Kshetrapala Puja nach dem Brihat Tantrasara

Aus Yogawiki

Kshetrapala Puja nach dem Brihat Tantrasara erschließt eine einzelne Ritualform aus dem Brihat Tantrasara. Diese Anleitung dient dazu, den Hüter des Verehrungsortes anzurufen.

Die äußere Handlung und die innere Hinwendung gehören zusammen: Jede bewusst dargebrachte Gabe kann Aufmerksamkeit, Dankbarkeit und die Erinnerung an das Göttliche vertiefen. Die historischen Wirkungsangaben des Werkes bleiben als Aussagen der Überlieferung kenntlich.

Zweck und Voraussetzungen

Die Anleitung setzt Vertrautheit mit Puja, Sanskritaussprache und den hier ausdrücklich genannten Nyasa- und Mudra-Verfahren voraus. Besondere Mantraformen werden innerhalb ihrer Überlieferung praktiziert.

Gewählte Form: Kshetrapala Puja. Andere Grundmantras sind eigenständige Formen; sie werden nicht zusätzlich in diese Durchführung eingefügt.

Vorbereitung und Materialien

Ein sauberer Sitz, ein geeigneter Verehrungsträger, Wassergefäße, Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Lampe und Speise. Wenn die Quelle ein Yantra nennt, wird dessen konkrete Anordnung vor Beginn vorbereitet. Besondere Gaben stehen bei der betreffenden Handlung.

Für die unten ausgeführte vollständige Gabenfolge zusätzlich: Gewand, Schmuck, Badewasser, Mundspülwasser und Madhuparka aus Ghī, Joghurt und Honig. Ein rein geistiger Ersatz einer materiellen Gabe ist als solcher zu verstehen und wird nicht als wortgleiche äußere Durchführung ausgegeben.

Richte die Gaben vor Beginn so ein, dass während der Verehrung nichts gesucht werden muss. Bestimme den verwendeten Mantra und den Verehrungsträger. Die Materialanordnung ist eine redaktionelle Durchführungshilfe; verbindliche Sondergaben stehen bei den Einzelbelegen.

Durchführung

1. Sammeln und den Vorsatz fassen

Setze dich aufrecht vor den Verehrungsplatz, erinnere dich an den Guru und richte deine Absicht auf die in diesem Artikel genannte Gottheit. Fasse den Vorsatz in klaren eigenen Worten. Die anschließend verwendete Mantraform wird für die ganze Durchführung beibehalten.

2. Grundmantra

kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ

Kshaum, Verehrung dem Hüter des Feldes.

3. Innere Vorbereitung und Nyasa

Zugehörige Ausführung des Rückverweises

Die folgenden Belege erläutern den hier benötigten Rückverweis. Führe nur die darin für diese Stelle bezeichnete Handlung aus. Eigene Seherzuordnung, Grundmantra und besonderes Dhyana dieses Artikels bleiben maßgeblich; mitzitierte andere Ritualformen werden nicht zusätzlich ausgeführt.

P2-0068

Nun Pīṭha-Nyāsa: „Oṃ. Der tragenden Kraft sei Verehrung; der Prakṛti; Kūrma; Ananta; der Erde; dem Milchozean; der weißen Insel; dem Juwelenpavillon; dem Wunschbaum; dem Juwelenaltar; dem Edelsteinlöwenthron.“ Dies alles im Herzen. Danach an der rechten Schulter Dharma, links Erkenntnis, am linken Oberschenkel Leidenschaftslosigkeit, rechts Herrschaftskraft; am Mund Adharma, links Unwissenheit, am Nabel Nicht-Leidenschaftslosigkeit, rechts Nicht-Herrschaftskraft, überall beginnend mit Praṇava und endend auf namaḥ. So im Śāradā: An den beiden Schultern und Oberschenkeln setze der Verständige rechtsherum Dharma, Erkenntnis, Leidenschaftslosigkeit und Herrschaftskraft, an Mund, Seite, Nabel und Seite die Gegenkräfte ein. Wieder im Herzen: „Oṃ. Ananta sei Verehrung“, ebenso dem Lotus; „aṃ, dem Sonnenkreis mit zwölf Kalās“, „uṃ, dem Mondkreis mit sechzehn“, „maṃ, dem Feuerkreis mit zehn“, „saṃ, Sattva“, „raṃ, Rajas“, „taṃ, Tamas“, „āṃ, Ātman“, „aṃ, dem inneren Ātman“, „paṃ, dem höchsten Ātman“, „hrīṃ, dem Erkenntnis-Ātman“, jeweils namaḥ. Danach auf den Staubfäden des Herzlotus von Osten an die im jeweiligen Ritualhandbuch genannten Pīṭha-Kräfte, in der Mitte den Pīṭha-Mantra.

atha pīṭhanyāsaḥ
oṃ ādhāraśaktaye nama, prakṛtaye, kūrmāya, anantāya, pṛthivyai
kṣīrasamudrāya, śvetadvīpāya, maṇimaṇḍapāya, kalpavṛkṣāya,
maṇivedikāyai, ratnasiṃhāsanāya |
etatsarvaṃ hṛdi |
tato dakṣiṇaskandhe dharmāya, vāmaskandhe jñānāya, vāmorau
vairāgyāya, dakṣiṇorau aiśvaryāya, mukhe adharmāya, vāmapārśve
ajñānāya, nābhau avairāgyāya, dakṣiṇapārśve anaiśvaryāya,
sarvatra praṇavādinamo'ntena nyaset |
tathā ca śāradāyām:
aṃsoruyugmayorvidvānprādakṣiṇyena sādhakaḥ |
dharmaṃ jñānañca vairāgyamaiśvaryaṃ kramaśaḥ sudhīḥ |
mukhapārśva - nābhipārśveṣvadharmādīnprakalpayediti |
punaśca hṛdi oṃ anantāya namaḥ, evaṃ padmāya, aṃ
sūryamaṇḍalāya dvādaśakalātmane namaḥ, uṃ somamaṇḍalāya
ṣoḍaśakalātmane namaḥ, maṃ vahnimaṇḍalāya daśakalātmane
namaḥ, saṃ sattvāya, raṃ rajase, taṃ tamase, āṃ ātmane, aṃ
antarātmane, paṃ paramātmane, hrīṃ jñānātmane |
sarvatra namaḥ, ityantaṃ vinyasya hṛtpadmasya pūrvādikeśareṣu
tattatkalpokta pīṭhaśaktīrmadhye pīṭhamanuñca nyaset
|| 64 ||

