Papaji
Papaji (Devanagari: पापाजी; Umschrift: pāpājī) ist in einigen indischen Landesteilen eine freundliche, respektvolle Anrede für ältere Menschen, zum Teil auch für ältere spirituelle Menschen.

In manchen Teilen spricht man von Babaji, und Babaji heißt ehrwürdiger Vater, und in anderen Teilen spricht man von Papaji. Im engeren Sinne ist Papaji die Bezeichnung für einen großen Yogameister, einen Jnana Yogi, einen Vedantin, der den Menschen immer gesagt hat: „Frage, wer bin ich, erkenne dein Selbst und sei frei.“
Gemeint ist damit H. W. L. Poonja (Hari Wansh Lal Poonja, auch Poonjaji; 1910–1997), ein indischer Lehrer des Advaita Vedanta in der Tradition von Ramana Maharshi. Papaji wurde in den 1990er Jahren zu einem der einflussreichsten spirituellen Lehrer für Menschen aus dem Westen. In seinem Haus in Lucknow empfing er Tausende von Suchenden aus aller Welt, und viele seiner Schüler wurden später selbst zu bekannten Lehrern der Selbsterkenntnis. Damit steht Papaji am Anfang der sogenannten Satsang-Bewegung im Westen, die oft auch als Neo-Advaita bezeichnet wird.
Papaji auf einen Blick
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Wort | Papaji |
| Devanagari | पापाजी |
| Umschrift | pāpājī |
| Bedeutung | Liebevolle, respektvolle Anrede für ältere Menschen, etwa „lieber Vater“; ähnlich Babaji (बाबाजी, bābājī) |
| Bekanntester Träger | H. W. L. Poonja (Hari Wansh Lal Poonja), genannt Papaji oder Poonjaji |
| Lebensdaten | 13. Oktober 1910 im Punjab – 6. September 1997 in Lucknow |
| Guru | Ramana Maharshi, den er 1944 in Tiruvannamalai traf |
| Onkel | Swami Rama Tirtha, ein bekannter Vedanta-Lehrer, war der Bruder seiner Mutter |
| Tradition | Advaita Vedanta; Jnana Yoga; Selbsterforschung |
| Kernbotschaft | „Frage, wer bin ich, erkenne dein Selbst und sei frei.“ „Sei still.“ |
| Wirkungsort | Vor allem Lucknow, Uttar Pradesh |
| Bekannte Schüler | Gangaji, Mooji, Isaac Shapiro, Eli Jaxon-Bear, Catherine Ingram, Andrew Cohen, Madhukar, Pyar |
| Bedeutung | Wegbereiter der westlichen Satsang-Bewegung („Neo-Advaita“) |
Die Bedeutung des Wortes Papaji
Papa ist in vielen indischen Sprachen wie im Deutschen eine liebevolle Bezeichnung für den Vater. Die Nachsilbe -ji (जी) ist ein Zeichen von Respekt und Zuneigung, das an Namen und Anreden angehängt wird, etwa in Gandhiji oder Guruji. Papaji bedeutet also etwa „lieber, verehrter Vater“.
Besonders im Punjab und in Nordindien wird das Wort als herzliche, respektvolle Anrede für ältere Männer verwendet, für den eigenen Vater, für den Großvater oder für einen älteren Menschen, den man ehrt. In spirituellen Kreisen nennt man so auch einen älteren Lehrer, zu dem man eine liebevolle, vertraute Beziehung hat. In anderen Gegenden spricht man ähnlich von Babaji (बाबाजी), „ehrwürdiger Vater“.
Der Name zeigt eine Besonderheit der indischen Guru-Tradition: Die Beziehung zum Lehrer ist nicht nur eine sachliche Beziehung zwischen Lehrendem und Lernendem, sondern auch eine Beziehung der Herzlichkeit, wie in einer Familie.
Leben von H. W. L. Poonja
Kindheit und frühe Erfahrungen
Hari Wansh Lal Poonja wurde am 13. Oktober 1910 im Punjab geboren, im heutigen Pakistan. Er stammte aus einer frommen Brahmanen-Familie. Seine Mutter war die Schwester von Swami Rama Tirtha, einem der großen Vedanta-Lehrer um 1900, der auch in Amerika lehrte. Der Geist des Vedanta war in der Familie also schon lebendig.
