Ramatapaniya Upanishad

Aus Yogawiki

Die Ramatapaniya Upanishad (Sanskrit श्रीरामतापिन्युपनिषत्, Śrīrāmatāpinyupaniṣat) ist eine Vaishnava Upanishad des Atharvaveda und steht in der Muktika-Liste an 55. Stelle. Sie besteht aus der Rāma-pūrvatāpanīya und der Rāma-uttaratāpanīya. Rama erscheint darin zugleich als die verehrte Gestalt des Ramayana, als Mantra, als Atman und als Brahman. Sita wird als Prakriti und Ramas untrennbare Kraft gedeutet.

Der Purva-Teil gliedert sich in fünf Khaṇḍas mit zusammen 93 Versen: 13, 3, 2, 66 und 9. Er erläutert Name und Gestalt Ramas, ein Rama-Yantra und dessen kultische Anordnung. Der Uttara-Teil ist überwiegend Prosa; er verbindet die Taraka-Lehre, Avimukta/Kashi, die vier Zustände des Bewusstseins und ein 47-faches Rama-Bekenntnis. Die elektronisch überlieferte Fassung ist in einzelnen mantrischen Lesarten nicht immer leicht; sie wird hier nicht zu einer scheinbar sicheren kritischen Edition umgeformt.

Die Ramatapaniya Upanishad lädt dazu ein, ihre Symbole in eine lebendige Praxis von Erkenntnis, Hingabe und innerer Sammlung zu verwandeln.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.

Ramatapaniya Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung

Eröffnungsvers Ramatapaniya Upanishad
śrīrāmatāpanīyārthaṃ bhaktadhyeyakalevaram |
vikalevarakaivalyaṃ śrīrāmabrahma me gatiḥ ||

Sri Rama-Brahman, dessen Gestalt von den Verehrern als Gegenstand der Meditation über den Sinn der Ramatapaniya angenommen wird und dessen Körperlosigkeit die Befreiung ist, sei mein Ziel.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-rāma-tāpanīya-artham – den Sinn der heiligen Rāmatāpanīya betreffend; bhakta-dhyeya-kalevaram – dessen Gestalt von den Verehrern zu meditieren ist; vi-kalevara-kaivalyam – dessen Körperlosigkeit vollkommene Befreiung ist; śrī-rāma-brahma – Śrī Rāma als Brahman; me – mir, mein; gatiḥ – Ziel, Zuflucht.

Śānti-Mantra vor der Rāma-pūrvatāpanīya
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören und mit den Augen Heilsames sehen, ihr Verehrungswürdigen. Mit festen Gliedern und gesunden Körpern wollen wir euch preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Heil gewähre uns Indra von großem Ruhm, Heil Pushan, der alles kennt, Heil Tarkshya mit unversehrtem Rad, Heil gewähre uns Brihaspati. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – Heilsames, Gutes; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śruṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – ihr Götter; bhadram paśyema – mögen wir Heilsames sehen; akṣabhiḥ – mit den Augen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; tuṣṭuvāṃsaḥ – preisend; tanūbhiḥ – mit den Körpern; vyaśema – mögen wir verbringen, vollenden; deva-hitam yat āyuḥ – die von den Göttern bestimmte Lebenszeit; svasti naḥ – Heil sei uns; indraḥ vṛddha-śravāḥ – Indra von weithin gewachsenem Ruhm; pūṣā viśva-vedāḥ – Pūṣan, der alles kennt; tārkṣyaḥ ariṣṭa-nemiḥ – Tārkṣya mit unversehrtem Rad; bṛhaspatiḥ dadhātu – möge Bṛhaspati gewähren; śāntiḥ – Frieden.

Vers 1.1 Ramatapaniya Upanishad
1
oṃ cinmaye'sminmahāviṣṇau jāte daśarathe harau |
raghoḥ kule'khilaṃ rāti rājate yo mahīsthitaḥ || 1 ||

Om. In diesem aus Bewusstsein bestehenden Mahavishnu, der als Hari dem Dasharatha geboren wurde, erstrahlt auf Erden derjenige, der im Geschlecht Raghus alles erfreut.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; cinmaye asmin mahāviṣṇau – als dieser aus Bewusstsein bestehende Mahāviṣṇu; jāte daśarathe harau – als Hari als Sohn Daśarathas geboren wurde; raghoḥ kule – im Geschlecht Raghus; akhilam – alles, das Ganze; rāti – erfreut, beschenkt; rājate – erstrahlt, herrscht; yaḥ – derjenige, welcher; mahī-sthitaḥ – auf der Erde weilend.

Vers 1.2 Ramatapaniya Upanishad
sa rāma iti lokeṣu vidvadbhiḥ prakaṭīkṛtaḥ |
rākṣasā yena maraṇaṃ yānti svodrekato'thavā || 2 ||

Von den Wissenden wird er in den Welten als Rama offenbar gemacht; durch ihn gehen die Rakshasas dem Tod entgegen, sei es infolge ihres eigenen Übermuts.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sa – er, dieser; rāma – Rama; iti – so; damit endet die Aussage; lokeṣu – in den Welten; vidvadbhiḥ – durch die Wissenden; prakaṭīkṛtaḥ – offenbar gemacht; rākṣasā – die Rakshasas; yena – durch den, durch welchen; maraṇaṃ – Tod; yānti – gelangen; svodrekato-thavā – infolge des eigenen Übermuts oder auf andere Weise

Vers 1.3 Ramatapaniya Upanishad
rāmanāma bhuvi khyātamabhirāmeṇa vā punaḥ |
rākṣasānmartyarūpeṇa rāhurmanasijaṃ yathā || 3 ||

Der Name Rama ist auf Erden berühmt, weil er entzückt; in menschlicher Gestalt nahm er den Rakshasas den Glanz, wie Rahu dem aus dem Geist geborenen Mond.

Wort-für-Wort-Erläuterung: rāmanāma – der Name Rama; bhuvi – auf Erden; khyātamabhirāmeṇa – berühmt; – oder; punaḥ – wieder; rākṣasānmartyarūpeṇa – die Rakshasas durch die menschliche Gestalt; rāhurmanasijaṃ – Rahu den aus dem Geist geborenen Mond; yathā – wie

Vers 1.4 Ramatapaniya Upanishad
prabhāhīnāṃstathā kṛtvā rājyārhāṇāṃ mahībhṛtām |
dharmamārgaṃ caritreṇa jñānamārgaṃ ca nāmataḥ || 4 ||

Indem er die zur Herrschaft berufenen Könige ihrer falschen Macht beraubte, zeigte er durch seinen Lebenswandel den Weg des Dharma und durch seinen Namen den Weg der Erkenntnis.

Wort-für-Wort-Erläuterung: prabhāhīnāṃstathā – darauf ihres Glanzes beraubt; kṛtvā – gemacht habend; rājyārhāṇāṃ – der zur Königsherrschaft Würdigen; mahībhṛtām – der Könige, der Erhalter der Erde; dharmamārgaṃ – Dharma; Weg; caritreṇa – durch den Lebenswandel; jñānamārgaṃ – Erkenntnis; Weg; ca – und; nāmataḥ – durch den Namen

Vers 1.5 Ramatapaniya Upanishad
tathā dhyānena vairāgyamaiśvaryaṃ svasya pūjanāt |
tathā rātyasya rāmākhyā bhuvi syādatha tattvataḥ || 5 ||

Durch Meditation über ihn entsteht Leidenschaftslosigkeit, durch seine Verehrung innere Herrschaft; weil er so Freude schenkt, heißt er auf Erden dem Wesen nach Rama.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā – ebenso; dhyānena – durch Meditation; vairāgyam – Leidenschaftslosigkeit; aiśvaryam – Herrschaft, göttliche Macht; svasya pūjanāt – durch seine Verehrung; rāteḥ asya – weil er erfreut beziehungsweise Freude schenkt; rāma-ākhyā – die Bezeichnung, der Name Rāma; bhuvi – auf Erden; syāt – ist, möge sein; atha – nun, daher; tattvataḥ – dem Wesen, der Wahrheit nach.

Vers 1.6 Ramatapaniya Upanishad
ramante yogino'nante nityānande cidātmani |
iti rāmapadenāsau paraṃ brahmābhidhīyate || 6 ||

Weil die Yogis sich im Unendlichen, in der ewigen Seligkeit und im Bewusstseins-Selbst erfreuen, bezeichnet das Wort Rama jenes höchste Brahman.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ramante – sie erfreuen sich; yoginaḥ – die Yogis; anante – im Unendlichen; nitya-ānande – in ewiger Seligkeit; cid-ātmani – im Bewusstseins-Selbst; iti – so, aus diesem Grund; rāma-padena – durch das Wort Rāma; asau – jener; param brahma – das höchste Brahman; abhidhīyate – wird bezeichnet.

Vers 1.7 Ramatapaniya Upanishad
cinmayasyādvitīyasya niṣkalasyāśarīriṇaḥ |
upāsakānāṃ kāryārthaṃ brahmaṇo rūpakalpanā || 7 ||

Für die Andacht der Verehrenden wird dem aus Bewusstsein bestehenden, zweitlosen, teillosen und körperlosen Brahman eine Gestalt vorgestellt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: cinmayasya – des aus Bewusstsein Bestehenden; advitīyasya – des Zweitlosen; niṣkalasya – des Teillosen; aśarīriṇaḥ – des Körperlosen; upāsakānām – für die Verehrenden; kārya-artham – zum Zweck der Praxis; brahmaṇaḥ – des Brahman; rūpa-kalpanā – die Vorstellung einer Gestalt.

Vers 1.8 Ramatapaniya Upanishad
rūpasthānāṃ devatānāṃ puṃstryaṅgāstrādikalpanā |
dvittatvāriṣaḍaṣṭānāṃ daśa dvādaśa ṣoḍaśa || 8 ||

Bei Gottheiten mit Gestalt denkt man männliche oder weibliche Glieder, Waffen und anderes sowie zwei, drei, vier, sechs, acht, zehn, zwölf oder sechzehn Hände.

Wort-für-Wort-Erläuterung: rūpa-sthānām devatānām – der in Gestalt erscheinenden Gottheiten; puṃ-strī-aṅga-astra-ādi-kalpanā – Vorstellung männlicher oder weiblicher Gestalt, von Gliedern, Waffen und Weiterem; dvi-tri-catur-ṣaṭ-aṣṭānām – von zwei, drei, vier, sechs oder acht; daśa – zehn; dvādaśa – zwölf; ṣoḍaśa – sechzehn.

Vers 1.9 Ramatapaniya Upanishad
aṣṭādaśāmī kathitā hastāḥ śaṅkhādibhiryutāḥ |
sahasrāntāstathā tāsāṃ varṇavāhanakalpanā || 9 ||

Auch achtzehn Hände werden gelehrt, mit Muschel und anderen Emblemen versehen, bis hin zu tausend; ebenso werden Farbe und Reittier vorgestellt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: aṣṭādaśa – achtzehn; amī – diese; kathitāḥ hastāḥ – Hände werden genannt; śaṅkha-ādibhiḥ yutāḥ – mit Muschel und weiteren Emblemen versehen; sahasra-antāḥ – bis zu tausend reichend; tathā – ebenso; tāsām – von ihnen, deren; varṇa-vāhana-kalpanā – Vorstellung von Farbe und Reittier.

Vers 1.10 Ramatapaniya Upanishad
śaktisenākalpanā ca brahmaṇyevaṃ hi pañcadhā |
kalpitasya śarīrasya tasya senādikalpanā || 10 ||

Kraft und Gefolge werden im Brahman auf fünffache Weise vorgestellt; zu der vorgestellten Gestalt gehören daher auch Heer und Begleitung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śakti-senā-kalpanā – Vorstellung von Kraft und Gefolge; ca – und; brahmaṇi evam – im Brahman auf diese Weise; hi – wahrlich, denn; pañcadhā – fünffach; kalpitasya śarīrasya – der vorgestellten Gestalt; tasya – von ihr, deren; senā-ādi-kalpanā – Vorstellung von Heer und weiterem Gefolge.

Vers 1.11 Ramatapaniya Upanishad
brahmādīnāṃ vācako'yaṃ mantro'nvarthādisaṃjñakaḥ |
japtavyo mantriṇā naivaṃ vinā devaḥ prasīdati || 11 ||

Dieses Mantra bezeichnet Brahma und die übrigen Gottheiten durch sinnentsprechende Namen; der Mantra-Übende soll es rezitieren, denn ohne dies wird die Gottheit nicht gnädig.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahma-ādīnām – Brahmās und der übrigen Gottheiten; vācakaḥ ayam mantraḥ – dieses Mantra ist der Bezeichner; anvartha-ādi-saṃjñakaḥ – mit sinnentsprechender und weiterer Benennung; japtavyaḥ – ist zu rezitieren; mantriṇā – durch den Mantra-Übenden; na evam vinā – nicht ohne dieses, nicht ohne solches Vorgehen; devaḥ – die Gottheit; prasīdati – wird gnädig.

Vers 1.12 Ramatapaniya Upanishad
kriyākarmejyakartṝṇāmarthaṃ mantro vadatyatha |
mananāntrāṇanānmantraḥ sarvavācyasya vācakaḥ || 12 ||

Für die Ausführenden von Ritus, Handlung und Opfer spricht das Mantra den Sinn aus; weil es durch Nachdenken schützt, heißt es Mantra und bezeichnet alles, was bezeichnet werden kann.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kriyā-karma-ijyā-kartṝṇām – der Ausführenden von Ritus, Handlung und Opfer; artham – Sinn, Zweck; mantraḥ – Mantra; vadati – spricht aus; atha – nun, darauf; mananāntrāṇanānmantraḥ – Mantra, weil es durch Nachdenken schützt; sarvavācyasya – alles Bezeichenbaren; vācakaḥ – Bezeichner, ausdrückendes Wort

Vers 1.13 Ramatapaniya Upanishad
so'bhayasyāsya devasya vigraho yantrakalpanā |
vinā yantreṇa cetpūjā devatā na prasīdati || 13 ||

Die bildhafte Gestalt dieser furchtlosen Gottheit wird als Yantra entworfen; wird ohne Yantra verehrt, ist die Gottheit nicht zufrieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: saḥ – dieser; abhayasya asya devasya – dieser furchtlosen, Schutz gewährenden Gottheit; vigrahaḥ – Gestalt, Bildkörper; yantra-kalpanā – Entwurf als Yantra; vinā yantreṇa – ohne ein Yantra; cet pūjā – wenn Verehrung stattfindet; devatā – die Gottheit; na prasīdati – wird nicht gnädig.

Kolophon des 1. Khaṇḍa
iti rāmapūrvatāpinyupaniṣadi prathamopaniṣat || 1 ||

Damit endet der 1. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; rāma-pūrva-tāpinī-upaniṣadi – in der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad; prathama-upaniṣat – erster Abschnitt.

Vers 2.1 Ramatapaniya Upanishad
2
svarbhūrjyotirmayo'nantarūpī svenaiva bhāsate |
jīvatvena samo yasya sṛṣṭisthitilayasya ca || 1 ||

Selbstleuchtend, aus dem Licht von Himmel und Erde bestehend und von unendlicher Gestalt, ist er als Lebendiger allen gleich und Grund von Schöpfung, Bestand und Auflösung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: svar-bhūr-jyotir-mayaḥ – aus dem Licht von Himmel und Erde bestehend; ananta-rūpī – von unendlicher Gestalt; svena eva – durch sich selbst allein; bhāsate – leuchtet; jīvatvena samaḥ – als Jīva, als lebendiges Selbst gleich; yasya – dessen; sṛṣṭi-sthiti-layasya – von Schöpfung, Erhaltung und Auflösung; ca – und.

Vers 2.2 Ramatapaniya Upanishad
kāraṇatvena cicchaktyā rajaḥsattvatamoguṇaiḥ |
yathaiva vaṭabījasthaḥ prākṛtaśca mahāndrumaḥ || 2 ||

Als Ursache wirkt er durch Bewusstseinskraft und die Eigenschaften Rajas, Sattva und Tamas, so wie der gewaltige natürliche Banyanbaum im Banyansamen verborgen liegt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kāraṇatvena – als Ursache; cit-śaktyā – durch die Bewusstseinskraft; rajaḥ-sattva-tamo-guṇaiḥ – durch die Guṇas Rajas, Sattva und Tamas; yathā eva – ganz wie; vaṭa-bīja-sthaḥ – im Banyansamen befindlich; prākṛtaḥ – natürlich, der Prakṛti zugehörig; ca – und; mahān drumaḥ – der große Baum.

Vers 2.3 Ramatapaniya Upanishad
tathaiva rāmabījasthaṃ jagadetaccarācaram |
rephārūḍhā mūrtayaḥ syuḥ śaktayastisra eva ceti || 3 ||

Ebenso liegt diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt im Keim Rama; auf dem Laut r ruhen seine Gestalten, und seine Kräfte sind genau drei.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā eva – ebenso; rāma-bīja-stham – im Rāma-Bīja befindlich; jagat etat – diese Welt; cara-acaram – beweglich und unbeweglich; repha-ārūḍhāḥ – auf dem r-Laut ruhend; mūrtayaḥ – Gestalten; syuḥ – mögen sein, sind; śaktayaḥ tisraḥ – drei Kräfte; eva ca – genau, und; iti – so.

Kolophon des 2. Khaṇḍa
iti rāmatāpinyuoaniṣadi dvitīyopaniṣat || 2 ||

Damit endet der 2. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; rāma-pūrva-tāpinī-upaniṣadi – in der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad; dvitīya-upaniṣat – zweiter Abschnitt.

Vers 3.1 Ramatapaniya Upanishad
3
sītārāmau tanmayāvatra pūjyau
jātānyābhyāṃ bhuvanāni dvisapta |
sthitāni ca prahitānyeva teṣu
tato rāmo mānavo māyayādhāt || 1 ||

Sita und Rama, ganz von diesem Wesen, sind hier zu verehren. Aus beiden gingen die vierzehn Welten hervor, in ihnen wurden die Wesen gegründet und ausgesandt; danach nahm Rama durch Maya Menschengestalt an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sītā-rāmau – Sītā und Rāma; tat-mayau – beide ganz von diesem Wesen erfüllt; atra – hier; pūjyau – die beiden sind zu verehren; jātāni ābhyām – aus den beiden hervorgegangen; bhuvanāni dvi-sapta – zweimal sieben, vierzehn Welten; sthitāni ca – und gegründet, erhalten; prahitāni eva teṣu – in sie ausgesandt; tataḥ – danach; rāmaḥ – Rāma; mānavaḥ – Mensch, in Menschengestalt; māyayā – durch Māyā; adhāt – nahm an, schuf.

Vers 3.2 Ramatapaniya Upanishad
jagatprāṇāyātmane'smai namaḥ syā-
nnamastvaikyaṃ pravadetprāgguṇeneti || 2 ||

Ihm, dem Lebensatem und Selbst der Welt, sei Verehrung; das Wort namaḥ spricht dabei zuerst die Einheit mit dem bezeichneten Wesen aus.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jagat-prāṇāya – dem Lebensatem der Welt; ātmane asmai – diesem Selbst; namaḥ syāt – Verehrung sei; namaḥ tu – das Wort namaḥ aber; aikyam – Einheit; pravadet – spricht aus, soll verkünden; prāk-guṇena – durch die vorausgehende Bestimmung; iti – so.

Kolophon des 3. Khaṇḍa
iti rāmatāpinyupaniṣadi tṛtīyopaniṣat || 3 ||

Damit endet der 3. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; rāma-pūrva-tāpinī-upaniṣadi – in der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad; tṛtīya-upaniṣat – dritter Abschnitt.

Vers 4.1 Ramatapaniya Upanishad
4
jīvavācī namo nāma cātmārāmeti gīyate |
tadātmikā yā caturthī tathā māyeti gīyate || 1 ||

Namaḥ bezeichnet das individuelle Leben, Rama wird als das im Selbst ruhende Selbst besungen; die vierte Silbe, die zu ihm gehört, wird als Maya besungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jīva-vācī – den Jīva bezeichnend; namo nāma – das Wort namaḥ, Verehrung; ca – und; ātma-rāma iti – als Ātmarāma, als der im Selbst Ruhende; gīyate – wird besungen; tad-ātmikā – aus ihm, aus diesem Wesen bestehend; – diejenige, welche; caturthī – die vierte Silbe beziehungsweise Form; tathā – ebenso; māyā iti – als Māyā; gīyate – wird besungen.

Vers 4.2 Ramatapaniya Upanishad
mantroyaṃ vācako rāmo rāmo vācyaḥ syādyogaetayoḥ |
phalataścaiva sarveṣāṃ sādhakānāṃ na saṃśayaḥ || 2 ||

Dieses Mantra ist das bezeichnende Wort Rama, Rama ist sein Bezeichnetes; aus ihrer Verbindung entsteht für alle Übenden Frucht, daran besteht kein Zweifel.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mantraḥ ayam – dieses Mantra; vācakaḥ – der Bezeichner; rāmaḥ – Rāma; rāmaḥ vācyaḥ – Rāma ist das Bezeichnete; syāt – ist, möge sein; yogaḥ etayoḥ – die Verbindung dieser beiden; phalataḥ ca eva – hinsichtlich der Frucht eben; sarveṣām sādhakānām – aller Übenden; na saṃśayaḥ – kein Zweifel.

Vers 4.3 Ramatapaniya Upanishad
yathā nāmī vācakena nāmnā yo'bhimukho bhavet |
tathā bījātmako mantro mantriṇo'bhimukho bhavet || 3 ||

Wie der Namensträger sich dem zuwendet, der ihn mit seinem Namen anspricht, so wendet sich das keimhafte Mantra dem Mantra-Übenden zu.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yathā – wie; nāmī – der Namensträger; vācakena nāmnā – durch den bezeichnenden Namen; yaḥ – derjenige, welcher; abhimukhaḥ bhavet – zugewandt wird; tathā – ebenso; bīja-ātmakaḥ mantraḥ – das seinem Wesen nach keimhafte Mantra; mantriṇaḥ – dem Mantra-Übenden; abhimukhaḥ bhavet – möge sich zuwenden.

Vers 4.4 Ramatapaniya Upanishad
bījaśaktiṃ nyaseddakṣavāmayoḥ stanayorapi |
kīlo madhye vinā bhāvyaḥ svavāñchāviniyogavān || 4 ||

Die Keimkraft setze man an die rechte und linke Brust; den Keil denke man in der Mitte, verbunden mit der Bestimmung auf den eigenen Wunsch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bīja-śaktim – die Kraft des Bīja; nyaset – soll setzen, anbringen; dakṣa-vāmayoḥ stanayoḥ – an der rechten und linken Brust; api – auch; kīlaḥ – Keil, Versiegelung; madhye – in der Mitte; vinā – ohne; die Lesart ist hier unsicher; bhāvyaḥ – ist zu vergegenwärtigen; sva-vāñchā-viniyogavān – mit der Bestimmung auf den eigenen Wunsch.

Vers 4.5 Ramatapaniya Upanishad
sarveṣāmeva mantrāṇāmeṣa sādhāraṇaḥ kramaḥ |
atra rāmo'nantarūpastejasā vahninā samaḥ || 5 ||

Dies ist die gemeinsame Reihenfolge aller Mantras. Hier ist Rama von unendlicher Gestalt und an Glanz dem Feuer gleich.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sarveṣām eva mantrāṇām – aller Mantras; eṣaḥ – dies; sādhāraṇaḥ kramaḥ – die gemeinsame Reihenfolge; atra – hier; rāmaḥ – Rāma; ananta-rūpaḥ – von unendlicher Gestalt; tejasā – an Glanz; vahninā samaḥ – dem Feuer gleich.

Vers 4.6 Ramatapaniya Upanishad
sattvanuṣṇaguviśvaścedagnīṣomātmakaṃ jagat |
utpannaḥ sītayā bhāti candraścandrikayā yathā || 6 ||

Wenn die Welt aus Sattva und Wärme beziehungsweise aus Feuer und Soma besteht, leuchtet Rama, mit Sita hervorgetreten, wie der Mond mit seinem Mondlicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sattva-anuṣṇa-gu-viśvaḥ cet – technische, textlich unsichere Folge mantrischer Lautbezeichnungen; agni-soma-ātmakam jagat – die aus Feuer und Soma bestehende Welt; utpannaḥ sītayā – mit beziehungsweise durch Sītā hervorgetreten; bhāti – leuchtet, erscheint; candraḥ candrikayā yathā – wie der Mond mit seinem Mondlicht.

Vers 4.7 Ramatapaniya Upanishad
prakṛtyā sahitaḥ śyāmaḥ pītavāsā jaṭādharaḥ |
dvibhujaḥ kuṇḍalī ratnamālī dhīro dhanurdharaḥ || 7 ||

Mit Prakriti verbunden ist er dunkelblau, gelb gekleidet und trägt Flechten; er hat zwei Arme, Ohrringe und eine Edelsteinkette, ist standhaft und trägt den Bogen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: prakṛtyā sahitaḥ – mit Prakṛti verbunden; śyāmaḥ – dunkelblau; pīta-vāsāḥ – gelb gekleidet; jaṭā-dharaḥ – Flechten tragend; dvi-bhujaḥ – zweiarmig; kuṇḍalī – Ohrringe tragend; ratna-mālī – eine Edelsteinkette tragend; dhīraḥ – standhaft, weise; dhanur-dharaḥ – einen Bogen tragend.

Vers 4.8 Ramatapaniya Upanishad
prasannavadano jetā ghṛṣṭyaṣṭakavibhūṣitaḥ |
prakṛtyā parameśvaryā jagadyonyāṅkitāṅkabhṛt || 8 ||

Mit heiterem Antlitz und siegreich, geschmückt mit den acht Dhṛṣṭi und den übrigen Helfern, trägt er auf seinem Schoß die höchste Herrin Prakriti, den Schoß der Welt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: prasanna-vadanaḥ – mit heiterem Antlitz; jetā – Sieger; ghṛṣṭi-aṣṭaka-vibhūṣitaḥ – von der aus Dhṛṣṭi und sieben weiteren Würdenträgern bestehenden Achtergruppe geschmückt; prakṛtyā parama-īśvaryā – mit Prakṛti als höchster Herrin; jagad-yonyā – mit derjenigen, die Ursprung und Schoß der Welt ist; aṅkita-aṅka-bhṛt – die Gekennzeichnete auf seinem Schoß tragend; die genaue Lesart ist unsicher.

Vers 4.9 Ramatapaniya Upanishad
hemābhayā dvibhujayā sarvālaṅkṛtayā citā |
śliṣṭaḥ kamaladhāriṇyā puṣṭaḥ kosalajātmajaḥ || 9 ||

Die goldglänzende, zweiarmige, mit allem Schmuck gezierte und einen Lotus haltende Sita umschlingt ihn; so wird der Sohn Kausalyas genährt und vervollständigt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hema-ābhayā – mit der goldglänzenden; dvi-bhujayā – mit der Zweiarmigen; sarva-alaṅkṛtayā – mit der vollständig Geschmückten; citā – geschmückt, ausgezeichnet; śliṣṭaḥ – umschlungen; kamala-dhāriṇyā – mit der Lotusträgerin; puṣṭaḥ – genährt, vervollständigt; kosalajā-ātmajaḥ – der Sohn der Tochter Kosalas, Rāma.

Vers 4.10 Ramatapaniya Upanishad
dakṣiṇe lakṣmaṇenātha sadhanuṣpāṇinā punaḥ |
hemābhenānujenaiva tathā koṇatrayaṃ bhavet || 10 ||

Zu seiner Rechten steht Lakshmana, sein goldglänzender jüngerer Bruder, wiederum mit dem Bogen in der Hand; so entsteht ein Dreieck.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dakṣiṇe – zur Rechten; lakṣmaṇena – mit Lakṣmaṇa; atha – sodann; sa-dhanuḥ-pāṇinā – mit dem Bogen in der Hand; punaḥ – ferner; hema-ābhena – mit dem Goldglänzenden; anujena eva – mit dem jüngeren Bruder eben; tathā – so; koṇa-trayam – ein Dreieck; bhavet – möge entstehen.

Vers 4.11 Ramatapaniya Upanishad
tathaiva tasya mantrasya yasyāṇuśca svaṅentayā |
evaṃ trikoṇarūpaṃ syāttaṃ devā ye samāyayuḥ || 11 ||

Entsprechend dem feinen inneren Aufbau seines Mantras soll diese Gestalt dreieckig sein; zu ihm kamen die Götter zusammen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tathā eva – genau so; tasya mantrasya – dieses Mantras; yasya aṇuḥ ca – dessen feiner, atomkleiner [Laut] auch; sva-aṅgena tayā – mit seinem eigenen Glied beziehungsweise Anteil; die Lesart ist unsicher; evam – auf diese Weise; tri-koṇa-rūpam – von dreieckiger Gestalt; syāt – möge sein; tam – ihn; devāḥ ye – die Götter, welche; samāyayuḥ – zusammenkamen.

Vers 4.12 Ramatapaniya Upanishad
stutiṃ cakruśca jagataḥ patiṃ kalpatarau sthitam |
kāmarūpāya rāmāya namo māyāmayāya ca || 12 ||

Sie priesen den unter dem Wunschbaum stehenden Herrn der Welt: Verehrung Rama, der jede gewünschte Gestalt annimmt, und dem von Maya erfüllten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: stutim cakruḥ – sie brachten Lobpreis dar; ca – und; jagataḥ patim – dem Herrn der Welt; kalpa-tarau sthitam – beim Wunschbaum stehend; kāma-rūpāya – dem jede gewünschte Gestalt Annehmenden; rāmāya – Rāma; namaḥ – Verehrung; māyā-mayāya ca – und dem aus Māyā Bestehenden.

Vers 4.13 Ramatapaniya Upanishad
namo vedādirūpāya oṅkārāya namo namaḥ |
ramādharāya rāmāya śrīrāmāyātmamūrtaye || 13 ||

Verehrung der Urgestalt der Veden, dem Om-Laut, immer wieder Verehrung; Verehrung Rama, dem Träger Ramas beziehungsweise Lakshmis, Sri Rama, der Gestalt des Selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: namaḥ – Verehrung; veda-ādi-rūpāya – dessen Gestalt der Veda und Weiteres ist; oṃkārāya – dem Oṃ-Laut; namo namaḥ – immer wieder Verehrung; ramā-dharāya – dem Träger Ramās beziehungsweise Lakṣmīs; rāmāya – Rāma; śrī-rāmāya – dem ehrwürdigen Rāma; ātma-mūrtaye – dessen Gestalt das Selbst ist.

Vers 4.14 Ramatapaniya Upanishad
jānakīdehabhūṣāya rakṣoghnāya śubhāṅgine |
bhadrāya raghuvīrāya daśāsyāntakarūpiṇe || 14 ||

Verehrung dem Schmuck an Janakis Leib, dem Töter der Rakshasas, dem Schöngegliederten, dem Heilvollen, dem Helden Raghus und der Gestalt, die den Zehnköpfigen beendete.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jānakī-deha-bhūṣāya – dem Schmuck von Jānakīs Leib; rakṣaḥ-ghnāya – dem Töter der Rākṣasas; śubha-aṅgine – dem mit glückverheißenden Gliedern; bhadrāya – dem Segensreichen; raghu-vīrāya – dem Helden aus Raghus Geschlecht; daśāsya-antaka-rūpiṇe – dessen Gestalt die des Beenders des Zehnköpfigen Rāvaṇa ist.

Vers 4.15 Ramatapaniya Upanishad
rāmabhadra maheśvāsa raghuvīra nṛpottama |
bho daśāsyāntakāsmākaṃ rakṣāṃ dehi śriyaṃ ca te || 15 ||

Rama, Heilbringender, großer Bogenschütze, Held Raghus und bester König: O Bezwinger des Zehnköpfigen, gewähre uns Schutz und deine Herrlichkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: rāma-bhadra – o segensreicher Rāma; mahā-iṣvāsa – o großer Bogenschütze; raghu-vīra – o Held aus Raghus Geschlecht; nṛpa-uttama – o bester König; bhoḥ – o!; daśāsya-antaka – o Beender des zehnköpfigen Rāvaṇa; asmākam – uns, unser; rakṣām dehi – gewähre Schutz; śriyam ca te – und deine Herrlichkeit beziehungsweise dein Heil.

Vers 4.16 Ramatapaniya Upanishad
tvamaiśvaryaṃ dāpayātha sampratyāśvarimāraṇam |
kurviti stutya devādyāstena sārdhaṃ sukhaṃ sthitāḥ || 16 ||

Schenke du jetzt Herrschaft und töte den Feind – so priesen ihn die Götter; danach blieben sie glücklich bei ihm.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tvam – du; aiśvaryam dāpaya – schenke Herrschaft, Macht; atha – sodann; samprati – jetzt; āśu ari-māraṇam kuru – bewirke rasch die Tötung des Feindes; iti stutya – so zu preisen, mit diesem Lobpreis; deva-ādyāḥ – die Götter und die übrigen; tena sārdham – mit ihm; sukham sthitāḥ – verweilten glücklich.

Vers 4.17 Ramatapaniya Upanishad
stuvantyevaṃ hi ṛṣayastadā rāvaṇa āsuraḥ |
rāmapatnīṃ vanasthāṃ yaḥ svanivṛttyarthamādade || 17 ||

Während die Seher ihn so priesen, entführte der Asura Ravana Ramas im Wald weilende Gemahlin, um den eigenen Untergang herbeizuführen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: stuvanti evam hi – so preisen sie wahrlich; ṛṣayaḥ – die Ṛṣis; tadā – damals; rāvaṇaḥ āsuraḥ – der Asura Rāvaṇa; rāma-patnīm – Rāmas Gemahlin; vana-sthām – die im Wald Weilende; yaḥ – welcher; sva-nivṛtti-artham – zum Zweck des eigenen Untergangs; ādade – nahm, entführte.

Vers 4.18 Ramatapaniya Upanishad
sa rāvaṇa iti khyāto yadvā rāvācca rāvaṇaḥ |
tadvyājenekṣituṃ sītāṃ rāmo lakṣmaṇa eva ca || 18 ||

Er ist als Ravana bekannt, oder Ravana wegen seines Brüllens. Unter diesem Vorwand zogen Rama und Lakshmana aus, Sita zu suchen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: saḥ – er; rāvaṇaḥ iti khyātaḥ – ist als Rāvaṇa bekannt; yad vā – oder aber; rāvāt ca – wegen des Brüllens, vom Brüllen her; rāvaṇaḥ – Rāvaṇa; tad-vyājena – unter diesem Vorwand; īkṣitum sītām – um Sītā zu suchen, zu sehen; rāmaḥ lakṣmaṇaḥ eva ca – Rāma und ebenso Lakṣmaṇa.

Vers 4.19 Ramatapaniya Upanishad
viceratustadā bhūmau devīṃ saṃdṛśya cāsuram |
hatvā kabandhaṃ śabarīṃ gatvā tasyājñayā tayā || 19 ||

Damals durchwanderten sie die Erde; nachdem sie die Göttin und den Asura ausfindig machen wollten, töteten sie Kabandha und gelangten zu Shabari, deren Weisung sie folgten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: viceratuḥ – die beiden wanderten umher; tadā – damals; bhūmau – auf der Erde; devīm saṃdṛśya – um die Göttin ausfindig zu machen beziehungsweise nachdem sie die Göttin erblickt hatten; ca asuram hatvā – und den Asura getötet habend; kabandham – Kabandha; śabarīm gatvā – zu Śabarī gelangt; tasyāḥ ājñayā – auf ihre Weisung; tayā – durch sie.

Vers 4.20 Ramatapaniya Upanishad
pūjito vāyuputreṇa bhaktena ca kapīśvaram |
āhūya śaṃsatāṃ sarvamādyantaṃ rāmalakṣmaṇau || 20 ||

Vom ergebenen Sohn des Windes verehrt, riefen Rama und Lakshmana den Affenkönig herbei und ließen sich alles von Anfang bis Ende berichten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pūjitaḥ – verehrt, geehrt; vāyu-putreṇa bhaktena – durch den ergebenen Sohn des Windes, Hanumān; ca – und; kapīśvaram āhūya – den Affenkönig herbeigerufen habend; śaṃsatām – er möge berichten, erzählen; sarvam – alles; ādi-antam – von Anfang bis Ende; rāma-lakṣmaṇau – Rāma und Lakṣmaṇa.

Vers 4.21 Ramatapaniya Upanishad
sa tu rāme śaṅkitaḥ sanpratyayārthaṃ ca dundubheḥ |
vigrahaṃ darśayāmāsa yo rāmastamacikṣipat || 21 ||

Sugriva blieb Rama gegenüber zunächst zweifelnd und zeigte ihm als Beweis den Leib Dundubhis; Rama schleuderte ihn fort.