अथ पीठन्यासः
ॐ आधारशक्तये नम, प्रकृतये, कूर्माय, अनन्ताय, पृथिव्यै
क्षीरसमुद्राय, श्वेतद्वीपाय, मणिमण्डपाय, कल्पवृक्षाय,
मणिवेदिकायै, रत्नसिंहासनाय ।
एतत्सर्वं हृदि ।
ततो दक्षिणस्कन्धे धर्माय, वामस्कन्धे ज्ञानाय, वामोरौ
वैराग्याय, दक्षिणोरौ ऐश्वर्याय, मुखे अधर्माय, वामपार्श्वे
अज्ञानाय, नाभौ अवैराग्याय, दक्षिणपार्श्वे अनैश्वर्याय,
सर्वत्र प्रणवादिनमोऽन्तेन न्यसेत् ।
तथा च शारदायाम्:
अंसोरुयुग्मयोर्विद्वान्प्रादक्षिण्येन साधकः ।
धर्मं ज्ञानञ्च वैराग्यमैश्वर्यं क्रमशः सुधीः ।
मुखपार्श्व - नाभिपार्श्वेष्वधर्मादीन्प्रकल्पयेदिति ।
पुनश्च हृदि ॐ अनन्ताय नमः, एवं पद्माय, अं
सूर्यमण्डलाय द्वादशकलात्मने नमः, उं सोममण्डलाय
षोडशकलात्मने नमः, मं वह्निमण्डलाय दशकलात्मने
नमः, सं सत्त्वाय, रं रजसे, तं तमसे, आं आत्मने, अं
अन्तरात्मने, पं परमात्मने, ह्रीं ज्ञानात्मने ।
सर्वत्र नमः, इत्यन्तं विन्यस्य हृत्पद्मस्य पूर्वादिकेशरेषु
तत्तत्कल्पोक्त पीठशक्तीर्मध्ये पीठमनुञ्च न्यसेत्
॥ ६४ ॥


Ausgeschriebene Hand- und Körperfolge

Führe zuerst den Handnyasa, anschließend den Körpernyasa in der Tabellenreihenfolge aus. Die ausgeschriebene Folge setzt die Gliederregel aus P2-0640 und P2-0082–0083 um. Die Ortsnamen in der Tabelle geben zugleich die Bedeutung der Zuordnungsformeln an; die Abschlusslaute bleiben Ritualausrufe.

Nr. Handstelle Handformel Körperstelle Körperformel
1 Beide Daumen kṣāṃ aṃguṣṭhābhyāṃ namaḥ
Herz kṣāṃ hṛdayāya namaḥ
2 Beide Zeigefinger kṣīṃ tarjanībhyāṃ svāhā
Kopf kṣīṃ śirase svāhā
3 Beide Mittelfinger kṣūṃ madhyamābhyāṃ vaṣaṭ
Haarschopf kṣūṃ śikhāyai vaṣaṭ
4 Beide Ringfinger kṣaiṃ anāmikābhyāṃ huṃ
Schutzpanzer kṣaiṃ kavacāya huṃ
5 Beide kleinen Finger kṣauṃ kaniṣṭhābhyāṃ vauṣaṭ
Drei Augen kṣauṃ netratrayāya vauṣaṭ
6 Handflächen und Handrücken kṣaḥ karatalapṛṣṭhābhyāṃ phaṭ
Waffe / Abgrenzung kṣaḥ astrāya phaṭ


Vollziehe die morgendliche Vorbereitung und die für diese Mantraform vorgeschriebenen inneren Reinigungen. Setze die genannten Sitzkräfte im Herzlotus ein. Beim Sehernyasa werden Seher, Versmaß und Gottheit an Kopf, Mund und Herz zugeordnet. Führe danach den besonderen Hand- und Körpernyasa aus. Die folgenden Belege bestimmen die konkreten Namen, Laute und Zuordnungen; es wird keine fremde Gottheitsform eingesetzt.

Beleg P2-0640:
asya pūjā:
prātaḥkṛtyādi prāṇāyāmāntaṃ vidhāya dharmādikalpitaṃ
pīṭhaṃ vinyasya ṛṣādinyāsaṃ kuryāt |
yathā:
asya brahma ṛṣiranuṣṭupchandaḥ kṣetrapālo devatā kṣauṃ bījaṃ
ātmeti śaktiḥ ṣaḍdīrghayuktena bījenaivāṅganyāsaṃ
|| 18 ||

Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung setzt man den aus Dharma und den übrigen Kräften gebildeten Sitz ein und vollzieht den Sehernyāsa. Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Kṣetrapāla die Gottheit, kṣauṃ das Bīja und „ātman“ die Kraft. Den Gliedernyāsa vollzieht man mit dem Bīja selbst, versehen mit den sechs langen Vokalen.

4. Dhyana und innere Darbringung

Vergegenwärtige die Gottheit nach dem folgenden Dhyana. Nimm Farbe, Gestalt, Haltung, Attribute und Sitz als zusammengehöriges Bild wahr. Sprich den Dhyana-Text und verweile in der Vorstellung. Bringe danach die Gaben zunächst innerlich dar, wie es die Quelle vor der äußeren Verehrung vorsieht.

Beleg P2-0641:
tato dhyānam:
bhrājaccaṇḍajaṭādharaṃ trinayanaṃ nīlāñjanādiprabhaṃ,
dordaṇḍāttagadākapālamaruṇasraggavastrojjvalam |
ghaṇṭāmekhalaghargharadhvanimilajjhaṅkārabhīmaṃ vibhuṃ,
vande'haṃ sitasarpakuṇḍaladharaṃ śrīkṣetrapālaṃ sadā |

Die Meditation: Ich verehre stets Śrīkṣetrapāla, mächtig, mit strahlendem wildem Haar, drei Augen und dem Glanz dunkler Augensalbe. Seine kräftigen Arme tragen Keule und Schädelschale; rote Kränze und Gewänder lassen ihn strahlen. Das dröhnende Klirren seiner Glocken und seines Gürtels macht ihn furchtbar; weiße Schlangen trägt er als Ohrringe.

5. Den Sitz verehren und die Gottheit anrufen

Bereite das Arghya vor und verehre den äußeren Sitz mit den für diese Gottheit bezeichneten Kräften. Wenn ein Yantra verwendet wird, halte die im Einzelbeleg genannten Ebenen und Richtungen auseinander. Stelle die Gottheit im Zentrum vor und rufe sie mit dem Grundmantra an.

Die allgemeine Anrufungsformel P1-0536 wird nach dem Grundmantra an die gewählte Gottheit gerichtet:

ihāgaccha ihāgaccha | iha tiṣṭha iha tiṣṭha | iha sannidhehi iha sannidhehi | iha sannirudhyasva ||

„Komm hierher, komm hierher. Bleibe hier, bleibe hier. Sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig. Verweile hier gesammelt.“

Begleite die Anrufung mit den unterwiesenen Mudras. Die besondere Vorschrift der Gottheit bestimmt die anschließende Einsetzung der Lebenskraft. Die im Beleg zugleich erwähnten späteren Schritte werden an ihrem Platz in der folgenden Reihenfolge ausgeführt.

6. Gaben bis zu den Blüten und die Umkreisverehrung

Vollständige Richtungshüterfolge

An der Stelle von „Indra und die übrigen“ verehre die Richtungshüter nach der ausdrücklich allgemeinen Reihe P2-0142. Jede Formel ehrt den genannten Herrn samt Waffe, Reittier und Gefolge.