Nach eigenen Erzählungen hatte Poonja bereits als etwa achtjähriger Junge ein tiefes Erlebnis von Frieden und Glückseligkeit, das mehrere Tage anhielt. Seine Mutter, eine große Verehrerin Krishnas, deutete es als Zeichen der Gnade und ermutigte ihn, Krishna zu verehren. Von da an wurde Krishna zum Mittelpunkt seines inneren Lebens. Er verehrte ihn mit großer Hingabe und hatte, nach seinen eigenen Berichten, immer wieder Visionen Krishnas.
Soldat und Gottsucher
Als junger Mann trat Poonja als Offizier in die britisch-indische Armee ein. Doch seine Sehnsucht, Gott zu sehen, war stärker als jede berufliche Laufbahn. Er verließ die Armee und suchte in ganz Indien nach einem Lehrer, der ihm Gott zeigen könnte. Viele Heilige und Gelehrte besuchte er, doch keiner konnte ihm diese Frage beantworten.
Die Begegnung mit Ramana Maharshi
Nach Papajis eigener Erzählung kam eines Tages ein wandernder Sadhu in sein Haus und gab ihm die Adresse eines Weisen in Tiruvannamalai in Südindien. 1944 reiste Poonja dorthin. Als er Ramana Maharshi sah, glaubte er, in ihm denselben Sadhu wiederzuerkennen, der ihn besucht hatte, obwohl Ramana Tiruvannamalai seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen hatte. Papaji deutete dies als geheimnisvolle Führung.[1]
Er fragte Ramana, ob er Gott gesehen habe und ob er ihm Gott zeigen könne. Ramana antwortete, Gott sei kein Gegenstand, den man sehen könne; er sei der Sehende selbst. Poonja war zunächst enttäuscht, denn er hatte ja Krishna in Visionen gesehen. Doch Ramanas Frage ließ ihn nicht los: Krishna erschien und verschwand wieder. Wer ist es, dem die Visionen erscheinen? Was bleibt, wenn eine Erscheinung vergeht?
Bei einem weiteren Aufenthalt in Tiruvannamalai erlebte Poonja in der Gegenwart Ramanas die Erfahrung, die er später als Erwachen zu seinem wahren Selbst beschrieb. Seine Liebe zu Krishna verschwand dadurch nicht, aber er erkannte, dass das Göttliche, das er außen gesucht hatte, sein eigenes innerstes Wesen ist. Ramana Maharshi blieb für ihn sein Leben lang der Guru, den er über alles verehrte.[2]
Familie, Beruf und die Jahre im Verborgenen
Nach der Teilung Indiens 1947 musste Poonjas Familie, wie Millionen andere, ihre Heimat im Punjab verlassen. Poonja sorgte dafür, dass seine Angehörigen nach Lucknow in Nordindien kommen konnten, und übernahm die Verantwortung für die große Familie. Viele Jahre arbeitete er in Südindien als Leiter von Bergbaubetrieben und lebte ein äußerlich unauffälliges Leben als Familienvater. Menschen, die ihn damals kannten, erlebten ihn als ruhigen, liebevollen Menschen; nur wenige ahnten etwas von seiner inneren Erfahrung.
Reisen und Lehrtätigkeit
Nachdem er in den Ruhestand gegangen war, reiste Poonja ab den späten 1960er Jahren mehrfach nach Europa und traf dort auch Suchende aus dem Westen. Die meiste Zeit aber lebte er in Lucknow. Ende der 1980er und vor allem in den 1990er Jahren kamen immer mehr Menschen aus dem Westen zu ihm, viele von ihnen nach Aufenthalten bei anderen indischen Lehrern. Sie nannten ihn liebevoll Papaji.
In seinem Haus und später in einer eigenen Halle in Lucknow hielt Papaji täglich Satsang, Zusammenkünfte, in denen er Fragen beantwortete, Geschichten erzählte, sang und vor allem immer wieder auf das Selbst hinwies. Manchmal waren Hunderte von Menschen aus aller Welt anwesend. Viele berichteten von tiefen Erfahrungen der Stille und Freiheit in seiner Gegenwart.