Wort-für-Wort-Erläuterung: saḥ tu – dieser aber; rāme śaṅkitaḥ san – gegenüber Rāma misstrauisch, zweifelnd seiend; pratyaya-artham – zum Beweis, zur Gewinnung von Gewissheit; ca – und; dundubheḥ vigraham – Dundubhis Körper; darśayāmāsa – zeigte; yaḥ rāmaḥ – jener Rāma; tam acikṣipat – schleuderte ihn fort.

Vers 4.22 Ramatapaniya Upanishad
sapta sālānvibhidyāśu modate rāghavastadā |
tena hṛṣṭaḥ kapīndro'sau sa rāmastasya pattanam || 22 ||

Rama durchbohrte rasch sieben Sala-Bäume und freute sich; dadurch ermutigt führte der Affenkönig ihn zu seiner Stadt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sapta sālān – sieben Sāla-Bäume; vibhidya – durchbohrt habend; āśu – rasch; modate – freut sich; rāghavaḥ – der Nachkomme Raghus, Rāma; tadā – damals; tena – dadurch, von ihm; hṛṣṭaḥ – erfreut, ermutigt; kapīndraḥ asau – jener Affenkönig; saḥ rāmaḥ – dieser Rāma; tasya pattanam – dessen Stadt.

Vers 4.23 Ramatapaniya Upanishad
jagāmāgarjadanujo vālino vegato gṛhāt |
tadā vālī nirjagāma taṃ vālinamathāhave || 23 ||

Dort brüllte Valis jüngerer Bruder mit Macht vor dessen Haus; Vali trat heraus, und Rama stellte sich ihm im Kampf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: jagāma – ging; agarjat – brüllte; anujaḥ vālinaḥ – Vālīs jüngerer Bruder; vegataḥ – mit Wucht, heftig; gṛhāt – aus dem Haus; tadā – damals; vālī nirjagāma – Vālī trat heraus; tam vālinam – diesen Vālī; atha – sodann; āhave – im Kampf.

Vers 4.24 Ramatapaniya Upanishad
nihatya rāghavo rājye sugrīvaṃ sthāpayattataḥ |
harīnāhūya sugrīvastvāha cāśāvido'dhunā || 24 ||

Nachdem Raghava Vali getötet hatte, setzte er Sugriva als König ein; Sugriva rief die Affen zusammen und sprach zu den Richtungskundigen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nihatya – getötet habend; rāghavaḥ – Rāma, der Nachkomme Raghus; rājye – in die Königsherrschaft; sugrīvam sthāpayat – setzte Sugrīva ein; tataḥ – danach; harīn āhūya – die Affen herbeigerufen habend; sugrīvaḥ tu āha – Sugrīva aber sprach; āśā-vidaḥ – ihr Richtungskundigen; adhunā – jetzt.

Vers 4.25 Ramatapaniya Upanishad
ādāya maithilīmadya dadatāśvāśu gacchata |
tatastatāra hanumānabdhiṃ laṅkāṃ samāyayau || 25 ||

Nehmt Maithili heute mit euch, bringt sie zurück und geht rasch! Darauf überschritt Hanuman den Ozean und gelangte nach Lanka.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ādāya – genommen, herbeigebracht habend; maithilīm – Maithilī, Sītā; adya – heute, jetzt; āśu gacchata – geht rasch; die Lesart dadatāśvāśu ist unsicher; tataḥ – darauf; tatāra – überschritt; hanumān – Hanumān; abdhim – den Ozean; laṅkām samāyayau – gelangte nach Laṅkā.

Vers 4.26 Ramatapaniya Upanishad
sītāṃ dṛṣṭvā'surānhatvā puraṃ dagdhvā tathā svayam |
āgatya rāmeṇa saha nyavedayata tattvataḥ || 26 ||

Er sah Sita, tötete Asuras und verbrannte die Stadt; dann kehrte er zurück und berichtete Rama wahrheitsgemäß alles.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sītām dṛṣṭvā – Sītā gesehen habend; asurān hatvā – Asuras getötet habend; puram dagdhvā – die Stadt verbrannt habend; tathā svayam – ebenso selbst; āgatya – zurückgekehrt; rāmeṇa saha – bei Rāma, zusammen mit Rāma; nyavedayat – berichtete; tattvataḥ – wahrheitsgemäß, den Tatsachen entsprechend.

Vers 4.27 Ramatapaniya Upanishad
tadā rāmaḥ krodharūpī tānāhūyātha vānarān |
taiḥ sārdhamādāyāstrāṇi purīṃ laṅkāṃ samāyayau || 27 ||

Da nahm Rama zornige Gestalt an, rief die Affen, nahm mit ihnen die Waffen und zog zur Stadt Lanka.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tadā – damals; rāmaḥ – Rāma; krodha-rūpī – Zorngestalt annehmend; tān vānarān āhūya – jene Affen herbeigerufen habend; atha – sodann; taiḥ sārdham – mit ihnen; ādāya astrāṇi – Waffen genommen habend; purīm laṅkām samāyayau – gelangte zur Stadt Laṅkā.

Vers 4.28 Ramatapaniya Upanishad
tāṃ dṛṣṭvā udadhīśena sārdhaṃ yuddhamakārayat |
ghaṭaśrotrasahasrākṣajidbhyāṃ yuktaṃ tamāhave|| 28 ||

Als er sie sah, ließ er am Ozean den Kampf beginnen; in der Schlacht standen ihm Kumbhakarna und Indrajit mit ihrem Heer entgegen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tām dṛṣṭvā – sie erblickt habend; udadhi-īśena sārdham – mit dem Herrn des Ozeans; yuddham akārayat – ließ den Kampf führen; ghaṭaśrotra – Ghaṭaśrotra, ein Name Kumbhakarṇas; sahasrākṣajit – Sahasrākṣajit, ein Name Indrajits, des Siegers über Indra; bhyām yuktam – mit den beiden verbunden; tam – ihn; āhave – im Kampf.

Vers 4.29 Ramatapaniya Upanishad
hatvā bibhīṣaṇaṃ tatra sthāpyātha janakātmajām |
ādāyāṅkasthitāṃ kṛtvā svapuraṃ tairjagāma saḥ || 29 ||

Nachdem er den Feind getötet hatte, setzte er dort Vibhishana ein, nahm Janakas Tochter auf seinen Schoß und kehrte mit allen in seine Stadt zurück.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hatvā – getötet habend; vibhīṣaṇam – Vibhīṣaṇa; tatra sthāpya – dort eingesetzt habend; atha – sodann; janaka-ātmajām – Janakas Tochter, Sītā; ādāya – genommen habend; aṅka-sthitām kṛtvā – auf den Schoß gesetzt habend; sva-puram – in seine eigene Stadt; taiḥ – mit ihnen; jagāma saḥ – ging er.

Vers 4.30 Ramatapaniya Upanishad
tataḥ siṃhāsanasthaḥ san dvibhujo raghunandanaḥ |
dhanurdharaḥ prasannātmā sarvābharaṇabhūṣitaḥ || 30 ||

Dann saß Raghus Sohn auf dem Thron, zweiarmig, den Bogen tragend, heiteren Wesens und mit allen Schmuckstücken geschmückt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – danach; siṃhāsana-sthaḥ san – auf dem Thron sitzend; dvi-bhujaḥ – zweiarmig; raghu-nandanaḥ – die Freude des Raghu-Geschlechts, Rāma; dhanur-dharaḥ – einen Bogen tragend; prasanna-ātmā – heiteren Wesens; sarva-ābharaṇa-bhūṣitaḥ – mit allen Schmuckstücken geschmückt.

Vers 4.31 Ramatapaniya Upanishad
mudrāṃ jñānamayīṃ yāmye vāme tejaprakāśinīm |
dhṛtvā vyākhyānanirataścinmayaḥ parameśvaraḥ || 31 ||

Rechts hielt er die erkenntnisvermittelnde Geste, links die lichtausstrahlende; ganz aus Bewusstsein bestehend war der höchste Herr in Unterweisung vertieft.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mudrām jñāna-mayīm – die aus Erkenntnis bestehende Mudrā; yāmye – auf der südlichen beziehungsweise rechten Seite; vāme – auf der linken Seite; tejaḥ-prakāśinīm – die Glanz offenbarende; dhṛtvā – haltend; vyākhyāna-nirataḥ – in Unterweisung vertieft; cinmayaḥ – aus Bewusstsein bestehend; parama-īśvaraḥ – der höchste Herr.

Vers 4.32 Ramatapaniya Upanishad
udagdakṣiṇayoḥ svasya śatrughnabharatau tataḥ |
hanūmantaṃ ca śrotāramagrataḥ syāttrikoṇagam || 32 ||

Nordöstlich und südöstlich von ihm stehen Shatrughna und Bharata; vor ihm befindet sich Hanuman als Hörer, sodass ein Dreieck entsteht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: udag-dakṣiṇayoḥ – im Norden und Süden beziehungsweise an linker und rechter Seite; svasya – von ihm, seiner; śatrughna-bharatau – Śatrughna und Bharata; tataḥ – sodann; hanūmantam ca – und Hanumān; śrotāram – als Zuhörer; agrataḥ – vor ihm; syāt – soll sein; tri-koṇa-gam – im Dreieck befindlich.

Vers 4.33 Ramatapaniya Upanishad
bharatādhastu sugrīvaṃ śatrughnādho bibhīṣaṇam |
paścime lakṣmaṇaṃ tasya dhṛtacchratraṃ sacāmaram || 33 ||

Unter Bharata steht Sugriva, unter Shatrughna Vibhishana; westlich hinter Rama steht Lakshmana mit Schirm und Fächer.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bharata-adhaḥ – unterhalb Bharatas; tu – aber; sugrīvam – Sugrīva; śatrughna-adhaḥ – unterhalb Śatrughnas; vibhīṣaṇam – Vibhīṣaṇa; paścime – im Westen, dahinter; lakṣmaṇam – Lakṣmaṇa; tasya – von ihm; dhṛta-chatram – den Schirm haltend; sa-cāmaram – mit einem Fliegenwedel.

Vers 4.34 Ramatapaniya Upanishad
tadadhastau tālavṛntakarau tryasraṃ punarbhavet |
evaṃ ṣaṭkoṇamādau svadīrghāṅgaireṣa saṃyutaḥ || 34 ||

Unter ihm stehen die beiden mit Palmblattfächern; so entsteht erneut ein Dreieck. Zusammen mit seinen langgestreckten Gliedern bildet dies zuerst ein Sechseck.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tad-adhaḥ – darunter; tau – jene beiden; tāla-vṛnta-karau – Palmblattfächer in den Händen haltend; tri-asram – ein Dreieck; punaḥ bhavet – soll wiederum entstehen; evam – so; ṣaṭ-koṇam – ein Sechseck; ādau – zuerst; sva-dīrgha-aṅgaiḥ – mit seinen eigenen verlängerten Gliedern beziehungsweise Linien; eṣaḥ saṃyutaḥ – dieses ist versehen.

Vers 4.35 Ramatapaniya Upanishad
dvitīyaṃ vāsudevādyairāgneyādiṣu saṃyutaḥ |
tṛtīyaṃ vāyusūnuṃ ca sugrīvaṃ bharataṃ tathā || 35 ||

Der zweite Umkreis ist in den Richtungen von Südost an mit Vasudeva und den übrigen Vyuhas verbunden; der dritte umfasst den Sohn des Windes, Sugriva und Bharata.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dvitīyam – das zweite [Umschließungsfeld]; vāsudeva-ādyaiḥ – mit Vāsudeva und den übrigen; āgneya-ādiṣu – in den Richtungen, beginnend mit Südosten; saṃyutaḥ – versehen; tṛtīyam – das dritte [Feld]; vāyu-sūnum ca – und den Sohn des Windes, Hanumān; sugrīvam – Sugrīva; bharatam tathā – ebenso Bharata.

Vers 4.36 Ramatapaniya Upanishad
bibhīṣaṇaṃ lakṣmaṇaṃ ca aṅgadaṃ cārimardanam |
jāmbavantaṃ ca tairyuktastato dhṛṣṭirjayantakaḥ || 36 ||

Dazu kommen Vibhishana, Lakshmana, Angada, der Feindbezwinger, und Jambavan; danach folgen Dhṛṣṭi und Jayanta.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vibhīṣaṇam – Vibhīṣaṇa; lakṣmaṇam ca – und Lakṣmaṇa; aṅgadam ca – und Aṅgada; ari-mardanam – den Feinde Bezwingenden; jāmbavantam ca – und Jāmbavān; taiḥ yuktaḥ – mit ihnen verbunden; tataḥ – danach; dhṛṣṭiḥ – Dhṛṣṭi; jayantakaḥ – Jayantaka.

Vers 4.37 Ramatapaniya Upanishad
vijayaśca surāṣṭraśca rāṣṭravardhana eva ca |
aśoko dharmapālaśca sumantraścaibhirāvṛtaḥ || 37 ||

Vijaya, Surashtra, Rashtravardhana, Ashoka, Dharmapala und Sumantra umgeben ihn ebenfalls.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vijayaḥ ca – und Vijaya; surāṣṭraḥ ca – und Surāṣṭra; rāṣṭra-vardhanaḥ eva ca – und Rāṣṭravardhana; aśokaḥ – Aśoka; dharma-pālaḥ ca – und Dharmapāla; sumantraḥ ca – und Sumantra; ebhiḥ āvṛtaḥ – von diesen umgeben.

Vers 4.38 Ramatapaniya Upanishad
tataḥ sahasradṛgvahnirdharmajño varuṇo'nilaḥ |
indvīśadhātranantāśca daśabhiścaibhirāvṛtaḥ || 38 ||

Darauf wird er von zehn umgeben: dem Tausendäugigen Indra, Agni, dem Dharmakundigen Yama, Varuna, Vayu, Mond, Ishana, Dhatr und Ananta.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – danach; sahasra-dṛk – der Tausendäugige, Indra; vahniḥ – Agni, das Feuer; dharma-jñaḥ – der Dharmakundige, Yama; varuṇaḥ – Varuṇa; anilaḥ – Vāyu, der Wind; indu – der Mond; īśa – Īśa; dhātṛ – Dhātṛ, der Schöpfer; anantaḥ ca – und Ananta; daśabhiḥ ca ebhiḥ āvṛtaḥ – von diesen zehn umgeben.

Vers 4.39 Ramatapaniya Upanishad
bahistadāyudhaiḥ pūjyo nīlādibhiralaṅkṛtaḥ |
vasiṣṭhavāmadevādimunibhiḥ samupāsitaḥ || 39 ||

Außerhalb ist er mit ihren Waffen zu verehren und mit Nila und den übrigen Affen geschmückt; Vasishta, Vamadeva und andere Weise verehren ihn.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bahiḥ – außen; tad-āyudhaiḥ – mit deren Waffen; pūjyaḥ – ist zu verehren; nīla-ādibhiḥ alaṅkṛtaḥ – mit Nīla und den übrigen geschmückt; vasiṣṭha-vāmadeva-ādi-munibhiḥ – von den Weisen Vasiṣṭha, Vāmadeva und weiteren; samupāsitaḥ – verehrt, umgeben.

Vers 4.40 Ramatapaniya Upanishad
evamuddeśataḥ proktaṃ nirdeśastasya cādhunā |
trirekhāpuṭamālikhya madhye tāradvayaṃ likhet || 40 ||

So wurde die allgemeine Anordnung gesagt; nun folgt die genaue Anweisung: Man zeichne eine Einfassung aus drei Linien und schreibe in die Mitte zwei Taraka-Silben.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evam – so; uddeśataḥ – im Überblick; proktam – ist dargelegt; nirdeśaḥ tasya – die genaue Anweisung dazu; ca adhunā – und nun; tri-rekhā-puṭam – eine Einfassung aus drei Linien; ālikhya – gezeichnet habend; madhye – in der Mitte; tāra-dvayam – zwei Tāraka-Zeichen beziehungsweise Oṃ-Silben; likhet – soll schreiben.

Vers 4.41 Ramatapaniya Upanishad
tanmadhye bījamālikhya tadadhaḥ sādhyamālikhet |
dvitīyāntaṃ ca tasyordhvaṃ ṣaṣṭhyantaṃ sādhakaṃ tathā || 41 ||

Dazwischen schreibe man den Keim, darunter das zu erreichende Ziel; über dieses im zweiten Fall den Namen des Zieles und ebenso den Namen des Übenden im sechsten Fall.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-madhye – in dessen Mitte; bījam ālikhya – das Bīja geschrieben habend; tad-adhaḥ – darunter; sādhyam ālikhet – soll das zu erreichende Ziel beziehungsweise die Zielperson schreiben; dvitīya-antam – mit Akkusativendung; ca – und; tasya ūrdhvam – darüber; ṣaṣṭhī-antam – mit Genitivendung; sādhakam tathā – ebenso den Übenden.

Vers 4.42 Ramatapaniya Upanishad
kuru dvayaṃ ca tatpārśve likhedbījāntare ramām |
tatsarvaṃ praṇavābhyāṃ ca veṣṭayecchuddhabuddhimān || 42 ||

Zu beiden Seiten schreibe man zweimal kuru und zwischen die Keimsilben Rama; ein Mensch reinen Verstandes umschließe das Ganze mit zwei Pranavas.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kuru-dvayam – das Wort kuru zweimal; ca – und; tat-pārśve – an dessen Seiten; likhet – soll schreiben; bīja-antare – zwischen den Bījas; ramām – die Rāma- beziehungsweise Ramā-Silbe; tat sarvam – dies alles; praṇavābhyām – mit zwei Praṇavas; ca – und; veṣṭayet – soll umschließen; śuddha-buddhimān – der Reinsinnige.

Vers 4.43 Ramatapaniya Upanishad
dīrghabhāji ṣaḍasre tu likhedbījaṃ hṛdādibhiḥ |
koṇapārśve ramāmāye tadagre'naṅgamālikhet || 43 ||

In das längliche Sechseck schreibe man die Keimsilbe mit Herz-Mantra und den übrigen Gliedermantras; an die Winkelseiten Rama und Maya, davor Ananga.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dīrgha-bhāji ṣaḍ-asre – im länglichen Sechseck; tu – aber; likhet bījam – soll das Bīja schreiben; hṛd-ādibhiḥ – mit Herz- und weiteren Gliedermantras; koṇa-pārśve – an den Seiten der Winkel; ramā-māye – die Mantraformen Ramā und Māyā; tad-agre – davor; anaṅgam ālikhet – soll das Ananga-Bīja schreiben.

Vers 4.44 Ramatapaniya Upanishad
krodhaṃ koṇāgrāntareṣu likhya mantryabhito giram |
vṛttatrayaṃ sāṣṭapatraṃ saroje vilikhetsvarān || 44 ||

Zwischen die Winkelspitzen schreibe man Krodha und rings um den Mantra die heilige Rede; sodann zeichne man drei Kreise und in den achtblättrigen Lotus die Vokale.

Wort-für-Wort-Erläuterung: krodham – das Krodha-Bīja; koṇa-agra-antareṣu – zwischen den Winkelspitzen; likhya – geschrieben habend; mantrī – der Mantra-Kundige; abhitaḥ – ringsum; giram – die Rede- beziehungsweise Lautform; vṛtta-trayam – drei Kreise; sa-aṣṭa-patram saroje – in einem achtblättrigen Lotus; vilikhet – soll einzeichnen; svarān – die Vokale.

Vers 4.45 Ramatapaniya Upanishad
kesare cāṣṭapatre ca vargāṣṭakamathālikhet |
teṣu mālāmanorvarṇānvilikhedūrmisaṃkhyayā || 45 ||

In Staubfäden und acht Blätter schreibe man die acht Buchstabengruppen; in sie die Laute des Kranzmantras entsprechend der Zahl der Wellen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kesare – im Staubfadenkranz; ca aṣṭa-patre – und im achtblättrigen Lotus; varga-aṣṭakam – die acht Buchstabengruppen; atha ālikhet – soll sodann schreiben; teṣu – in diese; mālā-manoḥ varṇān – die Laute des Kranzmantras; vilikhet – soll einzeichnen; ūrmi-saṃkhyayā – nach der Zahl der Wellen.

Vers 4.46 Ramatapaniya Upanishad
ante pañcākṣarāṇyevaṃ punaraṣṭadalaṃ likhet |
teṣu nārāyaṇāṣṭārṇāṃlikhya tatkesare ramām || 46 ||

Am Ende schreibe man die fünf Silben und wiederum einen achtblättrigen Lotus; in dessen Blätter die acht Silben Narayanas und in die Staubfäden Rama.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ante – am Ende; pañca-akṣarāṇi – fünf Silben; evam – so; punaḥ – wiederum; aṣṭa-dalam likhet – soll einen achtblättrigen Lotus zeichnen; teṣu – in diese; nārāyaṇa-aṣṭa-arṇān – die acht Silben des Nārāyaṇa-Mantras; likhya – geschrieben habend; tat-kesare – in dessen Staubfadenkranz; ramām – die Ramā- beziehungsweise Rāma-Silbe.

Vers 4.47 Ramatapaniya Upanishad
tadbahirdvādaśadalaṃ vilikheddvādaśākṣaram |
athoṃ namo bhagavate vāsudevāya ityayam || 47 ||

Außerhalb zeichne man einen zwölfblättrigen Lotus und schreibe das zwölfsilbige Mantra: Om, Verehrung dem Erhabenen Vasudeva.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tad-bahiḥ – außerhalb davon; dvādaśa-dalam – einen zwölfblättrigen Lotus; vilikhet – soll einzeichnen; dvādaśa-akṣaram – das zwölfsilbige Mantra; atha – sodann; oṃ – Om; namaḥ – Verehrung; bhagavate – dem Erhabenen; vāsudevāya – Vāsudeva; iti ayam – so lautet dieses.

Vers 4.48 Ramatapaniya Upanishad
ādikṣāntānkesareṣu vṛttākāreṇa saṃlikhet |
tadbahiḥ ṣoḍaśadalaṃ likhya tatkesare hṛyam || 48 ||

Von a bis kṣa schreibe man die Laute kreisförmig in die Staubfäden; außerhalb zeichne man einen sechzehnblättrigen Lotus und in seine Staubfäden das Herz-Mantra.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ādi-kṣa-antān – die Laute von a bis kṣa; kesareṣu – in den Staubfäden; vṛtta-ākāreṇa – kreisförmig; saṃlikhet – soll vollständig einschreiben; tad-bahiḥ – außerhalb davon; ṣoḍaśa-dalam – einen sechzehnblättrigen Lotus; likhya – gezeichnet habend; tat-kesare – in dessen Staubfäden; hṛyam – die technische Mantrasilbe hṛya beziehungsweise hrīṃ; die Lesart ist unsicher.

Vers 4.49 Ramatapaniya Upanishad
varmāstranatisaṃyuktaṃ daleṣu dvādaśākṣaram |
tatsandhiṣvirajādīnāṃ mantrānmantrī samālikhet || 49 ||

Mit Schutz- und Waffenmantra sowie Verehrung verbunden schreibe man das Zwölfsilbenmantra in die Blätter; in die Zwischenräume schreibe der Mantrageübte die Mantras von Indra und den übrigen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: varma-astra-nati-saṃyuktam – mit Schutz-, Waffen- und Verehrungsformel verbunden; daleṣu – in den Blättern; dvādaśa-akṣaram – das zwölfsilbige Mantra; tat-sandhiṣu – in dessen Zwischenräumen; iraja-ādīnām – der mit iraja bezeichneten, wohl Indra und der übrigen Gottheiten; die Lesart ist unsicher; mantrān – die Mantras; mantrī – der Mantra-Kundige; samālikhet – soll vollständig einschreiben.

Vers 4.50 Ramatapaniya Upanishad
hraṃ sraṃ bhraṃ vraṃ lūṃ śraṃ jraṃ ca likhetsamyaktato bahiḥ |
dvātriṃśāraṃ mahāpadmaṃ nādabindusamāyutam || 50 ||

Außerhalb schreibe man sorgfältig hraṃ, sraṃ, bhraṃ, vraṃ, lūṃ, śraṃ und jraṃ; dann zeichne man einen großen zweiunddreißigblättrigen Lotus mit Nada und Bindu.

Wort-für-Wort-Erläuterung: hraṃ sraṃ bhraṃ vraṃ lūṃ śraṃ jraṃ – die technischen Bīja-Silben hraṃ, sraṃ, bhraṃ, vraṃ, lūṃ, śraṃ und jraṃ; ca – und; likhet samyak – soll richtig schreiben; tataḥ bahiḥ – sodann außerhalb; dvātriṃśa-aram – mit zweiunddreißig Speichen beziehungsweise Blättern; mahā-padmam – einen großen Lotus; nāda-bindu-samāyutam – mit Nāda und Bindu versehen.

Vers 4.51 Ramatapaniya Upanishad
vilikhenmantrarājārṇāṃsteṣu patreṣu yatnataḥ |
dhyāyedaṣṭavasūnekādaśarudrāṃśca tatra vai || 51 ||

In seine Blätter schreibe man sorgfältig die Laute des Mantra-Königs; dort meditiere man über die acht Vasus und die elf Rudras.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vilikhet – soll einzeichnen; mantra-rāja-arṇān – die Laute des König-Mantras; teṣu patreṣu – in jene Blätter; yatnataḥ – sorgfältig; dhyāyet – soll meditieren über; aṣṭa-vasūn – die acht Vasus; ekādaśa-rudrān ca – und die elf Rudras; tatra vai – dort wahrlich.

Vers 4.52 Ramatapaniya Upanishad
dvādaśenāṃśca dhātāraṃ vaṣaṭkāraṃ ca tadbahiḥ |
bhūgṛhaṃ vajraśūlāḍhyaṃ rekhātrayasamanvitam || 52 ||

Ferner über die zwölf Adityas, den Schöpfer und den Vashat-Ruf; außerhalb zeichne man ein Erdgehäuse, reich an Vajras und Spitzen, mit drei Linien.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dvādaśa-inān ca – und die zwölf Sonnen beziehungsweise Ādityas; dhātāram – Dhātṛ, den Schöpfer; vaṣaṭ-kāram ca – und den Vaṣaṭ-Ruf; tad-bahiḥ – außerhalb davon; bhū-gṛham – das Erdgehäuse, die quadratische Außeneinfassung; vajra-śūla-āḍhyam – reich an Vajras und Spitzen; rekhā-traya-samanvitam – mit drei Linien versehen.

Vers 4.53 Ramatapaniya Upanishad
dvāropataṃ ca rāśyādibhūṣitaṃ phaṇisaṃyutam |
ananto vāsukiścaiva takṣaḥ karkoṭapadmakaḥ || 53 ||

Es soll mit Toren versehen, mit Tierkreiszeichen und anderem geschmückt und von Schlangen begleitet sein: Ananta, Vasuki, Takshaka und Karkotaka.

Wort-für-Wort-Erläuterung: dvāra-upetam – mit Toren versehen; die überlieferte Form lautet dvāropatam; ca – und; rāśi-ādi-bhūṣitam – mit Tierkreiszeichen und Weiterem geschmückt; phaṇi-saṃyutam – von Schlangen begleitet; anantaḥ – Ananta; vāsukiḥ ca eva – und Vāsuki; takṣaḥ – Takṣa; karkoṭaḥ – Karkoṭa; padmakaḥ – Padma.

Vers 4.54 Ramatapaniya Upanishad
mahāpadmaśca śaṅkhaśca guliko'ṣṭau prakīrtitāḥ |
evaṃ maṇḍalamālikhya tasya dikṣu vidikṣu ca || 54 ||

Mahapadma, Shankha, Gulika – diese acht werden genannt. Nachdem man so das Mandala gezeichnet hat, füge man in Haupt- und Zwischenrichtungen hinzu.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mahāpadmaḥ ca – und Mahāpadma; śaṅkhaḥ ca – und Śaṅkha; gulikaḥ – Gulika; aṣṭau prakīrtitāḥ – diese werden als acht verkündet; evam – so; maṇḍalam ālikhya – das Maṇḍala gezeichnet habend; tasya dikṣu – in dessen Hauptrichtungen; vidikṣu ca – und in den Zwischenrichtungen.

Vers 4.55 Ramatapaniya Upanishad
nārasiṃhaṃ ca vārāhaṃ likhenmantradvayaṃ tathā |
kūṭo rephānugrahendunādaśaktyādibhiryutaḥ || 55 ||

Man schreibe die beiden Mantras Narasimhas und Varahas; die geheime Keimsilbe ist mit r, Gnadenmond, Nada, Shakti und den übrigen Bestandteilen verbunden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nārasiṃham ca – das Nārasiṃha-Mantra; vārāham – das Vārāha-Mantra; likhet mantra-dvayam – soll die beiden Mantras schreiben; tathā – ebenso; kūṭaḥ – die geheime Bīja-Form; repha – der r-Laut; anugraha-indu-nāda-śakti-ādibhiḥ yutaḥ – mit Gnadenmond, Nāda, Śakti und weiteren Lautbestandteilen verbunden.

Vers 4.56 Ramatapaniya Upanishad
yo nṛsiṃhaḥ samākhyāto grahamāraṇakarmaṇi |
antyāṅghrīśaviyadbindunādairbījaṃ ca saukaram || 56 ||

Diese Narasimha-Keimsilbe wird für das Abwehren schädlicher Planeteneinflüsse gelehrt; aus den letzten Lauten, Raum, Bindu und Nada entsteht die Keimsilbe des Ebers.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ nṛsiṃhaḥ samākhyātaḥ – welches als Nṛsiṃha bezeichnet wird; graha-māraṇa-karmaṇi – bei einem Abwehr- oder Vernichtungsritus gegen Planeteneinflüsse; antya-aṅghri-īśa-viyat-bindu-nādaiḥ – mit den technischen Lautwerten Antya, Aṅghri, Īśa, Viyat, Bindu und Nāda; bījam ca – und das Bīja; saukaram – das zum Eber, Varāha, gehörige.

Vers 4.57 Ramatapaniya Upanishad
huṃkāraṃ cātra rāmasya mālamantro'dhuneritaḥ |
tāro natiśca nidrāyāḥ smṛtirbhedaśca kāmikā || 57 ||

Hinzu kommt huṃ. Nun wird Ramas Kranzmantra erklärt: Taraka, Verehrung, Schlaf, Erinnerung, Trennung und die Wunscherfüllende.

Wort-für-Wort-Erläuterung: huṃ-kāram ca – und die Silbe huṃ; atra – hier; rāmasya – Rāmas; mālā-mantraḥ – der Kranzmantra; adhunā īritaḥ – wird nun gelehrt; tāraḥ – Tāraka, Oṃ; natiḥ – Verehrung, namaḥ; nidrā – Schlaf, technische Lautbezeichnung; smṛtiḥ – Erinnerung, technische Lautbezeichnung; bhedaḥ – Trennung, technische Lautbezeichnung; ca – und; kāmikā – die Wunscherfüllende, technische Śakti-Bezeichnung.

Vers 4.58 Ramatapaniya Upanishad
rudreṇa saṃyutā vahnimedhāmaravibhūṣitā |
dīrghā krūrayutā hlādinyatho dīrghasamāyutā || 58 ||

Mit Rudra verbunden, mit Feuer, Einsicht und den Unsterblichen geschmückt, folgt die lange Silbe, verbunden mit der Schrecklichen und der Erfreuenden, wiederum mit Länge.

Wort-für-Wort-Erläuterung: rudreṇa saṃyutā – mit der Rudra-Silbe verbunden; vahni-medhā-amara-vibhūṣitā – mit den technischen Lautbezeichnungen Vahni, Medhā und Amara geschmückt; dīrghā – lang, verlängert; krūra-yutā – mit Krūra verbunden; hlādinī – die Erfreuende, eine Śakti-Bezeichnung; atha – sodann; dīrgha-samāyutā – mit einer Längung versehen.

Vers 4.59 Ramatapaniya Upanishad
kṣudhā krodhinyamoghā ca viśvamapyatha medhayā |
yuktā dīrghajvālinī ca susūkṣmā mṛtyurūpiṇī || 59 ||

Hunger, Zornkraft, die Unfehlbare und das All, mit Einsicht verbunden, ferner die lange Flammende, die äußerst Feine und die Todesgestalt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṣudhā – Hunger, technische Lautbezeichnung; krodhinī – die Zornige; amoghā ca – und die Unfehlbare; viśvam api – auch Viśva, das All; atha – sodann; medhayā yuktā – mit Medhā, Einsicht, verbunden; dīrgha-jvālinī ca – und die lang Flammende; su-sūkṣmā – sehr fein; mṛtyu-rūpiṇī – von der Gestalt des Todes.

Vers 4.60 Ramatapaniya Upanishad
sapratiṣṭhā hlādinī tvakkṣvelaprītiśca sāmarā |
jyotistīkṣṇāgnisaṃyuktā śvetānusvārasaṃyutā || 60 ||

Mit Festigkeit, Freude, Haut, Gift, Liebe und den Unsterblichen verbunden; Licht mit scharfem Feuer sowie Weiß mit Anusvara verbunden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sa-pratiṣṭhā – mit Pratiṣṭhā, Festigkeit, versehen; hlādinī – die Erfreuende; tvak-kṣvela-prītiḥ ca – Tvak, Kṣvela und Prīti, technische Laut- beziehungsweise Śakti-Bezeichnungen; sa-amarā – mit Amarā verbunden; jyotis-tīkṣṇa-agni-saṃyuktā – mit Jyotis, Tīkṣṇa und Agni verbunden; śveta-anusvāra-saṃyutā – mit Śveta und Anusvāra versehen.

Vers 4.61 Ramatapaniya Upanishad
kāmikāpañcamūlāntastāntānto thānta ityatha |
sa sānanto dīrghayuto vāyuḥ sūkṣmayuto viṣaḥ || 61 ||

Die Wunscherfüllende reicht bis zur fünften Wurzel, dann folgen die Endungen ta, anta, tha und anta; danach stehen sa mit Ananta und Länge, Wind mit Feinheit und Gift.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kāmikā – Kāmikā, die Wunscherfüllende; pañca-mūla-antaḥ – bis zum Ende der fünf Grundlaute; tānta-antaḥ atha antaḥ iti – technische Folge von Lautenden; die Textgestalt ist unsicher; atha – sodann; saḥ sa-anantaḥ – dieser mit Ananta verbunden; dīrgha-yutaḥ – mit Längung versehen; vāyuḥ – Vāyu, Wind, technische Lautbezeichnung; sūkṣma-yutaḥ – mit dem Feinen verbunden; viṣaḥ – Viṣa, Gift, technische Lautbezeichnung.

Vers 4.62 Ramatapaniya Upanishad
kāmikā kāmakā rudrayuktātho'tha sthirātapā |
tāpanī dīrghayuktā bhūranalo'nantago'nilaḥ || 62 ||

Kāmikā und Kāmaka werden mit Rudra verbunden; danach folgen beständige Hitze, die Erhitzende mit Länge, Erde, Feuer, der zu Ananta Gehende und Wind.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kāmikā – Kāmikā, die Wunscherfüllende; kāmakā – Kāmaka, die Begehrende; rudra-yuktā – mit Rudra verbunden; atha – sodann; sthira-ātapā – Sthira und Ātapa, technische Lautbezeichnungen; tāpanī – Tāpanī, die Erhitzende; dīrgha-yuktā – mit Längung versehen; bhūḥ – Bhū, Erde; analaḥ – Anala, Feuer; ananta-gaḥ – Anantaga, zum Unendlichen gehend; anilaḥ – Anila, Wind.

Vers 4.63 Ramatapaniya Upanishad
nārāyaṇātmakaḥ kālaḥ prāṇābho vidyayā yutaḥ |
pītārātistathā lānto yonyā yuktastato natiḥ || 63 ||

Es folgen der Narayana entsprechende Kala, der pranaähnliche Laut mit Vidya, der gelbe Feind, das Ende mit la, mit Yoni verbunden, und zuletzt die Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: nārāyaṇa-ātmakaḥ – von Nārāyaṇas Wesen; kālaḥ – Kāla, Zeit; prāṇa-ābhaḥ – dem Prāṇa gleich; vidyayā yutaḥ – mit Vidyā verbunden; pīta-arātiḥ – Pīta und Arāti, technische Lautbezeichnungen; tathā – ebenso; la-antaḥ – mit dem Laut la endend; yonyā yuktaḥ – mit Yoni verbunden; tataḥ – danach; natiḥ – Verehrung, namaḥ.

