Ganesha Manasa Puja – innere Gastgaben für Gelassenheit und Loslassen

Aus Yogawiki

Ganesha Manasa Puja – innere Gastgaben für Gelassenheit und Loslassen führt die Verehrung Ganeshas von kostbaren inneren Gaben zu einer überraschend schlichten Bitte: nicht mehr Besitz, Genuss oder Ansehen, sondern Vairagya, Freiheit von verzehrendem Verlangen. Wer vor einem neuen Schritt steht oder sich von Wünschen getrieben fühlt, kann dem elefantenköpfigen Gott im Herzen Wasser, Kleidung, Blumen, Speisen und Licht darbringen. Die Manasa Puja von Chandrashekhara Bharati lässt äußeren Aufwand in innere Großzügigkeit übergehen und schließt mit der Hoffnung auf Kaivalya, geistige Freiheit.

Die vierzehn Verse stehen in der Sringeri-Überlieferung des Advaita Vedanta. Ein besonderer Termin, eine Tageszeit oder priesterliche Leitung wird im Gedicht nicht vorgeschrieben. Die innere Puja kann allein zuhause an einem ruhigen Platz vollzogen werden. Sie folgt einem eigenen vollständigen Gedicht; äußere Vorriten werden darin nicht verlangt.

Vorbereitung

Setze dich bequem und aufrecht hin. Ein Ganesha-Bild ist als Unterstützung möglich. Benötigt werden Aufmerksamkeit und der Text; Edelsteine, Wasser, Stoffe, Blumen, Rauch, Speise und Lichter werden ausschließlich geistig dargebracht. Die im Gedicht geschauten Gaben dürfen reich sein, auch wenn dir äußerlich wenig zur Verfügung steht.

Durchführung

Sprich die Verse nacheinander und vollziehe die beschriebenen Dienste im Herzen. Wenn dir die Umschrift noch nicht vertraut ist, lies zunächst die deutsche Bedeutung und schaue die jeweilige Gabe. Bei der Erwähnung von Hymnen und Mantrablumen werden deren Klänge mit vorgestellt; der Text legt keine zusätzliche konkrete Rezitation fest.

1. Ganesha schauen und einladen
Betrachte mit Dhyana den von seiner Mutter geliebten Ganesha. Lade ihn mit Avahana ein und bereite den Edelsteinsitz.

Vers 1
vātsalyabhājanamagādhipakanyakāyā
mātsaryaśūnyahṛdayairbhuvi bhāvanīyam |
pratyūhajātavinipātanalabdhavarṇa-
matyūrjitaṃ hṛdi bhajāmi gaṇādhinātham || 1||

Ich verehre im Herzen den Herrn der Scharen: Empfänger der zärtlichen Liebe der Bergkönigstochter, von neidlosen Herzen auf Erden zu betrachten, berühmt durch das Niederwerfen aller Hindernisse, von außerordentlicher Kraft.

Vers 2
āvāhayāmi gaṇanāthamumāmaheśa-
sarvasvabhūtamapanītadurantarāyam |
yogīndramānasasaroruhaṃsavikāsa-
līlāviśeṣacaturaṃ nigamāntaniṣṭham || 2||

Ich lade den Herrn der Scharen ein, der für Uma und Mahesha alles bedeutet und unüberwindlich scheinende Hindernisse beseitigt; der spielerisch die Herzlotusse der großen Yogis entfaltet und im höchsten Sinn der Veden ruht.

Vers 3
māṇikyamañjulamarīcimanojñapārśvaṃ
sāndrībhavanmarakatāvalimecakābham |
muktāmaṇiprakarameduritāntarālaṃ
ratnāsanaṃ tava hṛdā parikalpayāmi || 3||

Ich stelle dir im Herzen einen Edelsteinsitz bereit: seine Seiten sind lieblich durch die Strahlen schöner Rubine, dunkel glänzend durch dichte Smaragdreihen, seine Zwischenräume mit zahlreichen Perlen gefüllt.

