrzeigersinn. Dann Indra und die übrigen Richtungshüter sowie Donnerkeil und die übrigen Waffen. Schließlich vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.


P2-0632 · 10
asya puraścaraṇaṃ ṣaṭtriṃśallakṣajapaḥ |
pāyasairājyasammiśraiḥ ṣaṭtriṃśatsahasrahomaḥ |
tathā ca:
tattvalakṣaṃ japenmantraṃ dīkṣitaḥ śaivavartmanā |
tāvatsaṃkhyasahasrāṇi juhuyātpāyasaiḥ śubhaiḥ ||
atra tattvaśabdena ṣaṭtriṃśattattvamucyate antaraṅgatvāt
|| 10 ||

Das Puraścaraṇa beträgt sechsunddreißig Lakh, also 3.600.000 Wiederholungen, und sechsunddreißigtausend Feueropfer mit Milchreis, vermischt mit geklärter Butter. Dazu heißt es: Wer auf dem śaivischen Weg initiiert ist, wiederholt das Mantra tattva-Lakh-mal und opfert dieselbe Zahl an Tausenden mit gutem Milchreis. Hier bezeichnet tattva wegen der inneren Zugehörigkeit die sechsunddreißig Prinzipien.


Ergänzungen zu ausdrücklichen Rückverweisen

Die folgenden Stellen erläutern die im Ablauf vorausgesetzten Mantras oder Teilhandlungen. Sie bilden hier keine zusätzliche, vollständig zu wiederholende Puja.

P2-0586 · 6
tataḥ sāmānyapūjāpaddhatyuktapīṭhanyāsaṃ kṛtvā
pīṭhaśaktirnyaset |
yathā:
oṃ vāmāyai namaḥ evaṃ jyeṣṭhāyai raudryaṃ kālyai kalavikariṇyai
valavikariṇyai balaprathamanyai sarvabhūtadamanyai |
etā hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu vinyasya madhye oṃ manonmanyai
namaḥ, tadupari oṃ namo bhagavate sakalaguṇātma
śaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ |
tathā ca śāradāyām:
vāmā jyeṣṭhā tathā raudrī kālī kalapadādikā vikariṇyāhvayā
proktā balādivikariṇyatha |
balapramathanī paścāt sarvabhūtadamanyapi |
manonmanīti saṃproktā śivasya pīṭhaśaktayaḥ |
namo bhagavate paścātsakalādi vadettataḥ |
guṇādiśaktiyuktāya tato'nantāya tatparam |
yogapīṭhātmane bhūyo namontarādiko manuḥ |
amunā manunā paścādāsanaṃ girijāpateḥ |
mūrtiṃ mūlena saṅkalpya tatrāvāhya yajecchivam |
tata ṛṣyādinyāsaḥ:
śirasi vāmadevāya ṛṣaye namaḥ, mukhe paṃkticchandase namaḥ, hṛdi
sadāśivāya devatāyai namaḥ |
śāradāyām:
vāmadevo muniśchandaḥ paṃktirdevaḥ sadāśivaḥ
|| 6 ||

Dann vollzieht man den im allgemeinen Pūjāverfahren beschriebenen Sitznyāsa und setzt die Sitzkräfte ein. Mit oṃ und namaḥ setzt man auf die im Osten beginnenden Staubfäden des Herzlotus Vāmā, Jyeṣṭhā, Raudrī, Kālī, Kalavikariṇī, Balavikariṇī, Balaprathamanī und Sarvabhūtadamanī. In die Mitte setzt man Manonmanī. Darüber: „oṃ namo bhagavate sakalaguṇātmaśaktiyuktāyānantāya yogapīṭhātmane namaḥ – Verehrung dem Erhabenen, dem Unendlichen, verbunden mit der Kraft, deren Wesen alle Eigenschaften sind, dessen Wesen der Yogasitz ist“. Die Śāradā nennt dieselben Sitzkräfte, jedoch Balapramathanī statt Balaprathamanī, und erklärt die Wortfolge des Sitzmantras mit oṃ am Anfang und namaḥ am Schluss. Mit ihm reicht man Girijāpati den Sitz, bildet mit dem Grundmantra die Gestalt, ruft Śiva darin an und verehrt ihn. Dann der Sehernyāsa: Vāmadeva auf dem Kopf, Paṅkti am Mund, Sadāśiva am Herzen, jeweils mit der Verehrungsformel; die Śāradā bestätigt diese Zuordnungen. [Die abweichenden Namensformen der Prosa bleiben verzeichnet.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P2-0626 · 4
अथापरमन्त्रः
हृदयं वपरं साक्षि लान्तोऽनन्तान्वितो मरुत् ।
पञ्चाक्षरो मनुः प्रोक्तस्ताराद्योऽयं षडक्षरः
॥ ४ ॥