Vers 4.64 Ramatapaniya Upanishad
saptacatvāriṃśadvarṇaguṇāntaḥspṛṅmanuḥ svayam |
rājyābhiṣiktasya tasya rāmasyoktakramāllikhet || 64 ||

So besteht der Mantra selbst aus siebenundvierzig Lauten und berührt das Ende der Eigenschaften; für Rama bei seiner Königssalbung schreibe man ihn in der genannten Reihenfolge.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sapta-catvāriṃśat-varṇa – aus siebenundvierzig Lauten bestehend; guṇa-antaḥ-spṛk – bis zum Ende der Bestandteile beziehungsweise Guṇas reichend; die Lesart ist unsicher; manuḥ – der Mantra; svayam – selbst; rājya-abhiṣiktasya – des zum König Geweihten; tasya rāmasya – dieses Rāma; ukta-kramāt – nach der beschriebenen Reihenfolge; likhet – soll schreiben.

Vers 4.65 Ramatapaniya Upanishad
idaṃ sarvātmakaṃ yantraṃ prāguktamṛṣisevitam |
sevakānāṃ mokṣakaramāyurārogyavardhanam || 65 ||

Dieses zuvor erklärte und von Sehern verehrte Yantra umfasst alles; seinen Verehrern bringt es Befreiung und mehrt nach der Überlieferung Lebensdauer und Gesundheit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: idam – dieses; sarva-ātmakam yantram – Yantra, das alles zum Wesen hat; prāk-uktam – zuvor beschrieben; ṛṣi-sevitam – von Ṛṣis verehrt; sevakānām – für die Verehrer; mokṣa-karam – Befreiung bewirkend; āyuḥ-ārogya-vardhanam – Lebensdauer und Gesundheit mehrend.

Vers 4.66 Ramatapaniya Upanishad
aputrāṇāṃ putradaṃ ca bahunā kimanena vai |
prāpnuvanti kṣaṇātsamyagatra dharmādikānapi || 66 ||

Kinderlosen soll es Kinder schenken – was braucht es vieler Worte? Hier erlangen die Verehrenden in einem Augenblick Dharma und die übrigen Lebensziele.

Wort-für-Wort-Erläuterung: aputrāṇām – für Kinderlose; putradam ca – und Kinder schenkend; bahunā kim anena vai – wozu viele Worte darüber?; prāpnuvanti – sie erlangen; kṣaṇāt – in einem Augenblick; samyak – vollständig, richtig; atra – hierdurch; dharma-ādikān api – auch Dharma und die übrigen Lebensziele.

Schlussanweisung des vierten Khaṇḍa
idaṃ rahasyaṃ paramamīśvareṇāpi durgamam |
idaṃ yantraṃ samākhyātaṃ na deyaṃ prākṛte jane || 67 ||
iti ||

Dieses höchste Geheimnis ist selbst für Ishvara schwer zugänglich. Das erklärte Yantra darf keinem unvorbereiteten Menschen gegeben werden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: idam – dieses; rahasyam paramam – höchste Geheimnis; īśvareṇa api durgamam – selbst für Ishvara schwer zugänglich; idam yantram – dieses Yantra; samākhyātam – ist dargelegt, erklärt; na deyam – darf nicht gegeben werden; prākṛte jane – einem gewöhnlichen beziehungsweise unvorbereiteten Menschen; iti – so.

Kolophon des 4. Khaṇḍa
iti turīyopaniṣat ||

Damit endet der 4. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; turīya-upaniṣat – vierter Abschnitt.

Vers 5.1 Ramatapaniya Upanishad
5
oṃ bhūtādikaṃ śodhayeddvārapūjāṃ
kṛtvā padmādyāsanasthaḥ prasannaḥ |
arcāvidhāvasya pīṭhādharordhva-
pārśvārcanaṃ madhyapadmārcanaṃ ca || 1 ||

Om. Man reinige zunächst Elemente und Körper und vollziehe die Verehrung am Tor; heiter auf einem Lotus- oder anderen Sitz sitzend, verehre man beim Ritual die unteren, oberen und seitlichen Teile des Sockels sowie den Lotus in der Mitte.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhūta-ādikam śodhayet – soll die Elemente und Weiteres reinigen; dvāra-pūjām kṛtvā – die Torverehrung vollzogen habend; padma-ādi-āsana-sthaḥ – auf einem Lotus- oder anderen Sitz befindlich; prasannaḥ – heiter, gesammelt; arcā-vidhau – im Verehrungsritus; asya pīṭha-adhaḥ-ūrdhva-pārśva-arcanam – die Verehrung unter, über und seitlich an seinem Sitz; madhya-padma-arcanam ca – und die Verehrung des mittleren Lotus.

Vers 5.2 Ramatapaniya Upanishad
kṛtvā mṛduślakṣṇasutūlikāyāṃ
ratnāsane deśikamarcayitvā |
śaktiṃ cādhārākhyakāṃ kūrmanāgau
pṛthivyabja svāsanādhaḥ prakalpya || 2 ||

Auf einer weichen, glatten, guten Unterlage verehre man auf dem Edelsteinsitz den Lehrer; darunter stelle man die Grundkraft, Schildkröte und Schlange, Erde, Lotus und den eigenen Sitz vor.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṛtvā – vollzogen habend; mṛdu-ślakṣṇa-su-tūlikāyām – auf einer weichen, glatten, guten Unterlage; ratna-āsane – auf dem Juwelensitz; deśikam arcayitvā – den Lehrer verehrt habend; śaktim ca ādhāra-ākhyakām – und die Ādhāra genannte Grundkraft; kūrma-nāgau – Schildkröte und Schlange; pṛthivī-abja – Erde und Lotus; sva-āsana-adhaḥ prakalpya – unter dem eigenen Sitz angeordnet habend.

Vers 5.3 Ramatapaniya Upanishad
vighneśaṃ durgāṃ kṣetrapālaṃ ca vāṇīṃ
bījādikāṃścāgnideśādikāṃśca |
pīṭhasyāṅghriṣveva dharmādikāṃśca
natvā pūrvādyāsu dīkṣvarcayecca || 3 ||

Ganesha, Durga, den Hüter des Feldes, Vani, die Keimsilben und die Mächte vom Südosten an sowie Dharma und die übrigen an den Füßen des Sockels verehre man nach Verneigung in den Richtungen vom Osten an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vighneśam – Vighneśa, Gaṇeśa; durgām – Durgā; kṣetrapālam ca – und den Feldhüter; vāṇīm – Vāṇī, Sarasvatī; bīja-ādikān ca – und Bīja und weitere Mächte; agni-deśa-ādikān ca – und die Bereiche, beginnend mit der südöstlichen Feuerrichtung; pīṭhasya aṅghriṣu eva – an den Füßen des Sitzes; dharma-ādikān ca – und Dharma und die übrigen; natvā – sich verneigt habend; pūrva-ādyāsu dikṣu – in den Richtungen, beginnend mit Osten; arcayet ca – soll er verehren.

Vers 5.4 Ramatapaniya Upanishad
madhye kramādarkavidhvagnitejāṃ-
syuparyuparyādimairarcitāni |
rajaḥ satvaṃ tama etān vṛtta-
trayaṃ bījāḍhyaṃ kramādbhāvayecca || 4 ||

In der Mitte verehre man nacheinander und übereinander Sonne, Mond und Feuerglanz; Rajas, Sattva und Tamas stelle man der Reihe nach als drei mit Keimsilben versehene Kreise vor.

Wort-für-Wort-Erläuterung: madhye – in der Mitte; kramāt – der Reihe nach; arka-vidhu-agni-tejāṃsi – den Glanz von Sonne, Mond und Feuer; upari-upari – übereinander; ādimaiḥ arcitāni – mit den jeweiligen anfänglichen Formen verehrt; rajaḥ sattvam tamaḥ – Rajas, Sattva und Tamas; etān – diese; vṛtta-trayam – drei Kreise; bīja-āḍhyam – mit Bījas versehen; kramāt bhāvayet ca – soll der Reihe nach vergegenwärtigen.

Vers 5.5 Ramatapaniya Upanishad
āśāvyāśāsvapyathātmānamanta-
rātmānaṃ vā paramātmānamantaḥ |
jñānātmānaṃ cārcayettasya dikṣu
māyāvidye ye kalāpāratattve || 5 ||

In Haupt- und Zwischenrichtungen verehre man Selbst, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst; in den Richtungen dazu Maya und Vidya sowie die Kalas und das höchste Prinzip.

Wort-für-Wort-Erläuterung: āśā-vyāśāsu api – auch in den Haupt- und Zwischenrichtungen; atha – sodann; ātmānam – das Selbst; antar-ātmānam vā – oder das innere Selbst; parama-ātmānam – das höchste Selbst; antaḥ – innen; jñāna-ātmānam ca – und das Erkenntnis-Selbst; arcayet – soll verehren; tasya dikṣu – in dessen Richtungen; māyā-vidye – Māyā und Vidyā; ye kalā-para-tattve – die Kalās und das höchste Prinzip.

Vers 5.6 Ramatapaniya Upanishad
sampūjayedvimalādīśca śaktī-
rabhyarcayeddevamavāhayecca |
aṅgavyūhānilajādyaiśca pūjya
ghṛṣṭyādikairlokapālaistadastraiḥ || 6 ||

Man verehre die Kräfte Vimala und die übrigen, rufe die Gottheit und bete sie an; ferner verehre man ihre Glieder, die Vyuhas, Hanuman und die übrigen, Dhṛṣṭi und die anderen Helfer, die Weltenhüter und deren Waffen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sampūjayet – soll vollständig verehren; vimalā-ādīḥ ca śaktīḥ – Vimalā und die übrigen Kräfte; abhyarcayet – soll verehren; devam āvāhayet ca – und die Gottheit anrufen; aṅga-vyūha-anilaja-ādyaiḥ ca – mit den Gliedern, Vyūhas, dem Windsohn Hanumān und weiteren; pūjya – verehrt habend; ghṛṣṭi-ādikaiḥ – mit Dhṛṣṭi und den übrigen; loka-pālaiḥ – mit den Welthütern; tad-astraiḥ – mit deren Waffen.

Vers 5.7 Ramatapaniya Upanishad
vasiṣṭhādyairmunibhirnīlamukhyai-
rārādhayedrāghavaṃ candanādyaiḥ |
mukhyopahārairvividhaiśca pūjyai-
stasmai japādīṃśca samyakprakalpya || 7 ||

Mit Vasishta und den anderen Weisen sowie Nila und den führenden Affen verehre man Raghava mit Sandel und anderem; man bringe ihm die wichtigsten vielfältigen Gaben dar und ordne Rezitation und weitere Dienste richtig an.

Wort-für-Wort-Erläuterung: vasiṣṭha-ādyaiḥ munibhiḥ – mit Vasiṣṭha und den übrigen Weisen; nīla-mukhyaiḥ – mit Nīla und den führenden Affen; ārādhayet – soll verehren; rāghavam – Rāghava, Rāma; candana-ādyaiḥ – mit Sandelholz und Weiterem; mukhya-upahāraiḥ – mit den Hauptgaben; vividhaiḥ ca pūjyaiḥ – und mit verschiedenen verehrungswürdigen Gaben; tasmai – für ihn; japa-ādīn ca – Japa und weitere Dienste; samyak prakalpya – richtig angeordnet habend.

Vers 5.8 Ramatapaniya Upanishad
evaṃbhūtaṃ jagadādhārabhūtaṃ
rāmaṃ vande saccidānandarūpam |
gadāriśaṅkhābjadharaṃ bhavāriṃ
sa yo dhyāyenmokṣamāpnoti sarvaḥ || 8 ||

Ich verehre den so beschaffenen Rama, die Grundlage der Welt und Gestalt von Sein, Bewusstsein und Seligkeit, der Keule, Diskus, Muschel und Lotus trägt und der Feind des Werdens ist; jeder, der so meditiert, erlangt Befreiung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: evam-bhūtam – so beschaffen; jagad-ādhāra-bhūtam – zur Grundlage der Welt geworden; rāmam vande – Rāma verehre ich; sat-cit-ānanda-rūpam – von der Gestalt des Seins, Bewusstseins und der Seligkeit; gadā-ari-śaṅkha-abja-dharam – Keule, Diskus, Muschel und Lotus tragend; bhava-arim – den Feind des Werdens; saḥ yaḥ dhyāyet – wer über ihn meditiert; mokṣam āpnoti – erlangt Befreiung; sarvaḥ – jeder.

Vers 5.9 Ramatapaniya Upanishad
viśvavyāpī rāghavo yastadānī-
mantardadhe śaṅkhacakre gadābje |
dhṛtvā ramāsahitaḥ sānujaśca
sapattanaḥ sānugaḥ sarvalokī || 9 ||

Der alles durchdringende Raghava entzog sich darauf dem Blick; mit Muschel, Diskus, Keule und Lotus, zusammen mit Rama beziehungsweise Sita, seinem Bruder, seiner Stadt und seinem Gefolge umfasst er alle Welten.

Wort-für-Wort-Erläuterung: viśva-vyāpī – alldurchdringend; rāghavaḥ yaḥ – jener Rāghava; tadānīm – damals; antar-dadhe – entzog sich dem Blick, verschwand; śaṅkha-cakre gadā-abje dhṛtvā – Muschel, Diskus, Keule und Lotus tragend; ramā-sahitaḥ – mit Ramā beziehungsweise Sītā; sa-anujaḥ ca – und mit dem jüngeren Bruder; sa-pattanaḥ – mit seiner Stadt; sa-anugaḥ – mit Gefolge; sarva-lokī – alle Welten umfassend.

Schlussverheißung des fünften Khaṇḍa
tadbhaktā ye labdhakāmāṃśca bhuktvā
tathā padaṃ paramaṃ yānti te ca |
imā ṛcaḥ sarvakāmārthadāśca
ye te paṭhantyamalā yānti mokṣam || 10 ||

Ramas Verehrer genießen die erfüllten Wünsche und gelangen danach zu jenem höchsten Ort; wer diese Verse, die alle Ziele gewähren, lauter rezitiert, gelangt zur Befreiung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat-bhaktāḥ ye – diejenigen, die seine Verehrer sind; labdha-kāmān ca bhuktvā – die erfüllten Wünsche genossen habend; tathā – danach, ebenso; paramam padam yānti te ca – gelangen auch sie zur höchsten Stätte; imāḥ ṛcaḥ – diese Rigverse beziehungsweise Strophen; sarva-kāma-artha-dāḥ ca – alle gewünschten Ziele schenkend; ye te paṭhanti – diejenigen, die sie rezitieren; amalāḥ – die Reinen; yānti mokṣam – gelangen zur Befreiung.

Kolophon des 5. Khaṇḍa
iti pañcamo'paniṣat ||
cinmaye'smiṃstrayodaśa | svabhūrjyotistisraḥ |
sītārāmāvekā | jīvavācī ṣaṭṣaṣṭiḥ |
bhūtādikamekādaśa | pañcakhaṇḍeṣu trinavatiḥ |
iti śrīrāmapūrvatāpinyupaniṣatsamāptā ||

Damit endet der fünfte Khaṇḍa. Der überlieferte Zählvers nennt die Anfänge der fünf Khaṇḍas und schließt mit einer Gesamtzahl von dreiundneunzig; seine internen Einzelangaben stimmen in der elektronischen Fassung nicht durchweg mit der sichtbaren Versnummerierung überein. Damit ist die Sri Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad beendet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; pañcama-upaniṣat – fünfter Abschnitt; cinmaye asmin trayodaśa – in dem mit cinmaye asmin beginnenden Abschnitt dreizehn Verse; svar-bhūr-jyotiḥ tisraḥ – in dem mit svar-bhūr-jyotiḥ beginnenden Abschnitt drei; sītā-rāmau ekā – in dem mit sītā-rāmau beginnenden Abschnitt einer; jīva-vācī ṣaṭ-ṣaṣṭiḥ – in dem mit jīva-vācī beginnenden Abschnitt sechsundsechzig; bhūta-ādikam ekādaśa – in dem mit bhūta-ādikam beginnenden Abschnitt elf; pañca-khaṇḍeṣu tri-navatiḥ – in fünf Khaṇḍas dreiundneunzig; śrī-rāma-pūrva-tāpinī-upaniṣat samāptā – die ehrwürdige Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad ist beendet.

Vers Uttara 1.1 Ramatapaniya Upanishad
rāmottaratāpinyupaniṣat
oṃ bṛhaspatiruvāca yājñavalkyam | yadanu kurukṣetraṃ
devānāṃ devayajanaṃ sarveṣāṃ bhūtānāṃ
brahmasadanamavimuktaṃ vai kurukṣetraṃ devānāṃ devayajanaṃ
sarveṣāṃ bhūtānāṃ brahmasadanam | tasmādyatra kvacana
gacchati tadeva manyetetīdaṃ vai kurukṣetraṃ devānāṃ
devayajanaṃ sarveṣāṃ bhūtānāṃ brahmasadanam |
atra hi jantoḥ prāṇeṣūtkramamāṇeṣu rudrastārakaṃ
brahma vyācaṣṭe yenāsāvamṛtībhūtvā mokṣībhavati |
tasmādavimuktameva niṣeveta | avimuktaṃ na vimuñcet |
evamevaitadyājñavalkya || 1 ||

Brihaspati sprach zu Yajnavalkya: Avimukta ist wahrlich Kurukshetra, die Opferstätte der Götter und der Sitz Brahmans für alle Wesen. Wohin man auch geht, soll man eben dort erkennen: Dies ist Kurukshetra, die Opferstätte der Götter und der Sitz Brahmans für alle Wesen. Denn hier, wenn bei einem Geschöpf die Lebenskräfte ausziehen, erklärt Rudra das rettende Brahman; durch dieses wird es unsterblich und befreit. Darum soll man allein Avimukta aufsuchen und Avimukta nicht verlassen. Genau so ist es, Yajnavalkya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bṛhaspatiḥ uvāca yājñavalkyam – Brihaspati sprach zu Yajnavalkya; yat anu kuru-kṣetram – was als beziehungsweise entsprechend Kurukshetra gilt; devānāṃ deva-yajanam – Opferstätte der Götter; sarveṣāṃ bhūtānāṃ brahma-sadanam – Sitz Brahmans für alle Wesen; avimuktam vai kuru-kṣetram – Avimukta ist wahrlich Kurukshetra; tasmāt – deshalb; yatra kvacana gacchati – wohin auch immer man geht; tat eva manyeta – eben dafür soll man es halten; idam vai kuru-kṣetram – dieses ist wahrlich Kurukshetra; atra hi – denn hier; jantoḥ – eines Lebewesens; prāṇeṣu utkrāmamāṇeṣu – wenn die Lebenskräfte ausziehen; rudraḥ – Rudra; tārakam brahma vyācaṣṭe – erklärt das rettende Brahman; yena – wodurch; asau amṛtī-bhūtvā – jener unsterblich geworden; mokṣī bhavati – befreit wird; avimuktam eva niṣeveta – soll gerade Avimukta aufsuchen und verehren; avimuktaṃ na vimuñcet – soll Avimukta nicht verlassen; evam eva etat yājñavalkya – genau so ist es, Yajnavalkya.

Vers Uttara 2.2 Ramatapaniya Upanishad
atha hainaṃ bhāradvājaḥ papraccha yājñavalkyaṃ kiṃ
tārakaṃ kiṃ tārayatīti | sa hovāca yājñavalkyastārakaṃ
dīrghānalaṃ bindupūrvakaṃ dīrghānalaṃ punarmāyāṃ
namaścandrāya namo bhadrāya nama ityetadbrahmātmikāḥ
saccidānandākhyā ityupāsitavyam | akāraḥ prathamākṣaro
bhavati | ukārodvitīyākṣaro bhavati | makārastṛtīyākṣaro
bhavati | ardhamātraścaturthākṣaro bhavati | binduḥ pañcamākṣaro
bhavati | nādaḥ ṣaṣṭhākṣaro bhavati | tārakatvāttārako bhavati |
tadeva tārakaṃ brahma tvaṃ viddhi | tadevopāsitavyamiti jñeyam | garbhajanmajarāmaraṇasaṃsāramahadbhayātsaṃtārayatīti |
tasmāducyate ṣaḍakṣaraṃ tārakamiti | | ya etattārakaṃ brahma
brāhmaṇo nityamadhīte | sa pāpmānaṃ tarati | sa mṛtyuṃ tarati |
sa brahmahatyāṃ tarati | sa bhrūṇahatyāṃ tarati| sa saṃsāraṃ tarati |
sa sarvaṃ tarati | so'vimuktamāśrito bhavati | sa mahānbhavati |
so'mṛtatvaṃ ca gacchati || 2 ||

Darauf fragte Bharadvaja Yajnavalkya: „Was ist das Rettende, und wovor führt es hinüber?“ Yajnavalkya sprach: Das Taraka wird als die Lautfolge langes Anala, mit vorangestelltem Bindu, wiederum langes Anala, dann Maya, „namaś candrāya“, „namo bhadrāya“ und „namaḥ“ gelehrt; diese Formen sind ihrem Wesen nach Brahman und werden Sein, Bewusstsein und Seligkeit genannt, und so sind sie zu verehren. A ist der erste Laut, U der zweite, M der dritte, die Halbmatra der vierte, Bindu der fünfte und Nada der sechste. Weil es hinüberführt, heißt es Taraka. Erkenne eben dieses Taraka als Brahman; eben dieses ist zu verehren. Weil es aus der großen Furcht vor Mutterleib, Geburt, Alter, Tod und Samsara hinüberführt, wird es das sechssilbige Taraka genannt. Der Brahmane, der dieses rettende Brahman täglich studiert, überwindet Schuld, Tod, Brahmanenmord, Embryonentötung, Samsara und alles überhaupt. Er nimmt bei Avimukta Zuflucht, wird groß und gelangt zur Unsterblichkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha ha enam bhāradvājaḥ papraccha yājñavalkyam – darauf fragte Bharadvaja Yajnavalkya; kim tārakam – was ist das Rettende?; kim tārayati – woraus führt es hinüber?; sa ha uvāca yājñavalkyaḥ – Yajnavalkya sprach; tārakam – das rettende Taraka-Mantra; dīrgha-analaṃ bindu-pūrvakam – der lange „Feuer“-Laut mit vorausgehendem Bindu, technische Lautbeschreibung; dīrgha-analaṃ punaḥ māyām – wiederum der lange „Feuer“-Laut und die Maya-Silbe, technische Mantrafolge; namaḥ candrāya, namo bhadrāya, namaḥ – „Verehrung dem Mond, Verehrung dem Heilvollen, Verehrung“, überlieferte Formel; etat brahmātmikā saccidānandākhyā – dieses [Taraka beziehungsweise diese Lehre] ist von Brahman-Natur und wird Sein, Bewusstsein und Seligkeit genannt; die Vorlage schwankt hier in der Endung; iti upāsitavyam – so ist es zu verehren; akāraḥ prathama-akṣaraḥ – A ist der erste Laut; ukāraḥ dvitīya-akṣaraḥ – U ist der zweite Laut; makāraḥ tṛtīya-akṣaraḥ – M ist der dritte Laut; ardha-mātrā caturtha-akṣaraḥ – die Halbmatra ist der vierte Lautbestandteil; binduḥ pañcama-akṣaraḥ – Bindu ist der fünfte; nādaḥ ṣaṣṭha-akṣaraḥ – Nada ist der sechste; tārakatvāt tārakaḥ bhavati – wegen seines Hinüberführens heißt es Taraka; tat eva tārakaṃ brahma tvaṃ viddhi – erkenne eben dieses als das rettende Brahman; tat eva upāsitavyam – eben dieses ist zu verehren; iti jñeyam – so ist es zu verstehen; garbha-janma-jarā-maraṇa-saṃsāra-mahat-bhayāt – aus der großen Furcht vor Mutterleib, Geburt, Alter, Tod und Samsara; saṃtārayati – führt es vollständig hinüber; tasmāt ucyate ṣaḍakṣaraṃ tārakam – deshalb wird es sechssilbiges Taraka genannt; yaḥ etat tārakaṃ brahma brāhmaṇaḥ nityam adhīte – der Brahmane, der dieses rettende Brahman täglich studiert; sa pāpmānaṃ tarati – überwindet Schuld; sa mṛtyuṃ tarati – überwindet den Tod; sa brahma-hatyāṃ tarati – überwindet die als Brahmanenmord bezeichnete schwere Verfehlung; sa bhrūṇa-hatyāṃ tarati – überwindet die als Embryonentötung bezeichnete schwere Verfehlung; sa saṃsāraṃ tarati – überwindet den Samsara; sa sarvaṃ tarati – überwindet alles; saḥ avimuktam āśritaḥ bhavati – nimmt bei Avimukta Zuflucht; sa mahān bhavati – wird groß; saḥ amṛtatvaṃ ca gacchati – und erlangt Unsterblichkeit.

Vers Uttara 3.1 Ramatapaniya Upanishad
atraite ślokā bhavanti |
akārakṣarasaṃbhūtaḥ saumitrirviśvabhāvanaḥ |
ukārākṣarasaṃbhūtaḥ śatrughnastaijasātmakaḥ || 1 ||

Lakshmana geht aus A hervor und trägt das All; Shatrughna geht aus U hervor und entspricht dem leuchtenden Taijasa.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atra ete ślokāḥ bhavanti – hierzu gibt es folgende Verse; akāra-akṣara-saṃbhūtaḥ – aus dem Laut A entstanden; saumitriḥ – Saumitri, der Sohn Sumitras, Lakshmana; viśva-bhāvanaḥ – das All hervorbringend beziehungsweise tragend; ukāra-akṣara-saṃbhūtaḥ – aus dem Laut U entstanden; śatrughnaḥ – Shatrughna; taijasa-ātmakaḥ – von der Natur des Taijasa.

Vers Uttara 4.2 Ramatapaniya Upanishad
prājñātmakastu bharato makārākṣarasaṃbhavaḥ |
ardhamātrātmako rāmo brahmānandaikavigrahaḥ || 2 ||

Bharata, dem Prajna entsprechend, geht aus M hervor; Rama entspricht der Halbmatra und ist die eine Gestalt der Brahman-Seligkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: prājña-ātmakaḥ tu – aber von der Natur des Prajna; bharataḥ – Bharata; makāra-akṣara-saṃbhavaḥ – aus dem Laut M entstanden; ardha-mātrā-ātmakaḥ – von der Natur der Halbmatra; rāmaḥ – Rama; brahma-ānanda-eka-vigrahaḥ – die eine Gestalt der Brahman-Seligkeit.

Vers Uttara 5.3 Ramatapaniya Upanishad
śrīrāmasāṃnidhyavaśājjagadādhārakāriṇī |
utpattisthitisaṃhārakāriṇī sarvadehinām || 3 ||

Durch Sri Ramas Gegenwart trägt Sita die Welt und bewirkt Entstehung, Bestand und Auflösung aller verkörperten Wesen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrī-rāma-sāṃnidhya-vaśāt – kraft der Gegenwart Sri Ramas; jagat-ādhāra-kāriṇī – die Welt tragend; utpatti-sthiti-saṃhāra-kāriṇī – Entstehung, Erhaltung und Auflösung bewirkend; sarva-dehinām – aller Verkörperten.

Vers Uttara 6.4 Ramatapaniya Upanishad
sā sītā bhavati jñeyā mūlaprakṛtisaṃjñitā |
praṇavatvātprakṛtiriti vadanti brahmavādinaḥ || 4 || iti||

Sie ist als Sita und als ursprüngliche Prakriti zu erkennen; weil sie zum Pranava gehört, nennen die Brahman-Kenner sie Prakriti.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sā sītā – sie, Sita; bhavati jñeyā – ist zu erkennen; mūla-prakṛti-saṃjñitā – als Urprakriti bezeichnet; praṇavatvāt – aufgrund ihres Pranava-Wesens; prakṛtiḥ iti – „Prakriti“; vadanti – nennen, sagen; brahma-vādinaḥ – die Lehrer beziehungsweise Kenner Brahmans; iti – so.

Prosastelle U.7 Ramatapaniya Upanishad
omityetadakṣaramidaṃ sarvaṃ tasyopavyākhyānaṃ
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaditi sarvamoṅkāra eva |
yaccānyattrikālātītaṃ tadapyoṅkāra eva | sarvaṃ
hyetadbrahma | ayamātmā brahma so'yamātmā
catuṣpājjāgaritasthāno bahiḥprajñaḥ saptāṅga
ekonaviṃśatimukhaḥ sthūlabhugvaiśvānaraḥ
prathamaḥ pādaḥ || svapnasthāno'ntaḥprajñaḥ
saptāṅga ekonaviṃśatimukhaḥ praviviktabhuk taijaso
dvitīyaḥ pādaḥ | yatra supto na kaṃcana kāmaṃ
kāmayate na kaṃcana svapnaṃ paśyati tatsuṣuptam |
suṣuptasthāna ekībhūtaḥ prajñānaghanaevānandamayo
hyānandabhuk cetomukhaḥ prājñastṛtīyaḥ pādaḥ |
eṣa sarveśvara eṣa sarvajña eṣo'ntaryāmyeṣa
yoniḥ sarvasya prabhavāpyayau hi bhūtānām |
nāntaḥprajñaṃ na bahiḥprajñaṃ nobhayataḥprajñaṃ
na prajñaṃ nāprajñaṃ na prajñānaghanamadṛśya-
mavyavahāryamagrāhyamalakṣaṇamacintyamavyapadeśya-
mekātmapratyayasāraṃ prapañcopaśamaṃ śāntaṃ
śivamadvaitaṃ caturthaṃ manyante | sa ātmā sa vijñeyaḥ
sadojjvalo'vidyātatkāryahīnaḥ svātmabandhaharaḥ sarvadā
dvaitarahita ānandarūpaḥ sarvādhiṣṭhānasanmātro
nirastāvidyātamomoho'hameveti saṃbhāvyāhamoṃta-
tsadyatparaṃbrahma rāmacandraścidātmakaḥ |
so'hamontadrāmabhadraparaṃjyotīraso'hamomityā-
tmānamādāya manasā brahmaṇaikīkuryāt ||

Om, diese Silbe, ist dieses ganze All. Seine Erklärung lautet: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind sämtlich Om; auch was die drei Zeiten übersteigt, ist Om. All dies ist Brahman; dieses Selbst ist Brahman. Dieses Selbst hat vier Bewusstseinsaspekte. Der erste ist Vaishvanara: sein Bereich ist der Wachzustand, er erkennt nach außen, ist siebengliedrig, hat neunzehn Mündungen und erfährt das Grobe. Der zweite ist Taijasa: sein Bereich ist der Traum, er erkennt nach innen, ist siebengliedrig, hat neunzehn Mündungen und erfährt das Feine. Wo der Schlafende keinen Wunsch begehrt und keinen Traum sieht, ist Tiefschlaf. Der dritte ist Prajna: sein Bereich ist der Tiefschlaf; dort ist alles eins geworden, er ist eine Masse reinen Bewusstseins, aus Seligkeit bestehend, Seligkeit erfahrend und hat das Bewusstsein als Zugang. Er ist der Herr über alles, der Allwissende, der innere Lenker und Ursprung von allem, aus dem die Wesen hervorgehen und in den sie zurückkehren. Als den vierten betrachten die Weisen das, was weder nach innen noch nach außen noch nach beiden Seiten erkennt, weder gewöhnliches Erkennen noch Nichterkennen noch bloß eine Erkenntnismasse ist; es ist unsichtbar, unverfügbar, nicht ergreifbar, ohne Kennzeichen, undenkbar und unbezeichenbar, hat die Gewissheit des einen Selbst zum Wesen, ist das Stillwerden der Vielheitswelt, friedvoll, heilvoll und nichtdual. Das ist das Selbst; das ist zu erkennen. Es leuchtet stets, ist frei von Unwissenheit und deren Wirkungen, löst die Bindung des eigenen Selbst, ist immer frei von Zweiheit, von der Gestalt der Seligkeit und reines Sein als Grundlage von allem. Nachdem man Unwissenheit, Dunkelheit und Verblendung abgelegt hat, soll man sich vergegenwärtigen: „Ich allein bin Om, jenes Sein, das höchste Brahman; Ramachandra ist von der Natur des Bewusstseins. Der bin ich; Ramabhadra, das höchste Licht, der bin ich, Om.“ So soll man das Selbst im Geist aufnehmen und mit Brahman vereinen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ iti etat akṣaram idaṃ sarvam – der Laut Om ist dieses ganze All; tasya upavyākhyānam – dies ist seine nähere Auslegung; bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyat – Vergangenes, Gegenwärtiges beziehungsweise Werdendes und Zukünftiges; sarvam oṃkāraḥ eva – alles ist allein Om; yat ca anyat tri-kāla-atītam – und was sonst die drei Zeiten übersteigt; tat api oṃkāraḥ eva – auch das ist allein Om; sarvaṃ hi etat brahma – denn all dieses ist Brahman; ayam ātmā brahma – dieses Selbst ist Brahman; saḥ ayam ātmā catuṣ-pāt – dieses Selbst besitzt vier Bewusstseinsaspekte; jāgarita-sthānaḥ – dessen Bereich der Wachzustand ist; bahiḥ-prajñaḥ – nach außen erkennend; sapta-aṅgaḥ – siebengliedrig; ekona-viṃśati-mukhaḥ – mit neunzehn Mündern; sthūla-bhuk – das Grobe erfahrend; vaiśvānaraḥ – Vaishvanara; prathamaḥ pādaḥ – der erste Bewusstseinsaspekt; svapna-sthānaḥ – dessen Bereich der Traum ist; antaḥ-prajñaḥ – nach innen erkennend; sapta-aṅgaḥ – siebengliedrig; ekona-viṃśati-mukhaḥ – mit neunzehn Mündern; pravivikta-bhuk – das Feine beziehungsweise Gesonderte erfahrend; taijasaḥ – Taijasa; dvitīyaḥ pādaḥ – der zweite Bewusstseinsaspekt; yatra suptaḥ – wenn der Schlafende; na kaṃcana kāmaṃ kāmayate – keinerlei Wunsch begehrt; na kaṃcana svapnaṃ paśyati – keinerlei Traum sieht; tat suṣuptam – das ist Tiefschlaf; suṣupta-sthānaḥ – dessen Bereich der Tiefschlaf ist; ekī-bhūtaḥ – eins geworden; prajñāna-ghanaḥ eva – eine Masse ungeschiedenen Bewusstseins; ānanda-mayaḥ – aus Seligkeit bestehend; hi ānanda-bhuk – wahrlich Seligkeit erfahrend; ceto-mukhaḥ – dessen Zugang das Bewusstsein ist; prājñaḥ – Prajna; tṛtīyaḥ pādaḥ – der dritte Bewusstseinsaspekt; eṣa sarveśvaraḥ – dieser ist der Herr über alles; eṣa sarvajñaḥ – dieser ist allwissend; eṣa antaryāmī – dieser ist der innere Lenker; eṣa yoniḥ sarvasya – dieser ist der Ursprung von allem; prabhava-apyayau hi bhūtānām – denn er ist Entstehung und Auflösung der Wesen; na antaḥ-prajñam – nicht nach innen erkennend; na bahiḥ-prajñam – nicht nach außen erkennend; na ubhayataḥ-prajñam – nicht nach beiden Seiten erkennend; na prajñam – nicht [gewöhnlich] bewusst; na aprajñam – nicht unbewusst; na prajñāna-ghanam – keine Masse des Bewusstseins; adṛśyam – unsichtbar; avyavahāryam – kein Gegenstand des empirischen Verkehrs; agrāhyam – nicht ergreifbar; alakṣaṇam – ohne Kennzeichen; acintyam – undenkbar; avyapadeśyam – nicht benennbar; eka-ātma-pratyaya-sāram – dessen Wesen die Gewissheit des einen Selbst ist; prapañca-upaśamam – Stillwerden der Vielheitswelt; śāntam – friedvoll; śivam – heilvoll; advaitam – nichtdual; caturtham manyante – wird als das Vierte angesehen; sa ātmā – das ist das Selbst; sa vijñeyaḥ – dieses ist zu erkennen; sadā ujjvalaḥ – immer leuchtend; avidyā-tat-kārya-hīnaḥ – frei von Unwissenheit und deren Wirkungen; svātma-bandha-haraḥ – die Bindung des eigenen Selbst lösend; sarvadā dvaita-rahitaḥ – stets frei von Zweiheit; ānanda-rūpaḥ – von der Gestalt der Seligkeit; sarva-adhiṣṭhāna-sat-mātraḥ – reines Sein als Grundlage von allem; nirasta-avidyā-tamas-mohaḥ – dessen Verblendung, die Dunkelheit der Unwissenheit, beseitigt ist; aham eva iti saṃbhāvya – „ich allein bin es“ vergegenwärtigend; aham oṃ tat sat – „ich bin Om, Tat, Sat“; yat paraṃ brahma rāmacandraḥ cid-ātmakaḥ – das höchste Brahman, Ramachandra, dessen Wesen Bewusstsein ist; saḥ aham – der bin ich; oṃ tat rāmabhadraḥ paraṃ jyotiḥ – Om, Tat, Ramabhadra, das höchste Licht; rasaḥ aham oṃ iti – „ich bin die Essenz, Om“, so; ātmānam ādāya – das Selbst erfassend; manasā – mit dem Geist; brahmaṇā ekīkuryāt – soll man es mit Brahman vereinen.

