Hitopadesha

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Hitopadesha (Sanskrit: hitopadesha m.) wortwörtliche Übersetzung: "Die richtige Unterweisung"; Werk aus der Sanskrit-Litartur; bengalische Version des Panchatantra.

Angemessenheit erfordert Viveka

Es ist eine bekannte Sammlung von ethischen Erzählungen und Fabeln, die aus einem längeren und viel älteren Werk, Panchatantra, zusammengefasst sind. Das Werk wurde mehrmals gedruckt und es gibt mehrere Übersetzungen und eine Auflage von Johnson mit einem Vokabular und einer Übersetzung.

Sukadev über Hitopadesha

Niederschrift eines Vortragsvideos (2014) von Sukadev über Hitopadesha

Hitopadesha heißt wörtlich „die angenehme und angemessene Unterweisung“. Upadesha heißt ja Unterweisung, und Hita heißt angenehm. Über beide Worte, Hita und Upadesha, gibt es auch eigene Einträge im Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon und auch eigene Vorträge. Hita Upadesha, Hitopadesha. Hitopadesha ist also die angenehme Unterweisung. Wenn du zum Beispiel ein Yogalehrer bist, dann geht es auch darum, dass du Hitopadesha machst, also eine angemessene Unterweisung in deinen Stunden gibst. Also, angenommen, du hast Menschen, die verschiedene körperliche Beschwerden haben, dann musst du anders unterrichten als wenn du eine Gruppe von achtzehnjährigen Sportstudenten an einer Universität unterrichtest. Die Hitopadesha ist folglich anders. Angenommen, du unterrichtest in einer Klinik Hatha Yoga, dann wirst du vielleicht sehr physisch unterrichten. Und angenommen, du unterrichtest in einem Yogazentrum, da wirst du vielleicht etwas spiritueller unterrichten. Hitopadesha heißt also, deine Unterweisung, deine Lehren anzupassen an deine Teilnehmer. Natürlich kannst du sagen, ist Yogaunterricht wirklich Upadesha? Upadesha ist ja auch die Anleitung eines Gurus. Aber Upadesha ist allgemein jede Art von Unterweisung.

Hitopadesha ist auch der Name eines Sanskrit-Werkes, also eines Sanskrit-Werkes über Spiritualität. Hitopadesha ist ein anderer Name für Panchatantra. Panchatantra – Tantra heißt ja auch Werkzeug. Panchatantra ist das fünffache Werkzeug und das heißt, Geschichten als Werkzeug und zwar als fünffache Werkzeuge, um auf fünf Ebenen den Menschen zu berühren. Hitopadesha, auch Panchatantra genannt, ist also ein Sanskrit-Werk mit vielen Geschichten. Es ist Hita Upadesha, weil, es ist angenehm zu lesen. Es ist oft leichter, Spirituelles zu verstehen, wenn du etwas hörst, wie ein Fuchs und ein Hase miteinander kommuniziert haben, wenn du etwas liest von einer Maus und einem Elefanten, einem Krokodil und einem Affen. Und daraus besteht Hitopadesha, also viele Tiergeschichten. Man nimmt sogar an, dass Aesop, also der Grieche, der die Fabeln nach Europa gebracht hat, sich inspirieren lassen hat von Hitopadesha oder den Vorläufern von Hitopadesha. Also, Hitopadesha, mindestens die Geschichten darin, sind vermutlich älter als die griechischen Geschichten. Aber wer weiß, die Menschen haben ja immer auch voneinander gelernt. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Fabeln von Aesop und dem Hitopadesha können auch darauf beruhen, dass Aesop einen Teil der indischen Fabeln übernommen hat und die Inder einen Teil der Fabeln aus dem griechischen und mesopotamischen Schatz und beide vielleicht von persischen Traditionen. Sei es, wie es sein mag, jedenfalls, Hitopadesha - die angenehme Unterweisung, die angemessene Unterweisung, ein wichtiges Werk für spirituelle Inspiration und auch der Ausdruck für angemessene Unterweisung, die ein Lehrer seinen Schülern gibt. Was auch heißen soll, wenn du einen Guru hast, einen spirituellen Lehrer, und er gibt dir Upadesha, dann war sie vielleicht für dich Hitopadesha, die angemessene Unterweisung. Was ein Guru dir gegeben hat, muss nicht heißen, dass es für einen anderen auch Hitopadesha ist. Gerade Swami Vishnudevananda, der Meister, bei dem ich gelernt habe, der konnte schon sehr unterschiedlich sein zu unterschiedlichen Schülern. Er war ein Meister darin, Hitopadesha zu geben, die angemessene Unterweisung, auch wenn sie nicht immer nur angenehm war.

