Devi Upanishad
Die Devi Upanishad (Sanskrit: देवी उपनिषत्, devī upaniṣat) gehört zur Gruppe der Shakta Upanishad und wird in der Muktika-Liste dem Atharvaveda zugeordnet. Im Mittelpunkt steht die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten. Ihr Sanskrittext ist in unterschiedlichen Handschriften und Druckausgaben nicht immer gleich gegliedert; die folgende Ausgabe folgt der vollständig überlieferten Sanskrit-Documents-Fassung und nennt die verwendete Textgrundlage.
Inhaltlich behandelt die Schrift vor allem Selbstverkündigung der Devi; Einheit von Prakriti und Bewusstsein; Devi-Mantra, Schutz und Befreiung. Sie verbindet die Autorität der Upanishaden mit dem jeweiligen geistigen Milieu ihrer Überlieferung. Darum sollte sie zugleich aufmerksam, traditionssensibel und mit philosophischem Unterscheidungsvermögen gelesen werden.

Für heutige Übende ist entscheidend, dass Yoga hier nicht auf Körperübungen verkürzt wird. Studium, ethische Läuterung, Meditation, Hingabe und Selbsterkenntnis bilden einen Zusammenhang. Historische Ritualvorschriften oder außergewöhnliche Wirkungsbehauptungen werden in diesem Artikel als Quelleninhalt erklärt; sie sind nicht automatisch moderne Übungs- oder Heilversprechen.
Devi Upanishad – Sanskrit (IAST), Übersetzung und Wort-für-Wort-Erläuterung
Die folgende Studienfassung gibt jeden nummerierten Vers einzeln wieder. Unmittelbar unter jedem Vers beziehungsweise jeder klar abgegrenzten Prosas Sinneinheit stehen die deutsche Übersetzung und die Wort-für-Wort-Erläuterung. Sanskrit-Komposita und Sandhi-Verbindungen werden dort, wo eine künstliche Trennung irreführend wäre, ausdrücklich als zusammenhängende Wortgruppe erklärt.
Eröffnungsvers der Devi Upanishad
|| atha devyupaniṣat ||
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atha – nun; sodann; devyupaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.“.
Textabschnitt 2 der Devi Upanishad
atharvavedīya śāktopaniṣat ||
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: atharvavedīya śāktopaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.“.
Textabschnitt 3 der Devi Upanishad
śrīdevyupaniṣadvidyāvedyāpārasukhākṛti |
traipadaṃ brahmacaitanyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; śrīdevyupaniṣadvidyāvedyāpārasukhākṛti traipadaṃ brahmacaitanyaṃ rāmacandrapadaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.“.
Shanti-Mantra der Devi Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi-
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); bhadraṃ – Heilvolles; Gutes; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śṛṇuyāma – mögen wir hören; devāḥ – die Götter; o Götter; vyaśema – mögen wir erfüllen; svasti – Heil; Wohlergehen; na – nicht; śāntiḥ – Frieden; paśyemākṣabhiryajatrāḥ sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi devahitaṃ yadāyuḥ indro vṛddhaśravāḥ naḥ pūṣā viśvavedāḥ nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ no bṛhaspatirdadhhātu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von …“.
Textabschnitt 1 Devi Upanishad
hariḥ oṃ ||
sarve vai devā devīmupatasthuḥ |
kāsi tvaṃ mahādevi |
sābravīdahaṃ brahmasvarūpiṇī |
mattaḥ prakṛtipuruṣātmakaṃ
jagacchūnyaṃ cāśūnyaṃ ca |
Alle Götter warteten auf die Göttin und fragten: "Große Göttin, wer bist du?" Sie antwortete: „Ich bin im Wesentlichen Brahman. Von Mir aus ist die Welt, die Prakriti und Purusha, die Leere und das Plenum umfasst, hervorgegangen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: hariḥ – Hari; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); sarve – alle; vai – wahrlich; gewiss; ca – und; devā devīmupatasthuḥ kāsi tvaṃ mahādevi sābravīdahaṃ brahmasvarūpiṇī mattaḥ prakṛtipuruṣātmakaṃ jagacchūnyaṃ cāśūnyaṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Alle Götter warteten auf die Göttin und fragten: "Große Göttin, wer bist du?" Sie antwortete: „Ich bin im Wesentlichen Brahman. Von Mir aus ist die Welt, die Prakriti und Purusha, die Leere und das Plenum umfasst, …“.
1. Vers Devi Upanishad
ahamānandānānandāḥ vijñānāvijñāne aham | brahmā brahmaṇi
veditavye | ityāhātharvaṇi śrutiḥ || 1 ||
Alle Götter traten zur Göttin und fragten: „Wer bist du, große Göttin?“ Sie antwortete: „Ich bin wesensgleich mit Brahman. Aus mir geht die Welt hervor, die aus Prakriti und Purusha besteht, die leer und nichtleer ist. Ich bin Freude und Nichtfreude, Erkenntnis und Nichterkenntnis. Ich bin das zu erkennende Brahman und auch das Nicht-Brahman“ – so verkündet es die atharvanische Offenbarung.
Wort-für-Wort-Erläuterung: brahmā – Brahma, der Schöpfergott; ahamānandānānandāḥ vijñānāvijñāne aham brahmaṇi veditavye ityāhātharvaṇi śrutiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Alle Götter traten zur Göttin und fragten: „Wer bist du, große Göttin?“ Sie antwortete: „Ich bin wesensgleich mit Brahman. Aus mir geht die Welt hervor, die aus Prakriti und Purusha besteht, die leer und nichtleer ist. …“.
Textabschnitt 2 Devi Upanishad
ahaṃ pañcabhūtānyapañcabhūtāni |
ahamakhilaṃ jagat |
vedo'hamavedo'ham |
vidyāhamavidyāham |
ajāhamanajāham |
adhaścordhvaṃ ca tiryakcāham |
Ich bin die fünf Elemente als auch das, was von ihnen verschieden ist. Ich bin die ganze Welt. Ich bin der Veda sowie das, was von ihm verschieden ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: jagat – Welt; Universum; adhaścordhvaṃ – unten und oben; ca – und; ahaṃ pañcabhūtānyapañcabhūtāni ahamakhilaṃ vedo'hamavedo'ham vidyāhamavidyāham ajāhamanajāham tiryakcāham – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich bin die fünf Elemente als auch das, was von ihnen verschieden ist. Ich bin die ganze Welt. Ich bin der Veda sowie das, was von ihm verschieden ist.“.
Textabschnitt 3 Devi Upanishad
ahaṃ rudrebhirvasubhiścarāmyahamādityairuta viśvadevaiḥ |
ahaṃ mitrāvaruṇāvubhau bibharmyahamindrāgnī ahamaśvināvubhau |
Ich bin das Ungeborene; ich bin das Geborene. Ich bewege mich mit Rudras und Vasus, mit Adityas und Visvedevas. Mitra und Varuna, Indra und Agni, ich unterstütze, und die beiden Asvins.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ahaṃ rudrebhirvasubhiścarāmyahamādityairuta viśvadevaiḥ mitrāvaruṇāvubhau bibharmyahamindrāgnī ahamaśvināvubhau – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich bin das Ungeborene; ich bin das Geborene. Ich bewege mich mit Rudras und Vasus, mit Adityas und Visvedevas. Mitra und Varuna, Indra und Agni, ich unterstütze, und die beiden Asvins.“.
2. Vers Devi Upanishad
ahaṃ somaṃ tvaṣṭāraṃ pūṣaṇaṃ bhagaṃ dadhāmyaham |
viṣṇumurukramaṃ brahmāṇamuta prajāpatiṃ dadhāmi | ahaṃ
dadhāmi draviṇaṃ haviṣmate suprāvye 3 yajamānāya sunvate || 2 ||
Ich bin die fünf Elemente und auch das, was nicht die fünf Elemente ist. Ich bin die ganze Welt, der Veda und der Nicht-Veda, Wissen und Unwissenheit, das Ungeborene und das Geborene; ich bin unten, oben und quer durch alles. Ich bewege mich mit den Rudras, Vasus, Adityas und allen Göttern; ich trage Mitra und Varuna, Indra und Agni, die beiden Ashvins, Soma, Tvashtri, Pushan und Bhaga, den weit schreitenden Vishnu, Brahma und Prajapati. Dem Opfernden, der den Soma bereitet, gewähre ich Reichtum und Gelingen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ahaṃ somaṃ tvaṣṭāraṃ pūṣaṇaṃ bhagaṃ dadhāmyaham viṣṇumurukramaṃ brahmāṇamuta prajāpatiṃ dadhāmi draviṇaṃ haviṣmate suprāvye yajamānāya sunvate – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich bin die fünf Elemente und auch das, was nicht die fünf Elemente ist. Ich bin die ganze Welt, der Veda und der Nicht-Veda, Wissen und Unwissenheit, das Ungeborene und das Geborene; ich bin unten, oben und quer durch …“.
Textabschnitt 4 Devi Upanishad
ahaṃ rāṣṭrī saṅgamanī vasūnāmahaṃ suve pitaramasya
mūrdhanmama yonirapsvantaḥ samudre |
ya evaṃ veda sa
devīpadamāpnoti |
te devā abruvan |
Dem eifrigen Opferopfer, das Opfergabe anbietet und den Soma-Saft drückt, gewähre ich Reichtum; Ich bin der Staat, der Bringer des Reichtums. Über alles, stelle ich seinen Beschützer. Wer mein Wesen im Wasser des inneren Meeres kennt. Er ist der Wohnsitz der Göttin. Diese Götter sagten: Gruß an die Göttin, die große Göttin!
Wort-für-Wort-Erläuterung: evaṃ – so, auf diese Weise; veda – Veda; sa – er, dieser; te – sie; dir (je nach Zusammenhang); ahaṃ rāṣṭrī saṅgamanī vasūnāmahaṃ suve pitaramasya mūrdhanmama yonirapsvantaḥ samudre ya devīpadamāpnoti devā abruvan – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dem eifrigen Opferopfer, das Opfergabe anbietet und den Soma-Saft drückt, gewähre ich Reichtum; Ich bin der Staat, der Bringer des Reichtums. Über alles, stelle ich seinen Beschützer. Wer mein Wesen im Wasser des …“.
