Shatchakra Nirnaya
Shatchakra Nirnaya (Sanskrit: षट्चक्रनिर्णय ṣaṭcakranirṇaya m.), wörtlich „Entscheidung“, „Bestimmung“ oder „Darlegung der sechs Chakras“, ist ein Sanskrittext aus der tantrisch-āgamischen Yogatradition über die innere Struktur des subtilen Körpers. Im Mittelpunkt stehen nicht nur sechs Chakras, sondern ausdrücklich auch die sechzehn Adharas (Stützpunkte), die drei Lakshyas (Meditations- bzw. Ausrichtungsziele) und die fünf Vyomas (Räume). Der Text verbindet diese innere Topographie mit Nadis, Kundalini, Shakti, Shiva, Hamsa, Prana, Atemvorgängen und der Erfahrung des Bewusstseins.
Der Shatchakra Nirnaya ist nicht mit dem bekannteren Shat Chakra Nirupana zu verwechseln. Schon Aufbau und Wortlaut sind deutlich verschieden. Die hier verwendete Textgrundlage ist der von Muktabodha digitalisierte Text mit der Katalognummer M00261 nach dem Manuskript BHU C4253. Die Datei nennt weder einen Autor noch eine Datierung. Mehrere Stellen sind sichtbar beschädigt oder unvollständig; die vorliegende Übersetzung rekonstruiert solche Passagen nicht spekulativ, sondern kennzeichnet Unsicherheiten ausdrücklich.

Spirituell bemerkenswert ist, dass der Text den Körper nicht als bloße materielle Hülle versteht. Er erscheint als heiliger Mikrokosmos, in dem sich Brahman, Shiva und Shakti erfahren lassen. Das Herz wird als große Wohnstätte des Universums beschrieben, die Kundalini als schlafende und zu erweckende Kraft, und die höheren inneren Räume führen über Bindu, Gaumenbereich und Dvadashanta in immer feinere Ebenen des Bewusstseins. Damit gehört der Shatchakra Nirnaya in jene Welt des Yoga, in der Körper, Atem, Mantra und Meditation als Wege zur Erkenntnis des Selbst zusammenwirken.
Aufbau und Charakter des Textes
Die erhaltene Fassung gliedert sich in mehrere deutlich erkennbare Themenfelder:
- sechs Chakras bzw. innere Zentren;
- sechzehn Adharas oder Stützpunkte;
- drei Lakshyas – innere, äußere und über beide hinausgehende Ausrichtung;
- fünf Vyomas, verbunden mit Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva;
- einen späteren, teilweise lückenhaft überlieferten Abschnitt über Mantra, Hamsa, Prana, kosmische Funktionen und die Verehrung des inneren Selbst.
Die Quelle selbst enthält zwei auffällige Überlieferungshinweise. Ein angeblich fehlendes Folio 193 wird dort als wahrscheinlich bloßer Nummerierungsfehler bezeichnet. Später bricht der Text nach der Beschreibung des Sadashiva-Bereichs tatsächlich ab; die Datei vermerkt ausdrücklich, dass hier ein Teil des Textes fehlt. Auch der große Sprung von Folio 199 auf 240 wird in der Quelle als möglicherweise durch die Foliierung bedingt bezeichnet. Diese editorischen Hinweise werden nicht als Sanskrit-Primärtext ausgegeben, sind aber für die Beurteilung der Überlieferung wichtig.

Die sechs Chakras
Der Text beginnt mit einem programmatischen Viererschema: sechs Chakras, sechzehn Adharas, drei Lakshyas und fünf Vyomas. Die ersten erhaltenen Verse führen von den drei Hauptnadis über Kanda und Sushumna zur Kundalini, zum Herzraum, zum Bindu zwischen den Augenbrauen und zum Talu-Chakra am Gaumen. Mehrfach werden „Auffassungen nach einer anderen Schrift“ eingeschoben; der Text bewahrt damit unterschiedliche tantrische Lehrtraditionen nebeneinander.
Vers 1
oṃ ṣaṭcakraṃ ṣoḍaśādhāraṃ trilakṣyaṃ vyomapañcakam |
śarīraṃ yena jānanti na te yogyāḥ kulāgame || 1 ||
ओं षट्चक्रं षोडशाधारं त्रिलक्ष्यं व्योमपञ्चकम् |
शरीरं येन जानन्ति न ते योग्याः कुलागमे || १ ||
Übersetzung: Om. Die sechs Chakras, die sechzehn Stützpunkte, die drei Lakshyas und die fünf Vyomas – wer durch diese den Körper erkennt, ist nach dem überlieferten Wortlaut „nicht geeignet im Kula-Agama“. Diese Schlussaussage ist semantisch auffällig; da die vorliegende Quelle jedoch genau diesen Wortlaut bietet, wird keine stillschweigende Emendation vorgenommen.
Vers 3
ā *? brahmabilaṃ cakraṃ sandantateṣva?vasthitam |
yoganālaṃ samutpannaṃ trailokye sa carācare || 3 ||
आ *? ब्रह्मबिलं चक्रं सन्दन्ततेष्व?वस्थितम् |
योगनालं समुत्पन्नं त्रैलोक्ये स चराचरे || ३ ||
Übersetzung: [Textstelle in der vorliegenden Ausgabe unsicher.] Erkennbar sind das Brahma-bila, ein Chakra beziehungsweise innerer Hohlraum, und die Yoga-Leitbahn, die sich im gesamten bewegten und unbewegten Dreiweltbereich erstreckt.
Textpassage
brahmakaṃndādhāraṃ brahmakaṃ sukhaṃ dadātīti brahmakāndam ||
ब्रह्मकंन्दाधारं ब्रह्मकं सुखं ददातीति ब्रह्मकान्दम् ||
Übersetzung: Der Brahma-Kanda ist der Stützpunkt des Brahman; er heißt so, weil er Glück beziehungsweise Seligkeit verleiht.
Auffassung nach einer anderen Schrift
anyaśāstrābhiprāyaḥ ||
अन्यशास्त्राभिप्रायः ||
Übersetzung: Auffassung nach einer anderen Schrift:
Vers 3
nāḍi tritayamuddiṣṭaṃ yatra līyetasaṃjñitam |
tacca kandeti paryāyaṃ tacca brahmabilaṃ smṛtam || 3 ||
नाडि त्रितयमुद्दिष्टं यत्र लीयेतसंज्ञितम् |
तच्च कन्देति पर्यायं तच्च ब्रह्मबिलं स्मृतम् || ३ ||
Übersetzung: Drei Nadis werden genannt; wo sie zusammenlaufen beziehungsweise sich auflösen, wird der Ort als Kanda bezeichnet. Dieser wird auch Brahma-bila genannt.
Textpassage
vāmadakṣiṇake nāḍyā viḍāpiṅgalasaṃjñake |
वामदक्षिणके नाड्या विडापिङ्गलसंज्ञके |
Übersetzung: Links und rechts befinden sich die beiden Nadis, die als Ida und Pingala bezeichnet werden.
Vers 4
tayormadhye sthitā nāḍī suṣumṇā madhyamā smṛtā || 4 ||
तयोर्मध्ये स्थिता नाडी सुषुम्णा मध्यमा स्मृता || ४ ||
Übersetzung: Zwischen ihnen liegt die mittlere Nadi, die Sushumna genannt wird.
Vers 5
viśrutā brahmanāḍīti brahmadarśayatissphuṭam |
tasya *? labilaṃ kandaṃ nābhyūrdhvādhoṅgulaṃ smṛtam || 5 ||
विश्रुता ब्रह्मनाडीति ब्रह्मदर्शयतिस्स्फुटम् |
तस्य *? लबिलं कन्दं नाभ्यूर्ध्वाधोङ्गुलं स्मृतम् || ५ ||
Übersetzung: Sie ist als Brahma-Nadi bekannt und macht Brahman deutlich sichtbar. Der folgende Satz über Kanda und seine Lage ist in der Handschriftenwiedergabe teilweise beschädigt.
Vers 6
tattrikoṇamiti jñeyaṃ vistarādaṅguli trayam |
tasya madhye sthitā śaktiḥ pañcakāraṇabhakṣiṇī || 6 ||
तत्त्रिकोणमिति ज्ञेयं विस्तरादङ्गुलि त्रयम् |
तस्य मध्ये स्थिता शक्तिः पञ्चकारणभक्षिणी || ६ ||
Übersetzung: Dieser Bereich ist als dreieckig zu erkennen und hat eine Ausdehnung von drei Fingerbreiten. In seiner Mitte befindet sich die Shakti, die die fünf Ursachen verzehrt.
Vers 7
saṅkocana prayogena prabuddhā bhavatīti sā |
bhāvānābhāvagamyā sāprayātā parame pade || 7 ||
सङ्कोचन प्रयोगेन प्रबुद्धा भवतीति सा |
भावानाभावगम्या साप्रयाता परमे पदे || ७ ||
Übersetzung: Durch die Praxis der Zusammenziehung wird sie erweckt. Jenseits von Sein und Nichtsein erfahrbar, gelangt sie zum höchsten Ort.
Vers 8
evaṃ jñātvā mahābhāge kandādhāre sthitiṃ kuru |
tatra sthitvātmano rūpaṃ prākṛtaṃ tu parityajet || 8 ||
एवं ज्ञात्वा महाभागे कन्दाधारे स्थितिं कुरु |
तत्र स्थित्वात्मनो रूपं प्राकृतं तु परित्यजेत् || ८ ||
Übersetzung: Wenn du dies erkannt hast, o Hochbegnadete, richte dich im Kanda-Stützpunkt ein. Dort verweilend soll man die gewöhnliche, naturhafte Gestalt des Selbst hinter sich lassen.
Vers 9
grāhayed bhāvanā yātaṃ *? hātsarvagataṃ śivam |
yaṃ prāpya tarate pāraṃ ghorāt saṃsārasāgarāt || 9 ||
ग्राहयेद् भावना यातं *? हात्सर्वगतं शिवम् |
यं प्राप्य तरते पारं घोरात् संसारसागरात् || ९ ||
Übersetzung: [Erste Vershälfte beschädigt.] Durch innere Vergegenwärtigung soll der alldurchdringende Shiva erfasst werden; wer ihn erlangt, überschreitet den furchtbaren Ozean des Samsara.
Vers 10
dvitīyaṃ nābhicakraṃ tu nāgakuṇḍalasannibham |
kuṇḍalīkṛti vikhyātamudayāstagakāraṇam || 10 ||
द्वितीयं नाभिचक्रं तु नागकुण्डलसन्निभम् |
कुण्डलीकृति विख्यातमुदयास्तगकारणम् || १० ||
Übersetzung: Das zweite ist das Nabel-Chakra, einer zusammengerollten Schlange ähnlich. Es ist für seine gewundene Form bekannt und steht mit Aufgang und Untergang in Verbindung.
Auffassung nach einer anderen Schrift
anyaśāstrābhiprāyaḥ ||
अन्यशास्त्राभिप्रायः ||
Übersetzung: Auffassung nach einer anderen Schrift:
Vers 11
nābhimadhye sthitā śaktiḥ prasuptabhujagākṛtiḥ |
phaṇapañcakasaṃyuktā vāmāvartā trivartulā || 11 ||
नाभिमध्ये स्थिता शक्तिः प्रसुप्तभुजगाकृतिः |
फणपञ्चकसंयुक्ता वामावर्ता त्रिवर्तुला || ११ ||
Übersetzung: In der Mitte des Nabels ruht die Shakti in Gestalt einer schlafenden Schlange, mit fünf Hauben versehen, linksgewunden und dreifach eingerollt.