Prosastelle U.8 Ramatapaniya Upanishad
sadā rāmo'hamasmīti tattvataḥ pravadanti ye |
na te saṃsāriṇo nūnaṃ rāma eva na saṃśayaḥ || ityupaniṣat ||

Wer wahrheitsgemäß sagt „Immer bin ich Rama“, ist gewiss kein Gebundener im Samsara, sondern Rama selbst.

Wort-für-Wort-Erläuterung: sadā – immer; rāmaḥ aham asmi iti – „ich bin Rama“, so; tattvataḥ – der Wahrheit beziehungsweise dem Wesen nach; pravadanti ye – diejenigen, welche aussprechen; na te saṃsāriṇaḥ – sie sind keine im Samsara Gebundenen; nūnam – gewiss; rāmaḥ eva – Rama allein; na saṃśayaḥ – kein Zweifel; iti upaniṣat – so lautet die Upanishad.

Prosastelle U.9 Ramatapaniya Upanishad
ya evaṃ veda sa mukto bhavatīti yājñavalkyaḥ ||

Wer dies erkennt, wird frei – so lehrt Yajnavalkya.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ evaṃ veda – wer dies auf diese Weise erkennt; sa muktaḥ bhavati – der wird befreit; iti yājñavalkyaḥ – so sprach Yajnavalkya.

Prosastelle U.10 Ramatapaniya Upanishad
atha hainamatriḥ papraccha yājñavalkyaṃ ya
eṣo'nanto'vyaktaparipūrṇānandaikacidātmā
taṃ kathamahaṃ vijānīyāmiti | sa hovāca yājñavalkyaḥ |
so'vimukta upāsyo'yam | eṣo'nanto'vyakta ātmā
so'vimukte pratiṣṭhita iti | so'vimuktaḥ kasminpratiṣṭhita iti |
varaṇāyāṃ nāsyāṃ ca madhye pratiṣṭhita iti ||

Darauf fragte Atri Yajnavalkya: „Wie soll ich jenes unendliche, unmanifestierte, vollkommen selige eine Bewusstseins-Selbst erkennen?“ Yajnavalkya sprach: „Dieses Avimukta ist zu verehren. Jenes unendliche, unmanifestierte Selbst ist in Avimukta gegründet.“ Atri fragte: „Worin ist Avimukta gegründet?“ Er antwortete: „In der Mitte zwischen Varana und Nasi.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha ha enam atriḥ papraccha yājñavalkyam – darauf fragte Atri Yajnavalkya; yaḥ eṣaḥ – jener, welcher; ananta-avyakta-paripūrṇa-ānanda-eka-cid-ātmā – das unendliche, unmanifestierte, vollkommen selige, eine Bewusstseins-Selbst; tam katham aham vijānīyām – wie soll ich dieses erkennen?; iti – so; sa ha uvāca yājñavalkyaḥ – Yajnavalkya sprach; saḥ avimukte upāsyaḥ ayam – dieses ist in Avimukta zu verehren; eṣaḥ anantaḥ avyaktaḥ ātmā – dieses unendliche, unmanifestierte Selbst; saḥ avimukte pratiṣṭhitaḥ – es ist in Avimukta gegründet; saḥ avimuktaḥ kasmin pratiṣṭhitaḥ – worin ist dieses Avimukta gegründet?; varaṇāyāṃ nāsyāṃ ca madhye – in der Mitte zwischen Varana und Nasi; pratiṣṭhitaḥ – ist es gegründet.

Prosastelle U.11 Ramatapaniya Upanishad
kā vai varaṇā kā ca nāsīti | janmāntarakṛtānsarvā-
ndoṣanvārayatīti tena varaṇā bhavatīti |
sarvānindriyakṛtānpāpānnāśayatīti tena nāsī bhavatīti |
katamaccāsya sthānaṃ bhavatīti | bhruvorghrāṇasya ca
yaḥ sandhiḥ sa eṣa dyaurlokasya parasya ca sandhirbhavatīti |
etadvai sandhiṃ sandhyāṃ brahmavida upāsata iti ||

„Was ist Varana und was ist Nasi?“ Varana heißt so, weil sie alle in früheren Geburten begangenen Fehler abwehrt; Nasi heißt so, weil sie alle von den Sinnen begangenen Verfehlungen vernichtet. „Wo liegt ihr Ort?“ Die Verbindung der Augenbrauen mit der Nase ist die Verbindung dieser Welt mit der jenseitigen Welt. Diese Verbindung als Übergangsbereich verehren die Kenner Brahmans.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kā vai varaṇā – was ist Varana?; kā ca nāsī – und was ist Nasi?; janmāntara-kṛtān sarvān doṣān – alle in früheren Geburten begangenen Fehler; vārayati – wehrt sie ab; iti tena varaṇā bhavati – deshalb heißt sie Varana; sarvān indriya-kṛtān pāpān – alle durch die Sinne begangenen Verfehlungen; nāśayati – vernichtet sie; iti tena nāsī bhavati – deshalb heißt sie Nasi; katamat ca asya sthānam – welches ist ihr Ort?; bhruvoḥ ghrāṇasya ca yaḥ sandhiḥ – die Verbindung von Augenbrauen und Nase; sa eṣaḥ – eben diese; dyauḥ lokasya parasya ca sandhiḥ – ist die Verbindung zum Himmel und zur jenseitigen Welt, gemäß der überlieferten Lesart; etat vai sandhim sandhyām – diese Verbindung, diesen Übergang; brahmavidaḥ upāsate – verehren die Brahmankenner.

Vers Uttara 12.1 Ramatapaniya Upanishad
so'vimukta upāsya iti | so'vimuktaṃ jñānamācaṣṭe yo
vā etadevaṃ veda || atha taṃ pratyuvāca |
śrīrāmasya manuṃ kāśyāṃ jajāpa vṛṣabhadhvajaḥ |
manvantarasahasraistu japahomārcanādibhiḥ || 1 ||

Avimukta ist zu verehren. Avimukta verkündet demjenigen Erkenntnis, der dies auf diese Weise erkennt. Darauf antwortete er ihm: Der Stierbannerträger Shiva rezitierte in Kashi das Mantra Sri Ramas durch tausend Manvantaras hindurch mit Japa, Feueropfer, Verehrung und weiteren Übungen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: saḥ avimuktaḥ upāsyaḥ – dieses Avimukta ist zu verehren; saḥ avimuktaṃ jñānam ācaṣṭe – es verkündet die Erkenntnis von Avimukta; yaḥ vā etat evaṃ veda – wer dies so erkennt; atha tam pratyuvāca – darauf antwortete er ihm; śrī-rāmasya manum – das Mantra Sri Ramas; kāśyām jajāpa – rezitierte in Kashi; vṛṣabha-dhvajaḥ – der Stierbannerträger, Shiva; manvantara-sahasraiḥ tu – während tausender Manvantaras; japa-homa-arcana-ādibhiḥ – durch Japa, Feueropfer, Verehrung und weitere Praktiken.

Vers Uttara 13.2 Ramatapaniya Upanishad
tataḥ prasanno bhagavāñchrīrāmaḥ prāha śaṃkaram |
vṛṇīśva yadabhīṣṭaṃ taddāsyāmi parameśvara || 2 || iti ||

Da wurde Sri Rama gnädig und sprach zu Shankara: Wähle, was du begehrst; ich werde es dir geben, höchster Herr.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tataḥ – daraufhin; prasannaḥ – gnädig, erfreut; bhagavān śrī-rāmaḥ – der erhabene Sri Rama; prāha śaṅkaram – sprach zu Shankara; vṛṇīṣva – wähle; yat abhīṣṭam – was du begehrst; tat dāsyāmi – das werde ich geben; parameśvara – o höchster Herr; iti – so.

Vers Uttara 14.3 Ramatapaniya Upanishad
atha saccidānandātmānaṃ śrīrāmamīśvaraḥ papraccha |
maṇikarṇyāṃ mama kṣetre gaṅgāyāṃ vā taṭe punaḥ |
mriyeta dehī tajjantormuktirnā'to varāntaram || 3 || iti ||

Shiva bat Sri Rama: Wenn ein verkörpertes Wesen in meinem heiligen Bezirk Manikarnika oder am Ufer des Ganges stirbt, möge ihm Befreiung zuteilwerden; eine andere Gabe wünsche ich nicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – darauf; sat-cit-ānanda-ātmānam – dessen Wesen Sein, Bewusstsein und Seligkeit ist; śrī-rāmam – Sri Rama; īśvaraḥ papraccha – Ishvara fragte; maṇikarṇyām mama kṣetre – in Manikarnika, meinem heiligen Bezirk; gaṅgāyām vā taṭe punaḥ – oder wiederum am Ufer des Ganges; mriyeta dehī – sollte ein Verkörperter sterben; tat jantoḥ muktiḥ – diesem Wesen [werde] Befreiung; na ataḥ vara-antaram – keine andere Gabe als diese; iti – so.

Prosastelle U.15 Ramatapaniya Upanishad
atha sa hovāca śrīrāmaḥ ||

Darauf sprach Sri Rama.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – darauf; saḥ ha uvāca – er sprach; śrī-rāmaḥ – Sri Rama

Vers Uttara 16.4 Ramatapaniya Upanishad
kṣetre'smiṃstava deveśa yatra kutrāpi vā mṛtāḥ |
kṛmikīṭādayo'pyāśu muktāḥ santu na cānyathā || 4 ||

Sri Rama antwortete: Wer irgendwo in deinem heiligen Bezirk stirbt, selbst Wurm oder Insekt, soll rasch und ausnahmslos befreit sein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṣetre asmin tava – in diesem deinem heiligen Bezirk; deveśa – o Herr der Götter; yatra kutra api vā mṛtāḥ – wo auch immer dort gestorben; kṛmi-kīṭa-ādayaḥ api – selbst Würmer, Insekten und weitere Wesen; āśu muktāḥ santu – mögen rasch befreit sein; na ca anyathā – und nicht anders, ausnahmslos.

Vers Uttara 17.5 Ramatapaniya Upanishad
avimukte tava kṣetre sarveṣāṃ muktisiddhaye |
ahaṃ saṃnihitastatra pāṣāṇapratimādiṣu || 5 ||

Damit in deinem Feld Avimukta alle Befreiung erlangen, bin ich dort sogar in Steinen und Kultbildern gegenwärtig.

Wort-für-Wort-Erläuterung: avimukte tava kṣetre – in deinem heiligen Bezirk Avimukta; sarveṣāṃ mukti-siddhaye – zur Vollendung der Befreiung aller; aham saṃnihitaḥ tatra – bin ich dort gegenwärtig; pāṣāṇa-pratimā-ādiṣu – in Steinen, Kultbildern und weiteren Formen.

Vers Uttara 18.6 Ramatapaniya Upanishad
kṣetre'sminyo'rcayedbhaktyā mantreṇānena māṃ śiva |
brahmahatyādipāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ || 6 ||

Wer mich in diesem Feld mit diesem Mantra hingebungsvoll verehrt, den werde ich von schwersten Verfehlungen befreien; sorge dich nicht, Shiva.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṣetre asmin yaḥ arcayet bhaktyā – wer in diesem heiligen Bezirk mit Hingabe verehrt; mantreṇa anena – mit diesem Mantra; mām – mich; śiva – o Shiva; brahma-hatyā-ādi-pāpebhyaḥ – von Verfehlungen wie dem sogenannten Brahmanenmord; mokṣayiṣyāmi – werde ich befreien; mā śucaḥ – sorge dich nicht.

Vers Uttara 19.7 Ramatapaniya Upanishad
tvatto vā brahmaṇo vāpi ye labhante ṣaḍakṣaram |
jīvanto mantrasiddhāḥ syurmuktā māṃ prāpnuvanti te || 7 ||

Wer das sechssilbige Mantra von dir, Brahma oder ihrer Überlieferung empfängt, erlangt schon im Leben Mantra-Vollendung und erreicht befreit mich.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tvattaḥ vā – von dir oder; brahmaṇaḥ vā api – oder auch von Brahma; ye labhante ṣaḍ-akṣaram – diejenigen, welche das Sechssilbenmantra empfangen; jīvantaḥ – noch lebend; mantra-siddhāḥ syuḥ – mögen beziehungsweise werden im Mantra vollendet sein; muktāḥ – befreit; māṃ prāpnuvanti te – erreichen sie mich.

Vers Uttara 20.8 Ramatapaniya Upanishad
mumūrṣordakṣiṇe karṇe yasya kasyāpi vā svayam |
upadekṣyasi manmantraṃ sa mukto bhavitā śiva || 8 ||

Wenn du einem Sterbenden, wer immer es sei, mein Mantra selbst ins rechte Ohr lehrst, wird er befreit sein, Shiva.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mumūrṣoḥ – einem Sterbenden beziehungsweise dem im Sterben Begriffenen; dakṣiṇe karṇe – ins rechte Ohr; yasya kasya api vā – wem auch immer; svayam – selbst; upadekṣyasi – wirst du lehren; mat-mantram – mein Mantra; sa muktaḥ bhavitā – der wird befreit sein; śiva – o Shiva.

Prosastelle U.21 Ramatapaniya Upanishad
iti śrīrāmacandreṇoktam || atha hainaṃ bhāradvājo
yājñavalkyamuvācātha kairmantraiḥ stutaḥ śrīrāmacandraḥ
prīto bhavati | svātmānaṃ darśayati tānno brūhi bhagavanniti |
sa hovāca yājñavalkyaḥ || pūrvaṃ satyaloke śrīrāmacandreṇaivaṃ
śikṣito brahmā punaretayā gāthayā namaskaroti ||

So sprach Sri Ramachandra. Darauf trat Bharadvaja an Yajnavalkya heran und fragte: „Mit welchen Mantras gepriesen wird Sri Ramachandra erfreut und offenbart sein Selbst? Nenne sie uns, o Erhabener.“ Yajnavalkya sprach: Einst wurde Brahma in Satyaloka von Sri Ramachandra so unterwiesen; darauf verneigte er sich mit der folgenden Strophe.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti śrī-rāmacandreṇa uktam – so wurde es von Sri Ramachandra gesprochen; atha ha enam bhāradvājaḥ yājñavalkyam uvāca – darauf sprach Bharadvaja zu Yajnavalkya; atha kair mantraiḥ stutaḥ – mit welchen Mantras gepriesen; śrī-rāmacandraḥ prītaḥ bhavati – wird Sri Ramachandra erfreut?; svātmānaṃ darśayati – offenbart er sein eigenes Selbst?; tān naḥ brūhi – nenne sie uns; bhagavan – o Erhabener; sa ha uvāca yājñavalkyaḥ – Yajnavalkya sprach; pūrvam – einst, zuvor; satya-loke – in Satyaloka; śrī-rāmacandreṇa – durch Sri Ramachandra; evam śikṣitaḥ brahmā – so unterrichtet, Brahma; punaḥ etayā gāthayā – wiederum mit dieser Strophe; namaskaroti – verneigt sich.

Prosastelle U.22 Ramatapaniya Upanishad
viśvarūpadharaṃ viṣṇuṃ nārāyaṇamanāmayam |
pūrṇānandaikavijñānaṃ paraṃ brahmasvarūpiṇam ||

Im Geist gedachte Brahma Vishnus, der die Weltgestalt trägt, Narayanas ohne Makel, der einen vollkommenen Geschmack von Seligkeit und Erkenntnis besitzt und Gestalt des höchsten Brahman ist.

Wort-für-Wort-Erläuterung: viśva-rūpa-dharam – die Weltgestalt tragend; viṣṇum – Vishnu; nārāyaṇam – Narayana; anāmayam – leidlos, makellos; pūrṇa-ānanda-eka-vijñānam – dessen eine Erkenntnis vollkommene Seligkeit ist; param brahma-svarūpiṇam – von der Gestalt des höchsten Brahman.

Vers Uttara 23.1 Ramatapaniya Upanishad
manasā saṃsmaranbrahma tuṣṭāva parameśvaram |
oṃ yo ha vai śrīrāmacandraḥ sa bhagavānadvaitaparamānanda
ātmā yatparaṃ brahma bhūrbhuvaḥ suvastasmai vai namo namaḥ || 1 ||

Om. Sri Ramachandra ist der Erhabene, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, das eine nichtduale Bewusstseins-Selbst aus Sein, Bewusstsein und Seligkeit. Ihm, der Bhur, Bhuvar und Svar ist, gilt wahrlich immer wieder Verehrung. So sprach Brahma zu ihnen: „Preist die Gottheit täglich mit siebenundvierzig Mantras. Darauf wird die Gottheit erfreut und offenbart ihr Selbst. Wer daher die Gottheit täglich mit diesen Mantras preist, schaut die Gottheit und gelangt zur Unsterblichkeit.“ So lautet die große Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: manasā saṃsmaran – im Geist sich vergegenwärtigend; brahmā – Brahma; tuṣṭāva – pries; parameśvaram – den höchsten Herrn; oṃ – Om; yaḥ ha vai śrī-rāmacandraḥ – der wahrlich Sri Ramachandra ist; sa bhagavān – der Erhabene; advaita-paramānanda ātmā – das nichtduale Selbst höchster Seligkeit; yat paraṃ brahma – welches das höchste Brahman ist; bhūḥ bhuvaḥ suvaḥ – Bhur, Bhuvar und Svar; tasmai vai – wahrlich ihm; namo namaḥ – immer wieder Verehrung.

Prosastelle U.24 Ramatapaniya Upanishad
yathā prathamamantroktāvādyantau tathā sarvamantreṣu jñātavyau ||

Anfang und Ende sind in allen folgenden Mantras ebenso zu ergänzen wie im ersten Mantra.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yathā prathama-mantra-uktau – wie in der Aussage des ersten Mantras; ādi-antau – Anfang und Ende, Dual; tathā – ebenso; sarva-mantreṣu – in allen Mantras; jñātavyau – sind die beiden zu erkennen beziehungsweise zu ergänzen.

Vers Uttara 25.2 Ramatapaniya Upanishad
yaścākhaṇḍaikarasātmā || 2 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das ungeteilte Selbst von einem einzigen Geschmack; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; akhaṇḍa-eka-rasa-ātmā – dessen Selbst beziehungsweise Wesen ungeteilt und von einem einzigen Geschmack ist.

Vers Uttara 26.3 Ramatapaniya Upanishad
yacca brahmānandāmṛtam || 3 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Nektar der Brahman-Seligkeit; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, was; ca – und; brahma-ānanda – Brahman-Seligkeit; amṛtam – Nektar, Unsterblichkeit

Vers Uttara 27.4 Ramatapaniya Upanishad
yattārakaṃ brahma || 4 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das rettende Brahman; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, welches; tārakam – hinüberführend, rettend; brahma – Brahman.

Vers Uttara 28.5 Ramatapaniya Upanishad
yo brahmā viṣṇurmaheśvaro yaḥ sarvadevātmā || 5 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Brahma, Vishnu, Maheshvara und das Selbst aller Götter; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ beziehungsweise yo – derjenige, welcher; brahmā – Brahma; viṣṇuḥ – Vishnu; maheśvaraḥ – Maheshvara; yaḥ sarva-deva-ātmā – der das Selbst beziehungsweise Wesen aller Götter ist.

Vers Uttara 29.6 Ramatapaniya Upanishad
ye sarve vedāḥ sāṅgāḥ saśākhāḥ setihāsapurāṇāḥ || 6 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist alle Veden samt Gliedern, Zweigen, Epen und Puranas; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; sarve vedāḥ – alle Veden; sa-aṅgāḥ – mitsamt ihren Gliedern; sa-śākhāḥ – mitsamt ihren Zweigen beziehungsweise Rezensionen; sa-itihāsa-purāṇāḥ – mitsamt den Itihasas und Puranas.

Vers Uttara 30.7 Ramatapaniya Upanishad
yo jīvāntarātmā || 7 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das innere Selbst des Einzelwesens; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yo – derjenige, welcher; jīva – Einzelwesen; antar-ātmā – inneres Selbst

Vers Uttara 31.8 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ sarvabhūtāntarātmā || 8 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das innere Selbst aller Wesen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; sarva-bhūta – alle Wesen; antar-ātmā – inneres Selbst

Vers Uttara 32.9 Ramatapaniya Upanishad
ye devāsuramanuṣyādibhāvāḥ || 9 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist alle Daseinsformen von Göttern, Asuras und Menschen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; deva – Götter; asura – Asuras; manuṣya-ādi – Menschen und weitere Wesen; bhāvāḥ – Daseinsformen

Vers Uttara 33.10 Ramatapaniya Upanishad
ye matsyakūrmādyavatārāḥ || 10 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Inkarnationen als Fisch, Schildkröte und die übrigen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; matsya – Fisch; kūrma – Schildkröte; ādi-avatārāḥ – die übrigen Inkarnationen

Vers Uttara 34.11 Ramatapaniya Upanishad
yo'ntaḥkaraṇacatuṣṭayātmā || 11 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Selbst der vier inneren Organe; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yo – derjenige, welcher; antaḥkaraṇa-catuṣṭaya-ātmā – das Selbst beziehungsweise Wesen der vier inneren Organe

Vers Uttara 35.12 Ramatapaniya Upanishad
yaśca prāṇaḥ || 12 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Lebensatem; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; prāṇaḥ – Lebensatem

Vers Uttara 36.13 Ramatapaniya Upanishad
yaśca yamaḥ || 13 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Yama; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; yamaḥ – Yama, Herr des Todes

Vers Uttara 37.14 Ramatapaniya Upanishad
yaścāntakaḥ || 14 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Beender; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; antakaḥ – der Beender

Vers Uttara 38.15 Ramatapaniya Upanishad
yaśca mṛtyuḥ || 15 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Tod; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; mṛtyuḥ – Tod

Vers Uttara 39.16 Ramatapaniya Upanishad
yaccāmṛtam || 16 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Unsterblichkeit; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, was; ca – und; amṛtam – Unsterblichkeit, Nektar

Vers Uttara 40.17 Ramatapaniya Upanishad
yāni ca pañcamahābhūtāni || 17 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die fünf großen Elemente; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yāni – diejenigen Dinge, welche; ca – und; pañca – fünf; mahā-bhūtāni – große Elemente

Vers Uttara 41.18 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ sthāvarajaṅgamātmā || 18 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Selbst alles Unbeweglichen und Beweglichen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; sthāvara – das Unbewegliche; jaṅgama – das Bewegliche; ātmā – Selbst, Wesen

Vers Uttara 42.19 Ramatapaniya Upanishad
ye pañcāgnayaḥ || 19 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die fünf Feuer; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; pañca – fünf; agnayaḥ – Feuer

Vers Uttara 43.20 Ramatapaniya Upanishad
yāḥ sapta mahāvyāhṛtayaḥ || 20 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die sieben großen Vyahritis; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yāḥ – diejenigen, welche, Nominativ Plural feminin; sapta – sieben; mahā-vyāhṛtayaḥ – die großen Vyahritis, heilige kosmische Ausrufe.

Vers Uttara 44.21 Ramatapaniya Upanishad
yā vidyā || 21 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die heilige Erkenntnis; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; vidyā – heilige Erkenntnis

Vers Uttara 45.22 Ramatapaniya Upanishad
yā sarasvatī || 22 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Sarasvati; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; sarasvatī – Sarasvati

Vers Uttara 46.23 Ramatapaniya Upanishad
yā lakṣmīḥ || 23 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Lakshmi; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; lakṣmīḥ – Lakshmi

Vers Uttara 47.24 Ramatapaniya Upanishad
yā gaurī || 24 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Gauri; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; gaurī – Gauri

Vers Uttara 48.25 Ramatapaniya Upanishad
yā jānakī || 25 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Janaki; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; jānakī – Janaki, Sita

Vers Uttara 49.26 Ramatapaniya Upanishad
yacca trailokyam || 26 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die drei Welten; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, was; ca – und; trai-lokyam – die Dreiwelt, die drei Welten

Vers Uttara 50.27 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ sūryaḥ || 27 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Sonne; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; sūryaḥ – Sonne

Vers Uttara 51.28 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ somaḥ || 28 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Soma, der Mond; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; somaḥ – Soma, Mond

Vers Uttara 52.29 Ramatapaniya Upanishad
yāni ca nakṣatrāṇi || 29 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Mondhäuser und Sterne; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yāni – diejenigen Dinge, welche; ca – und; nakṣatrāṇi – Mondhäuser, Sternbilder

Vers Uttara 53.30 Ramatapaniya Upanishad
ye ca nava grahāḥ || 30 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die neun Planeten; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; ca – und; nava – neun; grahāḥ – Planeten

Vers Uttara 54.31 Ramatapaniya Upanishad
ye cāṣṭau lokapālāḥ || 31 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die acht Weltenhüter; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; ca – und; aṣṭau – acht; loka-pālāḥ – Hüter der Welten beziehungsweise Richtungen

Vers Uttara 55.32 Ramatapaniya Upanishad
ye cāṣṭau vasavaḥ || 32 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die acht Vasus; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; ca – und; aṣṭau – acht; vasavaḥ – die Vasus

Vers Uttara 56.33 Ramatapaniya Upanishad
ye caikādaśa rudrāḥ || 33 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die elf Rudras; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; ca – und; ekādaśa – elf; rudrāḥ – die Rudras

Vers Uttara 57.34 Ramatapaniya Upanishad
ye ca dvadiśādityāḥ || 34 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die zwölf Adityas; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ye – diejenigen, welche; ca – und; dvādaśa – zwölf; ādityāḥ – Adityas, Sonnengottheiten

Vers Uttara 58.35 Ramatapaniya Upanishad
yacca bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyat || 35 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, was; ca – und; bhūtam – Vergangenes; bhavyaṃ – Gegenwärtiges beziehungsweise Werdendes; bhaviṣyat – Zukünftiges

Vers Uttara 59.36 Ramatapaniya Upanishad
yadbrahmāṇḍasya bahirvyāptam || 36 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist dasjenige, das außerhalb des Brahmanda alles durchdringt; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – dasjenige, welches; brahmāṇḍasya – des Welteneies, des Brahmanda; bahis – außerhalb, jenseits; vyāptam – ausgebreitet beziehungsweise alles durchdringend.

Vers Uttara 60.37 Ramatapaniya Upanishad
yo hiraṇyagarbhaḥ || 37 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Hiranyagarbha; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yo – derjenige, welcher; hiraṇyagarbhaḥ – Hiranyagarbha

Vers Uttara 61.38 Ramatapaniya Upanishad
yā prakṛtiḥ || 38 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Prakriti; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: – diejenige, welche; prakṛtiḥ – Prakriti, Urnatur

Vers Uttara 62.39 Ramatapaniya Upanishad
yaścoṅkāraḥ || 39 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Om-Laut; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; oṅkāraḥ – der Om-Laut

Vers Uttara 63.40 Ramatapaniya Upanishad
yāścatasro'rdhamātrāḥ || 40 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die vier Halbmatras; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yāḥ – diejenigen, welche; catasraḥ – vier; ardha-mātrāḥ – Halbmatras, halbe Lautmaße

Vers Uttara 64.41 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ paramapuruṣaḥ || 41 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der höchste Purusha; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; parama – höchster; puruṣaḥ – Purusha, geistiges Wesen

Vers Uttara 65.42 Ramatapaniya Upanishad
yaśca maheśvaraḥ || 42 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Maheshvara; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; maheśvaraḥ – Maheshvara

Vers Uttara 66.43 Ramatapaniya Upanishad
yaśca mahādevaḥ || 43 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Mahadeva; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; ca – und; mahādevaḥ – Mahadeva

Vers Uttara 67.44 Ramatapaniya Upanishad
ya oṃ namo bhagavate vāsudevāya || 44 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Mantra Om namo bhagavate vāsudevāya; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ beziehungsweise yo – derjenige, welcher; oṃ – Om; namaḥ beziehungsweise namo – Verehrung, Verneigung; bhagavate – dem Erhabenen, Dativ; vāsudevāya – Vasudeva, Dativ: dem Vasudeva.

Vers Uttara 68.45 Ramatapaniya Upanishad
yo mahāviṣṇuḥ || 45 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Mahavishnu; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yo – derjenige, welcher; mahā – groß; viṣṇuḥ – Vishnu

Vers Uttara 69.46 Ramatapaniya Upanishad
yaḥ paramātmā || 46 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das höchste Selbst; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ – derjenige, welcher; paramātmā – das höchste Selbst

Vers Uttara 70.47 Ramatapaniya Upanishad
yo vijñānātmā || 47 ||

Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Erkenntnis-Selbst; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yo – derjenige, welcher; vijñāna – unterscheidende Erkenntnis; ātmā – Selbst

Vers Uttara 71.5 Ramatapaniya Upanishad
oṃ yo ha vai śrīrāmacandraḥ sa bhagavānadvaitaparamānanda ātmā |
yaḥ saccidānandādvaitaikacidātmā bhūrbhuvaḥ suvastasmai
vai namo namaḥ || iti tānbrahmābravīt | saptacatvāriṃśanmantrairnityaṃ
devaṃ stuvadhvam | tato devaḥ prīto bhavati | svātmānaṃ darśayati |
tasmādya etairmantrairnityaṃ devaṃ stauti sa devaṃ paśyati |
so'mṛtatvaṃ gacchatīti mahopaniṣat || 5 ||

Om. Sri Ramachandra ist der Erhabene, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit und das höchste Brahman. Ihm in den Bereichen Bhur, Bhuvar und Svar gilt immer wieder Verehrung.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; yaḥ ha vai śrī-rāmacandraḥ – der wahrlich Sri Ramachandra ist; sa bhagavān – der Erhabene; advaita-paramānanda ātmā – das nichtduale Selbst höchster Seligkeit; yaḥ sat-cit-ānanda-advaita-eka-cid-ātmā – der das eine Bewusstseins-Selbst von Sein, Bewusstsein, Seligkeit und Nichtdualität ist; bhūḥ bhuvaḥ suvaḥ – Bhur, Bhuvar und Svar; tasmai vai namo namaḥ – wahrlich ihm immer wieder Verehrung; iti tān brahmā abravīt – so sprach Brahma zu ihnen; sapta-catvāriṃśat-mantraiḥ – mit siebenundvierzig Mantras; nityam devam stuvadhvam – preist stets die Gottheit; tataḥ devaḥ prītaḥ bhavati – darauf wird die Gottheit erfreut; svātmānam darśayati – offenbart ihr eigenes Selbst; tasmāt – deshalb; yaḥ etaiḥ mantraiḥ nityam devam stauti – wer die Gottheit stets mit diesen Mantras preist; sa devam paśyati – der schaut die Gottheit; saḥ amṛtatvaṃ gacchati – er erlangt Unsterblichkeit; iti mahā-upaniṣat – so lautet die große Upanishad.

Vers Uttara 72.1 Ramatapaniya Upanishad
atha hainaṃ bhāradvājo yājñavalkyamupasametyovāca
śrīrāmamantrarājasya māhātmyamanubrūhīti | sa hovāca yājñavalkyaḥ |
svaprakāśaḥ paraṃjyotiḥ svānubhūtyaikacinmayaḥ |
tadeva rāmacandrasya manorādyakṣaraḥ smṛtaḥ || 1 ||

Darauf trat Bharadvaja an Yajnavalkya heran und sprach: „Erkläre ausführlich die Größe des König-Mantras Sri Ramas.“ Yajnavalkya antwortete: „Selbstleuchtend, das höchste Licht und durch eigene Erfahrung ganz aus Bewusstsein bestehend – eben dieses gilt als der Anfangslaut des Mantras Ramachandras.“

Wort-für-Wort-Erläuterung: atha ha enam bhāradvājaḥ – darauf Bharadvaja; yājñavalkyam upasametya uvāca – an Yajnavalkya herangetreten, sprach; śrī-rāma-mantra-rājasya – des König-Mantras Sri Ramas; māhātmyam – Größe, Herrlichkeit; anubrūhi – erkläre ausführlich; sa ha uvāca yājñavalkyaḥ – Yajnavalkya sprach; sva-prakāśaḥ – aus sich selbst leuchtend; param jyotiḥ – das höchste Licht; sva-anubhūtyā – durch eigene Erfahrung; eka-cinmayaḥ – ganz aus dem einen Bewusstsein bestehend; tat eva – eben das; rāmacandrasya manoḥ – des Mantras Ramachandras; ādi-akṣaraḥ – Anfangslaut; smṛtaḥ – gilt als, wird erinnert.

Vers Uttara 73.2 Ramatapaniya Upanishad
akhaṇḍaikarasānandastārakabrahmavācakaḥ |
rāmāyeti suvijñeyaḥ satyānandacidātmakaḥ || 2 ||

Rāmāya ist als ungeteilte, eingestaltige Seligkeit und als Bezeichnung des rettenden Brahman zu erkennen; es ist Sein, Seligkeit und Bewusstsein.

Wort-für-Wort-Erläuterung: akhaṇḍa-eka-rasa-ānandaḥ – ungeteilte Seligkeit von einem einzigen Geschmack; tāraka-brahma-vācakaḥ – Bezeichner des rettenden Brahman; rāmāya iti – die Form „rāmāya“; su-vijñeyaḥ – ist richtig und klar zu erkennen; satya-ānanda-cid-ātmakaḥ – von der Natur der Wahrheit, Seligkeit und des Bewusstseins.

Vers Uttara 74.3 Ramatapaniya Upanishad
namaḥpadaṃ suvijñeyaṃ pūrṇānandaikakāraṇam |
sadā namanti hṛdaye sarve devā mumukṣavaḥ || 3 || iti ||

Das Wort namaḥ ist als einzige Ursache vollkommener Seligkeit zu verstehen; alle Götter und Befreiungssucher verneigen sich stets im Herzen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: namaḥ-padam – das Wort namaḥ, Verehrung; su-vijñeyam – ist richtig und klar zu verstehen; pūrṇa-ānanda-eka-kāraṇam – die einzige Ursache vollkommener Seligkeit; sadā – stets; namanti – verneigen sich; hṛdaye – im Herzen; sarve devāḥ – alle Götter; mumukṣavaḥ – die nach Befreiung Strebenden; iti – so.

Prosastelle U.75 Ramatapaniya Upanishad
ya evaṃ mantrarājaṃ śrīrāmacandraṣaḍakṣaraṃ nityamadhīte |
so'gnipūto bhavati | sa vāyupūto bhavati | sa ādityapūto bhavati |
sa somapūto bhavati | sa brahmapūto bhavati | sa viṣṇupūto bhavati |
sa rudrapūto bhavati | sarvairdevairjñāto bhavati | sarvakratubhiriṣṭavānbhavati |
tenetihāsapurāṇānāṃ rudrāṇāṃ śatasahasrāṇi japtāni phalāni bhavanti |
śrīrāmacandramanusmaraṇena gāyatryaḥ śatasahasrāṇi japtāni phalāni
bhavanti | praṇavānāmayutakoṭijapā bhavanti | daśa pūrvāndaśottarānpunāti |
sa paṅktipāvano bhavati | sa mahānbhavati | so'mṛtatvaṃ ca gacchati ||

Wer das sechssilbige König-Mantra Sri Ramachandras täglich studiert, wird durch Feuer, Wind, Sonne, Mond, Brahma, Vishnu und Rudra geläutert, von allen Göttern erkannt und erlangt die Frucht aller Opfer, unzähliger Rezitationen von Epen, Puranas, Rudra-Hymnen, Gayatri und Pranava; er läutert seine Vorfahren und Nachkommen, wird groß und gelangt zur Unsterblichkeit.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yaḥ evaṃ – wer auf diese Weise; mantra-rājaṃ śrī-rāmacandra-ṣaḍakṣaram – das sechssilbige König-Mantra Sri Ramachandras; nityam adhīte – täglich studiert beziehungsweise rezitiert; saḥ agni-pūtaḥ bhavati – wird durch Agni geläutert; sa vāyu-pūtaḥ bhavati – wird durch Vayu geläutert; sa āditya-pūtaḥ bhavati – wird durch die Sonne geläutert; sa soma-pūtaḥ bhavati – wird durch Soma, den Mond, geläutert; sa brahma-pūtaḥ bhavati – wird durch Brahma geläutert; sa viṣṇu-pūtaḥ bhavati – wird durch Vishnu geläutert; sa rudra-pūtaḥ bhavati – wird durch Rudra geläutert; sarvaiḥ devaiḥ jñātaḥ bhavati – wird von allen Göttern erkannt; sarva-kratubhiḥ iṣṭavān bhavati – gilt als einer, der mit allen Opfern geopfert hat; tena – dadurch; itihāsa-purāṇānāṃ rudrāṇāṃ śata-sahasrāṇi japtāni – sind Itihasas, Puranas und Rudra-Hymnen hunderttausendfach rezitiert; phalāni bhavanti – deren Früchte entstehen; śrī-rāmacandra-manu-smaraṇena – durch Erinnerung an das Mantra Sri Ramachandras; gāyatryaḥ śata-sahasrāṇi japtāni – sind hunderttausend Gayatris rezitiert; praṇavānām ayuta-koṭi-japāḥ bhavanti – gelten unzählige, wörtlich zehntausend Crore, Pranava-Rezitationen als vollzogen; daśa pūrvān – zehn Vorfahren; daśa uttarān – zehn Nachkommen; punāti – reinigt er; sa paṅkti-pāvanaḥ bhavati – er wird zu einem, der die Tischreihe heiligt; sa mahān bhavati – er wird groß; saḥ amṛtatvaṃ ca gacchati – und erlangt Unsterblichkeit.