3. Vers Devi Upanishad
namo devyai mahādevyai śivāyai satataṃ namaḥ |
namaḥ prakṛtyai bhadrāyai niyatāḥ praṇatāḥ sma tām || 3 ||
Ich bin die Herrscherin, die Güter zusammenführt; ich gebäre den Vater am Scheitel dieser Welt, mein Schoß liegt innen im kosmischen Meer. Wer dies erkennt, erlangt den Zustand der Göttin. Da sprachen die Götter: Verehrung der Devi, der großen Göttin, der Heilvollen; Verehrung der Prakriti, der Segensreichen – beständig verneigen wir uns vor ihr.
Wort-für-Wort-Erläuterung: satataṃ – ständig; namaḥ – Verehrung; Verneigung; namo devyai mahādevyai śivāyai prakṛtyai bhadrāyai niyatāḥ praṇatāḥ sma tām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich bin die Herrscherin, die Güter zusammenführt; ich gebäre den Vater am Scheitel dieser Welt, mein Schoß liegt innen im kosmischen Meer. Wer dies erkennt, erlangt den Zustand der Göttin. Da sprachen die Götter: …“.
4. Vers Devi Upanishad
tāmagnivarṇāṃ tapasā jvalantīṃ vairocanīṃ karmaphaleṣu juṣṭām |
durgāṃ devīṃ śaraṇamahaṃ prapadye sutarāṃ nāśayate tamaḥ || 4 ||
Zu ihr, die feuerfarben ist, durch Askese erstrahlt, in den Früchten der Handlungen wirkt, zu Durga, der Göttin, nehme ich Zuflucht. Möge sie uns sicher hinüberführen und die Finsternis vernichten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: tapasā – durch Askese; tāmagnivarṇāṃ jvalantīṃ vairocanīṃ karmaphaleṣu juṣṭām durgāṃ devīṃ śaraṇamahaṃ prapadye sutarāṃ nāśayate tamaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Zu ihr, die feuerfarben ist, durch Askese erstrahlt, in den Früchten der Handlungen wirkt, zu Durga, der Göttin, nehme ich Zuflucht. Möge sie uns sicher hinüberführen und die Finsternis vernichten.“.
5. Vers Devi Upanishad
devīṃ vācamajanayanta devāstāṃ viśvarūpāḥ paśavo vadanti
| sā no mandreśamūrjaṃ duhānā dhenurvāgasmānupasuṣṭutaitu || 5 ||
Die Götter brachten die göttliche Rede hervor; alle Wesen sprechen sie in ihren vielfältigen Formen. Möge diese Rede wie eine milchspendende Kuh mit ihrem beglückenden Klang Nahrung und Kraft zu uns bringen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sā – sie; diese; devīṃ vācamajanayanta devāstāṃ viśvarūpāḥ paśavo vadanti no mandreśamūrjaṃ duhānā dhenurvāgasmānupasuṣṭutaitu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Die Götter brachten die göttliche Rede hervor; alle Wesen sprechen sie in ihren vielfältigen Formen. Möge diese Rede wie eine milchspendende Kuh mit ihrem beglückenden Klang Nahrung und Kraft zu uns bringen.“.
6. Vers Devi Upanishad
kālarātriṃ brahmastutāṃ vaiṣṇavīṃ skandamātaram |
sarasvatīmaditiṃ dakṣaduhitaraṃ namāmaḥ pāvanāṃ śivām || 6 ||
Wir verneigen uns vor Kalaratri, die von Brahma gepriesen wird, vor der vaishnavischen Kraft, der Mutter Skandas, vor Sarasvati und Aditi, der Tochter Dakshas – vor der reinen und heilvollen Göttin.
Wort-für-Wort-Erläuterung: kālarātriṃ brahmastutāṃ vaiṣṇavīṃ skandamātaram sarasvatīmaditiṃ dakṣaduhitaraṃ namāmaḥ pāvanāṃ śivām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wir verneigen uns vor Kalaratri, die von Brahma gepriesen wird, vor der vaishnavischen Kraft, der Mutter Skandas, vor Sarasvati und Aditi, der Tochter Dakshas – vor der reinen und heilvollen Göttin.“.
7. Vers Devi Upanishad
mahālakṣmīśca vidmahe sarvasiddhiśca dhīmahi |
tanno devī pracodayāt || 7 ||
Mögen wir Mahalakshmi erkennen; mögen wir über die Vollenderin aller Ziele meditieren. Möge diese Göttin unseren Geist erleuchten.
Wort-für-Wort-Erläuterung: devī – die Göttin; mahālakṣmīśca vidmahe sarvasiddhiśca dhīmahi tanno pracodayāt – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mögen wir Mahalakshmi erkennen; mögen wir über die Vollenderin aller Ziele meditieren. Möge diese Göttin unseren Geist erleuchten.“.
8. Vers Devi Upanishad
aditirhyajaniṣṭa dakṣa yā duhitā tava | tāṃ devā
anvajāyanta bhadrā amṛtabandhavaḥ || 8 ||
Aditi wurde geboren, o Daksha – sie, deine Tochter. Nach ihr wurden die glückverheißenden Götter geboren, die mit der Unsterblichkeit verbunden sind.
Wort-für-Wort-Erläuterung: yā – oder; tava – dein, für dich; aditirhyajaniṣṭa dakṣa duhitā tāṃ devā anvajāyanta bhadrā amṛtabandhavaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aditi wurde geboren, o Daksha – sie, deine Tochter. Nach ihr wurden die glückverheißenden Götter geboren, die mit der Unsterblichkeit verbunden sind.“.
9. Vers Devi Upanishad
kāmo yoniḥ kāmakalā vajrapāṇirguhā hasā |
mātariśvābhramindraḥ punarguhā sakalā māyayā ca
punaḥ kośā viśvamātā divi dyom || 9 ||
Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, die Wolke, Indra und wiederum Guha, Sakala und Maya, sodann Kosha, die Mutter des Alls im Himmel: Diese Laut- und Namensfolge umschreibt das geheime Mantra der Göttin.
Wort-für-Wort-Erläuterung: māyayā – durch Māyā; ca – und; punaḥ – wieder, dann; kāmo yoniḥ kāmakalā vajrapāṇirguhā hasā mātariśvābhramindraḥ punarguhā sakalā kośā viśvamātā divi dyom – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, die Wolke, Indra und wiederum Guha, Sakala und Maya, sodann Kosha, die Mutter des Alls im Himmel: Diese Laut- und Namensfolge umschreibt das geheime Mantra der …“.
Textabschnitt 5 Devi Upanishad
eṣātmaśaktiḥ |
eṣā viśvamohinī
pāśāṅkuśadhanurbāṇadharā |
eṣā śrīmahāvidyā |
ya evaṃ veda sa śokaṃ tarati |
namaste astu bhagavati bhavati mātarasmānpātu sarvataḥ |
Möge die Göttin uns inspirieren! Durch Dich, Dakshayani, wurde Aditi geboren. Sie ist deine Tochter, nachdem sie geboren wurde Die Götter verheißungsvoll.
Wort-für-Wort-Erläuterung: eṣā – das ist es; evaṃ – so, auf diese Weise; veda – Veda; sa – er, dieser; bhavati – wird; ist; eṣātmaśaktiḥ viśvamohinī pāśāṅkuśadhanurbāṇadharā śrīmahāvidyā ya śokaṃ tarati namaste astu bhagavati mātarasmānpātu sarvataḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Möge die Göttin uns inspirieren! Durch Dich, Dakshayani, wurde Aditi geboren. Sie ist deine Tochter, nachdem sie geboren wurde Die Götter verheißungsvoll.“.
Textabschnitt 6 Devi Upanishad
saiṣāṣṭau vasavaḥ |
saiṣaikādaśa rudrāḥ |
saiṣā
dvādaśādityāḥ |
saiṣā viśvedevāḥ
somapā asomapāśca |
saiṣā yātudhānu asurā rakṣāṃsi
piśācayakṣāḥ siddhāḥ |
Freunde der Todeslosigkeit. Liebe, Gebärmutter, Teil der Liebe, der Träger des Blitzes Die Höhle, ha-sa, der Wind, die Wolke, Indra;. Wieder die Höhle, sa-ka-la mit Maya - So läuft die volle Urwissenschaft, die alle zeugt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: saiṣāṣṭau vasavaḥ saiṣaikādaśa rudrāḥ saiṣā dvādaśādityāḥ viśvedevāḥ somapā asomapāśca yātudhānu asurā rakṣāṃsi piśācayakṣāḥ siddhāḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Freunde der Todeslosigkeit. Liebe, Gebärmutter, Teil der Liebe, der Träger des Blitzes Die Höhle, ha-sa, der Wind, die Wolke, Indra;. Wieder die Höhle, sa-ka-la mit Maya - So läuft die volle Urwissenschaft, die alle …“.
Textabschnitt 7 Devi Upanishad
saiṣā sattvarajastamāṃsi |
saiṣā prajāpatīndramanavaḥ |
saiṣā grahā nakṣatrajyotīṃṣi
kalākāṣṭhādikālarūpiṇī |
tāmahaṃ praṇaumi nityam |
Dies ist die Macht des Selbst, die alle bezaubert, bewaffnet mit der Schlinge, dem Haken, dem Bogen und dem Pfeil. Wer kennt also Gezeiten über den Kummer?
Wort-für-Wort-Erläuterung: nityam – ewig, beständig; saiṣā sattvarajastamāṃsi prajāpatīndramanavaḥ grahā nakṣatrajyotīṃṣi kalākāṣṭhādikālarūpiṇī tāmahaṃ praṇaumi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Dies ist die Macht des Selbst, die alle bezaubert, bewaffnet mit der Schlinge, dem Haken, dem Bogen und dem Pfeil. Wer kennt also Gezeiten über den Kummer?“.