Vers 12
pañcāśaṃdvijajananī praṇavākhyā trivāhagā |
ūrdhvādhaḥ kramayogena yā śivāntaṃ śivolvanā || 12 ||
पञ्चाशंद्विजजननी प्रणवाख्या त्रिवाहगा |
ऊर्ध्वाधः क्रमयोगेन या शिवान्तं शिवोल्वना || १२ ||
Übersetzung: Sie ist die Mutter der fünfzig Lautzeichen, wird mit dem Pranava verbunden und bewegt sich auf drei Bahnen. In der Ordnung von unten nach oben führt sie bis zu Shiva.
Vers 13
prabuddhā cāṇu vajjñeya * *? suptā kuṇḍalākṛtiḥ |
tripañcāṅgulavistārāmitavarṇā kulāraṇī || 13 ||
प्रबुद्धा चाणु वज्ज्ञेय * *? सुप्ता कुण्डलाकृतिः |
त्रिपञ्चाङ्गुलविस्तारामितवर्णा कुलारणी || १३ ||
Übersetzung: [Text teilweise beschädigt.] Erweckt ist sie von äußerster Feinheit; schlafend besitzt sie die Gestalt der Kundalini. Sie wird als Kulaarani, als Reibholz des Kula, beschrieben.
Vers 14
tasya madhye yadā * *? saṃsthito hyekamānasaḥ |
nānāvidhāni cihnāni paśyati svapnavat priye || 14 ||
तस्य मध्ये यदा * *? संस्थितो ह्येकमानसः |
नानाविधानि चिह्नानि पश्यति स्वप्नवत् प्रिये || १४ ||
Übersetzung: Wenn man in ihr mit einsgerichtetem Geist verweilt, sieht man, Geliebte, vielerlei Zeichen wie in einem Traum.
Textpassage
tasmāt sarvaprayatnena bodhayet kuṇḍalākṛtim |
tṛtīyaṃ hṛdaye cakraṃ ṣaṭtriṃśadvyāpakaṃ prabhum |
तस्मात् सर्वप्रयत्नेन बोधयेत् कुण्डलाकृतिम् |
तृतीयं हृदये चक्रं षट्त्रिंशद्व्यापकं प्रभुम् |
Übersetzung: Darum soll man mit aller Kraft die zusammengerollte Kraft erwecken. Das dritte Chakra befindet sich im Herzen und wird als weit umfassend beschrieben.
Vers 16
padmarāgasamākāramādityasamatejasam || 16 ||
पद्मरागसमाकारमादित्यसमतेजसम् || १६ ||
Übersetzung: Es gleicht dem Rubin und strahlt wie die Sonne.
Textpassage
tṛtrodāharaṇam ||
तृत्रोदाहरणम् ||
Übersetzung: Drittes Beispiel beziehungsweise Beleg:
Vers 17
nābhe ūrdhvaṃ vitaśrātu kaṇṭhadūrdhvaṃ ṣaḍaṅgulam |
hṛdayaṃ tad vijānīyād viśvasyāyatanaṃ mahat || 17 ||
नाभे ऊर्ध्वं वितश्रातु कण्ठदूर्ध्वं षडङ्गुलम् |
हृदयं तद् विजानीयाद् विश्वस्यायतनं महत् || १७ ||
Übersetzung: Oberhalb des Nabels – und sechs Fingerbreiten unterhalb des Halsbereichs – soll man das Herz erkennen, die große Wohnstätte des Universums.
Vers 18
hṛccakramadhye kamalaṃ ṣoḍaśārāṅgulairyutam |
aṣṭāṅgulapramāṇena lambamānamadhomukham || 18 ||
हृच्चक्रमध्ये कमलं षोडशाराङ्गुलैर्युतम् |
अष्टाङ्गुलप्रमाणेन लम्बमानमधोमुखम् || १८ ||
Übersetzung: In der Mitte des Herz-Chakras befindet sich ein Lotus mit sechzehn Speichen beziehungsweise Blättern. Er wird mit einer Ausdehnung von acht Fingerbreiten als nach unten hängend und abwärts gerichtet beschrieben.
Vers 19
karṇikākesarairyuktaṃ haṃsasya padameva hi |
tatrābhyāsagato yogī paśyatyātmānamātmanā || 19 ||
कर्णिकाकेसरैर्युक्तं हंसस्य पदमेव हि |
तत्राभ्यासगतो योगी पश्यत्यात्मानमात्मना || १९ ||
Übersetzung: Mit Fruchtknoten und Staubfäden versehen ist er die Stätte des Hamsa. Der in Übung gefestigte Yogi schaut dort durch das Selbst das Selbst.
Vers 20
caturthaṃ kaṇḍacakraṃ tu nāḍīsaṅghaṭṭagocaram |
saṅghataṃ sarvanāḍīnāṃ hṛdayaṃ tadudāhṛtam || 20 ||
चतुर्थं कण्डचक्रं तु नाडीसङ्घट्टगोचरम् |
सङ्घतं सर्वनाडीनां हृदयं तदुदाहृतम् || २० ||
Übersetzung: Das vierte ist das Kanda-Chakra im Bereich des Zusammentreffens der Nadis. Als Sammlung aller Nadis wird dieses Herz bezeichnet.
Auffassung nach einer anderen Schrift
anyaśāstrābhiprāyaḥ ||
अन्यशास्त्राभिप्रायः ||
Übersetzung: Auffassung nach einer anderen Schrift:
Textpassage
kaṇṭha rūpātkṣutpipāsā * * *? ||
कण्ठ रूपात्क्षुत्पिपासा * * *? ||
Übersetzung: [Beschädigte Passage.] Erkennbar ist ein Bezug zum Hals sowie zum Aufhören von Hunger und Durst.
Vers 21
īśatkṛtāpi rasanā bilasūlasaṃsthāpī śa?ddvijādharadale vivṛte ca kṛtvā |
īśatsudhāra savaraṃ śaśinaśca pītvā tatkṣuttṛṣāṃ maraṇadāharujāṃ nivṛttiḥ || 21 ||
ईशत्कृतापि रसना बिलसूलसंस्थापी श?द्द्विजाधरदले विवृते च कृत्वा |
ईशत्सुधार सवरं शशिनश्च पीत्वा तत्क्षुत्तृषां मरणदाहरुजां निवृत्तिः || २१ ||
Übersetzung: [Text stark beschädigt.] Der Vers beschreibt eine Zungenpraxis im Bereich des Gaumens und das Trinken eines mondgleichen Nektars; als Wirkung wird die Beendigung von Hunger, Durst, Todesangst, Hitze beziehungsweise Krankheit genannt.
Vers 22
pañcamaṃ binducakraṃ tu trikhaṇḍaṃ vyomagocaram |
vyomātītaṃ paraṃśāntamātmarūpaṃ vyavasthitam || 22 ||
पञ्चमं बिन्दुचक्रं तु त्रिखण्डं व्योमगोचरम् |
व्योमातीतं परंशान्तमात्मरूपं व्यवस्थितम् || २२ ||
Übersetzung: Das fünfte ist das Bindu-Chakra, dreigeteilt und dem inneren Raum zugeordnet. Es liegt jenseits des Raumes, ist höchste Ruhe und als Gestalt des Selbst gegenwärtig.
Vers 23
bhruvormadhye sthitaṃ cakraṃ bindvākhyaṃ mokṣadāyakam |
pañcavarṇadharaṃ devaṃ pañcakālasamāyutam || 23 ||
भ्रुवोर्मध्ये स्थितं चक्रं बिन्द्वाख्यं मोक्षदायकम् |
पञ्चवर्णधरं देवं पञ्चकालसमायुतम् || २३ ||
Übersetzung: Zwischen den Augenbrauen befindet sich das Bindu genannte Chakra, das Befreiung verleiht. Es wird mit fünf Farben und fünf Zeitformen verbunden.
Vers 24
pañcavelāyutaṃ nityaṃ pañca pañca vivarjitam |
niṣprapañcaṃ nirābhāsamaṅguṣṭhaikapramāṇakam || 24 ||
पञ्चवेलायुतं नित्यं पञ्च पञ्च विवर्जितम् |
निष्प्रपञ्चं निराभासमङ्गुष्ठैकप्रमाणकम् || २४ ||
Übersetzung: Es ist stets mit fünf Zeitabschnitten verbunden und zugleich jenseits des Fünffachen. Es ist frei von Entfaltung und Erscheinungsbild und wird als daumengroß bezeichnet.
Vers 25
ṣaṣṭhaṃ vai tālu cakraṃ ca devānāmapi durlabham |
candrakānti samaprakhyaṃ cintayetkalayā yutam || 25 ||
षष्ठं वै तालु चक्रं च देवानामपि दुर्लभम् |
चन्द्रकान्ति समप्रख्यं चिन्तयेत्कलया युतम् || २५ ||
Übersetzung: Das sechste ist das Talu-Chakra am Gaumen, selbst für die Götter schwer zugänglich. Man meditiere es als mondgleich leuchtend und mit Kala, der feinen Kraft, verbunden.
Textpassage
tatrodāharaṇam |
तत्रोदाहरणम् |
Übersetzung: Dazu ein Beleg:
Vers 26
tālumadhye sthitaṃ cakramamṛtākhya kalāyutam |
tatra vai daṇḍapāṇistu saṃsthitaḥ parameśvaraḥ || 26 ||
तालुमध्ये स्थितं चक्रममृताख्य कलायुतम् |
तत्र वै दण्डपाणिस्तु संस्थितः परमेश्वरः || २६ ||
Übersetzung: In der Mitte des Gaumens befindet sich das Chakra, das mit der Amrita-Kala, dem Nektaraspekt, verbunden ist. Dort verweilt Parameshvara, hier als Dandapani bezeichnet.
Vers 27
aṅgulatrayamānena trikoṇākṛti * * *?m |
ādvijātyanvyajātyantamekādṛ *? va rūpiṇī || 27 ||
अङ्गुलत्रयमानेन त्रिकोणाकृति * * *?म् |
आद्विजात्यन्व्यजात्यन्तमेकादृ *? व रूपिणी || २७ ||
Übersetzung: [Textstelle beschädigt.] Sicher erkennbar sind die Maße von drei Fingerbreiten und eine dreieckige Form; die restliche Beschreibung lässt sich aus der vorliegenden Fassung nicht zuverlässig übersetzen.
Vers 28
tasyordhve? nāsanaṃ cakraṃ rekhādvāravivarjitam |
pramāṇarūparahitaṃ bhāvagamyaṃ sadoditam || 28 ||
तस्योर्ध्वे? नासनं चक्रं रेखाद्वारविवर्जितम् |
प्रमाणरूपरहितं भावगम्यं सदोदितम् || २८ ||
Übersetzung: Oberhalb davon befindet sich ein Chakra ohne Linien und Tore, frei von begrenzbarem Maß und fester Gestalt; es ist durch innere Vergegenwärtigung zugänglich und immer gegenwärtig.
Vers 29
yatra sā ca sthitā śaktirvimalā rūpavarjitā |
śivena saha caikatra viśrāntiṃ kurute sadā || 29 ||
यत्र सा च स्थिता शक्तिर्विमला रूपवर्जिता |
शिवेन सह चैकत्र विश्रान्तिं कुरुते सदा || २९ ||
Übersetzung: Dort verweilt die reine, gestaltlose Shakti und ruht immerdar gemeinsam mit Shiva in Einheit.
Die sechzehn Adharas
Nach den sechs Chakras entfaltet der Text eine feinere Folge von sechzehn inneren Stützpunkten. Die Überlieferung ist hier stärker beschädigt. Deshalb werden nur diejenigen Zusammenhänge eindeutig übersetzt, die der Muktabodha-Text tatsächlich trägt.
Vers 30
hakārādūrdhvagā kāryā kālāgninayagāpuraḥ ||
sā hyeva gulphajānuha sarvādhāre layaṃ gatāḥ || 30 ||
हकारादूर्ध्वगा कार्या कालाग्निनयगापुरः ||
सा ह्येव गुल्फजानुह सर्वाधारे लयं गताः || ३० ||
Übersetzung: [Text teilweise beschädigt.] Die Passage führt die Bewegung oberhalb des Lautes ha und die Rückführung in den Sarvadhara, den umfassenden Stützpunkt, an.
