Jivantika Puja – ein mütterlicher Schutzsegen für nahe und ferne Kinder
Jivantika Puja – ein mütterlicher Schutzsegen für nahe und ferne Kinder spricht eine besonders menschliche Bitte aus: Die Kinder mögen auch dort behütet sein, wo ihre Eltern sie nicht begleiten können. Diese Jivantika Puja wird von Müttern gemäß Puja Samuccaya an den Freitagen des Monats Shravana zuhause ausgeführt; sie beginnt morgens nach der gewohnten Morgenpraxis. Im Mittelpunkt stehen das Bild einer Mutter mit vielen Kindern, eine Blumengirlande und fünf Lichter aus Weizenteig.
Vorbereitung
Bereite die Bildfläche, Kurkuma, Sandelduft, eine Girlande und fünf kleine essbare Teigschälchen mit getrennten Dochten vor. Für die Bildverehrung: sauberes Wasser, Löffel und Auffangschale; kleines Tuch und Baumwollfaden; Sandelduft, ungebrochene Reiskörner und Blumen; Räucherwerk; eine gefüllte Lampe mit Docht und Ghee (bzw. Pflanzenöl); vegetarische Speise, Betelblatt und Arekanuss als rituelle Gabe sowie eine Geldgabe. Pflanzenöl ist die heutige vegane Alternative. Verzehrbare Gaben werden nach der Verehrung als Prasad geteilt; aufgefangenes Wasser kommt an einen geeigneten sauberen Ort, Blumen werden kompostiert. Die Buchfassung verbindet das Vrata mit lebenslangen Hausregeln: kein grünes Kleid, grüne Bluse oder grüner Armreif, kein Eintreten unter einen grünen Baldachin, kein Überschreiten von Reiswaschwasser und keine Bittergurke. Diese überlieferte Bindung gehört zur formellen Annahme des Vrata; die hier beschriebene Festpuja setzt nicht stillschweigend ein solches Lebensgelübde in Kraft.
Durchführung
1. Reinigen und die Absicht aussprechen
Bade, ziehe saubere Kleidung an und bereite den Platz vor. Setze dich gesammelt hin. Der folgende deutsche Sankalpa ist eine praktische Fassung des im Quelltext längeren Vorsatzes: „Zur Freude Jivantikas verehre ich die Göttin mit den Kindern und bitte um das Wohlergehen meiner Kinder und Enkel.“
2. Die Muttergestalt verehren
Zeichne mit Kurkuma und Sandelduft eine Muttergestalt, die von vielen Kindern umgeben ist, auf die vorbereitete Fläche. Vergegenwärtige dir Jivantika als schützende Gegenwart. Lege bei der Blumengabe auch die Girlande um ihr Bild. Verwende den ausdrücklich vorgesehenen Namensgruß:
Die folgende Puja entfaltet die im Ritualtext vorgeschriebene Verehrung mit dem Namen der Gottheit. Sprich bei jeder Gabe denselben vollständigen Namensgruß; die jeweilige Handlung ist der Ausdruck deiner Einladung.
bālasahitajīvantikādevatāyai namaḥ |
बालसहितजीवन्तिकादेवतायै नमः ।
Verehrung der Göttin Jivantika zusammen mit den Kindern.
- Einladen und Sitz anbieten: Bitte die Gottheit, deine Verehrung anzunehmen, und lege eine Blüte vor das Bild.
- Fußwasser, Ehrenwasser und Mundwasser: Gib für jede dieser drei Gaben getrennt einen Löffel Wasser in die Auffangschale. Beim Ehrenwasser liegen Blüte und ein paar Reiskörner in deiner Gabe.
- Baden: Biete wenig reines Wasser in einer Schale vor dem Bild an; die mit Kurkuma und Sandelduft gezeichnete Darstellung bleibt trocken.
- Gewand und heilige Schnur: Lege das saubere kleine Tuch und einen Baumwollfaden als ehrende Gaben vor das Bild.
- Duft, Reiskörner und Blüten: Bringe nacheinander Sandelduft, ungebrochenen Reis und die vorgesehenen Blumen dar.
- Räucherwerk und Licht: Zeige den Duft und anschließend das bereits brennende Licht in ruhiger Bewegung vor der Gottheit.
- Speise: Stelle die frische vegetarische Speise hin. Biete einen Löffel Wasser in der Schale an, verweile kurz schweigend und biete nochmals Wasser zum Abschluss der Mahlzeit an.
- Betelgabe und Gabe: Lege ein Betelblatt mit Arekanuss, soweit vorhanden, und die vorbereitete Geldgabe dazu. Diese rituelle Betelgabe ist nicht zum eigenen Verzehr bestimmt.
- Lichtgruß und Verneigung: Führe die Lampe vor dem Bild und verneige dich mit gefalteten Händen.
3. Fünf Lichter und der Kindersegen
Entzünde die fünf vorbereiteten Teiglichter mit Ghee (bzw. Pflanzenöl). Zeige sie gemeinsam vor der Göttin als Nirajana. Sprich dann:
yatra me bālako bhavej jīvantike tatra tvayā rakṣaṇīyaḥ |
यत्र मे बालको भवेज् जीवन्तिके तत्र त्वया रक्षणीयः ।
Wo immer mein Kind sein mag, Jivantika, dort mögest du es beschützen. Gib den anwesenden eigenen Kindern behutsam einige Reiskörner auf den Scheitel; bei kleinen Kindern lege sie daneben. Die Bitte schließt auch Kinder ein, die nicht vor Ort sind.
4. Teilen und wiederholen
Nach dem Erlöschen entferne Dochte und verbrannte Reste. Die reine essbare Teigportion wird bei der Mahlzeit geteilt. Verwende dafür gebackenen oder durchgegarten Weizenteig; diese heutige praktische Anpassung erhält die Speisegabe, ohne rohen Dochtteig zu essen. Wiederhole die Verehrung an den weiteren Shravana-Freitagen und in den folgenden Jahren.
Innerer Abschluss
Als freie Anregung: Denke nach dem Gebet an ein Kind, das gerade besonderen Beistand braucht. Ein freundlicher Anruf, aufmerksames Zuhören oder eine verlässliche Verabredung kann dem gesprochenen Segen eine sichtbare Gestalt geben.
Quellen und Vertiefung
- Puja Samuccaya, Kapitel 32: Bhriguvara-vrata-puja. Sanskritfassung: Volltext des Puja Samuccaya.
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