10. Vers Devi Upanishad
tāpāpahāriṇīṃ devīṃ bhuktimuktipradāyinīm |
anantāṃ vijayāṃ śuddhāṃ śaraṇyāṃ śivadāṃ śivām || 10 ||
Sie ist die Kraft des Atman und diejenige, die das All bezaubert; sie trägt Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile und ist die große heilige Weisheit. Wer dies erkennt, überwindet den Kummer. Verehrung dir, erhabene Mutter; beschütze uns von allen Seiten. Sie ist die acht Vasus, elf Rudras, zwölf Adityas und alle Götter; sie ist auch Dämonen, Geister und Siddhas, die drei Gunas, Prajapati, Indra und Manu, die Planeten, Sterne und Zeitglieder. Vor ihr verneige ich mich immer: der leidvertreibenden, Genuss und Befreiung gewährenden, unendlichen, siegreichen, reinen, schützenden und heilvollen Göttin.
Wort-für-Wort-Erläuterung: śivadāṃ – Shiva; tāpāpahāriṇīṃ devīṃ bhuktimuktipradāyinīm anantāṃ vijayāṃ śuddhāṃ śaraṇyāṃ śivām – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Sie ist die Kraft des Atman und diejenige, die das All bezaubert; sie trägt Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile und ist die große heilige Weisheit. Wer dies erkennt, überwindet den Kummer. Verehrung dir, erhabene Mutter; …“.
11. Vers Devi Upanishad
viyadākārasaṃyuktaṃ vītihotrasamanvitam | ardhendulasitaṃ
devyā bījaṃ sarvārthasādhakam || 11 ||
Mit der Gestalt des Raumes verbunden, mit dem Feuer vereinigt und vom Halbmond geschmückt ist die Keimsilbe der Göttin, die alle Ziele verwirklicht.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bījaṃ – samen; viyadākārasaṃyuktaṃ vītihotrasamanvitam ardhendulasitaṃ devyā sarvārthasādhakam – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mit der Gestalt des Raumes verbunden, mit dem Feuer vereinigt und vom Halbmond geschmückt ist die Keimsilbe der Göttin, die alle Ziele verwirklicht.“.
12. Vers Devi Upanishad
evamekākṣaraṃ mantraṃ yatayaḥ śuddhacetasaḥ |
dhyāyanti paramānandamayā jñānāmburāśayaḥ || 12 ||
Über dieses einsilbige Mantra meditieren die Entsagten mit reinem Geist; sie sind von höchster Glückseligkeit erfüllt und gleichen Ozeanen der Erkenntnis.
Wort-für-Wort-Erläuterung: mantraṃ – Mantra; evamekākṣaraṃ yatayaḥ śuddhacetasaḥ dhyāyanti paramānandamayā jñānāmburāśayaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Über dieses einsilbige Mantra meditieren die Entsagten mit reinem Geist; sie sind von höchster Glückseligkeit erfüllt und gleichen Ozeanen der Erkenntnis.“.
13. Vers Devi Upanishad
vāṅmayā brahmabhūtasmātṣaṣṭhaṃ vaktrasamanvitam | sūryo
vāmaśrotrabinduḥ saṃyutāṣṭakatṛtīyakaḥ || 13 ||
Aus der lautgestaltigen Kraft, die zu Brahman geworden ist, wird der sechste Laut mit dem Mundlaut verbunden; Sonne, linkes Ohr und Punkt bilden zusammen den dritten der acht Bestandteile.
Wort-für-Wort-Erläuterung: vāṅmayā brahmabhūtasmātṣaṣṭhaṃ vaktrasamanvitam sūryo vāmaśrotrabinduḥ saṃyutāṣṭakatṛtīyakaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aus der lautgestaltigen Kraft, die zu Brahman geworden ist, wird der sechste Laut mit dem Mundlaut verbunden; Sonne, linkes Ohr und Punkt bilden zusammen den dritten der acht Bestandteile.“.
14. Vers Devi Upanishad
nārāyaṇena saṃyukto vāyuścādharasaṃyutaḥ | vicce
navārṇako'rṇaḥ syānmahadānandadāyakaḥ || 14 ||
Mit Narayana verbunden und mit dem unteren Luftlaut vereinigt entsteht die neunsilbige Vidya; sie schenkt große Glückseligkeit.
Wort-für-Wort-Erläuterung: nārāyaṇena saṃyukto vāyuścādharasaṃyutaḥ vicce navārṇako'rṇaḥ syānmahadānandadāyakaḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Mit Narayana verbunden und mit dem unteren Luftlaut vereinigt entsteht die neunsilbige Vidya; sie schenkt große Glückseligkeit.“.
15. Vers Devi Upanishad
hṛtpuṇḍarīkamadhyasthāṃ prātaḥsūryasamaprabhām |
pāśāṅkuśadharāṃ saumyāṃ varadābhayahastakām |
trinetrāṃ raktavasanāṃ bhaktakāmadughāṃ bhaje || 15 ||
Ich verehre sie in der Mitte des Herzlotus, leuchtend wie die Morgensonne, Schlinge und Haken tragend, sanft, mit den Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit, dreiäugig und rot gekleidet, die Wünsche ihrer Verehrer erfüllend.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bhaje – ich verehre; hṛtpuṇḍarīkamadhyasthāṃ prātaḥsūryasamaprabhām pāśāṅkuśadharāṃ saumyāṃ varadābhayahastakām trinetrāṃ raktavasanāṃ bhaktakāmadughāṃ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich verehre sie in der Mitte des Herzlotus, leuchtend wie die Morgensonne, Schlinge und Haken tragend, sanft, mit den Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit, dreiäugig und rot gekleidet, die Wünsche ihrer Verehrer …“.
16. Vers Devi Upanishad
namāmi tvāmahaṃ devīṃ mahābhayavināśinīm |
mahādurgapraśamanīṃ mahākāruṇyarūpiṇīm || 16 ||
Ich verneige mich vor dir, der Göttin, die große Furcht vernichtet, schwere Bedrängnis stillt und die Gestalt grenzenlosen Mitgefühls ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: namāmi – ich verneige mich; tvāmahaṃ devīṃ mahābhayavināśinīm mahādurgapraśamanīṃ mahākāruṇyarūpiṇīm – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich verneige mich vor dir, der Göttin, die große Furcht vernichtet, schwere Bedrängnis stillt und die Gestalt grenzenlosen Mitgefühls ist.“.
Textabschnitt 8 Devi Upanishad
yasyāḥ svarūpaṃ brahmādayo na jānanti tasmāducyate'jñeyā |
yasyā anto na vidyate tasmāducyate'nantā |
yasyā grahaṇaṃ nopalabhyate tasmāducyate'lakṣyā |
yasyā
geboren von Brahman; das sechste mit Gesicht ausgestattet; die Sonne; das linke Ohr wo. Der Punkt ist;
Wort-für-Wort-Erläuterung: svarūpaṃ – eigene Natur; Wesensform; na – nicht; jānanti – sie wissen, erkennen; vidyate – ist vorhanden; yasyāḥ brahmādayo tasmāducyate'jñeyā yasyā anto tasmāducyate'nantā grahaṇaṃ nopalabhyate tasmāducyate'lakṣyā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „geboren von Brahman; das sechste mit Gesicht ausgestattet; die Sonne; das linke Ohr wo. Der Punkt ist;“.
Textabschnitt 9 Devi Upanishad
jananaṃ nopalabhyate tasmāducyate'jā |
ekaiva sarvatra vartate tasmāducyata ekā |
ekaiva viśvarūpiṇī
tasmāducyate naikā 'ta evocyate'jñeyānantālakṣyājaikā naiketi |
der achte und der dritte conjoint. Die Luft, mit Narayana vereint. Und mit der Lippe; Stimme, die neun-Buchstaben;. Der Brief wird die Erhabenen erfreuen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: sarvatra – überall; vartate – befindet sich, verweilt; viśvarūpiṇī – visvaroopini; jananaṃ nopalabhyate tasmāducyate'jā ekaiva tasmāducyata ekā tasmāducyate naikā ta evocyate'jñeyānantālakṣyājaikā naiketi – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „der achte und der dritte conjoint. Die Luft, mit Narayana vereint. Und mit der Lippe; Stimme, die neun-Buchstaben;. Der Brief wird die Erhabenen erfreuen.“.
17. Vers Devi Upanishad
mantrāṇāṃ mātṛkā devī śabdānāṃ jñānarūpiṇī |
jñānānāṃ cinmayātītā śūnyānāṃ śūnyasākṣiṇī || 17 ||
Weil selbst Brahma und die anderen ihr Wesen nicht erkennen, heißt sie die Unerkennbare; weil sie kein Ende hat, die Unendliche; weil sie nicht ergriffen werden kann, die Unfassbare; weil ihre Geburt nicht wahrgenommen wird, die Ungeborene. Weil sie allein überall besteht, heißt sie die Eine; weil sie als das ganze All erscheint, auch die Viele. Sie ist die Mutter der Mantras, die Erkenntnisgestalt der Worte, jenseits aller Erkenntnis und Zeugin selbst der Leere.
Wort-für-Wort-Erläuterung: devī – die Göttin; mantrāṇāṃ mātṛkā śabdānāṃ jñānarūpiṇī jñānānāṃ cinmayātītā śūnyānāṃ śūnyasākṣiṇī – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Weil selbst Brahma und die anderen ihr Wesen nicht erkennen, heißt sie die Unerkennbare; weil sie kein Ende hat, die Unendliche; weil sie nicht ergriffen werden kann, die Unfassbare; weil ihre Geburt nicht wahrgenommen …“.
18. Vers Devi Upanishad
yasyāḥ parataraṃ nāsti saiṣā durgā prakīrtitā |
[durgātsaṃtrāyate yasmāddevī durgeti kathyate || 18 ||
Da es nichts Höheres als sie gibt und sie aus jeder schwierigen Lage hinüberrettet, wird diese Göttin als Durga gepriesen.
Wort-für-Wort-Erläuterung: nāsti – ist nicht; existiert nicht; kathyate – wird bezeichnet; yasyāḥ parataraṃ saiṣā durgā prakīrtitā durgātsaṃtrāyate yasmāddevī durgeti – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Da es nichts Höheres als sie gibt und sie aus jeder schwierigen Lage hinüberrettet, wird diese Göttin als Durga gepriesen.“.
