Gudidi Baba

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Gudidi Baba war ein Heiliger und Wundertäter, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem in Pilkhuva im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh wirkte.

Darstellung bei Swami Sivananda

Der folgende Text entstammt dem Buch Lives of Saints (Das Leben der Heiligen) von Swami Sivananda.

Der Heilige Gudidi Baba war einer der größten Siddhas in Bharatavarsha (ehem. Großindien), der in jüngster Zeit lebte. Er bewahrte manchen Jugendlichen davor, Atheist zu werden. Durch beeindruckende Wunder demonstrierte er Macht und Stärke spiritueller Herrlichkeit. Denjenigen, die über die Shastras (heilige Schriften) nur lachten und sie für indische Schundliteratur aus längst vergangener Zeit hielten, zeigte er durch die Stärke seiner spirituellen Macht, wie wahr und verlässlich sie waren. So bewahrte er viele junge Menschen vor den Klauen des Materialismus. Er war ein Mahatma Siddha. Er konnte Dinge, die sich tausende Kilometer entfernt befanden, in seiner Hand auftauchen lassen. Er besaß ein perfektes Wissen über Kräuter und Heilsubstanzen. Dieser großer Mahatma lebte bis vor kurzem unter uns. Er ließ den Wirrwarr des Lebens am 6. März 1951 hinter sich.

Als Gudidi Baba zum ersten Mal nach Pilkhuva in Uttar Pradesh kam, trug er nur ein Gudidi, ein leichte Bekleidung, die aus verschiedenen Stücken Stoff zusammengenäht war. Sonst besaß Baba nur einen kleinen Topf und eine Schale aus Bambus. Aus der Schale trank er Wasser oder Milch. Voll göttlichen Bewusstseins verwendete er dieselbe Schale auch als Instrument, um Lieder zu singen. Mehr besaß er nicht. Die Lieder von Heiligen wie Kabir, Nanak, Tulsidas oder Dadu beherrschte er so gut, dass er seine Zuhörer in Trance versetzen konnte.

Damals war Pilkhuva das Zentrum der neuer politischer Strömungen. Jede Woche gab es Veranstaltungen, auf denen der Götzendienst und die hinduistische Religion (Sanatana-Dharma) verdammt wurden, ebenso wie das Vertrauen auf einen Guru, Rituale und die Brahmanen. Damals beachtete Gudidi Baba ein Schweigegelübde (Mouna). Und so sprach er mit niemandem. Aber manchmal lachte er laut. Manchmal wiederholte er ekstatisch ein bestimmtes Lied. Manchmal sprach er von Krishna Bhakti und manchmal von Vedanta, der Kevala Advaita. Oft sagte er: „Es gibt keine zweite Person. Es gibt nur mich allein. Wer soll so zu wem sprechen? „Na Ham Na Tum Darbar Gum’’.“

Einmal winkte Babaji einige Kinder zu sich heran. Er lebte seinerzeit in einem Shiva-Tempel. Die Kinder liefen zu ihm. Babaji zupfte einige Fäden aus seinem Gudidi und gab jedem Kind einen davon. Dann forderte er sie auf, ihre Hände zu schließen, was sie auch taten. Dann forderte er sie auf, die Hände wieder zu öffnen. Zu ihrer Überraschung sahen sie Mandeln, Rosinen und andere Leckereien, die sie voller Freude aßen.

Niemand kannte seinen Namen, sein Alter, seine Kaste oder Unterkaste. Und weil er immer ein Gudidi trug wurde er als Väterchen (Baba) Gudidi bekannt. Und das, obwohl sein Gesicht einen Glanz hatte, der ihn aussehen ließ, als sei er erst dreißig. Sogar als er das erste Mal nach Pilkhuva kam, sah er bereits so aus. Die Leute erzählten sich viel über ihn. Manche sagten, er sei hundert Jahre alt und dergleichen mehr. Immer wenn er in die Stadt kam, umringten ihn Tausende, um seinen Darshan zu empfangen. Nach und nach kamen selbst Ungläubige zu ihm. Er nannte sich selbst Shahansha, was soviel wie Kaiser bedeutet. Er hatte keine Wünsche und keine Sorgen. Er wollte von niemandem etwas. Er trug einen kleinen Langoti, einen Lendenschurz. Er aß seine Speisen ohne Salz. Gott weilte in ihm und er weilte in Gott. Vor solch einem Heiligen war selbst Indra nichts.

Mit spiritueller Inbrunst sang Gudidi Baba immer wieder “Nanak Dukhia Sab Sansara, Sukhia Vahi Jo Nam Adhara”, was so viel bedeutet wie: Elend ist jedermann auf dieser Welt außer dem, der Gottes Namen kennt. Sehr oft hielt er seine Hände hoch und es tauchten Weintrauben in ihnen auf, die von den Umstehenden mit großer Freude verzehrt wurden.

Und so kam es, dass manche Atheisten Babaji für einen Zauberer hielten. Sie sagten: “Dieser Mann ist ein Schurke. Er gibt sich der Magie hin und betrügt seine Anhänger.” Einmal war Babaji von einer großen Menge umgeben. Ein Anhänger brachte ihm ein Glas Milch und schüttete es in seine Bambusschale. Und siehe da! Zur Überraschung aller war in dem Gefäß keine Milch, sondern es war voller Trauben. Davon gab Babaji einige dem Mann, der ihm die Milch gebracht hatte. Alle Widersacher verstummten angesichts dieses wundersamen Vorgangs.

