Ribhu

Aus Yogawiki
Statue der Gottheit Indra Copyright

1. Ribhu (Sanskrit: ऋभु ṛbhu adj. u. m.) anstellig, geschickt, kunstfertig, erfindsam, klug; handlich, leicht zu gebrauchen; Künstler, Bildner, insbesondere in Schmiedearbeit und Wagenbau; Bezeichnung dreier mythischer als Künstler gepriesener Wesen; eine bestimmte Götterordnung (Pl.); Gottheit; ein Beiname Indras, Agnis und Adityas.

In der puranischen Mythologie ist Ribhu der Sohn des höchsten Brahma. Durch seine angeborene Geistesart war er ein heiliges Wesen und war von wahrer Weisheit beseelt. Sein Schüler war Niagha, ein Sohn von Pulastya. Mit besonderem Interesse unterrichtete er ihn. Ribhu kam immer nach 2000 Jahren wieder, um ihn weiter die wahre Weisheit zu lehren. Die Vishnu Purana, die ursprünglich von dem Rishi (Narayana) verfasst wurde, wurde von Brahma Ribhu übermittelt. Ribhu war einer der vier Kumaras.

2. Die Ribhus (Sanskrit, m. ऋभु ṛbhu ) sind eine Gruppe von drei göttlichen Künstlern in der vedischen Religion. Im späteren Hinduismus spielen sie keine nennenswerte Rolle mehr. Zu den besonderen Kunstwerken, die sie herstellten, gehört der Wagen der Ashvins.

Ribhu - eine alte vedische Gottheit

Der praktische Teil der Veden besteht aus gesonderten Gebeten, die mit wenigen Ausnahmen an nicht mehr verehrte Gottheiten gerichtet sind. Einige von ihnen sind sogar unbekannt. Es gibt zum Beispiel eine namens Ribhu, über deren Geschichte, Funktion oder selbst Namen man in ganz Indien vergeblich suchen würde.

Anmerkung: Wenn man in der englischen Wikipedia unter ‘Ribhus’ nachschaut, findet man jedoch jede Menge Erklärungen.

Mythos der drei Ribhus

Darstellung von Sakra (Indra) und Brahma im Buddhismus

Die drei Ribhus heissen Ribhu (ऋभु) oder auch Ribhukshin (ऋभुक्षिन् ṛbhukṣin), Vaja (वाज) und Vibhvan (विभ्वन्). Laut dem Rigveda sind sie ursprünglich Menschensöhne von Sudhanvan, dem Sohn von Angiras, einem der sieben Saptarishi. Wegen ihrer außerordentlichen Kunstfertigkeiten erhielten sie von Savitri die Unsterblichkeit und wurden unter die Götter aufgenommen. Sie werden auch unter den Helfern von Indra genannt, dessen Wagen sie hergestellt haben.

Die Ribhus standen auch im Wettstreit mit Tvashtri, dem göttlichen Handwerker und vervierfachten den von diesem verfertigten Opferbecher der Götter.

Über Ribhu, den Weisheitslehrer und Autor der Ribhu Gita

Ribhu (Tamil: ரிபு, Ripu) ist ein legendärer Weisheitslehrer der indischen Überlieferung. Sein Sanskritname lautet Ṛbhu. Besonders bekannt sind seine Unterweisungen an Nidagha und die Ribhu Gita, die in der tamilischen Advaita-Tradition große Verehrung genießt.

Shiva in Meditation: Sinnbild stiller Sammlung.

Überlieferung und Hintergrund

Das Vishnu Purana nennt ihn einen Sohn Brahmas und Lehrer Nidaghas. Die Ribhu Gita gehört dagegen zum Shiva Rahasya und entfaltet einen shaivitischen Zusammenhang der Nichtdualität. Diese Textüberlieferungen werden nicht zu einer historisch datierbaren Vita verschmolzen. Die tamilische Fassung Ulaganatha Swamis wurde auch im Umfeld Ramana Maharshis rezitiert.[1]

Geschichten über Ribhu

Der unbekannte Gast

Ribhu hatte Nidagha in die Weisheit der Einheit eingeführt. Doch eine empfangene Lehre muss im Leben reifen. Nach einer langen, mythisch bemessenen Zeit sucht der Lehrer seinen Schüler wieder auf. Nidagha lebt bei Viranagara am Fluss Devika und erfüllt seine religiösen Pflichten.

Als der Fremde an seinem Haus erscheint, nimmt Nidagha ihn gastfreundlich auf. Er bietet ihm Wasser und einen Platz an und fragt nach seinem Wunsch zu essen. Ribhu verlangt besondere, süße Speisen. Nidaghas Frau bereitet das Gewünschte zu, und der Gast wird sorgsam versorgt.

Nach dem Mahl erkundigt sich Nidagha, ob sein Besucher satt und zufrieden sei. Er fragt auch, woher dieser komme, wohin er gehe und wo er wohne. Alles sind gewöhnliche, freundliche Fragen. Gerade aus ihnen aber macht Ribhu eine Unterweisung.

Wer ist satt geworden?

Der Gast lenkt die Aufmerksamkeit auf den Unterschied zwischen den Zuständen des Körpers, den Bewegungen des Geistes und dem Selbst. Hunger und Durst gehören zum leiblichen Leben. Zufriedenheit und Unzufriedenheit verändern sich im Geist. Was aber ist das, worauf wir mit dem Wort „ich“ zeigen?