Textabschnitt 10 Devi Upanishad
prapadye śaraṇaṃ devīṃ duṃdurge duritaṃ hara ||]
tāṃ durgāṃ durgamāṃ devīṃ durācāravighātinīm |
Brahma und andere kennen ihre Essenz nicht; so wird sie das Unerkennbare genannt. Sie hat kein Ende; so wird sie das Unendliche genannt.
Wort-für-Wort-Erläuterung: prapadye śaraṇaṃ devīṃ duṃdurge duritaṃ hara tāṃ durgāṃ durgamāṃ durācāravighātinīm – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Brahma und andere kennen ihre Essenz nicht; so wird sie das Unerkennbare genannt. Sie hat kein Ende; so wird sie das Unendliche genannt.“.
19. Vers Devi Upanishad
namāmi bhavabhīto'haṃ saṃsārārṇavatāriṇīm || 19 ||
Ich nehme Zuflucht zur Göttin: „Dum Durge, nimm das Unheil fort!“ Vor jener schwer zugänglichen Durga, die schlechte Lebensführung überwindet, verneige ich mich aus Furcht vor dem Werden; sie trägt über den Ozean des Samsara.
Wort-für-Wort-Erläuterung: namāmi – ich verneige mich; bhavabhīto'haṃ saṃsārārṇavatāriṇīm – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Ich nehme Zuflucht zur Göttin: „Dum Durge, nimm das Unheil fort!“ Vor jener schwer zugänglichen Durga, die schlechte Lebensführung überwindet, verneige ich mich aus Furcht vor dem Werden; sie trägt über den Ozean des …“.
Textabschnitt 11 Devi Upanishad
idamatharvaśīrṣaṃ yo'dhīte
pañcātharvaśīrṣajapaphalamavāpnoti |
idamatharvaśīrṣaṃ jñātvā yo'rcāṃ sthāpayati |
Aus diesen Gründen wird sie das Unerkennbare, das Unendliche, das Unbegreifliche, das Unbekannte, das Eine und das Viele genannt. Die Göttin ist die Quelle aller Mantras: Von allen Worten ist das Wissen ihre Form. Ihre bewusste Form transzendiert alle Wahrnehmung; Sie ist die Zeugin aller Leere.
Wort-für-Wort-Erläuterung: jñātvā – erkannt habend; idamatharvaśīrṣaṃ yo'dhīte pañcātharvaśīrṣajapaphalamavāpnoti yo'rcāṃ sthāpayati – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Aus diesen Gründen wird sie das Unerkennbare, das Unendliche, das Unbegreifliche, das Unbekannte, das Eine und das Viele genannt. Die Göttin ist die Quelle aller Mantras: Von allen Worten ist das Wissen ihre Form. Ihre …“.
20. Vers Devi Upanishad
śatalakṣaṃ prajaptvāpi so'rcāsiddhiṃ ca vindati |
śatamaṣṭottaraṃ cāsyāḥ puraścaryāvidhiḥ smṛtaḥ || 20 ||
Wer dieses Atharvashirsha studiert, erlangt die Frucht der fünffachen Atharvashirsha-Rezitation. Wer nach seiner Erkenntnis ein Bildnis aufstellt und das Mantra hunderttausendfach wiederholt, erlangt Vollendung in der Verehrung; hundertacht Wiederholungen gelten als vorbereitende Observanz.
Wort-für-Wort-Erläuterung: ca – und; smṛtaḥ – gilt als, wird überliefert; śatalakṣaṃ prajaptvāpi so'rcāsiddhiṃ vindati śatamaṣṭottaraṃ cāsyāḥ puraścaryāvidhiḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer dieses Atharvashirsha studiert, erlangt die Frucht der fünffachen Atharvashirsha-Rezitation. Wer nach seiner Erkenntnis ein Bildnis aufstellt und das Mantra hunderttausendfach wiederholt, erlangt Vollendung in der …“.
21. Vers Devi Upanishad
daśavāraṃ paṭhedyastu sadyaḥ pāpaiḥ pramucyate | mahādurgāṇi
tarati mahādevyāḥ prasādataḥ || 21 ||
Wer es zehnmal rezitiert, wird sogleich von Verfehlungen frei. Durch die Gnade der großen Göttin überwindet er große Gefahren.
Wort-für-Wort-Erläuterung: pāpaiḥ – durch Sünden; pramucyate – wird vollständig befreit; prasādataḥ – gnädig; daśavāraṃ paṭhedyastu sadyaḥ mahādurgāṇi tarati mahādevyāḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wer es zehnmal rezitiert, wird sogleich von Verfehlungen frei. Durch die Gnade der großen Göttin überwindet er große Gefahren.“.
Textabschnitt 12 Devi Upanishad
prātaradhīyāno rātrikṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
sāyamadhīyāno divasakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
tatsāyaṃ prātaḥ prayuñjānaḥ pāpo'pāpo bhavati |
niśīthe
Von diesem Vidya sind zehn Millionen Gesänge weniger als die Frucht des Gottesdienstes. Achthundert Rezitationen davon Machen Sie aber dieses Ritus Einweihung. Wer liest es nur zehnmal, Er wird sofort von von von den Verfehlungen befreit; Durch die Gnade der großen Göttin, Tides er über Hindernisse groß.
Wort-für-Wort-Erläuterung: prātaḥ – am Morgen; bhavati – wird; ist; prātaradhīyāno rātrikṛtaṃ pāpaṃ nāśayati sāyamadhīyāno divasakṛtaṃ tatsāyaṃ prayuñjānaḥ pāpo'pāpo niśīthe – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Von diesem Vidya sind zehn Millionen Gesänge weniger als die Frucht des Gottesdienstes. Achthundert Rezitationen davon Machen Sie aber dieses Ritus Einweihung. Wer liest es nur zehnmal, Er wird sofort von von von den …“.
Textabschnitt 13 Devi Upanishad
turīyasandhyāyāṃ japtvā vāksiddhirbhavati |
nūtanapratimāyāṃ japtvā devatāsāṃnidhyaṃ bhavati |
prāṇapratiṣṭhāyāṃ japtvā prāṇānāṃ pratiṣṭhā bhavati |
Wenn man es am Morgen liest, zerstört man die Verfehlungen der Nacht; wenn man es am Abend liest, zerstört man die Verfehlungen, die am Tag begangen werden. So wird der Sünder sowohl am Abend als auch am Morgen sündenlos. Wenn man es auch um Mitternacht liest, die vierte "Kreuzung", ergibt sich Perfektion der Sprache.
Wort-für-Wort-Erläuterung: bhavati – wird; ist; turīyasandhyāyāṃ japtvā vāksiddhirbhavati nūtanapratimāyāṃ devatāsāṃnidhyaṃ prāṇapratiṣṭhāyāṃ prāṇānāṃ pratiṣṭhā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Wenn man es am Morgen liest, zerstört man die Verfehlungen der Nacht; wenn man es am Abend liest, zerstört man die Verfehlungen, die am Tag begangen werden. So wird der Sünder sowohl am Abend als auch am Morgen …“.
22. Vers Devi Upanishad
bhaumāśvinyāṃ mahādevī saṃnidhau japtvā mahāmṛtyuṃ tarati
| ya evaṃ vedetyupaniṣat || 22 ||
Morgendliches Studium beseitigt die Verfehlungen der Nacht, abendliches die des Tages; durch Anwendung morgens und abends wird der Fehlende frei von Verfehlung. Mitternächtliche Rezitation schenkt Vollkommenheit der Rede; bei einem neuen Bildnis ruft sie die Gegenwart der Gottheit hervor, bei der Prana-Pratishtha festigt sie die Lebenskräfte. Wer sie unter einer glückverheißenden Konstellation in der Gegenwart der großen Göttin rezitiert, überwindet den großen Tod. Wer dies erkennt – so lautet die Upanishad.
Wort-für-Wort-Erläuterung: evaṃ – so, auf diese Weise; bhaumāśvinyāṃ mahādevī saṃnidhau japtvā mahāmṛtyuṃ tarati ya vedetyupaniṣat – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Morgendliches Studium beseitigt die Verfehlungen der Nacht, abendliches die des Tages; durch Anwendung morgens und abends wird der Fehlende frei von Verfehlung. Mitternächtliche Rezitation schenkt Vollkommenheit der …“.
Textabschnitt 14 Devi Upanishad
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi-
rvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); bhadraṃ – Heilvolles; Gutes; karṇebhiḥ – mit den Ohren; śṛṇuyāma – mögen wir hören; devā paśyemākṣabhiryajatrāḥ sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi rvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von …“.
Textabschnitt 15 Devi Upanishad
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Wort-für-Wort-Erläuterung: svasti – Heil; Wohlergehen; na – nicht; oṃ – Om, die heilige Silbe (Om); śāntiḥ – Frieden; indro vṛddhaśravāḥ naḥ pūṣā viśvavedāḥ nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ no bṛhaspatirdadhātu – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von …“.
Schlussformel der Devi Upanishad
|| iti śrīdevyupaniṣatsamāptā ||
Hier endet die Devi Upanishad, die in der Atharva-Veda enthalten ist.
Wort-für-Wort-Erläuterung: iti – so; damit; Abschluss einer Aussage; śrīdevyupaniṣatsamāptā – zusammenhängende Sandhi- und Kompositumgruppe; im Satz: „Hier endet die Devi Upanishad, die in der Atharva-Veda enthalten ist.“.
Devi Upanishad: Datierung, Inhalt und Bedeutung
Name, Einordnung und Überlieferung
Der Name bezeichnet die Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten. Als Shakta Upanishad verbindet die Schrift upanishadische Befreiungssprache mit Begriffen, Bildern und Praktiken ihrer besonderen Tradition. Die Zuordnung zum Atharvaveda beruht vor allem auf dem Muktika-Kanon und den Kolophonen der späteren Sammlungen; sie bedeutet nicht zwingend, dass der gesamte Text schon zur ältesten Schicht dieses Veda gehörte.