Vers 31
sarvā *? rātu saṅkoce saṅkocāt turyakoṇake |
turyakoṇā tu janmākhye tataḥ skandasya bhāmini || 31 ||
सर्वा *? रातु सङ्कोचे सङ्कोचात् तुर्यकोणके |
तुर्यकोणा तु जन्माख्ये ततः स्कन्दस्य भामिनि || ३१ ||
Übersetzung: [Text teilweise beschädigt.] Die Folge wird über Zusammenziehung, den vierten Winkel und den als Geburt bezeichneten Bereich weitergeführt.
Vers 32
skandāt kuṇḍalinīmadhye kuṇḍalākhyāt ghaṭodare |
tadvai sañjīvanasthānaṃ bhūtānāṃ jīvasaṃpuṭe || 32 ||
स्कन्दात् कुण्डलिनीमध्ये कुण्डलाख्यात् घटोदरे |
तद्वै सञ्जीवनस्थानं भूतानां जीवसंपुटे || ३२ ||
Übersetzung: Vom Skanda führt die Ordnung zur Kundalini, von der Kundali zum Ghatodara. Dies gilt als Ort der Belebung, als Lebensbehälter der Wesen.
Vers 33
sañjīvanyāśca kūrme tu kūrmāśca sparśasaṃjñake |
sparśāśca lalanāmūle lālākhyāllambake tathā || 33 ||
सञ्जीवन्याश्च कूर्मे तु कूर्माश्च स्पर्शसंज्ञके |
स्पर्शाश्च ललनामूले लालाख्याल्लम्बके तथा || ३३ ||
Übersetzung: Von Sanjivani führt sie zum Kurma, vom Kurma zum als Sparsha bezeichneten Bereich, von Sparsha zur Wurzel der Lalana und von dort zum Lamba.
Vers 34
- *? khyāt guruvaktre ca gururhyajamukhe tathā |
itye te ṣodasādhārāssaṃsthitāḥ kulamadhyataḥ || 34 ||
- *? ख्यात् गुरुवक्त्रे च गुरुर्ह्यजमुखे तथा |
इत्ये ते षोदसाधारास्संस्थिताः कुलमध्यतः || ३४ ||
Übersetzung: [Anfang beschädigt.] Weiter werden Guruvaktra und Ajamukha genannt. So sind diese sechzehn Stützpunkte innerhalb des Kula angeordnet.
Textpassage
yairbhitvā bāhyataḥ śaktirvajet sapādaśaṃpadam |
yā śaktirūhakākhyādhāramadho mārgaṃ gacha?tisau *? kāryā tasyāśca
dhārāḥ ṣoḍasa?ka *? nte ||
- * *? nūta * *? rgoḥ sarvādhāre *? saṃjñite |
gudasya kālāgnirudreti paryā?yaḥ |
asyaiva kāmasaṅkoco vāyuḥ |
यैर्भित्वा बाह्यतः शक्तिर्वजेत् सपादशंपदम् |
या शक्तिरूहकाख्याधारमधो मार्गं गछ?तिसौ *? कार्या तस्याश्च
धाराः षोडस?क *? न्ते ||
- * *? नूत * *? र्गोः सर्वाधारे *? संज्ञिते |
गुदस्य कालाग्निरुद्रेति पर्या?यः |
अस्यैव कामसङ्कोचो वायुः |
Übersetzung: [Passage stark beschädigt.] Sie beschreibt die Shakti, welche die Stützpunkte durchdringt und sich über beziehungsweise unter ihnen bewegt. Eine zusammenhängende sichere Übersetzung ist aus der vorliegenden Fassung nicht möglich.
Textpassage
yonimārgadvayaṃ vāyoḥ saṅga?me sarvadā sthitam |
aśaktyā samatāṃ nītvā di?vyoyodhaḥ pravartate ||
योनिमार्गद्वयं वायोः सङ्ग?मे सर्वदा स्थितम् |
अशक्त्या समतां नीत्वा दि?व्योयोधः प्रवर्तते ||
Übersetzung: Die beiden Wege des Yoni-Bereichs befinden sich am Zusammentreffen des Vayu. [Zweite Vershälfte teilweise beschädigt.]
Textpassage
ta * *? taṃ krośya?gudadvāraṃ sarvādhāramaṅguli *? yasyordhve turyakoṇaṃ
catuṣkoṇaṃ meḍhre janmākhyaṃ yasmin sthāne strīpuṃsayoḥ saṃyogakāle
bījaṃ patitaṃ bhūtvā garbhaḥ sa bhavati janmākhya hāṭakasyā bhya?ntare
tiryagg?tyāṅgula ṣaṭkam | ūrdhvagatyāṅguli dvayam ||
त * *? तं क्रोश्य?गुदद्वारं सर्वाधारमङ्गुलि *? यस्योर्ध्वे तुर्यकोणं
चतुष्कोणं मेढ्रे जन्माख्यं यस्मिन् स्थाने स्त्रीपुंसयोः संयोगकाले
बीजं पतितं भूत्वा गर्भः स भवति जन्माख्य हाटकस्या भ्य?न्तरे
तिर्यग्ग्?त्याङ्गुल षट्कम् | ऊर्ध्वगत्याङ्गुलि द्वयम् ||
Übersetzung: [Längere, beschädigte Prosa.] Erkennbar sind Beschreibungen des Sarvadhara am unteren Körperende, eines vierwinkligen Bereichs beim Geschlechtsorgan, des als Janma bezeichneten Geburtsortes, der Vereinigung von Frau und Mann, des Samens und der Entstehung des Embryos sowie Maßangaben für horizontale und aufsteigende Ausdehnung.
Auffassung nach einer anderen Schrift
anyaśāstrābhiprāyaḥ ||
अन्यशास्त्राभिप्रायः ||
Übersetzung: Auffassung nach einer anderen Schrift:
Textpassage
jakāre jananaṃ yatra makāre maraṇaṃ bhavet |
janmamṛtyu bhaya sthānaṃ janmasthānaṃ tu tadviduḥ ||
जकारे जननं यत्र मकारे मरणं भवेत् |
जन्ममृत्यु भय स्थानं जन्मस्थानं तु तद्विदुः ||
Übersetzung: Wo mit dem Laut ja Geburt und mit dem Laut ma Tod bezeichnet werden, dort liegt der Bereich von Geburt und Tod; diesen kennt man als Geburtsort.
Textpassage
meḍhrodhvā?ṅgula dvaye janma kandaṃ tasyordhe aṅgula dvayam |
tacca trikoṇaṃ nāḍi tritayasyā dhāram |
tadyathā nāḍyadho hyaṅgulā dṛ?ṣṭau meḍhramūlaṃ tva?tadviduḥ |
tatra madhye mahācakraṃ kandaṃ nāma prakīrtitam |
tālusaṃjñā bhavettasya śodhanaṃ nāmanāmataḥ ||
मेढ्रोध्वा?ङ्गुल द्वये जन्म कन्दं तस्योर्धे अङ्गुल द्वयम् |
तच्च त्रिकोणं नाडि त्रितयस्या धारम् |
तद्यथा नाड्यधो ह्यङ्गुला दृ?ष्टौ मेढ्रमूलं त्व?तद्विदुः |
तत्र मध्ये महाचक्रं कन्दं नाम प्रकीर्तितम् |
तालुसंज्ञा भवेत्तस्य शोधनं नामनामतः ||
Übersetzung: [Teilweise beschädigte Prosa.] Oberhalb des Genitalbereichs wird ein Kanda als Geburts-Kanda beschrieben; darüber liegt ein dreieckiger Stützpunkt der drei Nadis. In seiner Mitte befindet sich das große Chakra, Kanda genannt.
Auffassung nach einer anderen Schrift
anya śāstrābhiprāyaḥ ||
अन्य शास्त्राभिप्रायः ||
Übersetzung: Auffassung nach einer anderen Schrift:
Textpassage
nābhi meḍhrāntaraṃ kandaṃ tatvādhāraṃ prakīrtitam |
dahantātka * madhyasthaṃ caitanyaṃ cittavarjitam |
ṣaḍaraṃ prasphurantaṃ ca kandasaṃsthānasaṃsthitam |
kulabinduriti khyātaṃ khyātaṃ brahmabilaṃ tathā ||
नाभि मेढ्रान्तरं कन्दं तत्वाधारं प्रकीर्तितम् |
दहन्तात्क * मध्यस्थं चैतन्यं चित्तवर्जितम् |
षडरं प्रस्फुरन्तं च कन्दसंस्थानसंस्थितम् |
कुलबिन्दुरिति ख्यातं ख्यातं ब्रह्मबिलं तथा ||
Übersetzung: Der Kanda zwischen Nabel und Genitalbereich wird als Grundlage der Tattvas bezeichnet. In seiner Mitte wird Bewusstsein jenseits des gewöhnlichen Geistes beschrieben, sechsspeichig aufleuchtend und im Kanda verankert. Es heißt Kula-Bindu und ebenso Brahma-bila.
Textpassage
etat prakṛṣṭakamucyate ||
एतत् प्रकृष्टकमुच्यते ||
Übersetzung: Dies wird als vorzüglich bezeichnet.
Textpassage
kuṇḍalinī nābhi deśe ghaṭodaraṃ nābhi hṛtpadmamadhyasthaṃ tasyaiva
saṅjīvanīti paryāyaḥ |
कुण्डलिनी नाभि देशे घटोदरं नाभि हृत्पद्ममध्यस्थं तस्यैव
सङ्जीवनीति पर्यायः |
Übersetzung: Kundalini befindet sich im Nabelbereich; Ghatodara liegt zwischen Nabel und Herzlotus und wird auch Sanjivani genannt.
Textpassage
nābhi hṛdayapadmasaṃpuṭaṃ madhyam |
नाभि हृदयपद्मसंपुटं मध्यम् |
Übersetzung: Der Zwischenraum zwischen Nabel und Herzlotus wird als Mitte bezeichnet.
Textpassage
kūrmaṃ hṛdayaṃ sarvāṇi padārthāni yatra kūrmāṅgānīvatiṣṭhanti
tatkūrmādhāraṃ sarvambaraḥ? sthānam |
कूर्मं हृदयं सर्वाणि पदार्थानि यत्र कूर्माङ्गानीवतिष्ठन्ति
तत्कूर्माधारं सर्वम्बरः? स्थानम् |
Übersetzung: Kurma ist das Herz: Wie die Glieder einer Schildkröte sind dort alle Gegenstände beziehungsweise Kräfte gesammelt. Daher wird es Kurma-Adhara genannt. Das letzte Wort der Passage ist unsicher.
Textpassage
hṛdayāccaturaṅgulaṃ lolākhyaṃ lolājihvā tasyāmūlaṃ lolāmūlaṃ
kaṇṭhasthānam |
हृदयाच्चतुरङ्गुलं लोलाख्यं लोलाजिह्वा तस्यामूलं लोलामूलं
कण्ठस्थानम् |
Übersetzung: Vier Fingerbreiten oberhalb des Herzens liegt der Lola genannte Bereich; die Wurzel der beweglichen Zunge, Lola-mula, liegt im Halsbereich.
Textpassage
lampikādhaḥ ṣaḍaṅgulam |
लम्पिकाधः षडङ्गुलम् |
Übersetzung: Sechs Fingerbreiten unterhalb der Lampika liegt der folgende Bezugspunkt.
Textpassage
lambākhyaṃ lambāghaṇṭikāguruvaktraṃ guruvaktreti bindusaṃjñaṃ
bhrūmadhyaṃ bhrūmadhyeti bindusaṃjñakaṃ turyasthāne sarveti kathyate |
लम्बाख्यं लम्बाघण्टिकागुरुवक्त्रं गुरुवक्त्रेति बिन्दुसंज्ञं
भ्रूमध्यं भ्रूमध्येति बिन्दुसंज्ञकं तुर्यस्थाने सर्वेति कथ्यते |
Übersetzung: Lamba bezeichnet die herabhängende Uvula. Guruvaktra wird mit Bindu bezeichnet; ebenso wird der Bereich zwischen den Augenbrauen Bindu genannt. Die Passage verbindet diese Stufen mit dem Turiya-Bereich.
