Rohinichandra Shayana Vrata – Mondgelübde für Lebenskraft und beständige Verbundenheit

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Rohinichandra Shayana Vrata – Mondgelübde für Lebenskraft und beständige Verbundenheit: Rohinichandra Shayana Vrata bittet um ein langes, gedeihendes Leben und um Verbundenheit, die nicht zerbricht. Narayana wird dabei mit Mondnamen verehrt; Rohini erscheint als Lakshmi, die ihrem göttlichen Gefährten nahe bleibt. Das Jahresgelübde aus dem Matsya Purana verbindet Vollmondandachten mit einem Bodenlager und einer abschließenden Bettgabe. Männer und Frauen können es halten. Die hier ausgeführte Form verwendet die im Kapitel ausdrücklich zugelassene nichtvedische Namenrezitation.

Anlass und Vorbereitung

Beginne an einem Vollmond, der auf einen Montag fällt oder mit dem Nakshatra Rohini zusammentrifft. Die anschließende Verehrung wird ein Jahr lang monatlich fortgeführt; die besondere Verbindung mit Montag oder Rohini bestimmt den Anfang. Feiere zuhause an einem Narayana-Bild und einer Rohini-Darstellung. Lade für die Gaben einen Brahmanen, zur Jahresfeier ein Ehepaar ein.

Halte Wasser, Duft, Früchte, Blüten, vegetarische Speise und Räucherwerk bereit. Für die Monatsgabe brauchst du einen Wasserkrug, etwas Gold nach deinen Möglichkeiten und Ghee (bzw. Pflanzenöl in moderner Anpassung). Das jährliche Ensemble umfasst goldene Mond- und Rohini-Gestalten, acht Perlen, zwei weiße Tücher, eine Bronzeschale mit Reis, einen Krug mit Milch (bzw. Pflanzenmilch), Zuckerrohr, Früchte, Reis und ein Bett mit Spiegel und vollständiger Ausstattung. Die Quelle nennt außerdem eine weiße Milchkuh mit Goldschmuck am Kopf, silbernem Hufschmuck, Kleidung und Melkgefäß sowie ein Muschelhorn. Pflanzenmilch und verantwortete Tierfürsorge statt einer Kuhübergabe sind heutige Anpassungen.

Durchführung

1. Baden und die Namen wiederholen
Bade am ersten Morgen. Die Quelle nennt Wasser mit Panchagavya und Senfkörnern; die heutige Hausfassung verwendet sauberes Wasser. Wiederhole dann 108 Mal die drei folgenden Namenformeln:

somāya namaḥ | varadāya namaḥ | viṣṇave namaḥ |

„Verehrung Soma. Verehrung dem Segengeber. Verehrung Vishnu.“

Die Dreiheit bildet jeweils eine Wiederholung. Halte den Tag als Upavasa in deiner gewählten tragbaren Form.

2. Narayana mit den Mondnamen verehren
Bringe Früchte und Blüten dar. Richte den Blick nacheinander auf die genannte Körperstelle des Bildes und lege jeweils eine Blüte davor.

Stelle Anrufung Bedeutung
rechter Fuß somāya namaḥ
Verehrung Soma.
linker Fuß śāntāya namaḥ
Verehrung dem Friedvollen.
Knie und Unterschenkel anantadhāmne namaḥ
Verehrung der unendlichen Stätte.
Oberschenkel jalodarāya namaḥ
Verehrung dem, dessen Inneres Wasser birgt.
Geschlechtsbereich des Bildes anantabāhave namaḥ
Verehrung dem mit unendlichen Armen.
Hüfte kāmasukhapradāya namo namaḥ
Verehrung dem Geber der Liebesfreude.
Bauch amṛtodarāya namaḥ
Verehrung dem, dessen Inneres Unsterblichkeitsnektar birgt.
Nabel śaśāṅkāya namaḥ
Verehrung dem mit dem Hasenzeichen.
Hals candrāya namo'stu
Verehrung dem Mond.
Zähne dvijānāmadhipāya namaḥ
Verehrung dem Herrn der Zweimalgeborenen.
Gesicht candramase namaḥ
Verehrung dem Mond.
Lippen kumudvantavanapriyāya namaḥ
Verehrung dem Liebhaber der Wasserlilienhaine.
Nase vanauṣadhīnāṃ nāthāya namaḥ
Verehrung dem Herrn der Waldkräuter.
Brauen ānandabījāya namaḥ
Verehrung dem Keim der Freude.
Augen indīvaravyāsakarāya namaḥ
Verehrung dem, der blaue Lotusblüten sich entfalten lässt.
Ohren samastādhvaravanditāya daityaniṣūdanāya namaḥ
Verehrung dem von allen Opfern Verehrten, dem Bezwinger der Daityas.
Stirn udadhipriyāya namaḥ
Verehrung dem Freund des Meeres.
Haar suṣumnādhipataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Sushumna.
Kopf śaśāṅkāya namaḥ
Verehrung dem mit dem Hasenzeichen.
Krone viśveśvarāya namaḥ
Verehrung dem Herrn des Alls.