Die Überlieferung ist handschriftlich. Abschnitts- und Verszahlen können deshalb zwischen Ausgaben abweichen, besonders bei Prosateilen, Schlussformeln und eingeschobenen Mantras. Diese Ausgabe gibt den benutzten Text vollständig wieder und gliedert lange Prosa für Übersetzung und Worterklärung in redaktionelle Sinnabschnitte. Solche Zwischenüberschriften sind keine vorgetäuschten alten Verszahlen.
Datierung
Die Schrift ist eine jüngere, wahrscheinlich mittelalterliche Upanishad. Ihre Verbindung von vedischer Autorität, Mantra und tantrischer Symbolik spricht für eine Entstehung im ersten oder frühen zweiten Jahrtausend n. Chr.; eine genaue Jahreszahl lässt sich aus der Handschriftenlage nicht gewinnen. Datierungen von Neben-Upanishaden sind grundsätzlich Näherungen: Ein alter Lehrgedanke, die erhaltene sprachliche Fassung und der Zeitpunkt der Aufnahme in eine Sammlung können verschiedenen Epochen angehören.
Aufbau und Inhalt
Der Text entfaltet Selbstverkündigung der Devi; Einheit von Prakriti und Bewusstsein; Devi-Mantra, Schutz und Befreiung. Seine Bewegung führt von sichtbaren Formen, kosmologischen Zuordnungen oder Regeln immer wieder zur Frage nach dem tragenden Bewusstsein. Selbst dort, wo Ritual, Gottheit oder Mantra im Vordergrund stehen, zielt die upanishadische Deutung auf eine Umwandlung des Erkennenden.
Für die Lektüre ist es hilfreich, drei Ebenen auseinanderzuhalten: Erstens die wörtliche historische Vorschrift oder Erzählung, zweitens ihre symbolische und meditative Bedeutung und drittens die philosophische Aussage über Atman, Brahman und Befreiung. Nicht jede Passage beansprucht auf allen drei Ebenen dieselbe Art von Wahrheit.
Philosophische Kernlehre
Die zentrale Perspektive lautet: die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten. Die wechselnden Erfahrungen, Namen und Formen sind nicht das letzte Maß des Menschen. Freiheit entsteht, wenn Identifikation, Unwissenheit und zwanghafte Anhaftung durch klare Erkenntnis, Sammlung und eine gereifte Lebensführung durchschaut werden.
Diese Lehre darf nicht als bloße Behauptung „Alles ist eins“ missverstanden werden. Die Upanishaden verbinden Einsicht mit Disziplin: Der Geist soll wahrhaftig, ruhig und fein werden. Erst dann wird Nichtdualität zu gelebter Freiheit statt zu einem abstrakten Gedanken.

Beziehungen zu anderen Schriften
Thematisch steht die Devi Upanishad besonders neben Tripuratapini Upanishad, Tripura Upanishad, Bhavana Upanishad, Saubhagyalakshmi Upanishad, Sarasvati Rahasya Upanishad, Bahvricha Upanishad, Sita Upanishad. Gemeinsame Motive können wörtliche Übernahmen, geteilte mündliche Traditionen oder spätere Neuinterpretationen älterer Verse anzeigen. Ähnlichkeit allein beweist jedoch keine eindeutige chronologische Abhängigkeit.
Die Bhagavad Gita verbindet ebenfalls Erkenntnis, Hingabe und Handeln; das Yoga Sutra beschreibt die Sammlung des Geistes mit einer anderen systematischen Sprache. Ein Vergleich macht sichtbar, was allen Wegen gemeinsam ist und wo die Devi Upanishad einen eigenen Akzent setzt.
Bedeutung für die Tradition
Für die zugehörige Tradition legitimiert die Schrift Praxis nicht nur durch Vorschrift, sondern durch eine Sicht des Menschen und des Kosmos. Die im Text behandelten Themen – Selbstverkündigung der Devi; Einheit von Prakriti und Bewusstsein; Devi-Mantra, Schutz und Befreiung – erhalten dabei einen gemeinsamen inneren Bezug. Ritual und Symbol gewinnen ihren tiefsten Sinn, wenn sie Erinnerung, Sammlung, Selbsthingabe und Erkenntnis fördern.
Historisch war die Unterweisung häufig in eine Guru-Schüler-Beziehung eingebettet. Das gilt besonders für Bija-Mantras, Nyasa, Gelübde, intensive Atemmethoden oder weitreichende Formen der Entsagung. Die schriftliche Überlieferung bewahrt die Lehre; sie ersetzt nicht in jedem Fall die persönliche Anleitung.
Bedeutung für heutige Yoga Aspiranten
Der moderne Yoga Aspirant kann die Schrift fruchtbar lesen, ohne jedes vormoderne Weltbild wörtlich übernehmen zu müssen. Er kann fragen: Welche Form von Unwissenheit wird hier beschrieben? Welche Haltung reinigt den Geist? Wie werden Körper, Atem, Gefühl, Denken und Bewusstsein miteinander verbunden? Und woran zeigt sich Befreiung im Umgang mit anderen Menschen?
Praktisch bedeutet dies: kurze Passagen regelmäßig studieren, zentrale Begriffe nachschlagen, die Lehre in stiller Meditation prüfen und ihre ethische Wirkung beobachten. Wachsende Geduld, Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Freiheit von zwanghaftem Begehren sind verlässlichere Zeichen als Visionen, Titel oder außergewöhnliche Erlebnisse.
Bedeutung für Yogalehrer und spirituelle Begleiter
Für Yogalehrer ist die Devi Upanishad eine Erinnerung an sorgfältige Kontextualisierung. Ein Lehrer sollte zwischen Textaussage, traditioneller Kommentierung, persönlicher Erfahrung und überprüfbaren körperlichen Wirkungen unterscheiden. Er sollte schwierige soziale, medizinische oder sektarische Aussagen weder verschweigen noch unkritisch bestätigen.
Ein verantwortlicher Lehrer führt nicht in Abhängigkeit. Er hilft Lernenden, Schrift, Vernunft, Gewissen und eigene Erfahrung miteinander ins Gespräch zu bringen. Wo Übungen Risiken bergen oder eine Einweihung voraussetzen, gehören klare Grenzen zur spirituellen Redlichkeit.
Bleibende Botschaft
Die bleibende Einladung der Devi Upanishad besteht in der vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Kernanliegen: die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten. Formen können verschieden sein; das Ziel ist eine Freiheit, die den ganzen Menschen verwandelt. Erkenntnis wird dann lebendig, wenn sie das Herz weitet, den Geist klärt und das tägliche Handeln wahrhaftiger macht.
Devi Upanishad – vollständiger Text in Devanagari
॥ अथ देव्युपनिषत् ॥
अथर्ववेदीय शाक्तोपनिषत् ॥
श्रीदेव्युपनिषद्विद्यावेद्यापारसुखाकृति ।
त्रैपदं ब्रह्मचैतन्यं रामचन्द्रपदं भजे ॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवाः
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभि-
व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः
स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दध्हातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
हरिः ॐ ॥ सर्वे वै देवा देवीमुपतस्थुः । कासि त्वं महादेवि ।
साब्रवीदहं ब्रह्मस्वरूपिणी । मत्तः प्रकृतिपुरुषात्मकं
जगच्छून्यं चाशून्यं च ।
अहमानन्दानानन्दाः विज्ञानाविज्ञाने अहम् । ब्रह्मा ब्रह्मणि
वेदितव्ये । इत्याहाथर्वणि श्रुतिः ॥ १॥
अहं पञ्चभूतान्यपञ्चभूतानि । अहमखिलं जगत् ।
वेदोऽहमवेदोऽहम् । विद्याहमविद्याहम् । अजाहमनजाहम् ।
अधश्चोर्ध्वं च तिर्यक्चाहम् ।
अहं रुद्रेभिर्वसुभिश्चराम्यहमादित्यैरुत विश्वदेवैः ।
