Madana

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Madana (Sanskrit: मदन madana adj. und m.) bedeutet entzückend, berauschend, erhebend oder auch Geschlechtsliebe, Lust, Sexualität. Madana ist der personifizierte Liebesgott Kama bzw. Kamadeva. Madana ist auch ein Beiname Krishnas. Krishna gilt als Madana Mohan, derjenige, der sogar den Gott der Liebe betört, bezaubert. Madanamohana kann auch heißen derjenige, der die Liebe erweckt.

Kamadeva wendet seinen Liebespfeil Shiva zu

Außerdem bezeichnet Madana den Frühling, die Biene, Wachs, Stechapfel (Dhattura) und den Baum Meyna laxiflora (Pichuka), die Gerber-Akazie (Khadira) und die Mungbohne (Mudga). Des Weiteren bezieht sich Madana auf Alangium salvifolium (Ankota), den Indischen Fruchtbaum (Bakula) und die im Ayurveda verwandte Heilpflanze aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae): Rothmannia (Randia dumetorum).

Madana मदन madana Aussprache

Hier kannst du hören, wie das Sanskritwort Madana, मदन, madana ausgesprochen wird:

Sukadev über Madana

Niederschrift eines Vortragsvideos (2015) von Sukadev über Madana

Madana ist ein Sanskrit-Begriff, der sowohl Adjektiv als auch Substantiv sein kann. Madana als Adjektiv heißt entzückend, erhebend, heißt auch liebevoll. Und als Substantiv heißt Madana Frühling, heißt auch Liebe, heißt auch Sexualität und geschlechtliche Liebe. Madana ist aber auch ein Beiname von Krishna wie auch von Kamadeva, dem Liebesgott. Madana drückt also dieses Liebevolle, das Verzückende aus.

Krishna mit seiner Geliebten Radha

Wenn man Krishna anschaut, da ist dort eine besondere Liebe dabei. In der Krishna Bhakti ist eine besondere Verzücktheit dabei. Für den westlichen Aspiranten ist das vielleicht etwas schwer zu verstehen. Jesus wird ja relativ häufig dargestellt als jemand, der leidend am Kreuz ist, vielleicht auch jemand, der beschützt, also majestätisch dargestellt wird, und vielleicht auch als guter Hirte. Das sind die Gottesvorstellungen, die wir im Westen traditionell haben. Dann gibt es letztlich das Entzückende, vielleicht wird Jesus noch als Kind dargestellt und natürlich gibt es diese Mariendarstellungen mit dem schönen Jesus-Baby, die können auch herzöffnend sein.

Im klassischen Christentum wurde dann eben alles, was geschlechtliche Liebe ist und die Liebe zwischen Mann und Frau, wurde ein bisschen zur Seite gedrängt und war nicht wirklich etwas, was mit Gott zu tun hatte. In Indien ist das anders, da wird die Liebe zwischen Shiva und Parvati zum Teil auch bildlich dargestellt auf eine Weise, die im Westen früher als nicht erlaubt gegolten hätte. Da wird die Liebe zwischen Krishna und den Gopis sehr zärtlich dargestellt. Und die Gopis, die Kuhhirtinnen, waren verliebt in Krishna, und das gilt als Ideal der Gottesliebe. In dieser Hinsicht, Gott ist auch verzückend, wenn du an Gott denkst, kannst du dich freuen, kann ein Lächeln in deine Augen kommen, du kannst die Schönheit von Gott wahrnehmen.

Natürlich kannst du auch sagen: "Wie nehme ich Gottes Schönheit wahr?“ Natürlich, es gibt schöne Darstellungen von Gott, es gibt wunderschöne Bilder von Krishna, die sehr entzückend sind. Mehr noch natürlich, du gehst in die Natur, siehst die Schönheit der Blumen an, der Orchideen, der Rosen usw. und das öffnet dein Herz. Und in diesem Gefühl der Schönheit und der Lieblichkeit kannst du das Göttliche sehen. Oder auch in der Liebe zu deinem Partner, deiner Partnerin kannst du auch dort eine Manifestation der göttlichen Liebe sehen.

In diesem Sinne, Gott ist auch Madana, verzückend, dein Herz öffnend, liebreizend. Und natürlich ist auch der Liebreiz des Liebesgottes auch etwas Göttliches. So ist also Madana ein Beiname von Krishna, ein Beiname des Liebesgottes Kama oder Kamadeva, und Madana ist auch Teil eines bekannteren Namens von Krishna, nämlich Madana Mohan, darüber ein anderes Mal. Wenn du mehr wissen willst über Krishna oder auch über Liebe vom yogischen Standpunkt aus, dann gehe auf unsere Internetseiten, Yoga Vidya. Gib oben ins Suchfeld "Krishna“ oder auch "Liebe“ ein und dann erfährst du eine ganze Menge über Krishna, der dieses Verzückende besonders beschreibt oder der für die Liebe steht. Schaue "Liebe“ nach, und so kannst du viele Anregungen bekommen, wie man Liebe sehen kann und auch über Liebe, verschiedenste Arten von Liebe, Gott erfahren kann.

Madana im Ayurveda

In der Charaka Samhita (Sutra Sthana 4.13) gilt Madana (Randia dumetorum) bzw. Madanaphala im Rahmen der Aufzählung der 50 Mahakashayas als Asthapanopaga und Anuvasanopaga.

Madana als Brechmittel

Madana Phala wird im Ayurveda für Ausleitungsverfahren benutzt.

Rezept in Pulverform für ein Emetikum:

  • Madana Phala (Samen der Randia-dumetorum): 4-5g (Ein ayurvedischer Ersatz für Randia dumetorum wäre das jedoch sehr bittere Azadirachta-indica-Rindenpulver: 5-6g.)
  • Acorus-calamus-Rhizom (Kalmus): 2g
  • Saindhava Salz (rosa Steinsalz): 1g
  • Flüssiger Waldhonig: nach Bedarf (ca. 1-2 EL)

Das Pulver wird mit dem Honig in einer kleinen Schale angerührt. Steinsalz und Honig verflüssigen Kapha, wodurch die Ausscheidung erleichtert wird.

Das Mittel wird mit Wasser eingenommen. Im Ayurveda erfolgt die Einnahme der gesamten Menge auf einmal. Nachher ruht der Patient 15-20 Minuten bzw. bis das Erbrechen einsetzt.

Namen und Synonyme

  • deutscher Name: Rothmannia
  • englischer Name: emetic nut tree
  • lateinische Namen: Randia dumetorum, Randia spinosa; Randia brandisii
  • Tamil: மரக்கரை marakkarai


Verschiedene Schreibweisen für Madana

Sanskrit Wörter werden in Indien auf Devanagari geschrieben. Damit Europäer das lesen können, wird Devanagari transkribiert in die Römische Schrift. Es gibt verschiedene Konventionen, wie Devanagari in römische Schrift transkribiert werden kann Madana auf Devanagari wird geschrieben "मदन", in IAST wissenschaftliche Transkription mit diakritischen Zeichen "madana", in der Harvard-Kyoto Umschrift "madana", in der Velthuis Transkription "madana", in der modernen Internet Itrans Transkription "madana".

Siehe auch

Literatur

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