2. Wasser reichen und baden
Stelle Padya, Arghya, Achamana und Abhisheka vor. Lass die Freude am Angesicht des Gottes im Mittelpunkt stehen.

Vers 4
gaṅgādipuṇyasaritāṃ paripūtatīrthaiḥ
pādyaṃ tavādyavadhiśūnya samarpayāmi |
arghyaṃ dadāmyahamanarghaguṇābhirāma
pratyūhavāraṇa suvāraṇavaktra tubhyam || 4||

Dir ohne Anfang und Grenze bringe ich heute Fußwasser aus den reinen heiligen Gewässern der Ganga und anderer Flüsse dar. Dir mit den unschätzbaren lieblichen Eigenschaften, Hindernisbezwinger mit dem schönen Elefantengesicht, gebe ich die Ehrengabe.

Vers 5
pratyāhṛtairakhilapuṇyasaridvarābhya-
stīrthairdadāmyamalamācamanaṃ ca tubhyam |
sūktādimantranivahairabhimantritaiśca
puṇyodakaistava śiraḥ snapayāmyajasram || 5||

Ich reiche dir reines Mundwasser, gesammelt aus den besten heiligen Flüssen. Mit gutem Wasser, das durch Scharen von Hymnen und Mantras geheiligt ist, bade ich beständig dein Haupt.

Vers 6
ācūḍamācaraṇamapyabhiṣicya tīrthaiḥ
ālokyannakhilamaṅgalamānanaṃ te |
ānandanirbharamanāśculukīkṛtākṣaḥ
kiṃ vā bhavāmi saphalīkṛtapuṇyajanmā || 6||

Nachdem ich dich vom Scheitel bis zu den Füßen mit heiligem Wasser gebadet habe, schaue ich dein ganz und gar glückverheißendes Angesicht. Voller Freude trinke ich es gleichsam mit meinen Augen: Wird dadurch nicht meine segensreiche Geburt erfüllt?

3. Kleiden, schmücken und bewirten
Schenke Duft, Vastra, Yajnopavita und Abharana. Es folgen Pushpa, Dhupa, Dipa und Naivedya mit zahlreichen Modaka.

Vers 7
kastūrikāghumughumīkṛtacandanāni
divyaṃ dukūlayugalaṃ ca dadāmi tubhyam |
yajñopavītamabhimantritamarpayāmi
divyānśca bhūṣaṇagaṇān pratipādayāmi || 7||

Ich gebe dir Sandelpaste, die kräftig nach Moschus duftet, und zwei himmlische feine Gewänder. Ich reiche eine mit heiligen Worten geweihte Schnur und vielerlei göttlichen Schmuck.

Vers 8
jātisucampakasaroruhakundamallī
bilvādibhirbahuvidhairitaraiśca puṣpaiḥ |
tvāmarcayannamarasaṃhitasevyamānaṃ
ārādbhajāmi tu kadā kṛtakṛtyabhāvam || 8||

Mit Jasmin, schönem Champaka, Lotus, Kunda, Mallika, Bilva und vielen anderen Blüten verehre ich dich, dem die Scharen der Unsterblichen dienen. Wann werde ich dich so nahe verehren, dass mein Leben seine Erfüllung findet?

Vers 9
svāmin dadāmyagaruguggulucandanādi
dhūpān sugandhabharitān śivasūnave te |
ājyaplutāmalasuvartibhiredhamāna-
mādarśayāmi nanu te tapanīyadīpam || 9||

Herr, Sohn Shivas, ich gebe dir reich duftenden Rauch aus Adlerholz, Guggul, Sandelholz und weiteren Stoffen. Ich zeige dir die goldene Lampe, hell brennend mit reinen, in Ghee getränkten Dochten.

