Allgemeiner persönlicher Segen bei Yoga Vidya

Aus Yogawiki

Allgemeiner persönlicher Segen bei Yoga Vidya ist eine persönliche Segensfeier vor dem Altar. Sie verbindet die Anrufung der Lehrer mit Wasser, heiligen Zeichen und einem auf den Anlass bezogenen Wunsch. Die Form kann bei einem neuen Lebensabschnitt, einem Vorhaben oder einer Bitte um Unterstützung verwendet werden.

Vorbereitung

Einen Altar mit Guru- oder Götterbild, eine standsichere Kerze, Wasser mit Löffel, Asche, Sandelholzpaste, Kumkum und Blüten vorbereiten. Eine ruhige Sitzmöglichkeit für die zu segnende Person und Begleitende schaffen. Den Ablauf vorher erklären und gegebenenfalls vereinbaren, wer persönliche Worte sprechen möchte.

Ablauf

Die zu segnende Person sitzt der Leitung gegenüber. Kerze und Räucherwerk sind vorbereitet. Mit wenigen Worten das Anliegen aussprechen.

oṃ oṃ oṃ

Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.

1. Gajananam – Ganesha, Subrahmanya, Saraswati, Guru und Devi

gajānanaṃ bhūta-gaṇādi-sevitaṃ kapittha-jambū-phala-sāra-bhakṣitam /
umā-sutaṃ śoka-vināśa-kāraṇaṃ namāmi vighneśvara-pāda-paṅkajam //

Übersetzung: Ich verneige mich vor den Lotusfüßen des Herrn der Hindernisse: elefantengesichtig, von den Scharen der Wesen verehrt, der das Fruchtfleisch von Kapittha und Jambu genießt, Sohn Umas und Ursache der Auflösung des Kummers.

ṣaḍ-ānanaṃ kuṅkuma-rakta-varṇaṃ mahā-matiṃ divya-mayūra-vāhanam /
rudrasya sūnuṃ sura-sainya-nāthaṃ guhaṃ sadāhaṃ śaraṇaṃ prapadye //

Übersetzung: Stets nehme ich Zuflucht bei Guha: sechsgesichtig, rot wie Kumkum, von großer Weisheit, auf einem göttlichen Pfau reitend, Sohn Rudras und Heerführer der Götter.

yā kundendu-tuṣāra-hāra-dhavalā yā śubhra-vastrāvṛtā /
yā vīṇā-vara-daṇḍa-maṇḍita-karā yā śveta-padmāsanā /
yā brahmācyuta-śaṅkara-prabhṛtibhir devaiḥ sadā pūjitā /
sā māṃ pātu sarasvatī bhagavatī niḥśeṣa-jāḍyāpahā //

Übersetzung: Möge die erhabene Saraswati mich beschützen und alle Trägheit der Erkenntnis beseitigen: weiß wie Jasmin, Mond, Schnee und eine helle Girlande, in weiße Gewänder gehüllt, mit der schönen Vina in den Händen, auf einem weißen Lotus sitzend und stets von Brahma, Achyuta, Shankara und den anderen Göttern verehrt.

oṃ namaḥ śivāya gurave sac-cid-ānanda-mūrtaye /
niṣ-prapañcāya śāntāya śivānandāya te namaḥ //

Übersetzung: Verehrung dem glückverheißenden Guru, der Verkörperung von Sein, Bewusstsein und Glückseligkeit, jenseits der Welt der Vielheit, friedvoll: Verehrung dir, Sivananda.

sarva-maṅgala-māṅgalye śive sarvārtha-sādhike /
śaraṇye tryambake gauri nārāyaṇi namo 'stu te //

Übersetzung: Du Heil unter allem Heilsamen, Glückverheißende, die alle guten Ziele verwirklicht, Zuflucht, Dreiäugige, Gauri, Narayani: Dir sei Verehrung.

2. Reinigung der Leitung

Die Ritualleitung reinigt sich und trägt die heiligen Zeichen auf, bevor sie den persönlichen Segen erteilt.