Ort Vollständige Formel
Osten oṃ lāṃ indrāya devādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Südosten oṃ rāṃ agnaye tejodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Süden oṃ yāṃ yamāya pretādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Südwesten oṃ kṣāṃ nirṛtaye rakṣodhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Westen oṃ vāṃ varuṇāya jalādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Nordwesten oṃ yāṃ vāyave prāṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Norden oṃ sāṃ somāya tārādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
Nordosten oṃ hāṃ īśānāya gaṇādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
zwischen Osten und Nordosten oṃ āṃ brahmaṇe prajādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ
zwischen Südwesten und Westen oṃ hrīṃ anantāya nāgādhipataye sāyudhāya savāhanāya saparivārāya namaḥ

Die vorgeschriebene äußere Waffenreihe nach P2-0144 lautet vollständig:

Ort / Reihenfolge Darbringungsformel
Osten oṃ vajrāya namaḥ
Südosten oṃ śaktaye namaḥ
Süden oṃ daṇḍāya namaḥ
Südwesten oṃ khaḍgāya namaḥ
Westen oṃ pāśāya namaḥ
Nordwesten oṃ aṃkuśāya namaḥ
Norden oṃ gadāyai namaḥ
Nordosten oṃ śūlāya namaḥ
zwischen Osten und Nordosten oṃ padmāya namaḥ
zwischen Südwesten und Westen oṃ cakrāya namaḥ

Bringe die im Einzelritual genannten Gaben bis einschließlich der Blüten dar. Bei sechzehn Upacaras sind die dort genannten Gaben vollständig einzubeziehen. Wo fünf Blumenhandvoll vorgeschrieben sind, bringe sie mit dem Grundmantra an Scheitel, Herz, Grundlage, Füßen und der gesamten vorgestellten Gestalt dar. Erst anschließend folgt der bezeichnete Umkreis. Diese fünf Zuordnungen folgen P2-0104.

Reihenfolge und Gabe Handlung Rezitation
1. Sitz Biete der vergegenwärtigten Gottheit ihren Sitz an. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
2. Willkommen Begrüße die Gottheit mit gefalteten Händen. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
3. Fußwasser Bringe eine kleine Wassergabe an den vorgestellten Füßen dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
4. Arghya Reiche das vorbereitete Ehrenwasser dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
5. Mundspülwasser Biete eine frische Wassergabe an. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
6. Madhuparka Bringe die Mischung aus Ghī, Joghurt und Honig dar; Zusammensetzung nach P1-0539. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
7. Erneutes Mundspülen Reiche nach dem Madhuparka nochmals Wasser dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
8. Bad Bringe das Badewasser dar; ein empfindliches Bild wird nicht mit ungeeigneten Flüssigkeiten übergossen. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
9. Gewand Reiche das vorgesehene Gewand dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
10. Schmuck Biete den Schmuck an. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
11. Duftstoff Bringe den Duftstoff dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
12. Blüten Lege die Blüten mit ihrer natürlichen Oberseite nach oben nieder. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ

Deutsche Bedeutung der bei jeder Gabe wiederholten Formel: Kshaum, Verehrung dem Hüter des Feldes. Die nachfolgenden vier Glieder sind Räucherwerk, Licht, Speise und Verneigung. Sie werden an den unten bezeichneten Stellen ausgeführt. Damit sind die sechzehn Gaben aus P2-0099 vollständig berücksichtigt.

Beleg P2-0641:
tato dhyānam:
bhrājaccaṇḍajaṭādharaṃ trinayanaṃ nīlāñjanādiprabhaṃ,
dordaṇḍāttagadākapālamaruṇasraggavastrojjvalam |
ghaṇṭāmekhalaghargharadhvanimilajjhaṅkārabhīmaṃ vibhuṃ,
vande'haṃ sitasarpakuṇḍaladharaṃ śrīkṣetrapālaṃ sadā |
evaṃ dhyātvā, mānasaiḥ sampūjya, arghyasthāpanaṃ kṛtvā,
dharmādikalpitapīṭhapūjāṃ vidhāya, punardhyātvā, āvāhanādi -
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya āvaraṇa pūjāmārabheta |
tadyathā:
aṅgaiḥ prathamamāvaraṇam, analākṣa - agnikeśa - karāla -
ghaṇṭāravamahākrodha - piśitāśana - piṅgalākṣa -
ūrdhvakeśairaṣṭābhirdvitīyam, īndrādibhistṛtīyaṃ,
vajrādibhiścaturtham |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 19 ||

Die Meditation: Ich verehre stets Śrīkṣetrapāla, mächtig, mit strahlendem wildem Haar, drei Augen und dem Glanz dunkler Augensalbe. Seine kräftigen Arme tragen Keule und Schädelschale; rote Kränze und Gewänder lassen ihn strahlen. Das dröhnende Klirren seiner Glocken und seines Gürtels macht ihn furchtbar; weiße Schlangen trägt er als Ohrringe. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein, verehrt den aus Dharma und den weiteren Kräften gebildeten Sitz, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder; zweiter die acht Analākṣa, Agnikeśa, Karāla, Ghaṇṭārava, Mahākrodha, Piśitāśana, Piṅgalākṣa und Ūrdhvakeśa; dritter Indra und die übrigen; vierter Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

7. Räucherwerk, Licht und Speise; Übersicht der fünf Gaben

Nach der Umkreisverehrung folgen Räucherwerk, Licht und Speise. Duftstoff und Blüten sind in der Tabelle zur Übersicht nochmals genannt und werden nicht deshalb ein zweites Mal verlangt. Wo die besondere Anweisung sechzehn oder weitere Gaben nennt, führe diese vollständig aus. Die gemeinsame Gruppe der fünf Gaben besteht nach P2-0100 aus Duftstoff, Blüten, Räucherwerk, Licht und Speise. P1-0540 schreibt vor, bei jeder Gabe den Grundmantra zu sprechen. Verwende dabei ausschließlich den oben bezeichneten Mantra dieser Ritualform.

Gabe Konkrete Handlung Rezitation und Bedeutung
Duftstoff Bringe den Duftstoff vor der Gottheit dar. Sprich kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
; die Gabe bedeutet: „Dir bringe ich diesen Duft dar.“
Blüten Lege die Blüten auf dem vorgesehenen Platz nieder, mit der natürlichen Oberseite nach oben. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
; danach, nach P1-0540: etāni puṣpāṇi vauṣaṭ
– „Diese Blüten, vaushat.“
Räucherwerk Lass die Glocke mit der linken Hand erklingen und führe das Räuchergefäß vor der Gottheit. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich diesen Duft des Räucherwerks dar.“
Licht Bringe die brennende Lampe vor der Gottheit bis zur Höhe ihres Blickes dar. kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ
; Bedeutung der Handlung: „Dir bringe ich dieses Licht dar.“
Speise Stelle die Speise vor die Gottheit. Besprenge sie mit phaṭ
, rezitiere den Grundmantra achtmal und vollziehe die unterwiesene Dhenu-Mudra. Reiche die Gabe mit dem Grundmantra dar.
phaṭ
ist der rituelle Abgrenzungslaut; der Grundmantra richtet die Gabe an die Gottheit. Die achtsfache Besprechung folgt P2-0106.

Die deutschen Sätze erläutern die Gaben; sie sind keine dem Brihat Tantrasara zugeschriebenen Sanskritverse. Die konkreten Mantra-Zusätze, die im Einzelritual stehen, haben Vorrang. Die einfachen Handhabungshinweise führen die Angaben P2-0100, P2-0103–0106 und P1-0540 aus.

8. Japa, Darbringung und Abschluss

Setze dich nach den äußeren Gaben gesammelt hin und wiederhole den Grundmantra dieser Form. Wenn die besondere Paddhati keine Sitzungszahl nennt, nennt die allgemeine Ordnung 100 oder 1008 Wiederholungen (P2-0111). Eine Purascharana-Gesamtzahl ist davon zu unterscheiden.