Textpassage
ajamukhamajamākāśaṃ avidyamānaṃ janmāyasmāttasminsthāne dhvaja? iti ||
अजमुखमजमाकाशं अविद्यमानं जन्मायस्मात्तस्मिन्स्थाने ध्वज? इति ||
Übersetzung: Ajamukha wird mit dem ungeborenen beziehungsweise geburtslosen Raum in Verbindung gebracht. Das Ende der Passage ist beschädigt.
Abschluss des Abschnitts über die sechzehn Adharas
iti ṣoḍaśādhāram? ||
इति षोडशाधारम्? ||
Übersetzung: Damit ist der Abschnitt über die sechzehn Stützpunkte beendet.
Die drei Lakshyas
Die drei Lakshyas führen von einer objektbezogenen inneren und äußeren Ausrichtung zu einer Sammlung, in der nichts Begrenztes mehr fixiert wird. Der letzte Schritt weist über die gewöhnliche Gegenüberstellung von innen und außen hinaus.
Einleitung
atha trilakṣam ||
अथ त्रिलक्षम् ||
Übersetzung: Nun die drei Lakshyas, die drei Ziele der Sammlung beziehungsweise Ausrichtung:
Textpassage
antarlakṣaṃ bahirlakṣaṃ lakṣaṃ cobhayavarjitam |
bāhyala *? prayogena pratimādi *? cālanam |
अन्तर्लक्षं बहिर्लक्षं लक्षं चोभयवर्जितम् |
बाह्यल *? प्रयोगेन प्रतिमादि *? चालनम् |
Übersetzung: Es gibt das innere Ziel, das äußere Ziel und ein Ziel, das von beiden frei ist. Die folgende Beschreibung der äußeren Methode ist teilweise beschädigt.
Textpassage
sarvāvayavasaṃyuktaṃ sarvatantrārthasaṃyutam |
śā * * *? samāsādya cittacaitanya yogataḥ |
parāpravartate dṛṣṭirantarlakṣasya darśanam |
bahirantarbahi kṛtvā svasthānasthasya yā sthitiḥ |
tallakṣaṃ madhyamaṃ? proktaṃ na kiñcidyatra lakṣayet |
lakṣa traya vinirmuktaṃ vā *? yātītamavyayam |
sarvā?vasthaṃ na sāvasthaṃ paraṃ tallakṣamucyate ||
सर्वावयवसंयुक्तं सर्वतन्त्रार्थसंयुतम् |
शा * * *? समासाद्य चित्तचैतन्य योगतः |
पराप्रवर्तते दृष्टिरन्तर्लक्षस्य दर्शनम् |
बहिरन्तर्बहि कृत्वा स्वस्थानस्थस्य या स्थितिः |
तल्लक्षं मध्यमं? प्रोक्तं न किञ्चिद्यत्र लक्षयेत् |
लक्ष त्रय विनिर्मुक्तं वा *? यातीतमव्ययम् |
सर्वा?वस्थं न सावस्थं परं तल्लक्षमुच्यते ||
Übersetzung: [Teilweise beschädigt.] Der Text verbindet die vollständige tantrische Lehre mit Citta und Chaitanya. Er beschreibt einen Blick, der sich zum inneren Ziel wendet, eine mittlere Ausrichtung, in der nichts Bestimmtes fixiert wird, und schließlich das höchste, unvergängliche Ziel jenseits der drei Arten von Fixierung.
Die fünf Vyomas
Die fünf Vyomas bilden eine vertikale Ordnung innerer Räume. Sie werden den fünf göttlichen Ebenen Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva zugeordnet und zugleich mit Bewusstseinszuständen und subtilen Körperregionen verbunden.
Die fünf Vyomas
vyomapañcakamiti ||
व्योमपञ्चकमिति ||
Übersetzung: Nun die fünf Vyomas, die fünf Räume:
Textpassage
prathamaṃ tu brahmavyomaviṣṇuvyoma dvitīyakam |
rudravyoma tṛtīyaṃ tu ceśvarākhyaṃ caturthakam |
sadāśivaṃ pañcamaṃ tu hyetadvai vyomapañcakam ||
प्रथमं तु ब्रह्मव्योमविष्णुव्योम द्वितीयकम् |
रुद्रव्योम तृतीयं तु चेश्वराख्यं चतुर्थकम् |
सदाशिवं पञ्चमं तु ह्येतद्वै व्योमपञ्चकम् ||
Übersetzung: Das erste ist Brahma-Vyoma, das zweite Vishnu-Vyoma, das dritte Rudra-Vyoma, das vierte Ishvara-Vyoma und das fünfte Sadashiva.
Vers 1
nādyādi hṛdayaṃ yāvadbrahmajñānaṃ viduḥ priye |
jāgradvṛtyunubhāvena pārthivaṃ tatvamuttamam || 1 |
नाद्यादि हृदयं यावद्ब्रह्मज्ञानं विदुः प्रिये |
जाग्रद्वृत्युनुभावेन पार्थिवं तत्वमुत्तमम् || १ |
Übersetzung: Vom Anfang des Nada bis zum Herzen wird der Bereich Brahmas erkannt, Geliebte. Er wird mit dem Wachzustand und dem erdhaften Prinzip verbunden.
Vers 2
hṛdayātkaṇṭhasaṃsthānaṃ viṣṇusthānaṃ prakīrtitam || 2 ||
हृदयात्कण्ठसंस्थानं विष्णुस्थानं प्रकीर्तितम् || २ ||
Übersetzung: Vom Herzen bis zum Hals wird der Bereich Vishnus bezeichnet.
Vers 3
kaṇṭhā tu yāvadbhrūmadhyaṃ rudrasthānaṃ tu tadviduḥ || 3 ||
कण्ठा तु यावद्भ्रूमध्यं रुद्रस्थानं तु तद्विदुः || ३ ||
Übersetzung: Vom Hals bis zur Mitte der Augenbrauen kennt man den Bereich Rudras.
Vers 4
suṣuptāvasthayā saṃsthaṃ tejastattvaṃ tu saṃsthitam |
bindau tu yāvattalvantamīśvarākhyamanukramam || 4 ||
सुषुप्तावस्थया संस्थं तेजस्तत्त्वं तु संस्थितम् |
बिन्दौ तु यावत्तल्वन्तमीश्वराख्यमनुक्रमम् || ४ ||
Übersetzung: Er wird mit dem Zustand des Tiefschlafs und dem Licht- beziehungsweise Feuerprinzip verbunden. Vom Bindu bis zum Ende des Gaumens folgt der Bereich Ishvaras.
Vers 5
turyāvasthāśritaṃ jñeyaṃ vāyutatvaṃ samāśritam |
tālvantād dvādaśāntaṃ tu sthānaṃ sadāśivaṃ sthitam || 5 ||
तुर्यावस्थाश्रितं ज्ञेयं वायुतत्वं समाश्रितम् |
ताल्वन्ताद् द्वादशान्तं तु स्थानं सदाशिवं स्थितम् || ५ ||
Übersetzung: Dieser wird mit Turiya und dem Vayu-Prinzip verbunden. Vom Ende des Gaumens bis zum Dvadashanta liegt der Bereich Sadashivas.
Textpassage
turyātītapadāvasthaṃ nabha
तुर्यातीतपदावस्थं नभ
Übersetzung: Er ist dem Zustand jenseits von Turiya zugeordnet; der überlieferte Satz bricht hier ab.
Der erhaltene weitere Text und die Hymne an das innere Selbst
Nach einer ausdrücklich markierten Textlücke setzt die Überlieferung mitten in einem weiteren Abschnitt wieder ein. Von hier an verdichtet sich der Text zunehmend zu einer hymnischen Betrachtung des göttlichen Selbst: als Hamsa, Bewusstsein, Prana, Zeit, Raum, Mantra, Schöpfer, Erhalter und Auflöser.
Vers 3
- * mi citpatiṃ homaṃ bindunādendu saṃyutam |
ṣaṣṭhambā samāyuktaṃ svacchadaṃ vigatā mayam || 3 ||
- * मि चित्पतिं होमं बिन्दुनादेन्दु संयुतम् |
षष्ठम्बा समायुक्तं स्वच्छदं विगता मयम् || ३ ||
Übersetzung: [Nach einer Lücke setzt der Text mitten in einer Strophe ein.] Erkennbar sind Citpati, Bindu, Nada und Indu sowie eine Verbindung mit einer sechsten Kraft; die Strophe ist nicht vollständig überliefert.
Vers 4
namaḥ svāhā svadhā vauṣaṭ svavaṣaṭkaṅsamanvitam |
dīrghasvarasamāyuktaṃ haṃsaṃ haṃsāṅgabhūṣitam || 4 ||
नमः स्वाहा स्वधा वौषट् स्ववषट्कङ्समन्वितम् |
दीर्घस्वरसमायुक्तं हंसं हंसाङ्गभूषितम् || ४ ||
Übersetzung: Mit den Formeln namah, svaha, svadha, vaushat und weiteren rituellen Lautformen verbunden, mit langen Vokalen ausgestattet, erscheint Hamsa, geschmückt mit den Gliedern des Hamsa.
Vers 5
śaktimantrasamāyuktaṃ parānandapadaṃ sthitam |
vyāpinī sahitaṃ devaṃ sṛṣṭikṛdvyāpinīśvaram || 5 ||
शक्तिमन्त्रसमायुक्तं परानन्दपदं स्थितम् |
व्यापिनी सहितं देवं सृष्टिकृद्व्यापिनीश्वरम् || ५ ||
Übersetzung: Mit dem Shakti-Mantra verbunden, im Zustand höchster Seligkeit ruhend, mit Vyapini vereint: der Gott als schöpferischer, alles durchdringender Herr.
Vers 6
ṣaṭtriṃśattattvamadhyasthaṃ paramaṃ mantravigraham |
mantrātītaṃ paraṃ śāntamunmanyantaṃ nirāmayam || 6 ||
षट्त्रिंशत्तत्त्वमध्यस्थं परमं मन्त्रविग्रहम् |
मन्त्रातीतं परं शान्तमुन्मन्यन्तं निरामयम् || ६ ||
Übersetzung: Inmitten der sechsunddreißig Tattvas steht die höchste Mantra-Gestalt; jenseits des Mantras ist sie höchste Ruhe, bis zum Zustand Unmani, frei von Gebrechen.
Vers 7
jyotiṣāṃdhāmadhāmākhyaṃ cidānandaprakāśakam |
matijñanaikagamyaṃ tamitareṣāmagocaram || 7 ||
ज्योतिषांधामधामाख्यं चिदानन्दप्रकाशकम् |
मतिज्ञनैकगम्यं तमितरेषामगोचरम् || ७ ||
Übersetzung: Sie ist das Licht der Lichter, die Offenbarung von Chit und Ananda; durch Erkenntnis zugänglich, bleibt sie anderen Zugängen entzogen.
Vers 8
paramātmāpadātītaṃ sa * * *? vivarjitam |
śivaṃ sarvagataṃ śūnyaṃ sa bāhyābhyantare sthitam || 8 ||
परमात्मापदातीतं स * * *? विवर्जितम् |
शिवं सर्वगतं शून्यं स बाह्याभ्यन्तरे स्थितम् || ८ ||
Übersetzung: [Erste Hälfte beschädigt.] Shiva ist alldurchdringend, leer im Sinne der Freiheit von begrenzter Form, und innen wie außen gegenwärtig.
