Varuna Puja zur Widmung einer Wasserstelle

Aus Yogawiki

Varuna Puja zur Widmung einer Wasserstelle widmet eine fertiggestellte Wasserstelle mit Varuna-Puja, einem kleinen Homa und den überlieferten Gebeten zum Wohl aller Wesen.

Wasser trägt das Leben. Die Widmung einer Wasserstelle verbindet Verehrung mit ihrer dauerhaften Pflege.

Umfang und Überlieferung: Eigenständige kompakte Wasserstellen-Widmung mit 42-Ahuti-Homa und erster tatsächlicher Nutzung; keine vollständige große Jalashaya-Pratishtha.

Anlass und Bedeutung

Wasser darzubringen ist mehr als ein Bild: Ein gut gepflegter zugänglicher Wasserplatz kann anderen dauerhaft dienen. Die Quelle stellt Varuna in das Zentrum der Brunnenweihe und verbindet die Widmung mit wirklicher Speisung. Die vorliegende Haus- oder Gemeinschaftsform bewahrt diesen Zusammenhang in einem überschaubaren Ablauf.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Für die zuständigen Betreiber oder Verantwortlichen einer Wasserstelle gemeinsam mit einer im Homa erfahrenen Ritualleitung.

Fertiggestellte geeignete Wasserstelle; kleiner Altar mit Varuna-Symbol oder beschriftetem Platz; Blüten, Duft, Räucherwerk, Lampe, vegetarische Speise; Homa-Kunda, Holz, Ghee, Reis, langer Metalllöffel, Wasserkrug mit Löffel, Auffangschale, Zünd- und Löschmittel. Etwa 60 Minuten zuzüglich beaufsichtigter Ausglut. Das Homa leitet eine Person, die Feuerzeremonien bereits praktisch erlernt hat. Verwende eine dafür geeignete Homa-Kunda auf nicht brennbarer Unterlage an einem zulässigen, gut belüfteten Feuerplatz; halte Löschmittel bereit. Ghee und Reis werden in sehr kleinen Portionen gegeben. Die Leitung bleibt bis zum vollständigen Erlöschen bei der Feuerstelle. Kinder beobachten aus sicherem Abstand und geben nichts selbst ins Feuer.

Verwandte Anleitungen: Vriksha Puja bei einer Baumpflanzung.

Durchführung

1. Die Wasserstelle zur Nutzung vorbereiten
Wähle eine tatsächlich fertiggestellte oder erneuerte Wasserstelle, etwa einen Brunnen, einen Wasserhahn im Garten oder einen zugänglichen Wasserspendeplatz. Ihre zulässige Nutzung und technische Eignung sind vorab geklärt. Der historische Vers nennt Trinken, Waschen und Eintauchen; daraus folgt nicht, dass jede konkrete Wasserstelle für alle drei Nutzungen geeignet ist. Benenne während der Widmung ausdrücklich den tatsächlichen Zweck.

2. Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle den Altar und den Feuerplatz in deutlichem Abstand zur Wasserentnahme auf. Vereinbare, wer Reinigung, Pflege und gegebenenfalls Nachfüllen übernimmt. Die dauerhafte Nutzbarkeit unterscheidet dieses Ritual von der einmaligen Übergabe einer Wasserschale.

3. Varuna verehren
Vergegenwärtige Varuna als Hüter der Wasser und der göttlichen Ordnung. Bringe die fünf Gaben dar:

Sprich bei jeder der fünf folgenden Gaben die hier ausgeschriebene Formel einmal:

Namensgruß an Varuna
oṃ varuṇāya namaḥ

Om. Verehrung Varuna.

  1. Lege etwas Duft auf ein eigenes Schälchen.
  2. Lege eine Blüte vor die Gottheit.
  3. Zeige kurz das Räucherwerk und stelle es sicher ab.
  4. Zeige die Lampe in einem ruhigen Kreis und stelle sie sicher ab.
  5. Stelle den Speiseteller vor die Gottheit.

Die fünf Gaben sind Gandha, Pushpa, Dhupa, Dipa und Naivedya. Die Wiederholung derselben Formel bei jeder Gabe ist die ausdrücklich einfache Upachara-Form dieser Anleitung.

Yoga-Vidya-Vortrag über Archanam, die rituelle Verehrung. Das Video ergänzt die Praxis; sämtliche benötigten Rezitationen stehen in dieser Anleitung.