P2-0627 · 5
अस्य पूजा:
प्रातःकृत्यादि - शैवोक्तपीठमन्वन्तं समाप्य ऋष्यादिन्यासं
कुर्यात् ।
शिरसि वामदेवाय ऋषये नमः ।
मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः, हृदि ईशानाय देवतायै नमः
॥ ५ ॥

P2-0628 · 6
ततो मूर्त्तिन्यासः:
तर्जन्योः नं तत्पुरुषाय नमः ।
मध्यमयोः मं अघोराय नमः ।
कनिष्ठयोः शिं सद्योजाताय नमः ।
अनामिकयोः वां वामदेवाय नमः ।
अंगुष्ठयोः यं ईशानाय नमः ।
तथा च निबन्धे:
ताः स्युस्तत्पुरुषाघोरसद्योवामेशसंज्ञकाः ।
मन्त्रवर्णादिका न्यसेत्पञ्चमूर्तीर्यथाक्रमम् ॥
तर्जनीमध्यमयोरन्त्यानामिकांगुष्ठके पुनः ।
एवं वक्त्रे हृदये पादद्वये गुह्ये मूर्ध्नि ता न्यसेत् ।
एवं प्राग्याम्यवारुणोदीच्यमध्यवक्त्रेषु ता न्यसेत् ॥
ततः कराङ्गन्यासौ:
ॐ अंगुष्ठाभ्या नमः ।
नं तर्जनीभ्यां स्वाहा इत्यादि ।
एवं हृदयादिषु ।
तथा च निबन्धे:
षड्भिर्वर्णैः षडङ्गानि कुर्यान्मन्त्रस्य देशिकः ।
ततो गोलकन्यासः:
हृदि ॐ नमः, वक्त्रे नं नमः, अंसयोः मं नमः शिं नमः,
ऊर्वो वां नमः यं नमः ।
एवं कण्ठे नाभौ पार्श्वद्वये पृष्ठे हृदि मूर्ध्नि वदने
नेत्रयोः नसोः ।
एवं करपत्सन्धिषु साग्रेषु ।
एवं शिरोवदनहृत्कुक्षि ऊरुपादद्वयेषु च ।
एवं हृदि वक्त्रे टङ्कमृगाभयवरेषु ।
एवं वक्त्रांसहृत्पादोरुजठरेषु ।
ततः पुनरपि मूर्ध्निं भालोदरहृद्गुह्येषु च ताः
पञ्चमूर्तीर्न्यसेत्
॥ ६ ॥

P2-0629 · 7
ततो व्यापकन्यासं कुर्यात् ।
ॐ नमोऽस्तु भूताय ज्योतिर्लिङ्गामृतात्मने ।
चतुर्मूर्तिवपुश्छायाभासिताङ्गाय सम्भवे ।
इत्यनेन व्यापकन्यासं कुर्यात्
॥ ७ ॥

P2-0630 · 8
ततो ध्यानम्:
ध्यायेन्नित्यं महेशं रजतगिरिनिभः चारुचन्द्रावतंसं,
रत्नाकल्पोज्ज्वलाङ्गं परशुमृगवराभीतिहस्तं प्रसन्नम् ।
पद्मासीनं समन्तात् स्तुतममरगणैर्व्याघ्रकृत्तिं वसानं,
विश्वाद्यं विश्वबीजं निखिल भयहरं पञ्चवक्त्रं त्रिनेत्रं ॥
एवं ध्यात्वा मानसैः सम्पूज्य, अर्घ्यस्थापनं कुर्यात्
॥ ८ ॥

