Kabandha

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Kabandha, ( Sanskrit कबन्ध kabandha ) m./n. kopfloser Torso, m. u.a. Bauch, Name; Ein Schüler von Sumantu, der älteste Lehrer des Atharvavedas; Dämon, der von Rama getötet worden war; erst nach seinem Tod offenbarte er seine wahre Gestalt, denn er war ein Gandharva. In der hinduistischen Mythologie ist Kabandha ein Rakshasa (Dämon). Es wird gesagt, dass er der Sohn der Göttin Shir gewesen sei.

Rama und Lakshmana sitzen auf Kabandhas Armen. Deckengemälde eines Tempels in Ayodhyapattinam in der Nähe von Salem, wahrscheinlich aus dem 16. Jh.

Er wurde als "eingehüllt mit Haar, gewaltig wie ein Berg, ohne Kopf oder Nacken, mit einem Mund in der Mitte seines Bauches, der gewaltige Zähne trägt, Arme, die eine Meile lang sind und mit einem ungeheuerlichen Auge in seiner Brust", beschrieben. Einem Bericht zufolge rührt seine abscheuliche Missgestalt von einem Streit mit Indra her, den Kabandha herausforderte. Indra leitete einen Blitzstrahl auf ihn und schlug dessen Kopf und Oberschenkel in den Körper. Jemand anderes berichtet, dass seine Deformation von dem Fluch eines Weisen herrührt. Er wurde von Rama (ein Avatar Vishnus) und dessen Bruder Lakshmana getötet und dadurch von einem Fluch befreit. Die Legende über Kabandha erscheint in den hinduistischen Epen Ramayana und Mahabharata sowie in den späteren Erweiterungen des Ramayana.

Kabandha war ein Gandharva (himmlischer Musikant). Er wird auch unter den Namen Vishvavasu und Danu erwähnt. Er wurde von Indra, dem König der Götter, und/oder einem Weisen verflucht, was dazu führte, dass er zu einem hässlichen, fleischfressenden Dämon wurde. Rama und Lakshmana trennten ihm bei einem Gefecht beide Arme ab und verbrannten seinen Körper. Nach seinem Tod nahm Kabandha wieder seine Gestalt als Gandharva an und führt Rama zum Rsyamukha Berg, wo sich der verbannte Affenführer Sugriva versteckte. Kabandha riet Rama, eine Allianz mit Sugriva einzugehen, da er bei der Suche nach Ramas Frau Sita hilfreich sein könne. Sita wurde von Ravana, dem Dämonenkönig von Lanka, entführt. Kabandhas Anweisungen folgend freundete sich Rama mit Sugriva an und befreite Sita mit dessen Hilfe.

Kabhanda

Auszug aus der Übersetzung des Ramayana von Swami Sivananda, Divine Life Society, 1996.

Bald kamen sie in einen finsteren Wald. Sie hörten ein schreckliches Kreischen. Es kam von einem Rakshasa, der keinen Hals und keinen Kopf hatte. Sein Mund befand sich auf seinem Magen. Das Monster streckte seine Arme aus, packte die zwei Brüder und führte sie zu seinem Mund, um sie zu verschlingen. Rama schlug ihm den rechten Arm ab, Lakshmana den linken. Lakshmana fragte Kabandha: "Wer bist du, oh Rakshasa?"

Rama, Lakshmana und Kabhanda

Kabandha antwortete: "Ich bin Dhanu, der Sohn von Danava. Einst lebte ein Asket Namens Stulasiras in diesem Wald. Als er einmal Früchte und Wurzeln sammelte, verwandelte ich mich in einen Rakshasa und entriss ihm, was er gesammelt hatte. Daraufhin verfluchte er mich. Er verdammte mich dazu, fortan ein scheußlicher Rakshasa zu sein und meine ursprüngliche Form erst an dem Tag zurück zu erhalten, an dem Rama mir meine Arme abschlagen wird. Ich habe lange Jahre strenge Buße getan. Brahma gewährte mir ein langes Leben. Ich wurde stolz und forderte Indra zum Kampf auf. Indra schlug mich mit seinem Donnerkeil und presste meinen Kopf und meine Beine in meinen Körper hinein. Ich fragte ihn: "Wie soll ich fortan mir Nahrung verschaffen?" Daraufhin setzte er mir einen Mund und zwei lange Arme an meinen Magen. Er sagte zu mir: "Du wirst in den Himmel fahren, wenn Rama dir deine Arme abschlägt."

Rama sagte zu Kabandha: "Sag mir, wer hat meine geliebte Sita verschleppt?" Kabandha antwortete: "Verbrennt erst meinen Körper, danach werde ich euch den Namen der Person verraten, der euch helfen kann." Lakshmana bereitete den Scheiterhaufen vor und zündete ihn an. Als der Körper zur Asche zerfallen ist, erhob sich eine leuchtende, wunderschön bekleidete Gestalt aus dem Feuer und sprach: "O Gott Rama, es gibt einen mächtigen Affen, namens Sugriva. Er wurde von der Sonne gezeugt und der Frau von Riksharaj. Er hält sich zurzeit in der Nähe des Pampa Flusses auf. Er wird dir bei deiner Suche nach Sita eine große Hilfe sein. Schließe mit ihm Freundschaft vor dem heiligen Feuer. Er ist ein Vanara, er kann nach Belieben seine Gestalt wechseln. Am Ufer des Pampa befindet sich der Ashram von Sabari. Sie ist eine fromme Frau, eine glühende Anhängerin von dir und wartet auf dein Kommen. Gehe zu ihr, sie wird dir alles über Sita erzählen, und auch, wie du sie dir zurückholen kannst."

Siehe auch

Literatur

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