Candragupta

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Candragupta: (Sanskrit: चन्द्रगुप्त candragupta m.) Name eines berühmten Königs, dem Begründer der Maurya-Dynastie und Großvater von König Ashoka.

Statue von Candragupta am Birla Mandir, Delhi

Dieser Name wurde von Sir W. Jones dem historischen Namen Sandracottus (oder Sandrocyptus) zugeordnet. Sandracottus wird von Arrian und anderen Historikern in Verbindung mit Alexanders Feldzug erwähnt. Unmittelbar nach dem Feldzug tritt der Name in Verbindung mit einem Abkommen mit Seleucus Nicator, durch den Botschafter Megasthenes in Erscheinung. Die Entdeckung der Identitätsgleichheit wurde in Frage gestellt, aber die wichtigsten Autoren zum Thema indische Vorzeit haben eingeräumt, dass es sich nur um eine begründete Tatsache handeln kann, und haben mit zusätzlichen Beweisen verschiedener Quellen die Behauptung untermauert. Die Existenz der Identität kann somit kaum in Frage gestellt werden.

Diese Feststellung ist von höchster Bedeutsamkeit für die indische Chronologie. Es ist das einzige Verbindungsglied zwischen indischer und griechischer Vorgeschichte. Und alles in indischer Chronologie ist abhängig von der Jahreszahl der Herrschaft Candraguptas, die identisch ist mit der des Sandracottus, die uns die klassischen Autoren überliefert haben. Candraguptas, bzw. Sandracottus Herrschaft begann in 315 vor Chr., wie erst kürzlich bekannt wurde. Sie dauerte 24 Jahre und endete 291 vor Chr.

Candragupta ist ein prominenter Name sowohl in brahmanischen, wie auch in buddhistischen Schriften. Die Geschichte von seiner Thronübernahme ist das Thema im Drama Mudrarakshasa.

Als Alexander in Indien war, lernte er einen König namens Xandrames kennen. Er herrschte über Prasi (Prachyas) und die Stadt Palibothra, die beim Zusammenfluss zwischen Ganges und einem anderen Fluss namens Erranaboas (die Sone) liegt. Zu dieser Zeit war Sandracottus noch jung, wagte aber trotzdem einen Krieg gegen Alexanders Generäle. Er scharrte eine Gruppe von Räubern um sich, mit deren Hilfe es ihm gelang, die Freiheit in Indien zu etablieren.

Hinduistische wie auch buddhistische Autoren hüllen sich in Schweigen, was Alexanders Ankunft in Indien betrifft. Den Sturz der Nanda Dynastie durch Candraguptas Hand wird jedoch eindeutiger beschrieben. Diese Dynastie herrschte über Magadha. Candragupta „etablierte Freiheit in Indien mit Hilfe einer Bande von Räubern“.

Candragupta ergriff die Macht in Pataliputra, die Hauptstadt der Nandas, die mit dem griechischen Palibothra identisch ist, und ist die heutige Region Patna.

Diese Stadt liegt zwar nicht mehr beim Zusammenfließen zweier Flüsse, aber das hat wenig Aussagekraft, denn die Flüsse der alluvialen Ebenen Bengalens ändern oft ihren Kurs. Eine solche Änderung - beispielweise in der Furche der Sone - wurde geographisch erwiesen. Es gibt eine Schwierigkeit bezüglich Xandrames. Ohne Zweifel lautet der Name in Sanskrit „Chandramas“, was einige schlicht für eine Kurzform des Namens Candragupta halten, während andere darauf hinweisen, dass die griechischen Quellen vermuten lassen, dass Xandrames vielmehr der Vorgänger von Sandracottus war, nicht aber Sandracottus selber.

Die Dynastie der Nandas, die über Magadha herrschte, wird oft „die neun Nandas“ genannt, was so viel heißt wie „neun Abstammungen“. Laut einigen Fachleuten sind aber der letzte Nanda – Mahapadma – und seine acht Söhne gemeint. Mahapadma Nanda war der Sohn eines Shudras, weshalb er ebenfalls ein Shudra war. Er war machtvoll, zielstrebig, gemein und gierig.

Seine Untertanen hassten ihn, dennoch wurde sein Sturz nicht von ihnen initiiert, sondern von dem Brahmanen Chanakya. Candragupta wurde so der nächste Thronanwärter und gründete die Mauryanische Dynastie. Der dritte König – der große Ashoka – war der Enkelsohn Candraguptas. Die Brahmanen und die Buddhisten sind sich nicht einig darüber, was die Herkunft der Maurya-Familie betrifft. Das Drama Mudrarakshasa zeigt, dass Candragupta mit Mahapadma Nanda verwandt ist.

Der Kommentator des Vishnu Purana hingegen sagt, dass seine Mutter einer niedrigen Kaste – der Mura – angehörte, weswegen er und seine Nachkommen Mauryas genannt wurden. Das sieht sehr nach mythologischer Erfindung aus, und steht im Widerspruch zu der Darstellung, dass die niedrige Kastenzugehörigkeit Nandas der Grund für seine Entthronung war. Wäre das der Fall gewesen, wäre der Niedrig-Kasten-König von einem ersetzt worden, der eine noch niedrigere Kastenzugehörigkeit aufwies. Andererseits weisen die Buddhisten darauf hin, dass die Mauryas und Buddha verwandt waren. Buddha entstammte der royalen Familie der Sakyas.

Die große Frage nach der Nämlichkeitssicherung von Sandracottus und Candragupta wurde ausführlich von Wilson im Vorwort zu Mudrarakshasa in seinem Hindu-Theater erörtert, wie auch im Vishnu Purana Bd. IV, S. 185, sowie von Max Muller in seinem Buch History of Ancient Sanskrit Literature.

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