Shayyadana – mit einer Bettgabe um Ruhe für einen Verstorbenen bitten

Aus Yogawiki

Shayyadana – mit einer Bettgabe um Ruhe für einen Verstorbenen bitten: Shayyadana macht den Wunsch nach Geborgenheit zu einer greifbaren Gabe: Eine Familie schenkt eine vollständige Schlafstatt mit nützlicher Ausstattung und bittet um friedliche Ruhe für den Verstorbenen. Die nordindische Fassung des Puranokta Apara Prayoga verbindet die Bettgabe mit der Verehrung Ganeshas, Vishnus und der Navagraha. Sie steht am Übergang von der besonderen Trauerzeit zur erneuerten Hinwendung zum Leben. Der Karta, der verantwortliche Angehörige, handelt gemeinsam mit einem kundigen Priester; ein Brahmane nimmt die Gabe entgegen.

Zeitpunkt, Ort und Gaben

Das Handbuch ordnet die Feier dem elften Tag zu. Die abschließende Übergabeformel spricht zugleich vom zweiten Tag nach dem Ende der rituellen Trauerfrist. Weil Familien diese Frist unterschiedlich bestimmen, vereinbare den konkreten Termin vorab mit der Ritualleitung. Die folgende Hauptfassung nennt den elften Tag im Eröffnungsgebet und verwendet bei der abschließenden Übergabe eine deutschsprachige Widmung mit dem tatsächlich vereinbarten Datum. Eine feste Uhrzeit ist nicht genannt.

Als Ort nennt die Quelle ein Flussufer oder den Strand, ersatzweise einen Tempelsaal oder Ashram. Auch ein geeigneter Familienraum kann als heutige praktische Anpassung dienen. Benötigt werden:

  • eine neue oder einwandfreie, brauchbare Schlafstatt mit Decke, Laken und gegebenenfalls Kopfkissen;
  • Kleidung und nach den eigenen Möglichkeiten weitere Ausstattung: Schuhe, Schirm, Fächer, Wassergefäß, Duft, Früchte, Blüten und Schmuck;
  • eine zusätzliche Silbergabe oder entsprechende Dakshina für den Empfänger;
  • Ganesha- und Vishnu-Bild, ein gemeinsamer Platz für die neun Grahas;
  • Wassergefäß, eine Unterlage aus Reis, duftende Zutat, Blumen, Sandelpaste, Kumkum, Akshata, Räucherduft, Lampe mit Ghee (bzw. Pflanzenöl), etwas Speise und ein Schutzfaden.

Die Pflanzenölalternative ist eine heutige vegane Anpassung. Vereinbare die tatsächlich benötigten Gegenstände vor der Feier mit dem Empfänger. Die Bettgabe soll dem Empfänger im Alltag Ruhe und Geborgenheit ermöglichen.

Die trauernde Person badet und zieht saubere neue Kleidung an. Wer eine heilige Schnur trägt, legt eine neue an; nicht initiierte Angehörige können nach der allgemeinen Anweisung des Handbuchs ein Schultertuch verwenden. Savya bedeutet über der linken Schulter, Apasavya über der rechten. Für die Gottesverehrung liegt es links, für die Totengedenkwidmung rechts. 〈NAME〉 und 〈GOTRA〉 bezeichnen die Angaben des Verstorbenen.

Durchführung

1. Die Feier eröffnen
Nenne Datum und Ort in deiner Sprache. Sprich die Einleitung, lege für die Gedenkwidmung Schnur beziehungsweise Tuch über die rechte Schulter und sprich den Sankalpa für einen männlichen Verstorbenen:

hariḥ oṁ tat sat | govinda govinda govinda |
〈GOTRA〉 gotra 〈NAME〉 pretasya pretatva nivṛtaye uttama loka prāptyarthaṁ adya ekādaśāhe śayyā dānam ahaṁ kariṣye ||

हरिः ॐ तत् सत् । गोविन्द गोविन्द गोविन्द ।
〈GOTRA〉 गोत्र 〈NAME〉 प्रेतस्य प्रेतत्व निवृतये उत्तम लोक प्राप्त्यर्थं अद्य एकादशाहे शय्या दानम् अहं करिष्ये ॥

Hari, Om, das ist die Wahrheit. Govinda, Govinda, Govinda. Heute am elften Tag vollziehe ich die Bettgabe für den verstorbenen 〈NAME〉 aus dem Gotra 〈GOTRA〉, zur Lösung aus dem Zustand des Preta und zur Erlangung einer hohen Welt.

