Schlaganfall

Aus Yogawiki
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Ein Schlaganfall (engl. stroke, CVA, dt. auch (zerebraler) Insult, Hirninfarkt, Apoplex, Apoplexia cerebri, Gehirnschlag u.a.) ist eine Funktionseinschränkung bestimmter Areale des Gehirns, die entweder durch eine sogenannte Minderblutung (sogenannter ischämischer Schlaganfall, in westlichen Ländern etwa 80% der Fälle) durch Gefäßverschluss ausgelöst werden kann oder durch eine Gehirnblutung (hämorraghischer Schlaganfall, etwa 20% der Fälle). Der Schlaganfall steht heute immer noch an 3. Stelle der Todesursachen und kann, wenn er nicht schnell behandelt wird, durch das Absterben von Gehirnzellen zu dauerhaften Behinderungen unterschiedlicher Schweregrade führen. Die Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (siehe Weblinks) berichtet über eine Studie, derzufolge weltweit immer jüngere Menschen, nämlich Menschen auch im mittleren Alter, einen Schlaganfall erleiden, was durch rechtzeitige Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Diabetes verhindert werden könnte.

Bluthochdruck ist keine harmlose Erkrankung, man sollte dagegen etwas unternehmen

Durch ihre Stress abbauende und damit auch Blutdruck senkende (siehe Wissenschaftliche Studien Meditation, Punkt 3.2) Wirkung eignen sich sanfter Yoga und Meditation zur Prävention von Schlaganfall und Herzinfarkt. Yoga konnte therapiebegleitend jedoch auch nach dem Schlaganfall in der Reha bei Patienten das Gleichgewichtsgefühl stärken, die Angst vor Stürzen senken und ihnen die neuromuskuläre Kontrolle zurückgeben; außerdem verbesserte sich die kardiovaskuläre Ausdauer (siehe Wissenschaftliche Studien, Punkte 6.2, 6.3 und 7.15).

Krankheitsursachen

Die größten Verursacher von Schlaganfall sind hoher Blutdruck und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern); den Blutdruck lassen viele Menschen, die unter großem privatem oder beruflichen Stress (stehen, zu selten überprüfen und behandeln. Besonders gravierend ist es, wenn sich zum Bluthochdruck auch noch falsche Ernährung und Übergewicht, Rauchen und mangelnde Bewegung gesellen. Durch Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) erhöht sich noch der Druck und es können Gefäße im Gehirn platzen, es kommt zu zerebralen Blutungen und damit zum hämorraghischen Schlaganfall.

Durch den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn (Blutgerinnsel, arterielle Embolien, venöse Thrombosen) können aber auch Bereiche des Gehirns zu wenig durchblutet werden (mit 80& der Fälle der häufigere Schlaganfall); durch den eintretenden Sauerstoffmangel können Gehirnzellen absterben und es kann zu leichten bis sehr schweren Störungen kommen.

Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern können dadurch zum Schlaganfall führen, dass das Herz weniger effizient pumpt und Blut im Herzen zurückbleibt, das dann verklumpt (koaguliert). Diese Blutgerinnsel können sich lösen und über die Blutbahn ins Gehirn geraten und dort ein Gefäß verstopfen, so dass es zu der erwähnten Minderdurchblutung und mangelnden Sauerstoffversorgung eines Areals kommen kann (ischämischer Schlaganfall).

Auch Dauerlärm, insbesondere, wenn der Tiefschlaf gestört ist, versetzt den Körper in ständige Alarmbereitschaft und erhöht das Risiko, von emotionalen Belastungen wie Trennung, Trauer, Mobbing ganz zu schweigen.