4. Den Feuerplatz vorbereiten
Wasche die Hände, lege alle Gaben erreichbar bereit und setze dich bequem und aufrecht. Der Atem fließt natürlich. Fasse die Absicht auf Deutsch; Namen, Datum und persönliches Anliegen dürfen in der eigenen Sprache ausgesprochen werden. Die deutschen Mantraübersetzungen erklären die Rezitation und werden nicht zusätzlich mitgesprochen. Stelle die Kunda, den Ghee-Löffel, eine kleine Reisschale, Wasser und Auffangschale bereit. Markiere vorab eine Ablage für den heißen Löffel. Zünde das vorbereitete kleine Holzfeuer an; warte, bis es gleichmäßig brennt.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

5. Agni anrufen
Sprich einmal die Anrufung, zunächst ohne Feuergabe:

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Gib danach mit jeder der folgenden vier Formeln je eine kleine Ghee-Portion ins Feuer. Die Gabe erfolgt auf „svāhā“.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Gib eine weitere kleine Portion mit:

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Rezitiere die oben ausgeschriebene Agni-Anrufung noch dreimal und gib jedes Mal eine kleine Ghee-Portion. Damit sind acht vorbereitende Ahutis vollzogen. Diese Anleitung verwendet den kompakten Feuerrahmen aus Mahanirvana Tantra 6; sie beansprucht keine vollständige vedische Agnisthapana.

6. Siebenundzwanzig Varuna-Gaben darbringen
Gib 27 kleine Reis-Ghee-Portionen ins Feuer, in drei gezählten Gruppen zu neun. Sprich bei jeder Gabe:

Namens-Feuergabe an Varuna
hrīṃ varuṇāya svāhā

Hrim. Varuna sei die Feuergabe gewidmet.

Acht vorbereitende, 27 Haupt- und sieben abschließende Gaben ergeben 42 Ahutis. Die Zahl 27 ist die begrenzte Hausausarbeitung dieser Anleitung, keine Zahlvorschrift für die große Brunnenkonsekration.

7. Die Gaben vervollständigen
Gib mit jedem der folgenden beiden Gebete eine kleine Ghee-Portion:

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Es folgen vier kleine Gaben, je eine pro Formel:

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Fasse das Anliegen innerlich zusammen. Gib mit dem vollständigen Purnahuti-Gebet eine letzte kleine Portion Reis und Ghee. Auch diese Schlussgabe bleibt der Größe des Feuers angemessen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Der Schluss umfasst sieben Ahutis. Die Bitte um Vollendung führt zu einem bewussten Abschluss; erkannte praktische Fehler werden anschließend tatsächlich behoben.

8. Wassersegen und Verabschiedung
Befeuchte die Fingerspitzen mit sauberem Wasser und berühre leicht den eigenen Scheitel. Sprich:

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Falte die Hände und sprich die abschließenden Gebete:

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Agni, verzeihe. Svaha.

In dieser verkürzten Hausform wird das Verzeihungsgebet ohne die zusätzliche Joghurtgabe aus Mahanirvana Tantra 9.65 gesprochen; es entsteht keine weitere Ahuti. Auch die gesonderte Wasserrezitation und Abwehrhandlung aus 9.59–61 sind hier ausgelassen. Der Wassersegen verwendet ausschließlich den oben ausgeschriebenen Vers 9.58. Warte unter Aufsicht auf das sichere Erlöschen; entsorge erst vollständig erkaltete Asche. Teile die gesondert bereitgehaltene Speise. Falls Lampe oder Räucherwerk verwendet wurden, lösche sie.

9. Die Wasserstelle berühren und widmen
Gehe nach Abschluss des Feuers beziehungsweise unter weiter gesicherter Aufsicht zur Wasserstelle. Benetze die saubere Außenseite leicht mit reinem Wasser; gib keine Duftpaste, Asche, Blüten oder Speisen in die Entnahmeöffnung. Sprich beide überlieferten Widmungssätze:

Widmung der Wasserstelle, erster Satz
suprīyantāṃ sarvabhūtā nabhobhūtoyavāsinaḥ ||

Mögen alle Wesen, die im Luftraum, auf der Erde und im Wasser wohnen, große Freude erfahren.

Widmung der Wasserstelle, zweiter Vers
utsṛṣṭaṃ sarvabhūtebhyo mayaitajjalamuttamam |
tṛpyantu sarvabhūtāni snānapānāvagāhanaiḥ ||

Dieses gute Wasser habe ich allen Wesen zur Verfügung gestellt. Mögen alle Wesen durch Waschen, Trinken und Eintauchen Sättigung finden.