3. Achamana – innere und äußere Reinigung

Für Achamana mit dem Löffel jeweils eine kleine Menge Trinkwasser in die rechte Hand geben. Die Ritualleitung spricht die folgenden Anrufungen und führt die jeweils beschriebene Handlung aus. Die Geste macht die innere Ausrichtung auch körperlich erfahrbar.

Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.

oṃ keśavāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Keshava.

Einen kleinen Schluck aus der rechten Hand trinken.

oṃ acyutāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Achyuta, dem Unvergänglichen.

Einen kleinen Schluck trinken; danach mit der Hand über den Scheitel, das Sahasrara Chakra, streichen.

oṃ anantāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Ananta, dem Unendlichen.

Wasser in die rechte Hand geben und nach oben und unten sprenkeln.

oṃ govindāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Govinda.

Wasser in die rechte Hand geben und in die vier Himmelsrichtungen sprenkeln.

oṃ nārāyaṇāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Narayana.

Nochmals etwas Wasser in die rechte Hand geben, die Hand über dem Kopf kreisen lassen und anschließend mit den Fingern schnippen. Dazu das Gebet an die heiligen Flüsse sprechen:

oṃ gaṅge ca yamune caiva godāvari sarasvati /
narmade sindhu kāveri namas tubhyaṃ namo namaḥ //

Übersetzung: O Ganga, Yamuna, Godavari, Saraswati, Narmada, Sindhu und Kaveri: Verehrung euch, immer wieder Verehrung.

4. Tilaka – die heiligen Zeichen auftragen

Beim Tilaka zuerst mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand drei Streifen Asche auf die Stirn auftragen:

oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi /
tan no rudraḥ pracodayāt //

Übersetzung: Om. Wir wollen jenes höchste Wesen erkennen und über den großen Gott meditieren. Möge Rudra unseren Geist anregen und erleuchten.

Mit dem rechten Ringfinger etwas Sandelholzpaste zwischen den Augenbrauen auftragen, am Ajna Chakra:

oṃ gandha-dvārāṃ durādharṣāṃ nitya-puṣṭāṃ karīṣiṇīm /
īśvarīṃ sarva-bhūtānāṃ tām ihopahvaye śriyam //
gandhān dhārayāmi

Übersetzung: Ich rufe hier Shri, die Herrin aller Wesen, herbei: durch Duft zugänglich, unüberwindlich, stets genährt und Fruchtbarkeit spendend. Ich trage die duftende Gabe auf.

Mit dem rechten Ringfinger einen Punkt Kumkum auf die Sandelholzpaste setzen:

oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //

Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.

5. Wassersegen für die empfangende Person

Der zu segnenden Person zu jedem Mantra etwas Trinkwasser in die rechte Hand geben. Sie nimmt jeweils einen kleinen Schluck; nach dem dritten streicht sie die Hand über den Scheitel.

oṃ keśavāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Keshava.

oṃ acyutāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Achyuta.

oṃ anantāya namaḥ

Übersetzung: Verehrung Ananta.

6. Guru Parampara

Um die Gegenwart und Führung der Lehrer bitten:

oṃ nārāyaṇaṃ padma-bhavaṃ vasiṣṭhaṃ śaktiṃ ca tat-putra-parāśaraṃ ca /
vyāsaṃ śukaṃ gauḍa-padaṃ mahāntaṃ govinda-yogīndram athāsya śiṣyam //
śrī-śaṅkarācāryam athāsya padmapādaṃ ca hastāmalakaṃ ca śiṣyam /
taṃ toṭakaṃ vārttika-kāram anyān asmad-gurūn santatam ānato 'smi //
śruti-smṛti-purāṇānām ālayaṃ karuṇālayam /
namāmi bhagavat-pādaṃ śaṅkaraṃ loka-śaṅkaram //
śaṅkaraṃ śaṅkarācāryaṃ keśavaṃ bādarāyaṇam /
sūtra-bhāṣya-kṛtau vande bhagavantau punaḥ punaḥ //
īśvaro gurur ātmeti mūrti-bheda-vibhāgine /
vyomavad-vyāpta-dehāya dakṣiṇā-mūrtaye namaḥ //
śrī-śivānandāya te namaḥ //