Eines Tages befanden sich einige |Ungläubige in der Menge. Sie leugneten Gott und alles Göttliche. Babaji bat einen von ihnen, ihm ein Glas Milch zu bringen, was einer von ihnen auch tat. Babaji schüttete die Milch in seine Bambusschale und trank sie. Dann gab er dem Mann, der ihm die Milch gebracht hatte, das Glas zurück und bat ihn, das leere Glas zu schütteln. Der Mann, obschon ein Ungläubiger, gehorchte und schüttelte das Glas drei- oder viermal. Da hörte er den Klang einer Rupie. Darauf wurde er gebeten, das Glas fünfmal zu schütteln. Dieses Mal waren es fünf Rupien. Baba sagte: “Bezahle die Milch damit.” Das Publikum war sprachlos angesichts dieses Wunders.

Einst war Gudidi Baba bei Mahatma Sri Atmaramji Maharaj in dessen Hütte zu Gast. Das zog eine sehr große Menschenmenge an. Sri Sobharamji, B.A., B.T. und ein anderer Lehrer, der ein völliger Atheist war, kamen, um Baba zu sehen. Sie forderten ihn auf, ihnen etwas besonders Wundersames zu zeigen. Sehr bescheiden sagte Babaji, er kenne sich mit all dem, was sich die Leute über ihn erzählten, nicht aus. Als die beiden nicht nachgaben, fragte Babaji sie, was sie sehen wollten. Sie sagten, wenn es möglich sei, hätten sie gerne einen Granatapfel aus Kandahar. Wohlgemerkt, das war zu einer Zeit, als nirgendwo Granatäpfel zu bekommen waren. Aber es dauerte nur wenige Minuten, bis er ein Halstuch mit einem Granatapfel in seinen erhobenen Händen hielt. Alle waren sprachlos angesichts des Wunders. Sie kosteten alle von dem Granatapfel und fanden, dass er erstklassig war. Solche gab es tatsächlich nur in Kandahar.

Bei einer anderen Gelegenheit scharten sich einige Kinder um Gudidi Baba und wollten, dass er ihnen Mandeln schenkte. Bereits einen Moment später hielt er die Mandeln in der Hand und verteilte sie an alle. Eines der Kinder begann zu weinen und sagte: “Ich mag keine Mandeln. Ich mag nur Peda.“ Im Nu hielt Babaji auch diese in seiner erhobenen Hand.

Einmal ging Lala Jagannath nach Gaziabad, um dort am Hof zu arbeiten. Da näherte sich Babaji ihm und bat ihn, ihm Seife und Badeöl zu schenken. Lalaji sagte, er habe es sehr eilig und könne nicht einen Moment anhalten. Da hielt Babaji seine Hand in eine nahe gelegene Quelle und siehe da, sofort kamen ein großes Stück Seife und eine volle Flasche Öl hervor. Alle waren von dem Wunder sehr beeindruckt. Babaji nahm daraufhin ein schönes Bad.

Einst ging Babaji nach Khurja. Dort kannte er niemanden. Babaji richtete sich auf einem nahe gelegenen Krematoriumsgelände ein, weshalb sein Körper binnen kurzem völlig mit Asche verschmiert war. Als er sah, dass ein paar Schulkinder des Weges kamen, hielt er seine Hände hoch und sogleich hatte er eine Menge Granatäpfel, Mandeln und dergleichen mehr, die er an die Kinder verteilte. Die Elite der ganzen Stadt eilte daraufhin schnell zum Ort des Geschehens.

Gudidi Babaji hatte auch ein vollständiges Wissen über Heilmittel, mit dem er Leute auf wunderbare Weise heilte. Er konnte Öl aus Schwefel gewinnen. Die Leute des Dorfes, die das bereits vergeblich versucht hatten, fragten ihn, wie er das gemacht habe. “Ihr müsst Mantra, Tantra und die besten Heilkräuter miteinander kombinieren.”

Vielen Ärzten half Babaji bei der Zubereitung schwieriger Heilsubstanzen. Er wusste, wie man Quecksilber verfestigte und wie man es dann benutzen konnte, um sich über den Himmel von Ort zu Ort zu bewegen.

Einmal bat ein Anhänger Babaji um Segen dafür, einen Sohn zu bekommen. Babaji gab ihm Goldasche, und dem Mann wurde tatsächlich ein Knabe geboren. Ärzte waren immer wieder sprachlos, wenn sie die Sachkunde sahen, mit der Babaji Fälle behandelte, die sie als nicht heilbar betrachtet hatten.

Gudidi Baba besuchte Pilkhuva fast dreißig Jahre lang. Aber niemals aß er zusammen mit einem seiner Anhänger, weil er sehr strenge Gelübde hatte.

Als Babaji im Februar 1951 nach Pilkhuva kam, sagte er: “Mein Körper ist nun alt. Er möchte eine Veränderung. Lange habe ich in diesem Körper gelebt. Jetzt möchte ich ihn verlassen. Dieser Körper ist vergänglich. Er wird mir nicht mehr lange dienen.” Später wurde Babaji sehr krank und wurde nach Meerut gebracht. Er sagte jedem, dass er seinen Körper bald verlassen werde, und manchen engen Schülern deutete er auch den Tag und die Stunde an. Und so kam es auch. In dem Wagen, der ihn nach Meerut bringen sollte, verließ er während der Fahrt seinen Körper. In Garhmukteswar wurde Babajis Körper Mutter Ganges übergeben.

Quellen

  • Swami Sivananda: Lives of Saints. 8. Auflage. Divine Life Society. 2009. ISBN 81-7052-095-9