Für eine Verstorbene nennt die Quelle an den entsprechenden Stellen gotre und pretāyāḥ. Wähle mit der Leitung die passende Namensform; die Gabenfolge bleibt dieselbe.

Lege das Tuch wieder über die linke Schulter und kündige die Vorverehrung an:

tadaṅgatayā nirvighnatārtha gaṇeśa pūjana sakala saṁsthāpana navagraha pūjana śrī bhagavad viṣṇu pūjanaṁ ca kariṣye ||

तदङ्गतया निर्विघ्नतार्थ गणेश पूजन सकल संस्थापन नवग्रह पूजन श्री भगवद् विष्णु पूजनं च करिष्ये ॥

Als zugehörige Vorbereitung werde ich zur Hindernisfreiheit Ganesha verehren, die heiligen Plätze einrichten, die neun Grahas und den erhabenen Vishnu verehren.


oṁ śrīman mahā gaṇādhipataye namaḥ |
lakṣmī-nārāyaṇābhyāṁ namaḥ |
vāṇī-hiraṇyagarbhābhyāṁ namaḥ |
umā-maheśvarābhyāṁ namaḥ |
mātā pitṛ caraṇa kamalebhyo namaḥ |
śrī pitreśvarāya namaḥ ||
vināyakaṁ guru bhānu viṣṇur maheśvarān sarasvatī praṇamyādau sarva kāryārtha siddhaye ||

ॐ श्रीमन् महा गणाधिपतये नमः ।
लक्ष्मी-नारायणाभ्यां नमः ।
वाणी-हिरण्यगर्भाभ्यां नमः ।
उमा-महेश्वराभ्यां नमः ।
माता पितृ चरण कमलेभ्यो नमः ।
श्री पित्रेश्वराय नमः ॥
विनायकं गुरु भानु विष्णुर् महेश्वरान् सरस्वती प्रणम्यादौ सर्व कार्यार्थ सिद्धये ॥

Ehre dem großen Herrn der Scharen; Ehre Lakshmi und Narayana, Vani und Hiranyagarbha, Uma und Maheshvara; Ehre den Lotusfüßen von Mutter und Vater und dem Herrn der Ahnen. Zu Beginn verneige ich mich vor Vinayaka, dem Guru, der Sonne, Vishnu, Maheshvara und Saraswati, damit das Vorhaben gelinge.

2. Ganesha begrüßen
Lege vor Ganesha Sandelpaste und eine Blume nieder. Vergegenwärtige seine freundliche Gegenwart und sprich die beiden Gebete:

gajānanaṁ bhūtagaṇādi-sevitaṁ kapittha jambu phalasārabhakṣaṇam |
umā-sutaṁ śoka-vināśa-kāraṇaṁ namāmi vighneśvara pāda-paṅkajam ||
oṁ vighneśvarāya varadāya sura priyāya lambodarāya sakalāya jagadhitāya |
nāgānanāya śruti yajña vibhūṣitāya gaurī sutāya gaṇanātha namo namaste ||

गजाननं भूतगणादि-सेवितं कपित्थ जम्बु फलसारभक्षणम् ।
उमा-सुतं शोक-विनाश-कारणं नमामि विघ्नेश्वर पाद-पङ्कजम् ॥
ॐ विघ्नेश्वराय वरदाय सुर प्रियाय लम्बोदराय सकलाय जगधिताय ।
नागाननाय श्रुति यज्ञ विभूषिताय गौरी सुताय गणनाथ नमो नमस्ते ॥