Tod
Papaji starb am 6. September 1997 in Lucknow im Alter von 86 Jahren.

Die Lehre Papajis
Frage: Wer bin ich?
Im Mittelpunkt von Papajis Lehre steht die Frage, die schon Ramana Maharshi gelehrt hatte: „Wer bin ich?“ (Atma Vichara, die Selbsterforschung). Der Mensch identifiziert sich mit seinem Körper, seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seiner Lebensgeschichte. Doch all das kommt und geht. Wer ist es, der all das wahrnimmt? Wenn man dieser Frage ernsthaft nachgeht, so Papaji, entdeckt man das Selbst: reines, grenzenloses Bewusstsein, das nie geboren wurde und nie stirbt. Dies ist, was im Vedanta als Atman und Brahman bezeichnet wird.
Sei still
Eine der bekanntesten Anweisungen Papajis lautete: „Sei still“ oder „Bleib ruhig“ (englisch Keep quiet). Damit griff er die Unterweisung Ramana Maharshis auf, der oft auf Tamil sagte Summa iru, „sei einfach still“. Gemeint ist nicht nur, den Mund zu halten, sondern den Geist nicht mehr nach außen wandern zu lassen, keine neuen Gedanken festzuhalten und im gegenwärtigen Bewusstsein zu ruhen.
Du bist schon frei
Papaji betonte immer wieder, dass Freiheit kein Ziel in der Zukunft ist, das man durch lange Übung erreichen müsste. Das Selbst ist immer schon da; man muss es nur erkennen. Anstrengung, Verlangen nach Erleuchtung und die Vorstellung, noch nicht frei zu sein, seien selbst Hindernisse. Deshalb forderte er seine Schüler oft auf, das Suchen aufzugeben und im Jetzt zu erkennen, wer sie sind. Einer seiner bekanntesten Aussprüche lautet sinngemäß: „Tu nichts, denke nichts, mache keine Anstrengung, und du wirst erkennen, dass du frei bist.“
Liebe und Hingabe
Obwohl Papaji ein Lehrer des Advaita war, blieb er zeitlebens ein Verehrer Krishnas und Ramanas. Er sang, erzählte Geschichten aus den heiligen Schriften und sprach mit großer Liebe von seinem Guru. Seine Lehre verband so die Erkenntnis der Einheit mit einer tiefen Herzlichkeit. Für viele seiner Schüler war seine Wärme und sein Humor ebenso wichtig wie seine Worte.
Die Erfahrung nicht festhalten müssen
Papajis eigene Geschichte, in der die Visionen Krishnas kamen und gingen, bis er sich dem Sehenden selbst zuwandte, kann eine hilfreiche Frage öffnen. Viele Menschen kennen die Sehnsucht, einen beglückenden Augenblick zurückzuholen: eine besonders stille Meditation, ein besonders inniges Gebet. Danach entsteht der Wunsch, dieselbe Erfahrung müsse wiederkommen, damit die Praxis gültig sei. Papajis Weg lädt ein zu fragen: Was nehmen wir gerade jetzt wahr, bevor wir den gegenwärtigen Moment mit dem vergangenen vergleichen? Die Frage leugnet den Wert schöner Erfahrungen nicht, lockert aber den Anspruch, das Wesentliche müsse immer in derselben Gestalt erscheinen.

Die Schüler Papajis
Papaji ermutigte viele seiner westlichen Schüler, selbst Satsang zu geben und die Botschaft der Selbsterkenntnis weiterzutragen. So entstand ein weites Netz von Lehrerinnen und Lehrern, die sich auf ihn berufen. Zu den bekanntesten gehören:
- Gangaji (Antoinette Roberson Varner), eine amerikanische Lehrerin, die Papaji 1990 traf und von ihm den Namen Gangaji erhielt. Sie gehört zu den bekanntesten Lehrerinnen in seiner Nachfolge.
- Mooji (Anthony Paul Moo-Young), ein aus Jamaika stammender Lehrer, der Papaji 1993 traf und heute mit dem Ashram Monte Sahaja in Portugal zu den weltweit bekanntesten Satsang-Lehrern gehört.