Vers 10
coṣyaiśca bhakṣyanivahaiśca karambitaṃ te
bhojyaṃ dadāmi gaṇanāyaka divyamannam |
āmodakaṃ ca girijāsuta modakānāṃ
svāmin paraśśatamapi pratipādayāmi || 10||

Herr der Scharen, ich gebe dir göttliche gekochte Speise mit vielen Leckereien und saugbaren Genüssen. Sohn Girijas, Herr, ich biete dir auch mehr als hundert freudebringende Modakas.

4. Licht und Blumen darbringen
Vollziehe innerlich Nirajana, Pushpanjali und Mantrapushpa; die umfassende Hingabe sammelt alle Ehrendienste.

Vers 11
ānamranākigaṇamañjulamaulimālā-
nīrājyamānacaraṇadvaya vighnahantaḥ |
karpūradīpanivahaistava pādapadmaṃ
nīrājayāmi nanu māṃ paripāhi bhaktam || 11||

Hindernislöser, deine beiden Füße werden vom Glanz der schönen Kronen der verneigten Götter geehrt. Ich ehre deine Lotusfüße mit vielen Kampferlampen. Beschütze mich, deinen Verehrenden.

Vers 12
puṣpāñjaliṃ pracurayāmi suvarṇapuṣpaiḥ
sanmantrapuṣpamapi ca pratipādayāmi |
sarvopacārapanivahāṃśca samarpayāmi
svāmin gaṇādhipa samuddhara māṃ bhavābdheḥ || 12||

Ich gebe reichlich goldene Blumen als Handvollgabe und reiche auch die guten Mantrablumen. Ich bringe alle Ehrendienste dar. Herr der Scharen, führe mich aus dem Meer des Werdens empor.

5. Um Freiheit von Verlangen bitten
Sprich die eigentliche Schlussbitte bewusst. Die letzte Strophe würdigt das hingebungsvolle Lesen dieser vollständigen inneren Verehrung.

Vers 13
nārogyamadya kalaye na ca bhogyajātaṃ
bhāgyaṃ na vā viṣayalampaṭatānidānam |
vairāgyameva sutarāmupalambhayan māṃ
svāmin samuddhara bhavāmbunidherdurantāt || 13||

Heute erbitte ich weder Gesundheit noch die Fülle von Genüssen, auch kein Glück, das zur Begierde nach Sinnesgegenständen verleitet. Lass mich vielmehr tiefe Freiheit von Verlangen finden. Herr, hebe mich aus dem schwer zu überquerenden Meer des Werdens.

Vers 14
itthaṃ gaṇādhipatimānasapūjanaṃ yaḥ
kaivalyadaṃ sulalitaṃ paṭhatīha bhaktyā |
nāgāmijanmabhayamasti hi tasya puṃsaḥ
kaivalyasaudhamacirādanuvīkṣate saḥ || 14||

Wer diese schöne, Freiheit schenkende geistige Verehrung des Herrn der Scharen hingebungsvoll liest, hat keine Furcht vor kommender Geburt; bald schaut er den Palast der geistigen Freiheit.

Abschluss und Vertiefung

Bleibe bei der Bitte um Vairagya. Sie muss nicht bedeuten, das Leben abzuweisen: Du kannst den nächsten Schritt tun, ohne von seinem Ergebnis beherrscht zu sein. Als persönliche Vertiefung wähle einen Wunsch, den du heute etwas lockerer halten möchtest. Ganeshas innerer Empfang endet so in mehr Raum für klares, freundliches Handeln.

Devanagari-Rezitation

Die Versfolge entspricht der Durchführung; die Ziffern des Quelltextes bleiben erhalten.