Benenne anschließend auf Deutsch: „Diese Wasserstelle sei dem guten Gebrauch und dem Wohl der Wesen gewidmet.“ Beschreibe die konkret erlaubte Nutzung. Ein Zierbrunnen wird durch die Worte des Gebets nicht zu einer Trinkwasserstelle.

10. Die erste erlaubte Nutzung vollziehen
Öffne den Wasserhahn, schöpfe die erste Portion oder gieße mit dem dafür bestimmten Wasser eine geeignete Pflanze. Wähle genau die Nutzung, für die die Anlage vorgesehen ist. Die praktische Handlung trägt den Segenswunsch in den Alltag.

11. Die Gemeinschaft bewirten
Teile die gesondert bereitgehaltene vegetarische Mahlzeit und danke den Menschen, die den Ort aufgebaut haben. Halte die Pflegevereinbarung fest. Die überlieferte Widmung an alle Wesen findet ihren Ausdruck in verantwortlicher Zugänglichkeit und Erhaltung.

Vollständige Rezitationstexte in IAST

Alle im Ablauf verwendeten unterschiedlichen Sanskrittexte folgen in der Reihenfolge ihres ersten Auftretens. Wiederholungen werden nicht ausgeschrieben; ihre genaue Zahl steht bei den Handlungsschritten. Diese Volltexte umfassen die Rezitationen der Anleitung, nicht das gesamte Quellenwerk.

Namensgruß an Varuna
oṃ varuṇāya namaḥ

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.130: allgemeines Om-Namensgruß-Schema; hier redaktionell auf die betreffende Gottheit angewandt.

Verehrung des entzündeten Feuers
agniṃ prajvalitaṃ vande jātavedaṃ hutāśanam |
suvarṇavarṇamamalaṃ samiddhaṃ sarvatomukham || 143 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.143.

Anrufung Agnis
oṃ vaiśvānara jātaveda ihāvahāvaha lohitākṣa sarvakarmāṇi sādhaya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.145–146; Die Folge der vollständig benannten Wörter wird ausgeschrieben; 6.157 wiederholt diese Formel für drei Ahutis.

Feuergabe: Agni
oṃ agnaye svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.152–153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Soma
oṃ somāya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.153; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni und Soma
oṃ agnīṣomābhyāṃ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.154–155; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
oṃ agnaye sviṣṭikṛte svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.155–156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Feuergabe: drei Welten
oṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 6.156; Vollständige Formel nach der ausdrücklichen Wort-, Kasus- und Abschlussanweisung.

Namens-Feuergabe an Varuna
hrīṃ varuṇāya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.206–210 und 9.258–262; Ausgeschrieben nach dem Schema von 9.208; kein spezieller verschlüsselter Gottheitsmantra.

Bitte um Vollendung
hrīṃ asmin karmaṇi deveśa pramādādbhramato'pi vā |
nyūnādhikaṃ kṛtaṃ yacca sarvaṃ sviṣṭakṛtaṃ kuru svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.48b–49; Der vollständig abgegrenzte Gebetssatz erhält das dort vorgeschriebene Maya-Bija und Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
hrīṃ tvamagne sarvalokānāṃ pāvanaḥ sviṣṭakṛt prabhuḥ |
yajñasākṣī kṣemakartā sarvān kāmān prapūraya svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.50; Vollständiger Gebetssatz mit dem ausdrücklich verlangten Hrim und Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
hrīṃ bhūḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
hrīṃ bhuvaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
hrīṃ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
hrīṃ bhūrbhuvaḥ svaḥ svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.51–53; Die drei Vyahritis mit Maya-Bija und Svaha werden zunächst einzeln, dann gemeinsam gesprochen.

Purnahuti-Gebet
hrīṃ yajñapate pūrṇo bhavatu yajño me |
hṛṣyantu yajñadevatāḥ phalāni samyak yacchantu svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.55; Der Vers schreibt Hrim, yajñapate, den vollständigen Gebetssatz und Svaha in dieser Reihenfolge vor.

Wassersegen nach dem Homa
āpaḥ sumitriyāḥ santu bhavantvoṣadhayo mama |
āpo rakṣantu māṃ nityamāpo nārāyaṇaḥ svayam || 58 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.58.

Abschließende Bitte an Agni
buddhiṃ vidyāṃ balaṃ medhāṃ prajñāṃ śraddhaṃ yaśaḥ śriyam |
ārogyaṃ teja āyuṣyaṃ dehi me havyavāhana || 62 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.62.