Vers Uttara 76.4 Ramatapaniya Upanishad
atraite ślokā bhavanti |
gāṇapatyeṣu śaiveṣu śāktasaureṣvabhīṣṭadaḥ |
vaiṣṇaveṣvapi sarveṣu rāmamantraḥ phalādhikaḥ || 4 ||

Unter den Ganapatya-, Shaiva-, Shakta-, Saura- und auch allen Vaishnava-Mantras ist das Rama-Mantra besonders fruchtbringend.

Wort-für-Wort-Erläuterung: atra ete ślokāḥ bhavanti – hierzu gibt es folgende Verse; gāṇapatyeṣu – unter den Ganapatya-Mantras; śaiveṣu – unter den Shaiva-Mantras; śākta-saureṣu – unter den Shakta- und Saura-Mantras; abhīṣṭa-daḥ – das Erwünschte schenkend; vaiṣṇaveṣu api sarveṣu – auch unter allen Vaishnava-Mantras; rāma-mantraḥ – das Rama-Mantra; phala-adhikaḥ – an Frucht überlegen.

Vers Uttara 77.5 Ramatapaniya Upanishad
gāṇapatyādi mantreṣu koṭikoṭiguṇādhikaḥ |
mantrasteṣvapyanāyāsaphalado'yaṃ ṣaḍakṣaraḥ || 5 ||

Das sechssilbige Mantra übertrifft die Ganapatya- und anderen Mantras millionenfach und schenkt seine Frucht ohne Mühe.

Wort-für-Wort-Erläuterung: gāṇapatya-ādi-mantreṣu – unter den Ganapatya- und weiteren Mantras; koṭi-koṭi-guṇa-adhikaḥ – um Abermillionen überlegen; mantraḥ – das Mantra; teṣu api – selbst unter ihnen; anāyāsa-phala-daḥ – mühelos Frucht schenkend; ayam ṣaḍ-akṣaraḥ – dieses sechssilbige [Mantra].

Vers Uttara 78.6 Ramatapaniya Upanishad
ṣaḍakṣaro'yaṃ mantraḥ syātsarvāghaughanivāraṇaḥ |
mantrarāja iti proktaḥ sarveṣāmuttamottamaḥ || 6 ||

Dieses sechssilbige Mantra wehrt jede Flut von Schuld ab; es heißt König der Mantras und ist das Höchste unter allen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ṣaḍ-akṣaraḥ ayam mantraḥ syāt – dieses Mantra ist sechssilbig; sarva-agha-ogha-nivāraṇaḥ – jede Flut von Verfehlungen abwehrend; mantra-rājaḥ iti proktaḥ – wird König der Mantras genannt; sarveṣām uttama-uttamaḥ – das Höchste der Höchsten unter allen.

Vers Uttara 79.7 Ramatapaniya Upanishad
kṛtaṃ dine yadduritaṃ pakṣamāsartuvarṣajam |
sarvaṃ dahati niḥśeṣaṃ tūlarāśimivānalaḥ || 7 ||

Es verbrennt restlos Verfehlungen eines Tages, Halbmonats, Monats, einer Jahreszeit oder eines Jahres wie Feuer einen Baumwollhaufen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṛtam – begangen; dine yat duritam – welche Verfehlung an einem Tag; pakṣa-māsa-ṛtu-varṣa-jam – in einem Halbmonat, Monat, einer Jahreszeit oder einem Jahr entstanden; sarvam dahati – alles verbrennt es; niḥśeṣam – restlos; tūla-rāśim iva – wie einen Baumwollhaufen; analaḥ – Feuer.

Vers Uttara 80.8 Ramatapaniya Upanishad
brahmahatyāsahasrāṇi jñānājñānakṛtāni ca |
svarṇasteyasurāpānagurutalpāyutāni ca || 8 ||

Selbst tausendfach begangene schwerste Verfehlungen, wissentlich oder unwissentlich, Diebstahl von Gold, Rauschtrank und Verletzung des Lehrerbettes werden genannt.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brahma-hatyā-sahasrāṇi – tausend als Brahmanenmord bezeichnete schwere Verfehlungen; jñāna-ajñāna-kṛtāni – wissentlich oder unwissentlich begangen; ca – und; svarṇa-steya – Golddiebstahl; surā-pāna – Trinken von Rauschgetränken; guru-talpa – Vergehen am Bett des Gurus; ayutāni – zehntausend [solcher Vergehen]; ca – und.

Vers Uttara 81.9 Ramatapaniya Upanishad
koṭikoṭisahasrāṇi upapātakajānyapi |
sarvāṇyapi praṇaśyanti rāmamantrānukīrtanāt || 9 ||

Auch unzählige Nebenverfehlungen vergehen durch das wiederholte Singen des Rama-Mantras.

Wort-für-Wort-Erläuterung: koṭi-koṭi-sahasrāṇi – Abermillionen und Tausende; upapātaka-jāni api – auch aus Nebenverfehlungen entstanden; sarvāṇi api praṇaśyanti – sie alle gehen zugrunde; rāma-mantra-anukīrtanāt – durch wiederholtes Singen des Rama-Mantras.

Vers Uttara 82.10 Ramatapaniya Upanishad
bhūtapretapiśācādyāḥ kūṣmāṇḍabrahmarākṣasāḥ |
dūrādeva pradhāvanti rāmamantraprabhāvataḥ || 10 ||

Bhutas, Pretas, Pishacas, Kushmandas und Brahmarakshasas fliehen schon von fern vor der Kraft des Rama-Mantras.

Wort-für-Wort-Erläuterung: bhūta-preta-piśāca-ādyāḥ – Bhutas, Pretas, Pishachas und weitere Wesen; kūṣmāṇḍa-brahma-rākṣasāḥ – Kushmandas und Brahmarakshasas; dūrāt eva – schon von weitem; pradhāvanti – laufen fort, fliehen; rāma-mantra-prabhāvataḥ – aufgrund der Macht des Rama-Mantras.

Vers Uttara 83.11 Ramatapaniya Upanishad
aihalaukikamaiśvaryaṃ svargādyaṃ pāralaukikam |
kaivalyaṃ bhagavattvaṃ ca mantro'yaṃ sādhayiṣyati || 11 ||

Das Mantra verwirklicht Herrschaft in dieser Welt, himmlische und jenseitige Güter, Kaivalya und Teilhabe am Göttlichen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: aihika-laukikam aiśvaryam – diesweltliche Herrschaft beziehungsweise Fülle; svarga-ādyam pāralaukikam – Himmel und weitere jenseitige Güter; kaivalyam – vollkommene Befreiung; bhagavattvam – Teilhabe am Göttlichen beziehungsweise Gottheit; ca – und; mantraḥ ayam – dieses Mantra; sādhayiṣyati – wird verwirklichen.

Vers Uttara 84.12 Ramatapaniya Upanishad
grāmyāraṇyapaśughnatvaṃ saṃcitaṃ durutaṃ ca yat |
madyapānena yatpāpaṃ tadapyāśu vināśayet || 12 ||

Es vernichtet rasch angesammelte Schuld aus dem Töten von Haus- oder Wildtieren sowie aus dem Trinken von Alkohol.

Wort-für-Wort-Erläuterung: grāmya-āraṇya-paśu-ghnatvam – das Töten von Haus- und Wildtieren; saṃcitam duritam – angesammelte Verfehlung beziehungsweise Schuld; ca yat – und welche; madya-pānena yat pāpam – welche Schuld durch das Trinken von Alkohol entsteht; tat api – auch diese; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 85.13 Ramatapaniya Upanishad
abhakṣyabhakhakṣaṇotpannaṃ mithyājñānasamudbhavam |
sarvaṃ vilīyate rāmamantrasyāsyaiva kīrtanāt || 13 ||

Alles aus dem Essen Verbotenen oder aus falscher Erkenntnis Entstandene löst sich durch das Singen dieses Rama-Mantras auf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: abhakṣya-bhakṣaṇa-utpannam – durch das Essen von Verbotenem entstanden, normalisierte Lesart; mithyā-jñāna-samudbhavam – aus falscher Erkenntnis entstanden; sarvam vilīyate – alles löst sich auf; rāma-mantrasya asya eva kīrtanāt – durch das Singen eben dieses Rama-Mantras.

Vers Uttara 86.14 Ramatapaniya Upanishad
śrotriyasvarṇaharaṇādyacca pāpamupasthitam |
ratnādeścāpahāreṇa tadapyāśu vināśayet || 14 ||

Schuld aus dem Raub des Goldes eines Veda-Gelehrten oder aus dem Entwenden von Edelsteinen vergeht dadurch rasch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śrotriya-svarṇa-haraṇāt – durch den Raub des Goldes eines Veda-Gelehrten; yat ca pāpam upasthitam – und welche Schuld dadurch entstanden ist; ratna-ādeḥ ca apahāreṇa – sowie durch das Entwenden von Edelsteinen und Weiterem; tat api – auch diese; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 87.15 Ramatapaniya Upanishad
brāhmaṇaṃ kṣatriyaṃ vaiśyaṃ śūdraṃ hatvā ca kilbiṣam |
saṃcinoti naro mohādyadyattadapi nāśayet || 15 ||

Welche Schuld ein verblendeter Mensch durch Tötung eines Angehörigen irgendeiner sozialen Gruppe ansammelt, auch sie wird vernichtet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: brāhmaṇam – einen Brahmanen; kṣatriyam – einen Kshatriya; vaiśyam – einen Vaishya; śūdram – einen Shudra; hatvā – getötet habend; ca kilbiṣam – und die Schuld; saṃcinoti – sammelt an; naraḥ – ein Mensch; mohāt – aus Verblendung; yat yat – was immer, jede einzelne [Schuld]; tat api nāśayet – auch diese vernichtet es.

Vers Uttara 88.16 Ramatapaniya Upanishad
gatvāpi mātaraṃ mohādagamyāścaiva yoṣitaḥ |
upāsyānena mantreṇa rāmastadapi nāśayet || 16 ||

Auch schwerstes sexuelles Fehlverhalten wird durch die Verehrung Ramas mit diesem Mantra vernichtet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: gatvā api mātaram – selbst zur Mutter gegangen, hier als sexuelles Vergehen gemeint; mohāt – aus Verblendung; agamyāḥ ca eva yoṣitaḥ – und Frauen, zu denen Geschlechtsverkehr verboten ist; upāsya – verehrt habend; anena mantreṇa – mit diesem Mantra; rāmaḥ – Rama; tat api nāśayet – möge beziehungsweise wird auch dieses vernichten.

Vers Uttara 89.17 Ramatapaniya Upanishad
mahāpātakapāpiṣṭhasaṅgatyā saṃcitaṃ ca yat |
nāśayettatkathālāpaśayanāsanabhojanaiḥ || 17 ||

Was durch Umgang, Gespräch, gemeinsames Lager, Sitzen oder Essen mit schwer Belasteten angesammelt wurde, wird vernichtet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: mahā-pātaka-pāpiṣṭha-saṅgatyā – durch Umgang mit schwersten Sündern, die große Verfehlungen begangen haben; saṃcitam ca yat – und was angesammelt wurde; nāśayet tat – das vernichtet es; kathā-ālāpa-śayana-āsana-bhojanaiḥ – durch Gespräch, Unterhaltung, gemeinsames Liegen, Sitzen und Essen [mit ihnen].

Vers Uttara 90.18 Ramatapaniya Upanishad
pitṛmātṛvadhotpannaṃ buddhipūrvamaghaṃ ca yat |
tadanuṣṭhānamātreṇasarvametadvilīyate || 18 ||

Selbst absichtliche Schuld aus der Tötung von Vater oder Mutter löst sich allein durch diese Praxis auf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: pitṛ-mātṛ-vadha-utpannam – aus der Tötung von Vater oder Mutter entstanden; buddhi-pūrvam – absichtlich, mit vorherigem Wissen; agham ca yat – und welche Schuld; tat-anuṣṭhāna-mātreṇa – schon durch die Ausübung eben dieser Praxis; sarvam etat vilīyate – all dies löst sich auf.

Vers Uttara 91.19 Ramatapaniya Upanishad
yatprayāgāditīrthoktaprāyaścittaśatairapi |
naivāpanodyate pāpaṃ tadapyāśu vināśayet || 19 ||

Auch Schuld, die durch hunderte an Pilgerorten wie Prayaga gelehrte Sühnen nicht beseitigt wird, vernichtet es rasch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yat – welche [Schuld]; prayāga-ādi-tīrtha-ukta-prāyaścitta-śataiḥ api – selbst durch hunderte an Pilgerorten wie Prayaga gelehrte Sühnen; na eva apanodyate – keineswegs beseitigt wird; pāpam – Schuld, Verfehlung; tat api – auch diese; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 92.20 Ramatapaniya Upanishad
puṇyakṣetreṣu sarveṣu kurukṣetrādiṣu svayam |
buddhipūrvamaghaṃ kṛtvā tadapyāśuvināśayet || 20 ||

Auch absichtlich an heiligen Orten wie Kurukshetra begangene Schuld vernichtet es rasch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: puṇya-kṣetreṣu sarveṣu – an allen heiligen Orten; kuru-kṣetra-ādiṣu – in Kurukshetra und weiteren [heiligen Orten]; svayam – selbst; buddhi-pūrvam – absichtlich, bewusst; agham kṛtvā – Schuld begangen habend; tat api – auch diese; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 93.21 Ramatapaniya Upanishad
kṛcchraistaptaparākādyairnānācāndrāyaṇairapi |
pāpaṃ ca nāpanodyaṃ yattadapyāśu vināśayet || 21 ||

Was durch strenge Kricchra-, Taptaparaka- oder Chandrayana-Bußübungen nicht beseitigt wird, vernichtet es rasch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: kṛcchraiḥ – durch Kricchra-Bußübungen; tapta-parāka-ādyaiḥ – durch Tapta-, Paraka- und weitere strenge Bußübungen; nānā-cāndrāyaṇaiḥ api – auch durch verschiedene Chandrayana-Gelübde; pāpam ca – und die Schuld; na apanodyam yat – welche nicht zu beseitigen ist; tat api – auch diese; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 94.22 Ramatapaniya Upanishad
ātmatulyasuvarṇādidānairbahuvidhairapi |
kiṃcidapyaparikṣīṇaṃ tadapyāśu vināśayet || 22 ||

Was selbst nach vielfältigen Gaben von Gold im Gewicht des eigenen Körpers nicht geschwunden ist, vernichtet es rasch.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ātma-tulya-suvarṇa-ādi-dānaiḥ – durch Gaben von Gold im Gewicht des eigenen Körpers und weitere Gaben; bahu-vidhaiḥ api – auch durch vielfältige [Gaben]; kiṃcit api aparikṣīṇam – was auch nur im Geringsten unvermindert geblieben ist; tat api – auch dieses; āśu vināśayet – vernichtet es rasch.

Vers Uttara 95.23 Ramatapaniya Upanishad
avasthātritayeṣvevabuddhipūrvamaghaṃ ca yat |
tanmantrasmaraṇenaiva niḥśeṣaṃ pravilīyate || 23 ||

Absichtliche Schuld in den drei Bewusstseinszuständen löst sich durch Erinnerung an das Mantra restlos auf.

Wort-für-Wort-Erläuterung: avasthā-tritayeṣu eva – gerade in den drei Bewusstseinszuständen; buddhi-pūrvam – absichtlich, bewusst; agham ca yat – und welche Schuld; tat-mantra-smaraṇena eva – allein durch die Erinnerung an dieses Mantra; niḥśeṣam – restlos; pravilīyate – löst sich vollständig auf.

Vers Uttara 96.24 Ramatapaniya Upanishad
avasthātritayeṣvevaṃ mūlabandhamantraṃ ca yat |
tattanmantropadeśena sarvametatpraṇaśyati || 24 ||

Auch Bindungen durch Grund- und andere Mantras in den drei Zuständen vergehen durch die Unterweisung in diesem Mantra.

Wort-für-Wort-Erläuterung: avasthā-tritayeṣu – in den drei Bewusstseinszuständen; evam – auf diese Weise; mūla-bandha-mantram ca yat – das sogenannte Mula-Bandha-Mantra und was damit verbunden ist, technischer Ausdruck der überlieferten Lesart; tat-tat-mantra-upadeśena – durch Unterweisung in dem jeweiligen Mantra; sarvam etat praṇaśyati – all dies vergeht.

Vers Uttara 97.25 Ramatapaniya Upanishad
ābrahmabījadoṣāśca niyamātikramodbhvāḥ |
strīṇāṃ ca puruṣāṇāṃ ca mantreṇānena nāśitāḥ || 25 ||

Fehler bis hin zum Brahma-Keim und solche aus Übertretung von Regeln werden bei Frauen und Männern durch dieses Mantra vernichtet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: ā-brahma-bīja-doṣāḥ ca – Fehler bis hin zum Brahma-Bija; niyama-atikrama-udbhavāḥ – aus der Übertretung von Regeln entstanden; strīṇām ca – von Frauen; puruṣāṇām ca – und von Männern; mantreṇa anena – durch dieses Mantra; nāśitāḥ – vernichtet.

Vers Uttara 98.26 Ramatapaniya Upanishad
yeṣu yeṣvapi deśeṣu rāmabhadra upāsyate |
durbhikṣādibhayaṃ teṣu na bhavettu kadācana || 26 ||

In Ländern, in denen Ramabhadra verehrt wird, soll niemals Furcht vor Hungersnot und ähnlichem entstehen.

Wort-für-Wort-Erläuterung: yeṣu yeṣu api deśeṣu – in welchen Ländern auch immer; rāma-bhadraḥ upāsyate – Ramabhadra verehrt wird; durbhikṣa-ādi-bhayam – Gefahr von Hungersnot und Ähnlichem; teṣu – in ihnen; na bhavet tu – soll jedoch nicht entstehen; kadācana – jemals.

Vers Uttara 99.27 Ramatapaniya Upanishad
śāntaḥ prasannavadano hyakrodho bhaktavatsalaḥ |
anena sadṛśo mantro jagatsvapi na vidyate || 27 ||

Rama ist friedvoll, heiteren Antlitzes, frei von Zorn und seinen Verehrern zugetan; in den Welten gibt es kein Mantra, das diesem gleicht.

Wort-für-Wort-Erläuterung: śāntaḥ – friedvoll; prasanna-vadanaḥ – heiteren Antlitzes; hi akrodhaḥ – wahrlich frei von Zorn; bhakta-vatsalaḥ – seinen Verehrern liebevoll zugetan; anena sadṛśaḥ mantraḥ – ein diesem gleiches Mantra; jagatsu api – selbst in den Welten; na vidyate – ist nicht vorhanden.

Vers Uttara 100.28 Ramatapaniya Upanishad
samyagārādhito rāmaḥ prasīdatyeva satvaram |
dadātyāyuṣyamaiśvaryamante viṣṇupadaṃ ca yat || 28 ||

Richtig verehrt, wird Rama sehr rasch gnädig; er schenkt langes Leben, Herrschaft und zuletzt Vishnus höchsten Ort.

Wort-für-Wort-Erläuterung: samyak ārādhitaḥ – richtig und vollständig verehrt; rāmaḥ – Rama; prasīdati eva – wird ganz gewiss gnädig; satvaram – rasch; dadāti – gibt, schenkt; āyuṣyam – langes Leben, Lebenskraft; aiśvaryam – Herrschaft, Fülle; ante – am Ende; viṣṇu-padam – Vishnus Stätte beziehungsweise Zustand; ca yat – und dieses [Ziel].

Vers Uttara 101.6 Ramatapaniya Upanishad
tadetadṛcābhyuktam |
ṛco akṣare parame vyomanyasmindevā adhi viśve niṣeduḥ |
yastanna veda kimṛcā kariṣyati ya ittadvidusta ime samāsate |
tadviṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣurātatam | tadviprāso vipanyavo jāgṛvāṃsaḥ samindhate |
viṣṇoryatparamaṃ padam | oṃ satyamityupaniṣat || 6 ||

Dies ist durch einen Rigvers ausgesprochen: Im höchsten unvergänglichen Raum des Rigverses haben alle Götter ihren Sitz genommen. Wer das nicht erkennt – was wird der Rigvers ihm nützen? Diejenigen, die es erkennen, sind darin vereint. Die Weisen schauen immer jene höchste Stätte Vishnus, wie ein am Himmel ausgebreitetes Auge. Die inspirierten, einsichtsvollen und wachen Seher entzünden und verherrlichen jene höchste Stätte Vishnus. Om. Wahrheit – so lautet die Upanishad.

Wort-für-Wort-Erläuterung: tat etat ṛcā abhyuktam – dieses ist durch einen Rigvers ausgesprochen; ṛcaḥ akṣare parame vyoman – im höchsten unvergänglichen Raum des Rigverses; yasmin – in welchem; devāḥ adhi viśve niṣeduḥ – alle Götter ihren Sitz nahmen; yaḥ tat na veda – wer dieses nicht erkennt; kim ṛcā kariṣyati – was wird der Rigvers ihm nützen?; ye it tat viduḥ – diejenigen, welche eben dieses erkennen; te ime samāsate – diese sind darin vereint; tat viṣṇoḥ paramam padam – diese höchste Stätte Vishnus; sadā paśyanti sūrayaḥ – schauen die Weisen immer; divi iva cakṣuḥ ātatam – wie ein am Himmel ausgebreitetes Auge; tat viprāsaḥ – diese inspirierten Seher; vipanyavaḥ – die einsichtsvollen Weisen; jāgṛvāṃsaḥ – die Wachen; samindhate – entzünden, lassen aufleuchten beziehungsweise verherrlichen; viṣṇoḥ yat paramam padam – welches die höchste Stätte Vishnus ist; oṃ – Om; satyam – Wahrheit; iti upaniṣat – so lautet die Upanishad.

Śānti-Mantra nach der Rāma-uttaratāpanīya
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören und mit den Augen Heilsames sehen, ihr Verehrungswürdigen. Mit festen Gliedern und gesunden Körpern wollen wir euch preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Heil gewähre uns Indra von großem Ruhm, Heil Pushan, der alles kennt, Heil Tarkshya mit unversehrtem Rad, Heil gewähre uns Brihaspati. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om; bhadram – Heilsames; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śruṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – ihr Götter; bhadram – Heilsames; paśyema akṣabhiḥ – mögen wir mit den Augen sehen; yajatrāḥ – ihr Verehrungswürdigen; sthiraiḥ aṅgaiḥ – mit festen Gliedern; tuṣṭuvāṃsaḥ – preisend; tanūbhiḥ – mit den Körpern; vyaśema – mögen wir verbringen beziehungsweise erfüllen; deva-hitam yat āyuḥ – die von den Göttern bestimmte Lebenszeit; svasti naḥ – Heil sei uns; indraḥ vṛddha-śravāḥ – Indra von altem beziehungsweise großem Ruhm; pūṣā viśva-vedāḥ – Pushan, der alles kennt; tārkṣyaḥ ariṣṭa-nemiḥ – Tarkshya mit unversehrtem Rad; bṛhaspatiḥ dadhātu – möge Brihaspati gewähren; śāntiḥ – Frieden, dreimal angerufen.

Schlusskolophon der Ramatapaniya Upanishad
iti rāmottaratāpinyupaniṣatsamāptā ||
iti rāmatāpinyupaniṣatsamāptā ||

Damit ist die Rāma-uttaratāpanīya Upanishad beendet; damit ist die gesamte Ramatapaniya Upanishad beendet.

Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so, damit; rāma-uttara-tāpinīya-upaniṣat – die Rāma-uttaratāpanīya Upanishad; samāptā – ist beendet; iti – so, damit; rāma-tāpinī-upaniṣat – die Ramatapaniya Upanishad; samāptā – ist beendet.

Ramatapaniya Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung

Name, Einordnung und Überlieferung

Der Name bezeichnet die Lehre über Rama als höchster Atman, erschlossen durch Mantra, Symbol und nichtduale Deutung. Als Vaishnava Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Atharvaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.

Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.

Datierung

Die Schrift gehört zu den jüngeren sektarischen Upanishaden. Eine punktgenaue Datierung ist nicht möglich. Moriz Winternitz datierte sie in das 16. Jahrhundert; andere Einordnungen nennen das 11. Jahrhundert oder betonen eine schrittweise Redaktion. Gesichert ist nur: Stil, Rama-Bhakti, Mantra- und Yantra-System sowie die Anlehnung an die Nrisimha Tapaniya Upanishad sprechen gegen eine Zugehörigkeit zu den ältesten Upanishaden. Vorsichtig ist daher die Einordnung als spätmittelalterlicher Text, möglicherweise mit unterschiedlich alten Schichten.

Aufbau und Inhalt

Der Text entfaltet Purva-Teil über Rama-Mantra und kosmische Gestalt; Uttara-Teil über Avimukta und Taraka-Brahman. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.

Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.

Philosophische Kernlehre

Die zentrale Perspektive lautet: Rama als höchster Atman, erschlossen durch Mantra, Symbol und nichtduale Deutung. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.

Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Studium wird in der upanishadischen Tradition durch Kontemplation, Meditation und verantwortliches Handeln vertieft.

Beziehungen zu anderen Schriften

Thematisch steht die Ramatapaniya Upanishad besonders neben Ramarahasya Upanishad, Vasudeva Upanishad, Tripadvibhuti-Mahanarayana Upanishad, Mudgala Upanishad, Avyakta Upanishad, Nrisimha Tapaniya Upanishad, Narayana Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.

Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Ramatapaniya Upanishad einen eigenen Akzent setzt.

Bedeutung für die Tradition

Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Purva-Teil über Rama-Mantra und kosmische Gestalt; Uttara-Teil über Avimukta und Taraka-Brahman – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.

Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.

Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten

Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?

Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.

Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter

Für Yogalehrer ist die Ramatapaniya Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.

Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.

Bleibende Botschaft

Die bleibende Einladung der Ramatapaniya Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: Rama als höchster Atman, erschlossen durch Mantra, Symbol und nichtduale Deutung. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.

Ramatapaniya Upanishad – vollständiger Text in Devanagari

श्रीरामतापनीयार्थं भक्तध्येयकलेवरम् ।
विकलेवरकैवल्यं श्रीरामब्रह्म मे गतिः ॥

ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवा भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥

स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥


ॐ चिन्मयेऽस्मिन्महाविष्णौ जाते दशरथे हरौ ।
रघोः कुलेऽखिलं राति राजते यो महीस्थितः ॥ १॥

स राम इति लोकेषु विद्वद्भिः प्रकटीकृतः ।
राक्षसा येन मरणं यान्ति स्वोद्रेकतोऽथवा ॥ २॥

रामनाम भुवि ख्यातमभिरामेण वा पुनः ।
राक्षसान्मर्त्यरूपेण राहुर्मनसिजं यथा ॥ ३॥

प्रभाहीनांस्तथा कृत्वा राज्यार्हाणां महीभृताम् ।
धर्ममार्गं चरित्रेण ज्ञानमार्गं च नामतः ॥ ४॥

तथा ध्यानेन वैराग्यमैश्वर्यं स्वस्य पूजनात् ।
तथा रात्यस्य रामाख्या भुवि स्यादथ तत्त्वतः ॥ ५॥

रमन्ते योगिनोऽनन्ते नित्यानन्दे चिदात्मनि ।
इति रामपदेनासौ परं ब्रह्माभिधीयते ॥ ६॥

चिन्मयस्याद्वितीयस्य निष्कलस्याशरीरिणः ।
उपासकानां कार्यार्थं ब्रह्मणो रूपकल्पना ॥ ७॥

रूपस्थानां देवतानां पुंस्त्र्यङ्गास्त्रादिकल्पना ।
द्वित्तत्वारिषडष्टानां दश द्वादश षोडश ॥ ८॥

अष्टादशामी कथिता हस्ताः शङ्खादिभिर्युताः ।
सहस्रान्तास्तथा तासां वर्णवाहनकल्पना ॥ ९॥

शक्तिसेनाकल्पना च ब्रह्मण्येवं हि पञ्चधा ।
कल्पितस्य शरीरस्य तस्य सेनादिकल्पना ॥ १०॥

ब्रह्मादीनां वाचकोऽयं मन्त्रोऽन्वर्थादिसंज्ञकः ।
जप्तव्यो मन्त्रिणा नैवं विना देवः प्रसीदति ॥ ११॥

क्रियाकर्मेज्यकर्तॄणामर्थं मन्त्रो वदत्यथ ।
मननान्त्राणनान्मन्त्रः सर्ववाच्यस्य वाचकः ॥ १२॥

सोऽभयस्यास्य देवस्य विग्रहो यन्त्रकल्पना ।
विना यन्त्रेण चेत्पूजा देवता न प्रसीदति ॥ १३॥

इति रामपूर्वतापिन्युपनिषदि प्रथमोपनिषत् ॥ १॥


स्वर्भूर्ज्योतिर्मयोऽनन्तरूपी स्वेनैव भासते ।
जीवत्वेन समो यस्य सृष्टिस्थितिलयस्य च ॥ १॥

कारणत्वेन चिच्छक्त्या रजःसत्त्वतमोगुणैः ।
यथैव वटबीजस्थः प्राकृतश्च महान्द्रुमः ॥ २॥

तथैव रामबीजस्थं जगदेतच्चराचरम् ।
रेफारूढा मूर्तयः स्युः शक्तयस्तिस्र एव चेति ॥ ३॥

इति रामतापिन्युओअनिषदि द्वितीयोपनिषत् ॥ २॥


सीतारामौ तन्मयावत्र पूज्यौ
जातान्याभ्यां भुवनानि द्विसप्त ।
स्थितानि च प्रहितान्येव तेषु
ततो रामो मानवो माययाधात् ॥ १॥

जगत्प्राणायात्मनेऽस्मै नमः स्या-
न्नमस्त्वैक्यं प्रवदेत्प्राग्गुणेनेति ॥ २॥

इति रामतापिन्युपनिषदि तृतीयोपनिषत् ॥ ३॥


जीववाची नमो नाम चात्मारामेति गीयते ।
तदात्मिका या चतुर्थी तथा मायेति गीयते ॥ १॥

मन्त्रोयं वाचको रामो रामो वाच्यः स्याद्योगएतयोः ।
फलतश्चैव सर्वेषां साधकानां न संशयः ॥ २॥

यथा नामी वाचकेन नाम्ना योऽभिमुखो भवेत् ।
तथा बीजात्मको मन्त्रो मन्त्रिणोऽभिमुखो भवेत् ॥ ३॥

बीजशक्तिं न्यसेद्दक्षवामयोः स्तनयोरपि ।
कीलो मध्ये विना भाव्यः स्ववाञ्छाविनियोगवान् ॥ ४॥

सर्वेषामेव मन्त्राणामेष साधारणः क्रमः ।
अत्र रामोऽनन्तरूपस्तेजसा वह्निना समः ॥ ५॥

सत्त्वनुष्णगुविश्वश्चेदग्नीषोमात्मकं जगत् ।
उत्पन्नः सीतया भाति चन्द्रश्चन्द्रिकया यथा ॥ ६॥

प्रकृत्या सहितः श्यामः पीतवासा जटाधरः ।
द्विभुजः कुण्डली रत्नमाली धीरो धनुर्धरः ॥ ७॥

प्रसन्नवदनो जेता घृष्ट्यष्टकविभूषितः ।
प्रकृत्या परमेश्वर्या जगद्योन्याङ्किताङ्कभृत् ॥ ८॥

हेमाभया द्विभुजया सर्वालङ्कृतया चिता ।
श्लिष्टः कमलधारिण्या पुष्टः कोसलजात्मजः ॥ ९॥

दक्षिणे लक्ष्मणेनाथ सधनुष्पाणिना पुनः ।
हेमाभेनानुजेनैव तथा कोणत्रयं भवेत् ॥ १०॥

तथैव तस्य मन्त्रस्य यस्याणुश्च स्वङेन्तया ।
एवं त्रिकोणरूपं स्यात्तं देवा ये समाययुः ॥ ११॥

स्तुतिं चक्रुश्च जगतः पतिं कल्पतरौ स्थितम् ।
कामरूपाय रामाय नमो मायामयाय च ॥ १२॥

नमो वेदादिरूपाय ओङ्काराय नमो नमः ।
रमाधराय रामाय श्रीरामायात्ममूर्तये ॥ १३॥

जानकीदेहभूषाय रक्षोघ्नाय शुभाङ्गिने ।
भद्राय रघुवीराय दशास्यान्तकरूपिणे ॥ १४॥

रामभद्र महेश्वास रघुवीर नृपोत्तम ।
भो दशास्यान्तकास्माकं रक्षां देहि श्रियं च ते ॥ १५॥

त्वमैश्वर्यं दापयाथ सम्प्रत्याश्वरिमारणम् ।
कुर्विति स्तुत्य देवाद्यास्तेन सार्धं सुखं स्थिताः ॥ १६॥

स्तुवन्त्येवं हि ऋषयस्तदा रावण आसुरः ।
रामपत्नीं वनस्थां यः स्वनिवृत्त्यर्थमाददे ॥ १७॥

स रावण इति ख्यातो यद्वा रावाच्च रावणः ।
तद्व्याजेनेक्षितुं सीतां रामो लक्ष्मण एव च ॥ १८॥

विचेरतुस्तदा भूमौ देवीं संदृश्य चासुरम् ।
हत्वा कबन्धं शबरीं गत्वा तस्याज्ञया तया ॥ १९॥

पूजितो वायुपुत्रेण भक्तेन च कपीश्वरम् ।
आहूय शंसतां सर्वमाद्यन्तं रामलक्ष्मणौ ॥ २०॥

स तु रामे शङ्कितः सन्प्रत्ययार्थं च दुन्दुभेः ।
विग्रहं दर्शयामास यो रामस्तमचिक्षिपत् ॥ २१॥

सप्त सालान्विभिद्याशु मोदते राघवस्तदा ।
तेन हृष्टः कपीन्द्रोऽसौ स रामस्तस्य पत्तनम् ॥ २२॥

जगामागर्जदनुजो वालिनो वेगतो गृहात् ।
तदा वाली निर्जगाम तं वालिनमथाहवे ॥ २३॥

निहत्य राघवो राज्ये सुग्रीवं स्थापयत्ततः ।
हरीनाहूय सुग्रीवस्त्वाह चाशाविदोऽधुना ॥ २४॥

आदाय मैथिलीमद्य ददताश्वाशु गच्छत ।
ततस्ततार हनुमानब्धिं लङ्कां समाययौ ॥ २५॥

सीतां दृष्ट्वाऽसुरान्हत्वा पुरं दग्ध्वा तथा स्वयम् ।
आगत्य रामेण सह न्यवेदयत तत्त्वतः ॥ २६॥

तदा रामः क्रोधरूपी तानाहूयाथ वानरान् ।
तैः सार्धमादायास्त्राणि पुरीं लङ्कां समाययौ ॥ २७॥

तां दृष्ट्वा उदधीशेन सार्धं युद्धमकारयत् ।
घटश्रोत्रसहस्राक्षजिद्भ्यां युक्तं तमाहवे॥ २८॥

हत्वा बिभीषणं तत्र स्थाप्याथ जनकात्मजाम् ।
आदायाङ्कस्थितां कृत्वा स्वपुरं तैर्जगाम सः ॥ २९॥