Vers 9
nityoditaṃ mahātejaṃ sūryahaṃsaṃ śivātmakam |
rāśicakragataṃ devamayanadvayasaṃsthitam || 9 ||
नित्योदितं महातेजं सूर्यहंसं शिवात्मकम् |
राशिचक्रगतं देवमयनद्वयसंस्थितम् || ९ ||
Übersetzung: Ewig aufgegangen ist das große Licht, der Sonnen-Hamsa von Shiva-Natur, im Kreis der Tierkreiszeichen und in den beiden Sonnenläufen gegenwärtig.
Vers 10
udare dakṣiṇe candraṃ dakṣiṇo cottaraṃ ravim |
pakṣadvayasamāyuktaṃ sarvabhūteṣvavasthitam || 10 ||
उदरे दक्षिणे चन्द्रं दक्षिणो चोत्तरं रविम् |
पक्षद्वयसमायुक्तं सर्वभूतेष्ववस्थितम् || १० ||
Übersetzung: Im rechten Bereich wird der Mond, im anderen die Sonne beschrieben; mit den beiden Monatshälften verbunden, ist diese Ordnung in allen Wesen gegenwärtig.
Vers 11
yogeśvaraṃ yogagamyaṃ yogātītaṃ nirāmayam |
ṣaṭpathaṃ ṣaṭpathātītaṃ śūnyaṃ ṣaṭkasamanvitam || 11 ||
योगेश्वरं योगगम्यं योगातीतं निरामयम् |
षट्पथं षट्पथातीतं शून्यं षट्कसमन्वितम् || ११ ||
Übersetzung: Er ist Herr des Yoga, durch Yoga zugänglich und zugleich jenseits des Yoga, frei von Gebrechen; er ist der sechsfache Weg und jenseits des sechsfachen Weges, leer und doch mit dem Sechsfachen verbunden.
Vers 12
hṛtkuśeśayamadhyasthaṃ grāhyagrāhakagūhitam |
ṣaṭpathaṃ ṣaḍabhāvākhyaṃ citpatiṃ cetanātmakam || 12 ||
हृत्कुशेशयमध्यस्थं ग्राह्यग्राहकगूहितम् |
षट्पथं षडभावाख्यं चित्पतिं चेतनात्मकम् || १२ ||
Übersetzung: Im Lotus des Herzens verborgen liegt er jenseits der Trennung von Erkanntem und Erkennendem: Citpati, Herr des Bewusstseins, selbst Bewusstsein.
Vers 13
kharūpaṃ khacaraṃ khasthaṃ khaparaṃ khapatiṃ khagam |
kūlā * * *? lādhāramakulaṃ kulanā * *? m || 13 ||
खरूपं खचरं खस्थं खपरं खपतिं खगम् |
कूला * * *? लाधारमकुलं कुलना * *? म् || १३ ||
Übersetzung: [Zweite Hälfte stark beschädigt.] Die erste Hälfte beschreibt ihn als raumhaft, im Raum wandelnd, im Raum ruhend, jenseits des Raumes, Herr des Raumes.
Vers 14
sa eva bandhurmātā ca pitā ca sasuhṛt?guruḥ |
yaṃ sarvasvamiti prāhustaṃ vande parameśvaram || 14 ||
स एव बन्धुर्माता च पिता च ससुहृत्?गुरुः |
यं सर्वस्वमिति प्राहुस्तं वन्दे परमेश्वरम् || १४ ||
Übersetzung: Er allein ist Verwandter, Mutter, Vater, Freund und Guru; ihn nennen die Weisen das All. Diesen Parameshvara verehre ich.
Vers 15
yasya? sarvajñatā jñā?pti dadhi bodhasvatantratā |
a * * * * * ktiśca tasmai pūrṇātmane namaḥ || 15 ||
यस्य? सर्वज्ञता ज्ञा?प्ति दधि बोधस्वतन्त्रता |
अ * * * * * क्तिश्च तस्मै पूर्णात्मने नमः || १५ ||
Übersetzung: [Text teilweise beschädigt.] Genannt werden Allwissenheit, Erkenntniskraft und Freiheit des Bewusstseins; Verehrung gilt dem vollkommenen Selbst.
Vers 16
sarvendriya parityāgād vyāptiryasya vilakṣaṇā |
ṣāḍguṇyaguṇasaṃyuktā tasmai vyāptātmane namaḥ || 16 ||
सर्वेन्द्रिय परित्यागाद् व्याप्तिर्यस्य विलक्षणा |
षाड्गुण्यगुणसंयुक्ता तस्मै व्याप्तात्मने नमः || १६ ||
Übersetzung: Dessen Durchdringung ist außergewöhnlich und nicht an die gewöhnlichen Sinne gebunden; mit den sechs göttlichen Vollkommenheiten verbunden – diesem alldurchdringenden Selbst Verehrung.
Vers 17
jñānādi guṇasaṃyuktaṃ varjitaṃ prākṛtaṃ guṇaiḥ |
kṣayotpatti na yasyasthastasmai nityātmane namaḥ || 17 ||
ज्ञानादि गुणसंयुक्तं वर्जितं प्राकृतं गुणैः |
क्षयोत्पत्ति न यस्यस्थस्तस्मै नित्यात्मने नमः || १७ ||
Übersetzung: Mit Eigenschaften wie Erkenntnis verbunden und frei von den natürlichen Gunas, ohne Verfall und Entstehung – diesem ewigen Selbst Verehrung.
Vers 18
yasya mūlaṃ na cāgraṃ ca na diśo vidiśastathā |
na śabdo na tathākāśastasmai śūnyātmane namaḥ || 18 ||
यस्य मूलं न चाग्रं च न दिशो विदिशस्तथा |
न शब्दो न तथाकाशस्तस्मै शून्यात्मने नमः || १८ ||
Übersetzung: Der weder Wurzel noch Spitze, weder Himmelsrichtungen noch Zwischenrichtungen, weder Klang noch begrenzenden Raum besitzt – diesem Selbst als Shunya Verehrung.
Vers 19
vā? paśyatyakṣirahitaḥ svādaṃ bindatya jihvakaḥ |
akarṇaḥ śṛṇute yaśca tasmai cittrātmane namaḥ || 19 ||
वा? पश्यत्यक्षिरहितः स्वादं बिन्दत्य जिह्वकः |
अकर्णः शृणुते यश्च तस्मै चित्त्रात्मने नमः || १९ ||
Übersetzung: [Anfang teilweise beschädigt.] Ohne Augen sieht er, ohne Zunge kostet er, ohne Ohren hört er – diesem wunderbaren Selbst Verehrung.
Vers 20
- * * * * * * * * * * * * * * * |
viśvaṃ kāraṇanirhīnastasmai sraṣṭātmane namaḥ || 20 ||
- * * * * * * * * * * * * * * * |
विश्वं कारणनिर्हीनस्तस्मै स्रष्टात्मने नमः || २० ||
Übersetzung: [Erste Vershälfte fehlt.] Als Schöpfer des Universums, selbst ohne äußere Ursache – diesem schöpferischen Selbst Verehrung.
Vers 21
yathā kālo hyasūtropi kurute kāryasādhanam |
tathaiva kartā yo nityaṃ tasmaikartrātmane namaḥ || 21 ||
यथा कालो ह्यसूत्रोपि कुरुते कार्यसाधनम् |
तथैव कर्ता यो नित्यं तस्मैकर्त्रात्मने नमः || २१ ||
Übersetzung: Wie die Zeit, obwohl ohne sichtbaren Faden, Wirkungen hervorbringt, so ist er immer der Handelnde – diesem Selbst als Täter Verehrung.
Vers 22
yo nityaṃ vasate dehe viśvamadhye vyavasthitaḥ |
sthairya rūpaṃ samāsādya tasmai sthityātmane namaḥ || 22 ||
यो नित्यं वसते देहे विश्वमध्ये व्यवस्थितः |
स्थैर्य रूपं समासाद्य तस्मै स्थित्यात्मने नमः || २२ ||
Übersetzung: Er wohnt beständig im Körper und steht zugleich inmitten des Universums; als Grundlage der Beständigkeit – diesem erhaltenden Selbst Verehrung.
Vers 23
yasya viśvamidaṃ haṃsarkālamekaṃ bruvantitam |
saṃharetkevalātmā ca tasmai kālātmane namaḥ || 23 ||
यस्य विश्वमिदं हंसर्कालमेकं ब्रुवन्तितम् |
संहरेत्केवलात्मा च तस्मै कालात्मने नमः || २३ ||
Übersetzung: [Erste Hälfte textlich unsicher.] Als das Eine zieht er das Universum wieder in sich zurück – diesem Selbst als Zeit Verehrung.
Vers 24
ya eko bahudhā rūpairvasatyasmiñcarācare |
saṃhṛtyedaṃ punaścaikaṃ tasmai māyātmane namaḥ || 24 ||
य एको बहुधा रूपैर्वसत्यस्मिञ्चराचरे |
संहृत्येदं पुनश्चैकं तस्मै मायात्मने नमः || २४ ||
Übersetzung: Der Eine wohnt in vielerlei Gestalten in allem Bewegten und Unbewegten; nachdem er alles eingezogen hat, ist er wieder Einer – diesem Selbst als Maya Verehrung.
Vers 25
viśvaṃ jñānakarāgreṇa dhṛtaṃ tattvasamanvitam |
līlayā bhrāmyate yena tasmai vīrātmane namaḥ || 25 ||
विश्वं ज्ञानकराग्रेण धृतं तत्त्वसमन्वितम् |
लीलया भ्राम्यते येन तस्मै वीरात्मने नमः || २५ ||
Übersetzung: Das mit den Tattvas verbundene Universum wird durch seine Erkenntniskraft gehalten und spielerisch bewegt – diesem heroischen Selbst Verehrung.
Vers 26
brahmāṇḍasya yathāmadhye dṛśyate sarṣapā kaṇaḥ |
brahmāṇḍaṃ ca tathā yasya tasmai sthūlātmane namaḥ || 26 ||
ब्रह्माण्डस्य यथामध्ये दृश्यते सर्षपा कणः |
ब्रह्माण्डं च तथा यस्य तस्मै स्थूलात्मने नमः || २६ ||
Übersetzung: Wie im Brahmanda ein Senfkorn winzig erscheint, so erscheint das Brahmanda in ihm – diesem Selbst in seiner unermesslichen Größe Verehrung.
Vers 27
bālāgra bhāgaḥ śataśaḥ kalpitotha sahasraśaḥ |
yasyamānamidaṃ proktaṃ tasmai sūkṣmātmane namaḥ || 27 ||
बालाग्र भागः शतशः कल्पितोथ सहस्रशः |
यस्यमानमिदं प्रोक्तं तस्मै सूक्ष्मात्मने नमः || २७ ||
Übersetzung: Ein Haarspitzenanteil, hundertfach und nochmals tausendfach geteilt, dient als Bild seines Maßes – diesem subtilsten Selbst Verehrung.
Vers 28
mahāsthānaṃ śarīre yassarvasatvairadhiṣṭhitaḥ |
satvapañjaranirmāṇaṃ tasmai kṣettrātmane namaḥ || 28 ||
महास्थानं शरीरे यस्सर्वसत्वैरधिष्ठितः |
सत्वपञ्जरनिर्माणं तस्मै क्षेत्त्रात्मने नमः || २८ ||
Übersetzung: Als großer Ort im Körper, von allen Wesen beziehungsweise Kräften bewohnt und als Träger ihres Gefüges – diesem Selbst als Feld Verehrung.
Vers 29
kṣettrajño jyotirātmā ca hṛnmadhye tu vyavasthitaḥ |
yaḥ śucirnirmalohaṃsastasmai kṣe?trātmane namaḥ || 29 ||
क्षेत्त्रज्ञो ज्योतिरात्मा च हृन्मध्ये तु व्यवस्थितः |
यः शुचिर्निर्मलोहंसस्तस्मै क्षे?त्रात्मने नमः || २९ ||
Übersetzung: Der Kenner des Feldes, das Selbst des Lichtes, verweilt mitten im Herzen; rein und makellos als Hamsa – diesem Kshetra-Selbst Verehrung.