Ich verneige mich vor den Lotusfüßen des elefantengesichtigen Herrn der Hindernisse, der von den Scharen verehrt wird, Kapittha- und Jambu-Früchte genießt und als Sohn Umas Leid löst. Ehre dem Gabenspender, Liebling der Götter, großen Bäuchigen, dem Ganzen und dem Wohl der Welt Zugewandten; dem Elefantengesichtigen, von Veda und Opfer Geschmückten, dem Sohn Gauris und Herrn der Scharen.


kṛtenānena pūjanena śrī gaṇeśāmbike prīyetām ||

कृतेनानेन पूजनेन श्री गणेशाम्बिके प्रीयेताम् ॥

Durch diese Verehrung mögen Ganesha und Ambika erfreut sein.

3. Das Wassergefäß als Karma Patra einrichten
Stelle das gefüllte Gefäß auf die Reisunterlage. Gib eine geeignete Duftzutat und eine Blume hinein; schmücke die vier Seiten außen mit Sandelpaste und Kumkum. Lege die rechte Hand über die Öffnung. Rufe Varuna an:

āvāhayāmy ahaṁ devaṁ varuṇaṁ bhuvaneśvaram |
sarvauṣadhirasaṁ divyam amṛtaṁ prāṇa-dhārakam ||
apāṁpate jagan-nātha rasa rūpa gadādhara |
padmodbhava ihāgaccha śakreṇa sahitaḥ prabho ||
sagaṇaś ca sabhāryaś ca śiśumāraika vāhana |
ehi deva jalādhyakṣa pātre’smin sannidhiṁ kuru ||

आवाहयाम्य् अहं देवं वरुणं भुवनेश्वरम् ।
सर्वौषधिरसं दिव्यम् अमृतं प्राण-धारकम् ॥
अपांपते जगन्-नाथ रस रूप गदाधर ।
पद्मोद्भव इहागच्छ शक्रेण सहितः प्रभो ॥
सगणश् च सभार्यश् च शिशुमारैक वाहन ।
एहि देव जलाध्यक्ष पात्रेऽस्मिन् सन्निधिं कुरु ॥

Ich rufe den göttlichen Varuna, Herrn der Welt: göttliche Essenz aller Pflanzen, Unsterblichkeitstrank, Träger des Lebens. Herr der Wasser, Herr der Welt, Wesen des Saftes, Keulenträger, Lotusgeborener, komm mit Shakra, o Herr. Komm mit deiner Schar und deiner Gefährtin, auf dem Wassertier Reitender, Gebieter der Wasser; sei in diesem Gefäß gegenwärtig.


oṁ namo namaste sphaṭika prabhāya suśveta vastrāya sumaṅgalāya |
supāśa-hastāya jhaṣāsanāya jalādhināthāya varuṇāya namo namaste ||
oṁ karma-pātraṁ susaṁpannam astu ||

ॐ नमो नमस्ते स्फटिक प्रभाय सुश्वेत वस्त्राय सुमङ्गलाय ।
सुपाश-हस्ताय झषासनाय जलाधिनाथाय वरुणाय नमो नमस्ते ॥
ॐ कर्म-पात्रं सुसंपन्नम् अस्तु ॥

Ehre dem kristallhellen, weißgewandeten, heilvollen Varuna, der die Schlinge hält, auf dem Wassertier sitzt und die Wasser beherrscht. Möge dieses Ritualgefäß gut bereitet sein.

Besprenge den Gabenplatz und die Anwesenden mit einer benetzten Blüte. Sprich dabei die folgende Reinigungsstrophe:

apavitraḥ pavitro vā sarvāvasthāṁ gato’pi vā |
yaḥ smaret puṇḍarīkākṣaṁ sa bāhyābhyantaraḥ śuciḥ ||

अपवित्रः पवित्रो वा सर्वावस्थां गतोऽपि वा ।
यः स्मरेत् पुण्डरीकाक्षं स बाह्याभ्यन्तरः शुचिः ॥

Unrein oder rein, in welchem Zustand jemand auch sein mag: Wer des Lotusäugigen gedenkt, wird innen und außen rein.