अहं मित्रावरुणावुभौ बिभर्म्यहमिन्द्राग्नी अहमश्विनावुभौ ।
अहं सोमं त्वष्टारं पूषणं भगं दधाम्यहम् ।
विष्णुमुरुक्रमं ब्रह्माणमुत प्रजापतिं दधामि । अहं
दधामि द्रविणं हविष्मते सुप्राव्ये ३ यजमानाय सुन्वते ॥ २॥
अहं राष्ट्री सङ्गमनी वसूनामहं सुवे पितरमस्य
मूर्धन्मम योनिरप्स्वन्तः समुद्रे । य एवं वेद स
देवीपदमाप्नोति । ते देवा अब्रुवन् ।
नमो देव्यै महादेव्यै शिवायै सततं नमः ।
नमः प्रकृत्यै भद्रायै नियताः प्रणताः स्म ताम् ॥ ३॥
तामग्निवर्णां तपसा ज्वलन्तीं वैरोचनीं कर्मफलेषु जुष्टाम् ।
दुर्गां देवीं शरणमहं प्रपद्ये सुतरां नाशयते तमः ॥ ४॥
देवीं वाचमजनयन्त देवास्तां विश्वरूपाः पशवो वदन्ति
। सा नो मन्द्रेशमूर्जं दुहाना धेनुर्वागस्मानुपसुष्टुतैतु ॥ ५॥
कालरात्रिं ब्रह्मस्तुतां वैष्णवीं स्कन्दमातरम् ।
सरस्वतीमदितिं दक्षदुहितरं नमामः पावनां शिवाम् ॥ ६॥
महालक्ष्मीश्च विद्महे सर्वसिद्धिश्च धीमहि ।
तन्नो देवी प्रचोदयात् ॥ ७॥
अदितिर्ह्यजनिष्ट दक्ष या दुहिता तव । तां देवा
अन्वजायन्त भद्रा अमृतबन्धवः ॥ ८॥
कामो योनिः कामकला वज्रपाणिर्गुहा हसा ।
मातरिश्वाभ्रमिन्द्रः पुनर्गुहा सकला मायया च
पुनः कोशा विश्वमाता दिवि द्योम् ॥ ९॥
एषात्मशक्तिः । एषा विश्वमोहिनी
पाशाङ्कुशधनुर्बाणधरा । एषा श्रीमहाविद्या ।
य एवं वेद स शोकं तरति ।
नमस्ते अस्तु भगवति भवति मातरस्मान्पातु सर्वतः ।
सैषाष्टौ वसवः । सैषैकादश रुद्राः । सैषा
द्वादशादित्याः । सैषा विश्वेदेवाः
सोमपा असोमपाश्च । सैषा यातुधानु असुरा रक्षांसि
पिशाचयक्षाः सिद्धाः ।
सैषा सत्त्वरजस्तमांसि । सैषा प्रजापतीन्द्रमनवः ।
सैषा ग्रहा नक्षत्रज्योतींषि
कलाकाष्ठादिकालरूपिणी । तामहं प्रणौमि नित्यम् ।
तापापहारिणीं देवीं भुक्तिमुक्तिप्रदायिनीम् ।
अनन्तां विजयां शुद्धां शरण्यां शिवदां शिवाम् ॥ १०॥
वियदाकारसंयुक्तं वीतिहोत्रसमन्वितम् । अर्धेन्दुलसितं
देव्या बीजं सर्वार्थसाधकम् ॥ ११॥
एवमेकाक्षरं मन्त्रं यतयः शुद्धचेतसः ।
ध्यायन्ति परमानन्दमया ज्ञानाम्बुराशयः ॥ १२॥
वाङ्मया ब्रह्मभूतस्मात्षष्ठं वक्त्रसमन्वितम् । सूर्यो
वामश्रोत्रबिन्दुः संयुताष्टकतृतीयकः ॥ १३॥
नारायणेन संयुक्तो वायुश्चाधरसंयुतः । विच्चे
नवार्णकोऽर्णः स्यान्महदानन्ददायकः ॥ १४॥
हृत्पुण्डरीकमध्यस्थां प्रातःसूर्यसमप्रभाम् ।
पाशाङ्कुशधरां सौम्यां वरदाभयहस्तकाम् ।
त्रिनेत्रां रक्तवसनां भक्तकामदुघां भजे ॥ १५॥
नमामि त्वामहं देवीं महाभयविनाशिनीम् ।
महादुर्गप्रशमनीं महाकारुण्यरूपिणीम् ॥ १६॥
यस्याः स्वरूपं ब्रह्मादयो न जानन्ति तस्मादुच्यतेऽज्ञेया ।
यस्या अन्तो न विद्यते तस्मादुच्यतेऽनन्ता ।
यस्या ग्रहणं नोपलभ्यते तस्मादुच्यतेऽलक्ष्या । यस्या
जननं नोपलभ्यते तस्मादुच्यतेऽजा ।
एकैव सर्वत्र वर्तते तस्मादुच्यत एका । एकैव विश्वरूपिणी
तस्मादुच्यते नैका ऽत एवोच्यतेऽज्ञेयानन्तालक्ष्याजैका नैकेति ।
मन्त्राणां मातृका देवी शब्दानां ज्ञानरूपिणी ।
ज्ञानानां चिन्मयातीता शून्यानां शून्यसाक्षिणी ॥ १७॥
यस्याः परतरं नास्ति सैषा दुर्गा प्रकीर्तिता ।
[दुर्गात्संत्रायते यस्माद्देवी दुर्गेति कथ्यते ॥ १८॥
प्रपद्ये शरणं देवीं दुंदुर्गे दुरितं हर ॥]
तां दुर्गां दुर्गमां देवीं दुराचारविघातिनीम् ।
नमामि भवभीतोऽहं संसारार्णवतारिणीम् ॥ १९॥
इदमथर्वशीर्षं योऽधीते
पञ्चाथर्वशीर्षजपफलमवाप्नोति ।
इदमथर्वशीर्षं ज्ञात्वा योऽर्चां स्थापयति ।
शतलक्षं प्रजप्त्वापि सोऽर्चासिद्धिं च विन्दति ।
शतमष्टोत्तरं चास्याः पुरश्चर्याविधिः स्मृतः ॥ २०॥
दशवारं पठेद्यस्तु सद्यः पापैः प्रमुच्यते । महादुर्गाणि
तरति महादेव्याः प्रसादतः ॥ २१॥
प्रातरधीयानो रात्रिकृतं पापं नाशयति ।
सायमधीयानो दिवसकृतं पापं नाशयति ।
तत्सायं प्रातः प्रयुञ्जानः पापोऽपापो भवति । निशीथे
तुरीयसन्ध्यायां जप्त्वा वाक्सिद्धिर्भवति ।
नूतनप्रतिमायां जप्त्वा देवतासांनिध्यं भवति ।
प्राणप्रतिष्ठायां जप्त्वा प्राणानां प्रतिष्ठा भवति ।
भौमाश्विन्यां महादेवी संनिधौ जप्त्वा महामृत्युं तरति
। य एवं वेदेत्युपनिषत् ॥ २२॥
ॐ भद्रं कर्णेभिः शृणुयाम देवा
भद्रं पश्येमाक्षभिर्यजत्राः ।
स्थिरैरङ्गैस्तुष्टुवाꣳसस्तनूभि-
र्व्यशेम देवहितं यदायुः ॥
स्वस्ति न इन्द्रो वृद्धश्रवाः
स्वस्ति नः पूषा विश्ववेदाः ।
स्वस्ति नस्तार्क्ष्यो अरिष्टनेमिः
स्वस्ति नो बृहस्पतिर्दधातु ॥
ॐ शान्तिः शान्तिः शान्तिः ॥
॥ इति श्रीदेव्युपनिषत्समाप्ता ॥
Devi Upanishad – vollständiger Text in IAST
|| atha devyupaniṣat ||
atharvavedīya śāktopaniṣat ||
śrīdevyupaniṣadvidyāvedyāpārasukhākṛti |
traipadaṃ brahmacaitanyaṃ rāmacandrapadaṃ bhaje ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devāḥ
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi-
vyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
hariḥ oṃ || sarve vai devā devīmupatasthuḥ | kāsi tvaṃ mahādevi |
sābravīdahaṃ brahmasvarūpiṇī | mattaḥ prakṛtipuruṣātmakaṃ
jagacchūnyaṃ cāśūnyaṃ ca |
ahamānandānānandāḥ vijñānāvijñāne aham | brahmā brahmaṇi
veditavye | ityāhātharvaṇi śrutiḥ || 1 ||
ahaṃ pañcabhūtānyapañcabhūtāni | ahamakhilaṃ jagat |
vedo'hamavedo'ham | vidyāhamavidyāham | ajāhamanajāham |
adhaścordhvaṃ ca tiryakcāham |
ahaṃ rudrebhirvasubhiścarāmyahamādityairuta viśvadevaiḥ |
ahaṃ mitrāvaruṇāvubhau bibharmyahamindrāgnī ahamaśvināvubhau |
ahaṃ somaṃ tvaṣṭāraṃ pūṣaṇaṃ bhagaṃ dadhāmyaham |
viṣṇumurukramaṃ brahmāṇamuta prajāpatiṃ dadhāmi | ahaṃ
dadhāmi draviṇaṃ haviṣmate suprāvye 3 yajamānāya sunvate || 2 ||
ahaṃ rāṣṭrī saṅgamanī vasūnāmahaṃ suve pitaramasya
mūrdhanmama yonirapsvantaḥ samudre | ya evaṃ veda sa
devīpadamāpnoti | te devā abruvan |
namo devyai mahādevyai śivāyai satataṃ namaḥ |
namaḥ prakṛtyai bhadrāyai niyatāḥ praṇatāḥ sma tām || 3 ||
tāmagnivarṇāṃ tapasā jvalantīṃ vairocanīṃ karmaphaleṣu juṣṭām |
durgāṃ devīṃ śaraṇamahaṃ prapadye sutarāṃ nāśayate tamaḥ || 4 ||
devīṃ vācamajanayanta devāstāṃ viśvarūpāḥ paśavo vadanti
| sā no mandreśamūrjaṃ duhānā dhenurvāgasmānupasuṣṭutaitu || 5 ||
kālarātriṃ brahmastutāṃ vaiṣṇavīṃ skandamātaram |
sarasvatīmaditiṃ dakṣaduhitaraṃ namāmaḥ pāvanāṃ śivām || 6 ||
mahālakṣmīśca vidmahe sarvasiddhiśca dhīmahi |
tanno devī pracodayāt || 7 ||
aditirhyajaniṣṭa dakṣa yā duhitā tava | tāṃ devā
anvajāyanta bhadrā amṛtabandhavaḥ || 8 ||
kāmo yoniḥ kāmakalā vajrapāṇirguhā hasā |
mātariśvābhramindraḥ punarguhā sakalā māyayā ca
punaḥ kośā viśvamātā divi dyom || 9 ||
eṣātmaśaktiḥ | eṣā viśvamohinī
pāśāṅkuśadhanurbāṇadharā | eṣā śrīmahāvidyā |
ya evaṃ veda sa śokaṃ tarati |
namaste astu bhagavati bhavati mātarasmānpātu sarvataḥ |
saiṣāṣṭau vasavaḥ | saiṣaikādaśa rudrāḥ | saiṣā
dvādaśādityāḥ | saiṣā viśvedevāḥ
somapā asomapāśca | saiṣā yātudhānu asurā rakṣāṃsi
piśācayakṣāḥ siddhāḥ |
saiṣā sattvarajastamāṃsi | saiṣā prajāpatīndramanavaḥ |
saiṣā grahā nakṣatrajyotīṃṣi
kalākāṣṭhādikālarūpiṇī | tāmahaṃ praṇaumi nityam |
tāpāpahāriṇīṃ devīṃ bhuktimuktipradāyinīm |
anantāṃ vijayāṃ śuddhāṃ śaraṇyāṃ śivadāṃ śivām || 10 ||
viyadākārasaṃyuktaṃ vītihotrasamanvitam | ardhendulasitaṃ
devyā bījaṃ sarvārthasādhakam || 11 ||
evamekākṣaraṃ mantraṃ yatayaḥ śuddhacetasaḥ |
dhyāyanti paramānandamayā jñānāmburāśayaḥ || 12 ||
vāṅmayā brahmabhūtasmātṣaṣṭhaṃ vaktrasamanvitam | sūryo
vāmaśrotrabinduḥ saṃyutāṣṭakatṛtīyakaḥ || 13 ||
nārāyaṇena saṃyukto vāyuścādharasaṃyutaḥ | vicce
navārṇako'rṇaḥ syānmahadānandadāyakaḥ || 14 ||
hṛtpuṇḍarīkamadhyasthāṃ prātaḥsūryasamaprabhām |
