Der depressive Charakter

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Der depressive Charakter. Gibt es so etwas wie den depressiven Charakter? Ist Depression eine Charakterfrage? Oder ist Depression eine genetische Prädisposition? Oder ist Depression eine Krankheit, die es zu bekämpfen gild? Oder muss man lernen, mit seinem depressiven Charakter zu leben?

Yoga und ein achtsamer Umgang mit Dir selbst können Dir bei einer Depression helfen.

Sukadev über den depressiven Charakter

Gibt es so was wie einen depressiven Charakter? Ist das dann eine Bestimmung, oder kommt man da auch wieder raus?

Ich glaube nicht, dass es einen depressiven Charakter gibt. Aber ich glaube sehr wohl daran, dass es unterschiedliche Temperamente gibt. Im Yoga zum Beispiel, im Ayurveda, spricht man von drei Grundtemperamenten.

Es gibt den Vata Typen, das ist der luftig leichte Typ, den gibt es in der introvertierten Version, da ist er hypersensibel. Den gibt es in der extrovertierten Version, da ist er kommunikativ, initiativ, tausend Ideen und immer wieder begeistert. Der Vata Typ neigt aber auch irgendwann zur Ängstlichkeit.

Dann gibt es den Pitta Typ, den feurigen Typ und der feurige Typ hat Enthusiasmus und Begeisterung, setzt sich Ziele und hat Willenskraft und setzt sie um und macht sie. Feuriger Typ.

Und dann gibt es den Kapha Typ und den Kapha Typ den gibt es wieder in verschiedenen Variationen: Es gibt es extrovertierten Kapha Typ, das ist der erdige, wässrige Typ, das ist der gemütliche, der joviale, der irgendwo ruhige, gemütliche Typ. Dann gibt es den introvertierten Kapha Typ, oft den Regel orientierten Typ und dann gibt es den melancholischen Kapha Typ, der so ein bisschen mit Weltenschmerz verbunden ist.

Er weiß letztlich alles was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, alles, was vorne lächelt ist hinten vielleicht grimmig. Das, was jetzt schön ist, ist später nicht so schön. Man könnte sagen: statt depressiver Charakter könnte man sagen: melancholischer Charakter.

Und die Melancholie ist eine positive Eigenschaft. Sie durchschaut die Dinge und viele der großen spirituellen Lehrer waren ursprünglich melancholisch. Sie haben eben gewusst: Geld macht nicht glücklich, Ruhm macht nicht glücklich, sogar zwischenmenschliche Beziehungen machen nicht notwendigerweise glücklich. Wer liebt den anderen wirklich uneigennützig? Der Melancholiker sieht das alles, er kann darüber zur Verzweiflung kommen, dann wird er depressiv, er könnte aber auch tiefer schauen, dann wird er spirituell.

Der depressive Charakter würde sich besser als melancholisch bezeichnen und als jemand, der tiefer schaut, tiefer blickt, genauer die Dinge sieht und dann nach etwas strebt, was noch tiefer ist und das ist die Spiritualität, die spirituelle Entwicklung. Und so, wenn Du irgendwo denkst, Du wärst vielleicht depressiv veranlagt dann überlege, bist Du vielleicht Grundtemperament melancholisch, durchschaust Du die Dinge tiefer? Dann solltest Du das nutzen um Dich tiefer in die Spiritualität zu begeben. Und dann über Spiritualität tiefes Glück zu erfahren.

Mehr über Depressivität, Spiritualität, Melancholie findest Du auf unseren Internetseiten von Yoga Vidya.

Video: Der depressive Charakter

Hier findest du ein Vortragsvideo zum Thema Der depressive Charakter:

Ein Vortragsvideo vom Yogalehrer Sukadev über Depression, aus der Gruppe von Vorträgen rund um Yoga Psychologie.

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Depression

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