4. Vishnu verehren
Richte dich zu Vishnus Bild, lege eine Blume dar und sprich die beiden im Handbuch zugeordneten Gebete. Die ruhige Gestalt Vishnus erinnert die Familie an die tragende göttliche Gegenwart.

śāntākāraṁ bhujaga-śayanaṁ padma-nābhaṁ sureśaṁ
viśvādhāraṁ gagana-sadṛśaṁ megha-varṇaṁ śubhāṅgam |
lakṣmī-kāntaṁ kamala-nayanaṁ yogibhir-dhyāna-gamyaṁ
vande viṣṇuṁ bhava-bhaya-haraṁ sarva-lokaika-nātham ||

शान्ताकारं भुजग-शयनं पद्म-नाभं सुरेशं
विश्वाधारं गगन-सदृशं मेघ-वर्णं शुभाङ्गम् ।
लक्ष्मी-कान्तं कमल-नयनं योगिभिर्-ध्यान-गम्यं
वन्दे विष्णुं भव-भय-हरं सर्व-लोकैक-नाथम् ॥

Ich verehre Vishnu: von friedvoller Gestalt, auf der Schlange ruhend, mit dem Lotus aus seinem Nabel, Herr der Götter; Träger der Welt, dem Himmel gleich, wolkenfarben und von heilvollen Gliedern; Geliebter Lakshmis, lotusäugig, von Yogis durch Meditation erfahrbar, Löser der Furcht vor dem Werden und einziger Herr aller Welten.


namo’stv anantāya sahasramūrtaye sahasra-pādākṣi śiroru bāhave |
sahasra-nāmne puruṣāya śāśvate sahasra koṭi yuga dhāriṇe namaḥ ||

नमोऽस्त्व् अनन्ताय सहस्रमूर्तये सहस्र-पादाक्षि शिरोरु बाहवे ।
सहस्र-नाम्ने पुरुषाय शाश्वते सहस्र कोटि युग धारिणे नमः ॥

Ehre dem Unendlichen mit tausend Gestalten, tausend Füßen, Augen, Häuptern, Schenkeln und Armen; Ehre dem ewigen Purusha mit tausend Namen, der zahllose Weltalter trägt.

5. Die neun Grahas gemeinsam ehren
Am gemeinsamen Graha-Platz gedenke zuerst der Sonne:

japā kusuma saṅkāśaṁ kāśyapeyaṁ mahādyutim |
tamo’riṁ sarva pāpaghnaṁ praṇato’smi divākaram ||

जपा कुसुम सङ्काशं काश्यपेयं महाद्युतिम् ।
तमोऽरिं सर्व पापघ्नं प्रणतोऽस्मि दिवाकरम् ॥

Ich verneige mich vor dem Tagesspender, leuchtend wie die Hibiskusblüte, Sohn Kashyapas, von großem Glanz, Feind der Finsternis und Tilger aller Verfehlung.

Sprich die gemeinsame Anrufung. Lege danach Sandelpaste und Blüten nieder, zeige Räucherduft und Licht und stelle etwas Speise hin. Damit sind die im Abschnitt vorausgesetzten Gastgaben sichtbar ausgeführt; weitere Formeln werden hierfür nicht verlangt.

oṁ sūryādi navagrahebhyo namaḥ | dhyāyāmi āvāhayāmi ||

ॐ सूर्यादि नवग्रहेभ्यो नमः । ध्यायामि आवाहयामि ॥

Ehre den neun Grahas, beginnend mit Surya. Ich vergegenwärtige sie und lade sie ein.


oṁ brahmā murāris tripurāntakārī bhānuḥ śaśī bhūmi-suto budhaś ca |
guruś ca śukraḥ śani rāhu ketavaḥ sarve grahāḥ śānti karā bhavantu ||
oṁ sūryādi navagrahebhyo namaḥ ||

ॐ ब्रह्मा मुरारिस् त्रिपुरान्तकारी भानुः शशी भूमि-सुतो बुधश् च ।
गुरुश् च शुक्रः शनि राहु केतवः सर्वे ग्रहाः शान्ति करा भवन्तु ॥
ॐ सूर्यादि नवग्रहेभ्यो नमः ॥

Brahma, Murari und der Zerstörer Tripuras; Sonne, Mond, Mars und Budha, Jupiter, Venus, Saturn, Rahu und Ketu: Mögen sie Frieden bringen. Ehre den neun Grahas, beginnend mit Surya.