ततः सिंहासनस्थः सन् द्विभुजो रघुनन्दनः ।
धनुर्धरः प्रसन्नात्मा सर्वाभरणभूषितः ॥ ३०॥

मुद्रां ज्ञानमयीं याम्ये वामे तेजप्रकाशिनीम् ।
धृत्वा व्याख्याननिरतश्चिन्मयः परमेश्वरः ॥ ३१॥

उदग्दक्षिणयोः स्वस्य शत्रुघ्नभरतौ ततः ।
हनूमन्तं च श्रोतारमग्रतः स्यात्त्रिकोणगम् ॥ ३२॥

भरताधस्तु सुग्रीवं शत्रुघ्नाधो बिभीषणम् ।
पश्चिमे लक्ष्मणं तस्य धृतच्छ्रत्रं सचामरम् ॥ ३३॥

तदधस्तौ तालवृन्तकरौ त्र्यस्रं पुनर्भवेत् ।
एवं षट्कोणमादौ स्वदीर्घाङ्गैरेष संयुतः ॥ ३४॥

द्वितीयं वासुदेवाद्यैराग्नेयादिषु संयुतः ।
तृतीयं वायुसूनुं च सुग्रीवं भरतं तथा ॥ ३५॥

बिभीषणं लक्ष्मणं च अङ्गदं चारिमर्दनम् ।
जाम्बवन्तं च तैर्युक्तस्ततो धृष्टिर्जयन्तकः ॥ ३६॥

विजयश्च सुराष्ट्रश्च राष्ट्रवर्धन एव च ।
अशोको धर्मपालश्च सुमन्त्रश्चैभिरावृतः ॥ ३७॥

ततः सहस्रदृग्वह्निर्धर्मज्ञो वरुणोऽनिलः ।
इन्द्वीशधात्रनन्ताश्च दशभिश्चैभिरावृतः ॥ ३८॥

बहिस्तदायुधैः पूज्यो नीलादिभिरलङ्कृतः ।
वसिष्ठवामदेवादिमुनिभिः समुपासितः ॥ ३९॥

एवमुद्देशतः प्रोक्तं निर्देशस्तस्य चाधुना ।
त्रिरेखापुटमालिख्य मध्ये तारद्वयं लिखेत् ॥ ४०॥

तन्मध्ये बीजमालिख्य तदधः साध्यमालिखेत् ।
द्वितीयान्तं च तस्योर्ध्वं षष्ठ्यन्तं साधकं तथा ॥ ४१॥

कुरु द्वयं च तत्पार्श्वे लिखेद्बीजान्तरे रमाम् ।
तत्सर्वं प्रणवाभ्यां च वेष्टयेच्छुद्धबुद्धिमान् ॥ ४२॥

दीर्घभाजि षडस्रे तु लिखेद्बीजं हृदादिभिः ।
कोणपार्श्वे रमामाये तदग्रेऽनङ्गमालिखेत् ॥ ४३॥

क्रोधं कोणाग्रान्तरेषु लिख्य मन्त्र्यभितो गिरम् ।
वृत्तत्रयं साष्टपत्रं सरोजे विलिखेत्स्वरान् ॥ ४४॥

केसरे चाष्टपत्रे च वर्गाष्टकमथालिखेत् ।
तेषु मालामनोर्वर्णान्विलिखेदूर्मिसंख्यया ॥ ४५॥

अन्ते पञ्चाक्षराण्येवं पुनरष्टदलं लिखेत् ।
तेषु नारायणाष्टार्णांलिख्य तत्केसरे रमाम् ॥ ४६॥

तद्बहिर्द्वादशदलं विलिखेद्द्वादशाक्षरम् ।
अथों नमो भगवते वासुदेवाय इत्ययम् ॥ ४७॥

आदिक्षान्तान्केसरेषु वृत्ताकारेण संलिखेत् ।
तद्बहिः षोडशदलं लिख्य तत्केसरे हृयम् ॥ ४८॥

वर्मास्त्रनतिसंयुक्तं दलेषु द्वादशाक्षरम् ।
तत्सन्धिष्विरजादीनां मन्त्रान्मन्त्री समालिखेत् ॥ ४९॥

ह्रं स्रं भ्रं व्रं लूं श्रं ज्रं च लिखेत्सम्यक्ततो बहिः ।
द्वात्रिंशारं महापद्मं नादबिन्दुसमायुतम् ॥ ५०॥

विलिखेन्मन्त्रराजार्णांस्तेषु पत्रेषु यत्नतः ।
ध्यायेदष्टवसूनेकादशरुद्रांश्च तत्र वै ॥ ५१॥

द्वादशेनांश्च धातारं वषट्कारं च तद्बहिः ।
भूगृहं वज्रशूलाढ्यं रेखात्रयसमन्वितम् ॥ ५२॥

द्वारोपतं च राश्यादिभूषितं फणिसंयुतम् ।
अनन्तो वासुकिश्चैव तक्षः कर्कोटपद्मकः ॥ ५३॥

महापद्मश्च शङ्खश्च गुलिकोऽष्टौ प्रकीर्तिताः ।
एवं मण्डलमालिख्य तस्य दिक्षु विदिक्षु च ॥ ५४॥

नारसिंहं च वाराहं लिखेन्मन्त्रद्वयं तथा ।
कूटो रेफानुग्रहेन्दुनादशक्त्यादिभिर्युतः ॥ ५५॥

यो नृसिंहः समाख्यातो ग्रहमारणकर्मणि ।
अन्त्याङ्घ्रीशवियद्बिन्दुनादैर्बीजं च सौकरम् ॥ ५६॥

हुंकारं चात्र रामस्य मालमन्त्रोऽधुनेरितः ।
तारो नतिश्च निद्रायाः स्मृतिर्भेदश्च कामिका ॥ ५७॥

रुद्रेण संयुता वह्निमेधामरविभूषिता ।
दीर्घा क्रूरयुता ह्लादिन्यथो दीर्घसमायुता ॥ ५८॥

क्षुधा क्रोधिन्यमोघा च विश्वमप्यथ मेधया ।
युक्ता दीर्घज्वालिनी च सुसूक्ष्मा मृत्युरूपिणी ॥ ५९॥

सप्रतिष्ठा ह्लादिनी त्वक्क्ष्वेलप्रीतिश्च सामरा ।
ज्योतिस्तीक्ष्णाग्निसंयुक्ता श्वेतानुस्वारसंयुता ॥ ६०॥

कामिकापञ्चमूलान्तस्तान्तान्तो थान्त इत्यथ ।
स सानन्तो दीर्घयुतो वायुः सूक्ष्मयुतो विषः ॥ ६१॥

कामिका कामका रुद्रयुक्ताथोऽथ स्थिरातपा ।
तापनी दीर्घयुक्ता भूरनलोऽनन्तगोऽनिलः ॥ ६२॥

नारायणात्मकः कालः प्राणाभो विद्यया युतः ।
पीतारातिस्तथा लान्तो योन्या युक्तस्ततो नतिः ॥ ६३॥

सप्तचत्वारिंशद्वर्णगुणान्तःस्पृङ्मनुः स्वयम् ।
राज्याभिषिक्तस्य तस्य रामस्योक्तक्रमाल्लिखेत् ॥ ६४॥

इदं सर्वात्मकं यन्त्रं प्रागुक्तमृषिसेवितम् ।
सेवकानां मोक्षकरमायुरारोग्यवर्धनम् ॥ ६५॥

अपुत्राणां पुत्रदं च बहुना किमनेन वै ।
प्राप्नुवन्ति क्षणात्सम्यगत्र धर्मादिकानपि ॥ ६६॥

इदं रहस्यं परममीश्वरेणापि दुर्गमम् ।
इदं यन्त्रं समाख्यातं न देयं प्राकृते जने ॥ ६७॥ इति॥

इति तुरीयोपनिषत् ॥


ॐ भूतादिकं शोधयेद्द्वारपूजां
कृत्वा पद्माद्यासनस्थः प्रसन्नः ।
अर्चाविधावस्य पीठाधरोर्ध्व-
पार्श्वार्चनं मध्यपद्मार्चनं च ॥ १॥

कृत्वा मृदुश्लक्ष्णसुतूलिकायां
रत्नासने देशिकमर्चयित्वा ।
शक्तिं चाधाराख्यकां कूर्मनागौ
पृथिव्यब्ज स्वासनाधः प्रकल्प्य ॥ २॥

विघ्नेशं दुर्गां क्षेत्रपालं च वाणीं
बीजादिकांश्चाग्निदेशादिकांश्च ।
पीठस्याङ्घ्रिष्वेव धर्मादिकांश्च
नत्वा पूर्वाद्यासु दीक्ष्वर्चयेच्च ॥ ३॥

मध्ये क्रमादर्कविध्वग्नितेजां-
स्युपर्युपर्यादिमैरर्चितानि ।
रजः सत्वं तम एतान् वृत्त-
त्रयं बीजाढ्यं क्रमाद्भावयेच्च ॥ ४॥

आशाव्याशास्वप्यथात्मानमन्त-
रात्मानं वा परमात्मानमन्तः ।
ज्ञानात्मानं चार्चयेत्तस्य दिक्षु
मायाविद्ये ये कलापारतत्त्वे ॥ ५॥

सम्पूजयेद्विमलादीश्च शक्ती-
रभ्यर्चयेद्देवमवाहयेच्च ।
अङ्गव्यूहानिलजाद्यैश्च पूज्य
घृष्ट्यादिकैर्लोकपालैस्तदस्त्रैः ॥ ६॥

वसिष्ठाद्यैर्मुनिभिर्नीलमुख्यै-
राराधयेद्राघवं चन्दनाद्यैः ।
मुख्योपहारैर्विविधैश्च पूज्यै-
स्तस्मै जपादींश्च सम्यक्प्रकल्प्य ॥ ७॥

एवंभूतं जगदाधारभूतं
रामं वन्दे सच्चिदानन्दरूपम् ।
गदारिशङ्खाब्जधरं भवारिं
स यो ध्यायेन्मोक्षमाप्नोति सर्वः ॥ ८॥

विश्वव्यापी राघवो यस्तदानी-
मन्तर्दधे शङ्खचक्रे गदाब्जे ।
धृत्वा रमासहितः सानुजश्च
सपत्तनः सानुगः सर्वलोकी ॥ ९॥

तद्भक्ता ये लब्धकामांश्च भुक्त्वा
तथा पदं परमं यान्ति ते च ।
इमा ऋचः सर्वकामार्थदाश्च
ये ते पठन्त्यमला यान्ति मोक्षम् ॥ १०॥

इति पञ्चमोऽपनिषत् ॥

चिन्मयेऽस्मिंस्त्रयोदश । स्वभूर्ज्योतिस्तिस्रः ।
सीतारामावेका । जीववाची षट्षष्टिः ।
भूतादिकमेकादश । पञ्चखण्डेषु त्रिनवतिः ।

इति श्रीरामपूर्वतापिन्युपनिषत्समाप्ता ॥

रामोत्तरतापिन्युपनिषत्

ॐ बृहस्पतिरुवाच याज्ञवल्क्यम् । यदनु कुरुक्षेत्रं
देवानां देवयजनं सर्वेषां भूतानां
ब्रह्मसदनमविमुक्तं वै कुरुक्षेत्रं देवानां देवयजनं
सर्वेषां भूतानां ब्रह्मसदनम् । तस्माद्यत्र क्वचन
गच्छति तदेव मन्येतेतीदं वै कुरुक्षेत्रं देवानां
देवयजनं सर्वेषां भूतानां ब्रह्मसदनम् ।
अत्र हि जन्तोः प्राणेषूत्क्रममाणेषु रुद्रस्तारकं
ब्रह्म व्याचष्टे येनासावमृतीभूत्वा मोक्षीभवति ।
तस्मादविमुक्तमेव निषेवेत । अविमुक्तं न विमुञ्चेत् ।
एवमेवैतद्याज्ञवल्क्य ॥ १॥

अथ हैनं भारद्वाजः पप्रच्छ याज्ञवल्क्यं किं
तारकं किं तारयतीति । स होवाच याज्ञवल्क्यस्तारकं
दीर्घानलं बिन्दुपूर्वकं दीर्घानलं पुनर्मायां
नमश्चन्द्राय नमो भद्राय नम इत्येतद्ब्रह्मात्मिकाः
सच्चिदानन्दाख्या इत्युपासितव्यम् । अकारः प्रथमाक्षरो
भवति । उकारोद्वितीयाक्षरो भवति । मकारस्तृतीयाक्षरो
भवति । अर्धमात्रश्चतुर्थाक्षरो भवति । बिन्दुः पञ्चमाक्षरो
भवति । नादः षष्ठाक्षरो भवति । तारकत्वात्तारको भवति ।
तदेव तारकं ब्रह्म त्वं विद्धि । तदेवोपासितव्यमिति ज्ञेयम् । गर्भजन्मजरामरणसंसारमहद्भयात्संतारयतीति ।
तस्मादुच्यते षडक्षरं तारकमिति । । य एतत्तारकं ब्रह्म
ब्राह्मणो नित्यमधीते । स पाप्मानं तरति । स मृत्युं तरति ।
स ब्रह्महत्यां तरति । स भ्रूणहत्यां तरति। स संसारं तरति ।
स सर्वं तरति । सोऽविमुक्तमाश्रितो भवति । स महान्भवति ।
सोऽमृतत्वं च गच्छति ॥ २॥

अत्रैते श्लोका भवन्ति ।
अकारक्षरसंभूतः सौमित्रिर्विश्वभावनः ।
उकाराक्षरसंभूतः शत्रुघ्नस्तैजसात्मकः ॥ १॥

प्राज्ञात्मकस्तु भरतो मकाराक्षरसंभवः ।
अर्धमात्रात्मको रामो ब्रह्मानन्दैकविग्रहः ॥ २॥

श्रीरामसांनिध्यवशाज्जगदाधारकारिणी ।
उत्पत्तिस्थितिसंहारकारिणी सर्वदेहिनाम् ॥ ३॥

सा सीता भवति ज्ञेया मूलप्रकृतिसंज्ञिता ।
प्रणवत्वात्प्रकृतिरिति वदन्ति ब्रह्मवादिनः ॥ ४॥ इति॥

ओमित्येतदक्षरमिदं सर्वं तस्योपव्याख्यानं
भूतं भव्यं भविष्यदिति सर्वमोङ्कार एव ।
यच्चान्यत्त्रिकालातीतं तदप्योङ्कार एव । सर्वं
ह्येतद्ब्रह्म । अयमात्मा ब्रह्म सोऽयमात्मा
चतुष्पाज्जागरितस्थानो बहिःप्रज्ञः सप्ताङ्ग
एकोनविंशतिमुखः स्थूलभुग्वैश्वानरः
प्रथमः पादः ॥ स्वप्नस्थानोऽन्तःप्रज्ञः
सप्ताङ्ग एकोनविंशतिमुखः प्रविविक्तभुक् तैजसो
द्वितीयः पादः । यत्र सुप्तो न कंचन कामं
कामयते न कंचन स्वप्नं पश्यति तत्सुषुप्तम् ।
सुषुप्तस्थान एकीभूतः प्रज्ञानघनएवानन्दमयो
ह्यानन्दभुक् चेतोमुखः प्राज्ञस्तृतीयः पादः ।
एष सर्वेश्वर एष सर्वज्ञ एषोऽन्तर्याम्येष
योनिः सर्वस्य प्रभवाप्ययौ हि भूतानाम् ।
नान्तःप्रज्ञं न बहिःप्रज्ञं नोभयतःप्रज्ञं
न प्रज्ञं नाप्रज्ञं न प्रज्ञानघनमदृश्य-
मव्यवहार्यमग्राह्यमलक्षणमचिन्त्यमव्यपदेश्य-
मेकात्मप्रत्ययसारं प्रपञ्चोपशमं शान्तं
शिवमद्वैतं चतुर्थं मन्यन्ते । स आत्मा स विज्ञेयः
सदोज्ज्वलोऽविद्यातत्कार्यहीनः स्वात्मबन्धहरः सर्वदा
द्वैतरहित आनन्दरूपः सर्वाधिष्ठानसन्मात्रो
निरस्ताविद्यातमोमोहोऽहमेवेति संभाव्याहमोंत-
त्सद्यत्परंब्रह्म रामचन्द्रश्चिदात्मकः ।
सोऽहमोन्तद्रामभद्रपरंज्योतीरसोऽहमोमित्या-
त्मानमादाय मनसा ब्रह्मणैकीकुर्यात् ॥

सदा रामोऽहमस्मीति तत्त्वतः प्रवदन्ति ये ।
न ते संसारिणो नूनं राम एव न संशयः ॥ इत्युपनिषत् ॥

य एवं वेद स मुक्तो भवतीति याज्ञवल्क्यः ॥

अथ हैनमत्रिः पप्रच्छ याज्ञवल्क्यं य
एषोऽनन्तोऽव्यक्तपरिपूर्णानन्दैकचिदात्मा
तं कथमहं विजानीयामिति । स होवाच याज्ञवल्क्यः ।
सोऽविमुक्त उपास्योऽयम् । एषोऽनन्तोऽव्यक्त आत्मा
सोऽविमुक्ते प्रतिष्ठित इति । सोऽविमुक्तः कस्मिन्प्रतिष्ठित इति ।
वरणायां नास्यां च मध्ये प्रतिष्ठित इति ॥

का वै वरणा का च नासीति । जन्मान्तरकृतान्सर्वा-
न्दोषन्वारयतीति तेन वरणा भवतीति ।
सर्वानिन्द्रियकृतान्पापान्नाशयतीति तेन नासी भवतीति ।
कतमच्चास्य स्थानं भवतीति । भ्रुवोर्घ्राणस्य च
यः सन्धिः स एष द्यौर्लोकस्य परस्य च सन्धिर्भवतीति ।
एतद्वै सन्धिं सन्ध्यां ब्रह्मविद उपासत इति ॥

सोऽविमुक्त उपास्य इति । सोऽविमुक्तं ज्ञानमाचष्टे यो
वा एतदेवं वेद ॥ अथ तं प्रत्युवाच ।
श्रीरामस्य मनुं काश्यां जजाप वृषभध्वजः ।
मन्वन्तरसहस्रैस्तु जपहोमार्चनादिभिः ॥१॥

ततः प्रसन्नो भगवाञ्छ्रीरामः प्राह शंकरम् ।
वृणीश्व यदभीष्टं तद्दास्यामि परमेश्वर ॥ २॥ इति ॥

अथ सच्चिदानन्दात्मानं श्रीराममीश्वरः पप्रच्छ ।
मणिकर्ण्यां मम क्षेत्रे गङ्गायां वा तटे पुनः ।
म्रियेत देही तज्जन्तोर्मुक्तिर्नाऽतो वरान्तरम् ॥ ३॥ इति ॥

अथ स होवाच श्रीरामः ॥

क्षेत्रेऽस्मिंस्तव देवेश यत्र कुत्रापि वा मृताः ।
कृमिकीटादयोऽप्याशु मुक्ताः सन्तु न चान्यथा ॥ ४॥

अविमुक्ते तव क्षेत्रे सर्वेषां मुक्तिसिद्धये ।
अहं संनिहितस्तत्र पाषाणप्रतिमादिषु ॥ ५॥

क्षेत्रेऽस्मिन्योऽर्चयेद्भक्त्या मन्त्रेणानेन मां शिव ।
ब्रह्महत्यादिपापेभ्यो मोक्षयिष्यामि मा शुचः ॥ ६॥

त्वत्तो वा ब्रह्मणो वापि ये लभन्ते षडक्षरम् ।
जीवन्तो मन्त्रसिद्धाः स्युर्मुक्ता मां प्राप्नुवन्ति ते ॥ ७॥

मुमूर्षोर्दक्षिणे कर्णे यस्य कस्यापि वा स्वयम् ।
उपदेक्ष्यसि मन्मन्त्रं स मुक्तो भविता शिव ॥ ८॥

इति श्रीरामचन्द्रेणोक्तम् ॥ अथ हैनं भारद्वाजो
याज्ञवल्क्यमुवाचाथ कैर्मन्त्रैः स्तुतः श्रीरामचन्द्रः
प्रीतो भवति । स्वात्मानं दर्शयति तान्नो ब्रूहि भगवन्निति ।
स होवाच याज्ञवल्क्यः ॥ पूर्वं सत्यलोके श्रीरामचन्द्रेणैवं
शिक्षितो ब्रह्मा पुनरेतया गाथया नमस्करोति ॥

विश्वरूपधरं विष्णुं नारायणमनामयम् ।
पूर्णानन्दैकविज्ञानं परं ब्रह्मस्वरूपिणम् ॥

मनसा संस्मरन्ब्रह्म तुष्टाव परमेश्वरम् ।
ॐ यो ह वै श्रीरामचन्द्रः स भगवानद्वैतपरमानन्द
आत्मा यत्परं ब्रह्म भूर्भुवः सुवस्तस्मै वै नमो नमः ॥ १॥

यथा प्रथममन्त्रोक्तावाद्यन्तौ तथा सर्वमन्त्रेषु ज्ञातव्यौ ॥

यश्चाखण्डैकरसात्मा ॥ २॥ यच्च ब्रह्मानन्दामृतम् ॥ ३॥

यत्तारकं ब्रह्म ॥ ४॥ यो ब्रह्मा विष्णुर्महेश्वरो यः सर्वदेवात्मा ॥ ५॥

ये सर्वे वेदाः साङ्गाः सशाखाः सेतिहासपुराणाः ॥ ६॥

यो जीवान्तरात्मा ॥ ७॥ यः सर्वभूतान्तरात्मा ॥ ८॥

ये देवासुरमनुष्यादिभावाः ॥ ९॥ ये मत्स्यकूर्माद्यवताराः ॥ १०॥

योऽन्तःकरणचतुष्टयात्मा ॥ ११॥ यश्च प्राणः ॥ १२॥

यश्च यमः ॥ १३॥ यश्चान्तकः ॥ १४॥ यश्च मृत्युः ॥ १५॥

यच्चामृतम् ॥ १६॥ यानि च पञ्चमहाभूतानि ॥ १७॥

यः स्थावरजङ्गमात्मा ॥ १८॥ ये पञ्चाग्नयः ॥ १९॥

याः सप्त महाव्याहृतयः ॥ २०॥ या विद्या ॥ २१॥

या सरस्वती ॥ २२॥ या लक्ष्मीः ॥ २३॥ या गौरी ॥ २४॥

या जानकी ॥ २५॥ यच्च त्रैलोक्यम् ॥ २६॥ यः सूर्यः ॥ २७॥

यः सोमः ॥ २८॥ यानि च नक्षत्राणि ॥ २९॥ ये च नव ग्रहाः ॥ ३०॥

ये चाष्टौ लोकपालाः ॥ ३१॥ ये चाष्टौ वसवः ॥ ३२॥

ये चैकादश रुद्राः ॥ ३३॥ ये च द्वदिशादित्याः ॥ ३४॥

यच्च भूतं भव्यं भविष्यत् ॥ ३५॥

यद्ब्रह्माण्डस्य बहिर्व्याप्तम् ॥ ३६॥ यो हिरण्यगर्भः ॥ ३७॥

या प्रकृतिः ॥ ३८॥ यश्चोङ्कारः ॥ ३९॥

याश्चतस्रोऽर्धमात्राः ॥ ४०॥ यः परमपुरुषः ॥ ४१॥

यश्च महेश्वरः ॥ ४२॥ यश्च महादेवः ॥ ४३॥

य ॐ नमो भगवते वासुदेवाय ॥ ४४॥ यो महाविष्णुः ॥ ४५॥

यः परमात्मा ॥ ४६॥ यो विज्ञानात्मा ॥ ४७॥

ॐ यो ह वै श्रीरामचन्द्रः स भगवानद्वैतपरमानन्द आत्मा ।
यः सच्चिदानन्दाद्वैतैकचिदात्मा भूर्भुवः सुवस्तस्मै
वै नमो नमः ॥ इति तान्ब्रह्माब्रवीत् । सप्तचत्वारिंशन्मन्त्रैर्नित्यं
देवं स्तुवध्वम् । ततो देवः प्रीतो भवति । स्वात्मानं दर्शयति ।
तस्माद्य एतैर्मन्त्रैर्नित्यं देवं स्तौति स देवं पश्यति ।
सोऽमृतत्वं गच्छतीति महोपनिषत् ॥ ५॥

अथ हैनं भारद्वाजो याज्ञवल्क्यमुपसमेत्योवाच
श्रीराममन्त्रराजस्य माहात्म्यमनुब्रूहीति । स होवाच याज्ञवल्क्यः ।
स्वप्रकाशः परंज्योतिः स्वानुभूत्यैकचिन्मयः ।
तदेव रामचन्द्रस्य मनोराद्यक्षरः स्मृतः ॥ १॥

अखण्डैकरसानन्दस्तारकब्रह्मवाचकः ।
रामायेति सुविज्ञेयः सत्यानन्दचिदात्मकः ॥ २॥

नमःपदं सुविज्ञेयं पूर्णानन्दैककारणम् ।
सदा नमन्ति हृदये सर्वे देवा मुमुक्षवः ॥ ३॥ इति ॥

य एवं मन्त्रराजं श्रीरामचन्द्रषडक्षरं नित्यमधीते ।
सोऽग्निपूतो भवति । स वायुपूतो भवति । स आदित्यपूतो भवति ।
स सोमपूतो भवति । स ब्रह्मपूतो भवति । स विष्णुपूतो भवति ।
स रुद्रपूतो भवति । सर्वैर्देवैर्ज्ञातो भवति । सर्वक्रतुभिरिष्टवान्भवति ।
तेनेतिहासपुराणानां रुद्राणां शतसहस्राणि जप्तानि फलानि भवन्ति ।
श्रीरामचन्द्रमनुस्मरणेन गायत्र्यः शतसहस्राणि जप्तानि फलानि
भवन्ति । प्रणवानामयुतकोटिजपा भवन्ति । दश पूर्वान्दशोत्तरान्पुनाति ।
स पङ्क्तिपावनो भवति । स महान्भवति । सोऽमृतत्वं च गच्छति ॥

अत्रैते श्लोका भवन्ति ।
गाणपत्येषु शैवेषु शाक्तसौरेष्वभीष्टदः ।
वैष्णवेष्वपि सर्वेषु राममन्त्रः फलाधिकः ॥ ४॥

गाणपत्यादि मन्त्रेषु कोटिकोटिगुणाधिकः ।
मन्त्रस्तेष्वप्यनायासफलदोऽयं षडक्षरः ॥ ५॥

षडक्षरोऽयं मन्त्रः स्यात्सर्वाघौघनिवारणः ।
मन्त्रराज इति प्रोक्तः सर्वेषामुत्तमोत्तमः ॥ ६॥

कृतं दिने यद्दुरितं पक्षमासर्तुवर्षजम् ।
सर्वं दहति निःशेषं तूलराशिमिवानलः ॥ ७॥

ब्रह्महत्यासहस्राणि ज्ञानाज्ञानकृतानि च ।
स्वर्णस्तेयसुरापानगुरुतल्पायुतानि च ॥ ८॥

कोटिकोटिसहस्राणि उपपातकजान्यपि ।
सर्वाण्यपि प्रणश्यन्ति राममन्त्रानुकीर्तनात् ॥ ९॥

भूतप्रेतपिशाचाद्याः कूष्माण्डब्रह्मराक्षसाः ।
दूरादेव प्रधावन्ति राममन्त्रप्रभावतः ॥ १०॥

ऐहलौकिकमैश्वर्यं स्वर्गाद्यं पारलौकिकम् ।
कैवल्यं भगवत्त्वं च मन्त्रोऽयं साधयिष्यति ॥ ११॥

ग्राम्यारण्यपशुघ्नत्वं संचितं दुरुतं च यत् ।
मद्यपानेन यत्पापं तदप्याशु विनाशयेत् ॥ १२॥

अभक्ष्यभखक्षणोत्पन्नं मिथ्याज्ञानसमुद्भवम् ।
सर्वं विलीयते राममन्त्रस्यास्यैव कीर्तनात् ॥ १३॥

श्रोत्रियस्वर्णहरणाद्यच्च पापमुपस्थितम् ।
रत्नादेश्चापहारेण तदप्याशु विनाशयेत् ॥ १४॥

ब्राह्मणं क्षत्रियं वैश्यं शूद्रं हत्वा च किल्बिषम् ।
संचिनोति नरो मोहाद्यद्यत्तदपि नाशयेत् ॥ १५॥

गत्वापि मातरं मोहादगम्याश्चैव योषितः ।
उपास्यानेन मन्त्रेण रामस्तदपि नाशयेत् ॥ १६॥

महापातकपापिष्ठसङ्गत्या संचितं च यत् ।
नाशयेत्तत्कथालापशयनासनभोजनैः ॥ १७॥

पितृमातृवधोत्पन्नं बुद्धिपूर्वमघं च यत् ।
तदनुष्ठानमात्रेणसर्वमेतद्विलीयते ॥ १८॥

यत्प्रयागादितीर्थोक्तप्रायश्चित्तशतैरपि ।
नैवापनोद्यते पापं तदप्याशु विनाशयेत् ॥ १९॥

पुण्यक्षेत्रेषु सर्वेषु कुरुक्षेत्रादिषु स्वयम् ।
बुद्धिपूर्वमघं कृत्वा तदप्याशुविनाशयेत् ॥ २०॥

कृच्छ्रैस्तप्तपराकाद्यैर्नानाचान्द्रायणैरपि ।
पापं च नापनोद्यं यत्तदप्याशु विनाशयेत् ॥ २१॥

आत्मतुल्यसुवर्णादिदानैर्बहुविधैरपि ।
किंचिदप्यपरिक्षीणं तदप्याशु विनाशयेत् ॥ २२॥

अवस्थात्रितयेष्वेवबुद्धिपूर्वमघं च यत् ।
तन्मन्त्रस्मरणेनैव निःशेषं प्रविलीयते ॥ २३॥

अवस्थात्रितयेष्वेवं मूलबन्धमन्त्रं च यत् ।
तत्तन्मन्त्रोपदेशेन सर्वमेतत्प्रणश्यति ॥ २४॥

आब्रह्मबीजदोषाश्च नियमातिक्रमोद्भ्वाः ।
स्त्रीणां च पुरुषाणां च मन्त्रेणानेन नाशिताः ॥ २५॥

येषु येष्वपि देशेषु रामभद्र उपास्यते ।
दुर्भिक्षादिभयं तेषु न भवेत्तु कदाचन ॥ २६॥

शान्तः प्रसन्नवदनो ह्यक्रोधो भक्तवत्सलः ।
अनेन सदृशो मन्त्रो जगत्स्वपि न विद्यते ॥ २७॥

सम्यगाराधितो रामः प्रसीदत्येव सत्वरम् ।
ददात्यायुष्यमैश्वर्यमन्ते विष्णुपदं च यत् ॥ २८॥

तदेतदृचाभ्युक्तम् ।
ऋचो अक्षरे परमे व्योमन्यस्मिन्देवा अधि विश्वे निषेदुः ।
यस्तन्न वेद किमृचा करिष्यति य इत्तद्विदुस्त इमे समासते ।
तद्विष्णोः परमं पदं सदा पश्यन्ति सूरयः ।
दिवीव चक्षुराततम् । तद्विप्रासो विपन्यवो जागृवांसः समिन्धते ।
विष्णोर्यत्परमं पदम् । ॐ सत्यमित्युपनिषत् ॥ ६॥

ॐ भद्रं कर्णेभिः श्रुणुयाम देवा भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभिर्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥

स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥

इति रामोत्तरतापिन्युपनिषत्समाप्ता ॥

इति रामतापिन्युपनिषत्समाप्ता॥

Ramatapaniya Upanishad – vollständiger Text in IAST

śrīrāmatāpanīyārthaṃ bhaktadhyeyakalevaram |
vikalevarakaivalyaṃ śrīrāmabrahma me gatiḥ ||

oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||

svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

1

oṃ cinmaye'sminmahāviṣṇau jāte daśarathe harau |
raghoḥ kule'khilaṃ rāti rājate yo mahīsthitaḥ || 1 ||

sa rāma iti lokeṣu vidvadbhiḥ prakaṭīkṛtaḥ |
rākṣasā yena maraṇaṃ yānti svodrekato'thavā || 2 ||

rāmanāma bhuvi khyātamabhirāmeṇa vā punaḥ |
rākṣasānmartyarūpeṇa rāhurmanasijaṃ yathā || 3 ||

prabhāhīnāṃstathā kṛtvā rājyārhāṇāṃ mahībhṛtām |
dharmamārgaṃ caritreṇa jñānamārgaṃ ca nāmataḥ || 4 ||

tathā dhyānena vairāgyamaiśvaryaṃ svasya pūjanāt |
tathā rātyasya rāmākhyā bhuvi syādatha tattvataḥ || 5 ||

ramante yogino'nante nityānande cidātmani |
iti rāmapadenāsau paraṃ brahmābhidhīyate || 6 ||

cinmayasyādvitīyasya niṣkalasyāśarīriṇaḥ |
upāsakānāṃ kāryārthaṃ brahmaṇo rūpakalpanā || 7 ||

rūpasthānāṃ devatānāṃ puṃstryaṅgāstrādikalpanā |
dvittatvāriṣaḍaṣṭānāṃ daśa dvādaśa ṣoḍaśa || 8 ||

aṣṭādaśāmī kathitā hastāḥ śaṅkhādibhiryutāḥ |
sahasrāntāstathā tāsāṃ varṇavāhanakalpanā || 9 ||

śaktisenākalpanā ca brahmaṇyevaṃ hi pañcadhā |
kalpitasya śarīrasya tasya senādikalpanā || 10 ||

brahmādīnāṃ vācako'yaṃ mantro'nvarthādisaṃjñakaḥ |
japtavyo mantriṇā naivaṃ vinā devaḥ prasīdati || 11 ||

kriyākarmejyakartṝṇāmarthaṃ mantro vadatyatha |
mananāntrāṇanānmantraḥ sarvavācyasya vācakaḥ || 12 ||

so'bhayasyāsya devasya vigraho yantrakalpanā |
vinā yantreṇa cetpūjā devatā na prasīdati || 13 ||

iti rāmapūrvatāpinyupaniṣadi prathamopaniṣat || 1 ||

2

svarbhūrjyotirmayo'nantarūpī svenaiva bhāsate |
jīvatvena samo yasya sṛṣṭisthitilayasya ca || 1 ||

kāraṇatvena cicchaktyā rajaḥsattvatamoguṇaiḥ |
yathaiva vaṭabījasthaḥ prākṛtaśca mahāndrumaḥ || 2 ||

tathaiva rāmabījasthaṃ jagadetaccarācaram |
rephārūḍhā mūrtayaḥ syuḥ śaktayastisra eva ceti || 3 ||

iti rāmatāpinyuoaniṣadi dvitīyopaniṣat || 2 ||

3

sītārāmau tanmayāvatra pūjyau
jātānyābhyāṃ bhuvanāni dvisapta |
sthitāni ca prahitānyeva teṣu
tato rāmo mānavo māyayādhāt || 1 ||

jagatprāṇāyātmane'smai namaḥ syā-
nnamastvaikyaṃ pravadetprāgguṇeneti || 2 ||

iti rāmatāpinyupaniṣadi tṛtīyopaniṣat || 3 ||

4

jīvavācī namo nāma cātmārāmeti gīyate |
tadātmikā yā caturthī tathā māyeti gīyate || 1 ||

mantroyaṃ vācako rāmo rāmo vācyaḥ syādyogaetayoḥ |
phalataścaiva sarveṣāṃ sādhakānāṃ na saṃśayaḥ || 2 ||

yathā nāmī vācakena nāmnā yo'bhimukho bhavet |
tathā bījātmako mantro mantriṇo'bhimukho bhavet || 3 ||

bījaśaktiṃ nyaseddakṣavāmayoḥ stanayorapi |
kīlo madhye vinā bhāvyaḥ svavāñchāviniyogavān || 4 ||

sarveṣāmeva mantrāṇāmeṣa sādhāraṇaḥ kramaḥ |
atra rāmo'nantarūpastejasā vahninā samaḥ || 5 ||

sattvanuṣṇaguviśvaścedagnīṣomātmakaṃ jagat |
utpannaḥ sītayā bhāti candraścandrikayā yathā || 6 ||

prakṛtyā sahitaḥ śyāmaḥ pītavāsā jaṭādharaḥ |
dvibhujaḥ kuṇḍalī ratnamālī dhīro dhanurdharaḥ || 7 ||

prasannavadano jetā ghṛṣṭyaṣṭakavibhūṣitaḥ |
prakṛtyā parameśvaryā jagadyonyāṅkitāṅkabhṛt || 8 ||

hemābhayā dvibhujayā sarvālaṅkṛtayā citā |
śliṣṭaḥ kamaladhāriṇyā puṣṭaḥ kosalajātmajaḥ || 9 ||

dakṣiṇe lakṣmaṇenātha sadhanuṣpāṇinā punaḥ |
hemābhenānujenaiva tathā koṇatrayaṃ bhavet || 10 ||

tathaiva tasya mantrasya yasyāṇuśca svaṅentayā |
evaṃ trikoṇarūpaṃ syāttaṃ devā ye samāyayuḥ || 11 ||

stutiṃ cakruśca jagataḥ patiṃ kalpatarau sthitam |
kāmarūpāya rāmāya namo māyāmayāya ca || 12 ||

namo vedādirūpāya oṅkārāya namo namaḥ |
ramādharāya rāmāya śrīrāmāyātmamūrtaye || 13 ||

jānakīdehabhūṣāya rakṣoghnāya śubhāṅgine |
bhadrāya raghuvīrāya daśāsyāntakarūpiṇe || 14 ||

rāmabhadra maheśvāsa raghuvīra nṛpottama |
bho daśāsyāntakāsmākaṃ rakṣāṃ dehi śriyaṃ ca te || 15 ||

tvamaiśvaryaṃ dāpayātha sampratyāśvarimāraṇam |
kurviti stutya devādyāstena sārdhaṃ sukhaṃ sthitāḥ || 16 ||

stuvantyevaṃ hi ṛṣayastadā rāvaṇa āsuraḥ |
rāmapatnīṃ vanasthāṃ yaḥ svanivṛttyarthamādade || 17 ||

sa rāvaṇa iti khyāto yadvā rāvācca rāvaṇaḥ |
tadvyājenekṣituṃ sītāṃ rāmo lakṣmaṇa eva ca || 18 ||

viceratustadā bhūmau devīṃ saṃdṛśya cāsuram |
hatvā kabandhaṃ śabarīṃ gatvā tasyājñayā tayā || 19 ||

pūjito vāyuputreṇa bhaktena ca kapīśvaram |
āhūya śaṃsatāṃ sarvamādyantaṃ rāmalakṣmaṇau || 20 ||

sa tu rāme śaṅkitaḥ sanpratyayārthaṃ ca dundubheḥ |
vigrahaṃ darśayāmāsa yo rāmastamacikṣipat || 21 ||

sapta sālānvibhidyāśu modate rāghavastadā |
tena hṛṣṭaḥ kapīndro'sau sa rāmastasya pattanam || 22 ||

jagāmāgarjadanujo vālino vegato gṛhāt |
tadā vālī nirjagāma taṃ vālinamathāhave || 23 ||

nihatya rāghavo rājye sugrīvaṃ sthāpayattataḥ |
harīnāhūya sugrīvastvāha cāśāvido'dhunā || 24 ||