Entlassungsgebet an Agni
yajña yajñapatiṃ gaccha yajñaṃ gaccha hutāśana |
svāṃ yoniṃ gaccha yajñeśa pūrayāsmanmanoratham || 64 ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.64.

Bitte um Verzeihung an Agni
agne kṣamasva svāhā

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 9.65; Die ausdrücklich zitierte Formel wird vom nachfolgenden iti abgegrenzt; svāheti ergibt svāhā + iti.

Widmung der Wasserstelle, erster Satz
suprīyantāṃ sarvabhūtā nabhobhūtoyavāsinaḥ ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 13.161 (abgegrenzte Rezitationsworte).

Widmung der Wasserstelle, zweiter Vers
utsṛṣṭaṃ sarvabhūtebhyo mayaitajjalamuttamam |
tṛpyantu sarvabhūtāni snānapānāvagāhanaiḥ ||

Quelle und Textfassung: Mahanirvana Tantra 13.162 (abgegrenzte Rezitationsworte).

Vollständige Rezitationstexte in Devanagari

Namensgruß an Varuna
ॐ वरुणाय नमः

Verehrung des entzündeten Feuers
अग्निं प्रज्वलितं वन्दे जातवेदं हुताशनम् ।
सुवर्णवर्णममलं समिद्धं सर्वतोमुखम् ॥ १४३ ॥

Anrufung Agnis
ॐ वैश्वानर जातवेद इहावहावह लोहिताक्ष सर्वकर्माणि साधय स्वाहा

Feuergabe: Agni
ॐ अग्नये स्वाहा

Feuergabe: Soma
ॐ सोमाय स्वाहा

Feuergabe: Agni und Soma
ॐ अग्नीषोमाभ्यां स्वाहा

Feuergabe: Agni Svishtikrit
ॐ अग्नये स्विष्टिकृते स्वाहा

Feuergabe: drei Welten
ॐ भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Namens-Feuergabe an Varuna
ह्रीं वरुणाय स्वाहा

Bitte um Vollendung
ह्रीं अस्मिन् कर्मणि देवेश प्रमादाद्भ्रमतोऽपि वा ।
न्यूनाधिकं कृतं यच्च सर्वं स्विष्टकृतं कुरु स्वाहा

Zweites Vollendungsgebet
ह्रीं त्वमग्ने सर्वलोकानां पावनः स्विष्टकृत् प्रभुः ।
यज्ञसाक्षी क्षेमकर्ता सर्वान् कामान् प्रपूरय स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde
ह्रीं भूः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
ह्रीं भुवः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
ह्रीं स्वः स्वाहा

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
ह्रीं भूर्भुवः स्वः स्वाहा

Purnahuti-Gebet
ह्रीं यज्ञपते पूर्णो भवतु यज्ञो मे ।
हृष्यन्तु यज्ञदेवताः फलानि सम्यक् यच्छन्तु स्वाहा

Wassersegen nach dem Homa
आपः सुमित्रियाः सन्तु भवन्त्वोषधयो मम ।
आपो रक्षन्तु मां नित्यमापो नारायणः स्वयम् ॥ ५८ ॥

Abschließende Bitte an Agni
बुद्धिं विद्यां बलं मेधां प्रज्ञां श्रद्धं यशः श्रियम् ।
आरोग्यं तेज आयुष्यं देहि मे हव्यवाहन ॥ ६२ ॥

Entlassungsgebet an Agni
यज्ञ यज्ञपतिं गच्छ यज्ञं गच्छ हुताशन ।
स्वां योनिं गच्छ यज्ञेश पूरयास्मन्मनोरथम् ॥ ६४ ॥

Bitte um Verzeihung an Agni
अग्ने क्षमस्व स्वाहा

Widmung der Wasserstelle, erster Satz
सुप्रीयन्तां सर्वभूता नभोभूतोयवासिनः ॥

Widmung der Wasserstelle, zweiter Vers
उत्सृष्टं सर्वभूतेभ्यो मयैतज्जलमुत्तमम् ।
तृप्यन्तु सर्वभूतानि स्नानपानावगाहनैः ॥

Vollständige deutsche Übersetzung der Rezitationstexte

Namensgruß an Varuna
Om. Verehrung Varuna.

Verehrung des entzündeten Feuers
Ich verehre das entzündete Feuer, Jatavedas, den Verzehrer der Opfergaben: goldfarben, makellos, hell auflodernd und nach allen Seiten gewandt.

Anrufung Agnis
Om. Vaishvanara, Jatavedas, bringe hierher, bringe hierher, Rotäugiger; führe alle Ritualhandlungen zum Gelingen. Svaha.