Bringe das vollzogene Japa der Gottheit dar. Die allgemeine Formel lautet in einer redaktionell geglätteten Lesefassung:

oṃ guhyātiguhyagoptā tvaṃ gṛhāṇāsmatkṛtaṃ japam |
siddhir bhavatu me deva tvatprasādāt tvayi sthite ||

„Om. Du Hüter des Allerverborgensten, nimm das von uns vollzogene Japa an. Möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, o Gott, da du in mir gegenwärtig bist.“

Die Formen guhyāti-/gṛhāṇāsmat- sind gegenüber dem beschädigten Wortabstand der Vorlage grammatisch geglättet; der Sanskritwortlaut von P2-0111 bleibt als Beleg erhalten. Preist die betreffende Tradition die Gottheit mit einem eigenen Stotra, schließt sich dieses hier an. Verneige dich anschließend.

Führe die Umkreisgottheiten innerlich in die Hauptgottheit zurück. Sprich:

kṣamasva
„Verzeihe!“

Vollziehe die unterwiesene Samhara-Mudra, nimm den Duft der dargebrachten Blüte wahr und führe den Lichtglanz der Gottheit in den Lotus deines Herzens zurück (P2-0120). Verweile einen Augenblick in dieser Gegenwart. Die Quelle beschreibt damit die Rücknahme der rituellen Anrufung; die Verehrung wirkt als Erinnerung im Alltag weiter.

Purascharana: gesonderter Gesamtumfang

Die folgenden Zahlen betreffen die besondere Vollendungspraxis und sind kein zusätzliches Soll jeder einzelnen Puja. Sie werden zusammen mit dem Guru dem gewählten Mantra zugeordnet. Ein hier genanntes Feueropfer benötigt seine eigene vollständige Homa-Ordnung.

P2-0642: Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen und ein Zehntel Feueropfer mit butterhaltigem Caru, gekochter Opfergabe. Im Nibandha heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal, opfert ein Zehntel mit butterbenetztem Caru und verehrt dann den Herrn des Feldes.

P2-0643: In der Mantradevaprakāśikā wird dieses Mantra ohne oṃ gelehrt. Für diese Form beträgt das Puraścaraṇajapa zehntausend Wiederholungen.

Quellenwortlaut in IAST und deutscher Übersetzung

Die folgenden Belege gehören ausschließlich zur bezeichneten Ritualform oder zu ausdrücklich benannten gemeinsamen Vorhandlungen. Die Kennungen P1/P2/P3/P6 mit vierstelliger Nummer sind redaktionelle Fundstellen der vorhandenen Werkfassung, keine neu erfundenen Versnummern. Die überlieferte Originalnummer steht jeweils daneben. Sanskritanweisungen beschreiben Handlungen; sie werden nicht insgesamt als Mantra rezitiert.

P2-0639 · Originalnummer 17

atha kṣetrapālamantraḥ
mantradevaprakāśikāyām:
kṣaumiti bījādikṣetrapālāya ityupetanamo'ntaḥ |
ayaṃ praṇavādirvā mantraḥ ||
tathā ca:
varṇāntyamauvinduyutaṃ kṣetrapālāya hṛnmanuḥ |
tārādyo vasuvarṇo'yaṃ |
kṣetrapālasya īritaḥ
|| 17 ||

Nun das Kṣetrapālamantra. In der Mantradevaprakāśikā heißt es: Das Bīja kṣauṃ am Anfang, danach kṣetrapālāya und namaḥ; das Mantra kann auch mit oṃ beginnen. Das Zitat erklärt den letzten Alphabetlaut mit au und Bindu, dann kṣetrapālāya und Herzformel als das mit Tārā beginnende achtsilbige Mantra Kṣetrapālas. Die beiden Formen sind kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ und oṃ kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ.

P2-0640 · Originalnummer 18

asya pūjā:
prātaḥkṛtyādi prāṇāyāmāntaṃ vidhāya dharmādikalpitaṃ
pīṭhaṃ vinyasya ṛṣādinyāsaṃ kuryāt |
yathā:
asya brahma ṛṣiranuṣṭupchandaḥ kṣetrapālo devatā kṣauṃ bījaṃ
ātmeti śaktiḥ ṣaḍdīrghayuktena bījenaivāṅganyāsaṃ
|| 18 ||

Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung setzt man den aus Dharma und den übrigen Kräften gebildeten Sitz ein und vollzieht den Sehernyāsa. Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Kṣetrapāla die Gottheit, kṣauṃ das Bīja und „ātman“ die Kraft. Den Gliedernyāsa vollzieht man mit dem Bīja selbst, versehen mit den sechs langen Vokalen.

P2-0641 · Originalnummer 19

tato dhyānam:
bhrājaccaṇḍajaṭādharaṃ trinayanaṃ nīlāñjanādiprabhaṃ,
dordaṇḍāttagadākapālamaruṇasraggavastrojjvalam |
ghaṇṭāmekhalaghargharadhvanimilajjhaṅkārabhīmaṃ vibhuṃ,
vande'haṃ sitasarpakuṇḍaladharaṃ śrīkṣetrapālaṃ sadā |
evaṃ dhyātvā, mānasaiḥ sampūjya, arghyasthāpanaṃ kṛtvā,
dharmādikalpitapīṭhapūjāṃ vidhāya, punardhyātvā, āvāhanādi -
pañcapuṣpāñjalidānaparyantaṃ vidhāya āvaraṇa pūjāmārabheta |
tadyathā:
aṅgaiḥ prathamamāvaraṇam, analākṣa - agnikeśa - karāla -
ghaṇṭāravamahākrodha - piśitāśana - piṅgalākṣa -
ūrdhvakeśairaṣṭābhirdvitīyam, īndrādibhistṛtīyaṃ,
vajrādibhiścaturtham |
tato dhūpādivisarjanāntaṃ karma samāpayet
|| 19 ||

Die Meditation: Ich verehre stets Śrīkṣetrapāla, mächtig, mit strahlendem wildem Haar, drei Augen und dem Glanz dunkler Augensalbe. Seine kräftigen Arme tragen Keule und Schädelschale; rote Kränze und Gewänder lassen ihn strahlen. Das dröhnende Klirren seiner Glocken und seines Gürtels macht ihn furchtbar; weiße Schlangen trägt er als Ohrringe. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein, verehrt den aus Dharma und den weiteren Kräften gebildeten Sitz, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder; zweiter die acht Analākṣa, Agnikeśa, Karāla, Ghaṇṭārava, Mahākrodha, Piśitāśana, Piṅgalākṣa und Ūrdhvakeśa; dritter Indra und die übrigen; vierter Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

P2-0642 · Originalnummer 20

asya puraścaraṇaṃ lakṣajapaḥ |
sājyena caruṇā daśāṃśahomaḥ |
tathā ca nibandhe:
lakṣamekaṃ japenmantraṃ juhuyāttaddaśāṃśataḥ |
caruṇā ghṛtasiktena tataḥ kṣetreśamarcayet
|| 20 ||

Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen und ein Zehntel Feueropfer mit butterhaltigem Caru, gekochter Opfergabe. Im Nibandha heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal, opfert ein Zehntel mit butterbenetztem Caru und verehrt dann den Herrn des Feldes.

