Wer depressiv ist will anderen kein Leid antun

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Wer depressiv ist, will anderen kein Leid antun? Manchmal wird ja behauptet, dass Menschen sich in die Depression flüchten, um anderen kein Leid antun zu müssen. Was hat es damit auf sich?

Menschen sind sehr individuell, und daher sollte man das Krankheitsbild von Depressionen nicht pauschalisieren. Yoga kann Menschen mit Depressionen in ihrem Heilungsprozess unterstützen.

Sukadev antwortet: Wer depressiv ist, will anderen kein Leid antun. Ist das so?

Das ist eine Aussage, die man öfters hört, und ich wurde gebeten, einen Kommentar zu der Aussage „Wer depressiv ist, will anderen kein Leid antun“ zu geben. Manchmal stimmt die Aussage, manchmal stimmt sie nicht. Manche sagen, dass viele Probleme durch Hyperoptimisten entstehen. Sie glauben, sie könnten die Welt verändern, sie gehen große Risiken ein und dann gibt es Probleme. Aber es gibt auch andere. Es gibt tief depressiven Menschen, die, um aus ihrer Depression herauskommen zu können, eine Abwechslung brauchen.

Manche Menschen brauchen, um aus ihrer Depression herauszukommen, die Gewissheit, andere quälen zu können. Manche Menschen sind in der Depressivität gefühlslos und sie fühlen nur etwas, wenn sie anderen Schlimmes antun. Man kann also nicht sagen, dass, wer depressiv ist, anderen kein Leid antun will. Es gibt ganz unterschiedliche depressive Menschen. Es gibt manche, die sind so mit sich beschäftigt, dass sie anderen nichts antun wollen. Es gibt solche, die unter ihrer Depressivität leiden und die anderen etwas antun wollen. Wiederum andere wollen, weil sie sagen, dass es ihnen schlecht geht, dass es auch anderen schlecht geht.

Es gibt ja z.B. auch die Aussage, dass Adolf Hitler in größerem Maße depressiv war. Er war drogenabhängig, hat Drogen konsumiert und er hat sich in einen Rausch begeben in seinen Vorträgen und wurde dabei sehr zerstörerisch. Hier haben wir eine Mischung aus Depressivität, Größenwahn, manische Phase, depressive Phase, Drogensucht und Quälerei. In diesem Sinne sei dir nicht zu sicher, dass ein depressiver Mensch anderen kein Leid antun will.

Das schlimmste Leid, dass Depressive ihren Angehörigen antun können, ist Suizid zu begehen. Und das machen sie gar nicht mal selten. Deswegen wäre es auch gut, wenn du Depressiven sagst: „Bitte, wenn ich dir irgendwas wert bin, dann mache bitte keinen Suizid. Ich würde das nicht überleben.“ Manche Menschen machen dann keinen Suizid aus Mitgefühl gegenüber anderen. Ich kannte einen Menschen, der hochgradig depressiv war. Er hat über Jahre oder gar Jahrzehnte immer wieder überlegt, sich umzubringen und dann hatte er einmal eine längere Radiosendung gehört über die Folgen eines Suizids für die Angehörigen, für Vater, Mutter, Geschwister, Kinder, Mann, Frau, Freund, Freundin und daraufhin hat er beschlossen, dass er das niemanden antun will. Deshalb ist für mich Suizid als Ausweg ausgeschlossen.

Das waren jetzt einige Gedanken zu der Frage, die mir gestellt wurde, ob die Aussage zutrifft: Wer depressiv ist, will anderen kein Leid zufügen. Oft stimmt es, aber nicht immer, meiner Meinung nach. Mein Name ist Sukadev von Yoga Vidya und auf unseren Internetseiten findest du auch einiges zum Thema Depression und bekommst einige Tipps, wie du aus der Depression herauskommen kannst.

Video: Wer depressiv ist will anderen kein Leid antun?

Videovortrag mit dem Thema "Wer depressiv ist will anderen kein Leid antun?"

Ein Videovortrag von und mit Sukadev Volker Bretz zum Thema Depression, vielleicht hilfreich für dich, wenn du Interesse hast an Yoga Psychologie.

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