Mritasanjivani Puja nach Shukra im Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Mritasanjivani Puja nach Shukra im Brihat Tantrasara beschreibt eine Ritualpraxis des Brihat Tantrasara, um Gayatri und Tryambaka in der überlieferten Verflechtung zu verehren.

Voraussetzungen

Vorausgesetzt sind die Kenntnis von Puja und Sanskritrezitation sowie der zu dieser Gottheitsform gehörenden Reinigung, Nyasas und Mudras. Wo die Quelle auf die allgemeine Paddhati verweist, gehört diese Vorbereitung zur Durchführung. Die Besonderheiten und die konkret belegten Formeln folgen unten.

Umfang und Überlieferung

Der kurze Abschnitt enthält Dhyana, Anrufung und Japa, aber keine neu ausgeführte vollständige Avarana- oder Homa-Ordnung.

Durchführung

  1. Lies die vollständige verflochtene Formel in P3-0247. Die erste Gayatri-Zeile wird mit dem ersten Tryambaka-Abschnitt verbunden, dann folgen die jeweils zweiten und die verbleibenden Abschnitte.
  2. Vergegenwärtige den klaren Shiva im Lotus mit Nektarkrügen, Antilope und Gebetskette. Er übergießt den eigenen Körper mit Nektar (P3-0248).
  3. Rufe ihn an und verehre ihn mit der ausdrücklich genannten Tryambaka-Maharudra-Anrufung. Wiederhole anschließend die verflochtene Vidya gesammelt.
  4. Übernimm weder die unvollständige Amritasanjivani-Umrahmung noch frei ergänzte Bijas in diese Formel.

Sanskrit und deutsche Übersetzung

P3-0247 · 26
atha śukropāsitā mṛtasañjīvanī vidyā gāyatryāḥ prathamaḥ
pādastryambakapādaikaṃ tathā |
gāyatryāḥ dvitīyaḥ pādaḥ tryambakasya dvitīyaḥ pādaḥ |
gāyatryāḥ tṛtīyaḥ pādaḥ tryambakaśeṣapādaḥ |
mantro yathā :
oṃ tatsaviturvareṇyaṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ
puṣṭivarddhaṇaṃ bhargo devasya dhīmahi urvārukamivabandhanāt
dhiyo yo naḥ pracodayāt mṛtyormukṣīyamāmṛtāt
|| 26 ||

Nun die von Śukra verehrte Mṛtasañjīvanī-Vidyā: der erste Versfuß der Gāyatrī, dann der erste des Tryambaka; der zweite der Gāyatrī, dann der zweite des Tryambaka; der dritte der Gāyatrī, dann der verbleibende des Tryambaka. Das Mantra lautet: „Oṃ, das erwählenswerte [Licht] Savitṛs; wir verehren den Dreiäugigen, den Wohlriechenden, der Gedeihen mehrt. Den Glanz des Gottes meditieren wir; wie eine Gurkenfrucht von ihrer Bindung. Er möge unsere Einsicht anregen; möge ich vom Tod befreit werden, nicht von der Unsterblichkeit.“ [Die ungewöhnliche Satzfolge entsteht durch die ausdrücklich vorgeschriebene Verflechtung beider Mantras.]


P3-0248 · 27
dhyānam :
svacchaṃ svacchāravindasthitamubhayakare saṃsthitau pūrṇakumbhau
dvābhyāmeṇākṣamāle nijakarakamale dvau ghaṭau nityapūrṇau |
dvābhyāṃ tau ca sravantau śirasi śaśikalāṃ cāmṛtaiḥ plāvayantaṃ,
dehaṃ devo dadhānaḥ pradiśatu viśadākalpajālaḥ śriyaṃ vaḥ |
evaṃ dhyātvāvāhya tryambakāya mahārudrāya namaḥ ityanena
pūjayet |
asya japāt savasiddhibhavati
|| 27 ||

Die Meditation: „Der klare Gott im reinen Lotus möge euch Wohlstand schenken: In zwei Händen befinden sich volle Krüge, in zweien Antilope und Gebetskette; in seinen eigenen Lotushänden zwei stets volle Gefäße. Mit zweien lässt er sie über seinem Kopf ausströmen und überflutet die Mondsichel und den Körper mit Nektar. Er trägt eine Fülle strahlenden Schmucks.“ Nach dieser Meditation rufe man ihn herbei und verehre mit „Verehrung Tryambaka, dem großen Rudra!“ Durch die Wiederholung entstehen sämtliche Vollkommenheiten. [Die Handaufzählung ist im Ausgangsvers gedrängt.]


Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung deckt dieselben ausgewählten Textstellen wie die IAST-Fassung ab.

P3-0247 · 26
अथ शुक्रोपासिता मृतसञ्जीवनी विद्या गायत्र्याः प्रथमः
पादस्त्र्यम्बकपादैकं तथा ।
गायत्र्याः द्वितीयः पादः त्र्यम्बकस्य द्वितीयः पादः ।
गायत्र्याः तृतीयः पादः त्र्यम्बकशेषपादः ।
मन्त्रो यथा :
ॐ तत्सवितुर्वरेण्यं त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं
पुष्टिवर्द्धणं भर्गो देवस्य धीमहि उर्वारुकमिवबन्धनात्
धियो यो नः प्रचोदयात् मृत्योर्मुक्षीयमामृतात्
॥ २६ ॥

P3-0248 · 27
ध्यानम् :
स्वच्छं स्वच्छारविन्दस्थितमुभयकरे संस्थितौ पूर्णकुम्भौ
द्वाभ्यामेणाक्षमाले निजकरकमले द्वौ घटौ नित्यपूर्णौ ।
द्वाभ्यां तौ च स्रवन्तौ शिरसि शशिकलां चामृतैः प्लावयन्तं,
देहं देवो दधानः प्रदिशतु विशदाकल्पजालः श्रियं वः ।
एवं ध्यात्वावाह्य त्र्यम्बकाय महारुद्राय नमः इत्यनेन
पूजयेत् ।
अस्य जपात् सवसिद्धिभवति
॥ २७ ॥

Quellen und Textstand

  • Krishnananda Agamavagisha: Brihat Tantrasara. Grundlage ist die gespeicherte deutsche Gesamtausgabe mit den zugehörigen IAST- und Devanagari-Dateien, Bearbeitungsstand 4. Oktober 2026.
  • Die Kennungen P1 bis P5 mit vierstelliger Nummer bezeichnen die Fundstellen der Gesamtausgabe. Die daneben stehende Verszählung einschließlich Zusatznummern bleibt erhalten.
  • Lokale Hinweise in eckigen Klammern kennzeichnen Lesarten, Textlücken und Übersetzungsprobleme. Ein neuer Vergleich mit einer gedruckten Sanskritedition wurde für diese Ritualredaktion nicht vorgenommen.
  • Brihat Tantrasara Übersetzung 3: P3-0247–P3-0248


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