Heinrich Zimmer über Hitopadesha

Aus „Die indische Weltmutter von Heinrich Zimmer

Seite aus dem Panchatantra, persische Handschrift, 15. Jahrhundert

Die volkstümliche Fabel- und Geschichtensammlung Hitopadesha — »Unterweisung in dem, was frommt« —, eine Variante des berühmten Panchatantra, die mit ihm in vielen Übersetzungen indische Themen in die Weltlite¬ratur getragen hat, enthält die Geschichte von einem Rajputen, der sich und sein Schwert um den ungemeinen Preis von 400 Goldstücken für den Tag einem Könige zu Dienste bietet. Man behält ihn zur Probe. Täglich bringt er die Hälfte seines Lohns den Gottheiten und Brahmanen dar, ein Viertel schenkt er den Armen, der Rest dient seinem Unterhalt mit Frau und Sohn. Er steht mit dem Schwert in der Hand vorm Tor des Königs und Verlässt seinen Platz nur, wenn dieser ihn heim schickt.

Da hört der König in der Neumondnacht eine Frauenstimme klagen und schickt den Krieger, nachzuforschen, was es sei. Wie jener sich furchtlos in die mondlose Schwärze entfernt, beschließt der König, ihm nachzugehen: so wird er unbemerkt zum Zeugen merkwürdiger Begebenheiten. Der Rajput folgt dem Klagelaute und findet vorm Tor der Stadt eine herrliche geschmückte Frau in Tränen. Es ist das Glück des Königs: lange war diese Gottheit wie seine Gemahlin im Schatten seines Arms geborgen, aber jetzt muss sie ihn verlassen, — der Ahnungslose hat durch ein Verfehlen den Zorn der Großen Göttin erregt und muss dafür binnen drei Tagen sterben. Sein Glück weint um sein Ende, das ihm den Herrn raubt. — Kann nichts ihn retten? — es gäbe ein Mittel: wenn der Rajput mit eigener Hand seinem einzigen Sohne das Haupt abschneidet als Opfer für die Göttin, dann wird der König hundert Jahre alt und sein Glück darf bei ihm bleiben.

Der Rajput begibt sich als bald nach Haus, weckt Frau und Sohn und erzählt ihnen die Begegnung. Der Sohn ist unverzüglich bereit, sein Leben hinzugeben: so ent-spricht es dem Geiste des Kriegerstandes; die Mutter begreift das Opfer als Preis für die königliche Entlohnung des Gatten. Alle drei eilen zum Tempel der Göttin, »die mit allen Glückszeichen geschmückt ist«, — der Krieger haut zeremoniell seinem Sohne den Kopf ab und bringt ihn der Göttin dar: als Preis dafür, dass sie dem Könige wieder ihre Gunst zuwende. Danach aber schneidet er sich ebenso flink und feierlich den eigenen Kopf ab, — er hat seinem Herrn den fürstlichen Sold vergolten, aber ohne den Sohn weiterzuleben deucht ihm leer und eitel. Die treue Gattin bleibt nicht hinter ihm zurück, sie nimmt sein Schwert auf und schneidet sich auch den Kopf ab. Ein Meer von Blut, das den Enthaupteten entströmt, dampft auf als Opfer vor dem Bild der Göttin. Da greift auch der König, der unbemerkt alles mit angesehen hat, zum Schwert: »Geringe Wesen meinesgleichen werden alle Tage geboren und vergehen, — seinesgleichen aber war nie zuvor und kommt nicht wieder; was soll mir meines Reiches Herrlichkeit ohne ihn?« — damit will er sich auch den Kopf abschneiden, aber die Göttin, zufrieden mit dem blutigen Schauspiel allseitiger hoher Opferbereitschaft, tritt leibhaft vor ihn hin und hemmt seinen Streich. Der König aber will nur am Leben bleiben, wenn sie die Toten, die um ihn starben, wieder ins Leben ruft. Sie verheißt es, und er entfernt sich, damit die wieder ins Leben Gekehrten ihn nicht gewahren.

Die Göttin macht die drei Enthaupteten wieder lebendig, Mutter und Sohn kehren nach Haus, der Krieger aber bezieht wieder seinen Posten unter dem Altan des Königs, als wäre nichts geschehen. Da fragt ihn, eben als wäre nichts geschehen, der König von oben: »Was war es mit jener klagenden Frau?« — aber der Held sagt bloß: »0 weiter nichts; als ich sie traf, entschwand sie ins Dunkel.« — Anderntags pries der König öffentlich seine Tat und verlieh ihm die Herrschaft über ein Land. Diese blutige Geschichte, die sich nächtlich im Tempel der Göttin Kali abspielt, — mit Happy end, weil alle dem blutfrohen Sinn der Göttin in maßlosem Opfersinn gewachsen sind, — ist eine unter vielen.

Siehe auch

Literatur

  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005

Weblinks

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