Auch die Fragen nach Herkunft und Ziel erhalten eine unerwartete Wendung. Das Selbst, das Ribhu meint, ist nicht wie ein begrenzter Gegenstand nur an einer bestimmten Stelle eingeschlossen. Die Lehre führt von der äußeren Reise zur Untersuchung dessen, der zu reisen scheint.

Warum dann süße Speisen?

Die Besonderheit des Gastes bleibt dabei nicht ungeklärt. Warum hat er bestimmte Speisen verlangt, wenn er nun über Einheit spricht? Ribhu weist auf die Veränderlichkeit der Bewertung hin. Was dem Hungrigen köstlich erscheint, kann dem Übersättigten lästig werden. Der Körper wird durch Nahrung erhalten; die Vorstellungen von angenehm und unangenehm wechseln.

Damit wird das Mahl nicht verachtet. Es bleibt eine gute und notwendige Gabe. Doch Nidagha soll durch die Erfahrung hindurchsehen und nicht jede vorübergehende Empfindung mit seinem tiefsten Wesen gleichsetzen.

Der Lehrer gibt sich zu erkennen

Nidagha spürt, dass hier kein gewöhnlicher Gast spricht. Er verneigt sich und bittet zu erfahren, wer ihm diese Einsicht schenkt. Nun nennt Ribhu seinen Namen. Er ist gekommen, um die Lehre seines Schülers zu vertiefen.

Zum Abschied verweist er auf die ungeteilte Wirklichkeit des höchsten Geistes, den das Vishnu Purana als Vasudeva bezeichnet. Der Besuch endet, doch das alltägliche Haus ist zum Ort einer tiefen Unterweisung geworden.[2]

Betrachtung: Die alltägliche Tür

Ribhus Geschichte ermutigt dazu, Erkenntnis nicht nur in außergewöhnlichen Zuständen zu suchen. Ein Mahl, eine Frage, eine wechselnde Empfindung können zur Tür werden. Entscheidend ist die Bereitschaft, genauer hinzusehen.

Dabei darf die Lehre von der Einheit die Fürsorge für den Körper nicht verdrängen. Gerade die gastfreundliche Versorgung trägt die Begegnung. Weisheit und gelebte Güte stehen hier nicht nebeneinander; die eine erhält durch die andere einen menschlichen Raum.

Ramana Maharshi, Lehrer der Selbstergründung und der inneren Stille.

Spirituelle Bedeutung von Ribhu

Ribhu steht für beharrliche Unterweisung in Nichtdualität. Die Guru-Beziehung erscheint als geduldige Hilfe, empfangenes Wissen in eigene Einsicht zu verwandeln.

Werke und weiterführende Texte

Beziehungen zu anderen Persönlichkeiten

Nidagha ist sein Schüler und Gesprächspartner. Ramana Maharshi schätzte die Ribhu Gita; daraus folgt keine historische Begegnung mit dem legendären Weisen. Dakshinamurti verkörpert dieselbe Suche nach Selbsterkenntnis im Bild stiller Unterweisung. Shiva und Vishnu markieren die unterschiedlichen religiösen Zusammenhänge seiner Textüberlieferung.

Anregungen für Yoga und Meditation

Nimm eine einfache Erfahrung wahr und untersuche ruhig, welche Aussagen über dein Ich du mit ihr verbindest. Im Yoga lässt sich dies als bewusste Verbindung von Achtsamkeit, Mitgefühl und tätiger Verantwortung üben. Eine kurze Meditation kann damit beginnen, den Atem natürlich fließen zu lassen und die gewählte Anregung ohne Selbstverurteilung zu betrachten. Entscheidend ist anschließend eine kleine, tatsächlich ausgeführte Handlung.

Symbolbild für das Licht der Erkenntnis im Herzen.

Ein Gedanke für den Alltag

Betrachte heute eine wechselnde Empfindung, ohne sie sofort zu deiner ganzen Identität zu machen.

Videos zur Vertiefung Diese Videos laden dazu ein, die angesprochenen Themen durch eigene Praxis zu vertiefen.

Bhakti Yogastunde mit Sukadev und Aruna

Meditation: Kombinierte Mantra Meditation mit Shanti Mantras mit Sukadev

Siehe auch

Literatur

  • Swami Sivananda: Göttliches Elixier
  • Swami Sivananda: Götter und Göttinnen im Hinduismus
  • Dowson, John: A Classical Dictionary of Hindu Mythology and Religion – Geography, History and Religion; D.K.Printworld Ltd., New Delhi, India, 2005
  • Hans Wilhelm Haussig (Hrsg.) Götter und Mythen des indischen Subkontinents (Wörterbuch der Mythologie, Abteilung 1, Die alten Kulturvölker. Band 5). Klett-Cotta, Stuttgart 1984, ISBN 3-12-909850-X, S. 153 f.
  1. ↑ Sri Ramanasramam: Talks and Readings, Einführung zur Ribhu Gitai.
  2. ↑ Vishnu Purana II.15, historische Übersetzung von H. H. Wilson, 1840; eigene deutsche Nacherzählung.

Weblinks

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