Shivamushti Vrata – Getreidegaben für liebevolle Verbundenheit und Versorgung

Aus Yogawiki

Shivamushti Vrata – Getreidegaben für liebevolle Verbundenheit und Versorgung verbindet die Bitte um familiären Zusammenhalt mit vier unterschiedlichen Lebensmitteln. Beim Shivamushti Vrata bringen verheiratete Frauen an den Montagen des Monats Shravana jeweils eineinhalb Handvoll Getreide oder Hülsenfrüchte zu Shiva. Die Fassung des Puja Samuccaya sieht den Shiva-Tempel als Ort und die ersten fünf Jahre nach der Heirat als Gelübdezeit vor. Die einzelnen Gaben münden in eine Unterstützung des empfangenden Brahmanen.

Vorbereitung

Bereite für jeden Montag die unten genannte Körner- und Fruchtgabe vor, außerdem eine Schale und eine Geldgabe. Eine Frucht wie die Zitronatzitrone wird nicht stillschweigend durch eine andere ersetzt; für eine örtliche Anpassung sprich mit der Ritualleitung. Für die hier zusätzlich praktisch erläuterte häusliche Namensverehrung halte Darstellungen von Ganesha und Shiva sowie einen Wasserkrug bereit. Zur Bildverehrung gehören außerdem: sauberes Wasser, Löffel und Auffangschale; kleines Tuch und Baumwollfaden; Sandelduft, ungebrochene Reiskörner und Blumen; Räucherwerk; eine gefüllte Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl); vegetarische Speise, Betelblatt und Arekanuss als rituelle Gabe sowie eine Geldgabe. Pflanzenöl ist die heutige vegane Alternative. Verzehrbare Gaben werden nach der Verehrung als Prasad geteilt; aufgefangenes Wasser kommt an einen geeigneten sauberen Ort, Blumen werden kompostiert.

Durchführung

1. Reinigen und die Absicht aussprechen
Bade, ziehe saubere Kleidung an und bereite den Platz vor. Setze dich gesammelt hin. Der folgende deutsche Sankalpa ist eine praktische Fassung des im Quelltext längeren Vorsatzes: „Zur Freude Shivas halte ich das Shivamushti-Gelübde. Ich bitte um liebevolle Verbundenheit, beständiges Wohlergehen und gute Lebensgrundlagen für meine Familie.“

2. Shiva im Tempel verehren
Grüße zunächst Ganesha. Stelle die fünf Gaben Duft, Blüte, Räucherwerk, Licht und etwas Speise nacheinander vor sein Bild; sprich bei jeder Gabe: oṃ gaṇapataye namaḥ |

ॐ गणपतये नमः ।

Om, Verehrung dem Herrn der Scharen. Die fünf Gaben bilden hier eine einfache Ausführung der im Ritualtext vorausgesetzten Ganesha-Verehrung. Stelle dann den Kalasha mit reinem Wasser bereit. Bitte im Herzen um die heiligende Gegenwart der göttlichen Kräfte und besprenge dich und die Gaben mit etwas Wasser. Diese kurze deutsche Vorbereitung ersetzt keine individuell eingeübte längere Liturgie. Besuche einen Shiva-Tempel und melde die Getreidegabe bei der zuständigen Person an. Nimm an der dortigen Puja teil. Wenn eine eigene häusliche Ausführung vereinbart ist, vollziehe die Namensverehrung vollständig: Die folgende Puja entfaltet die im Ritualtext vorgeschriebene Verehrung mit dem Namen der Gottheit. Sprich bei jeder Gabe denselben vollständigen Namensgruß; die jeweilige Handlung ist der Ausdruck deiner Einladung. namaḥ śivāya |

नमः शिवाय ।

Verehrung Shiva.