Vers 30
maha *? stamasaḥ pāre unmanyātmānamujjvalam |
yaṃ jñātvā na punarjanma tasmai jñānātmane namaḥ || 30 ||
मह *? स्तमसः पारे उन्मन्यात्मानमुज्ज्वलम् |
यं ज्ञात्वा न पुनर्जन्म तस्मै ज्ञानात्मने नमः || ३० ||
Übersetzung: [Anfang beschädigt.] Jenseits der Finsternis leuchtet das Selbst im Zustand Unmani; wer es erkennt, wird nicht wiedergeboren – diesem Selbst der Erkenntnis Verehrung.
Vers 31
jñānena prāpyate yasmāt kāryaṃ vai kāraṇottaram |
yāvatsarvagatā tṛptistasmai jñānātmane namaḥ || 31 ||
ज्ञानेन प्राप्यते यस्मात् कार्यं वै कारणोत्तरम् |
यावत्सर्वगता तृप्तिस्तस्मै ज्ञानात्मने नमः || ३१ ||
Übersetzung: Durch Erkenntnis wird das erlangt, was jenseits von Wirkung und Ursache liegt, bis zur alldurchdringenden Erfüllung – diesem Selbst der Erkenntnis Verehrung.
Vers 32
dehamadhye sthito yacca nābhicakre paribhraman |
citprakāśo hṛdivyāpī tasmaijīvātmane namaḥ || 32 ||
देहमध्ये स्थितो यच्च नाभिचक्रे परिभ्रमन् |
चित्प्रकाशो हृदिव्यापी तस्मैजीवात्मने नमः || ३२ ||
Übersetzung: Im Körper gegenwärtig und im Nabel-Chakra kreisend, als Licht des Bewusstseins das Herz durchdringend – diesem Jiva-Selbst Verehrung.
Vers 33
iḍā gaṅgā mahāpuṇyā suṣumṇā yamunā tathā |
tayoḥ saṃkrīḍate yaśca tasmaihaṃsātmane namaḥ || 33 ||
इडा गङ्गा महापुण्या सुषुम्णा यमुना तथा |
तयोः संक्रीडते यश्च तस्मैहंसात्मने नमः || ३३ ||
Übersetzung: Ida ist die hochheilige Ganga und Sushumna die Yamuna; wer in ihnen spielt, diesem Hamsa-Selbst Verehrung.
Vers 34
yaḥ śuddhaḥ śuklapakṣe tu śuklagaṅgājale sthitaḥ |
śuklakarmarato nityaṃ tasmai śuklātmane namaḥ || 34 ||
यः शुद्धः शुक्लपक्षे तु शुक्लगङ्गाजले स्थितः |
शुक्लकर्मरतो नित्यं तस्मै शुक्लात्मने नमः || ३४ ||
Übersetzung: Wer in der hellen Monatshälfte rein im hellen Wasser der Ganga weilt und sich dem reinen Wirken zuwendet – diesem hellen Selbst Verehrung.
Vers 35
yaḥ kṛṣṇaḥ kṛṣṇapakṣe tu saṃsthito yamunā jale |
krūrakarmarato nityaṃ? tasmai kṛṣṇātmane namaḥ || 35 ||
यः कृष्णः कृष्णपक्षे तु संस्थितो यमुना जले |
क्रूरकर्मरतो नित्यं? तस्मै कृष्णात्मने नमः || ३५ ||
Übersetzung: Wer in der dunklen Monatshälfte im Wasser der Yamuna weilt – [weitere Wertung im Text] – diesem dunklen Selbst Verehrung.
Vers 36
re?cakena vahennityaṃ ṣaḍrasā svādalampaṭaḥ |
yastejastapate nityaṃ tasmai sūryātmane namaḥ || 36 ||
रे?चकेन वहेन्नित्यं षड्रसा स्वादलम्पटः |
यस्तेजस्तपते नित्यं तस्मै सूर्यात्मने नमः || ३६ ||
Übersetzung: Beim Ausatmen bewegt sich die Kraft; als Sonnenprinzip strahlt und erhitzt sie beständig – diesem Sonnen-Selbst Verehrung. Einzelne Wörter der ersten Hälfte sind unsicher.
Vers 37
pūrake nivasedyaśca niśāyāmamṛtātmakaḥ |
āpyāyana karo nityaṃ tasmai somātmane namaḥ || 37 ||
पूरके निवसेद्यश्च निशायाममृतात्मकः |
आप्यायन करो नित्यं तस्मै सोमात्मने नमः || ३७ ||
Übersetzung: Beim Einatmen verweilt das mondhafte, nektargleiche Prinzip, das beständig nährt und erfüllt – diesem Mond-Selbst Verehrung.
Vers 38
yastṛptastarpayeddevāndevayānenasaṃsthitān |
pitṝṇāṃ pitṛsthānena tasmai vahnyātmane namaḥ || 38 ||
यस्तृप्तस्तर्पयेद्देवान्देवयानेनसंस्थितान् |
पितॄणां पितृस्थानेन तस्मै वह्न्यात्मने नमः || ३८ ||
Übersetzung: Erfüllt, nährt es die Götter auf dem Götterweg und die Ahnen auf dem Weg der Ahnen – diesem Feuer-Selbst Verehrung.
Vers 39
sūryasya grahaṇe yaśca viṣuvena ca saṃyutam |
iḍāpiṅgalayormadhye saṃlīno hṛdayāntare || 39 ||
सूर्यस्य ग्रहणे यश्च विषुवेन च संयुतम् |
इडापिङ्गलयोर्मध्ये संलीनो हृदयान्तरे || ३९ ||
Übersetzung: Beim inneren Sonnenfinsternis-Motiv, mit dem Äquinoktium verbunden, löst es sich zwischen Ida und Pingala im Inneren des Herzens auf.
Vers 40
yatpuṇyaṃ havyakavyena tasmai tīrthātmane namaḥ || 40 ||
यत्पुण्यं हव्यकव्येन तस्मै तीर्थात्मने नमः || ४० ||
Übersetzung: Das Verdienst, das mit Opfergaben für Götter und Ahnen verbunden ist – diesem Selbst als heiliger Furt Verehrung.
Vers 41
candrodaye candragatyā iḍāṃśe piṅgalārpitam |
yaḥ śreyaḥ sarvakāryāṇāṃ tasmai lagnātmane namaḥ || 41 ||
चन्द्रोदये चन्द्रगत्या इडांशे पिङ्गलार्पितम् |
यः श्रेयः सर्वकार्याणां तस्मै लग्नात्मने नमः || ४१ ||
Übersetzung: Beim Aufgang des Mondes, in der Bewegung des Mondes, wird das eine in Ida und das andere in Pingala gelegt; als das Heilsame in allen Handlungen – diesem Selbst als günstiger Zeitpunkt Verehrung.
Vers 42
dvādaśānte śubhe kṣettre śivarāhusamanvitam |
citsūryagrahaṇaṃ yatra tasmai sthānātmane namaḥ || 42 ||
द्वादशान्ते शुभे क्षेत्त्रे शिवराहुसमन्वितम् |
चित्सूर्यग्रहणं यत्र तस्मै स्थानात्मने नमः || ४२ ||
Übersetzung: Im glückverheißenden Feld des Dvadashanta, mit Shiva und Rahu verbunden, findet die Finsternis der Bewusstseinssonne statt – diesem Selbst als heiligem Ort Verehrung.
Vers 43
yatra candro hyapānākhyo yatra cāstaṅgato raviḥ |
prāṇāpānakṣayo yatra tasmai mantrātmane namaḥ || 43 ||
यत्र चन्द्रो ह्यपानाख्यो यत्र चास्तङ्गतो रविः |
प्राणापानक्षयो यत्र तस्मै मन्त्रात्मने नमः || ४३ ||
Übersetzung: Wo der Mond Apana heißt und die Sonne untergeht, wo Prana und Apana zur Ruhe kommen – diesem Selbst als Mantra Verehrung.
Vers 44
brahmārpaṇavidhānena dinarātri parikṣayāt |
pūjyate yogibhi yaśca tasmai pūjyātmane namaḥ || 44 ||
ब्रह्मार्पणविधानेन दिनरात्रि परिक्षयात् |
पूज्यते योगिभि यश्च तस्मै पूज्यात्मने नमः || ४४ ||
Übersetzung: Durch die Weise der Darbringung an Brahman und im Vergehen von Tag und Nacht wird er von Yogis verehrt – diesem verehrungswürdigen Selbst Verehrung.
Vers 45
svayamuccarate yaśca svadehāvasthitaḥ śivaḥ |
dehānte mokṣado yaśca tasmai japyātmane namaḥ || 45 ||
स्वयमुच्चरते यश्च स्वदेहावस्थितः शिवः |
देहान्ते मोक्षदो यश्च तस्मै जप्यात्मने नमः || ४५ ||
Übersetzung: Shiva spricht beziehungsweise tönt aus sich selbst im eigenen Körper; am Ende des Körpers schenkt er Befreiung – diesem Selbst als Gegenstand des Japa Verehrung.
Vers 46
citkṛṣāṇurmano hotā amṛtākhyā parāhṛtiḥ |
yatra mantro hakārākhyastasmai hotātmane namaḥ || 46 ||
चित्कृषाणुर्मनो होता अमृताख्या पराहृतिः |
यत्र मन्त्रो हकाराख्यस्तस्मै होतात्मने नमः || ४६ ||
Übersetzung: Das Bewusstsein ist das Opferfeuer, der Geist der Opferpriester, die höchste Darbringung heißt Amrita; wo das Mantra mit ha verbunden ist – diesem opfernden Selbst Verehrung.
Vers 47
sarvadevasthito devaḥ saptārciḥ parameśvaraḥ |
yaścāntaḥ ṣaḍrasāhārastasmai bhoktātmane namaḥ || 47 ||
सर्वदेवस्थितो देवः सप्तार्चिः परमेश्वरः |
यश्चान्तः षड्रसाहारस्तस्मै भोक्तात्मने नमः || ४७ ||
Übersetzung: Der in allen Göttern gegenwärtige Gott, Parameshvara als siebenflammiges Feuer, genießt innerlich die sechsfache Nahrung – diesem genießenden Selbst Verehrung.
Vers 48
yo nityaṃ bhāsayet samyak mayūkhairmahādyutiḥ |
sa bāhyābhyantaraṃ sarvaṃ tasmai bhāsātmane namaḥ || 48 ||
यो नित्यं भासयेत् सम्यक् मयूखैर्महाद्युतिः |
स बाह्याभ्यन्तरं सर्वं तस्मै भासात्मने नमः || ४८ ||
Übersetzung: Der große Glanz erhellt immerdar mit seinen Strahlen vollkommen alles innen und außen – diesem leuchtenden Selbst Verehrung.
Vers 49
yo vyomaparamaṃ brahma citprakāśaṃ nirāmayam |
bhūtākāśaṃ parityajya tasmai vyomātmane namaḥ || 49 ||
यो व्योमपरमं ब्रह्म चित्प्रकाशं निरामयम् |
भूताकाशं परित्यज्य तस्मै व्योमात्मने नमः || ४९ ||
Übersetzung: Wer nach Überschreitung des elementaren Raumes den höchsten Raum, Brahman als reines Licht des Bewusstseins, erkennt – diesem Raum-Selbst Verehrung.
Vers 50
yovinidrā mahābodhā yuñjānāḥ saṃyatendriyāḥ |
paśyanti jyotiṣāṃ jyotistasmai yogātmane namaḥ || 50 ||
योविनिद्रा महाबोधा युञ्जानाः संयतेन्द्रियाः |
पश्यन्ति ज्योतिषां ज्योतिस्तस्मै योगात्मने नमः || ५० ||
Übersetzung: [Der Anfang des Verses ist textlich unsicher.] Yogisch Übende mit gezügelten Sinnen schauen das Licht der Lichter – diesem Yoga-Selbst Verehrung.