ādāya maithilīmadya dadatāśvāśu gacchata |
tatastatāra hanumānabdhiṃ laṅkāṃ samāyayau || 25 ||

sītāṃ dṛṣṭvā'surānhatvā puraṃ dagdhvā tathā svayam |
āgatya rāmeṇa saha nyavedayata tattvataḥ || 26 ||

tadā rāmaḥ krodharūpī tānāhūyātha vānarān |
taiḥ sārdhamādāyāstrāṇi purīṃ laṅkāṃ samāyayau || 27 ||

tāṃ dṛṣṭvā udadhīśena sārdhaṃ yuddhamakārayat |
ghaṭaśrotrasahasrākṣajidbhyāṃ yuktaṃ tamāhave|| 28 ||

hatvā bibhīṣaṇaṃ tatra sthāpyātha janakātmajām |
ādāyāṅkasthitāṃ kṛtvā svapuraṃ tairjagāma saḥ || 29 ||

tataḥ siṃhāsanasthaḥ san dvibhujo raghunandanaḥ |
dhanurdharaḥ prasannātmā sarvābharaṇabhūṣitaḥ || 30 ||

mudrāṃ jñānamayīṃ yāmye vāme tejaprakāśinīm |
dhṛtvā vyākhyānanirataścinmayaḥ parameśvaraḥ || 31 ||

udagdakṣiṇayoḥ svasya śatrughnabharatau tataḥ |
hanūmantaṃ ca śrotāramagrataḥ syāttrikoṇagam || 32 ||

bharatādhastu sugrīvaṃ śatrughnādho bibhīṣaṇam |
paścime lakṣmaṇaṃ tasya dhṛtacchratraṃ sacāmaram || 33 ||

tadadhastau tālavṛntakarau tryasraṃ punarbhavet |
evaṃ ṣaṭkoṇamādau svadīrghāṅgaireṣa saṃyutaḥ || 34 ||

dvitīyaṃ vāsudevādyairāgneyādiṣu saṃyutaḥ |
tṛtīyaṃ vāyusūnuṃ ca sugrīvaṃ bharataṃ tathā || 35 ||

bibhīṣaṇaṃ lakṣmaṇaṃ ca aṅgadaṃ cārimardanam |
jāmbavantaṃ ca tairyuktastato dhṛṣṭirjayantakaḥ || 36 ||

vijayaśca surāṣṭraśca rāṣṭravardhana eva ca |
aśoko dharmapālaśca sumantraścaibhirāvṛtaḥ || 37 ||

tataḥ sahasradṛgvahnirdharmajño varuṇo'nilaḥ |
indvīśadhātranantāśca daśabhiścaibhirāvṛtaḥ || 38 ||

bahistadāyudhaiḥ pūjyo nīlādibhiralaṅkṛtaḥ |
vasiṣṭhavāmadevādimunibhiḥ samupāsitaḥ || 39 ||

evamuddeśataḥ proktaṃ nirdeśastasya cādhunā |
trirekhāpuṭamālikhya madhye tāradvayaṃ likhet || 40 ||

tanmadhye bījamālikhya tadadhaḥ sādhyamālikhet |
dvitīyāntaṃ ca tasyordhvaṃ ṣaṣṭhyantaṃ sādhakaṃ tathā || 41 ||

kuru dvayaṃ ca tatpārśve likhedbījāntare ramām |
tatsarvaṃ praṇavābhyāṃ ca veṣṭayecchuddhabuddhimān || 42 ||

dīrghabhāji ṣaḍasre tu likhedbījaṃ hṛdādibhiḥ |
koṇapārśve ramāmāye tadagre'naṅgamālikhet || 43 ||

krodhaṃ koṇāgrāntareṣu likhya mantryabhito giram |
vṛttatrayaṃ sāṣṭapatraṃ saroje vilikhetsvarān || 44 ||

kesare cāṣṭapatre ca vargāṣṭakamathālikhet |
teṣu mālāmanorvarṇānvilikhedūrmisaṃkhyayā || 45 ||

ante pañcākṣarāṇyevaṃ punaraṣṭadalaṃ likhet |
teṣu nārāyaṇāṣṭārṇāṃlikhya tatkesare ramām || 46 ||

tadbahirdvādaśadalaṃ vilikheddvādaśākṣaram |
athoṃ namo bhagavate vāsudevāya ityayam || 47 ||

ādikṣāntānkesareṣu vṛttākāreṇa saṃlikhet |
tadbahiḥ ṣoḍaśadalaṃ likhya tatkesare hṛyam || 48 ||

varmāstranatisaṃyuktaṃ daleṣu dvādaśākṣaram |
tatsandhiṣvirajādīnāṃ mantrānmantrī samālikhet || 49 ||

hraṃ sraṃ bhraṃ vraṃ lūṃ śraṃ jraṃ ca likhetsamyaktato bahiḥ |
dvātriṃśāraṃ mahāpadmaṃ nādabindusamāyutam || 50 ||

vilikhenmantrarājārṇāṃsteṣu patreṣu yatnataḥ |
dhyāyedaṣṭavasūnekādaśarudrāṃśca tatra vai || 51 ||

dvādaśenāṃśca dhātāraṃ vaṣaṭkāraṃ ca tadbahiḥ |
bhūgṛhaṃ vajraśūlāḍhyaṃ rekhātrayasamanvitam || 52 ||

dvāropataṃ ca rāśyādibhūṣitaṃ phaṇisaṃyutam |
ananto vāsukiścaiva takṣaḥ karkoṭapadmakaḥ || 53 ||

mahāpadmaśca śaṅkhaśca guliko'ṣṭau prakīrtitāḥ |
evaṃ maṇḍalamālikhya tasya dikṣu vidikṣu ca || 54 ||

nārasiṃhaṃ ca vārāhaṃ likhenmantradvayaṃ tathā |
kūṭo rephānugrahendunādaśaktyādibhiryutaḥ || 55 ||

yo nṛsiṃhaḥ samākhyāto grahamāraṇakarmaṇi |
antyāṅghrīśaviyadbindunādairbījaṃ ca saukaram || 56 ||

huṃkāraṃ cātra rāmasya mālamantro'dhuneritaḥ |
tāro natiśca nidrāyāḥ smṛtirbhedaśca kāmikā || 57 ||

rudreṇa saṃyutā vahnimedhāmaravibhūṣitā |
dīrghā krūrayutā hlādinyatho dīrghasamāyutā || 58 ||

kṣudhā krodhinyamoghā ca viśvamapyatha medhayā |
yuktā dīrghajvālinī ca susūkṣmā mṛtyurūpiṇī || 59 ||

sapratiṣṭhā hlādinī tvakkṣvelaprītiśca sāmarā |
jyotistīkṣṇāgnisaṃyuktā śvetānusvārasaṃyutā || 60 ||

kāmikāpañcamūlāntastāntānto thānta ityatha |
sa sānanto dīrghayuto vāyuḥ sūkṣmayuto viṣaḥ || 61 ||

kāmikā kāmakā rudrayuktātho'tha sthirātapā |
tāpanī dīrghayuktā bhūranalo'nantago'nilaḥ || 62 ||

nārāyaṇātmakaḥ kālaḥ prāṇābho vidyayā yutaḥ |
pītārātistathā lānto yonyā yuktastato natiḥ || 63 ||

saptacatvāriṃśadvarṇaguṇāntaḥspṛṅmanuḥ svayam |
rājyābhiṣiktasya tasya rāmasyoktakramāllikhet || 64 ||

idaṃ sarvātmakaṃ yantraṃ prāguktamṛṣisevitam |
sevakānāṃ mokṣakaramāyurārogyavardhanam || 65 ||

aputrāṇāṃ putradaṃ ca bahunā kimanena vai |
prāpnuvanti kṣaṇātsamyagatra dharmādikānapi || 66 ||

idaṃ rahasyaṃ paramamīśvareṇāpi durgamam |
idaṃ yantraṃ samākhyātaṃ na deyaṃ prākṛte jane || 67 || iti||

iti turīyopaniṣat ||

5

oṃ bhūtādikaṃ śodhayeddvārapūjāṃ
kṛtvā padmādyāsanasthaḥ prasannaḥ |
arcāvidhāvasya pīṭhādharordhva-
pārśvārcanaṃ madhyapadmārcanaṃ ca || 1 ||

kṛtvā mṛduślakṣṇasutūlikāyāṃ
ratnāsane deśikamarcayitvā |
śaktiṃ cādhārākhyakāṃ kūrmanāgau
pṛthivyabja svāsanādhaḥ prakalpya || 2 ||

vighneśaṃ durgāṃ kṣetrapālaṃ ca vāṇīṃ
bījādikāṃścāgnideśādikāṃśca |
pīṭhasyāṅghriṣveva dharmādikāṃśca
natvā pūrvādyāsu dīkṣvarcayecca || 3 ||

madhye kramādarkavidhvagnitejāṃ-
syuparyuparyādimairarcitāni |
rajaḥ satvaṃ tama etān vṛtta-
trayaṃ bījāḍhyaṃ kramādbhāvayecca || 4 ||

āśāvyāśāsvapyathātmānamanta-
rātmānaṃ vā paramātmānamantaḥ |
jñānātmānaṃ cārcayettasya dikṣu
māyāvidye ye kalāpāratattve || 5 ||

sampūjayedvimalādīśca śaktī-
rabhyarcayeddevamavāhayecca |
aṅgavyūhānilajādyaiśca pūjya
ghṛṣṭyādikairlokapālaistadastraiḥ || 6 ||

vasiṣṭhādyairmunibhirnīlamukhyai-
rārādhayedrāghavaṃ candanādyaiḥ |
mukhyopahārairvividhaiśca pūjyai-
stasmai japādīṃśca samyakprakalpya || 7 ||

evaṃbhūtaṃ jagadādhārabhūtaṃ
rāmaṃ vande saccidānandarūpam |
gadāriśaṅkhābjadharaṃ bhavāriṃ
sa yo dhyāyenmokṣamāpnoti sarvaḥ || 8 ||

viśvavyāpī rāghavo yastadānī-
mantardadhe śaṅkhacakre gadābje |
dhṛtvā ramāsahitaḥ sānujaśca
sapattanaḥ sānugaḥ sarvalokī || 9 ||

tadbhaktā ye labdhakāmāṃśca bhuktvā
tathā padaṃ paramaṃ yānti te ca |
imā ṛcaḥ sarvakāmārthadāśca
ye te paṭhantyamalā yānti mokṣam || 10 ||

iti pañcamo'paniṣat ||

cinmaye'smiṃstrayodaśa | svabhūrjyotistisraḥ |
sītārāmāvekā | jīvavācī ṣaṭṣaṣṭiḥ |
bhūtādikamekādaśa | pañcakhaṇḍeṣu trinavatiḥ |

iti śrīrāmapūrvatāpinyupaniṣatsamāptā ||

rāmottaratāpinyupaniṣat

oṃ bṛhaspatiruvāca yājñavalkyam | yadanu kurukṣetraṃ
devānāṃ devayajanaṃ sarveṣāṃ bhūtānāṃ
brahmasadanamavimuktaṃ vai kurukṣetraṃ devānāṃ devayajanaṃ
sarveṣāṃ bhūtānāṃ brahmasadanam | tasmādyatra kvacana
gacchati tadeva manyetetīdaṃ vai kurukṣetraṃ devānāṃ
devayajanaṃ sarveṣāṃ bhūtānāṃ brahmasadanam |
atra hi jantoḥ prāṇeṣūtkramamāṇeṣu rudrastārakaṃ
brahma vyācaṣṭe yenāsāvamṛtībhūtvā mokṣībhavati |
tasmādavimuktameva niṣeveta | avimuktaṃ na vimuñcet |
evamevaitadyājñavalkya || 1 ||

atha hainaṃ bhāradvājaḥ papraccha yājñavalkyaṃ kiṃ
tārakaṃ kiṃ tārayatīti | sa hovāca yājñavalkyastārakaṃ
dīrghānalaṃ bindupūrvakaṃ dīrghānalaṃ punarmāyāṃ
namaścandrāya namo bhadrāya nama ityetadbrahmātmikāḥ
saccidānandākhyā ityupāsitavyam | akāraḥ prathamākṣaro
bhavati | ukārodvitīyākṣaro bhavati | makārastṛtīyākṣaro
bhavati | ardhamātraścaturthākṣaro bhavati | binduḥ pañcamākṣaro
bhavati | nādaḥ ṣaṣṭhākṣaro bhavati | tārakatvāttārako bhavati |
tadeva tārakaṃ brahma tvaṃ viddhi | tadevopāsitavyamiti jñeyam | garbhajanmajarāmaraṇasaṃsāramahadbhayātsaṃtārayatīti |
tasmāducyate ṣaḍakṣaraṃ tārakamiti | | ya etattārakaṃ brahma
brāhmaṇo nityamadhīte | sa pāpmānaṃ tarati | sa mṛtyuṃ tarati |
sa brahmahatyāṃ tarati | sa bhrūṇahatyāṃ tarati| sa saṃsāraṃ tarati |
sa sarvaṃ tarati | so'vimuktamāśrito bhavati | sa mahānbhavati |
so'mṛtatvaṃ ca gacchati || 2 ||

atraite ślokā bhavanti |
akārakṣarasaṃbhūtaḥ saumitrirviśvabhāvanaḥ |
ukārākṣarasaṃbhūtaḥ śatrughnastaijasātmakaḥ || 1 ||

prājñātmakastu bharato makārākṣarasaṃbhavaḥ |
ardhamātrātmako rāmo brahmānandaikavigrahaḥ || 2 ||

śrīrāmasāṃnidhyavaśājjagadādhārakāriṇī |
utpattisthitisaṃhārakāriṇī sarvadehinām || 3 ||

sā sītā bhavati jñeyā mūlaprakṛtisaṃjñitā |
praṇavatvātprakṛtiriti vadanti brahmavādinaḥ || 4 || iti||

omityetadakṣaramidaṃ sarvaṃ tasyopavyākhyānaṃ
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaditi sarvamoṅkāra eva |
yaccānyattrikālātītaṃ tadapyoṅkāra eva | sarvaṃ
hyetadbrahma | ayamātmā brahma so'yamātmā
catuṣpājjāgaritasthāno bahiḥprajñaḥ saptāṅga
ekonaviṃśatimukhaḥ sthūlabhugvaiśvānaraḥ
prathamaḥ pādaḥ || svapnasthāno'ntaḥprajñaḥ
saptāṅga ekonaviṃśatimukhaḥ praviviktabhuk taijaso
dvitīyaḥ pādaḥ | yatra supto na kaṃcana kāmaṃ
kāmayate na kaṃcana svapnaṃ paśyati tatsuṣuptam |
suṣuptasthāna ekībhūtaḥ prajñānaghanaevānandamayo
hyānandabhuk cetomukhaḥ prājñastṛtīyaḥ pādaḥ |
eṣa sarveśvara eṣa sarvajña eṣo'ntaryāmyeṣa
yoniḥ sarvasya prabhavāpyayau hi bhūtānām |
nāntaḥprajñaṃ na bahiḥprajñaṃ nobhayataḥprajñaṃ
na prajñaṃ nāprajñaṃ na prajñānaghanamadṛśya-
mavyavahāryamagrāhyamalakṣaṇamacintyamavyapadeśya-
mekātmapratyayasāraṃ prapañcopaśamaṃ śāntaṃ
śivamadvaitaṃ caturthaṃ manyante | sa ātmā sa vijñeyaḥ
sadojjvalo'vidyātatkāryahīnaḥ svātmabandhaharaḥ sarvadā
dvaitarahita ānandarūpaḥ sarvādhiṣṭhānasanmātro
nirastāvidyātamomoho'hameveti saṃbhāvyāhamoṃta-
tsadyatparaṃbrahma rāmacandraścidātmakaḥ |
so'hamontadrāmabhadraparaṃjyotīraso'hamomityā-
tmānamādāya manasā brahmaṇaikīkuryāt ||

sadā rāmo'hamasmīti tattvataḥ pravadanti ye |
na te saṃsāriṇo nūnaṃ rāma eva na saṃśayaḥ || ityupaniṣat ||

ya evaṃ veda sa mukto bhavatīti yājñavalkyaḥ ||

atha hainamatriḥ papraccha yājñavalkyaṃ ya
eṣo'nanto'vyaktaparipūrṇānandaikacidātmā
taṃ kathamahaṃ vijānīyāmiti | sa hovāca yājñavalkyaḥ |
so'vimukta upāsyo'yam | eṣo'nanto'vyakta ātmā
so'vimukte pratiṣṭhita iti | so'vimuktaḥ kasminpratiṣṭhita iti |
varaṇāyāṃ nāsyāṃ ca madhye pratiṣṭhita iti ||

kā vai varaṇā kā ca nāsīti | janmāntarakṛtānsarvā-
ndoṣanvārayatīti tena varaṇā bhavatīti |
sarvānindriyakṛtānpāpānnāśayatīti tena nāsī bhavatīti |
katamaccāsya sthānaṃ bhavatīti | bhruvorghrāṇasya ca
yaḥ sandhiḥ sa eṣa dyaurlokasya parasya ca sandhirbhavatīti |
etadvai sandhiṃ sandhyāṃ brahmavida upāsata iti ||

so'vimukta upāsya iti | so'vimuktaṃ jñānamācaṣṭe yo
vā etadevaṃ veda || atha taṃ pratyuvāca |
śrīrāmasya manuṃ kāśyāṃ jajāpa vṛṣabhadhvajaḥ |
manvantarasahasraistu japahomārcanādibhiḥ || 1 ||

tataḥ prasanno bhagavāñchrīrāmaḥ prāha śaṃkaram |
vṛṇīśva yadabhīṣṭaṃ taddāsyāmi parameśvara || 2 || iti ||

atha saccidānandātmānaṃ śrīrāmamīśvaraḥ papraccha |
maṇikarṇyāṃ mama kṣetre gaṅgāyāṃ vā taṭe punaḥ |
mriyeta dehī tajjantormuktirnā'to varāntaram || 3 || iti ||

atha sa hovāca śrīrāmaḥ ||

kṣetre'smiṃstava deveśa yatra kutrāpi vā mṛtāḥ |
kṛmikīṭādayo'pyāśu muktāḥ santu na cānyathā || 4 ||

avimukte tava kṣetre sarveṣāṃ muktisiddhaye |
ahaṃ saṃnihitastatra pāṣāṇapratimādiṣu || 5 ||

kṣetre'sminyo'rcayedbhaktyā mantreṇānena māṃ śiva |
brahmahatyādipāpebhyo mokṣayiṣyāmi mā śucaḥ || 6 ||

tvatto vā brahmaṇo vāpi ye labhante ṣaḍakṣaram |
jīvanto mantrasiddhāḥ syurmuktā māṃ prāpnuvanti te || 7 ||

mumūrṣordakṣiṇe karṇe yasya kasyāpi vā svayam |
upadekṣyasi manmantraṃ sa mukto bhavitā śiva || 8 ||

iti śrīrāmacandreṇoktam || atha hainaṃ bhāradvājo
yājñavalkyamuvācātha kairmantraiḥ stutaḥ śrīrāmacandraḥ
prīto bhavati | svātmānaṃ darśayati tānno brūhi bhagavanniti |
sa hovāca yājñavalkyaḥ || pūrvaṃ satyaloke śrīrāmacandreṇaivaṃ
śikṣito brahmā punaretayā gāthayā namaskaroti ||

viśvarūpadharaṃ viṣṇuṃ nārāyaṇamanāmayam |
pūrṇānandaikavijñānaṃ paraṃ brahmasvarūpiṇam ||

manasā saṃsmaranbrahma tuṣṭāva parameśvaram |
oṃ yo ha vai śrīrāmacandraḥ sa bhagavānadvaitaparamānanda
ātmā yatparaṃ brahma bhūrbhuvaḥ suvastasmai vai namo namaḥ || 1 ||

yathā prathamamantroktāvādyantau tathā sarvamantreṣu jñātavyau ||

yaścākhaṇḍaikarasātmā || 2 || yacca brahmānandāmṛtam || 3 ||

yattārakaṃ brahma || 4 || yo brahmā viṣṇurmaheśvaro yaḥ sarvadevātmā || 5 ||

ye sarve vedāḥ sāṅgāḥ saśākhāḥ setihāsapurāṇāḥ || 6 ||

yo jīvāntarātmā || 7 || yaḥ sarvabhūtāntarātmā || 8 ||

ye devāsuramanuṣyādibhāvāḥ || 9 || ye matsyakūrmādyavatārāḥ || 10 ||

yo'ntaḥkaraṇacatuṣṭayātmā || 11 || yaśca prāṇaḥ || 12 ||

yaśca yamaḥ || 13 || yaścāntakaḥ || 14 || yaśca mṛtyuḥ || 15 ||

yaccāmṛtam || 16 || yāni ca pañcamahābhūtāni || 17 ||

yaḥ sthāvarajaṅgamātmā || 18 || ye pañcāgnayaḥ || 19 ||

yāḥ sapta mahāvyāhṛtayaḥ || 20 || yā vidyā || 21 ||

yā sarasvatī || 22 || yā lakṣmīḥ || 23 || yā gaurī || 24 ||

yā jānakī || 25 || yacca trailokyam || 26 || yaḥ sūryaḥ || 27 ||

yaḥ somaḥ || 28 || yāni ca nakṣatrāṇi || 29 || ye ca nava grahāḥ || 30 ||

ye cāṣṭau lokapālāḥ || 31 || ye cāṣṭau vasavaḥ || 32 ||

ye caikādaśa rudrāḥ || 33 || ye ca dvadiśādityāḥ || 34 ||

yacca bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyat || 35 ||

yadbrahmāṇḍasya bahirvyāptam || 36 || yo hiraṇyagarbhaḥ || 37 ||

yā prakṛtiḥ || 38 || yaścoṅkāraḥ || 39 ||

yāścatasro'rdhamātrāḥ || 40 || yaḥ paramapuruṣaḥ || 41 ||

yaśca maheśvaraḥ || 42 || yaśca mahādevaḥ || 43 ||

ya oṃ namo bhagavate vāsudevāya || 44 || yo mahāviṣṇuḥ || 45 ||

yaḥ paramātmā || 46 || yo vijñānātmā || 47 ||

oṃ yo ha vai śrīrāmacandraḥ sa bhagavānadvaitaparamānanda ātmā |
yaḥ saccidānandādvaitaikacidātmā bhūrbhuvaḥ suvastasmai
vai namo namaḥ || iti tānbrahmābravīt | saptacatvāriṃśanmantrairnityaṃ
devaṃ stuvadhvam | tato devaḥ prīto bhavati | svātmānaṃ darśayati |
tasmādya etairmantrairnityaṃ devaṃ stauti sa devaṃ paśyati |
so'mṛtatvaṃ gacchatīti mahopaniṣat || 5 ||

atha hainaṃ bhāradvājo yājñavalkyamupasametyovāca
śrīrāmamantrarājasya māhātmyamanubrūhīti | sa hovāca yājñavalkyaḥ |
svaprakāśaḥ paraṃjyotiḥ svānubhūtyaikacinmayaḥ |
tadeva rāmacandrasya manorādyakṣaraḥ smṛtaḥ || 1 ||

akhaṇḍaikarasānandastārakabrahmavācakaḥ |
rāmāyeti suvijñeyaḥ satyānandacidātmakaḥ || 2 ||

namaḥpadaṃ suvijñeyaṃ pūrṇānandaikakāraṇam |
sadā namanti hṛdaye sarve devā mumukṣavaḥ || 3 || iti ||

ya evaṃ mantrarājaṃ śrīrāmacandraṣaḍakṣaraṃ nityamadhīte |
so'gnipūto bhavati | sa vāyupūto bhavati | sa ādityapūto bhavati |
sa somapūto bhavati | sa brahmapūto bhavati | sa viṣṇupūto bhavati |
sa rudrapūto bhavati | sarvairdevairjñāto bhavati | sarvakratubhiriṣṭavānbhavati |
tenetihāsapurāṇānāṃ rudrāṇāṃ śatasahasrāṇi japtāni phalāni bhavanti |
śrīrāmacandramanusmaraṇena gāyatryaḥ śatasahasrāṇi japtāni phalāni
bhavanti | praṇavānāmayutakoṭijapā bhavanti | daśa pūrvāndaśottarānpunāti |
sa paṅktipāvano bhavati | sa mahānbhavati | so'mṛtatvaṃ ca gacchati ||

atraite ślokā bhavanti |
gāṇapatyeṣu śaiveṣu śāktasaureṣvabhīṣṭadaḥ |
vaiṣṇaveṣvapi sarveṣu rāmamantraḥ phalādhikaḥ || 4 ||

gāṇapatyādi mantreṣu koṭikoṭiguṇādhikaḥ |
mantrasteṣvapyanāyāsaphalado'yaṃ ṣaḍakṣaraḥ || 5 ||

ṣaḍakṣaro'yaṃ mantraḥ syātsarvāghaughanivāraṇaḥ |
mantrarāja iti proktaḥ sarveṣāmuttamottamaḥ || 6 ||

kṛtaṃ dine yadduritaṃ pakṣamāsartuvarṣajam |
sarvaṃ dahati niḥśeṣaṃ tūlarāśimivānalaḥ || 7 ||

brahmahatyāsahasrāṇi jñānājñānakṛtāni ca |
svarṇasteyasurāpānagurutalpāyutāni ca || 8 ||

koṭikoṭisahasrāṇi upapātakajānyapi |
sarvāṇyapi praṇaśyanti rāmamantrānukīrtanāt || 9 ||

bhūtapretapiśācādyāḥ kūṣmāṇḍabrahmarākṣasāḥ |
dūrādeva pradhāvanti rāmamantraprabhāvataḥ || 10 ||

aihalaukikamaiśvaryaṃ svargādyaṃ pāralaukikam |
kaivalyaṃ bhagavattvaṃ ca mantro'yaṃ sādhayiṣyati || 11 ||

grāmyāraṇyapaśughnatvaṃ saṃcitaṃ durutaṃ ca yat |
madyapānena yatpāpaṃ tadapyāśu vināśayet || 12 ||

abhakṣyabhakhakṣaṇotpannaṃ mithyājñānasamudbhavam |
sarvaṃ vilīyate rāmamantrasyāsyaiva kīrtanāt || 13 ||

śrotriyasvarṇaharaṇādyacca pāpamupasthitam |
ratnādeścāpahāreṇa tadapyāśu vināśayet || 14 ||

brāhmaṇaṃ kṣatriyaṃ vaiśyaṃ śūdraṃ hatvā ca kilbiṣam |
saṃcinoti naro mohādyadyattadapi nāśayet || 15 ||

gatvāpi mātaraṃ mohādagamyāścaiva yoṣitaḥ |
upāsyānena mantreṇa rāmastadapi nāśayet || 16 ||

mahāpātakapāpiṣṭhasaṅgatyā saṃcitaṃ ca yat |
nāśayettatkathālāpaśayanāsanabhojanaiḥ || 17 ||

pitṛmātṛvadhotpannaṃ buddhipūrvamaghaṃ ca yat |
tadanuṣṭhānamātreṇasarvametadvilīyate || 18 ||

yatprayāgāditīrthoktaprāyaścittaśatairapi |
naivāpanodyate pāpaṃ tadapyāśu vināśayet || 19 ||

puṇyakṣetreṣu sarveṣu kurukṣetrādiṣu svayam |
buddhipūrvamaghaṃ kṛtvā tadapyāśuvināśayet || 20 ||

kṛcchraistaptaparākādyairnānācāndrāyaṇairapi |
pāpaṃ ca nāpanodyaṃ yattadapyāśu vināśayet || 21 ||

ātmatulyasuvarṇādidānairbahuvidhairapi |
kiṃcidapyaparikṣīṇaṃ tadapyāśu vināśayet || 22 ||

avasthātritayeṣvevabuddhipūrvamaghaṃ ca yat |
tanmantrasmaraṇenaiva niḥśeṣaṃ pravilīyate || 23 ||

avasthātritayeṣvevaṃ mūlabandhamantraṃ ca yat |
tattanmantropadeśena sarvametatpraṇaśyati || 24 ||

ābrahmabījadoṣāśca niyamātikramodbhvāḥ |
strīṇāṃ ca puruṣāṇāṃ ca mantreṇānena nāśitāḥ || 25 ||

yeṣu yeṣvapi deśeṣu rāmabhadra upāsyate |
durbhikṣādibhayaṃ teṣu na bhavettu kadācana || 26 ||

śāntaḥ prasannavadano hyakrodho bhaktavatsalaḥ |
anena sadṛśo mantro jagatsvapi na vidyate || 27 ||

samyagārādhito rāmaḥ prasīdatyeva satvaram |
dadātyāyuṣyamaiśvaryamante viṣṇupadaṃ ca yat || 28 ||

tadetadṛcābhyuktam |
ṛco akṣare parame vyomanyasmindevā adhi viśve niṣeduḥ |
yastanna veda kimṛcā kariṣyati ya ittadvidusta ime samāsate |
tadviṣṇoḥ paramaṃ padaṃ sadā paśyanti sūrayaḥ |
divīva cakṣurātatam | tadviprāso vipanyavo jāgṛvāṃsaḥ samindhate |
viṣṇoryatparamaṃ padam | oṃ satyamityupaniṣat || 6 ||

oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śruṇuyāma devā bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhirvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||

svasti na indro vṛddhaśravāḥ svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ svasti no bṛhaspatirdadhātu ||

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||

iti rāmottaratāpinyupaniṣatsamāptā ||

iti rāmatāpinyupaniṣatsamāptā||

Ramatapaniya Upanishad – vollständige deutsche Übersetzung

Eröffnungsvers
Sri Rama-Brahman, dessen Gestalt von den Verehrern als Gegenstand der Meditation über den Sinn der Ramatapaniya angenommen wird und dessen Körperlosigkeit die Befreiung ist, sei mein Ziel.

Śānti-Mantra vor der Rāma-pūrvatāpanīya
Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören und mit den Augen Heilsames sehen, ihr Verehrungswürdigen. Mit festen Gliedern und gesunden Körpern wollen wir euch preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Heil gewähre uns Indra von großem Ruhm, Heil Pushan, der alles kennt, Heil Tarkshya mit unversehrtem Rad, Heil gewähre uns Brihaspati. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Vers 1.1
Om. In diesem aus Bewusstsein bestehenden Mahavishnu, der als Hari dem Dasharatha geboren wurde, erstrahlt auf Erden derjenige, der im Geschlecht Raghus alles erfreut.

Vers 1.2
Von den Wissenden wird er in den Welten als Rama offenbar gemacht; durch ihn gehen die Rakshasas dem Tod entgegen, sei es infolge ihres eigenen Übermuts.

Vers 1.3
Der Name Rama ist auf Erden berühmt, weil er entzückt; in menschlicher Gestalt nahm er den Rakshasas den Glanz, wie Rahu dem aus dem Geist geborenen Mond.

Vers 1.4
Indem er die zur Herrschaft berufenen Könige ihrer falschen Macht beraubte, zeigte er durch seinen Lebenswandel den Weg des Dharma und durch seinen Namen den Weg der Erkenntnis.

Vers 1.5
Durch Meditation über ihn entsteht Leidenschaftslosigkeit, durch seine Verehrung innere Herrschaft; weil er so Freude schenkt, heißt er auf Erden dem Wesen nach Rama.

Vers 1.6
Weil die Yogis sich im Unendlichen, in der ewigen Seligkeit und im Bewusstseins-Selbst erfreuen, bezeichnet das Wort Rama jenes höchste Brahman.

Vers 1.7
Für die Andacht der Verehrenden wird dem aus Bewusstsein bestehenden, zweitlosen, teillosen und körperlosen Brahman eine Gestalt vorgestellt.

Vers 1.8
Bei Gottheiten mit Gestalt denkt man männliche oder weibliche Glieder, Waffen und anderes sowie zwei, drei, vier, sechs, acht, zehn, zwölf oder sechzehn Hände.

Vers 1.9
Auch achtzehn Hände werden gelehrt, mit Muschel und anderen Emblemen versehen, bis hin zu tausend; ebenso werden Farbe und Reittier vorgestellt.

Vers 1.10
Kraft und Gefolge werden im Brahman auf fünffache Weise vorgestellt; zu der vorgestellten Gestalt gehören daher auch Heer und Begleitung.

Vers 1.11
Dieses Mantra bezeichnet Brahma und die übrigen Gottheiten durch sinnentsprechende Namen; der Mantra-Übende soll es rezitieren, denn ohne dies wird die Gottheit nicht gnädig.

Vers 1.12
Für die Ausführenden von Ritus, Handlung und Opfer spricht das Mantra den Sinn aus; weil es durch Nachdenken schützt, heißt es Mantra und bezeichnet alles, was bezeichnet werden kann.

Vers 1.13
Die bildhafte Gestalt dieser furchtlosen Gottheit wird als Yantra entworfen; wird ohne Yantra verehrt, ist die Gottheit nicht zufrieden.

Kolophon des 1. Khaṇḍa
Damit endet der 1. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Vers 2.1
Selbstleuchtend, aus dem Licht von Himmel und Erde bestehend und von unendlicher Gestalt, ist er als Lebendiger allen gleich und Grund von Schöpfung, Bestand und Auflösung.

Vers 2.2
Als Ursache wirkt er durch Bewusstseinskraft und die Eigenschaften Rajas, Sattva und Tamas, so wie der gewaltige natürliche Banyanbaum im Banyansamen verborgen liegt.

Vers 2.3
Ebenso liegt diese ganze bewegliche und unbewegliche Welt im Keim Rama; auf dem Laut r ruhen seine Gestalten, und seine Kräfte sind genau drei.

Kolophon des 2. Khaṇḍa
Damit endet der 2. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Vers 3.1
Sita und Rama, ganz von diesem Wesen, sind hier zu verehren. Aus beiden gingen die vierzehn Welten hervor, in ihnen wurden die Wesen gegründet und ausgesandt; danach nahm Rama durch Maya Menschengestalt an.