P2-0631 · 9
ततः शैवोक्तपीठपूजां विधाय पुनर्ध्यात्वा
आवाहनादिपञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं
विधायावरणपूजामारभेत् ।
यथा:
कर्णिकायां पूर्ववदीशानादि पञ्चमूर्त्तीः सम्पूज्य केशरेषु
निवृत्यादिकलां पूर्ववत्पूजयेत् ।
ततोऽग्न्यादिकोणेषु मध्ये दिक्षु च ॐ हृदयाय नमः, नं शिरसे
स्वाहा, मं शिखायै वषट्, शिं कवचाय हुं, वां नेत्रत्रयाय
वौषट्, यं अस्त्राय फट् ।
इति पूजयेत् ।
ततः पूर्ववदनन्तादीन्पूजयेत् ।
तत उत्तरादिक्रमेण वामावर्त्तेन उमादीन्पूजयेत् ।
ततो इन्द्रादीन्वज्रादींश्च पूजयेत् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ ९ ॥

P2-0632 · 10
अस्य पुरश्चरणं षट्त्रिंशल्लक्षजपः ।
पायसैराज्यसम्मिश्रैः षट्त्रिंशत्सहस्रहोमः ।
तथा च:
तत्त्वलक्षं जपेन्मन्त्रं दीक्षितः शैववर्त्मना ।
तावत्संख्यसहस्राणि जुहुयात्पायसैः शुभैः ॥
अत्र तत्त्वशब्देन षट्त्रिंशत्तत्त्वमुच्यते अन्तरङ्गत्वात्
॥ १० ॥

P2-0586 · 6
ततः सामान्यपूजापद्धत्युक्तपीठन्यासं कृत्वा
पीठशक्तिर्न्यसेत् ।
यथा:
ॐ वामायै नमः एवं ज्येष्ठायै रौद्र्यं काल्यै कलविकरिण्यै
वलविकरिण्यै बलप्रथमन्यै सर्वभूतदमन्यै ।
एता हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु विन्यस्य मध्ये ॐ मनोन्मन्यै
नमः, तदुपरि ॐ नमो भगवते सकलगुणात्म
शक्तियुक्तायानन्ताय योगपीठात्मने नमः ।
तथा च शारदायाम्:
वामा ज्येष्ठा तथा रौद्री काली कलपदादिका विकरिण्याह्वया
प्रोक्ता बलादिविकरिण्यथ ।
बलप्रमथनी पश्चात् सर्वभूतदमन्यपि ।
मनोन्मनीति संप्रोक्ता शिवस्य पीठशक्तयः ।
नमो भगवते पश्चात्सकलादि वदेत्ततः ।
गुणादिशक्तियुक्ताय ततोऽनन्ताय तत्परम् ।
योगपीठात्मने भूयो नमोन्तरादिको मनुः ।
अमुना मनुना पश्चादासनं गिरिजापतेः ।
मूर्तिं मूलेन सङ्कल्प्य तत्रावाह्य यजेच्छिवम् ।
तत ऋष्यादिन्यासः:
शिरसि वामदेवाय ऋषये नमः, मुखे पंक्तिच्छन्दसे नमः, हृदि
सदाशिवाय देवतायै नमः ।
शारदायाम्:
वामदेवो मुनिश्छन्दः पंक्तिर्देवः सदाशिवः
॥ ६ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 2: P2-0626–P2-0632; ergänzend P2-0586


Ergänzendes Praxisvideo

Shiva Puja Mantras von Yoga Vidya. Das Video dient der allgemeinen Einführung beziehungsweise Rezitationspraxis. Es zeigt eine andere oder vereinfachte Fassung; für diesen Artikel gelten die oben belegten Mantras und die jeweilige Ritualordnung.

Siehe auch

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