pāśāṅkuśadharāṃ saumyāṃ varadābhayahastakām |
trinetrāṃ raktavasanāṃ bhaktakāmadughāṃ bhaje || 15 ||
namāmi tvāmahaṃ devīṃ mahābhayavināśinīm |
mahādurgapraśamanīṃ mahākāruṇyarūpiṇīm || 16 ||
yasyāḥ svarūpaṃ brahmādayo na jānanti tasmāducyate'jñeyā |
yasyā anto na vidyate tasmāducyate'nantā |
yasyā grahaṇaṃ nopalabhyate tasmāducyate'lakṣyā | yasyā
jananaṃ nopalabhyate tasmāducyate'jā |
ekaiva sarvatra vartate tasmāducyata ekā | ekaiva viśvarūpiṇī
tasmāducyate naikā 'ta evocyate'jñeyānantālakṣyājaikā naiketi |
mantrāṇāṃ mātṛkā devī śabdānāṃ jñānarūpiṇī |
jñānānāṃ cinmayātītā śūnyānāṃ śūnyasākṣiṇī || 17 ||
yasyāḥ parataraṃ nāsti saiṣā durgā prakīrtitā |
[durgātsaṃtrāyate yasmāddevī durgeti kathyate || 18 ||
prapadye śaraṇaṃ devīṃ duṃdurge duritaṃ hara ||]
tāṃ durgāṃ durgamāṃ devīṃ durācāravighātinīm |
namāmi bhavabhīto'haṃ saṃsārārṇavatāriṇīm || 19 ||
idamatharvaśīrṣaṃ yo'dhīte
pañcātharvaśīrṣajapaphalamavāpnoti |
idamatharvaśīrṣaṃ jñātvā yo'rcāṃ sthāpayati |
śatalakṣaṃ prajaptvāpi so'rcāsiddhiṃ ca vindati |
śatamaṣṭottaraṃ cāsyāḥ puraścaryāvidhiḥ smṛtaḥ || 20 ||
daśavāraṃ paṭhedyastu sadyaḥ pāpaiḥ pramucyate | mahādurgāṇi
tarati mahādevyāḥ prasādataḥ || 21 ||
prātaradhīyāno rātrikṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
sāyamadhīyāno divasakṛtaṃ pāpaṃ nāśayati |
tatsāyaṃ prātaḥ prayuñjānaḥ pāpo'pāpo bhavati | niśīthe
turīyasandhyāyāṃ japtvā vāksiddhirbhavati |
nūtanapratimāyāṃ japtvā devatāsāṃnidhyaṃ bhavati |
prāṇapratiṣṭhāyāṃ japtvā prāṇānāṃ pratiṣṭhā bhavati |
bhaumāśvinyāṃ mahādevī saṃnidhau japtvā mahāmṛtyuṃ tarati
| ya evaṃ vedetyupaniṣat || 22 ||
oṃ bhadraṃ karṇebhiḥ śṛṇuyāma devā
bhadraṃ paśyemākṣabhiryajatrāḥ |
sthirairaṅgaistuṣṭuvām̐sastanūbhi-
rvyaśema devahitaṃ yadāyuḥ ||
svasti na indro vṛddhaśravāḥ
svasti naḥ pūṣā viśvavedāḥ |
svasti nastārkṣyo ariṣṭanemiḥ
svasti no bṛhaspatirdadhātu ||
oṃ śāntiḥ śāntiḥ śāntiḥ ||
|| iti śrīdevyupaniṣatsamāptā ||
Devi Upanishad – vollständige gut verständliche deutsche Übersetzung
Eröffnungsvers der Devi Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Textabschnitt 2 der Devi Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Textabschnitt 3 der Devi Upanishad
Traditioneller Eröffnungsvers zur Verehrung der Lehre über die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten.
Shanti-Mantra der Devi Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Textabschnitt 1 Devi Upanishad
Alle Götter warteten auf die Göttin und fragten: "Große Göttin, wer bist du?" Sie antwortete: „Ich bin im Wesentlichen Brahman. Von Mir aus ist die Welt, die Prakriti und Purusha, die Leere und das Plenum umfasst, hervorgegangen.
1. Vers Devi Upanishad
Alle Götter traten zur Göttin und fragten: „Wer bist du, große Göttin?“ Sie antwortete: „Ich bin wesensgleich mit Brahman. Aus mir geht die Welt hervor, die aus Prakriti und Purusha besteht, die leer und nichtleer ist. Ich bin Freude und Nichtfreude, Erkenntnis und Nichterkenntnis. Ich bin das zu erkennende Brahman und auch das Nicht-Brahman“ – so verkündet es die atharvanische Offenbarung.
Textabschnitt 2 Devi Upanishad
Ich bin die fünf Elemente als auch das, was von ihnen verschieden ist. Ich bin die ganze Welt. Ich bin der Veda sowie das, was von ihm verschieden ist.
Textabschnitt 3 Devi Upanishad
Ich bin das Ungeborene; ich bin das Geborene. Ich bewege mich mit Rudras und Vasus, mit Adityas und Visvedevas. Mitra und Varuna, Indra und Agni, ich unterstütze, und die beiden Asvins.
2. Vers Devi Upanishad
Ich bin die fünf Elemente und auch das, was nicht die fünf Elemente ist. Ich bin die ganze Welt, der Veda und der Nicht-Veda, Wissen und Unwissenheit, das Ungeborene und das Geborene; ich bin unten, oben und quer durch alles. Ich bewege mich mit den Rudras, Vasus, Adityas und allen Göttern; ich trage Mitra und Varuna, Indra und Agni, die beiden Ashvins, Soma, Tvashtri, Pushan und Bhaga, den weit schreitenden Vishnu, Brahma und Prajapati. Dem Opfernden, der den Soma bereitet, gewähre ich Reichtum und Gelingen.
Textabschnitt 4 Devi Upanishad
Dem eifrigen Opferopfer, das Opfergabe anbietet und den Soma-Saft drückt, gewähre ich Reichtum; Ich bin der Staat, der Bringer des Reichtums. Über alles, stelle ich seinen Beschützer. Wer mein Wesen im Wasser des inneren Meeres kennt. Er ist der Wohnsitz der Göttin. Diese Götter sagten: Gruß an die Göttin, die große Göttin!
3. Vers Devi Upanishad
Ich bin die Herrscherin, die Güter zusammenführt; ich gebäre den Vater am Scheitel dieser Welt, mein Schoß liegt innen im kosmischen Meer. Wer dies erkennt, erlangt den Zustand der Göttin. Da sprachen die Götter: Verehrung der Devi, der großen Göttin, der Heilvollen; Verehrung der Prakriti, der Segensreichen – beständig verneigen wir uns vor ihr.
4. Vers Devi Upanishad
Zu ihr, die feuerfarben ist, durch Askese erstrahlt, in den Früchten der Handlungen wirkt, zu Durga, der Göttin, nehme ich Zuflucht. Möge sie uns sicher hinüberführen und die Finsternis vernichten.
5. Vers Devi Upanishad
Die Götter brachten die göttliche Rede hervor; alle Wesen sprechen sie in ihren vielfältigen Formen. Möge diese Rede wie eine milchspendende Kuh mit ihrem beglückenden Klang Nahrung und Kraft zu uns bringen.
6. Vers Devi Upanishad
Wir verneigen uns vor Kalaratri, die von Brahma gepriesen wird, vor der vaishnavischen Kraft, der Mutter Skandas, vor Sarasvati und Aditi, der Tochter Dakshas – vor der reinen und heilvollen Göttin.
7. Vers Devi Upanishad
Mögen wir Mahalakshmi erkennen; mögen wir über die Vollenderin aller Ziele meditieren. Möge diese Göttin unseren Geist erleuchten.
8. Vers Devi Upanishad
Aditi wurde geboren, o Daksha – sie, deine Tochter. Nach ihr wurden die glückverheißenden Götter geboren, die mit der Unsterblichkeit verbunden sind.
9. Vers Devi Upanishad
Kama, Yoni, Kamakala, Vajrapani, Guha, Hasa, Matarishvan, die Wolke, Indra und wiederum Guha, Sakala und Maya, sodann Kosha, die Mutter des Alls im Himmel: Diese Laut- und Namensfolge umschreibt das geheime Mantra der Göttin.
Textabschnitt 5 Devi Upanishad
Möge die Göttin uns inspirieren! Durch Dich, Dakshayani, wurde Aditi geboren. Sie ist deine Tochter, nachdem sie geboren wurde Die Götter verheißungsvoll.
Textabschnitt 6 Devi Upanishad
Freunde der Todeslosigkeit. Liebe, Gebärmutter, Teil der Liebe, der Träger des Blitzes Die Höhle, ha-sa, der Wind, die Wolke, Indra;. Wieder die Höhle, sa-ka-la mit Maya - So läuft die volle Urwissenschaft, die alle zeugt.
Textabschnitt 7 Devi Upanishad
Dies ist die Macht des Selbst, die alle bezaubert, bewaffnet mit der Schlinge, dem Haken, dem Bogen und dem Pfeil. Wer kennt also Gezeiten über den Kummer?