Vers 51
pūrake yo bahirbrahmā kumbhake viṣṇureva ca |
recake yo vasedrudrastasmai prāṇātmane namaḥ || 51 ||
पूरके यो बहिर्ब्रह्मा कुम्भके विष्णुरेव च |
रेचके यो वसेद्रुद्रस्तस्मै प्राणात्मने नमः || ५१ ||
Übersetzung: Beim Einatmen ist Brahma gegenwärtig, beim Atemhalten Vishnu, beim Ausatmen Rudra – diesem Prana-Selbst Verehrung.
Vers 52
brahmatve sṛjate viśvaṃ viṣṇutve sthiti kṛścayaḥ |
rudratve saṃharatyeva tasmai sthityātmane namaḥ || 52 ||
ब्रह्मत्वे सृजते विश्वं विष्णुत्वे स्थिति कृश्चयः |
रुद्रत्वे संहरत्येव तस्मै स्थित्यात्मने नमः || ५२ ||
Übersetzung: Als Brahma erschafft er das Universum, als Vishnu erhält er es, als Rudra zieht er es zurück – diesem Selbst der kosmischen Funktion Verehrung.
Vers 53
mātrā pañcakasaṃyuktaṃ prasāde pañcadaivatam |
manunātrā yate yena tasmai mantrātmane namaḥ || 53 ||
मात्रा पञ्चकसंयुक्तं प्रसादे पञ्चदैवतम् |
मनुनात्रा यते येन तस्मै मन्त्रात्मने नमः || ५३ ||
Übersetzung: Mit fünf Matras und fünf Gottheiten verbunden wird er durch das Mantra verehrt beziehungsweise erreicht – diesem Mantra-Selbst Verehrung.
Vers 54
svayambaścarate yaśca svalpavṛtti halākṛtiḥ |
anāhata paraḥ śāntastasmai varṇātmane namaḥ || 54 ||
स्वयम्बश्चरते यश्च स्वल्पवृत्ति हलाकृतिः |
अनाहत परः शान्तस्तस्मै वर्णात्मने नमः || ५४ ||
Übersetzung: [Erste Hälfte textlich unsicher.] Er bewegt sich aus sich selbst; jenseits des Anahata ist er höchste Ruhe – diesem Selbst als Laut Verehrung.
Vers 55
sragivagrathito yena prākṛto bhumisañcayaḥ |
dharmādharma mayaiḥ paśaistasmai vandhātmane namaḥ || 55 ||
स्रगिवग्रथितो येन प्राकृतो भुमिसञ्चयः |
धर्माधर्म मयैः पशैस्तस्मै वन्धात्मने नमः || ५५ ||
Übersetzung: Wie an einer Girlande ist die natürliche Welt an ihm aufgefädelt; durch Fesseln aus Dharma und Adharma gebunden – diesem Selbst im Zustand der Bindung Verehrung.
Vers 56
sarvādvanapathātīta munmanyate vyavasthitam |
sarvākhyeyaṃ paraṃśāntaṃ tasmai mokṣātmane namaḥ || 56 ||
सर्वाद्वनपथातीत मुन्मन्यते व्यवस्थितम् |
सर्वाख्येयं परंशान्तं तस्मै मोक्षात्मने नमः || ५६ ||
Übersetzung: Jenseits aller Wege und Pfade, im Zustand Unmani gegründet, höchster, unaussprechlicher Frieden – diesem Selbst als Befreiung Verehrung.
Vers 57
yasya pīṭhamidaṃ viśvaṃ mūrtivyomātmikā bhavet |
līyante sarva tatvāni tasmai liṅgātmane namaḥ || 57 ||
यस्य पीठमिदं विश्वं मूर्तिव्योमात्मिका भवेत् |
लीयन्ते सर्व तत्वानि तस्मै लिङ्गात्मने नमः || ५७ ||
Übersetzung: Dessen Sitz dieses ganze Universum ist, dessen Gestalt zugleich Form und Raum umfasst, in dem alle Tattvas sich auflösen – diesem Linga-Selbst Verehrung.
Vers 58
unmanyantaṃ paraṃ śuddhaṃ samanāvastu niṣkalam |
vyāpinyā sakalaṃ yaśca tasmai muktyātmane namaḥ || 58 ||
उन्मन्यन्तं परं शुद्धं समनावस्तु निष्कलम् |
व्यापिन्या सकलं यश्च तस्मै मुक्त्यात्मने नमः || ५८ ||
Übersetzung: Jenseits von Unmani, höchst rein, jenseits der gegliederten Zustände, und doch durch Vyapini alles durchdringend – diesem Selbst der Befreiung Verehrung.
Vers 59
calācaleṣu sarveṣu viśvamadhye vyavasthitaḥ |
māyāṃbāddhāsthito yaśca tasmai sarvātmane namaḥ || 59 ||
चलाचलेषु सर्वेषु विश्वमध्ये व्यवस्थितः |
मायांबाद्धास्थितो यश्च तस्मै सर्वात्मने नमः || ५९ ||
Übersetzung: In allem Bewegten und Unbewegten, mitten im Universum gegenwärtig, und doch in der durch Maya gebundenen Erscheinung stehend – diesem Selbst von allem Verehrung.
Vers 60
stavarājasamaṃ divyaṃ jñānāñjanamanaśvaram |
ajñānatimirāndhasya unmīlanakaraṃ smṛtam || 60 ||
स्तवराजसमं दिव्यं ज्ञानाञ्जनमनश्वरम् |
अज्ञानतिमिरान्धस्य उन्मीलनकरं स्मृतम् || ६० ||
Übersetzung: Dieser göttliche Text wird einem König der Hymnen gleichgesetzt, einem unvergänglichen Erkenntnisbalsam, der den durch die Finsternis des Nichtwissens Erblindeten die Augen öffnet.
Vers 61
narāṇāṃ kṣīṇapuṇyānāṃ sadyodharmavivardhanam |
paraṃ śuddhaṃ pavitraṃ ca sarvaduḥkhanivāraṇam || 61 ||
नराणां क्षीणपुण्यानां सद्योधर्मविवर्धनम् |
परं शुद्धं पवित्रं च सर्वदुःखनिवारणम् || ६१ ||
Übersetzung: Für Menschen, deren Verdienst erschöpft ist, vermehrt er unmittelbar Dharma; er gilt als höchst rein und heilig und als Beseitiger allen Leidens.
Vers 62
adhyātmaguṇasaṃpūrṇaṃ jñātvā yaḥ paṭhate naraḥ |
sarvapāpaviśuddhātmā sa gacchecchā śvataṃ padam || 62 ||
अध्यात्मगुणसंपूर्णं ज्ञात्वा यः पठते नरः |
सर्वपापविशुद्धात्मा स गच्छेच्छा श्वतं पदम् || ६२ ||
Übersetzung: Wer ihn als von den Qualitäten des inneren Selbst erfüllt erkennt und rezitiert, dessen Selbst wird von Verfehlungen gereinigt; er gelangt zum ewigen Zustand.
Zentrale Lehren des Shatchakra Nirnaya
Der Körper als heiliger Mikrokosmos
Der Shatchakra Nirnaya behandelt den Körper als eine geordnete innere Welt. Nadis, Chakras, Adharas und Vyomas sind nicht nur anatomische Bilder, sondern Stationen einer immer feineren Verinnerlichung. Der Text führt vom räumlich vorgestellten Kanda über Herz, Bindu und Gaumen bis zu Bereichen, die ausdrücklich „jenseits des Raumes“ und „jenseits der Form“ genannt werden.
Kundalini als Weg von Shakti zu Shiva
Die Kundalini erscheint im Nabelbereich in Gestalt einer schlafenden, eingerollten Schlange. Sie wird als Mutter der Lautkräfte und als mit dem Pranava verbundene Shakti beschrieben. Die innere Bewegung führt zu Shiva hin. Besonders deutlich formuliert Vers 29 die Zielrichtung: Die gestaltlose Shakti ruht gemeinsam mit Shiva. Die energetische Sprache des Textes mündet damit in ein Bild ursprünglicher Einheit.
Das Herz als Wohnstätte des Universums
Der Herzbereich erhält eine herausgehobene Stellung. Er wird als „große Wohnstätte des Universums“ bezeichnet, und der Yogi erkennt dort „durch das Selbst das Selbst“. Diese Aussage verbindet die subtile Yogaanatomie mit unmittelbarer Selbsterkenntnis: Das Heilige wird nicht außerhalb gesucht, sondern im innersten Zentrum des eigenen Bewusstseins.
Hamsa, Atem und Bewusstsein
Im späteren Teil wird Hamsa mit Atem, Sonne und Mond, Prana und Apana, Japa und Mantra verbunden. Ein besonders klarer Vers deutet Einatmung, Atemhalten und Ausatmung als Brahma, Vishnu und Rudra. So wird jeder Atemzug zum Symbol von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung.
Vom Chakra zur Formlosigkeit
Obwohl der Titel die sechs Chakras hervorhebt, bleibt der Text nicht bei einer festen Chakrakarte stehen. Gerade die höheren Abschnitte sprechen von einem Bereich ohne Linien und Tore, ohne begrenzbares Maß, von Shunya, Unmani und dem höchsten Raum des Bewusstseins. Die Symbolik führt also von Gestalt zu Gestaltlosigkeit, von inneren Orten zu einer Erfahrung, die nicht mehr räumlich begrenzt ist.
Zur Vertiefung der Verbindung von Chakra, Kundalini, Tantra und spirituellem Bewusstsein kann dieses Yoga-Vidya-Video ergänzend dienen:
Inspirationen aus dem Shatchakra Nirnaya
„Der Yogi schaut durch das Selbst das Selbst.“
tatrābhyāsagato yogī paśyatyātmānamātmanā || 19 ||
तत्राभ्यासगतो योगी पश्यत्यात्मानमात्मना ॥ १९ ॥
Inspiration: Die tiefste Erkenntnis ist nach diesem Vers keine von außen gewonnene Information. Das Selbst wird im Selbst erkannt. Meditation wird so vom Beobachten eines Gegenstandes zur unmittelbaren Gegenwart des Bewusstseins.
„Dort ruht die reine Shakti gemeinsam mit Shiva.“
yatra sā ca sthitā śaktirvimalā rūpavarjitā |
śivena saha caikatra viśrāntiṃ kurute sadā || 29 ||
यत्र सा च स्थिता शक्तिर्विमला रूपवर्जिता ।
शिवेन सह चैकत्र विश्रान्तिं कुरुते सदा ॥ २९ ॥
Inspiration: Die Reise der Kundalini endet nicht in rastloser Steigerung, sondern in Ruhe. Shakti und Shiva, Energie und Bewusstsein, werden als ungetrennt erfahren.
„Er allein ist Verwandter, Mutter, Vater, Freund und Guru.“
sa eva bandhurmātā ca pitā ca sasuhṛd guruḥ |
yaṃ sarvasvamiti prāhustaṃ vande parameśvaram || 14 ||
स एव बन्धुर्माता च पिता च ससुहृद् गुरुः ।
यं सर्वस्वमिति प्राहुस्तं वन्दे परमेश्वरम् ॥ १४ ॥
Inspiration: Das Göttliche erscheint hier nicht als fernes Prinzip. Es umfasst alle Formen von Nähe, Schutz, Führung und Zugehörigkeit.
„Als Brahma erschafft er, als Vishnu erhält er, als Rudra löst er auf.“
brahmatve sṛjate viśvaṃ viṣṇutve sthitikṛcca yaḥ |
rudratve saṃharatyeva tasmai sthityātmane namaḥ || 52 ||
ब्रह्मत्वे सृजते विश्वं विष्णुत्वे स्थिति कृश्चयः ।
रुद्रत्वे संहरत्येव तस्मै स्थित्यात्मने नमः ॥ ५२ ॥
Inspiration: Schöpfung, Bewahrung und Auflösung sind keine voneinander getrennten Mächte. Sie werden als drei Weisen desselben göttlichen Wirkens betrachtet – auch im Atem, im Leben und in der Meditation.