6. Die Schlafstatt segnen und den Empfänger ehren
Breite die Bettwäsche aus und ordne die weiteren Gaben auf oder neben der Schlafstatt. Besprenge alles mit dem Wasser des Karma Patra.

oṁ sopaskaraṇa śayyāyai namaḥ ||

ॐ सोपस्करण शय्यायै नमः ॥

Om, Ehre der Schlafstatt mit ihrer Ausstattung.

Ehre den Empfänger mit Sandelpaste und einer Blume. Binde ihm den vorbereiteten Schutzfaden ums Handgelenk; die Quelle gibt dafür hier keine eigene Formel an.

oṁ imāṁ sopaskaraṇa śayyāṁ dadāmi ||

ॐ इमां सोपस्करण शय्यां ददामि ॥

Om, ich gebe diese Schlafstatt mit ihrer Ausstattung.

7. Die Gabe übergeben
Übergib die ganze Schlafstatt und die tatsächlich vorbereiteten Dinge. Sprich die Übergabewidmung in dieser deutschen, an die konkreten Gaben angepassten Form. Sie gibt den Sinn des langen Quellsankalpas wieder:

„Heute, an unserem vereinbarten Abschlusstag der Trauerzeit, gebe ich diese Schlafstatt mit ihrer Ausstattung, damit 〈NAME〉 in der jenseitigen Welt friedlich ruhen und eine hohe Welt erreichen möge. Ich überreiche nach unseren Möglichkeiten Bett, Decken und Laken, Kleidung und die hier bereitgestellten weiteren Gaben dem verehrten Empfänger 〈EMPFÄNGERNAME〉. Möge diese Gabe angenommen sein.“

Der traditionelle Übergabetext, dessen Aufzählung auch nicht in jeder Familie vorhandene Ausstattungsstücke umfasst, lautet vollständig:

oṁ adyāśaucānte dvitīye’hni 〈GOTRA〉 gotra 〈NAME〉 pretasya paraloke sukha śayanārthaṁ uttama loka prāptyarthaṁ imāṁ sopaskarā śayyāṁ nidrā kalaśa dhṛta chatra cāmarādi pāduko pāhana vahana pādhānacchādanādika pūrādi gandha paṭṭa kauśaiya kṣaumorṇa kārpāsa vastra suvarṇa rajata bhūṣaṇa tāmbūla puṣpa phalādibhiḥ yathā śaktya 〈EMPFÄNGERGOTRA〉 gotrāya 〈EMPFÄNGERNAME〉 śarmaṇe brāhmaṇāya supūjitāya tubhyaṁ ahaṁ sampradade ||

ॐ अद्याशौचान्ते द्वितीयेऽह्नि 〈GOTRA〉 गोत्र 〈NAME〉 प्रेतस्य परलोके सुख शयनार्थं उत्तम लोक प्राप्त्यर्थं इमां सोपस्करा शय्यां निद्रा कलश धृत छत्र चामरादि पादुको पाहन वहन पाधानच्छादनादिक पूरादि गन्ध पट्ट कौशैय क्षौमोर्ण कार्पास वस्त्र सुवर्ण रजत भूषण ताम्बूल पुष्प फलादिभिः यथा शक्त्य 〈EMPFÄNGERGOTRA〉 गोत्राय 〈EMPFÄNGERNAME〉 शर्मणे ब्राह्मणाय सुपूजिताय तुभ्यं अहं सम्प्रददे ॥