P2-0643 · Originalnummer 21

mantradevaprakāśikāyāntu:
praṇavarahito'yaṃ mantraḥ |
tasya puraścaraṇamayutasaṃkhyako japaḥ
|| 21 ||

In der Mantradevaprakāśikā wird dieses Mantra ohne oṃ gelehrt. Für diese Form beträgt das Puraścaraṇajapa zehntausend Wiederholungen.

P2-0644 · Originalnummer 22

athāsya balividhānama
rātrau gṛhāṅgane sthaṇḍilaṃ kṛtvā, tatra devaṃ saparivāraṃ
sampūjya, devasya karasthitakapāle balimantreṇa trivāraṃ valiṃ dattvā,
parivārebhyaḥ svasvanāmabhirbaliṃ dadyāt
|| 22 ||

Nun seine Baliopferregel: Nachts bereitet man im Hof des Hauses eine Opferfläche, verehrt dort den Gott samt Gefolge, reicht dreimal mit dem Balimantra eine Opfergabe in die Schädelschale in seiner Hand und gibt anschließend dem Gefolge mit den jeweiligen Namen Opfergaben.

P2-0645 · Originalnummer 23

valimantrastu:
ehyehi viduṣi saru suru bhañjaya bhañjaya tarjaya tarjaya vighna vighna
mahābhairava kṣetrapāla valiṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā |
tathā ca:
pūrvamehidvayaṃ paścādviduṣi syāt surudvayam |
bhañjayadvitayaṃ bhūyastarjayadvitayaṃ punaḥ |
tato vighnapadadvandvaṃ mahābhairava tatparam |
kṣetrapāla valiṃ gṛhṇadvayaṃ pāvakasundarī ||
yadvā:
ehyehi turu turu suru suru jambha jambha hana hana vighnaṃ nāśaya
nāśaya mahābaliṃ kṣetrapāla gṛhṇa gṛhṇa svāha iti |
eṣa balividhiḥ sarvagrahanivārako vijayaśrīkaraśca bhavati
|| 23 ||

Das Balimantra: „ehyehi viduṣi saru suru bhañjaya bhañjaya tarjaya tarjaya vighna vighna mahābhairava kṣetrapāla baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm, Wissender; saru suru; zerbrich, zerbrich; bedrohe, bedrohe; vighna vighna; großer Bhairava, Kṣetrapāla, nimm die Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Das Zitat bestätigt zweimal ehi, viduṣi, zweimal suru, zweimal bhañjaya, zweimal tarjaya, zweimal vighna, mahābhairava, kṣetrapāla, baliṃ, zweimal gṛhṇa und die Feuergemahlin. Oder: „ehyehi turu turu suru suru jambha jambha hana hana vighnaṃ nāśaya nāśaya mahābaliṃ kṣetrapāla gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm; turu turu, suru suru; lähme, lähme; schlage, schlage; vernichte, vernichte das Hindernis; Kṣetrapāla, nimm die große Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Diese Baliordnung beseitigt alle Grahas und bewirkt Sieg und Wohlstand. [Saru/suru und die Form viduṣi sind unsicher überliefert; die klanglichen Anrufungsteile bleiben unübersetzt stehen.]

P2-0646 · Originalnummer 24

balimapi sopadaṃśavṛhatpiṇḍena dadyāt |
phalantu:
balidānena santuṣṭaḥ kṣetrapālaḥ prayacchati |
kāntimedhābalārogyatejaḥpuṣṭiyaśaḥ śriyaḥ
|| 24 ||

Die Baliopfergabe soll aus einem großen Speisekloß mit Beilagen bestehen. Die Frucht: Durch die Opfergabe erfreut schenkt Kṣetrapāla Schönheit, Erkenntniskraft, Stärke, Gesundheit, Glanz, Gedeihen, Ruhm und Wohlstand.

Ausgeschriebene Belege zu den Rückverweisen

Diese Stellen liefern die im Hauptbeleg vorausgesetzten Zuordnungen und Handlungen. Das Grundmantra bleibt dasjenige der oben bezeichneten Ritualform; ein anderer Mantra im Vergleichsbeleg wird nicht zusätzlich übernommen.

P1-0536 · Originalnummer 40 · Rückverweis

tasā0 4
athā : mūlamantramuccaran amuka ihāgaccha ihāgaccha iha
tiṣṭha iha tiṣṭha iha sannidhehi iha sannidhehi iha sannirudhyasva
ityāvāhanādikaṃ kṛtvā, huṃ ityavaguṇṭhya, devatāṅge
ṣaḍaṅganyāsaṃ kṛtvā, vamiti dhenumudrayā amṛtīkṛtya,
paramīkaraṇamudrayā paramīkuryāt | tataḥ prāṇapratiṣṭhāṃ
kṛtvā ṣoḍaśopacāraiḥ pūjayet || 39 ka ||
yathā : mūlamuccārya idamāsanaṃ amukadevatāyai namaḥ,
amukadeva svāgatante iti svāgatam | tato mūlamuccārya etatpādyaṃ
amukadevatāyai namaḥ iti pādāmbuje dadyāt |
etatśyāmādūrvābjaviṣṇukrāntābhirītam | arghyaṃ
amukadevatāyai svāhā iti
gandhapuṣpākṣatayavakuśāgratilasarṣapadūrvātmakamarghyaṃ
śirasi dadyāt | vaiṣṇave tu arghyādikrameṇaiva deyamiti vadanti | tato
mūlamuccārya idamācamanīyaṃ amukadevatāyai svadhā iti
jātīlavaṅgakakkolātmakamācamanīyaṃ vadane dadyāt |
svadhāmantreṇa vadane dadyādācamanīyakaṃ ityatrasudhāpāṭhaṃ
kurvantaḥ sudhāśabdasyāmṛtavācakatvādamṛtavācakaśabdādya
jalavācakatvādidamācamanīyaṃ vamiti vadanti
|| 40 ||

Nun: Unter Rezitation des Grundmantras rufe man die Gottheit: „O [Name], komm hierher, komm hierher; bleibe hier, bleibe hier; sei hier gegenwärtig, sei hier gegenwärtig; halte dich hier fest.“ Mit huṃ verhülle man, vollziehe den sechsgliedrigen Nyāsa an der Gottheit, mache mit vaṃ und Dhenu-Mudrā nektarhaft und erhebe mit der Paramīkaraṇa-Mudrā zur höchsten Gegenwart. Danach setze man die Lebenskräfte ein und verehre mit sechzehn Darbringungen. [„tasā0 4“ ist ein Druckvermerk; eingeschobene Originalnummer 39 ka.] Nach dem Grundmantra: „Dieser Sitz ist für die [genannte] Gottheit, Verehrung“; als Willkommensgruß „O [Gottheit], willkommen“. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Fußwasser ist für die [Gottheit], Verehrung“ und an ihren Lotusfüßen darbringen; es enthält Śyāmā, Dūrvā, Lotus und Viṣṇukrāntā. „Dieses Arghya ist für die [Gottheit], svāhā“ und auf ihrem Kopf darbringen; es besteht aus Duftstoff, Blüten, ungebrochenen Reiskörnern, Gerste, Kuśa-Spitzen, Sesam, Senf und Dūrvā. Im vaiṣṇavischen Bereich sagen manche, Arghya sei als Erstes zu geben. Dann nach dem Grundmantra „Dieses Mundwasser ist für die [Gottheit], svadhā“ und in ihrem Mund darbringen; es besteht aus Jātī, Gewürznelke und Kakkola. Manche lesen statt „mit dem Svadhā-Mantra das Mundwasser in den Mund geben“ sudhā und sagen, weil sudhā Unsterblichkeitsnektar und dessen Bezeichnung wiederum Wasser bedeute, laute die Formel „Dieses Mundwasser – vaṃ“.