  1. Einladen und Sitz anbieten: Bitte die Gottheit, deine Verehrung anzunehmen, und lege eine Blüte vor das Bild.
  2. Fußwasser, Ehrenwasser und Mundwasser: Gib für jede dieser drei Gaben getrennt einen Löffel Wasser in die Auffangschale. Beim Ehrenwasser liegen Blüte und ein paar Reiskörner in deiner Gabe.
  3. Baden: Übergieße eine wasserfeste Murti mit wenig reinem Wasser, fange es auf und trockne sie ab. Bei einem gemalten Bild biete das Wasser in der Schale an.
  4. Gewand und heilige Schnur: Lege das saubere kleine Tuch und einen Baumwollfaden als ehrende Gaben vor das Bild.
  5. Duft, Reiskörner und Blüten: Bringe nacheinander Sandelduft, ungebrochenen Reis und die vorgesehenen Blumen dar.
  6. Räucherwerk und Licht: Zeige den Duft und anschließend das bereits brennende Licht in ruhiger Bewegung vor der Gottheit.
  7. Speise: Stelle die frische vegetarische Speise hin. Biete einen Löffel Wasser in der Schale an, verweile kurz schweigend und biete nochmals Wasser zum Abschluss der Mahlzeit an.
  8. Betelgabe und Gabe: Lege ein Betelblatt mit Arekanuss, soweit vorhanden, und die vorbereitete Geldgabe dazu. Diese rituelle Betelgabe ist nicht zum eigenen Verzehr bestimmt.
  9. Lichtgruß und Verneigung: Führe die Lampe vor dem Bild und verneige dich mit gefalteten Händen.


3. Die Getreidegabe des Montags darbringen
Bringe zum Abschluss der Blütengabe eineinhalb Handvoll der für diesen Montag bestimmten Körner dar. Die Reihenfolge im Quelltext lautet: erster Montag Reis mit Kokosnuss; zweiter Montag Weizen mit Zitronatzitrone; dritter Montag Sesam mit Banane; vierter Montag Mungbohnen mit Gurke. Bei einem fünften Montag wird die unmittelbar vorausgegangene Gabe wiederholt. Die Buchfassung fügt Nachbildungen der Körner aus Silber beziehungsweise Gold hinzu; schlichte symbolische Darstellungen sind eine heutige Anpassung. Sprich während der Gabe: namaḥ śivāya śāntāya pañcavaktrāya śūline |
śṛṅgibhṛṅgimahākālagaṇayuktāya śambhave ||

नमः शिवाय शान्ताय पञ्चवक्त्राय शूलिने ।
शृङ्गिभृङ्गिमहाकालगणयुक्ताय शम्भवे ।।

Verehrung Shiva, dem Friedvollen, dem Fünfgesichtigen, dem Träger des Dreizacks; Shambhu, den Shringi, Bhringi, Mahakala und die Scharen begleiten.


4. Die Gabe weitergeben
Ehre den anwesenden Brahmanen mit einem freundlichen Gruß und der vorbereiteten Dakshina. Übergib ihm das Vayana, die Gabe aus Getreide und Frucht. Der folgende Satz ist die vollständige allgemeine Übergabeformel der Quelle: idaṃ yathāśakti sopaskaraṃ vāyanadānaṃ śivamuṣṭivratasāṅgatāsiddhaye saṃpradade |

इदं यथाशक्ति सोपस्करं वायनदानं शिवमुष्टिव्रतसाङ्गतासिद्धये संप्रददे ।

Diese nach meinen Möglichkeiten mit ihren Beigaben versehene Vayana-Gabe überreiche ich zur vollständigen Ausführung des Shivamushti-Gelübdes. Verneige dich zum Abschluss vor Shiva. Wiederhole die Ordnung an den weiteren Shravana-Montagen; die Buchfassung sieht fünf auf die Heirat folgende Jahre vor.

Innerer Abschluss

Eine freie Anregung nach der Übergabe: Besprich zuhause eine Aufgabe, durch die euer Miteinander leichter wird. Die wenigen Körner können daran erinnern, wie viele kleine, verlässliche Handlungen ein gemeinsames Leben nähren.

Quellen und Vertiefung

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