Om, heute am zweiten Tag nach dem Ende der rituellen Trauerfrist übergebe ich dir, dem geehrten Brahmanen 〈EMPFÄNGERNAME〉 aus dem Gotra 〈EMPFÄNGERGOTRA〉, diese ausgestattete Schlafstatt: für friedlichen Schlaf des verstorbenen 〈NAME〉 in der jenseitigen Welt und für das Erreichen einer hohen Welt; nach meinen Möglichkeiten mit Wassergefäß, Schirm und Fächer, Schuhwerk, Trage- und Lagerausstattung, Bedeckungen, Duftstoffen, feinen Stoffen, Seide, Leinen, Wolle und Baumwolle, Gold- und Silberschmuck, Betel, Blumen und Früchten.

8. Die Dakshina ergänzen und den Segen erbitten
Übergib die zusätzliche Silbergabe. Auch hierfür kann die Datierung im folgenden traditionellen Text durch eine vollständige deutsche Widmung mit dem tatsächlichen Datum ersetzt werden.

oṁ adyā aśaucānte dvitīye’hni kṛtaitat sopaskaraṇa śayyādāna pratiṣṭhārthaṁ idaṁ rajataṁ candra daivataṁ yathā 〈EMPFÄNGERNAME〉 nāma 〈EMPFÄNGERGOTRA〉 gotrāya brāhmaṇāya dakṣiṇatvena tubhyam ahaṁ sampradade ||

ॐ अद्या अशौचान्ते द्वितीयेऽह्नि कृतैतत् सोपस्करण शय्यादान प्रतिष्ठार्थं इदं रजतं चन्द्र दैवतं यथा 〈EMPFÄNGERNAME〉 नाम 〈EMPFÄNGERGOTRA〉 गोत्राय ब्राह्मणाय दक्षिणत्वेन तुभ्यम् अहं सम्प्रददे ॥

Om, heute am zweiten Tag nach Ende der rituellen Trauerfrist übergebe ich dir, dem Brahmanen 〈EMPFÄNGERNAME〉 aus dem Gotra 〈EMPFÄNGERGOTRA〉, dieses Chandra zugeordnete Silber als Ehrengabe zur Vollendung der ausgestatteten Bettgabe.


yathā na kṛṣṇa śayanaṁ śūnya sāgara jātayā |
śayyā mamāpyaśūnyāstu tathā janmani janmani ||

यथा न कृष्ण शयनं शून्य सागर जातया ।
शय्या ममाप्यशून्यास्तु तथा जन्मनि जन्मनि ॥

Wie Krishnas Lager nicht ohne die aus dem Ozean geborene Lakshmi ist, so möge auch mein Lager Geburt für Geburt nicht leer sein.

Abschluss

Der Empfänger nimmt die Gaben entgegen. Verneige dich zum Abschluss; die Quelle schreibt keine weitere feste Schlussformel vor. Verabschiede die angerufenen göttlichen Gegenwarten mit Dank. Die Speise kann als Prasad geteilt, das saubere Segenswasser an eine Pflanze gegeben werden. Lösche die Lampe sicher und sorge dafür, dass Schlafstatt und Ausstattung tatsächlich zum Empfänger gelangen.

Das abschließende Gebet verbindet die Ruhe des Verstorbenen mit dem Wunsch nach liebevoller Gemeinschaft der Lebenden. Eine Bettgabe ist gelungen, wenn sie nicht nur erinnert, sondern einem anderen Menschen wirkliche Ruhe ermöglicht.

Quellen und weitere Praxis

20.12.2026 - 20.12.2026 Gita Jayanti

Die Bhagavad Gita hat Geburtstag. Immer Ende November bis Mitte Dezember, abhängig von der Mondphase, wird Gita Jayanti gefeiert. Wir wollen den Geburt…
Vani Devi Beldzik
26.12.2026 - 02.01.2027 Indische Rituale Ausbildung

Du interessierst dich für indische Rituale? Du hast die einzigartige Gelegenheit, in dieser Rituale Ausbildung bei Yoga Vidya die kleine Puja, große P…
Sukadev Bretz, Shankari Winkelbauer