Symptome

Schnelles Handeln zählt

Je nach Ausmaß und dem betroffenen Areal im Gehirn können bei Schlaganfall die unterschiedlichsten Symptome aufreten, die von starken Kopfschmerzen, Schwindel und Störungen des Gleichgewichts bis hin zu motorischen Störungen, Lähmungen, Schluck-, Sprach- und Sehstörungen und Bewusstseinsstörungen reichen. Angehörige können das mögliche Vorliegen eines Schlaganfalls mit einem schnellen Test überprüfen, dem in den USA entwickelten FAST-Test:

  • F=Face: Den Patienten bitten zu lächeln; wenn ein Mundwinkel nach unten hängt oder das Gesicht sich ungewöhnlich verzieht, dann kann ein Schlaganfall vorliegen.
  • A=Arms: Den Patienten auffordern, mit geschlossenen Augen die Arme mit den Handflächen nach oben nach vorn auszustrecken; sinkt dabei ein Arm ab, ist dies ebenfalls ein Anzeichen für einen Schlaganfall.
  • S=Speech: Den Patienten bitten, einen Satz nachzusprechen; wenn er dabei merkwürdig artikuliert oder gar nicht sprechen kann, deutet auch das auf einen Schlaganfall hin.
  • T=Time: Ist eines oder sind gar mehrere dieser Anzeichen positiv, dann ist Eile geboten, denn Gehirnzellen beginnen schon nach wenigen Minuten abzusterben.

Diagnostik

Die Diagnose Schlaganfall wird mittels bildgebender Verfahren wie CT und MRT bestätigt.

Therapie und therapiebegleitende Maßnahmen

Akuttherapie

Treten bei einem Menschen ungewöhnliche Störungen auf - wie die oben erwähnten Sprach- und Sehstörungen, oder motorische Störungen (wenn der Person beispielsweise die Tasse aus der Hand fällt) - oder klagt der Patient über starke Kopfschmerzen und Schwindelanfälle, dann sollten seine Angehörigen auf jeden Fall an einen Schlaganfall denken und mit ihm den schnellen FAST-Test (siehe Symptome oben) durchführen. Erhärtet sich der Verdacht auf Schlaganfall durch diesen Test, dann ist unverzüglich der Rettungsdienst zu rufen, da, wie bereits erwähnt, Gehirnzellen innerhalb von Minuten absterben können. Der Patient sollte keinen Belastungen oder unnötigen Bewegungen ausgesetzt werden, nicht gelegt werden (eher sitzende Position), beengende Kleidung kann geöffnet werden; Angehörige sollten nach Möglichkeit in der Nähe des Kranken bleiben und psychischen Beistand leisten. Der Patient soll auch nicht trinken oder essen, da Schluckstörungen vorliegen können und Flüssigkeit oder Nahrung dann in die Luftröhre gelangen können.

Sobald vom Rettungsdienst die Notversorgung sichergestellt wurde, sollte der Patient direkt in ein Krankenhaus mit einer Stroke Unit gebracht werden, die auf die Versorgung von Schlaganfall spezialisiert ist.

Bestätigt sich durch CT oder MRT die Diagnose Schlaganfall durch Minderblutung/Gefäßverschluss (ischämischer Schlaganfall), dann können dem Patienten intravenös Medikamente (Antikoagulantien) verabreicht werden, mit denen man versucht, das Blutgerinnsel aufzulösen, damit die betroffenen Gehirnareale wieder durchblutet werden können (sogenannte Thrombolyse). Mit noch größerem Erfolg werden beim ischämischen Schlaganfall auch Katheter zur Entfernung von Blutgerinnseln eingesetzt (Neurothrombektomie). Die Therapien zeigen gute Ergebnisse, sofern der Patient innerhalb von 3-4 Stunden versorgt werden kann.

Ist der Schlaganfall dagegen auf eine Blutung (seltenerer hämorraghischer Schlaganfall) zurückzuführen, dann ist davon auszugehen, dass sich in der Nähe der Blutung eine Schwellung bildet (Ödem). Ist der durch das Ödem auf das Gehirn ausgeübte Druck sehr groß, dann muss der Bluterguss operativ entfernt werden; bei geringerem Druck werden Infusionen zur Entwässerung und zur Senkung des Blutdrucks verabreicht. Der Patient wird künstlich beatmet.

Erste Hilfe bei Schlaganfall - Erkennen, Handeln und Leben retten

Rehabilitation

Zuwendung ist wichtig

Die Rehabilitationsmaßnahmen beginnen sofort nach Überwinden der kritischen Phase bei Schlaganfall - je früher der Rehabeginn, desto größer der Therapieerfolg. Der Patient mit überstandenem Schlaganfall erhält neben der normalen Pflege, je nach dem betroffenen Hirnareal, auch Krankengymnastik, Sprach- und Ergotherapie sowie ggf. Gedächtnistraining, spezielle Übungen zur Überwindung von Schluckstörungen usw. Entsprechend dem Ausmaß der erlittenen Hirnschäden kann beim Schlaganfall auch eine längere Rehabilitation erforderlich sein. Patienten mit überstandenem Schlaganfall müssen auch wieder lernen, sich allein zu waschen, anzukleiden oder sich Mahlzeiten zuzubereiten, damit sie im Alltag zurechtkommen.