Übersetzung: Immer wieder verneige ich mich vor unserer Lehrerfolge: Narayana, dem Lotusgeborenen Brahma, Vasishtha, Shakti, dessen Sohn Parashara, Vyasa, Shuka, dem großen Gaudapada, Govindapada, Shankaracharya und seinen Schülern Padmapada, Hastamalaka, Totaka, dem Verfasser der Varttikas und den anderen Lehrern. Ich verehre Shankara, Heimat der heiligen Überlieferung und des Mitgefühls, Wohltäter der Welt. Immer wieder verehre ich die erhabenen Verfasser von Sutra und Kommentar: Badarayana als Keshava und Shankaracharya als Shankara. Verehrung Dakshinamurti, der als Gott, Lehrer und Selbst erscheint und alles wie der Raum durchdringt. Verehrung dir, Swami Sivananda.

Der zu segnenden Person die heiligen Zeichen auftragen; die Berührung vorher ankündigen.

Drei Aschestreifen mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf die Stirn:

oṃ tatpuruṣāya vidmahe mahādevāya dhīmahi /
tan no rudraḥ pracodayāt //

Übersetzung: Om. Wir wollen jenes höchste Wesen erkennen und über den großen Gott meditieren. Möge Rudra unseren Geist anregen und erleuchten.

Mit dem Ringfinger einen Punkt Sandelholzpaste zwischen den Augenbrauen:

oṃ gandha-dvārāṃ durādharṣāṃ nitya-puṣṭāṃ karīṣiṇīm /
īśvarīṃ sarva-bhūtānāṃ tām ihopahvaye śriyam //
gandhān dhārayāmi

Übersetzung: Ich rufe hier Shri, die Herrin aller Wesen, herbei: durch Duft zugänglich, unüberwindlich, stets genährt und Fruchtbarkeit spendend. Ich trage die duftende Gabe auf.

Mit dem Ringfinger einen Kumkum-Punkt zwischen den Augenbrauen auftragen:

oṃ aiṃ tripurā-devyai ca vidmahe klīṃ kāmeśvaryai ca dhīmahi /
sauṃ tan naḥ klinne pracodayāt //

Übersetzung: Om. Mit den Keimsilben aiṃ, klīṃ und sauṃ verehren wir Tripura Devi und meditieren über Kameshvari. Möge die von göttlicher Liebe erfüllte Göttin unseren Geist anregen. Die Keimsilben sind heilige Laute und werden nicht wie gewöhnliche Wörter übersetzt.

oṃ oṃ oṃ

Übersetzung: Om, der heilige Urklang; dreimal zur Sammlung gesungen.

Die Leitung spricht einen konkreten guten Wunsch, der zur Person und zum Anlass passt. Eine kurze Stille lässt den Segen nachklingen.

oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ

Übersetzung: Om. Frieden, Frieden, Frieden.

oṃ bolo sadguru śivānanda mahārāja jī kī jay /
oṃ bolo śrī guru viṣṇu-devānanda mahārāja jī kī jay /
sarva santana kī jay //

Übersetzung: Lasst uns den ehrwürdigen wahren Guru Sivananda und den ehrwürdigen Guru Vishnudevananda preisen. Ehre allen Heiligen und Meistern. Diese Rufe enthalten Hindi-Ausdrücke; sie gehören zur überlieferten gesungenen Fassung.

Siehe auch

Quellen

  • Yoga Vidya Purohita Handbuch, 3. erweiterte Auflage, Januar 2025, Teil 4: Durchführung von Kasualien, Ritualen zu bestimmten Anlässen. Abschnitt „Segensrituale“.

Rezitationen in Devanagari

Die folgenden Texte entsprechen den ausgeschriebenen IAST-Rezitationen der Anleitung. Wiederholungszahlen und gleichzeitige Handlungen stehen beim jeweiligen Ritualschritt. Die Schriftübertragung enthält keine zusätzlichen vedischen Tonzeichen.