P1-0540 · Originalnummer 44 · Rückverweis

tato
mantrapuṭitamātṛkāvarṇena tattannyāsasthānāni pūjayitvā etāni
puṣpāṇi vauṣaṭ iti | sarvatra dāne mūlamantroccāraṇam
|| 44 ||

Danach verehre man die jeweiligen Nyāsa-Stellen mit den vom Mantra umhüllten Mātṛkā-Buchstaben und spreche „Diese Blüten, vauṣaṭ“. Bei sämtlichen Darbringungen ist der Grundmantra auszusprechen.

P2-0100 · Originalnummer 95 · Rückverweis

athavā eṣāmapyabhāve pañcopacārān kalpayet |
gandhādayo naivedyāntā pūjā pañcoparacārikā iti
|| 95 ||

Oder man soll, wenn auch diese Gaben fehlen, fünf Verehrungsgaben bereitstellen. Die Verehrung mit fünf Gaben reicht vom Duftstoff bis zur Speise: Duftstoff, Blumen, Räucherwerk, Licht und Speise.

P2-0103 · Originalnummer 98 · Rückverweis

puṣpadāne tu viśeṣaḥ:
puṣpaṃ vā yadi vā patraṃ phale neṣṭhamadhomukham |
duḥkhadaṃ tatsamādhyātaṃ yathotpannaṃ tathārpaṇaṃ |
adhomukha phalaṃ neṣṭaṃ puṣpāñjalividhau na ca |
sarvasva dravyadāne'yaṃ kramaḥ |
ādau mūlaṃ tato dravyaṃ devatāyai tataḥ padam |
śrītattvacintāmaṇau:
hṛdvahnivallabhātoyamantraṃ pādyādiṣu kramāt |
namo vauṣaṭ gandhapuṣpe hṛdānyāni nivedayet |
mūlamuccārya etatpādyaṃ amukadevatāyai namaḥ |
ityādinā syāt
|| 98 ||

Für das Darbringen von Blumen gilt eine besondere Regel: Eine Blume, ein Blatt oder eine Frucht soll nicht mit der Oberseite nach unten dargebracht werden. Eine solche Gabe gilt als leidbringend; man soll sie so darbringen, wie sie gewachsen ist. Eine nach unten gerichtete Frucht ist nicht erwünscht; bei der Handvoll Blumen, puṣpāñjali, gilt diese Einschränkung nicht. Für alle Gaben gilt folgende Reihenfolge: zuerst das Grundmantra, dann die Bezeichnung der Gabe, danach die Bezeichnung der Gottheit. Im Śrītattvacintāmaṇi heißt es: Für Fußwasser und die folgenden Wassergaben verwendet man der Reihe nach namaḥ, svāhā und das Wassermantra; für Duftstoff namaḥ, für Blumen vauṣaṭ, für die übrigen Gaben namaḥ. Nachdem man das Grundmantra ausgesprochen hat, sagt man beispielsweise: „Dieses Fußwasser für die Gottheit [Name], namaḥ.“ [„toyamantra“ bezeichnet hier das Wassermantra; dessen genaue Lautform wird an dieser Stelle nicht angegeben. Die erste Verszeile ist in ihrer Zuordnung verkürzt.]

P2-0104 · Originalnummer 99 · Rückverweis

tato mūrddhahṛdguhyapādasarvāṅgakeṣu mūlena
pañcapuṣpāñjalīna dattvā tattatkalpoktāvaraṇapūjāṃ kuryāt |
tathā ca:
pañcapuṣpāñjalīn dattvā parivārārcanaṃ carediti bhaṭṭaḥ |
tato dhūpadīpau dadyāt
|| 99 ||

Dann bringt man mit dem Grundmantra fünf Handvoll Blumen dar: am Scheitel, am Herzen, an der verborgenen Stelle, an den Füßen und am ganzen Körper. Anschließend vollzieht man die Verehrung der umgebenden Gottheiten nach dem betreffenden Ritualtext. Dazu sagt Bhaṭṭa: „Nachdem man fünf Handvoll Blumen gegeben hat, vollziehe man die Verehrung des Gefolges.“ Danach soll man Räucherwerk und Licht darbringen.

P2-0105 · Originalnummer 100 · Rückverweis

tadyathā:
jayadhvani - mantramātaḥ rvāheti puṣpākṣatairghaṇṭāṃ sampūjya,
vāmahastena tāṃ vādayan, tattanmantreṇa nīcairdhūpaṃ evaṃ
dṛṣṭiparyantaṃ dīpaṃ dadyāt
|| 100 ||

Dies geschieht so: Mit Blumen und ungebrochenen Reiskörnern verehrt man die Glocke unter dem Mantra „jayadhvani-mantramātaḥ … svāhā“. Dann läutet man sie mit der linken Hand und bringt mit dem jeweiligen Mantra das Räucherwerk niedrig, das Licht dagegen bis zur Höhe der Augen dar. [Der Glockenmantrawortlaut ist durch „rvāheti“ beschädigt; „jayadhvani“ bedeutet Siegesklang, „mantramātaḥ“ Mutter der Mantras. Eine vollständige Lautform lässt sich hier nicht sicher herstellen.]

P2-0106 · Originalnummer 1 · Rückverweis

tato mūlena puṣpāñjalitrayaṃ dattvā, naivedyamānīya, phaḍiti
samprokṣya, cakramudrayā abhirakṣya, tadupari mūlamaṣṭadhā japtvā
dhunumudrayā amṛtīkṛtya, mūlamuccārya naivedyaṃ dadyāt |
yattoyamadhyaṃpātrasya tadādāya nivedayet |
anyatoyairyadutsṛṣṭamarghyapātrasthitetaraiḥ |
na gṛhṇāti mahādevo dattaṃ vidhiśatairapi |
iti vacanādupārānarghyapātrasthalenotsṛjya dadyāt
|| 1 ||

Dann gibt man mit dem Grundmantra drei Handvoll Blumen, bringt die Speise herbei, besprengt sie mit „phaṭ“, schützt sie durch die Cakramudrā, wiederholt das Grundmantra achtmal über ihr, verwandelt sie mit der Dhenumudrā in Nektar und reicht sie unter Aussprechen des Grundmantras dar. Man soll das Wasser aus dem Arghyagefäß nehmen und damit die Gabe weihen. Wird sie mit anderem Wasser geweiht, das sich nicht im Arghyagefäß befindet, nimmt Mahādeva sie selbst bei hundert vorgeschriebenen Verfahren nicht an. Nach diesem Ausspruch soll man die Verehrungsgaben mit dem Wasser des Arghyagefäßes weihen und darbringen. [„dhunumudrayā“ und die abschließende Prosa sind fehlerhaft überliefert; die erkennbare Dhenumudrā und die Weihung mit Arghyawasser bestimmen den Sinn.]