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, haben wissenschaftliche Studien gezeigt, dass Yoga und Meditation nicht nur Stress abbauen und den Blutdruck senken, sie haben sich bei Schlaganfall auch in der Reha bewährt: Patienten mit überstandenem Schlaganfall fanden durch therapiebegleitenden Yoga schneller ihr Gleichgewicht wieder, verbesserten ihre Ausdauer und gewannen die neuromuskuläre Kontrolle zurück (siehe Wissenschaftliche Studien, Punkte 6.2, 6.3 und 7.15). Umkehrstellungen wie Kopfstand und Schulterstand sollten Patienten mit überwundenem Schlaganfall jedoch nicht ausführen, sondern sanften Yoga mit häufigen Entspannungspausen, der sich als besonders wirkungsvoll erwiesen hat.

Angehörige können durch Liebe, Zuwendung, Verständnis und Geduld dazu beitragen, dass der Patient sich nach dem Schlaganfall erholt, und können den Patienten bei Übungen und Gedächtnistraining mit kleinen Belohnungen unterstützen, aber nicht überfordern, da Frustration das Gegenteil bewirkt. Es ist gut, wenn sie dabei insbesondere der durch den Schlaganfall gestörten Seite des Patienten ihre Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit zukommen lassen und sich auch auf diese Seite des Patientenbettes setzen, damit der Patient gezwungen ist, sich dieser Seite wieder zuzuwenden.

Rüdiger Dahlke weist in seinem Buch "Krankheit als Sprache der Seele" darauf hin, dass der Schlaganfall durch die einseitige Störung darauf hindeuten kann, welche Seite man in seinem Leben zu sehr vernachlässigt hat - die weibliche oder die männliche. So könnte der Patient sich nach dem Schlaganfall die Frage stellen, welcher Seite er künftig mehr Aufmerksamkeit schenken sollte (R. Dahlke, Krankheit als Sprache der Seele, S. 216-221). Störungen der linken weiblichen Körperseite entsprechen Ausfälle in der rechten Gehirnhälfte, Störungen der rechten männlichen Körperseite entsprechen Ausfälle in der linken Gehirnhälfte. Beide Seiten sind notwendig, um sich "adäquat auszudrücken" (S. 219).

Prävention

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Mit einer gesunden Lebensführung, Stressreduktion bei der Arbeit und privat, auch durch Yoga, Meditation und Tiefenentspannung, Bewegung an der frischen Luft, gesunder Ernährung, Reduktion von Übergewicht (ein paar Kilos weniger senken schon den Blutdruck und damit auch das Risiko), Verzicht auf Rauchen und zuviel Alkohol lässt sich schon viel erreichen.

Meist genügen diese Maßnahmen schon, um den Blutdruck entscheidend zu senken und damit auch dem Schlaganfall vorzubeugen - falls nicht, müssen Bluthochdruck und eventuell vorhandener Diabetes auch medikamentös eingestellt werden.

Darüber hinaus ist es wichtig, eventuelle Vorboten von Herz-Kreislauf-Störungen wie Schwindelanfälle, heftigen Kopfschmerz, Herzrhythmusstörungen nicht zu ignorieren, sondern damit einen Arzt aufzusuchen.

Siehe auch

Literatur

  • Michael Hessinger, Günther Erick Klein, Walter Kreuzig, Edmund Pabst, Kurt Tiesenhausen, Schlaganfall - Erkennen - Rehabilitation - Vorbeugung, 1. Aufl., 17. August 2012, Verlagshaus der Ärzte
  • J. Braun, A. Dormann, Klinikleitfaden Innere Medizin, Gustav Fischer
  • Rüdiger Dahlke, Krankheit als Sprache der Seele, Mosaik Goldmann, 14. Aufl., 1999

Weblinks

Seminare

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