वात्सल्यभाजनमगाधिपकन्यकाया
मात्सर्यशून्यहृदयैर्भुवि भावनीयम् ।
प्रत्यूहजातविनिपातनलब्धवर्ण-
मत्यूर्जितं हृदि भजामि गणाधिनाथम् ॥ १॥

आवाहयामि गणनाथमुमामहेश-
सर्वस्वभूतमपनीतदुरन्तरायम् ।
योगीन्द्रमानससरोरुहंसविकास-
लीलाविशेषचतुरं निगमान्तनिष्ठम् ॥ २॥

माणिक्यमञ्जुलमरीचिमनोज्ञपार्श्वं
सान्द्रीभवन्मरकतावलिमेचकाभम् ।
मुक्तामणिप्रकरमेदुरितान्तरालं
रत्नासनं तव हृदा परिकल्पयामि ॥ ३॥

गङ्गादिपुण्यसरितां परिपूततीर्थैः
पाद्यं तवाद्यवधिशून्य समर्पयामि ।
अर्घ्यं ददाम्यहमनर्घगुणाभिराम
प्रत्यूहवारण सुवारणवक्त्र तुभ्यम् ॥ ४॥

प्रत्याहृतैरखिलपुण्यसरिद्वराभ्य-
स्तीर्थैर्ददाम्यमलमाचमनं च तुभ्यम् ।
सूक्तादिमन्त्रनिवहैरभिमन्त्रितैश्च
पुण्योदकैस्तव शिरः स्नपयाम्यजस्रम् ॥ ५॥

आचूडमाचरणमप्यभिषिच्य तीर्थैः
आलोक्यन्नखिलमङ्गलमाननं ते ।
आनन्दनिर्भरमनाश्चुलुकीकृताक्षः
किं वा भवामि सफलीकृतपुण्यजन्मा ॥ ६॥

कस्तूरिकाघुमुघुमीकृतचन्दनानि
दिव्यं दुकूलयुगलं च ददामि तुभ्यम् ।
यज्ञोपवीतमभिमन्त्रितमर्पयामि
दिव्यान्श्च भूषणगणान् प्रतिपादयामि ॥ ७॥

जातिसुचम्पकसरोरुहकुन्दमल्ली
बिल्वादिभिर्बहुविधैरितरैश्च पुष्पैः ।
त्वामर्चयन्नमरसंहितसेव्यमानं
आराद्भजामि तु कदा कृतकृत्यभावम् ॥ ८॥

स्वामिन् ददाम्यगरुगुग्गुलुचन्दनादि
धूपान् सुगन्धभरितान् शिवसूनवे ते ।
आज्यप्लुतामलसुवर्तिभिरेधमान-
मादर्शयामि ननु ते तपनीयदीपम् ॥ ९॥

चोष्यैश्च भक्ष्यनिवहैश्च करम्बितं ते
भोज्यं ददामि गणनायक दिव्यमन्नम् ।
आमोदकं च गिरिजासुत मोदकानां
स्वामिन् परश्शतमपि प्रतिपादयामि ॥ १०॥

आनम्रनाकिगणमञ्जुलमौलिमाला-
नीराज्यमानचरणद्वय विघ्नहन्तः ।
कर्पूरदीपनिवहैस्तव पादपद्मं
नीराजयामि ननु मां परिपाहि भक्तम् ॥ ११॥

पुष्पाञ्जलिं प्रचुरयामि सुवर्णपुष्पैः
सन्मन्त्रपुष्पमपि च प्रतिपादयामि ।
सर्वोपचारपनिवहांश्च समर्पयामि
स्वामिन् गणाधिप समुद्धर मां भवाब्धेः ॥ १२॥

नारोग्यमद्य कलये न च भोग्यजातं
भाग्यं न वा विषयलम्पटतानिदानम् ।
वैराग्यमेव सुतरामुपलम्भयन् मां
स्वामिन् समुद्धर भवाम्बुनिधेर्दुरन्तात् ॥ १३॥

इत्थं गणाधिपतिमानसपूजनं यः
कैवल्यदं सुललितं पठतीह भक्त्या ।
नागामिजन्मभयमस्ति हि तस्य पुंसः
कैवल्यसौधमचिरादनुवीक्षते सः ॥ १४॥

Quellen und weiterführende Artikel

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