P2-0111 · Originalnummer 6 · Rückverweis

tato'ṣṭottarasahasraṃ śataṃ vā japtvā oṃ guhyatiguhyāgoptā tvaṃ
gṛhaṇasmatkṛtaṃ japam |
siddhirbhavatu me deva tvatprasādāttvayi sthite |
anyatra goptrī devīti viśeṣaḥ |
iti japaṃ samarpyaṃ stutvā natvā'ṣṭāṅgapramāṇaṃ kuryāt
|| 6 ||

Dann wiederholt man das Mantra eintausendachtmal oder hundertmal und spricht: „Oṃ. Du bist der Hüter des Allerverborgensten. Nimm das von uns vollzogene Japa an. Gott, möge mir durch deine Gnade Vollendung zuteilwerden, da du in mir gegenwärtig bist.“ Bei einer Göttin lautet die besondere Form „Hüterin“ und „Göttin“. Nachdem man so das Japa dargebracht hat, preist man die Gottheit, verneigt sich und vollzieht die Verneigung mit acht Gliedern. [Die Vorlage schreibt am Schluss „pramāṇaṃ“; gemeint ist nach der unmittelbar folgenden Erklärung praṇāma, Verneigung.]

P2-0120 · Originalnummer 15 · Rückverweis

tato devatāṅge āvaraṇadevatā nilāpya, kṣamasveti visarjanaṃ kṛtvā,
saṃhāramudrayā tattejaḥ puṣpaiḥ sārddhamāghrāya
svahṛdayamānayet |
(puraścaraṇacandrikāyām:
kṣamasveti vadanmūmantreṇa vyāpakaṃ triśa iti
vacanātvisarjanāntaraṃ vyāpakaṃ kuryāt |)
tathā ca:
nidhāya devatāṃ paścātsvīyahṛtsarasīruhe |
suṣumnāvartmanā puṣpamāghrāyodvāsayettataḥ
|| 15 ||

Dann lässt man die umgebenden Gottheiten im Körper der Hauptgottheit aufgehen, entlässt sie mit „Verzeihe!“ und atmet mit der Saṃhāramudrā ihren Lichtglanz zusammen mit dem Duft der Blumen ein, um ihn in das eigene Herz zu führen. In der Puraścaraṇacandrikā heißt es: „Während man ‚Verzeihe!‘ sagt, vollziehe man mit dem Grundmantra dreimal den umfassenden Nyāsa.“ Nach diesem Ausspruch soll man nach der Entlassung den umfassenden Nyāsa ausführen. Weiter heißt es: Nachdem man die Gottheit in den Lotus des eigenen Herzens eingesetzt hat, atmet man den Blumenduft durch den Weg der Suṣumnā ein und vollzieht dann die Entlassung.

Sanskrit in Devanagari

Die Schriftfassung stammt aus der gesicherten Vorlage und ist aus IAST abgeleitet. Sie ist kein unabhängiger Textzeuge. Ritualgrenzen innerhalb einer Einheit wurden in beiden Schriftfassungen an derselben Einleitungsformel getrennt; der ungeteilte Beleg bleibt im Quellenarchiv erhalten.

P2-0639

अथ क्षेत्रपालमन्त्रः
मन्त्रदेवप्रकाशिकायाम्:
क्षौमिति बीजादिक्षेत्रपालाय इत्युपेतनमोऽन्तः ।
अयं प्रणवादिर्वा मन्त्रः ॥
तथा च:
वर्णान्त्यमौविन्दुयुतं क्षेत्रपालाय हृन्मनुः ।
ताराद्यो वसुवर्णोऽयं ।
क्षेत्रपालस्य ईरितः
॥ १७ ॥

P2-0640

अस्य पूजा:
प्रातःकृत्यादि प्राणायामान्तं विधाय धर्मादिकल्पितं
पीठं विन्यस्य ऋषादिन्यासं कुर्यात् ।
यथा:
अस्य ब्रह्म ऋषिरनुष्टुप्छन्दः क्षेत्रपालो देवता क्षौं बीजं
आत्मेति शक्तिः षड्दीर्घयुक्तेन बीजेनैवाङ्गन्यासं
॥ १८ ॥

P2-0641

ततो ध्यानम्:
भ्राजच्चण्डजटाधरं त्रिनयनं नीलाञ्जनादिप्रभं,
दोर्दण्डात्तगदाकपालमरुणस्रग्गवस्त्रोज्ज्वलम् ।
घण्टामेखलघर्घरध्वनिमिलज्झङ्कारभीमं विभुं,
वन्देऽहं सितसर्पकुण्डलधरं श्रीक्षेत्रपालं सदा ।
एवं ध्यात्वा, मानसैः सम्पूज्य, अर्घ्यस्थापनं कृत्वा,
धर्मादिकल्पितपीठपूजां विधाय, पुनर्ध्यात्वा, आवाहनादि -
पञ्चपुष्पाञ्जलिदानपर्यन्तं विधाय आवरण पूजामारभेत ।
तद्यथा:
अङ्गैः प्रथममावरणम्, अनलाक्ष - अग्निकेश - कराल -
घण्टारवमहाक्रोध - पिशिताशन - पिङ्गलाक्ष -
ऊर्ध्वकेशैरष्टाभिर्द्वितीयम्, ईन्द्रादिभिस्तृतीयं,
वज्रादिभिश्चतुर्थम् ।
ततो धूपादिविसर्जनान्तं कर्म समापयेत्
॥ १९ ॥

P2-0642

अस्य पुरश्चरणं लक्षजपः ।
साज्येन चरुणा दशांशहोमः ।
तथा च निबन्धे:
लक्षमेकं जपेन्मन्त्रं जुहुयात्तद्दशांशतः ।
चरुणा घृतसिक्तेन ततः क्षेत्रेशमर्चयेत्
॥ २० ॥

P2-0643

मन्त्रदेवप्रकाशिकायान्तु:
प्रणवरहितोऽयं मन्त्रः ।
तस्य पुरश्चरणमयुतसंख्यको जपः
॥ २१ ॥

P2-0644

अथास्य बलिविधानम
रात्रौ गृहाङ्गने स्थण्डिलं कृत्वा, तत्र देवं सपरिवारं
सम्पूज्य, देवस्य करस्थितकपाले बलिमन्त्रेण त्रिवारं वलिं दत्त्वा,
परिवारेभ्यः स्वस्वनामभिर्बलिं दद्यात्
॥ २२ ॥

P2-0645

वलिमन्त्रस्तु:
एह्येहि विदुषि सरु सुरु भञ्जय भञ्जय तर्जय तर्जय विघ्न विघ्न
महाभैरव क्षेत्रपाल वलिं गृह्ण गृह्ण स्वाहा ।
तथा च:
पूर्वमेहिद्वयं पश्चाद्विदुषि स्यात् सुरुद्वयम् ।
भञ्जयद्वितयं भूयस्तर्जयद्वितयं पुनः ।
ततो विघ्नपदद्वन्द्वं महाभैरव तत्परम् ।
क्षेत्रपाल वलिं गृह्णद्वयं पावकसुन्दरी ॥
यद्वा:
एह्येहि तुरु तुरु सुरु सुरु जम्भ जम्भ हन हन विघ्नं नाशय
नाशय महाबलिं क्षेत्रपाल गृह्ण गृह्ण स्वाह इति ।
एष बलिविधिः सर्वग्रहनिवारको विजयश्रीकरश्च भवति
॥ २३ ॥

