Purnahuti – abschließende volle Gabe bei Yoga Vidya

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Purnahuti – abschließende volle Gabe bei Yoga Vidya: Purnahuti ist die abschließende volle Darbringung eines Homa. Sie fasst die vorausgegangenen Gaben in einer umfassenden Hingabe zusammen. In den ausführlichen Yoga-Vidya-Fassungen gehen ihr süße Gaben an die Lebensströmungen voraus.

Bezeichnung: pūrṇāhuti – पूर्णाहुति.

Die Darstellung erläutert die Praxis der Yoga-Vidya-Gemeinschaft in der Sivananda Tradition.

Bedeutung und Platz im Ritual

„Voll“ bezeichnet die umfassende Hingabe, nicht die größtmögliche Stoffmenge. Die fünf Lebensströmungen werden mit einer weiteren Gabe an Brahman verbunden. Fünf vorbereitete Süßgaben können für die sechs Anrufungen in Teilgaben aufgeteilt werden.

Nach dem Hauptteil vor Schlusslob, Agni Samarpanam und weiteren Abschlussbestandteilen. Nicht jeder kurze Homa enthält diese ausgeführte Form.

Vorbereitung und Durchführung

Vorbereitete süße Gaben oder Zucker gemäß Vorlage; passende Abschlussgabe, gegebenenfalls geöffnete Kokosnussstücke und Blüten. Ein Opferlöffel mit langem Griff steht bereit. Die Feuerleitung bestimmt die für die Feuerstelle geeignete Menge.

Vor Beginn des Abschnitts alles griffbereit legen und der Gruppe den Abschluss ankündigen. Die kleinen süßen Teilgaben mit den sechs Anrufungen darbringen. Danach die eigentliche Abschlussgabe unter Führung der Feuerleitung ausführen. Die nachfolgenden Gebete gehören zur ganzen Abschlussfolge.

Beispiele mit Rezitation

Ausführlicher Homa mit Navagraha und Purnahuti

Beispiel aus Ausführlicher Homa mit Navagraha und Purnahuti, Schritt 12.

Fünf vorbereitete süße Gaben oder etwas Zucker verwenden. Die Quelle erlaubt ausdrücklich die Zucker-Variante. Zu jeder der folgenden sechs Anrufungen eine kleine Teilgabe in das Feuer geben:

oṃ prāṇāya svāhā

ॐ प्राणाय स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Prana.

oṃ apānāya svāhā

ॐ अपानाय स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Apana.

oṃ samānāya svāhā

ॐ समानाय स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Samana.

oṃ udānāya svāhā

ॐ उदानाय स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Udana.

oṃ vyānāya svāhā

ॐ व्यानाय स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Vyana.

oṃ brahmaṇe svāhā

ॐ ब्रह्मणे स्वाहा

Übersetzung: Darbringung an Brahman.

Die abschließende volle Gabe vorbereiten. Die Ritualleitung bemisst die Fettmenge passend zur Feuerstelle. Eine Kokosnussgabe und Blüten können hinzukommen; eine geschlossene Kokosnuss nicht als Druckkörper erhitzen, sondern vorbereitet geöffnet beziehungsweise in geeigneten Stücken darbringen. Die Gemeinschaft verbindet sich innerlich mit der Gabe.

oṃ pūrṇāhuti svāhā

ॐ पूर्णाहुति स्वाहा

Übersetzung: Om. Die vollständige abschließende Gabe sei dargebracht. Pūrṇāhuti wird in der Quelle als Ritualruf ohne weitere Kasusendung gesprochen.

oṃ tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam /
urvārukam iva bandhanān mṛtyor mukṣīya māmṛtāt /
svāhā //

ॐ त्र्यम्बकं यजामहे सुगन्धिं पुष्टि-वर्धनम् /
उर्वारुकम् इव बन्धनान् मृत्योर् मुक्षीय मामृतात् /
स्वाहा //

Übersetzung: Wir verehren den Dreiäugigen, der duftet und Gedeihen fördert. Wie eine reife Frucht sich von ihrem Stiel löst, möge ich von der Bindung des Todes frei werden, nicht aber von der Unsterblichkeit. Svaha bezeichnet die Hingabe der Gabe ins Feuer.

oṃ sarvaṃ vai pūrṇaṃ svāhā

ॐ सर्वं वै पूर्णं स्वाहा

Übersetzung: Om. Wahrlich, alles ist Fülle. Svaha.

oṃ vasoḥ pavitram asi śatadhāraṃ vasoḥ pavitram asi sahasradhāram /
devas tvā savitā punātu vasoḥ pavitreṇa śatadhāreṇa supvā kāmadhukṣaḥ //

ॐ वसोः पवित्रम् असि शतधारं वसोः पवित्रम् असि सहस्रधारम् /
देवस् त्वा सविता पुनातु वसोः पवित्रेण शतधारेण सुप्वा कामधुक्षः //

Übersetzung: Du bist Vasus hundertströmiges Reinigungsmittel, du bist Vasus tausendströmiges Reinigungsmittel. Gott Savitar möge dich mit Vasus hundertströmigem Reinigungsmittel reinigen, das gut reinigt und das Ersehnte hervorströmen lässt.

Spirituelle Bedeutung und Wirkung

Die Purnahuti drückt aus, dass auch das eigene Festhalten an der Handlung hingegeben wird. Meditationsanregung: „Mit dieser letzten Gabe bringe ich mich selbst in die göttliche Fülle ein.“

Varianten und achtsamer Abschluss

Die ungewöhnlichen Praxisformen einzelner Schlussrufe bleiben als solche benannt. Keine geschlossene Kokosnuss erhitzen und keine große Menge Fett auf einmal eingießen. Nach dem Gebet bleibt das Feuer weiter betreut; der rituelle Abschluss ist nicht das Ende der Feueraufsicht.

Siehe auch

Rituale und Anwendungsbeispiele

Alle Bestandteile und Grundlagen

Übersicht und Ablaufvergleich

Puja und Homa
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Puja
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Ashirvada – persönlicher Segen und Wassersegen bei Yoga Vidya

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Satsang
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Einweihung
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Grundlagen
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Satsang und Einweihung
Jayakara – gemeinsame Ehrenrufe bei Yoga Vidya

Quellen

  • Die unmittelbar benannten Ritualartikel erläutern die vollständigen Abläufe; die Beispiele auf dieser Seite behandeln den jeweiligen Bestandteil.