Der Shatchakra Nirnaya in zusammenhängender deutscher Übersetzung
Om. Der Text entfaltet die sechs Chakras, die sechzehn Stützpunkte, die drei Ziele innerer Ausrichtung und die fünf Räume des Bewusstseins. Die einleitende Überlieferung ist stellenweise beschädigt. Erkennbar ist zunächst ein innerer Bereich, Brahma-bila genannt, aus dem die Yoga-Leitbahn hervorgeht. Drei Nadis treffen sich im Kanda: links Ida, rechts Pingala und in ihrer Mitte Sushumna, die auch Brahma-Nadi genannt wird. Im dreieckigen Kanda ruht Shakti. Durch die Praxis der Sammlung beziehungsweise Zusammenziehung wird sie erweckt und führt zum höchsten Zustand. Wer den alldurchdringenden Shiva erkennt, überschreitet den Ozean des Samsara.
Das zweite Zentrum liegt am Nabel und wird einer zusammengerollten Schlange verglichen. In der Mitte des Nabels ruht die Shakti wie eine schlafende Schlange, fünffach gekrönt und dreifach gewunden. Sie ist mit den fünfzig Lautkräften und dem Pranava verbunden und führt in aufsteigender Ordnung zu Shiva. Der einsgerichtete Geist nimmt in diesem inneren Raum Zeichen wahr wie in einem Traum. Darum fordert der Text dazu auf, die Kundalini zu erwecken.
Das dritte Zentrum liegt im Herzen. Es wird als rubinfarben und sonnenhell beschrieben. Das Herz ist die große Wohnstätte des Universums. In seinem Lotus erkennt der geübte Yogi durch das Selbst das Selbst. Ein weiterer Abschnitt spricht vom Zusammentreffen der Nadis und verbindet den Hals- und Gaumenbereich mit der Überwindung von Hunger und Durst; die Überlieferung dieser Passage ist jedoch beschädigt.
Das fünfte Zentrum ist das Bindu-Chakra zwischen den Augenbrauen. Es wird als befreiend, fünfgestaltig und zugleich jenseits des Fünffachen beschrieben. Das sechste ist das Talu-Chakra im Gaumen, mondgleich und mit der Nektarkraft verbunden. Oberhalb davon liegt ein noch feinerer Bereich ohne Linien und Tore, ohne messbare Gestalt, nur durch innere Erfahrung zugänglich. Dort ruht die reine, formlose Shakti gemeinsam mit Shiva.
Danach beschreibt der Text sechzehn Adharas. Die überlieferte Passage ist teilweise stark beschädigt, doch die Folge führt durch verschiedene Stützpunkte des subtilen Körpers – darunter Sarvadhara, Janma, Kanda, Kundalini, Ghatodara, Sanjivani, Kurma, Sparsha, Lalana, Lamba, Guruvaktra, Bindu und Ajamukha. Mehrere dieser Orte werden durch alternative Lehrzitate erläutert. Der Kanda gilt als Grundlage der Tattvas und als Ort eines aufleuchtenden Bewusstseins; er wird auch Kula-Bindu und Brahma-bila genannt. Die feineren Stützpunkte führen bis zum Augenbrauenzentrum und zu einem geburtslosen inneren Raum.
Es folgen die drei Lakshyas. Der Text unterscheidet ein inneres Ziel, ein äußeres Ziel und eine Ausrichtung, die von beiden frei ist. Die höchste Sammlung überschreitet die Fixierung auf ein bestimmtes Objekt und führt zu einem unvergänglichen Zustand jenseits gewöhnlicher Innen-Außen-Unterscheidung.
Die fünf Vyomas werden Brahma, Vishnu, Rudra, Ishvara und Sadashiva zugeordnet. Sie erstrecken sich in einer vertikalen Ordnung vom inneren Nada bis zum Herzen, vom Herzen zum Hals, vom Hals zur Mitte der Augenbrauen, vom Bindu zum Gaumen und vom Gaumen zum Dvadashanta. Diese Ebenen werden zugleich mit Bewusstseinszuständen und Elementprinzipien verbunden. Beim Sadashiva-Bereich bricht die erhaltene Überlieferung ab.
Nach der Textlücke setzt die Schrift mit einer Betrachtung des inneren Mantras und des Hamsa wieder ein. Das Göttliche steht inmitten der sechsunddreißig Tattvas und ist zugleich jenseits aller Mantras. Es wird als höchste Ruhe, als Unmani, als Licht der Lichter und als Offenbarung von Bewusstsein und Seligkeit beschrieben. Shiva ist innen und außen, alles durchdringend und frei von begrenzter Form.
Der folgende hymnische Teil verehrt dieses innere Göttliche unter immer neuen Gesichtspunkten: als Hamsa, als Herr des Yoga, als Citpati, als Mutter, Vater, Freund und Guru, als vollkommenes, alldurchdringendes und ewiges Selbst, als Shunya, Schöpfer, Handelnder, Erhalter, Zeit und Maya. Das gesamte Universum erscheint in ihm, und doch ist es feiner als der feinste denkbare Teil. Im Herzen lebt es als reines Licht und als Kshetrajna, der Kenner des Feldes.
Die Atembewegung wird kosmisch gedeutet. Sonne und Mond, Ida und die zentrale Bahn, Prana und Apana, Einatmung, Atemhalten und Ausatmung werden zu Ausdrucksformen desselben Selbst. Beim Einatmen erscheint Brahma, beim Atemhalten Vishnu und beim Ausatmen Rudra. So spiegeln Schöpfung, Erhaltung und Auflösung sich im eigenen Atem.
Der Text verehrt das Selbst ferner als Mantra, Japa, inneres Opfer, Licht, Raum und Yoga. Bewusstsein ist das Opferfeuer, der Geist der Opferpriester, Amrita die höchste Darbringung. Der Yogi schaut das „Licht der Lichter“. Alles Bewegte und Unbewegte ist von diesem Selbst durchdrungen, während seine höchste Natur über die Pfade, Zustände und Tattvas hinausweist.
Am Schluss preist die Schrift diese Erkenntnis als unvergänglichen Balsam gegen die Finsternis des Nichtwissens. Wer den Text in seiner inneren Bedeutung erkennt und rezitiert, soll gereinigt werden und zum ewigen Zustand gelangen.
Verhältnis zu anderen Yoga- und Tantra-Schriften
Der Shatchakra Nirnaya steht thematisch nahe bei Texten über Kundalini Yoga, subtile Zentren und den inneren Aufstieg der Shakti. Besonders naheliegend ist ein Vergleich mit dem Shat Chakra Nirupana, das ebenfalls die Chakras und Kundalini behandelt, aber eine andere Schrift mit anderem Aufbau und anderem Sanskrittext ist.
Verwandte Motive finden sich auch in der Shiva Samhita, der Hatha Yoga Pradipika und in tantrischen Schriften, die Nadi, Bindu, Mantra, Dvadashanta und die Einheit von Shiva und Shakti behandeln. Die hier auffällige Verbindung von sechs Chakras, sechzehn Adharas, drei Lakshyas und fünf Vyomas zeigt jedoch eine eigene Systematik, die nicht einfach mit der heute populären Sieben-Chakra-Lehre gleichgesetzt werden sollte.
Für heutige Yoga-Aspiranten ist besonders wichtig, diese Beschreibungen nicht als grobe physische Anatomie zu lesen. Sie gehören zu einer meditativen und tantrischen Sprache des subtilen Körpers. Intensive Kundalini-, Bandha-, Mudra- oder Atempraktiken werden in traditionellen Zusammenhängen unter Anleitung erlernt; der Text selbst ist zunächst eine Quelle zum Verständnis einer solchen inneren Yogakosmologie.
Als praktische Ergänzung zur Herzmeditation kann auch diese Yoga-Vidya-Anleitung dienen:
Abschließende Betrachtung
Der Shatchakra Nirnaya beginnt mit einer Lehre von inneren Orten und endet bei einer Wirklichkeit, die keinen Ort mehr braucht. Die Chakras, Nadis und Adharas geben dem Geist zunächst eine Landkarte. Doch je höher die Darstellung führt, desto stärker lösen sich feste Formen auf: Bindu wird zum Tor, der Gaumen zum Nektarraum, das Vyoma zum unermesslichen Bewusstseinsraum, und schließlich wird das Selbst als das Licht beschrieben, das zugleich Körper und Kosmos durchdringt.
Gerade darin liegt die bleibende spirituelle Kraft dieser Schrift. Kundalini ist nicht bloß eine Energie, die „nach oben steigt“. Ihre Bewegung verweist auf einen Prozess der Rückkehr: von Vielheit zu Einheit, von äußerer Fixierung zur inneren Schau, vom Getrenntsein zur Ruhe von Shakti in Shiva. Für Meditation und Yoga kann dies als Einladung verstanden werden, den eigenen Körper achtsam als Tempel des Bewusstseins zu erfahren, ohne die symbolische Sprache des Tantra vorschnell zu verflachen.
Textgrundlage
Grundlage dieses Artikels ist ausschließlich der vom Nutzer bereitgestellte Muktabodha-E-Text ṣaṭcakranirṇaya, Katalognummer M00261, Manuskript BHU C4253. Die Dateneingabe erfolgte laut Dateikopf durch Mitarbeiter des Muktabodha Indological Research Institute unter der Aufsicht von Mark S. G. Dyczkowski; Revision 0 ist auf den 7. April 2012 datiert. Die Quelldatei enthält sichtbare Lücken, Fragezeichen, Sternmarkierungen und Hinweise auf problematische beziehungsweise fehlende Foliierung. Diese Unsicherheiten wurden nicht durch andere Sanskritausgaben ersetzt.
Siehe auch
- Chakra
- Kundalini
- Kundalini Yoga
- Shakti
- Shiva
- Nadi
- Sushumna
- Ida
- Pingala
- Hamsa
- Bindu
- Prana
- Apana
- Dvadashanta
- Shat Chakra Nirupana
- Shiva Samhita
- Hatha Yoga Pradipika
- Tantra
- Meditation
Seminare
Wer die Lehre von Chakras, Nadis und Kundalini im Zusammenhang einer begleiteten Yogapraxis vertiefen möchte, findet bei Yoga Vidya Seminare zum Kundalini Yoga:
- 13.11.2026 - 15.11.2026 Kundalini Yoga Mittelstufe
Intensives Kundalini Yoga Seminar zur Erweckung der inneren Kundalini Energie, Erweiterung des Bewusstseins und Entfaltung des vollen Potentials. Yoga A…- Manuel Hirning
- 22.11.2026 - 27.11.2026 Chakras und Kundalini Yoga - Selbstentfaltung und ganzheitliche Weiterentwicklung
Eine Woche intensiver Praxis mit Techniken aus dem Kundalini Yoga: langes Halten der Asanas mit Chakra Konzentration, fortgeschrittene Pranayama Übunge…- Gauri Blumenthal
Für die meditative Seite des Textes und die Ausrichtung auf inneres Bewusstsein eignen sich außerdem Meditationsseminare:
- 15.11.2026 - 20.11.2026 Schweige Retreat
Stille – Schweigen – Sein. Eingebettet in die wunderschöne Natur im Westerwald findest du zu Ruhe, Entspannung und tiefer Begegnung mit dir. Lange …- Maheshwara Mario Illgen
- 20.11.2026 - 22.11.2026 Folge dem Ruf deiner Seele
Lausche der inneren Stimme in tiefen Meditationen, nachdem Alltagsthemen zur Ruhe gekommen sind. Erforsche mit den richtigen Meditationstechniken, wo di…- Shankari Winkelbauer