P2-0646

बलिमपि सोपदंशवृहत्पिण्डेन दद्यात् ।
फलन्तु:
बलिदानेन सन्तुष्टः क्षेत्रपालः प्रयच्छति ।
कान्तिमेधाबलारोग्यतेजःपुष्टियशः श्रियः
॥ २४ ॥

Deutsche Übersetzung des Ritualabschnitts

P2-0639

Nun das Kṣetrapālamantra. In der Mantradevaprakāśikā heißt es: Das Bīja kṣauṃ am Anfang, danach kṣetrapālāya und namaḥ; das Mantra kann auch mit oṃ beginnen. Das Zitat erklärt den letzten Alphabetlaut mit au und Bindu, dann kṣetrapālāya und Herzformel als das mit Tārā beginnende achtsilbige Mantra Kṣetrapālas. Die beiden Formen sind kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ und oṃ kṣauṃ kṣetrapālāya namaḥ.

P2-0640

Seine Verehrung: Nach den morgendlichen Handlungen bis zur Atemregelung setzt man den aus Dharma und den übrigen Kräften gebildeten Sitz ein und vollzieht den Sehernyāsa. Brahmā ist der Seher, Anuṣṭubh das Versmaß, Kṣetrapāla die Gottheit, kṣauṃ das Bīja und „ātman“ die Kraft. Den Gliedernyāsa vollzieht man mit dem Bīja selbst, versehen mit den sechs langen Vokalen.

P2-0641

Die Meditation: Ich verehre stets Śrīkṣetrapāla, mächtig, mit strahlendem wildem Haar, drei Augen und dem Glanz dunkler Augensalbe. Seine kräftigen Arme tragen Keule und Schädelschale; rote Kränze und Gewänder lassen ihn strahlen. Das dröhnende Klirren seiner Glocken und seines Gürtels macht ihn furchtbar; weiße Schlangen trägt er als Ohrringe. Nach dieser Meditation verehrt man mit geistigen Gaben, richtet das Arghya ein, verehrt den aus Dharma und den weiteren Kräften gebildeten Sitz, meditiert erneut und vollzieht Anrufung und die weiteren Handlungen bis zu den fünf Handvoll Blumen. Die Umkreisverehrung: erster Umkreis die Glieder; zweiter die acht Analākṣa, Agnikeśa, Karāla, Ghaṇṭārava, Mahākrodha, Piśitāśana, Piṅgalākṣa und Ūrdhvakeśa; dritter Indra und die übrigen; vierter Donnerkeil und die übrigen Waffen. Dann vollendet man die Handlungen vom Räucherwerk bis zur Entlassung.

P2-0642

Das Puraścaraṇa beträgt 100.000 Wiederholungen und ein Zehntel Feueropfer mit butterhaltigem Caru, gekochter Opfergabe. Im Nibandha heißt es: Man wiederholt das Mantra 100.000-mal, opfert ein Zehntel mit butterbenetztem Caru und verehrt dann den Herrn des Feldes.

P2-0643

In der Mantradevaprakāśikā wird dieses Mantra ohne oṃ gelehrt. Für diese Form beträgt das Puraścaraṇajapa zehntausend Wiederholungen.

P2-0644

Nun seine Baliopferregel: Nachts bereitet man im Hof des Hauses eine Opferfläche, verehrt dort den Gott samt Gefolge, reicht dreimal mit dem Balimantra eine Opfergabe in die Schädelschale in seiner Hand und gibt anschließend dem Gefolge mit den jeweiligen Namen Opfergaben.

P2-0645

Das Balimantra: „ehyehi viduṣi saru suru bhañjaya bhañjaya tarjaya tarjaya vighna vighna mahābhairava kṣetrapāla baliṃ gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm, Wissender; saru suru; zerbrich, zerbrich; bedrohe, bedrohe; vighna vighna; großer Bhairava, Kṣetrapāla, nimm die Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Das Zitat bestätigt zweimal ehi, viduṣi, zweimal suru, zweimal bhañjaya, zweimal tarjaya, zweimal vighna, mahābhairava, kṣetrapāla, baliṃ, zweimal gṛhṇa und die Feuergemahlin. Oder: „ehyehi turu turu suru suru jambha jambha hana hana vighnaṃ nāśaya nāśaya mahābaliṃ kṣetrapāla gṛhṇa gṛhṇa svāhā – Komm, komm; turu turu, suru suru; lähme, lähme; schlage, schlage; vernichte, vernichte das Hindernis; Kṣetrapāla, nimm die große Opfergabe, nimm sie; svāhā.“ Diese Baliordnung beseitigt alle Grahas und bewirkt Sieg und Wohlstand. [Saru/suru und die Form viduṣi sind unsicher überliefert; die klanglichen Anrufungsteile bleiben unübersetzt stehen.]

P2-0646

Die Baliopfergabe soll aus einem großen Speisekloß mit Beilagen bestehen. Die Frucht: Durch die Opfergabe erfreut schenkt Kṣetrapāla Schönheit, Erkenntniskraft, Stärke, Gesundheit, Glanz, Gedeihen, Ruhm und Wohlstand.

Verwandte Rituale

Diese bereits im Yoga-Vidya-Wiki verzeichneten Rituale vertiefen verwandte Formen der Verehrung:

Weitere Einzelanleitungen dieser Ausgabe:

Quellen und redaktionelle Einordnung

Textgrundlage ist der in dieser Ausgabe gesicherte Ritualauszug des Brihat Tantrasara von Krishnananda Agamavagisha. Sanskrit und deutsche Übersetzung wurden aus der vorhandenen Fassung übernommen und der einzelnen Ritualform zugeordnet. Die praktische Gliederung und die ausdrücklich genannten Durchführungshilfen sind redaktionelle Ergänzungen. Eine neue unabhängige Kollation sämtlicher Sanskritlesungen wurde nicht vorgenommen.

Die allgemeinen Darbringungs- und Abschlussbelege stammen aus P1-0536–0540 sowie P2-0100–0120. Sie werden nur in dem dort bezeichneten Umfang herangezogen. Besondere Mantravorschriften, Gaben, Zahlen und Rückverweise der jeweiligen Gottheit haben Vorrang.

Die Querverweise zu bereits vorhandenen Ritualseiten wurden mit der Kategorie Puja und den daraus erreichbaren Seiten abgeglichen. Tantra Rituale bietet die ergänzende Übersicht.

Die Verehrung im Alltag weitertragen

Nimm die Erinnerung an die verehrte Gegenwart mit in dein Handeln. Die Gabe einer Blüte, die Wiederholung eines Mantras und eine bewusste Verneigung können daran erinnern, auch im Umgang mit anderen aufmerksam, wahrhaftig und gütig zu sein. Diese Anregung begleitet die überlieferte Praxis; sie ist kein zusätzliches Ritual.