3. Rohini als Lakshmi verehren
Wende dich Rohini zu, lege duftende Blüten, eine kleine Speise und Räucherduft vor ihre Darstellung und sprich:

namaḥ śriyai rohiṇināmalakṣmyai
saubhāgyasaukhyāmṛtasāgarāyai |

„Verehrung Shri, Lakshmi mit dem Namen Rohini, dem Ozean des Nektars von glücklichem Gedeihen und Wohlsein.“

4. Die Nacht und den Folgemorgen halten
Schlafe auf einem sauberen Bodenlager; eine dünne Unterlage ist eine heutige praktische Erleichterung. Bade am Morgen und gib dem eingeladenen Brahmanen den Wasserkrug mit der vorgesehenen Gold- und Speisegabe. Sprich:

namaḥ pāpavināśanāya |

„Verehrung dem Vernichter der Verfehlungen.“

5. Das Fasten mit einer maßvollen Mahlzeit lösen
Trinke in der heutigen Hausfassung reines Trinkwasser anstelle des im Text genannten Kuhurins. Nimm 28 kleine Bissen einer fleischlosen Speise ohne alkalische Zusätze, mit Milch (bzw. Pflanzenmilch) und Ghee (bzw. Pflanzenöl). Höre danach für etwa einen Muhurta eine heilige Erzählung. Das Kapitel schreibt keinen bestimmten Erzähltext vor.

6. Die Monatsblüten verwenden
Wiederhole die Andacht monatlich. Die Blütenreihe beginnt im Shravana mit Kadamba, dann folgen im Bhadrapada blauer Lotus, im Ashvina Ketaki, im Kartika Jati, im Margashirsha Lotus, im Pausha Shatapatrika, im Magha frische Kubjaka-Blüten, im Phalguna Sindhuvara, im Chaitra Mallika, im Vaishakha weiße Blüten, im Jyeshtha Karavira und im Ashadha Champaka. Die Quelle erlaubt beim Beginn ausdrücklich die dann verfügbaren Blüten. Blüten werden nur dargebracht, nicht verzehrt.

7. Die Jahresgabe aufbauen
Lasse die Mondgestalt sechs Angula, Rohini vier Angula hoch gestalten; Angula ist ein traditionelles Fingerbreitenmaß. Setze beide mit den acht Perlen und weißen Tüchern in die reisgefüllte Bronzeschale auf den Krug mit Milch (bzw. Pflanzenmilch). Stelle Reis, Zuckerrohr und Früchte dazu. Richte das Bett mit Spiegel und Gebrauchsgegenständen her und empfange das Gastpaar als symbolische Gegenwart von Mond und Rohini.

8. Das Jahresgebet sprechen und die Gabe überreichen
Sprich am Vormittag:

yathā na rohiṇī kṛṣṇa śayyāṃ santyajya gacchati |
somarūpasya te tadvanmamābhedo'stu bhūtibhiḥ ||
yathā tvameva sarveṣāṃ paramānandamuktidaḥ |
bhuktirmuktistathā bhaktistvayi candrāstu te sadā ||

„Krishna, wie Rohini dein Lager in deiner Mondgestalt nicht verlässt, so möge auch ich von den guten Lebensgaben nicht getrennt sein. Wie du allen höchste Freude und Befreiung gibst, so mögen mir Lebensgenuss und Befreiung zuteilwerden und beständige Hingabe an dich, Mond.“

Überreiche das Ensemble, das Bett und die vereinbarte Kuhgabe beziehungsweise ihre heutige Übertragung. Ehre das Paar mit Schmuck oder anderen angemessenen Gaben. Bewirte die Gäste und schließe das Jahr dankbar ab.

Sinn und Abschluss

Der Mond verkörpert im Ritual nährende Fülle, die immer neu wiederkehrt. Das letzte Gebet hält äußeres Gedeihen, Befreiung und Gottesliebe zusammen: Die erbetene Nähe soll auch tragen, wenn Lebensumstände sich verändern.

Rezitationen in Devanagari

Die Reihenfolge entspricht den Gebeten und Anrufungen im Ablauf.

Namenrezitation
सोमाय नमः । वरदाय नमः । विष्णवे नमः ।

Mondnamen am Narayana-Bild
सोमाय नमः
शान्ताय नमः
अनन्तधाम्ने नमः
जलोदराय नमः
अनन्तबाहवे नमः
कामसुखप्रदाय नमो नमः
अमृतोदराय नमः
शशाङ्काय नमः
चन्द्राय नमोऽस्तु
द्विजानामधिपाय नमः
चन्द्रमसे नमः
कुमुद्वन्तवनप्रियाय नमः
वनौषधीनां नाथाय नमः
आनन्दबीजाय नमः
इन्दीवरव्यासकराय नमः
समस्ताध्वरवन्दिताय दैत्यनिषूदनाय नमः
उदधिप्रियाय नमः
सुषुम्नाधिपतये नमः
शशाङ्काय नमः
विश्वेश्वराय नमः

Rohini-Gebet
नमः श्रियै रोहिणिनामलक्ष्म्यै
सौभाग्यसौख्यामृतसागरायै ।

Monatliche Kruggabe
नमः पापविनाशनाय ।

Abschlussgebet
यथा न रोहिणी कृष्ण शय्यां सन्त्यज्य गच्छति ।
सोमरूपस्य ते तद्वन्ममाभेदोऽस्तु भूतिभिः ॥
यथा त्वमेव सर्वेषां परमानन्दमुक्तिदः ।
भुक्तिर्मुक्तिस्तथा भक्तिस्त्वयि चन्द्रास्तु ते सदा ॥

Quellen und Weiteres

Die Sanskrit-Hindi-Fassung bei VedicPeople, Kapitel 57, belegt insbesondere Ānandabīja, Indīvaravyāsakara und das vollständige Rohini-Gebet. Sie dient hier als Textgrundlage der Namensfolge. Reines Trinkwasser, Pflanzenmilch, Pflanzenöl und gegebenenfalls Tierfürsorge sind moderne Anpassungen.

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