Om

ॐ ॐ ॐ

Ganesha – Gajananam

गजाननं भूत-गणादि-सेवितं कपित्थ-जम्बू-फल-सार-भक्षितम् /
उमा-सुतं शोक-विनाश-कारणं नमामि विघ्नेश्वर-पाद-पङ्कजम् //

Subrahmanya – Gajananam

षड्-आननं कुङ्कुम-रक्त-वर्णं महा-मतिं दिव्य-मयूर-वाहनम् /
रुद्रस्य सूनुं सुर-सैन्य-नाथं गुहं सदाहं शरणं प्रपद्ये //

Saraswati – Gajananam

या कुन्देन्दु-तुषार-हार-धवला या शुभ्र-वस्त्रावृता /
या वीणा-वर-दण्ड-मण्डित-करा या श्वेत-पद्मासना /
या ब्रह्माच्युत-शङ्कर-प्रभृतिभिर् देवैः सदा पूजिता /
सा मां पातु सरस्वती भगवती निःशेष-जाड्यापहा //

Sivananda Guru

ॐ नमः शिवाय गुरवे सच्-चिद्-आनन्द-मूर्तये /
निष्-प्रपञ्चाय शान्ताय शिवानन्दाय ते नमः //

Sarva Mangala

सर्व-मङ्गल-माङ्गल्ये शिवे सर्वार्थ-साधिके /
शरण्ये त्र्यम्बके गौरि नारायणि नमो ऽस्तु ते //

Om

ॐ ॐ ॐ

Achamana: Keshava

ॐ केशवाय नमः

Achamana: Achyuta, dem Unvergänglichen

ॐ अच्युताय नमः

Achamana: Ananta, dem Unendlichen

ॐ अनन्ताय नमः

Achamana: Govinda

ॐ गोविन्दाय नमः

Achamana: Narayana

ॐ नारायणाय नमः

Flussgebet

ॐ गङ्गे च यमुने चैव गोदावरि सरस्वति /
नर्मदे सिन्धु कावेरि नमस् तुभ्यं नमो नमः //

Shiva Gayatri

ॐ तत्पुरुषाय विद्महे महादेवाय धीमहि /
तन् नो रुद्रः प्रचोदयात् //

Sandelholzgebet

ॐ गन्ध-द्वारां दुराधर्षां नित्य-पुष्टां करीषिणीम् /
ईश्वरीं सर्व-भूतानां ताम् इहोपह्वये श्रियम् //
गन्धान् धारयामि

Tripura Gayatri

ॐ ऐं त्रिपुरा-देव्यै च विद्महे क्लीं कामेश्वर्यै च धीमहि /
सौं तन् नः क्लिन्ने प्रचोदयात् //

Guru Parampara

ॐ नारायणं पद्म-भवं वसिष्ठं शक्तिं च तत्-पुत्र-पराशरं च /
व्यासं शुकं गौड-पदं महान्तं गोविन्द-योगीन्द्रम् अथास्य शिष्यम् //
श्री-शङ्कराचार्यम् अथास्य पद्मपादं च हस्तामलकं च शिष्यम् /
तं तोटकं वार्त्तिक-कारम् अन्यान् अस्मद्-गुरून् सन्ततम् आनतो ऽस्मि //
श्रुति-स्मृति-पुराणानाम् आलयं करुणालयम् /
नमामि भगवत्-पादं शङ्करं लोक-शङ्करम् //
शङ्करं शङ्कराचार्यं केशवं बादरायणम् /
सूत्र-भाष्य-कृतौ वन्दे भगवन्तौ पुनः पुनः //
ईश्वरो गुरुर् आत्मेति मूर्ति-भेद-विभागिने /
व्योमवद्-व्याप्त-देहाय दक्षिणा-मूर्तये नमः //
श्री-शिवानन्दाय ते नमः //

Shanti

ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः

Gruß an die Lehrer

ॐ बोलो सद्गुरु शिवानन्द महाराज जी की जय् /
ॐ बोलो श्री गुरु विष्णु-देवानन्द महाराज जी की जय् /
सर्व सन्तन की जय् //