10. Vers Devi Upanishad
Sie ist die Kraft des Atman und diejenige, die das All bezaubert; sie trägt Schlinge, Haken, Bogen und Pfeile und ist die große heilige Weisheit. Wer dies erkennt, überwindet den Kummer. Verehrung dir, erhabene Mutter; beschütze uns von allen Seiten. Sie ist die acht Vasus, elf Rudras, zwölf Adityas und alle Götter; sie ist auch Dämonen, Geister und Siddhas, die drei Gunas, Prajapati, Indra und Manu, die Planeten, Sterne und Zeitglieder. Vor ihr verneige ich mich immer: der leidvertreibenden, Genuss und Befreiung gewährenden, unendlichen, siegreichen, reinen, schützenden und heilvollen Göttin.
11. Vers Devi Upanishad
Mit der Gestalt des Raumes verbunden, mit dem Feuer vereinigt und vom Halbmond geschmückt ist die Keimsilbe der Göttin, die alle Ziele verwirklicht.
12. Vers Devi Upanishad
Über dieses einsilbige Mantra meditieren die Entsagten mit reinem Geist; sie sind von höchster Glückseligkeit erfüllt und gleichen Ozeanen der Erkenntnis.
13. Vers Devi Upanishad
Aus der lautgestaltigen Kraft, die zu Brahman geworden ist, wird der sechste Laut mit dem Mundlaut verbunden; Sonne, linkes Ohr und Punkt bilden zusammen den dritten der acht Bestandteile.
14. Vers Devi Upanishad
Mit Narayana verbunden und mit dem unteren Luftlaut vereinigt entsteht die neunsilbige Vidya; sie schenkt große Glückseligkeit.
15. Vers Devi Upanishad
Ich verehre sie in der Mitte des Herzlotus, leuchtend wie die Morgensonne, Schlinge und Haken tragend, sanft, mit den Gesten des Segens und der Furchtlosigkeit, dreiäugig und rot gekleidet, die Wünsche ihrer Verehrer erfüllend.
16. Vers Devi Upanishad
Ich verneige mich vor dir, der Göttin, die große Furcht vernichtet, schwere Bedrängnis stillt und die Gestalt grenzenlosen Mitgefühls ist.
Textabschnitt 8 Devi Upanishad
geboren von Brahman; das sechste mit Gesicht ausgestattet; die Sonne; das linke Ohr wo. Der Punkt ist;
Textabschnitt 9 Devi Upanishad
der achte und der dritte conjoint. Die Luft, mit Narayana vereint. Und mit der Lippe; Stimme, die neun-Buchstaben;. Der Brief wird die Erhabenen erfreuen.
17. Vers Devi Upanishad
Weil selbst Brahma und die anderen ihr Wesen nicht erkennen, heißt sie die Unerkennbare; weil sie kein Ende hat, die Unendliche; weil sie nicht ergriffen werden kann, die Unfassbare; weil ihre Geburt nicht wahrgenommen wird, die Ungeborene. Weil sie allein überall besteht, heißt sie die Eine; weil sie als das ganze All erscheint, auch die Viele. Sie ist die Mutter der Mantras, die Erkenntnisgestalt der Worte, jenseits aller Erkenntnis und Zeugin selbst der Leere.
18. Vers Devi Upanishad
Da es nichts Höheres als sie gibt und sie aus jeder schwierigen Lage hinüberrettet, wird diese Göttin als Durga gepriesen.
Textabschnitt 10 Devi Upanishad
Brahma und andere kennen ihre Essenz nicht; so wird sie das Unerkennbare genannt. Sie hat kein Ende; so wird sie das Unendliche genannt.
19. Vers Devi Upanishad
Ich nehme Zuflucht zur Göttin: „Dum Durge, nimm das Unheil fort!“ Vor jener schwer zugänglichen Durga, die schlechte Lebensführung überwindet, verneige ich mich aus Furcht vor dem Werden; sie trägt über den Ozean des Samsara.
Textabschnitt 11 Devi Upanishad
Aus diesen Gründen wird sie das Unerkennbare, das Unendliche, das Unbegreifliche, das Unbekannte, das Eine und das Viele genannt. Die Göttin ist die Quelle aller Mantras: Von allen Worten ist das Wissen ihre Form. Ihre bewusste Form transzendiert alle Wahrnehmung; Sie ist die Zeugin aller Leere.
20. Vers Devi Upanishad
Wer dieses Atharvashirsha studiert, erlangt die Frucht der fünffachen Atharvashirsha-Rezitation. Wer nach seiner Erkenntnis ein Bildnis aufstellt und das Mantra hunderttausendfach wiederholt, erlangt Vollendung in der Verehrung; hundertacht Wiederholungen gelten als vorbereitende Observanz.
21. Vers Devi Upanishad
Wer es zehnmal rezitiert, wird sogleich von Verfehlungen frei. Durch die Gnade der großen Göttin überwindet er große Gefahren.
Textabschnitt 12 Devi Upanishad
Von diesem Vidya sind zehn Millionen Gesänge weniger als die Frucht des Gottesdienstes. Achthundert Rezitationen davon Machen Sie aber dieses Ritus Einweihung. Wer liest es nur zehnmal, Er wird sofort von von von den Verfehlungen befreit; Durch die Gnade der großen Göttin, Tides er über Hindernisse groß.
Textabschnitt 13 Devi Upanishad
Wenn man es am Morgen liest, zerstört man die Verfehlungen der Nacht; wenn man es am Abend liest, zerstört man die Verfehlungen, die am Tag begangen werden. So wird der Sünder sowohl am Abend als auch am Morgen sündenlos. Wenn man es auch um Mitternacht liest, die vierte "Kreuzung", ergibt sich Perfektion der Sprache.
22. Vers Devi Upanishad
Morgendliches Studium beseitigt die Verfehlungen der Nacht, abendliches die des Tages; durch Anwendung morgens und abends wird der Fehlende frei von Verfehlung. Mitternächtliche Rezitation schenkt Vollkommenheit der Rede; bei einem neuen Bildnis ruft sie die Gegenwart der Gottheit hervor, bei der Prana-Pratishtha festigt sie die Lebenskräfte. Wer sie unter einer glückverheißenden Konstellation in der Gegenwart der großen Göttin rezitiert, überwindet den großen Tod. Wer dies erkennt – so lautet die Upanishad.
Textabschnitt 14 Devi Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Textabschnitt 15 Devi Upanishad
Om. Ihr Götter, mögen wir mit unseren Ohren hören, was glückverheißend ist. Mögen wir mit unseren Augen sehen, was glückverheißend ist, ihr Verehrungswürdigen. Mögen wir, euch mit standhaftem Körper preisend, die von den Göttern bestimmte Lebensspanne vollenden. Möge Indra, der weithin Gerühmte, uns Gutes gewähren. Möge Pushan, der Allwissende, uns Gutes gewähren. Möge Tarkshya mit ungehindertem Lauf uns Gutes gewähren. Möge Brihaspati uns Gutes gewähren. Om. Frieden, Frieden, Frieden.
Schlussformel der Devi Upanishad
Hier endet die Devi Upanishad, die in der Atharva-Veda enthalten ist.
Die fünf wichtigsten Empfehlungen der Devi Upanishad für ernsthafte Aspiranten
1. Mache die zentrale Lehre zur täglichen Kontemplation.
Die Devi Upanishad richtet den Blick auf die Göttin als Brahman, Natur, Wissen und alle Gottheiten. Lies einen kurzen Abschnitt langsam, fasse ihn in einem eigenen Satz zusammen und bleibe danach einige Minuten in der Stille.
2. Ehre Shakti in Körper, Natur und Mitmenschen.
Die Göttin ist nicht nur ein Bild, sondern die lebendige Kraft des Bewusstseins. Eine solche Sicht verlangt Achtung vor dem Körper, vor der Erde und vor der Würde aller Menschen.
3. Verbinde Verehrung mit innerer Stille.
Lass Hymne, Puja oder Mantra in stiller Meditation ausklingen. Die Form weist auf das formlose Bewusstsein.
4. Übe Shri-Vidya-Methoden nur im passenden Rahmen.
Bija-Mantras, Nyasa und Chakra-Rituale sind keine beliebigen Selbstoptimierungstechniken. Für ihre vollständige Praxis sind Einweihung und sachkundige Begleitung wichtig.
5. Lass Fülle zu Großzügigkeit werden.
Spirituelles Glück zeigt sich nicht im Festhalten, sondern in Dankbarkeit, verantwortlichem Gebrauch von Kraft und freigebigem Handeln.
Literatur und Quellen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda. Leipzig 1905. Vergleichsübersetzung für die von Deussen aufgenommenen Texte.
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads. Madras 1914.
- T. R. Srinivasa Ayyangar und weitere Übersetzer: Ausgaben der Samanya-, Shaiva-, Shakta-, Vaishnava- und Sannyasa-Upanishaden auf Grundlage des Kommentars von Upanishad Brahma Yogin, Adyar Library.
- Patrick Olivelle: Saṃnyāsa Upaniṣads: Hindu Scriptures on Asceticism and Renunciation. Oxford University Press, 1992. Besonders relevant für die Sannyasa-Texte.
- Sanskrit Documents – elektronische Sanskritausgaben.
- Devi Upanishad – verwendete Devanagari-Textgrundlage
- 108 Upanishads – englische Vergleichsübersetzungen nach Veda-Gruppen
- Paul Deussen: Sechzig Upanishad's des Veda – Digitalisat
- K. Narayanasvami Aiyar: Thirty Minor Upanishads – Digitalisat
- Upanishaden – kostenloses Online-Buch von Swami Krishnananda
- Klassische Upanishaden – Die Weisheit des Yoga
Redaktioneller Hinweis: Die deutsche Fassung wurde für diesen Artikel neu formuliert und mit den genannten Vergleichsübersetzungen abgeglichen. Bei Komposita fasst die Wort-für-Wort-Erläuterung eng verbundene Wörter teilweise als Sinngruppe zusammen. Die Ausgabe ist eine Studien- und Lesefassung, keine neue kritische Sanskritedition.
Siehe auch
- Tripuratapini Upanishad, Tripura Upanishad, Bhavana Upanishad, Saubhagyalakshmi Upanishad, Sarasvati Rahasya Upanishad, Bahvricha Upanishad, Sita Upanishad
- Upanishaden
- Vedanta
- Jnana Yoga
- Meditation
- Moksha
- Guru
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