- Isaac Shapiro, ein australischer Lehrer, der seit den 1990er Jahren international Satsang gibt.
- Eli Jaxon-Bear, Ehemann von Gangaji, der das Buch Wake Up and Roar mit Gesprächen Papajis herausgab.
- Catherine Ingram, eine amerikanische Lehrerin und Autorin.
- Andrew Cohen, der als einer der ersten westlichen Schüler Papajis bekannt wurde, sich später aber von ihm trennte und eigene Wege ging.
- Madhukar und Pyar, die im deutschsprachigen Raum als Satsang-Lehrer bekannt wurden.
Außerdem trugen der Autor David Godman, der Papajis Leben in der dreibändigen Biografie Nothing Ever Happened ausführlich dokumentierte, und viele andere dazu bei, seine Lehre bekannt zu machen.
Papaji und die Satsang-Bewegung
Neo-Advaita und Neo-Vedanta
Durch Papaji und seine Schüler entstand ab den 1990er Jahren im Westen eine eigene Bewegung, die oft Satsang-Bewegung oder Neo-Advaita genannt wird. Kennzeichnend ist, dass Lehrerinnen und Lehrer, häufig aus dem Westen, in öffentlichen Veranstaltungen über das Erwachen zum Selbst sprechen, ohne dass die Teilnehmenden einer bestimmten Religion, einem Ashram oder einem traditionellen Übungsweg angehören müssen.
Der Begriff Neo-Advaita ist von Neo-Vedanta zu unterscheiden. Mit Neo-Vedanta bezeichnet die Religionswissenschaft meist die moderne Deutung des Vedanta durch Denker wie Swami Vivekananda oder Sarvepalli Radhakrishnan im 19. und 20. Jahrhundert. Neo-Advaita dagegen meint die westliche Satsang-Bewegung, die sich vor allem auf Ramana Maharshi, Papaji und teilweise Nisargadatta Maharaj beruft. Manche Lehrer der Neo-Advaita-Bewegung lehnen jede Form von Übung ab; Papaji selbst dagegen blieb in seiner Person fest in der Tradition von Ramana, Krishna-Verehrung und Satsang verwurzelt.
Einfluss
Kaum ein anderer indischer Lehrer hat die westliche Vorstellung von Selbsterkenntnis und Erleuchtung in den letzten Jahrzehnten so stark geprägt wie Papaji. Seine Botschaft, dass Freiheit hier und jetzt möglich ist, und die Form des Satsang als offenes Zusammenkommen haben Hunderttausende Menschen erreicht, auch solche, die mit Religion und Tradition wenig verbinden. Viele Menschen fanden durch die Satsang-Bewegung einen ersten Zugang zu den Lehren von Ramana Maharshi und des Vedanta.
Kritik aus Sicht der traditionellen Vedanta-Lehre
Neben aller Anerkennung gibt es auch Kritik an der Satsang-Bewegung, die sich auf Papaji beruft. Sie kommt vor allem von Lehrern des traditionellen Vedanta, wie er etwa in der Linie Shankaras gelehrt wird.
Vorbereitung und Qualifikation
Der traditionelle Vedanta betont, dass Selbsterkenntnis eine gründliche Vorbereitung erfordert. Shankara beschreibt vier Voraussetzungen (Sadhana Chatushtaya): Unterscheidungskraft (Viveka), Leidenschaftslosigkeit (Vairagya), sechs Tugenden wie Beherrschung des Geistes, Geduld und Glaube, und das brennende Verlangen nach Befreiung (Mumukshutva). Ohne diese Reife, so die Kritik, bleibe die Botschaft „Du bist schon frei“ eine bloße Idee oder führe zu einer oberflächlichen Selbsttäuschung.
Schriftstudium und der Weg der Erkenntnis
Im traditionellen Vedanta vollzieht sich Erkenntnis durch einen geordneten Weg: Shravana, das Hören der Lehre der Upanishaden, der Bhagavad Gita und der Brahma Sutras von einem qualifizierten Lehrer; Manana, das gründliche Nachdenken; und Nididhyasana, die Verinnerlichung durch Meditation. Kritiker wie Lehrer aus der Tradition von Swami Dayananda Saraswati bemängeln, dass in der Satsang-Bewegung dieser Weg oft übersprungen werde. Eine einzelne tiefe Erfahrung werde leicht mit der beständigen Erkenntnis des Selbst verwechselt; Erfahrungen kommen und gehen, die Erkenntnis des Selbst dagegen solle unerschütterlich sein.
Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang, dass auch Ramana Maharshi selbst Schriften empfahl, etwa das Kaivalya Navanitam von Tandavaraya Swami und die Ribhu Gita, und dass er von seinen Schülern ernsthafte Übung erwartete.
Lehrer ohne Ausbildung
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Weitergabe der Lehre. In der traditionellen Linie lernt ein Lehrer über viele Jahre bei seinem Guru, bevor er selbst lehrt. Papaji dagegen ermutigte manche Schüler schon nach kurzer Zeit, selbst Satsang zu geben. Kritiker sehen darin die Gefahr, dass Menschen als erleuchtete Lehrer auftreten, ohne die nötige Reife, Ausbildung und ethische Festigkeit zu besitzen. Einige Konflikte und Skandale in der späteren Satsang-Szene wurden in diesem Zusammenhang diskutiert.
Eine ausgewogene Sicht
Papajis Anhänger halten dem entgegen, dass die direkte Erkenntnis des Selbst unabhängig von Schriftgelehrsamkeit möglich ist, wie Ramana Maharshis eigenes Erwachen zeigt, und dass Papaji selbst tief in der Tradition verwurzelt war. Viele Lehrer verbinden heute beide Ansätze: den unmittelbaren Hinweis auf das Selbst und die sorgfältige Vorbereitung durch Studium, Ethik und Übung.
Papaji aus Sicht von Yoga Vidya
In der Tradition Swami Sivanandas, auf die sich Yoga Vidya beruft, wird der Jnana Yoga als einer der großen Wege gelehrt, und die Frage „Wer bin ich?“ hat darin einen wichtigen Platz. Swami Sivananda verband den Jnana Yoga jedoch immer mit den anderen Yogawegen, mit Karma Yoga, Bhakti Yoga und Raja Yoga, und legte großen Wert auf ethische Grundlagen, auf regelmäßige Praxis und auf das Studium der Schriften. Er sprach vom „Yoga der Synthese“.
Aus dieser Sicht kann die Botschaft Papajis eine wertvolle Inspiration sein: Sie erinnert daran, dass das Selbst immer schon da ist und dass Freiheit nicht in ferner Zukunft liegt. Zugleich braucht es, wie die traditionellen Lehrer betonen, einen gereinigten Geist, Hingabe und beständige Übung, damit diese Erkenntnis im Leben beständig wird.
Video Papaji
Kurzes Vortragsvideo zum Thema Papaji :
Autor/Sprecher/Kamera: Sukadev Bretz, Gründer von Yoga Vidya, Seminarleiter zu Yoga und Meditation.
Papaji Audio Vortrag
Hier die Audiospur des oberen Videos zu Papaji :
Weitere Videos
Papaji: Summa Iru – Interview mit David Godman (Englisch)
Satsang und Meditation mit Sukadev - Yoga Vidya Live Ritual Kirtan singen 07:00 Uhr 26.07.2020
Anregungen für Yoga und Meditation
- Selbsterforschung: Setze dich in einer Meditation still hin und frage dich: „Wer bin ich?“ Beobachte, wie Gedanken, Gefühle und Empfindungen kommen und gehen. Wende dich dann dem zu, der all das wahrnimmt, und ruhe darin.
- Summa iru, sei still: Nimm dir einige Minuten, in denen du nichts tust, nichts erreichen willst und keinen Gedanken festhältst. Lass alles da sein, wie es ist.
- Erfahrungen loslassen: Bemerke einen Moment lang, dass du eine Erfahrung wahrnimmst, ohne sie festhalten oder besonders machen zu müssen. Lass einen kostbaren vergangenen Augenblick kostbar bleiben, ohne die Gegenwart an seiner Wiederholung zu messen.