Feuergabe: Agni
Om. Agni sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Soma
Om. Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni und Soma
Om. Agni und Soma sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: Agni Svishtikrit
Om. Agni, dem Vollender der guten Opferhandlung, sei die Darbringung gewidmet.

Feuergabe: drei Welten
Om. Erde, Zwischenraum und Himmelswelt: Ihnen sei die Darbringung gewidmet.

Namens-Feuergabe an Varuna
Hrim. Varuna sei die Feuergabe gewidmet.

Bitte um Vollendung
Hrim. Herr der Götter, was bei dieser Handlung durch Nachlässigkeit oder Irrtum zu wenig oder zu viel getan wurde, mache all dies zu einer wohlvollzogenen Opferhandlung. Svaha.

Zweites Vollendungsgebet
Hrim. Agni, du bist der Läuterer aller Welten, der Herr, der die Opferhandlung vollendet, Zeuge des Yajna und Schöpfer des Wohls. Erfülle alle ersehnten Anliegen. Svaha.

Vyahriti-Gabe: Erde
Hrim. Der Erde sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Zwischenraum
Hrim. Dem Zwischenraum sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Himmelswelt
Hrim. Der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Vyahriti-Gabe: Erde, Zwischenraum und Himmelswelt
Hrim. Der Erde, dem Zwischenraum und der Himmelswelt sei die Darbringung gewidmet.

Purnahuti-Gebet
Hrim. Herr des Yajna, meine Opferhandlung möge vollständig werden. Die Gottheiten des Yajna mögen sich freuen und die Früchte in rechter Weise gewähren. Svaha.

Wassersegen nach dem Homa
Die Wasser mögen mir gute Freunde sein, ebenso die Heilpflanzen. Die Wasser mögen mich stets beschützen; die Wasser sind Narayana selbst.

Abschließende Bitte an Agni
Verständnis, Wissen, Kraft, Einsicht, Weisheit, Vertrauen, Ansehen, Fülle, Gesundheit, Glanz und langes Leben schenke mir, Träger der Opfergaben.

Entlassungsgebet an Agni
Yajna, gehe zum Herrn des Yajna; gehe zur Opferhandlung, Verzehrer der Opfergaben. Kehre zu deinem Ursprung zurück, Herr des Yajna; erfülle unser Herzensanliegen.

Bitte um Verzeihung an Agni
Agni, verzeihe. Svaha.

Widmung der Wasserstelle, erster Satz
Mögen alle Wesen, die im Luftraum, auf der Erde und im Wasser wohnen, große Freude erfahren.

Widmung der Wasserstelle, zweiter Vers
Dieses gute Wasser habe ich allen Wesen zur Verfügung gestellt. Mögen alle Wesen durch Waschen, Trinken und Eintauchen Sättigung finden.

Quellen und redaktionelle Hinweise

Mahanirvana Tantra, elektronische Sanskritfassung nach Muktabodha M00049, Arthur Avalon (Hrsg.), Tantrik Texts 13, 1926; Kommentar Hariharananda Bharati, elektronische Erfassung Mark S. G. Dyczkowski. 13.153–165: Varuna-Verehrung, Homa, Widmung der Wasserstelle und Bewirtung. Die beiden ausgewählten Gebete stammen aus 13.161–162. Die ausführlichen vorgeschalteten Gottheits-, Graha-, Matrika-, Vasu- und Ahnenriten der großen Quell-Pratishtha werden hier durch einen ausdrücklich kompakten Puja- und Homa-Rahmen ersetzt. Eine dauerhafte technische Freigabe oder Haftungsbefreiung wird nicht aus den historischen Gebeten abgeleitet.

Die Sanskritgrundlagen stammen aus der Muktabodha Digital Library beziehungsweise aus GRETIL, wie bei den einzelnen Texten angegeben. Die IAST-Zitate wurden aus elektronischen Texten übernommen; es wurde keine OCR-Rekonstruktion vorgenommen. Ausdrückliche Wortanweisungen werden als solche ausgeschrieben und gekennzeichnet. Devanagari wurde aus der verwendeten IAST-Fassung erzeugt und durch Rückübertragung kontrolliert; es ist kein unabhängiger Textzeuge. Zeitansätze, kleine Materialmengen und als solche bezeichnete Hausformen sind redaktionelle Konkretisierungen. Die Artikel unterscheiden religiöse Segenswünsche von Tatsachenbehauptungen.

Siehe auch


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