Vers 3.2
Ihm, dem Lebensatem und Selbst der Welt, sei Verehrung; das Wort namaḥ spricht dabei zuerst die Einheit mit dem bezeichneten Wesen aus.

Kolophon des 3. Khaṇḍa
Damit endet der 3. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Vers 4.1
Namaḥ bezeichnet das individuelle Leben, Rama wird als das im Selbst ruhende Selbst besungen; die vierte Silbe, die zu ihm gehört, wird als Maya besungen.

Vers 4.2
Dieses Mantra ist das bezeichnende Wort Rama, Rama ist sein Bezeichnetes; aus ihrer Verbindung entsteht für alle Übenden Frucht, daran besteht kein Zweifel.

Vers 4.3
Wie der Namensträger sich dem zuwendet, der ihn mit seinem Namen anspricht, so wendet sich das keimhafte Mantra dem Mantra-Übenden zu.

Vers 4.4
Die Keimkraft setze man an die rechte und linke Brust; den Keil denke man in der Mitte, verbunden mit der Bestimmung auf den eigenen Wunsch.

Vers 4.5
Dies ist die gemeinsame Reihenfolge aller Mantras. Hier ist Rama von unendlicher Gestalt und an Glanz dem Feuer gleich.

Vers 4.6
Wenn die Welt aus Sattva und Wärme beziehungsweise aus Feuer und Soma besteht, leuchtet Rama, mit Sita hervorgetreten, wie der Mond mit seinem Mondlicht.

Vers 4.7
Mit Prakriti verbunden ist er dunkelblau, gelb gekleidet und trägt Flechten; er hat zwei Arme, Ohrringe und eine Edelsteinkette, ist standhaft und trägt den Bogen.

Vers 4.8
Mit heiterem Antlitz und siegreich, geschmückt mit den acht Dhṛṣṭi und den übrigen Helfern, trägt er auf seinem Schoß die höchste Herrin Prakriti, den Schoß der Welt.

Vers 4.9
Die goldglänzende, zweiarmige, mit allem Schmuck gezierte und einen Lotus haltende Sita umschlingt ihn; so wird der Sohn Kausalyas genährt und vervollständigt.

Vers 4.10
Zu seiner Rechten steht Lakshmana, sein goldglänzender jüngerer Bruder, wiederum mit dem Bogen in der Hand; so entsteht ein Dreieck.

Vers 4.11
Entsprechend dem feinen inneren Aufbau seines Mantras soll diese Gestalt dreieckig sein; zu ihm kamen die Götter zusammen.

Vers 4.12
Sie priesen den unter dem Wunschbaum stehenden Herrn der Welt: Verehrung Rama, der jede gewünschte Gestalt annimmt, und dem von Maya erfüllten.

Vers 4.13
Verehrung der Urgestalt der Veden, dem Om-Laut, immer wieder Verehrung; Verehrung Rama, dem Träger Ramas beziehungsweise Lakshmis, Sri Rama, der Gestalt des Selbst.

Vers 4.14
Verehrung dem Schmuck an Janakis Leib, dem Töter der Rakshasas, dem Schöngegliederten, dem Heilvollen, dem Helden Raghus und der Gestalt, die den Zehnköpfigen beendete.

Vers 4.15
Rama, Heilbringender, großer Bogenschütze, Held Raghus und bester König: O Bezwinger des Zehnköpfigen, gewähre uns Schutz und deine Herrlichkeit.

Vers 4.16
Schenke du jetzt Herrschaft und töte den Feind – so priesen ihn die Götter; danach blieben sie glücklich bei ihm.

Vers 4.17
Während die Seher ihn so priesen, entführte der Asura Ravana Ramas im Wald weilende Gemahlin, um den eigenen Untergang herbeizuführen.

Vers 4.18
Er ist als Ravana bekannt, oder Ravana wegen seines Brüllens. Unter diesem Vorwand zogen Rama und Lakshmana aus, Sita zu suchen.

Vers 4.19
Damals durchwanderten sie die Erde; nachdem sie die Göttin und den Asura ausfindig machen wollten, töteten sie Kabandha und gelangten zu Shabari, deren Weisung sie folgten.

Vers 4.20
Vom ergebenen Sohn des Windes verehrt, riefen Rama und Lakshmana den Affenkönig herbei und ließen sich alles von Anfang bis Ende berichten.

Vers 4.21
Sugriva blieb Rama gegenüber zunächst zweifelnd und zeigte ihm als Beweis den Leib Dundubhis; Rama schleuderte ihn fort.

Vers 4.22
Rama durchbohrte rasch sieben Sala-Bäume und freute sich; dadurch ermutigt führte der Affenkönig ihn zu seiner Stadt.

Vers 4.23
Dort brüllte Valis jüngerer Bruder mit Macht vor dessen Haus; Vali trat heraus, und Rama stellte sich ihm im Kampf.

Vers 4.24
Nachdem Raghava Vali getötet hatte, setzte er Sugriva als König ein; Sugriva rief die Affen zusammen und sprach zu den Richtungskundigen.

Vers 4.25
Nehmt Maithili heute mit euch, bringt sie zurück und geht rasch! Darauf überschritt Hanuman den Ozean und gelangte nach Lanka.

Vers 4.26
Er sah Sita, tötete Asuras und verbrannte die Stadt; dann kehrte er zurück und berichtete Rama wahrheitsgemäß alles.

Vers 4.27
Da nahm Rama zornige Gestalt an, rief die Affen, nahm mit ihnen die Waffen und zog zur Stadt Lanka.

Vers 4.28
Als er sie sah, ließ er am Ozean den Kampf beginnen; in der Schlacht standen ihm Kumbhakarna und Indrajit mit ihrem Heer entgegen.

Vers 4.29
Nachdem er den Feind getötet hatte, setzte er dort Vibhishana ein, nahm Janakas Tochter auf seinen Schoß und kehrte mit allen in seine Stadt zurück.

Vers 4.30
Dann saß Raghus Sohn auf dem Thron, zweiarmig, den Bogen tragend, heiteren Wesens und mit allen Schmuckstücken geschmückt.

Vers 4.31
Rechts hielt er die erkenntnisvermittelnde Geste, links die lichtausstrahlende; ganz aus Bewusstsein bestehend war der höchste Herr in Unterweisung vertieft.

Vers 4.32
Nordöstlich und südöstlich von ihm stehen Shatrughna und Bharata; vor ihm befindet sich Hanuman als Hörer, sodass ein Dreieck entsteht.

Vers 4.33
Unter Bharata steht Sugriva, unter Shatrughna Vibhishana; westlich hinter Rama steht Lakshmana mit Schirm und Fächer.

Vers 4.34
Unter ihm stehen die beiden mit Palmblattfächern; so entsteht erneut ein Dreieck. Zusammen mit seinen langgestreckten Gliedern bildet dies zuerst ein Sechseck.

Vers 4.35
Der zweite Umkreis ist in den Richtungen von Südost an mit Vasudeva und den übrigen Vyuhas verbunden; der dritte umfasst den Sohn des Windes, Sugriva und Bharata.

Vers 4.36
Dazu kommen Vibhishana, Lakshmana, Angada, der Feindbezwinger, und Jambavan; danach folgen Dhṛṣṭi und Jayanta.

Vers 4.37
Vijaya, Surashtra, Rashtravardhana, Ashoka, Dharmapala und Sumantra umgeben ihn ebenfalls.

Vers 4.38
Darauf wird er von zehn umgeben: dem Tausendäugigen Indra, Agni, dem Dharmakundigen Yama, Varuna, Vayu, Mond, Ishana, Dhatr und Ananta.

Vers 4.39
Außerhalb ist er mit ihren Waffen zu verehren und mit Nila und den übrigen Affen geschmückt; Vasishta, Vamadeva und andere Weise verehren ihn.

Vers 4.40
So wurde die allgemeine Anordnung gesagt; nun folgt die genaue Anweisung: Man zeichne eine Einfassung aus drei Linien und schreibe in die Mitte zwei Taraka-Silben.

Vers 4.41
Dazwischen schreibe man den Keim, darunter das zu erreichende Ziel; über dieses im zweiten Fall den Namen des Zieles und ebenso den Namen des Übenden im sechsten Fall.

Vers 4.42
Zu beiden Seiten schreibe man zweimal kuru und zwischen die Keimsilben Rama; ein Mensch reinen Verstandes umschließe das Ganze mit zwei Pranavas.

Vers 4.43
In das längliche Sechseck schreibe man die Keimsilbe mit Herz-Mantra und den übrigen Gliedermantras; an die Winkelseiten Rama und Maya, davor Ananga.

Vers 4.44
Zwischen die Winkelspitzen schreibe man Krodha und rings um den Mantra die heilige Rede; sodann zeichne man drei Kreise und in den achtblättrigen Lotus die Vokale.

Vers 4.45
In Staubfäden und acht Blätter schreibe man die acht Buchstabengruppen; in sie die Laute des Kranzmantras entsprechend der Zahl der Wellen.

Vers 4.46
Am Ende schreibe man die fünf Silben und wiederum einen achtblättrigen Lotus; in dessen Blätter die acht Silben Narayanas und in die Staubfäden Rama.

Vers 4.47
Außerhalb zeichne man einen zwölfblättrigen Lotus und schreibe das zwölfsilbige Mantra: Om, Verehrung dem Erhabenen Vasudeva.

Vers 4.48
Von a bis kṣa schreibe man die Laute kreisförmig in die Staubfäden; außerhalb zeichne man einen sechzehnblättrigen Lotus und in seine Staubfäden das Herz-Mantra.

Vers 4.49
Mit Schutz- und Waffenmantra sowie Verehrung verbunden schreibe man das Zwölfsilbenmantra in die Blätter; in die Zwischenräume schreibe der Mantrageübte die Mantras von Indra und den übrigen.

Vers 4.50
Außerhalb schreibe man sorgfältig hraṃ, sraṃ, bhraṃ, vraṃ, lūṃ, śraṃ und jraṃ; dann zeichne man einen großen zweiunddreißigblättrigen Lotus mit Nada und Bindu.

Vers 4.51
In seine Blätter schreibe man sorgfältig die Laute des Mantra-Königs; dort meditiere man über die acht Vasus und die elf Rudras.

Vers 4.52
Ferner über die zwölf Adityas, den Schöpfer und den Vashat-Ruf; außerhalb zeichne man ein Erdgehäuse, reich an Vajras und Spitzen, mit drei Linien.

Vers 4.53
Es soll mit Toren versehen, mit Tierkreiszeichen und anderem geschmückt und von Schlangen begleitet sein: Ananta, Vasuki, Takshaka und Karkotaka.

Vers 4.54
Mahapadma, Shankha, Gulika – diese acht werden genannt. Nachdem man so das Mandala gezeichnet hat, füge man in Haupt- und Zwischenrichtungen hinzu.

Vers 4.55
Man schreibe die beiden Mantras Narasimhas und Varahas; die geheime Keimsilbe ist mit r, Gnadenmond, Nada, Shakti und den übrigen Bestandteilen verbunden.

Vers 4.56
Diese Narasimha-Keimsilbe wird für das Abwehren schädlicher Planeteneinflüsse gelehrt; aus den letzten Lauten, Raum, Bindu und Nada entsteht die Keimsilbe des Ebers.

Vers 4.57
Hinzu kommt huṃ. Nun wird Ramas Kranzmantra erklärt: Taraka, Verehrung, Schlaf, Erinnerung, Trennung und die Wunscherfüllende.

Vers 4.58
Mit Rudra verbunden, mit Feuer, Einsicht und den Unsterblichen geschmückt, folgt die lange Silbe, verbunden mit der Schrecklichen und der Erfreuenden, wiederum mit Länge.

Vers 4.59
Hunger, Zornkraft, die Unfehlbare und das All, mit Einsicht verbunden, ferner die lange Flammende, die äußerst Feine und die Todesgestalt.

Vers 4.60
Mit Festigkeit, Freude, Haut, Gift, Liebe und den Unsterblichen verbunden; Licht mit scharfem Feuer sowie Weiß mit Anusvara verbunden.

Vers 4.61
Die Wunscherfüllende reicht bis zur fünften Wurzel, dann folgen die Endungen ta, anta, tha und anta; danach stehen sa mit Ananta und Länge, Wind mit Feinheit und Gift.

Vers 4.62
Kāmikā und Kāmaka werden mit Rudra verbunden; danach folgen beständige Hitze, die Erhitzende mit Länge, Erde, Feuer, der zu Ananta Gehende und Wind.

Vers 4.63
Es folgen der Narayana entsprechende Kala, der pranaähnliche Laut mit Vidya, der gelbe Feind, das Ende mit la, mit Yoni verbunden, und zuletzt die Verehrung.

Vers 4.64
So besteht der Mantra selbst aus siebenundvierzig Lauten und berührt das Ende der Eigenschaften; für Rama bei seiner Königssalbung schreibe man ihn in der genannten Reihenfolge.

Vers 4.65
Dieses zuvor erklärte und von Sehern verehrte Yantra umfasst alles; seinen Verehrern bringt es Befreiung und mehrt nach der Überlieferung Lebensdauer und Gesundheit.

Vers 4.66
Kinderlosen soll es Kinder schenken – was braucht es vieler Worte? Hier erlangen die Verehrenden in einem Augenblick Dharma und die übrigen Lebensziele.

Schlussanweisung des vierten Khaṇḍa
Dieses höchste Geheimnis ist selbst für Ishvara schwer zugänglich. Das erklärte Yantra darf keinem unvorbereiteten Menschen gegeben werden.

Kolophon des 4. Khaṇḍa
Damit endet der 4. Khaṇḍa der Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad.

Vers 5.1
Om. Man reinige zunächst Elemente und Körper und vollziehe die Verehrung am Tor; heiter auf einem Lotus- oder anderen Sitz sitzend, verehre man beim Ritual die unteren, oberen und seitlichen Teile des Sockels sowie den Lotus in der Mitte.

Vers 5.2
Auf einer weichen, glatten, guten Unterlage verehre man auf dem Edelsteinsitz den Lehrer; darunter stelle man die Grundkraft, Schildkröte und Schlange, Erde, Lotus und den eigenen Sitz vor.

Vers 5.3
Ganesha, Durga, den Hüter des Feldes, Vani, die Keimsilben und die Mächte vom Südosten an sowie Dharma und die übrigen an den Füßen des Sockels verehre man nach Verneigung in den Richtungen vom Osten an.

Vers 5.4
In der Mitte verehre man nacheinander und übereinander Sonne, Mond und Feuerglanz; Rajas, Sattva und Tamas stelle man der Reihe nach als drei mit Keimsilben versehene Kreise vor.

Vers 5.5
In Haupt- und Zwischenrichtungen verehre man Selbst, inneres Selbst, höchstes Selbst und Erkenntnis-Selbst; in den Richtungen dazu Maya und Vidya sowie die Kalas und das höchste Prinzip.

Vers 5.6
Man verehre die Kräfte Vimala und die übrigen, rufe die Gottheit und bete sie an; ferner verehre man ihre Glieder, die Vyuhas, Hanuman und die übrigen, Dhṛṣṭi und die anderen Helfer, die Weltenhüter und deren Waffen.

Vers 5.7
Mit Vasishta und den anderen Weisen sowie Nila und den führenden Affen verehre man Raghava mit Sandel und anderem; man bringe ihm die wichtigsten vielfältigen Gaben dar und ordne Rezitation und weitere Dienste richtig an.

Vers 5.8
Ich verehre den so beschaffenen Rama, die Grundlage der Welt und Gestalt von Sein, Bewusstsein und Seligkeit, der Keule, Diskus, Muschel und Lotus trägt und der Feind des Werdens ist; jeder, der so meditiert, erlangt Befreiung.

Vers 5.9
Der alles durchdringende Raghava entzog sich darauf dem Blick; mit Muschel, Diskus, Keule und Lotus, zusammen mit Rama beziehungsweise Sita, seinem Bruder, seiner Stadt und seinem Gefolge umfasst er alle Welten.

Schlussverheißung des fünften Khaṇḍa
Ramas Verehrer genießen die erfüllten Wünsche und gelangen danach zu jenem höchsten Ort; wer diese Verse, die alle Ziele gewähren, lauter rezitiert, gelangt zur Befreiung.

Kolophon des 5. Khaṇḍa
Damit endet der fünfte Khaṇḍa. Der überlieferte Zählvers nennt die Anfänge der fünf Khaṇḍas und schließt mit einer Gesamtzahl von dreiundneunzig; seine internen Einzelangaben stimmen in der elektronischen Fassung nicht durchweg mit der sichtbaren Versnummerierung überein. Damit ist die Sri Rāma-pūrvatāpanīya Upanishad beendet.

Vers Uttara 1.1
Brihaspati sprach zu Yajnavalkya: Avimukta ist wahrlich Kurukshetra, die Opferstätte der Götter und der Sitz Brahmans für alle Wesen. Wohin man auch geht, soll man eben dort erkennen: Dies ist Kurukshetra, die Opferstätte der Götter und der Sitz Brahmans für alle Wesen. Denn hier, wenn bei einem Geschöpf die Lebenskräfte ausziehen, erklärt Rudra das rettende Brahman; durch dieses wird es unsterblich und befreit. Darum soll man allein Avimukta aufsuchen und Avimukta nicht verlassen. Genau so ist es, Yajnavalkya.

Vers Uttara 2.2
Darauf fragte Bharadvaja Yajnavalkya: „Was ist das Rettende, und wovor führt es hinüber?“ Yajnavalkya sprach: Das Taraka wird als die Lautfolge langes Anala, mit vorangestelltem Bindu, wiederum langes Anala, dann Maya, „namaś candrāya“, „namo bhadrāya“ und „namaḥ“ gelehrt; diese Formen sind ihrem Wesen nach Brahman und werden Sein, Bewusstsein und Seligkeit genannt, und so sind sie zu verehren. A ist der erste Laut, U der zweite, M der dritte, die Halbmatra der vierte, Bindu der fünfte und Nada der sechste. Weil es hinüberführt, heißt es Taraka. Erkenne eben dieses Taraka als Brahman; eben dieses ist zu verehren. Weil es aus der großen Furcht vor Mutterleib, Geburt, Alter, Tod und Samsara hinüberführt, wird es das sechssilbige Taraka genannt. Der Brahmane, der dieses rettende Brahman täglich studiert, überwindet Schuld, Tod, Brahmanenmord, Embryonentötung, Samsara und alles überhaupt. Er nimmt bei Avimukta Zuflucht, wird groß und gelangt zur Unsterblichkeit.

Vers Uttara 3.1
Lakshmana geht aus A hervor und trägt das All; Shatrughna geht aus U hervor und entspricht dem leuchtenden Taijasa.

Vers Uttara 4.2
Bharata, dem Prajna entsprechend, geht aus M hervor; Rama entspricht der Halbmatra und ist die eine Gestalt der Brahman-Seligkeit.

Vers Uttara 5.3
Durch Sri Ramas Gegenwart trägt Sita die Welt und bewirkt Entstehung, Bestand und Auflösung aller verkörperten Wesen.

Vers Uttara 6.4
Sie ist als Sita und als ursprüngliche Prakriti zu erkennen; weil sie zum Pranava gehört, nennen die Brahman-Kenner sie Prakriti.

Prosastelle U.7
Om, diese Silbe, ist dieses ganze All. Seine Erklärung lautet: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind sämtlich Om; auch was die drei Zeiten übersteigt, ist Om. All dies ist Brahman; dieses Selbst ist Brahman. Dieses Selbst hat vier Bewusstseinsaspekte. Der erste ist Vaishvanara: sein Bereich ist der Wachzustand, er erkennt nach außen, ist siebengliedrig, hat neunzehn Mündungen und erfährt das Grobe. Der zweite ist Taijasa: sein Bereich ist der Traum, er erkennt nach innen, ist siebengliedrig, hat neunzehn Mündungen und erfährt das Feine. Wo der Schlafende keinen Wunsch begehrt und keinen Traum sieht, ist Tiefschlaf. Der dritte ist Prajna: sein Bereich ist der Tiefschlaf; dort ist alles eins geworden, er ist eine Masse reinen Bewusstseins, aus Seligkeit bestehend, Seligkeit erfahrend und hat das Bewusstsein als Zugang. Er ist der Herr über alles, der Allwissende, der innere Lenker und Ursprung von allem, aus dem die Wesen hervorgehen und in den sie zurückkehren. Als den vierten betrachten die Weisen das, was weder nach innen noch nach außen noch nach beiden Seiten erkennt, weder gewöhnliches Erkennen noch Nichterkennen noch bloß eine Erkenntnismasse ist; es ist unsichtbar, unverfügbar, nicht ergreifbar, ohne Kennzeichen, undenkbar und unbezeichenbar, hat die Gewissheit des einen Selbst zum Wesen, ist das Stillwerden der Vielheitswelt, friedvoll, heilvoll und nichtdual. Das ist das Selbst; das ist zu erkennen. Es leuchtet stets, ist frei von Unwissenheit und deren Wirkungen, löst die Bindung des eigenen Selbst, ist immer frei von Zweiheit, von der Gestalt der Seligkeit und reines Sein als Grundlage von allem. Nachdem man Unwissenheit, Dunkelheit und Verblendung abgelegt hat, soll man sich vergegenwärtigen: „Ich allein bin Om, jenes Sein, das höchste Brahman; Ramachandra ist von der Natur des Bewusstseins. Der bin ich; Ramabhadra, das höchste Licht, der bin ich, Om.“ So soll man das Selbst im Geist aufnehmen und mit Brahman vereinen.

Prosastelle U.8
Wer wahrheitsgemäß sagt „Immer bin ich Rama“, ist gewiss kein Gebundener im Samsara, sondern Rama selbst.

Prosastelle U.9
Wer dies erkennt, wird frei – so lehrt Yajnavalkya.

Prosastelle U.10
Darauf fragte Atri Yajnavalkya: „Wie soll ich jenes unendliche, unmanifestierte, vollkommen selige eine Bewusstseins-Selbst erkennen?“ Yajnavalkya sprach: „Dieses Avimukta ist zu verehren. Jenes unendliche, unmanifestierte Selbst ist in Avimukta gegründet.“ Atri fragte: „Worin ist Avimukta gegründet?“ Er antwortete: „In der Mitte zwischen Varana und Nasi.“

Prosastelle U.11
„Was ist Varana und was ist Nasi?“ Varana heißt so, weil sie alle in früheren Geburten begangenen Fehler abwehrt; Nasi heißt so, weil sie alle von den Sinnen begangenen Verfehlungen vernichtet. „Wo liegt ihr Ort?“ Die Verbindung der Augenbrauen mit der Nase ist die Verbindung dieser Welt mit der jenseitigen Welt. Diese Verbindung als Übergangsbereich verehren die Kenner Brahmans.

Vers Uttara 12.1
Avimukta ist zu verehren. Avimukta verkündet demjenigen Erkenntnis, der dies auf diese Weise erkennt. Darauf antwortete er ihm: Der Stierbannerträger Shiva rezitierte in Kashi das Mantra Sri Ramas durch tausend Manvantaras hindurch mit Japa, Feueropfer, Verehrung und weiteren Übungen.

Vers Uttara 13.2
Da wurde Sri Rama gnädig und sprach zu Shankara: Wähle, was du begehrst; ich werde es dir geben, höchster Herr.

Vers Uttara 14.3
Shiva bat Sri Rama: Wenn ein verkörpertes Wesen in meinem heiligen Bezirk Manikarnika oder am Ufer des Ganges stirbt, möge ihm Befreiung zuteilwerden; eine andere Gabe wünsche ich nicht.

Prosastelle U.15
Darauf sprach Sri Rama.

Vers Uttara 16.4
Sri Rama antwortete: Wer irgendwo in deinem heiligen Bezirk stirbt, selbst Wurm oder Insekt, soll rasch und ausnahmslos befreit sein.

Vers Uttara 17.5
Damit in deinem Feld Avimukta alle Befreiung erlangen, bin ich dort sogar in Steinen und Kultbildern gegenwärtig.

Vers Uttara 18.6
Wer mich in diesem Feld mit diesem Mantra hingebungsvoll verehrt, den werde ich von schwersten Verfehlungen befreien; sorge dich nicht, Shiva.

Vers Uttara 19.7
Wer das sechssilbige Mantra von dir, Brahma oder ihrer Überlieferung empfängt, erlangt schon im Leben Mantra-Vollendung und erreicht befreit mich.

Vers Uttara 20.8
Wenn du einem Sterbenden, wer immer es sei, mein Mantra selbst ins rechte Ohr lehrst, wird er befreit sein, Shiva.

Prosastelle U.21
So sprach Sri Ramachandra. Darauf trat Bharadvaja an Yajnavalkya heran und fragte: „Mit welchen Mantras gepriesen wird Sri Ramachandra erfreut und offenbart sein Selbst? Nenne sie uns, o Erhabener.“ Yajnavalkya sprach: Einst wurde Brahma in Satyaloka von Sri Ramachandra so unterwiesen; darauf verneigte er sich mit der folgenden Strophe.

Prosastelle U.22
Im Geist gedachte Brahma Vishnus, der die Weltgestalt trägt, Narayanas ohne Makel, der einen vollkommenen Geschmack von Seligkeit und Erkenntnis besitzt und Gestalt des höchsten Brahman ist.

Vers Uttara 23.1
Om. Sri Ramachandra ist der Erhabene, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, das eine nichtduale Bewusstseins-Selbst aus Sein, Bewusstsein und Seligkeit. Ihm, der Bhur, Bhuvar und Svar ist, gilt wahrlich immer wieder Verehrung. So sprach Brahma zu ihnen: „Preist die Gottheit täglich mit siebenundvierzig Mantras. Darauf wird die Gottheit erfreut und offenbart ihr Selbst. Wer daher die Gottheit täglich mit diesen Mantras preist, schaut die Gottheit und gelangt zur Unsterblichkeit.“ So lautet die große Upanishad.

Prosastelle U.24
Anfang und Ende sind in allen folgenden Mantras ebenso zu ergänzen wie im ersten Mantra.

Vers Uttara 25.2
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das ungeteilte Selbst von einem einzigen Geschmack; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 26.3
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Nektar der Brahman-Seligkeit; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 27.4
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das rettende Brahman; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 28.5
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Brahma, Vishnu, Maheshvara und das Selbst aller Götter; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 29.6
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist alle Veden samt Gliedern, Zweigen, Epen und Puranas; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 30.7
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das innere Selbst des Einzelwesens; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 31.8
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das innere Selbst aller Wesen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 32.9
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist alle Daseinsformen von Göttern, Asuras und Menschen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 33.10
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Inkarnationen als Fisch, Schildkröte und die übrigen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 34.11
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Selbst der vier inneren Organe; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 35.12
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Lebensatem; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 36.13
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Yama; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 37.14
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Beender; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 38.15
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Tod; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 39.16
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Unsterblichkeit; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 40.17
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die fünf großen Elemente; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 41.18
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Selbst alles Unbeweglichen und Beweglichen; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 42.19
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die fünf Feuer; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 43.20
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die sieben großen Vyahritis; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 44.21
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die heilige Erkenntnis; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 45.22
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Sarasvati; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 46.23
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Lakshmi; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 47.24
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Gauri; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 48.25
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Janaki; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 49.26
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die drei Welten; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 50.27
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Sonne; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 51.28
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Soma, der Mond; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 52.29
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die Mondhäuser und Sterne; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 53.30
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die neun Planeten; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 54.31
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die acht Weltenhüter; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 55.32
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die acht Vasus; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 56.33
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die elf Rudras; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 57.34
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die zwölf Adityas; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 58.35
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 59.36
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist dasjenige, das außerhalb des Brahmanda alles durchdringt; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 60.37
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Hiranyagarbha; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 61.38
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Prakriti; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 62.39
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der Om-Laut; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 63.40
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist die vier Halbmatras; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 64.41
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist der höchste Purusha; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 65.42
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Maheshvara; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 66.43
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Mahadeva; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 67.44
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Mantra Om namo bhagavate vāsudevāya; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 68.45
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist Mahavishnu; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 69.46
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das höchste Selbst; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 70.47
Der erhabene Sri Ramachandra, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit, ist das Erkenntnis-Selbst; ihm gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 71.5
Om. Sri Ramachandra ist der Erhabene, das nichtduale Selbst höchster Seligkeit und das höchste Brahman. Ihm in den Bereichen Bhur, Bhuvar und Svar gilt immer wieder Verehrung.

Vers Uttara 72.1
Darauf trat Bharadvaja an Yajnavalkya heran und sprach: „Erkläre ausführlich die Größe des König-Mantras Sri Ramas.“ Yajnavalkya antwortete: „Selbstleuchtend, das höchste Licht und durch eigene Erfahrung ganz aus Bewusstsein bestehend – eben dieses gilt als der Anfangslaut des Mantras Ramachandras.“

Vers Uttara 73.2
Rāmāya ist als ungeteilte, eingestaltige Seligkeit und als Bezeichnung des rettenden Brahman zu erkennen; es ist Sein, Seligkeit und Bewusstsein.

Vers Uttara 74.3
Das Wort namaḥ ist als einzige Ursache vollkommener Seligkeit zu verstehen; alle Götter und Befreiungssucher verneigen sich stets im Herzen.

Prosastelle U.75
Wer das sechssilbige König-Mantra Sri Ramachandras täglich studiert, wird durch Feuer, Wind, Sonne, Mond, Brahma, Vishnu und Rudra geläutert, von allen Göttern erkannt und erlangt die Frucht aller Opfer, unzähliger Rezitationen von Epen, Puranas, Rudra-Hymnen, Gayatri und Pranava; er läutert seine Vorfahren und Nachkommen, wird groß und gelangt zur Unsterblichkeit.

Vers Uttara 76.4
Unter den Ganapatya-, Shaiva-, Shakta-, Saura- und auch allen Vaishnava-Mantras ist das Rama-Mantra besonders fruchtbringend.

Vers Uttara 77.5
Das sechssilbige Mantra übertrifft die Ganapatya- und anderen Mantras millionenfach und schenkt seine Frucht ohne Mühe.

Vers Uttara 78.6
Dieses sechssilbige Mantra wehrt jede Flut von Schuld ab; es heißt König der Mantras und ist das Höchste unter allen.

Vers Uttara 79.7
Es verbrennt restlos Verfehlungen eines Tages, Halbmonats, Monats, einer Jahreszeit oder eines Jahres wie Feuer einen Baumwollhaufen.

Vers Uttara 80.8
Selbst tausendfach begangene schwerste Verfehlungen, wissentlich oder unwissentlich, Diebstahl von Gold, Rauschtrank und Verletzung des Lehrerbettes werden genannt.

Vers Uttara 81.9
Auch unzählige Nebenverfehlungen vergehen durch das wiederholte Singen des Rama-Mantras.

Vers Uttara 82.10
Bhutas, Pretas, Pishacas, Kushmandas und Brahmarakshasas fliehen schon von fern vor der Kraft des Rama-Mantras.

Vers Uttara 83.11
Das Mantra verwirklicht Herrschaft in dieser Welt, himmlische und jenseitige Güter, Kaivalya und Teilhabe am Göttlichen.

Vers Uttara 84.12
Es vernichtet rasch angesammelte Schuld aus dem Töten von Haus- oder Wildtieren sowie aus dem Trinken von Alkohol.

Vers Uttara 85.13
Alles aus dem Essen Verbotenen oder aus falscher Erkenntnis Entstandene löst sich durch das Singen dieses Rama-Mantras auf.

Vers Uttara 86.14
Schuld aus dem Raub des Goldes eines Veda-Gelehrten oder aus dem Entwenden von Edelsteinen vergeht dadurch rasch.

Vers Uttara 87.15
Welche Schuld ein verblendeter Mensch durch Tötung eines Angehörigen irgendeiner sozialen Gruppe ansammelt, auch sie wird vernichtet.

Vers Uttara 88.16
Auch schwerstes sexuelles Fehlverhalten wird durch die Verehrung Ramas mit diesem Mantra vernichtet.

Vers Uttara 89.17
Was durch Umgang, Gespräch, gemeinsames Lager, Sitzen oder Essen mit schwer Belasteten angesammelt wurde, wird vernichtet.

Vers Uttara 90.18
Selbst absichtliche Schuld aus der Tötung von Vater oder Mutter löst sich allein durch diese Praxis auf.

Vers Uttara 91.19
Auch Schuld, die durch hunderte an Pilgerorten wie Prayaga gelehrte Sühnen nicht beseitigt wird, vernichtet es rasch.

Vers Uttara 92.20
Auch absichtlich an heiligen Orten wie Kurukshetra begangene Schuld vernichtet es rasch.

Vers Uttara 93.21
Was durch strenge Kricchra-, Taptaparaka- oder Chandrayana-Bußübungen nicht beseitigt wird, vernichtet es rasch.

Vers Uttara 94.22
Was selbst nach vielfältigen Gaben von Gold im Gewicht des eigenen Körpers nicht geschwunden ist, vernichtet es rasch.

Vers Uttara 95.23
Absichtliche Schuld in den drei Bewusstseinszuständen löst sich durch Erinnerung an das Mantra restlos auf.

Vers Uttara 96.24
Auch Bindungen durch Grund- und andere Mantras in den drei Zuständen vergehen durch die Unterweisung in diesem Mantra.

Vers Uttara 97.25
Fehler bis hin zum Brahma-Keim und solche aus Übertretung von Regeln werden bei Frauen und Männern durch dieses Mantra vernichtet.

Vers Uttara 98.26
In Ländern, in denen Ramabhadra verehrt wird, soll niemals Furcht vor Hungersnot und ähnlichem entstehen.

Vers Uttara 99.27
Rama ist friedvoll, heiteren Antlitzes, frei von Zorn und seinen Verehrern zugetan; in den Welten gibt es kein Mantra, das diesem gleicht.

Vers Uttara 100.28
Richtig verehrt, wird Rama sehr rasch gnädig; er schenkt langes Leben, Herrschaft und zuletzt Vishnus höchsten Ort.

Vers Uttara 101.6
Dies ist durch einen Rigvers ausgesprochen: Im höchsten unvergänglichen Raum des Rigverses haben alle Götter ihren Sitz genommen. Wer das nicht erkennt – was wird der Rigvers ihm nützen? Diejenigen, die es erkennen, sind darin vereint. Die Weisen schauen immer jene höchste Stätte Vishnus, wie ein am Himmel ausgebreitetes Auge. Die inspirierten, einsichtsvollen und wachen Seher entzünden und verherrlichen jene höchste Stätte Vishnus. Om. Wahrheit – so lautet die Upanishad.

Śānti-Mantra nach der Rāma-uttaratāpanīya
Om. Ihr Götter, mögen wir mit den Ohren Heilsames hören und mit den Augen Heilsames sehen, ihr Verehrungswürdigen. Mit festen Gliedern und gesunden Körpern wollen wir euch preisen und die von den Göttern bestimmte Lebensspanne erfüllen. Heil gewähre uns Indra von großem Ruhm, Heil Pushan, der alles kennt, Heil Tarkshya mit unversehrtem Rad, Heil gewähre uns Brihaspati. Om. Frieden, Frieden, Frieden.

Schlusskolophon der
Damit ist die Rāma-uttaratāpanīya Upanishad beendet; damit ist die gesamte Ramatapaniya Upanishad beendet.

Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Ramatapaniya Upanishad für ernsthafte Aspiranten

1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Ramatapaniya Upanishad richtet den Blick auf Rama als höchster Atman, erschlossen durch Mantra, Symbol und nichtduale Deutung. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.

2. Verbinde Bhakti und Erkenntnis.
Wiederhole einen vertrauten Gottesnamen mit Hingabe und frage zugleich, welches Bewusstsein die Hingabe trägt. So ergänzen sich Bhakti Yoga und Jnana Yoga.

3. Sieh Narayana im Herzen aller Wesen.
Lass die Verehrung Vishnus, Krishnas oder Ramas in Freundlichkeit, Wahrhaftigkeit und tätigem Mitgefühl Gestalt annehmen.

4. Übe Mantra beständig und maßvoll.
Ein einfaches Mantra kann täglich wiederholt werden. Komplexe Bija-Mantras, Yantras und Einweihungsriten gehören unter kompetente Führung.

5. Mache dein Leben zum Gottesdienst.
Widme Arbeit, Beziehungen und Entscheidungen dem Höchsten. Nicht die Zahl außergewöhnlicher Erfahrungen, sondern die Abnahme von Egoismus zeigt die Reife der Praxis.

Literatur und Quellen

Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.

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