- Vorbereitung und Erkenntnis verbinden: Verbinde die Selbsterforschung mit Studium, ethischem Leben und Hingabe. So wird die Einsicht, die im Satsang aufleuchtet, im Yoga und im Alltag beständig.

Häufige Fragen zu Papaji
Was bedeutet Papaji?
Papaji (पापाजी, pāpājī) ist eine liebevolle, respektvolle Anrede für ältere Menschen, etwa „lieber Vater“. Im spirituellen Zusammenhang bezeichnet der Name vor allem den Advaita-Lehrer H. W. L. Poonja.
Wer war Papaji?
Papaji, mit bürgerlichem Namen Hari Wansh Lal Poonja (1910–1997), war ein indischer Lehrer des Advaita Vedanta und Schüler von Ramana Maharshi. In Lucknow empfing er in den 1990er Jahren Tausende von Suchenden aus aller Welt.
Was lehrte Papaji?
Papaji lehrte die Selbsterforschung mit der Frage „Wer bin ich?“ und betonte, dass das Selbst immer schon frei ist. Eine seiner bekanntesten Anweisungen lautete: „Sei still.“
Wer sind die bekanntesten Schüler von Papaji?
Zu den bekanntesten gehören Gangaji, Mooji, Isaac Shapiro, Eli Jaxon-Bear und Catherine Ingram. Auch Andrew Cohen war zeitweise sein Schüler.
Was ist Neo-Advaita?
Neo-Advaita bezeichnet die westliche Satsang-Bewegung, die sich auf Ramana Maharshi und Papaji beruft und die direkte Erkenntnis des Selbst betont, oft ohne traditionelle Vorbereitung und Schriftstudium.
Was kritisieren traditionelle Vedanta-Lehrer an der Satsang-Bewegung?
Sie betonen, dass Selbsterkenntnis eine gründliche Vorbereitung durch ethisches Leben, Unterscheidungskraft und Leidenschaftslosigkeit sowie das Studium der Schriften unter Anleitung eines Lehrers erfordert, und dass einzelne Erfahrungen nicht mit beständiger Erkenntnis verwechselt werden sollten.
Was verbindet Papaji mit Ramana Maharshi?
Ramana Maharshi war Papajis Guru. Papaji begegnete ihm 1944 in Tiruvannamalai und erkannte in seiner Gegenwart sein wahres Selbst. Er verehrte Ramana sein Leben lang.
Siehe auch
- Ramana Maharshi
- Swami Rama Tirtha
- Advaita Vedanta
- Jnana Yoga
- Atma Vichara
- Satsang
- Krishna
- Shankara
- Sadhana Chatushtaya
- Kaivalya Navanitam
- Annamalai Swami
- Sadhu Om
- Muruganar
Weitere interessante Vorträge und Artikel zum Thema
Wenn du dich interessierst für Papaji, dann könnte für dich auch interessant sein Panikstörungen, Panchadashi Shri Vidya Mantra Rezitation, Ovolaktovegetarische Ernährung, Paradoxe Intervention, Patanjali Yoga, Pazifistisch.
Quellen und Literatur
- ↑ H. W. L. Poonja: Interview über seine Begegnung mit Ramana, persönlicher Erinnerungsbericht.
- ↑ David Godman: Papaji Interviews, Einführung und Werkbeschreibung; My Meeting with Ramana Maharshi, wiedergegebener Bericht Papajis.
- David Godman: Nothing Ever Happened. Dreibändige Biografie, Avadhuta Foundation, Boulder 1998.
- David Godman: Papaji Interviews. Avadhuta Foundation, Boulder 1993.
- H. W. L. Poonja: Wake Up and Roar. Herausgegeben von Eli Jaxon-Bear.
- H. W. L. Poonja: The Truth Is. Herausgegeben von Prashanti de Jager.
- David Godman: Papaji Interviews, Herausgeberseite.
- Vorträge David Godmans zu Papajis Leben.
- Gangaji: biografische Erinnerung an Papaji.
- Poonja-Interview.
- Papaji: My Meeting with Ramana Maharshi.
- Wikipedia (englisch): H. W. L. Poonja.
- Wikipedia (englisch): Neo-Advaita, zur Bewegung und zur Kritik.
Weblinks
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